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Die Digitalisierung erfasst immer mehr Lebensbereiche. Wie sie sich auf Menschen und Märkte auswirkt, beleuchtet das Netzwirtschaft-Blog auf FAZ.NET.

"Das Internet wird Werbemedium Nummer 1"

| 6 Lesermeinungen

Die Online-Werber sind bester Stimmung. In diesem Jahr werden die Unternehmen in Deutschland rund 3,5 Milliarden Euro für die Werbung im Netz ausgeben. Bis zum Jahr 2015 könnten 30 Prozent der gesamten Medienzeit auf das stationäre und mobile Internet entfallen. Dann könnte das Netz seinen Anteil am gesamten Werbemarkt von heute 17 auf 27 Prozent ausgebaut haben, erwartet Marc Ziegler vom Mediencluster NRW.

Die Online-Werber, die sich in der vergangenen Woche in Köln zur Werbemesse Dmexco trafen, waren bester Stimmung. Trotz Eurokrise und Rezessionsgefahr wächst die Werbung im Internet ungebremst weiter. In diesem Jahr werden die Unternehmen in Deutschland rund 3,5 Milliarden Euro für die Werbung im Netz ausgeben, etwa 16 Prozent mehr als im Vorjahr, erwartet der Bundesverband Digitale Wirtschaft. Bis zum Jahr 2015 könnten 30 Prozent der gesamten Medienzeit auf das stationäre und mobile Internet entfallen. Dann könnte das Netz seinen Anteil am gesamten Werbemarkt von heute 17 auf 27 Prozent ausgebaut haben, sagte Marc Ziegler vom Mediencluster NRW der FAZ: „Das Internet wird Werbemedium Nummer 1“.  Er erwartet mindestens 10 Prozent Wachstum in jedem Jahr.

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Gemeinsam mit der Beratungsgesellschaft Arthur D. Little und anderen hat Ziegler die Entwicklung der Werbemärkte bis 2015 untersucht. In einer Umfrage waren sich die mehr als 200 befragten Fachleute aus der gesamten Werbebranche einig, dass die Digitalisierung der Werbemärkte erst am Anfang steht. Die zunehmende Nutzung digitaler Geräte, der rasante technische Fortschritt, zum Beispiel in der Analyse der stetig steigenden Datenmengen, und die damit verbundenen Effizienzsteigerungen werden die Gewichte am Werbemarkt weiterhin kräftig verschieben.

Als Wachstumsmärkte gelten vor allem das mobile Internet, das von der schnellen Verbreitung der Smartphones und Tabletcomputer profitiert, und das Fernsehen. Mehr als 80 Prozent der Befragten erwarten ein Zusammenwachsen von Fernsehen und Internet auf einem Bildschirm. Der größte Fortschritt in der Werbetechnik liegt nach Ansicht der Befragten in der Messbarkeit der Werbewirkung. „Customer Journey Analyse“ heißt ein Stichwort, um die Reise der Nutzer durch das Web und die Berührungspunkte mit der Marke oder dem Produkt zu identifizieren. Wer diese Punkte kennt, kann die Werbemittel gezielt einsetzen. Realtime-Bidding ist ein weiterer Megatrend. Dabei werden Werbeplätze in dem Sekundenbruchteil versteigert, in dem ein Nutzer von einer Seite auf eine andere Seite wechselt. Ist ein Nutzer zum Beispiel auf der Suche nach einem Auto, können BMW, Mercedes oder Volkswagen um den attraktivsten Werbeplatz in dieser „Customer Journey“ bieten. Das Ganze geschieht automatisch, meist in riesigen Werbenetzwerken. Unter den Werbeformen werden den Ausgaben für Social Media die größten Zuwächse zugetraut, gefolgt von lokaler Werbung.

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„Der Klick ist die falsche Währung für die Werbung“

Carolyn Everson, Werbechefin von Facebook
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Die Entwicklung könnte allerdings die Dominanz der amerikanischen Internetunternehmen auf dem deutschen Markt weiter erhöhen. Google hat mit seiner Suchmaschine schon einen Anteil von rund 60 Prozent am Online-Werbemarkt und will nun auch die grafische Werbung kräftig ausbauen. Facebook wird nach Branchenschätzungen in diesem Jahr rund 200 Millionen Euro Umsatz mit grafischer Werbung in Deutschland erzielen – und sich damit vor Vermarkter wie United Internet oder Interactive Media setzen. Werden die Werbeumsätze der Branchengrößen wie Google, Facebook, Microsoft, Yahoo und Ebay zusammengezählt, liegen etwa drei Viertel des Marktes in der Hand der Amerikaner.

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6 Lesermeinungen

  1. Übrigens, der überflüssige...
    Übrigens, der überflüssige Quatsch heißt:
    R e k l a m e

  2. <p>Realtime Bidding ist...
    Realtime Bidding ist zurecht wird zurecht als Megatrend bezeichnet. Sehr viele Unternehmen setzen mittlereile auf hochanspruchsvolle Realtime-Bidding-Technologien.

  3. Das heißt es immer Werbung...
    Das heißt es immer Werbung sei tod, aber jedes Jahr bekommt man neue bessere Zahlen.

  4. Ach ja, Werbung. Wöchentlich...
    Ach ja, Werbung. Wöchentlich ein dicker, in Plastik eingeschweißter Prospekt eines Supermarktes. Alle Hausbewohner nehmen ihn sofort aus dem Briefkasten, und legen ihn auf einen Stapel auf der Treppe, zum Verdruss des Hausmeisters, der das dann entsorgt. Ein Kabelnetzanbieter sendet mir monatlich, ich glaube, den selben Prospekt per Briefpost zu. Ich weiß es nicht, er wandert inzwischen ungelesen in den Müll. Onlinewerbung schluckt der Adblocker – mich nervt einfach das Geblinke, Aufgepoppe und ins Bild Fahrende ungemein. Wenn ich gerade im Netz einer Geschichte folge, oder etwas recherchiere, dann möchte ich das nicht haben. Es bringt sowieso nichts, ich habe in meinem Leben vielleicht auf 3 Werbebanner geklickt, und auch da nichts gekauft. Es ist nicht so, dass ich kein Geld ausgebe, durchaus nicht. Aber der Impuls, etwas zu kaufen, kommt aus meinem eigenen Leben heraus. Entweder ich las etwas (sachliche Information, Test, etc.) über ein Produkt und dachte, das wäre doch was, das könnte ich gebrauchen. Oder ich denke mir selbst, ich bräuchte ein x, oder ob es wohl so etwas wie y gibt, und dann recherchiere ich und bin neugierig. Leider macht das oft keinen Spaß, denn auf der Seite des Herstellers werde ich meist nur von weiterer Werbung überfallen, und die gesuchten Daten sind irgendwo versteckt, oder gar nicht vorhanden. In solchen Fällen habe ich schon aus Ärger auf Käufe verzichtet oder bin zur Konkurrenz gewandert. Jedenfalls scheine ich relativ werbeimmun zu sein, denn ich stelle auch oft an mir fest, dass gerade besonders penetrant beworbene oder gehypte Produkte in mir eher besonderen Unwillen erregen. Dagegen freue ich mich, wenn ich durch eigenes Suchen schließlich auf ein Produkt, oder Informationen darüber, stoße, das so ist wie ich es mir vorstelle, aber bischen versteckt war und schwierig zu finden – vielleicht Reste eines Jäger-und-Sammlertriebs. Jedenfalls liegt mir viel daran, dass ich nur auf Produktinformationen stoße, wenn ich wirklich aktiv danach suche, dann aber bitte sachlich und ausführlich. Alles andere empfinde ich als sinnlos. In solche Suchen investiere ich aber dann auch Zeit. Was ich gar nicht haben kann, ist wenn sich Schnickschnack ungefragt in mein Gesichtsfeld drängt, sich auf meinen Bildschirm schmuggelt oder aus der Zeitung fällt, denn ich finde das aufdringlich und unsympathisch, und die Produkte sprechen mich so erst recht nicht an. Auch wenn ich bei Google nur einen Begriff suche, und das erste was kommt, sind Produkte/Hersteller, die auch so heißen oder irgendwie damit zu tun haben, ärgere ich mich. Es gibt mehr auf der Welt als Shopping! TV-Werbung schaue ich auch garnicht, und Plakate in der Stadt nur ziemlich befremdet.
    Eigentlich müsste der Markt das ja sein: eine riesige neutrale und übersichtliche Datenbank, am besten von Stiftung Warentest, und dann vergleicht und verfeinert man eben. Aber der Markt gleicht eher einem unübersichtlichen Ort, Marktschreier kommen auf mich zu, blenden mich, und brüllen mir ins Gesicht, andere verstecken sich hinter dem Baum, andere sind gar nicht da und kommen morgen wieder, es wird gelogen, übertrieben, alle kauen einem das Ohr ab mit Labersprache, und oft hat man das Gefühl, die Leute haben selbst gar keine Ahnung von dem, was sie verkaufen, lässt man sich auf ein solches „Gespräch“ mal wirklich ein.
    Was mich bischen wundert, ist, dass es scheinbar nur mir so geht, denn die Werbung floriert und scheint zu funktionieren. Klickt ihr echt auf diese Banner, guckt ihr diese Spots, und kauft euch dann diese Sachen?

  5. Denken Sie manchmal noch an...
    Denken Sie manchmal noch an Second Life?

  6. <p>Interessanter Artikel mit...
    Interessanter Artikel mit vielen Fakten…sollte zum Nachdenken anregen….

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