Netzwirtschaft

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Social Media: Kluft zwischen Dax-30-Unternehmen wächst schnell

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An Facebook, Twitter und Youtube scheiden sich die Geister - zumindest in den größten Unternehmen Deutschlands. Während die Pioniere im vergangenen Jahr die Zahl ihrer Fans, Follower oder Videoabrufe kräftig ausgebaut haben, ist die Mehrheit der Dax-30-Unternehmen noch zurückhaltend. Die Kluft wird stetig größer.

Bild zu: Social Media: Kluft zwischen Dax-30-Unternehmen wächst schnellIn den Dax-30-Unternehmen scheiden sich weiterhn die Geister, ob und wie Social Media sinnvoll eingesetzt werden kann. Während einige große Konzerne in Deutschland noch zögern, haben die Pioniere im vergangenen Jahr mächtig Gas gegeben. Nach einer Untersuchung der Agentur Vierpartner, die jeweils zum Jahresende die Social-Media-Engagements der 30 Dax-Konzerne erfasst, haben Adidas, Volkswagen, Siemens, BMW und die Deutsche Telekom im Jahr 2010 jeweils mehrere Millionen Fans auf Facebook, Follower auf Twitter oder Videoabrufe auf Youtube zugelegt. Auch Beiersdorf, Daimler, die Lufthansa, SAP und Munich Re haben sich stark in den sozialen Medien engagiert, hat Vierpartner mit der Analyse der mehr als 500 wichtigsten deutsch- und englischsprachigen Auftritte der 30 Unternehmen auf Facebook, Twitter und Youtube in aller Welt herausgefunden. Im Durchschnitt haben die Unternehmen die Zahl ihrer Facebook-Fans verfünffacht und ihre Twitter-Follower versechsfacht. „Die Zeit des Experimentierens ist bei einigen Konzernen vorbei“, sagt Jürgen Homeyer, Geschäftsführer von Vierpartner. „Firmen wie Adidas, Siemens, Volkswagen, BMW, Daimler, SAP, Beiersdorf und Deutsche Telekom verfügen inzwischen über professionell aufgebaute Social Media Seiten. Hier wird mit aktuellen und potentiellen Kunden ein ebenso reger wie erfolgreicher Austausch gepflegt. Weitere Dax-30-Konzerne stehen in den Startlöchern und wollen in Kürze im Social Web an den Start gehen. 2011 werden die Nutzerzahlen daher weiter rasant steigen“, erwartet Homeyer. 

Die meisten Auftritte werden für das Marketing genutzt, gefolgt von der Unternehmenskommunikation, Human Resources und Investor Relations. Marketing und Kommunikation sind typischerweise die Einstiegsfelder für Unternehmen, die im B2C-Umfeld tätig sind. Untersuchungen zeigen, dass meist dort die ersten Erfahrungen gesammelt werden, bevor der Einsatz auf andere Bereiche des Unternehmens ausgeweitet wird. Forschung & Entwicklung sowie Karrierethemen sind dann naheliegende weitere Schritte. (-> Dax 30 auf Twitter, -> Deutsche Marken auf Facebook). 

D Bild zu: Social Media: Kluft zwischen Dax-30-Unternehmen wächst schnella einige Unternehmen im vergangenen Jahr weiterhin tatenlos blieben, ist der Abstand zwischen den Pionieren und den Nachzüglern/Abstinenzlern spürbar größer geworden. „Diese Konzerne müssen aufpassen. Die öffentliche Meinungsbildung über ihr Unternehmen und ihre Produkte wird inzwischen erheblich durch Social Media beeinflusst“, warnt Homeyer.  

Nun machen einheitliche Strategien für so unterschiedliche Unternehmen wenig Sinn. Für B2C-Unternehmen wie Adidas mag die Strategie Sinn machen. Aber gerade Facebook eignet sich sicher nicht für alle Unternehmen, denn die Zahl der Kontakte sagt wenig oder gar nichts über deren Qualität aus. Gerade für B2B-Unternehmen liegt daher oft der Aufbau einer Fach-Community näher als das Anhäufen von Facebook-Fans. Blogs gelten dabei als sinnvolles Instrument für B2B-Unternehmen, wenn dort Fachleute aus dem Unternehmen Inhalte produzieren, die sonst im Web nicht so leicht zu finden sind. „Von Ingenieur zu Ingenieur“ lautet zum Beispiel die Überschrift über den Blogs des amerikanischen Unternehmens Indium, das geschickt Inhalte für seine Zielgruppe produziert und seine Ingenieure als Fachleute im Social Web aufbaut. Über Suchmaschinen werden diese Inhalte in aller Welt gefunden und können neue Absatzmärkte eröffnen. Per Twitter lassen sich die Informationen gezielt an die Fach-Community verteilen und auch Youtube-Videos sind ein gutes Instrument, um komplexe Sachverhalte leicht verständlich als Film zu demonstrieren.

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Der starke Anstieg des Engagements der Unternehmen ist eine Folge des Wachstums der sozialen Medien. Facebook ist seit eineinhalb Jahren die Seite mit dem stärksten Wachstum in Deutschland. Inzwischen besuchen 16 Millionen Menschen die Deutschland das soziale Netzwerk jeden Monat; rund 10 Millionen sogar täglich. Keine andere Internetseite (außer Google) ist so populär. Twitter hat in Deutschland rund drei Millionen Besucher im Monat und wächst hierzulande im Moment aber deutlich langsamer als in vielen anderen Ländern. Der Stellenwert von Twitter misst sich eher an seinem Status als globaler Nachrichtenverteiler. Fast alle Mediem, Blogger, Wissenschaftler, Unternehmen oder Städte speisen heute ihre Informationen auf Twitter ein, die dann von den Nutzern per Retweet in alle Ecken des Netzes verteilt werden. Mercedes Bunz hat in einem Zeit-Interview schön beschrieben, was Twitter ausmacht: „Twitter ist essenziell. Hier in London twittert alles – nicht nur der Chefredakteur des Guardian. Die Themse twittert ihren Wasserstand und die Towerbridge sagt, ob sie zu oder auf ist. Twitter lässt erahnen, was es heißen wird, wenn alles anfängt miteinander zu kommunizieren, und welche Techniken man entwickeln muss, um sich den Durchblick zu verschaffen“.   

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    4 Lesermeinungen

    1. Sehr gute Übersicht zu den...
      Sehr gute Übersicht zu den Social Media Aktivitäten der deutschen Dax- Konzerne.
      Aufschlussreich.

    2. Die Klickliste zeigt, dass der...
      Die Klickliste zeigt, dass der Begriff „Social Media“ immer absurder wird: Natürlich klicken Studenten und Bewerber ihre Lieblingsarbeitgeber an und vergeben ein „like it“. Daran ist absolut nichts sozial, da es nur um die eigene Karriere geht.
      Aber nicht einmal beim sehr emotionalen Thema „Unser Guttenberg“ konnten 600.000 likes auch nur 1.000 Demonstranten mobilisieren, unter ihnen die Hälfte fröhliche Parodisten.
      „Social Media“ sind erst dann sozial, wenn sie – wie offenbar in Tunesien und Ägypten – dort nur in Ermangelung anderer Medien, politische und soziale Veränderungen befördern.
      Ich könnte mir auch für Deutschland Social Media Anwendungen für gesellschaftliche Anliegen vorstellen – allerdings nicht in Facebook, Twitter und Google Spreadsheet, wobei Letzteres ja für die Eingabe der 30.000 Akademiker an Merkel genützt würde.
      Warum? Das in Social Media mobilisierte Sozialkapital muß lokal bleiben und darf nicht an kommerzielle Anbieter verschenkt werden, damit diese ihre Werbepreise erhöhen und ihre Monopolstellung ausbauen können.
      Wir brauchen lokale Social Media um unsere Verschuldung zu senken, die Verwahrlosung von Dörfern und Staddteilen zu stoppen, lokale Produkte zu finden.
      Also bitte: Nennt die DAX 30 bei Facebook und Twitter nicht mehr als Nutzer von „Social Media“, sondern nur als Nutzer von „PR and advertising networking“

    3. Wir brauchen regionale,...
      Wir brauchen regionale, nationale und internationale wie auch multinationale und binationale Social Media. Stuttgart 21 als regionale Bühne für ein Social Media Projekt, E 10 national und Lybien international.
      Was aber auch notwendig wird, ist eine konstituierende Versammlung aller Internet-User der Welt zu einer Internet-Welt-Nation
      Diese Versammlung verfasst und verabschiedet eine Internet-Verfassung .
      Diese Internet-Verfassung dient als Grundlage einer Internet-Welt-Nation und einem eigenen Internet-Staat mit Exekutive, Judikative und Legislative.
      Durch Wahlen wird eine Regierung und ein Präsident gewählt.
      Jeder Bürger ist Mitglied der Versammlung, jeder Bürger kann direkt und unmittelbar an der Demokratie und Entscheidungen teilnehmen. Die Entsendung von Wahlmännern in ein Gremien wird überflüssig.
      Politikverdrossenheit verliert sich in der Entscheidung des Bürgers, an den Entscheidungen in der Versammlung direkt und unmittelbar mitzuwirken.
      Facebook, Twitter und Co können Brücken zu einer neuen Weltordnung.
      Die Utopie einer Internet-Welt-Nation wird wahr, die Revolutionen in Nordafrika sind nur ein erster Schritt dahin.

    4. Klares Nein! Jeder Konzern...
      Klares Nein! Jeder Konzern muss, ob wer will oder nicht, sich mit social media auseinandersetzen und möglichst rasch anfangen, dort aktiv zu werden. Er muss nicht nach hundert tausenden von „Freunden“ oder „Followern“ streben. Aber muss dort präsent sein. Das ist wichtig, um sich an allen relevanten Meinungsbildungsprozessen beteiligen zu können. Das ist wichtig, um in Krisenfällen reaktionsfähig zu sein.
      Die Meinungsbildung findet immer mehr im Social Web statt. Jede Person, jedes Medium, jedes Unternehmen, das sich an diesem Prozess der Meinungsbildung beteiligen will, muss in Zukunft im social web aktiv werden.
      Hierzu auch: http://www.vierpartner-blog.de

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