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Die Digitalisierung erfasst immer mehr Lebensbereiche. Wie sie sich auf Menschen und Märkte auswirkt, beleuchtet das Netzwirtschaft-Blog auf FAZ.NET.

Pianomedia expandiert nach Polen – kommt die Zukunft des Paid Contents aus der Slowakei?

| 2 Lesermeinungen

Verlage suchen schon lange nach dem Stein der Weisen, wenn sie Nutzer dazu bringen wollen, Geld für Inhalte im Netz zu zahlen. Seit gut anderthalb Jahren bietet ein slowakisches Unternehmen nun seine verlags- und medienübergreifende Bezahlschranke an und expandiert nun zum zweiten Mal.

Tomas Bella ist selbstbewusst, wenn er auf seine Erfindung mit dem Namen Piano schaut. “Ich denke, was wir gefunden haben, ist der derzeit definitiv beste Weg, um Menschen für Inhalte im Internet Geld in Rechnung zu stellen”, sagte der ehemalige slowakische Journalist Mitte Januar im Gespräch mit der F.A.Z.

Um zu erreichen, das Menschen im Internet für Medieninhalte zahlen, hat Bella ein Abosystem entwickelt, das verlags- und medienübergreifend funktioniert. Die Kunden registrieren sich bei Piano und zahlen dafür einmalig eine Wochen-, Monats- oder Jahresgebühr. Die teilnehmenden Medien integrieren dann auf ihren Internetauftritten eine Anmeldefunktion. Wenn sich ein Piano-Kunde dort einloggt, kann er auf spezielle Bezahlinhalte zugreifen. Die Verteilung der Abogebühren folgt nach einem Schlüssel. 40 Prozent fließen an das Medium, für das sich der Kunde als Startseite entscheidet, 30 Prozent gehen an die anderen teilnehmenden Medienhäuser, 30 Prozent kassiert Pianomedia. Für die teilnehmenden Verlage entstehen keine weiteren Kosten.

Gestartet ist Piano vor gut einem Jahr auf dem Heimatmarkt Slowakei, im Januar erfolgte die Expansion nach Slowenien. Von diesem Mittwoch an ist Piano nun auch in Polen vertreten. Sieben Medienhäuser mit insgesamt 42 verschiedenen Zeitungen und Magazinen machen mit. Unter den Verlagen sind auch international agierende Gruppen wie Ringier Axel Springer, Mecom und die Verlagsgruppe Passau, die in Deutschland hinter der Passauer Neuen Presse steht. Der Wochenpreis beträgt in Polen umgerechnet 2,37 Euro, der Monatspreis 4,70 Euro und die Jahrespauschale 47 Euro. Im August gibt es zunächst eine kostenfreie Testphase, im September will Pianomedia dann die ersten zahlenden polnischen Kunden akquirieren.

Die Expansion nach Polen soll nicht das Ende sein. Anfang des Jahres sagte Piano-Gründer Bella schon, dass er noch in diesem Jahr in einen westeuropäischen Markt vorstoßen wolle. Mit dem Schritt nach Polen wird er nun zumindest erst einmal prüfen können, ob sein System auch auf einem größeren Markt funktioniert. In Polen gibt es 19 Millionen Internetnutzer unter der 38 Millionen Köpfe großen Bevölkerung.

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2 Lesermeinungen

  1. Moin, genau so eine Sache...
    Moin, genau so eine Sache könnte ich gebrauchen, um mit meinem content auch Geld zu verdienen. Leider schade ich mir als User aber auch. Es gibt aber immer Lücken im System

  2. Hallo Martin,
    an sich eine...

    Hallo Martin,
    an sich eine interessante Idee … Der Proof of Concept liegt bereits für die Slowakei und Slowenien vor … Ob weitere Erfolge in Polen oder einem anderen … vermutlich größeren … westeuropäischen Land verbucht werden können, wird eine Frage der Quantität und Qualität der Medienhäuser im jeweiligen Land sein.

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