Netzwirtschaft

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30 Milliarden für Google, 780 Milliarden für die Welt – wie viel Suchmaschinen wirklich wert sind

| 5 Lesermeinungen

Suchmaschinen wie Google bringen nicht nur dem Betreiber viel Geld, sondern nutzen auch der Volkswirtschaft. In Deutschland schaffen die Suchmaschinen einen Wert von 42 Milliarden Dollar in einem Jahr.

Eine Milliarde Mal am Tag fragen die Internetnutzer in aller Welt Google um Rat. Das bringt Google – aufs Jahr hochgerechnet – rund 30 Milliarden Dollar Umsatz und mehr als 8 Milliarden Dollar Gewinn. Doch der volkswirtschaftliche Nutzen der Suchmaschinen, auf die etwa ein Zehntel der gesamten Internetzeit entfällt, ist weit höher. Unternehmen suchen nach Informationen für ihr Geschäft; Privatpersonen den günstigsten Preis für ein Produkt, und Online-Händler lotsen mit Hilfe der Suchmaschinen viele Kunden auf ihre Seiten. Zusammengerechnet beträgt der Wert, den Suchmaschinen zum Sozialprodukt der Welt beitragen, 780 Milliarden Dollar, hat die Unternehmensberatung McKinsey errechnet. Größter Profiteur sind die Vereinigten Staaten, in denen die Suche 242 Milliarden Dollar an Werten generiert, während in Deutschland etwa 42 Milliarden Dollar zusammenkommen.

Die meisten Studien haben sich bisher auf drei Effekte der Internetsuche beschränkt: Zeitersparnis, höhere Preistransparenz und steigendes Bewusstsein. „Nach unserer Forschung wird damit der wahre Wert aber unterschätzt, weil es zusätzliche Quellen für Werte gibt“, schreiben die Berater. Zu diesen zusätzlichen Wertequellen gehören Informationen, die per Suche gefunden werden, oder die Möglichkeit, dass auch Nischenprodukte auffindbar sind, was eine Produktion erst rentabel macht. Per Suche seien auch Menschen mit der gewünschten Qualifikation oder dem entsprechenden Profil findbar. Auch neue Geschäftsmodelle oder der leichte Zugang zu Unterhaltungsangeboten wie Youtube-Videos seien wertsteigernd, heißt es in der Studie.

Für den Handel haben die Berater den Wert der Suchmaschinen auf 2 Prozent des Handelsvolumens in Industrieländern und 1 Prozent in Entwicklungsländern geschätzt, was allein in den Vereinigten Staaten rund 60 Milliarden Dollar ausmacht. Die Suche spielt eine größere Rolle, als es die reinen Online-Handelsumsätze vermuten lassen. Der Grund liegt im sogenannten Ropo-Effekt, der für „Research online – Purchase offline“ steht und übersetzt „Recherchiere im Netz – kaufe im Laden“ steht. Viele Verbraucher informieren sich im Internet über ein Produkt und fällen eine Kaufentscheidung, erwerben das Produkt schließlich aber doch im stationären Laden. Das auf diese Weise zustande gekommene Handelsvolumen übertrifft in vielen Ländern sogar den eigentlichen Online-Handel.

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Produktivitätsgewinne für Wissensarbeiter in Unternehmen werden auf insgesamt 117 Milliarden Dollar geschätzt. Diese Wissensarbeiter nutzen im Durchschnitt etwa 12 Prozent ihrer Arbeitszeit für die Suche im Internet. In allen Ländern nehme der Anteil der Wissensarbeiter in Unternehmen zu.

Für Privatpersonen, die im Netz zum Beispiel nach den günstigen Produkten, den schnellsten Wegen oder den besten Ärzten suchen, wurde der Wert einer Suchmaschine auf 20 Dollar je Monat taxiert. Zum Beispiel sind die Preise für Produkte im Internet nach McKinsey-Berechnung etwa 10 Prozent günstiger als im stationären Handel. Die Suche im Internet spart im Jahr etwa 10 bis 20 Stunden Recherchezeit, die sonst in stationären Läden erfolgen müsste.

Suchmaschinen schaffen auch Raum für neue Geschäftsmodelle. Preisvergleichsmaschinen, die viele Angebote für Produkte miteinander vergleichen und in eine Reihenfolge bringen, schaffen im Internet eine Preistransparenz, die es im stationären Handel nicht gibt. Werden alle Werte für Privatpersonen und Unternehmen zusammengezählt, kommen die Berater auf die etwa 780 Milliarden Dollar, die naturgemäß nur eine Schätzung und keine exakte Berechnung sein können.

Die Art, wie Suchmaschinen genutzt werden, wandelt sich allerdings schnell. In den vergangenen drei Jahren hat die Suche in sozialen Netzwerken wie Facebook stark an Bedeutung gewonnen, während Lesezeichen, die Direkteingabe einer Internet-Adresse oder die Nutzung der Suche auf einer Portalseite wie T-Online erheblich an Bedeutung verloren hat. Auch werden nicht alle Betreiber von Suchmaschinen automatisch reich. Microsoft verliert mit seiner Suchmaschine Bing jedes Jahr mehr als eine Milliarde Dollar und andere Unternehmen wie Yahoo sind schon ganz aus dem Suchmaschinenmarkt verschwunden.

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5 Lesermeinungen

  1. Super Artikel. Für mich eine...
    Super Artikel. Für mich eine völlig neue Sichtweise. Die schaffen enorme Werte. Danke für den Einblick.

  2. Interessanter Beitrag. Bleibt...
    Interessanter Beitrag. Bleibt die Frage, wie viele Marktanteile jetzt die sozialen Netzwerke wie Facebook dem Marktführer Google wegschnappen. Gut möglich, dass Google eines Tages ins Hintertreffen gerät. Ausgeschlossen ist das Meinung nach nicht. So schnell ändern sich die Trends…

  3. Interessanter Beitrag. Bleibt...
    Interessanter Beitrag. Bleibt die Frage, wie viele Marktanteile jetzt die sozialen Netzwerke wie Facebook dem Marktführer Google wegschnappen. Gut möglich, dass Google eines Tages ins Hintertreffen gerät. Ausgeschlossen ist das Meinung nach nicht. So schnell ändern sich die Trends…

  4. Naja, wenn es denn einen gibt,...
    Naja, wenn es denn einen gibt, der das bezahlt ;-)
    Aber ich glaube, das hatten wir schon mal, das mit der Überbewertung – mein Unternehmen ist auch 1 Million EURO wert – sag ich einfach mal.

  5. Die 780 Milliarden Dollar...
    Die 780 Milliarden Dollar beziehen sich aus der Tatsache das toolbars und bookmarks out sind?
    Googlen gehört zum Standardwerkzeug jedes PC-Maschinisten, der eine mehr, der andere weniger. Aber nicht jede Suchanfrage ist eine kleiner Quantensprung im gesamtmenschheitlichen Erkenntnisgewinn.
    Ein Drittel sind ‚Navigational Searches‘ das bedeutet das ein user nur etwas sucht was er eh schon kennt, z.B. facebook.de. Dieses Ziel würde er auch ohne Suchmaschine schaffen.
    10% sind ‚Transactional Searches‘, User suchen ein bestimmtes Ziel (z.B. ein bestimmtes Produkt), aber egal über welchen Händler (meist dann den billigsten)
    Nur 40% sind wirklich ‚Informational Searches‘ (und anderes), aber eben auch nicht immer nach kaufbares sondern auch Triviales (Öffnungszeiten, Telefonnummern, Anfahrten etc)

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