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Die Digitalisierung erfasst immer mehr Lebensbereiche. Wie sie sich auf Menschen und Märkte auswirkt, beleuchtet das Netzwirtschaft-Blog auf FAZ.NET.

Ströer und Kunath starten "Groupon 2.0"

| 26 Lesermeinungen

Die Internet-Investoren Dirk Ströer und Jens Kunath wollen 30 Millionen Euro in ein "Groupon 2.0" investieren. Dort sollen Gutscheine versteigert werden, vor allem aus dem Hotel- und Erlebnissegment. Das Ziel: Gutscheine kontrolliert zu verkaufen, um gezielt freie Kapazitäten auszulasten. Bis Jahresende will das Unternehmen eine Million Nutzer auf die Plattform ziehen.

Bild zu: Ströer und Kunath starten "Groupon 2.0" Bild zu: Ströer und Kunath starten "Groupon 2.0"Mehr als 30 Millionen Euro sollen in den kommenden drei Jahren investiert werden, 200 neue Arbeitsplätze sollen entstehen: Die beiden Internetunternehmer Dirk Ströer (rechts) und Jens Kunath haben mit Topdeals.de eine Mischung aus Groupon und Ebay für Urlaub und Freizeit gebaut. „Topdeals bietet Freizeitangebote in Form von Gutscheinen an, die in Auktionen ab einem Euro verkauft werden. Mit Hilfe eines großen Werbebudgets wollen wir Topdeals noch in diesem Jahr zum größten Gutscheinportal seiner Art machen“, sagte Ströer der FAZ. An diesen Dienstag soll die neue Seite freigeschaltet werden.

Topdeals soll das Groupon-Modell weiterentwickeln. Dort können zum Beispiel Restaurantbesitzer Gutscheine für Abendessen oder Friseure Gutscheine für einen Haarschnitt verkaufen. „Groupon hat die nötige Aufklärungsarbeit geleistet und ist zum Beispiel für Neueröffnungen hervorragend geeignet, um den Laden vollzukriegen. Aber die wenigsten Unternehmen werden auf Dauer damit glücklich“, sagte Ströer. Meist sei der Preis zu niedrig und die Provision für Groupon zu hoch. Unternehmen, die gezielt ihre freien Kapazitäten an bestimmten Tagen auslasten wollen, seien mit seinem Modell besser dran, hofft Ströer. Statt einer Aktion mit 20 000 Gutscheinen werde es auf Topdeals eher 3000 Auktionen für 1500 Produkte geben. „Ein Hotelier, der zum Beispiel an einem Wochenende gezielt zehn Zimmer vermieten möchte, kann diese Gutscheine bei uns versteigern. Auf diese Weise kann er seine Auslastung besser steuern – und noch Gewinn machen. Denn im Durchschnitt zahlen die Menschen auch mehr, als der Hotelier für die Belegung des Zimmers braucht“, sagte Ströer. Um den Anbietern das Risiko abzunehmen, dass eine Auktion bei einem Euro endet, sind auch Garantiezahlungen vorgesehen.

„Unsere Auktionen dauern zwischen 60 Sekunden und 24 Stunden. In diesem Format machen Auktionen wieder Sinn“, sagte Ströer. Topdeals behält 25 Prozent des Verkaufspreises für sich. Das soll reichen, um in den kommenden drei Jahren zusammen 100 Millionen Dollar Umsatz zu erzielen. Im Jahr 2013 soll das Unternehmen dann erstmals profitabel sein.

Ströer und Kunath sind erfahrene Gründer. Erst vor etwa zehn Wochen haben sie mit der Entwicklung der Seite begonnen. 50 Mitarbeiter der Aha.de GmbH, die Ströer und der Media Ventures GmbH gehört, arbeiten an dem Projekt. Neben den Entwicklern sollen möglichst schnell 100 Vertriebsmitarbeiter eingestellt werden, die an die großen Hotelketten herangehen sollen. Um die nötigen Nachfrager anzuziehen, sollen neben einer aufwendigen Werbekampagne auf Plakaten, im Fernsehen und im Internet auch die sechs Millionen E-Mail-Adressen genutzt werden, die auf den Festplatten der Aha.de GmbH gespeichert werden. Bis Jahresende will das Unternehmen auf diese Art eine Million Nutzer für sich gewinnen. An dieser Zahl werden sich die beiden Seriengründer und ihre vollmundige Ankündigung dann schön messen lassen.

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26 Lesermeinungen

  1. <p>Eine hervorragende Idee,...
    Eine hervorragende Idee, die insbesondere das Problem für die Händler bei Groupon beseitigt, dass es sich dort meist nur um kurzfristige Effekte handelt. Man darf gespannt sein, wie sich das Projekt entwickelt – da der Erfolg natürlich maßgeblich auch durch den Vertriebserfolg bestimmt wird. Die 100 Mitarbeiter hören sich viel an – werden aber auch gebraucht um ganz Deutschland abzudecken

  2. Da haben Herr Ströer und Herr...
    Da haben Herr Ströer und Herr Kunath aber meiner Meinung nach kräftig kopiert und sich noch nicht mal beim Design große Mühe gegeben, die Kopie zu verschleiern. In den Niederlanden gibt es vakantieveilingen.nl, die seit Jahren dort zu den erfolgreichsten Seiten gehört. Das Unternehmen ist übrigens laut der letzten Pressemeldung auf dem Sprung nach Deutschland und man darf somit gespannt sein, was aus dem „innovativen“ Topdeals Projekt wird…

  3. Hurra, Reisegutscheine und...
    Hurra, Reisegutscheine und Hotelgutscheine. Dass da noch niemand vorher drauf gekommen ist.
    Wenn der Hotelier z.B. seine Zimmer an einem bestimmten Wochenende günstiger verkaufen will, muss er nicht unbedingt Gutscheine versteigern.Er reduziert einfach den Preis im Vergleichsportal so lange bis er oben steht.
    Scheint immerhin besser zu sein als Groupon. Hoffentlich auch kundenfreundlicher.

  4. <p>Das Modell finde ich...
    Das Modell finde ich interessant und doch irgendwie merkwürdig.
    Wo ist denn jetzt der Unterschied zu Groupon oder Dailydeal? Der Auktionsmechanismus? Bei ebay kann ich auch Hotelaufenthalte ersteigern. Auch zum Festpreis! Und wo ist das Geschäftsmodell für topdeals? 25% Anteil an den Gutschein-Umsätzen? Man darf gespannt sein wie das 100 Leute ernähren und 100 Mio. Dollar Umsatz generieren soll. Wir drücken die Daumen!

  5. Das Konzept für einen solchen...
    Das Konzept für einen solchen Dienst liegt bei mir auch schon seit längerem in der Schublade. Mit dem Start von „Groupon Now!“ dürfte es in dem Segment allerdings langsam eng werden…
    Ich wünsche Dirk und Jens auf jeden Fall viel Erfolg mit der Plattform.

  6. Scheint eine Menge auf der...
    Scheint eine Menge auf der Seite los zu sein. Aktuell ist die nämlich nicht zu erreichen.

  7. man muss nur wissen wie...
    man muss nur wissen wie geht….

  8. Glückwunsch zum Start -...
    Glückwunsch zum Start – ebenfalls online gegangen sind wir am Wochenende mit http://www.justmydeals.de! Wir aggregieren Deals und kategorisieren diese nach den Interessen der Nutzer – keine Newsletterfluten mehr – nur noch Deals, die einen interessieren. Schaut doch mal vorbei!

  9. Wir beobachten Live-, Club-...
    Wir beobachten Live-, Club- und Groupshopping nuch auch schon die letzten Jahre und bin einer ähnlichen Meinung wie Sarah von Groupon. Ich bin mir nicht sicher wieso sich Kunde X für TopDeals statt DailyDeal entscheiden soll (mehr Zeitaufwand bei bieten, keine Sicherheit im Preis und höhere Preise?)
    Werde die Sache aber sich im Auge behalten! ;)

  10. Man wird das Gefühl nicht los...
    Man wird das Gefühl nicht los das der größte Restplatz vermarkter Ströer selber ist. Laut Internetworld sollen dieses Jahr noch 4 Mio. in Plakate investiert werden….

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