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Otto will Marktführer der Shopping-Clubs werden

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Shopping-Clubs florieren, weil Markenartikler dort ihre Restposten mit hohen Abschlägen verkaufen können. Nun greift Otto an: Die Tochtergesellschaft Limango will Marktführer werden und sich ganz auf Frauen konzentrieren.

Die Otto-Gruppe peilt mit ihrer Tochtergesellschaft Limango die Marktführerschaft unter den sogenannten Shopping Clubs an. Bis Ende 2012 – so der Plan – soll Limango die Zahl seiner Mitglieder von 1 auf 4 Millionen ausbauen. Das Besondere: Limango will sich ganz auf Frauen konzentrieren, vor allem auf die Altersgruppe zwischen 30 und 40 Jahren.

Die Idee der Shopping-Clubs wurde vom französischen Unternehmen Vente Privee erfunden, hat sich in den vergangenen Jahren aber rasant verbreitet. Die Clubs verkaufen Restposten bekannter Markenartikelhersteller in großen Stückzahlen an ihre Mitglieder. In den Verkaufsaktionen, die auf wenige Tage begrenzt sind, können die Hersteller „markenschonend“ 10.000 oder mehr liegengebliebene Produkte zu Billigpreisen abstoßen, ohne dass der große Preisunterschied von rund 70 Prozent im Vergleich zu aktuellen Waren bei Google oder in Preissuchmaschinen auffällt. Im Vergleich zu „Rudis Resterampe“ seien die Margen, die Hersteller in Shopping Clubs erzielen, aber dennoch deutlich höher, sagte Sven van den Bergh, Gründer und Geschäftsführer von Limango, dieser Zeitung.

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In Deutschland ist bisher das Berliner Unternehmen Brands4Friends der Marktführer. Vente Privee ist hierzulande tätig, und auch Ebay versucht sich inzwischen in diesem Metier. „Ebay fürchte ich allerdings gar nicht. Dagegen ist Amazon sicher ein wichtiger Konkurrent“, sagt Bergh. Limango, Anfang 2009 von Otto übernommen, sieht sich als Nummer drei im Markt, will aber nun mit Ottos Hilfe an die Spitze. „Es ist ein sehr großer Vorteil, eine Otto-Tochtergesellschaft zu sein. Langfristig ist entscheidend, wer präferierter Partner der großen Markenhersteller wird, also deren Produkte exklusiv verkaufen darf. Dabei kann uns Otto natürlich sehr helfen“, sagte Bergh. Auch Otto soll profitieren: „Wir gehen mit dem Konzept an Kundengruppen heran, die Otto nur sehr schwer bekommt“, sagt er. Gemeint sind die internetaffinen Frauen, die längst keine Beziehung mehr zum klassischen Versandhandel und zur Marke Otto haben.

Das Konzept der Shopping-Clubs müsse trotz des starken Wachstums der vergangenen Jahre überholt werden, meint Bergh. „Private Shopping als Resterampe nutzt sich ab. Die Branche darf durch zu aggressives Wachstum nicht überdrehen. Irgendwann fehlt die Relevanz, und die Vergleichbarkeit der Plattformen wird zu groß“, sagte Bergh. Das Modell, ein eingeschränktes Angebot zu niedrigen Preisen zu verkaufen, funktioniere auf Dauer nur, wenn die Relevanz der Produkte gegeben sei. Daher müssen sich ein Anbieter ganz auf eine Kundengruppe ausrichten, wie es Limango mit den Frauen vorhat.

Neben neuen, exklusiven Lieferanten setzt Limango auf bessere Community-Funktionen. „Die Seiten nennen sich zwar alle „Shopping Community“, aber wenn man es genauer betrachtet, gibt es nur wenige Community-Funktionen – auch bei uns. Das werden wir jetzt neu angehen. Das Thema fängt an im Kundenservice: Das Modell aus der klassischen Welt, dass es neben dem Unternehmen einen Call-Service gibt, funktioniert in einem Shopping-Club nicht mehr. Die Kunden sind gewohnt, auf der Internetseite, im Blog oder auf Facebook die Probleme anzusprechen, die sie ärgern. Die Kunden sollen sich auch untereinander stärker austauschen können“, sagt Bergh. „Die Fokussierung auf Frauen bedeutet für uns auch, dass das Shopping-Erlebnis nicht die Jagd nach Schnäppchen ausmacht, sondern das Stöbern, damit der Spaß am Shoppen nicht verloren geht. Dazu gehört auch der Austausch mit anderen Käuferinnen oder mit Limango“, sagt Bergh. 

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6 Lesermeinungen

  1. Ich finde es sehr schade, dass...
    Ich finde es sehr schade, dass das Konzept umgestellt wird. Limango war für uns als junge Familie immer eine gute Anlaufstelle. Sollte sich die Zielgruppenausrichtung nun wirklich ändern, wären wir als Kunden wohl verloren.

  2. Es ist schon richtig, dass...
    Es ist schon richtig, dass Kunden durch die Umstellung verloren gehen, jedoch werden auch neue hinzukommen. Ich denke, dass durch die andere Zielgruppenausrichtung weitaus mehr Kunden angesprochen werden können als es bisher der Fall.

  3. Im mittleren Absatz hat der...
    Im mittleren Absatz hat der Gründer recht: die Branche darf nicht überdrehen. Wer Mitglied in mehr als einem Shoppingclub ist, wird wissen, dass es schnell nervt, jeden Tag von jedem Club Newsletter zu empfangen. Je mehr, desto öfter sind dann auch Produkte dabei die ich nicht suche.

  4. "...und die Vergleichbarkeit...
    „…und die Vergleichbarkeit der Plattformen wird zu groß…“
    Ich weiß ja nicht, wie es wirklich aussieht, aber ich habe mal einige Artikel von brands4friends nachgegoogelt und bekomme sie woanders zum gleichen Preis oder sogar günstiger. Ich habe den Eindruck, da werden nur hippe Plattformen gepusht. Das passt auch zur Zielgruppe von limango: Frauen im Alter von 30 bis 40. :)
    Na dann – viel Erfolg!

  5. Es ist richtig, das Konzept...
    Es ist richtig, das Konzept nocheinmal zu überdenken. Die einzelnen Werbebotschaften müssen einfach zentraler gesteuert werden, damit die Flut etwas abnimmt. Ansonsten geht das ganze einfach nicht und die Clubs werden früher oder später verschwinden, weil niemand mehr auf die Werbung reagiert.

  6. Ja finde ich auch so wobei im...
    Ja finde ich auch so wobei im moment der Trend zu nimmt für Shopping Clubs im Internet. Die Werbemaßnahmen sind auch sehr gut wie im TV zu sehen ist

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