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Die Digitalisierung erfasst immer mehr Lebensbereiche. Wie sie sich auf Menschen und Märkte auswirkt, beleuchtet das Netzwirtschaft-Blog auf FAZ.NET.

Google will groß ins Geschäft mit Handy-Zahlungen einsteigen

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Google will ein Zahlungsgeschäft mit Hilfe der sogenannten NFC-Chips aufbauen, um Werbung und E-Commerce direkt miteinander zu verknüpfen.

Bild zu: Google will groß ins Geschäft mit Handy-Zahlungen einsteigenGoogle will im lokalen Internet als Mittler zwischen Online-Werbung und stationärem Handel ein wichtige Rolle einnehmen. Der Kern der Strategie stellen neue Smartphones dar, die mit einem Chip für die den Kurzstreckenfunk NFC ausgerüstet sind, der das Bezahlen mit dem Handy an speziell ausgerüsteten Kassen ermöglicht. „Wir sind extrem daran interessiert, Produktangebote für Smartphones mit NFC-Chips zu entwickeln. Wir denken, dass die Werbetreibenden gerne Werbung und ein konkrektes Angebot miteinander verbinden wollen”, sagte der Vorstandsvorsitzende Eric Schmidt vor Journalisten am Rande der Mobilfunkmesse in Barcelona. Die schnelle Verbreitung der Smartphones eröffnet stationären Händlern die Möglichkeit, Werbung zielgerichtet an die Menschen in der Umgebung zu richten. Auch die Netzbetreiber wie Vodafone oder die Deutsche Telekom wollen solche Zahlsysteme aufbauen. Am Aufbau von Terminal-Systemen oder am Geschäft der Kreditkartenanbieter sei Google aber nicht interessiert, sagte Schmidt.

Der Google-Chef, der bald auf die Position des Verwaltungsratsvorsitzenden wechselt, bedauerte, dass sich der finnische Handyhersteller Nokia für das konkurrierende Handy-Betriebssysteme Windows Phone 7 und nicht für das Google-System Android entschieden hat. „Wir haben sehr intensiv mit Nokia verhandelt. Wir hätten es sehr gut gefunden, wenn Nokia Android gewählt hätte. Aber ich hoffe, dass sie sich künftig doch noch für Android entscheiden. Die Türen für Nokia stehen offen. Wir wünschen Nokia das Beste und hoffen, dass sie wiederkommen”, sagte Schmidt. Ebenfalls in Barcelona hatte der neue Nokia-Chef Stephen Elop die Entscheidung für Microsoft damit begründet, dass für die Hersteller die Margen in hart umkämpften Android-Segment zu gering seien. Das Android-System hat inzwischen einen Marktanteil von mehr als 30 Prozent erreicht und wächst sehr schnell, während das alte und das neue Betriebssystem von Microsoft zusammen nur auf gut 3 Prozent Marktanteil kommen. Auf die Frage, ob es nun einen Dreikampf zwischen Apple, Android und Microsoft gebe, sagte Schmidt an die Adresse von Microsoft gerichtet: „Sie müssen erst einmal liefern”. Google werde auf jeden Fall seine Strategie beibehalten, das Android-System weiterhin an die Hersteller zu verschenken, während Microsoft von den Herstellern für sein Betriebssystem nach Branchenschätzungen etwa 10 bis 15 Dollar je Gerät verlangt. Googles setzt auf ein anderes Modell: „Wir verdienen viel Geld mit Werbung, weil die Plattform so groß geworden ist. Auf Android-Geräten nutzen die Menschen die Suchmaschine doppelt so häufig wie auf anderen Geräten, weil es so einfach ist”, sagte Schmidt.   

Die Videoseite Youtube sieht Schmidt auf einem guten Weg. „Wir sind in Verhandlungen mit eigentlich allen Besitzern professioneller Inhalte, um diese auf Youtube zu zeigen. Die aktuellen Werbeprodukte machen diese Verträge zu einem profitablen Geschäft für die Partner. Diesen Durchbruch haben wir in den vergangenen sechs Monaten geschafft. Insofern werden wir noch mehr professionelle Inhalte auf Youtube sehen”, sagte Schmidt. Er betomte, dass Microsoft und dessen Suchmaschine Bing der größte Konkurrent von Google sei und nicht das soziale Netzwerk Facbeook. „Was dabei immer vergessen wird: Der Online-Werbemarkt wächst sehr schnell. Google ist in einer sehr guten Position – aber Facebook auch. Sie machen ihre Sache sehr gut. Wir nehmen uns gegenseitig nichts weg”, sagte Schmidt. Google sei sehr daran interessiert, Informationen aus dem sozialen Netzwerken in seine Suchmaschine zu integrieren. Zum Beispiel berücksichtigt Bing, wenn viele Nutzer auf den Facebook-Button „Like” klicken, also einen Inhalt auf Facebook oder auf Internet-Seiten, die mit der Facebook-Plattform verbunden sind, auf diese Weise ihren Freunden empfehlen. Eine solche Verknüpfung zwischen Suchmaschine und sozialem Netzwerk kann sich auch Google vorstellen. „Mehr Signale aus dem Social Web wie den Like-Button in unsere Suche zu integrieren wäre sinnvoll für Google. Das „Like-Signal” ist sehr wertvoll”, sagte Schmidt. Auch diese Aussage lässt eine baldige Ankündigung in diese Richtung aus dem Hause Google erwarten.

Link: Marissa Mayer: “Google hat großes Interesse am lokalen Internet  – und eine Menge relevanter Daten”

Foto: Holger Schmidt

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1 Lesermeinung

  1. Zu Google und NFC (internet of...
    Zu Google und NFC (internet of things) gibt es ein spannendes Pilotprojekt, beschrieben im Google Blog:
    http://googlemobile.blogspot.com/2010/12/cross-posted-and-excerpted-from-hotpot.html
    Hier will Google eine kritische Masse an Anwendern für NFC Apps durch Aussatttung einer ganzen Region mit NFC Tags samt Link zu Google places erreichen.
    Nicht umsonst sagt Google “mobile first”

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