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Die Digitalisierung erfasst immer mehr Lebensbereiche. Wie sie sich auf Menschen und Märkte auswirkt, beleuchtet das Netzwirtschaft-Blog auf FAZ.NET.

Tengelmann, Holtzbrinck und Team Europe Ventures investieren in Lieferheld

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Der Lebensmittelhändler Tengelmann, Holtzbrinck Ventures und Team Europe Ventures investieren zusammen rund vier Millionen Euro in den Lebensmittel-Lieferdienst Lieferheld. Das Unternehmen liefert die Lebensmittel nicht selbst, sondern gibt einen Überblick über Restaurants und Lieferdienste in Deutschland, die meist am Abend Pizza, Nudeln, Sushi oder Schnitzel in die Wohnungen ihrer Kunden transportieren.

Bild zu: Tengelmann, Holtzbrinck und Team Europe Ventures investieren in LieferheldDer Lebensmittelhändler Tengelmann, Holtzbrinck Ventures und Team Europe Ventures investieren zusammen rund vier Millionen Euro in den Lebensmittel-Lieferdienst Lieferheld. Das Unternehmen liefert die Lebensmittel nicht selbst, sondern gibt einen Überblick über Restaurants und Lieferdienste in Deutschland, die meist am Abend Pizza, Nudeln, Sushi oder Schnitzel in die Wohnungen ihrer Kunden transportieren.

Nach Schätzungen des Vorstandschefs Fabian Siegel werden in Deutschland jedes Jahr Speisen und Getränke im Wert von 2,5 Milliarden Euro bestellt, meist telefonisch. Dieses Geschäft möchte Lieferheld gerne ins Internet umleiten und sich dafür als zentrale Anlaufstelle im Web positionieren. „Wir wollen in den kommenden Jahren 20 Millionen Euro in den Aufbau unserer Marke investieren“, sagte Siegel der FAZ. Das Unternehmen erhält 10 Prozent von jeder Bestellung. Konkurrenten wie der europäische Marktführer Just-Eat haben gerade hohe Bewertungen von Risikokapitalinvestoren bekommen, da der Markt noch nicht besetzt ist und schnelle Gewinne verspricht. Bis 2014 will das Unternehmen zwischen 8 und 10 Millionen Euro Ergebnis vor Zinsen und Steuern erwirtschaften.

Lieferheld ist erst seit ein paar Monaten am Start und hat in dieser Zeit 1000 Restaurants als Partner gewonnen. Bis Jahresende sollen es 5000 sein. Insgesamt gibt es nach Schätzung des Unternehmens 12 000 Restaurants in Deutschland, die auch ins Haus liefern. Nach dem Aufbau des Geschäfts will Lieferheld aber mehr als ein Verzeichnis der Restaurants sein. „Wir wollen nicht wie Yahoo sein, sondern wie Google“, sagte Siegel. Künftig sollen die Kunden auf neue Restaurants in der Umgebung aufmerksam gemacht werden – also ein ähnliches Modell, wie es heute Groupon verfolgt. Restaurants können dann auch in einer Auktion bieten, wie prominent sie auf der Seite gezeigt werden. Je höher das Gebot, desto mehr Kunden bekommt das Restaurant. 

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5 Lesermeinungen

  1. Was da passiert ist verrückt....
    Was da passiert ist verrückt. Etablierter Markt, maximale addressierbares Marktpotential 250 Mio. EUR (2,5 Mrd. * 10%), inkl. der ersten Finanzierungsrunde haben Lieferhelden jetzt 5 Mio. EUR eingesammelt. Well done!
    Stellt sich die Frage, ob das Geld nicht lieber in schnell wachsende Internet-Firmen wie beispielsweise twago (http://www.twago.de) investiert werden sollte, übrigens auch ein Berliner Startup, deren Gründer ich vor wenigen Tagen auf dem OnlineStammtisch Berlin kennen lernen durfte. Die Berliner vermitteln Programmierer, Designer und sonstige von Firmen benötigte Experten weltweit, erreichen signifikant höhere Margen (als 2 EUR pro Pizza-Bestellung), haben einen mehr als doppelt so großen Markt (im Vergleich zu o.a. 2,5 Mrd. bei Lieferhelden), der zudem noch schneller wächst als Pizza-Bring-Services. Das Team hat es angeblich bereits geschafft größer als der Weltmarktführer zu sein in Deutschland und ein paar anderen Ländern, die ich gerade nicht mehr ganz rekapitulieren kann. Das ist nochmal eine ganz andere Story.
    Neben twago kommen meiner Meinung nach aus analytischer Sicht noch einige andere Startups mit größerem Potential als Lieferhelden in Frage für ähnliche Invests…
    Frederik H., Berlin

  2. Interessanter Bericht und...
    Interessanter Bericht und Ansatz. Warum sollte aber ein Restaurant oder Pizza – Dienst 10 % abgeben, wenn es mit Internet-Baukästen selber ein Onlineangebot erstellen kann und dadurch individuell ist. Das geht ja eh nur lokal, da sonst zu weite Wege vorliegen. Die Vermarktung geht dann über herkömmliche Wege (Anzeigen, Flyer, etc.). Da wo man den Hebel ansetzen muss, ist bei dem Mindestumsatz den eine Bestellung haben muss und den Preisen. Hier in der Schweiz will noch der kleinste Pizzadienst a.) 18 CHF (ca. 14 Euro) für eine normale Pizza haben und b.) liefert er nur wenn min. 20 CHF (ca. 16 Euro) zusammen kommen. Da wird auch mal 5 Euro für eine Literflasche Cola verlangt. Sollte Lieferheld und Co. es schaffen diesen Dienstleistern den Begriff Stückkostendegression klar zu machen und ihnen helfen vernünftige Preise anzubieten, dann könnte ein Schuh draus werden. Für all die anderen, die noch keinen Online-Shop haben, stehen rasch Template-Anbieter zur Verfügung. Ich sehe den Vorteil der o.g. Lösung nicht so klar. Was genau ist der USP? Anscheinend muss man hier nur einen grossen Namen haben um Risikokapital zu bekommen.

  3. Warum? Weil ich auch, wenn...
    Warum? Weil ich auch, wenn jeder Bringdienst eine Internetpräsenz hat, dadurch immer noch nicht weiss, wer überhaupt zu mir liefert… Wer hat denn noch nicht einmal 4 Lieferdienste nacheinander abtelefonieren (und dazwischen recherchieren) müssen?
    Der Hauptvorteil für die Lieferdienste ist doch wohl die Listung auf einem zentralen Portal, über das sie gefunden (!) und bewertet werden können. Und zwar ihren Liefergebieten zugeordnet und nicht wie im Branchentelefonbuch ihrem Standort. Dass der Kontakt dann über das Portal laufen muss, ist halt dessen Gewinnmodell geschuldet nur zu kassieren, wenn auch Bestellungen fließen, was ich verständlich und fair finde.
    Zu verlangen, dass man die Preispolitik revolutioniert halte ich doch für etwas aus der Luft gegriffen. Dass durch Rankingfunktionen mangelnde Qualität oder endlose Bringzeiten endlich abgestraft werden können (oder das Gegenteil honoriert) ist schonmal ein schöner Ansatz, den weder ein Telefonbuch noch eine Webpräsenz des entsprechenden Restaurants bieten werden. Sollten sich solche Portale also erst einmal etabliert haben, werden die Dienste daraus ihre Lehren ziehen müssen.
    Nur ob das passieren wird? Möglich, Potential besteht wohl, andererseits hats pizza.de ja nach Jahren noch nicht wirklich geschafft…
    Und sonst sehen wir ein weiteres Internetunternehmen Millionen in eine Idee in den Sand setzen, die keiner haben wollte..

  4. Gibts schon: pizza.de. 4...
    Gibts schon: pizza.de. 4 Millionen finde ich für den Anfang reichlich viel, es hätte ein Bruchteil gereicht um das Konzept lokal auszuprobieren.

  5. Ich kann mir nicht vorstellen...
    Ich kann mir nicht vorstellen das der Dienst deutschlandweit erfolgreich wird. Alleine der Name löst bei mir kein gutes Gefühl aus. Lieferheld – Klingt einfach furchtbar und unpassend finde ich und das Konzept hätte man wie schon geschrieben lokal und mit geringerem Budget testen sollen.

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