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Die Digitalisierung erfasst immer mehr Lebensbereiche. Wie sie sich auf Menschen und Märkte auswirkt, beleuchtet das Netzwirtschaft-Blog auf FAZ.NET.

Best of DLD 2010

| 8 Lesermeinungen

Beim DLD 2010 ging es um neue Medienmodelle, den Kampf der alten Medien gegen Google, Investitionschancen und die Dominanz der Amerikaner. Highlights waren Kallen (Burda) gegen Drummond (Google), der Investor Jim Breyer und Shawn Colo von Demand Media.

Es war ein zäher Beginn. Burdas Digitalkonferenz DLD10 nahm erst am Montag richtig Fahrt auf, als Paul-Bernhard Kallen, der neue Vorstandsvorsitzende im Hause Burda, das Highlight der Veranstaltung setzte: „Wir brauchen mehr Transparenz von Google“ war seine klare Botschaft an David Drummond und las zum Beweis eine Passage aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Suchmaschine vor, die klar machte, dass Google nicht klar machen will, nach welchen Kriterien andere Unternehmen in welcher Höhe an Werbeerlösen beteiligt werden. (-> Video ab Minute 25). Da viele Unternehmen vom Google-Traffic abhängig sind, sei Transparenz dringend notwendig, sagte Kallen. Sein Publikum applaudierte. 

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Einstand nach Maß: Paul-Bernhard Kallen legte sich offen mit Google an.

Googles Dominanz in Deutschland:

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Einer fand die Attacke gar nicht gut: David Drummond, Googles Mann für die schwierigen Fälle (China, Book Settlement), reagierte verschnupft auf die ungewohnt scharfe Attacke: „Nachrichtensuchen wie „Afghanistan“ generieren keine Umsätze bei Google“, sagte Drummond. „Ich verstehe nicht, warum hier alle Google so hassen“, wurde ein Googler später zitiert.

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David Drummond, Google

Den besten Vortrag der Veranstaltung hielt Jim Breyer von der Risikokapitalgesellschaft Accel, der wohl beste VC für Tech-Themen. Der Mann mit der Nase für gute Investitionen (zum Beispiel in Facebook) zählte die heißesten Investitionsfelder auf: Mobile Advertising (Admob), Social Commerce (Etsy) und Virtualisierung/Cloud Computing (VMWare). Da Breyer auch im Board von Wal-Mart sitzt, waren seine Ausführungen zu den Social-Commerce-Plänen des Handelsriesen besonders interessant. (-> Video)

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Jim Breyer, Accel

Website war gestern, Plattform ist heute: Mike Schroepfer ist der Kopf hinter der Plattform-Strategie von Facebook. Der frühere CTO von Mozilla baut Facebook zu einer Plattform aus, die den Social Graph der Nutzer überall im Netz verteilt.

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Mike Schroepfer, Facebook

Owen Van Natta , früher Facebook, leitet heute MySpace, das mehr als 100 Millionen Nutzer habe und weiter wachse. Tapfer versuchte er, die Vorteile gegenüber Facebook aufzuzeigen; meist blieb es aber beim Thema Musik. „Jede Band des Planeten ist auf MySpace vertreten“. Es wirkte dann aber doch befremdlich, als er die starke Präsenz von MySpace im Ausland betonte – nachdem das Unternehmen viele seiner Auslandsstandorte gerade aus Kostengründen dichtgemacht hat. Da kam Facebook mit der (singenden) Randi Zuckerberg und Mike Schroepfer wesentlich sympathischer rüber. (-> Video)

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Owen Van Natta, MySpace

Eines der spannendsten neuen Medienunternehmen ist Demand Media. Die „Content-Farm“ hat 10.000 Freelancer unter Vertrag, die für kleines Geld Content produzieren. Demand Media bedeutet: Das Unternehmen bekommt abends von Google eine Liste, welche Inhalte an dem Tag gesucht – und nicht gefunden wurden. Daraus werden die Arbeitsaufträge an die Content-Armee abgeleitet, die bis zum nächsten Tag 5000 Inhalte produziert. Die werden ins Netz gestellt, damit sie am nächsten Tag gefunden werden. Das Ergebnis: Mehr als 100 Millionen Uniques im Monat, einen dreistelligen Millionenbetrag an Werbeerlösen und Gewinn. Bald will der Mitgründer Shawn Colo auch in Deutschland an den Start gehen. 350 Millionen Dollar Risikokapital hat Demand Media schon eingesammelt. (-> Video)

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Shawn Colo, Demand Media

Hulu ist eine der Erfolgsgeschichten im Netz. Die Seite spielt Fernsehserien im Netz ab und erreicht für die Besitzer die jungen Zuschauer, die immer weniger fernsehen. „Wir führen auch Gespräche mit deutschen Fernsehsender“, sagte der CEO Jason Kilar. (-> Video)

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Jason Kilar, Hulu

Yuri Millner (DST) ist der Aufsteiger unter den Investoren. Mit seinem 200-Millionen-Dollar-Engagement in Facebook hat er sich ins Rampenlicht investiert.

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Yuri Millner, DST

Die Nutzung von Foursquare hat sich in 30 Tagen verdoppelt. Dennis Crowley, Mitgründer des Geo-Location-Dienstes Foursquare, sucht Partner aus der Fernseh- und Zeitungsbranche. Im Sommer stehe auch eine neue Finanzierungsrunde an. (-> Video)

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Dennis Crowley, Foursquare

Stefan Glänzer, erfahrener Gründer, machte ganz am Ende auf einen wichtigen Aspekt aufmerksam. „Europa hat in den „alten Medien“ einen Anteil von knapp 30 Prozent am Weltmarkt. In den neuen Medien beträgt der Anteil nur gut 1 Prozent. Europa muss sich endlich anstrengen, um im Medienmarkt nicht unsichtbar zu werden“, kritisierte Glänzer. Weil die Exit-Möglichkeiten fehlen, investieren die VCs in Europa nicht in Medienthemen. Das müsse sich ändern, fordert Glänzer. Recht hat er.

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Stefan Glänzer

Fotos: Getty (1), Holger Schmidt (9)

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Bild zu: Best of DLD 2010Tägliche Infos zur Netzökonomie 
unter twitter.com/HolgerSchmidt (Web / Media / Social Media)
und twitter.com/netzoekonom (Mobile / Telco)

 

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8 Lesermeinungen

  1. Ein recht informativer...
    Ein recht informativer Artikel, wenn da nur nicht diese vielen Vertipper wären.

  2. Ich muss ganz ehrlich sagen,...
    Ich muss ganz ehrlich sagen, der Marktanteil für Google in Deutschland erschreckt mich etwas. Sicher, Google war auch in Deutschland immer sehr dominant, aber 93% ist wirklich enorm. Andere Größen der Suchmaschinen-Branche, wie Yahoo, Bing oder Ask, werden einfach überrollt. Selbst ICQ Search ist in Deutschland stärker. Das ist schon ein sehr erstaunliches Diagramm.

  3. vielen Dank für den guten...
    vielen Dank für den guten Überblick !
    Leider bestätigt sich Stefan´s Aussage ja auch durch das Programm der DLD selbst: keine europäischen Highflyer…

  4. <p>Europäer haben ein zu...
    Europäer haben ein zu schwieriges Umfeld für solche Unternehmen. Hier würden Bedenkenträger und Froschschützer die Startbahn mit Betonhindernissen verstellen. Ausserdem sind die Amerikaner viel mehr „Abenteurer“ und die Deutschen zum Beispiel viel mehr „Bewahrer“, um den Grund mal mit Vokabeln aus dem limbischen Neuromarketing zu benennen.

  5. Kommt drauf an, wie man...
    Kommt drauf an, wie man Medieninhalte definiert.
    Facebook, MySpace und wie sie alle heißen gelten für mich offen gestanden nicht dazu …
    Der dort betriebene Seelen- und Persönlichkeitsporno entzieht sich meinem Verständnis vom gesunden Menschenverstand. Die lächerlich leichte Aufgabe der informellen Persönlichkeitsrechte ist doch der vollkommene Wahnsinn.

  6. Als Google anfing, gab es...
    Als Google anfing, gab es viele andere Suchmaschinen. Google hat sich einfach durch Qualität der Ergebnisse durchgesetzt, das würde ich nicht „überrollen“ nennen…

  7. Mich würde interessieren, wer...
    Mich würde interessieren, wer sich folgenden Satz ausgedacht hat:
    „Das Unternehmen (Demand Media) bekommt abends von Google eine Liste, welche Inhalte an dem Tag gesucht – und nicht gefunden wurden.“
    Gibt es dafür irgendwelche Belege oder ist die FAZ online auch ins Geschäft mit reinen Spekulationen eingestiegen?

  8. Google schafft es in meinen...
    Google schafft es in meinen Augen auch in Zukunft, seine Marktposition auszubauen. Während meines BWL-Studiums wurde es mit Netzwerk-Effekten erklärt und es scheint sich abzuzeichnen, dass alle zum Marktführer wechseln wollen, weil sie dort die beste Leistung kostenlos erhalten.

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