Netzwirtschaft

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Burda und Deutsche Telekom starten Allianz im Internet

| 7 Lesermeinungen

Burda und die Telekom haben einen Pakt für die Seite "Bunte.de" geschlossen: Bunte-Inhalte werden auf den Telekom-Seiten eingebunden. Klickt der Nutzer, landet er auf der Bunte-Seite. Für den Nutzertransfer darf die Telekom die Seite vermarkten - Burdas Vermarkter Tomorrow Focus geht leer aus.

Das Medienhaus Burda und die Deutsche Telekom haben eine strategische Allianz für Burdas Seite „Bunte.de“ geschlossen. „Wir übernehmen von Bunte.de das redaktionelle Angebot für People- und Lifestyle-Themen. Bild zu: Burda und Deutsche Telekom starten Allianz im InternetBunte.de wird damit Bestandteil der für die Zielgruppe ,Frauen‘ relevanten Bereiche auf der T-Online-Seite und relevanter Seiten im Telekom-Online-Netzwerk. Eigene Inhalte zu People und Lifestyle planen wir nicht mehr zu produzieren“, sagte Telekom-Bereichsvorstand Harald Eisenächer der FAZ. Klickt ein Nutzer auf der T-Online-Seite auf Bunte-Inhalte, wird er automatisch zu Bunte.de weitergeleitet. Im Gegenzug werden die Telekom-Downloadportale Musicload, Gamesload und Videoload sowie Wetter.info auf Bunte.de eingebunden. „Unser gemeinsames Ziel ist es, das reichweitenstärkste Premium-People-Portal für die Kernzielgruppe Frauen aufzubauen“, sagte Eisenächer (Foto rechts).

Zudem übernimmt die Telekom die Vermarktung der Seite Bunte.de vom Burda-Vermarkter Tomorrow Focus. Bild zu: Burda und Deutsche Telekom starten Allianz im InternetDie Werbeerlöse sollen geteilt werden. „Burda bringt die Marke Bunte ein und ihre journalistische Kompetenz, die Telekom ihre Reichweite, ihre technologische Kompetenz und ab Januar auch ihre Vermarktungskompetenz“, sagte Philipp Welte (Foto), Vorstand Verlage, Vermarktung, Vertrieb bei Burda, zur geplanten Arbeitsteilung . „Wir konzentrieren uns nun auf unser Handwerk, nämlich gute, journalistische Geschichten zu erzählen“, sagte Welte. Die Allianz löst die bisherige Partnerschaft zwischen den Unternehmen ab, die nur einen Nutzertransfer umfasste. 

Welte will mit dieser Allianz „Bunte.de“ wiederbeleben. „Der Traffic auf Bunte.de war in den vergangenen zwei Jahren stark gefallen – am Tiefpunkt auf weniger als 500.000 Besucher im Monat. Wir werden aber im kommenden Jahr sehr schnell wieder die Millionengrenze überschreiten“, sagte Welte. Auch ein Umbau der Seite soll mehr Besucher anlocken. „Bunte.de ist sicher nicht die hippeste Marke im Netz. Daran wollen wir arbeiten“, sagte Welte. Die Seite soll geöffnet werden, zum Beispiel für Blogs. „Bunte.de war lange Zeit sehr geschlossen. Wir öffnen Bunte.de jetzt für andere Quellen wie Twitter oder Postings von Stars genauso wie für Kommentare unserer User. Das ist ein anderes journalistisches Arbeiten, und dafür haben wir auch Mitarbeiter aus der Web-2.0-Welt an Bord geholt.“ Zum Beispiel werden die Twitter-Nachrichten von Stars und Sternchen direkt auf der Seite angezeigt. 

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Zum 1. Januar wechselt dann die Vermarktung von Bunte.de von Tomorrow Focus zum Telekom-Vermarkter Interactive Media. „Die Partnerschaft mit der Telekom bietet für uns insgesamt einige Vorteile, die Tomorrow Focus als in erster Linie Vermarkter nicht liefern kann. Von zentraler Bedeutung für uns ist dabei die qualifizierte Reichweite, die wir durch die tiefe Integration in das T-Online-Portal bekommen“, sagte Welte, der keine Umsatzziele nennen wollte. 

Auch intern hat Welte aufgeräumt. Die Online-Redakteure wurden aus den Printredaktionen herausgenommen und in einer zentralen Online-Redaktion zusammengefasst. „Ein Internetmedium hat natürlich einen wesentlich schnelleren Rhythmus als eine Wochen- oder Monatszeitschrift. Deshalb haben wir die redaktionelle Produktion von Bunte.de beschleunigt und sind dabei, Bunte.de komplett zu erneuern“, sagte Welte. Die inhaltliche Hoheit sieht Welte in der Printredaktion. „Die Online-Redaktion funktioniert nicht ohne die Bunte-Printredaktion. Die Online-Redaktion ist dabei eigentlich das Kompetenzzentrum für die digitale Verbreitung der Inhalte, die zu einem wesentlichen Teil aus der Printredaktion kommen. Die Chefredakteurin von Bunte entscheidet mit dem Online-Programmdirektor, welche Geschichten so haltbar sind, dass wir sie für die nächste Print-Ausgabe zurückhalten können, und welche Nachricht sofort publiziert werden muss“, erklärt Welte die künftige Zusammenarbeit. Ein Verkauf der Inhalte, der von vielen Verlagen diskutiert wird, hält Welte nicht für sinnvoll. „Ich glaube nicht an Pay Content. Inhalte einzuschließen ist gegen die Natur des Netzes. Es ist unsinnig, diese Diskussion wieder zu führen. Ähnlich unsinnig ist die Diskussion, Google von Internetseiten auszusperren. Google ist die nicht zu negierende Dominanz im Netz. Vorstellbar sind für mich bestenfalls Pay-Modelle auf dem iPhone“, sagte Welte.

Für die Telekom ist die Kooperation mit Bunte.de ein Modell für weitere Allianzen. „Wir sind stark in der Inhalte-Aggregation und Distribution. Wir sind keine Inhalte-Produzenten. Das ist nicht unsere Strategie“, sagte Eisenächer.

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7 Lesermeinungen

  1. „Burda bringt die Marke...
    „Burda bringt die Marke Bunte ein und ihre journalistische Kompetenz, die Telekom ihre Reichweite, ihre technologische Kompetenz…“
    Jeder macht was er kann –> meiner Meinung nach eine sinnvolle Kombination.
    Fraglich ist, ob das Teilen der Werbeerlöse reicht, um das Generieren journalistischer Inhalte zu finanzieren, bzw. ob die Zeitschrift Bunte genug „Content“ liefert, der ausreichend zeitnah ist, um ihn im Internet attraktiv zu publizieren.

  2. Zitat: Wir konzentrieren uns...
    Zitat: Wir konzentrieren uns nun auf unser Handwerk, nämlich gute, journalistische Geschichten zu erzählen“, sagte Welte.
    … in der „Bunte“ … aha … Manchmal frage ich mich, wofür jemand Politik studiert hat, wenn er sich dann um die Bunte kümmern muss.

  3. Hoffentlich hat sich Burda...
    Hoffentlich hat sich Burda damit nicht selbst geschadet, denn wenn die Telekom mit Ihren Geschäftspartnern genau so umgeht wie mit Ihren Kunden (persönliche Erfahrung)hat sich Burda für den falschen Partner entschieden.
    Beim stöbern im Netz ist mir auch ein sehr Telekomtypischer Bericht aufgefallen http://hoohead.hoohost.org/2009/11/t-com-der-schwachmaten-verein/.

  4. mann sollte hier nicht die...
    mann sollte hier nicht die Telekomleistungen (z. B. bei Privatkunden), welche durchaus sehr bescheiden sind, mit dem Potential von T-Online verwechseln.
    T-Online besitzt ein große Potential an Nutzern: http://www.golem.de/0611/49210.html (etwas veraltete aber dennoch interessante Daten).
    Hierin liegt die Attraktivität dieser Verbindung, denn die spärlichen Werbeumsätze pro Kunden, die im Onlinebereich generiert werden, können nur durch eine ausreichende Masse kompensiert werden.
    Mir scheint dieses Bündnis – bei allen generellen Schwierigkeiten im werblichen Umfeld von Online-Bereichen – durchaus erfolgsversprechend.
    Viele Grüße

  5. es gab ja auch in der...
    es gab ja auch in der Vergangenheit bereits mehrere Kooperationen von T-Online und diversen Medienhäusern (Springer), welche meistens sogar sehr fruchtbar waren aber dann doch relativ häufig beendet wurden.
    t-onlin.de nutzt dirverse Contents von anderen kooperationspartnern und ist ein wirklich gut gestaltets nützliches Portal, jedoch kann ich hier für Burda nicht unbedingt einen sofortigen Nutzen entdecken, ausser vielleicht dass hier eine Breite Zielgruppe angesprochen wird und Bunte einige der t-online Besucher abgreifen kann.
    Frage mich trotzdem immer noch wieso bild.t-online beendet wurde das muss ja auch handfeste Gründe gehabt haben.

  6. @markus weber:

    die beendigung...
    @markus weber:
    die beendigung von bild.t-online wurde aus gutem grund beendet –> trafficmonopol für bild.de
    eine allianz zwischen t-online und burda bietet für burda (parallel zu ihrer eigenen webpräsenz) eine ausweitung der reichweite, ohne dass eine reichweitenkonkurrenz wie bei bild vs. t-online entsteht.
    viele grüße

  7. hi was geht??????...
    hi was geht??????

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