Netzwirtschaft

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AOL zieht sich aus Deutschland zurück

| 9 Lesermeinungen

Der Internetkonzern AOL zieht sich aus Deutschland zurück. 140 Mitarbeiter müssen gehen. In Europa bleiben nur die Büros in London und Dublin erhalten.

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Paukenschlag zum Jahresanfang: Der Internet-Konzern AOL zieht sich weitgehend aus Europa zurück und schließt seine vier Büros in Deutschland. Alle 140 Mitarbeiter von AOL in Deutschland müssen das Unternehmen ebenso verlassen wie mehr als 500 Beschäftigte in den Vereinigten Staaten. In Europa bleiben wohl nur die Büros in London und Dublin erhalten. 

Mit dem Rückzug scheidet AOL auch aus dem Online-Werbemarkt in Deutschland aus, nachdem der Internet-Pionier bereits im Jahr 2006 sein Internet-Zugangsgeschäft für 675 Millionen Euro an Hansenet verkauft hat. „AOL verabschiedet sich nach 15 Jahren als Top 5 AGOF Player aus dem deutschen Online-Markt“, heißt es in einer Mitteilung. Das AOL Media Netzwerk, das zuletzt rund 16 Millionen Internetnutzer erreichte und das neben AOL.de auch Seiten wie StayFriends, Finanztreff.de, Gutefrage.net, Netzwelt.de und Seiten der Fußballvereine 1.FC Nürnberg, Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt, Hamburger SV, Hannover 96 und Hertha BSC vermarktet, ist damit Geschichte. Die Internetseite AOL.de, die im Monat von etwa gut 4 Millionen Menschen aufgesucht wird, soll in reduzierter Form mit Basisfunktionen wie E-Mail oder Messenger erhalten bleiben, sagte ein Sprecher. Die Tochtergesellschaft Adtech in Dreieich bei Frankfurt bleibt von den Streichungen unberührt. 

Bild zu: AOL zieht sich aus Deutschland zurückDer Rückzug aus Deutschland gehört zum Plan des AOL-Vorstandsvorsitzenden Tim Armstrong (Foto), der das Unternehmen erst im Dezember an die Börse geführt hat. Dafür sollten 2500 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, aber nur 1100 sind freiwillig gegangen. Armstrong will AOL zu einem Medienunternehmen ausbauen, zu dem viele Medienseiten wie das Technikblog Engadget, die lokale Seite Patch.com oder Mapquest gehören. Zuletzt gab es Gerüchte, AOL wolle das Technikblog Mashable kaufen. Noch im September sagte Armstrong, das Unternehmen wolle sich als Inhalteproduzent auch in Europa etablieren. Inzwischen sind die Bedingungen aber offenbar schlechter geworden. AOL hat im vergangenen Jahr mehr als 11 Millionen Nutzer in aller Welt verloren. 

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Dazu passt das Video, das zum Verkauf des Zugangsgeschäftes an Hansenet erstellt wurde.

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9 Lesermeinungen

  1. Servus,

    hab die Meldung auch...
    Servus,
    hab die Meldung auch eben schon im Basicthinking Blog gelesen. Es ist/war klar, dass einige Dinge ändern mussten. Aber allem Anschein nach /zumindest nach bisheriger Offensichtlichkeit/ ging der Schuss nicht wie erwünscht („AOL hat im vergangenen Jahr mehr als 11 Millionen Nutzer in aller Welt verloren.“) los.
    Naja… wenigstens /muss man ja anmerken/ bleibt Adtech erhalten!

  2. hallo! Ich frage mich gerade,...
    hallo! Ich frage mich gerade, ob AOL einfach die Kosten sparen möchte und die Aufgaben zentralisiert weiterführen möchte oder ob die meisten Tätigkeiten eingestellt werden. Hat jemand weitere Infos darüber?
    lg Sebastian

  3. @sebiprivat: AOL steigt aus...
    @sebiprivat: AOL steigt aus dem Online-Werbemarkt in D aus und gibt damit seine wesentliche Einnahmequelle auf. Diese Aufgabe wird nicht weitergeführt.

  4. Schade für die Mitarbeiter,...
    Schade für die Mitarbeiter, aber ich habe nice wirklich verstanden, was die Daseinsberechtigung von AOL nach em Verkauf des Zugangsgeschäfts war. Ist damit eigentlich auch Platform-A betroffen?

  5. @ david: AOL zieht sich damit...
    @ david: AOL zieht sich damit aus dem Werbegeschäft in Deutschland zurück. Vom Namen Platform A hat sich das Unternehmen schon vorher verabschiedet.

  6. Also, ich weiß nicht was das...
    Also, ich weiß nicht was das soll!!!
    AOL war berühmt für seinen Chat und seine einzigartige Möglichkeit gute Multichats zu haben.
    Durch den Verkauf an Hansenet alice haben sie uns die Möglichkeit der Profile genommen, danach die Öffentlichkeit der selbstgegründeten Räume….
    Alles wurde veräußert.
    Und wenn man AOL zu einem Medienunternehmen ausbauen will… ich weiß nicht wer adtech brauch ebenso wie die Plattform bebo die für die Profile nun zuständig ist….
    Irgendwie klingt alles gar nicht gut.
    Schade um meine Freunde bei AOL….

  7. Oh, das ist ja schlimm....
    Oh, das ist ja schlimm. Besonders schlecht wird es für all diese Mitarbeiter da… Mal schauen, was daraus kommt…

  8. Also, diese Meldung traf mich...
    Also, diese Meldung traf mich jetzt wie das Ableben eines Gespenstes – ich hätte nicht gedacht, daß es die Firma tatsächlich noch gibt.

  9. AOL Deutschland ist jetzt ein...
    AOL Deutschland ist jetzt ein Jahr vom Markt verschwunden
    und ich habe nichts vergleichbares gefunden, das den einst
    erfolgreichsten Provider im ursprüngllichen Gesamtkonzept
    ersetzen könnte
    Der einzigste der AOL rechtzeitig hätte verlassen müssen
    ist Herr Armstrong, der das ganze Unternehmen ruinierte,
    bevor Millonen Kunden zur Konkurenz wechselten

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