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Die Digitalisierung erfasst immer mehr Lebensbereiche. Wie sie sich auf Menschen und Märkte auswirkt, beleuchtet das Netzwirtschaft-Blog auf FAZ.NET.

Nutzerwanderung im Web: Facebook gewinnt, Portale verlieren

| 6 Lesermeinungen

2010 war das Jahr von Facebook - auch in Europa. Auf keiner anderen Website verbringen die Europäer mehr Zeit. Knapp 12 Prozent der gesamten Online-Zeit entfällt inzwischen auf Facebook und damit erstmals mehr als auf Google-Seiten. Die Suchmaschine ist zwar nach wie vor die Seite in Europa, die von den meisten Menschen genutzt wird, aber die durchschnittlich längere Verweildauer macht Facebook zum Europameister in dieser Kategorie, die vor allem für Werbekunden wichtig ist.

2010 war das Jahr von Facebook – auch in Europa. Auf keiner anderen Website verbringen die Europäer mehr Zeit, nämlich knapp 12 Prozent und damit erstmals mehr als auf Google-Seiten, hat das Marktforschungsunternehmen Comscore in seinem Report “Europe Digital Year in Review” errechnet. Unter der Popularität der sozialen Netzwerke leiden aber vor allem die großen Portale, deren Anteil am Zeitbudget stetig sinkt, vor allem bei jungen Menschen. In dieser Altersgruppe zwischen 15 und 34 Jahren kannibalisieren die sozialen Netzwerken inzwischen auch die E-Mail, hat der Comscore-Report ergeben. 

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Google ist zwar nach wie vor die Seite in Europa, die von den meisten Menschen genutzt wird, aber die durchschnittlich längere Verweildauer macht Facebook zum Europameister in dieser Kategorie, die vor allem für Werbekunden wichtig ist.  

Werden die Online-Tätigkeiten aufgeschlüsselt, ergeben sich interessante Rückschlüsse auf die ewig junge Frage, ob soziale Netzwerke die Kraft haben, die E-Mail als Kommunikationsinstrument zu verdrängen und nebenbei auch noch Instant Messaging und Portale abzulösen. Zwar wird wohl niemand seinen E-Mail-Account wegen Facebook kündigen, aber entscheidend für die Gunst ist die Verweildauer. Und in diesem Kriterium zeigen sich doch recht deutliche Verschiebungen in der Gruppe der 15 bis 34-Jährigen, die deutlicher weniger Zeit auf E-Mail-Seiten und Portalen verbracht haben als im Jahr zuvor. Die Gruppe 35+ wendet sich zwar auch von den Portalen ab, nutzt die E-Mail aber weiterhin intensiv. 

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Wird die Entwicklung der Verweildauer betrachtet, zeigt sich die Wachablösung der Portale durch die sozialen Netzwerke deutlich, auch wenn sich der Abstand in der zweiten Jahreshälfte nicht mehr vergrößert hat. Über alle Altersstufen hinweg haben sich die Web-E-Mail-Dienste aber behauptet. Bleibt die Frage, ob die jungen Menschen ihr Verhalten im Alter wieder in Richtung E-Mail ändern. 

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Das Jahr 2010 brachte auch deutliche Verschiebungen der Tätigkeiten im Web. Das Hochladen von Fotos und Social Networking haben wie erwartet am stärksten zugelegt, während Instant Messaging und Auktionen (also Ebay) die Verlierer des Jahres in Europa sind. 

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Im Durchschnitt nutzen 84 Prozent der europäischen Onliner sozialer Netzwerke; das sind knapp 11 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Der stärkste Zuwachs war in Russland zu verzeichnen, aber Deutschland liegt mit einem Wachstum von 16,6 Prozent auch vorne dabei. Erste Sättigungstendenzen zeigen sich in Großbritannien und den Niederlanden.

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Die Popularität der sozialen Netzwerke macht sich auch auf den Online-Werbemärkten bemerkbar, die bisher von Google dominiert werden. Werden nur die Display Ad Impressions gezählt, also die Zahl der angezeigten Werbeflächen, ist der Anteil sozialer Netzwerke in den drei großen europäischen Ländern Deutschland, Großbritannien und Frankreich kräftig gestiegen. In Deutschland beträgt der Anteil, der auf soziale Netzwerke entfällt, inzwischen fast 29 Prozent, davon 16 Prozent allein auf Facebook. Auf keiner anderen Seite in Deutschland werden mehr Display-Werbeflächen eingeblendet als auf Facebook. Allerdings sind die Klickraten dort noch niedriger als auf anderen Seiten und die erzielbaren Werbepreise so niedrig, dass der Umsatz von Facebook in Deutschland noch sehr überschauber sein dürfte. In aller Welt hat Facebook im vergangenen Jahr rund zwei Milliarden Dollar Umsatz erzielt.  

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Der Comscore-Report zeigt auch die Verteilung der mobilen Betriebssysteme in Europa. Danach führt (noch) das Nokia-System Symbian, aber die größeren Zuwächse zeigen Apples iPhone und Geräte mit Googles Android. Das Kräfteverhältnis wird sich in diesem Jahr weiter stark verschieben.

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Und zum Schluss: Die Top 15 Internetseiten in Deutschland mit Google an der Spitze, gefolgt von Microsoft, Facebook, Ebay, Deutsche Telekom, Pro Sieben Sat1, Amazon, Wikemedia, United Internet, Axel Springer, Hubert Burda, Yahoo, RTL, Holtzbrinck und Mozilla.

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Link: Werbung auf Facebook: Klickraten fallen, Kosten steigen 

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6 Lesermeinungen

  1. Google ist nur noch die Nr1...
    Google ist nur noch die Nr1 weil viele Leute zu faul sind in die Leiste die Adresse der jeweiligen Webseite einzugeben – oder sie nicht wissen. Außerdem wer Firefox nutzt landet beim ersten Start- wenn er nicht umstellt- und bei jedem weiteren auch bei Google.

  2. Jo kampf um user geht weiter....
    Jo kampf um user geht weiter.

  3. ... und schon ist es soweit,...
    … und schon ist es soweit, mit Anfang 40, Frau, Familienleben und Freunden läuft Facebook einfach so an mir vorbei…, erschreckend!

  4. Die Analyse ist so.. naja, ich...
    Die Analyse ist so.. naja, ich sag mal nicht wirklich durchdacht.
    man kann zb nicht instant messaging vs. mail vs. google vs. facebook messen, weil das alles doch konvergiert.
    ich nutze zb google talk. wennich also bei igoogle oder gmail auf der seite bin und mir jamand schreibt dann seh ich das, und kann demjenigen direkt antorten = instant messaging. den gleichen account hab ich an meinem messanger und handy eingerichtet. wenn mir also jemand schriebt kommt siene nachricht aufs handy, den messenger, sowie auf alles google seiten die grad offen sind, zb zuhause obwohl ich in der arbeit bin.
    wenn ich nun jemandem antworte und er hat die google seite verlassen, dabekommt er die nachricht per email, obwohl ich soeben eine instant message getippt hab.
    ähnlich konvergieren die facebookdienste, seit neustem kann man per facebook nachrichten auhc normale emailadressen anscheiben, der normale messenger am pc für den facebook chat einrichten, usw usf.
    alles vereinigt sich, ob mail, instant message oder die sozialen netzwerke: wenn ich was twittere, dann wird der tweet gleichzeitig auhc bei buzz und facebook veröffentlicht. hab ich dann jetzt twitter, fb oder buzz genutzt? ists von relevanz auf welcher seite ich grad war als ich den tweet tippte? viellcht wars tweetdeck am handy und ich war auf gar keiner seite…
    wie man sieht sind diese unterscheidungen der kommunikationsmittel im netz obsolet, es läuft darauf hinaus, dass man halt kommunitiert, konsumiert oder produziert – das könnt man mal messen und einen sinnvollen artikel zu schreiben :)

  5. Google verdient aber schon gut...
    Google verdient aber schon gut geld….

  6. Stellt sich die Frage, ob...
    Stellt sich die Frage, ob Verweildauer in wie weit wirklich verkauft und ob das je Zielstellung interessant ist. Ich finde den Ansatz von Bing recht interessant, sich eher als decision-engine zu positionieren, ich sehe da auch eher eine solver-enginge, also ein Problem zu lösen bzw. eine Kaufentscheidung zu treffen. Das werden die Nutzer in den social-networks weniger (schnell) tun. Hier ist wohl eher involvement der richtige Betrachtungspunkt und, wie kürzlich in diversen Kongressen aufgezeigt, auch für die Markenbildung ein sehr interessanten Umfeld, um Emotion unter die Leute zu bringen. Das ist für Branchen wie real estate daher eher ungeeignet, jedoch für Hotels, Svarowski und co. schon.
    Beispiel:
    Facebook-Werbung: Es gibt gewaltige Unterschiede je Branche.
    Food, office equipment: Tests unserer e-commerce-Kunden haben gezeigt, dass die Zielgruppen zwar sehr gut eingegrenzt werden können, die Klickgebote jedoch enorm steigen. Die Konversionsraten ähneln trotz guter Segmentierung denen der Suchmaschinen. In einigen Segmenten streben Sie sogar gegen null.
    Travel, Bike: Sehr, sehr gute Konversionen, aber auch ohne FB-ads ;-)
    VG, René Harnisch.

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