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Sicherheitsanbieter AVG: „Wir sind zu leichtfertig mit Smartphones“

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Vorstandsvorsitzender Gary Kovacs sieht mobile Geräte als immer attraktiveres Ziel für Hacker - auch wenn es bislang noch keine ganz großen Attacken gegeben hat.

© AVGGary Kovacs

Gary Kovacs lebt von der Angst seiner Kunden. Der Vorstandsvorsitzende des auf Sicherheitsprogramme spezialisierten niederländischen Softwareunternehmens AVG Technologies NV formuliert es selbst freilich lieber anders und sagt, sein Geschäftsmodell sei der Schutz vor Bedrohungen. Aber Kovacs gibt zu, dass Angst eine Rolle spielt, und wenn es nach ihm geht, sollten sich die Menschen viel mehr Sorgen machen als sie das heute tun. Das gelte vor allem bei der Nutzung von Smartphones. „Der größte Fehler, den Menschen heute mit Blick auf ihre Sicherheit machen, ist die Annahme, dass mobile Geräte nicht gefährdet sind,“ sagt Kovacs im Gespräch mit dieser Zeitung. Das Bewusstsein für Bedrohungen ist nach seiner Meinung bei der Nutzung eines klassischen Personalcomputers viel ausgeprägter: „Wenn wir einen Laptop öffnen, denken wir viel mehr an die Gefahren und sichern uns ab. Bei Smartphones sind wir leichtfertiger.“ Kovacs nimmt sich selbst nicht aus. So habe er unlängst festgestellt, dass er auf seinem iPhone bei 48 Anwendungen („Apps“) den Ortungsdienst aktiviert habe, ohne ihn in den meisten Fällen zu brauchen.

Das mangelnde Sicherheitsbewusstsein führt Kovacs darauf zurück, dass es bislang im Zusammenhang mit mobilen Geräten noch keinen „Tsunami“ gegeben habe, womit er eine schlagzeilenträchtige Hacker-Attacke meint, wie sie traditionelle PCs schon oft ereilt hat. Kovacs will sich nicht festlegen, wann er mit einem solchen Tsunami rechnet. Aber schon heute würden Smartphones oft genug Ziel von Schadsoftware und unerwünschter Werbung (Spam), und die Geräte würden für Hacker immer attraktiver. „Wir fangen jetzt erst in großem Stil an, die Smartphones für Dinge zu nutzen, die wir vorher auf PCs gemacht haben, wie zum Beispiel Einkaufen im Internet.“

AVG vertreibt seine Sicherheitsprogramme vor allem an Endverbraucher und kleinere Unternehmen. Das Geschäft mit großen Unternehmen überlässt Kovacs Wettbewerbern wie Symantec oder dem zum Halbleiterkonzern Intel gehörenden Anbieter McAfee. AVG gibt Basisversionen seiner Sicherheitsprogramme gratis ab und verlangt Gebühren für Premiumangebote mit mehr Funktionen. Insgesamt hatte AVG zuletzt 155 Millionen Nutzer, wobei Kovacs nicht verrät, wie viele davon zahlende Kunden sind. 44 Millionen Nutzer haben AVG-Anwendungen für mobile Geräte wie das iPhone oder Smartphones mit dem Betriebssystem Android heruntergeladen. Das an der New Yorker Börse notierte Unternehmen hat seinen Umsatz im vergangenen Jahr um 31 Prozent auf 356 Millionen Dollar gesteigert und dabei einen Nettogewinn von 46 Millionen Dollar ausgewiesen. Der Aktienkurs hat sich in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdoppelt.

AVG bietet nicht nur Software zur Bekämpfung von Bedrohungen wie Viren und Spam an, sondern auch Produkte, die Verbrauchern beim Schutz ihrer Privatsphäre im Internet helfen sollen. So kündigte das Unternehmen kürzlich ein Programm an, das Verbrauchern ermöglichen soll, ihre Privatsphäreeinstellungen über verschiedene soziale Netzwerke hinweg zu verwalten. Ähnlich wie bei Hacker-Angriffen ist nach Meinung von Kovacs auch beim Datenschutz die Sensibilisierung der Menschen stark von öffentlichkeitswirksamen Ereignissen abhängig. So dürfte die Affäre um Datenschnüffeleien des amerikanischen Geheimdienstes NSA das Bewusstsein vieler Menschen mit Blick auf Privatsphäre wieder geschärft haben. „Das war vielleicht kein Tsunami, aber bestimmt ein tropischer Sturm,“ sagt Kovacs.

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1 Lesermeinung

  1. Jemand der sein Geld mit Anti VIren Softwaren verdient, erklärt uns die Welt....
    „„Der größte Fehler, den Menschen heute mit Blick auf ihre Sicherheit machen, ist die Annahme, dass mobile Geräte nicht gefährdet sind,“ sagt Kovacs im Gespräch mit dieser Zeitung.“

    Der grösste Fehler, den Menschen heute machen, bzw den sie schon seit Menschen Gedenken machen, ist es die eigene Dummheit zu unterschätzen.

    Der Rest folgt daraus. Der GANZE Rest übrigens……

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