<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Netzwirtschaft</title>
	<atom:link href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog</link>
	<description>Das Internet ist ein Wirtschaftsmotor.</description>
	<lastBuildDate>Wed, 22 May 2013 08:57:01 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	
		<item>
		<title>Facebook ein Jahr nach dem Börsengang: Die Unentbehrlichkeit ist dahin</title>
		<link>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/05/18/facebook-ein-jahr-nach-dem-borsengang-die-unentbehrlichkeit-ist-dahin-3455/</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/05/18/facebook-ein-jahr-nach-dem-borsengang-die-unentbehrlichkeit-ist-dahin-3455/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 18 May 2013 13:32:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rolfaz</dc:creator>
		
		<guid isPermaLink="false">http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/?p=3455</guid>
		<description><![CDATA[<p>Das soziale Netzwerk versucht mit aller Macht, die Werbeumsätze zu erhöhen und riskiert, Nutzer zu vergraulen. Die begeistern sich ohnehin für neue Konkurrenten. <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/05/18/facebook-ein-jahr-nach-dem-borsengang-die-unentbehrlichkeit-ist-dahin-3455/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/author/rolfaz/">rolfaz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog">Netzwirtschaft</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht etwas kleinlauter, aber keineswegs bescheiden: So präsentiert sich das soziale Netzwerk Facebook ein Jahr nach dem verpatzten Börsengang. Facebook hat nie einen Hehl daraus gemacht, sich das Wall-Street-Debüt am 18. Mai 2012 anders vorgestellt zu haben. Man sei „natürlich enttäuscht“, und es sei eine „Lernerfahrung“ gewesen, hieß es rückblickend von Top-Managern wie Finanzvorstand David Ebersman oder Chief Operating Officer Sheryl Sandberg, die das Tagesgeschäft führt. Andererseits zeigt sich die Facebook-Spitze aber überzeugt, dass die Finanzmärkte mit ihrem Urteil falsch liegen: „Wir sind heute in besserer Verfassung als vor dem Börsengang,“ sagte Sandberg kürzlich im Interview mit der F.A.Z. Und seinen Hang zur Anmaßung, den Facebook beim Börsengang mit einem hohen Ausgabepreis der Aktien demonstrierte, hat sich das Unternehmen bis heute erhalten. Er zeigt sich im neuen Softwarepaket „Home“, dem die Annahme zugrunde liegt, dass Smartphone-Besitzer Facebook eine noch viel prominentere Rolle auf ihren Geräten geben wollen bisher schon &#8211; eine Fehlkalkulation, wie die bisherige Resonanz auf „Home“ nahelegt.</p>
<p>Seit den turbulenten Anfangsmonaten ist für Facebook an der Börse etwas Ruhe eingekehrt. Die Aktien kamen vor einem Jahr für 38 Dollar an die Börse, deutlich teurer als mit der ursprünglichen Preisspanne von 28 bis 35 Dollar avisiert. In der Hoffnung auf einen guten Start wurde wenige Tage vor dem Börsengang noch die Zahl der angebotenen Aktien deutlich aufgestockt. Den ersten Handelstag beendete die Facebook-Aktie dann aber nur minimal im Plus, und auch das nur dank Stützungskäufen der Konsortialbanken. Danach ging es rasant bergab. Zweifel am Geschäftsmodell und die Sorge, dass nach dem Ablauf von Haltefristen Altaktionäre ihre Anteile abstoßen, ließen den Kurs bis zum September auf weniger als 18 Dollar fallen. Seither hat sich die Aktie stabilisiert, der gegenwärtige Kurs von 26,25 Dollar ist aber noch immer weit vom Ausgabepreis entfernt. Facebook hat sich außerdem seit Jahresbeginn deutlich schlechter geschlagen als die Technologiebörse Nasdaq.</p>
<p>Facebook versucht, die Finanzmärkte zu überzeugen, dass die gewaltige Nutzergemeinde von mehr als einer Milliarde Mitgliedern eine Goldgrube ist. Seit dem Börsengang wurden immer neue Werbeformate auf Facebook eingeführt, und immer neue Methoden, Anzeigen möglichst zielgenau auf die einzelne Mitglieder abzustimmen. Insbesondere fing Facebook an, in großem Stil Werbung auf Smartphones und Tabletcomputern zu zeigen. Das galt zum Zeitpunkt des Börsengangs als wunder Punkt, denn bis dato wurde trotz rasant wachsender mobiler Facebook-Nutzung mit diesen Geräten kaum Geld gemacht. Allgemein hat Facebook sein äußeres Erscheinungsbild im Vergleich zu vor einem Jahr kräftig geändert. Das Design der zentralen „Neuigkeiten“-Leiste wurde überarbeitet, laut Facebook um die Seite attraktiver für Nutzer zu machen, aber sicher auch mit dem Gedanken, Anzeigen besser zur Geltung zu bringen. Zudem experimentiert Facebook auch mit ganz neuen Geschäftsfeldern wie Online-Handel und animiert dabei seine Nutzer, sich gegenseitig Geschenke zu kaufen.</p>
<p>Der in dieser Woche 29 Jahre alt gewordene Vorstandsvorsitzende Mark Zuckerberg kann auf einige zählbare Erfolge seit dem Börsengang verweisen: Facebook hat wiederholt solide, wenn auch nicht spektakuläre Quartalsergebnisse vorgelegt. Das Geschäft auf mobilen Geräten macht Fortschritte und stand zuletzt schon für 30 Prozent des gesamten Werbeumsatzes.</p>
<p>Aber es bleiben genug Zweifel an den Wachstumsperspektiven: So stellt sich die Frage, wie viel zusätzliche Werbung Facebook seinen Nutzern noch zumuten kann, ohne sie zu vergraulen. Facebook kontert, die Kunst liege darin, die Anzeigen so relevant zu machen, dass sie aus Nutzersicht auf der Seite genauso willkommen sind wie Fotos und andere Inhalte aus dem Freundeskreis. Kritiker wie Analyst Richard Greenfield von der Investmentbank BTIG meinen indessen, Facebook schlage genau den entgegengesetzten Weg ein, und die Qualität der Werbung verschlechtere sich. So fehlt nach Beobachtung von Greenfield heute in den Anzeigen immer häufiger ein Bezug zum Kontaktnetz, also zum Beispiel ein Verweis, dass einem Freund ein bestimmtes Produkt gefällt. Facebook hat Anzeigen mit solchem sozialen Kontext vor einiger Zeit noch als „Eckpfeiler“ in seiner Werbestrategie beschrieben.</p>
<p>Neue Einnahmequellen jenseits von Werbung sind indes auf absehbare Zeit nicht zu erwarten. So sagte Sandberg in dem Interview, sie halte das Potential anderer Initiativen wie Online-Handel im Vergleich mit Werbung im Moment für begrenzt.</p>
<p>Über all dem schwebt die fundamentale Sorge, ob Facebook seinen Reiz verlieren und aus der Mode kommen könnte. Facebook konnte sich lange auf eine gewisse Unentbehrlichkeit verlassen: Es fällt schwer, Facebook fernzubleiben, wenn der ganze Freundeskreis ständig auf der Seite ist. Aber mittlerweile sorgen immer mehr andere, spezialisiertere Dienste von Whatsapp (Kurznachrichten) über Snapchat (Fotos) bis Tumblr (Blogs) gerade bei einem jüngeren Publikum für Furore. Facebook kann heute froh sein, den immens populären Fotodienst Instagram gekauft zu haben, und das Unternehmen ist offenbar weiter auf Einkaufstour, wie das angebliche Interesse an der Übernahme des Navigationsspezialisten Waze nahelegt. Facebook gibt sich demonstrativ gelassen und sagt, die Konkurrenz sei kein Nullsummenspiel, und es gebe Platz für verschiedene soziale Netzwerke. Jüngere Mitglieder gehörten weiter zu den aktivsten auf Facebook. Das Unternehmen meldete außerdem bis zuletzt insgesamt steigende Nutzerzahlen.</p>
<p>Der offenbar laue Zuspruch für „Home“ lässt freilich vermuten, dass viele Nutzer Facebook auf Distanz halten wollen. „Home“ ist eine Software, die dafür sorgt, dass Facebook-Dienste den Bildschirm von Smartphones mit dem Google-Programm Android beherrschen und die gewohnten Anwendungen dafür in den Hintergrund fallen. Seit dem Start vor gut einem Monat wurde „Home“ rund eine Million Mal heruntergeladen, verglichen mit der Größe der Facebook-Gemeinde eine überschaubare Zahl. In Amerika und auch in Deutschland findet sich „Home“ heute nicht einmal mehr unter den 300 am häufigsten heruntergeladenen Anwendungen der Android-Vertriebsplattform „Google Play“. Und die Kritiken sind vernichtend: In mehr als der Hälfte aller Einträge bekommt „Home“ die schlechtestmögliche Bewertung von einem Stern. Ein typischer Kommentar: „Wenn Du ein Facebook-Junkie bist, ist das Deine Anwendung. Normalen Menschen geht es extrem auf die Nerven.“</p>
<p>Folgen Sie mir auf <a rel="nofollow" href="https://twitter.com/RolLindner">Twitter</a></p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/author/rolfaz/">rolfaz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog">Netzwirtschaft</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/05/18/facebook-ein-jahr-nach-dem-borsengang-die-unentbehrlichkeit-ist-dahin-3455/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der nächste Schritt auf dem Weg zum faireren Handy</title>
		<link>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/05/15/der-nachste-schritt-auf-dem-weg-zum-fairen-handy-3445/</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/05/15/der-nachste-schritt-auf-dem-weg-zum-fairen-handy-3445/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 15 May 2013 08:16:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>faz-gropp</dc:creator>
		
		<guid isPermaLink="false">http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/?p=3445</guid>
		<description><![CDATA[<p>Die niederländische Initiative Fairphone startet mit dem Vorverkauf eines nachhaltiger produzierten internetfähigen Mobiltelefons. Für die Macher ist es nur eine  erste Etappe zu einer gerechteren Welt.  <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/05/15/der-nachste-schritt-auf-dem-weg-zum-fairen-handy-3445/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/author/faz-gropp/">faz-gropp</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog">Netzwirtschaft</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Seit drei Jahren arbeitet die niederländische Initiative <a rel="nofollow" href="http://www.fairphone.com/">Fairphone</a> nun schon an einem internetfähigen Mobiltelefon, das aus nachhaltiger geförderten Rohstoffen besteht wird. Nachdem sie mehr als 15.500 Interessenten gefunden hatte, hat die  Initiative nun den nächsten Schritt getan: Seit Dienstagabend können potentielle Kunden das Smartphone vorbestellen. Es soll mit dem Android-Betriebssystem des Konzerns Google laufen, einen Grundspeicherplatz von 16 Gigabyte haben, sowie zwei Kameras mit 8 beziehungsweise 1,3 Megapixeln und wird in etwa so groß wie das Galaxy S III Mini von Samsung. Kostenpunkt des Handys: 325 Euro &#8211; ohne Ladegerät. Weil Fairphone das Ziel hat, so viele Ressourcen wie möglich einzusparen, will die Initiative nur solchen Nutzern für 7,50 Euro ein zusätzliches Ladekabel mit Mini-USB-Anschluss verkaufen, die noch keines haben. Nur wenn bis zum 14. Juni mindestens 5000 Menschen das Handy auch tatsächlich vorbestellen, startet die Produktion.</p>
<div class="ArtikelBild alignright"><div class="MediaLink"><img class="wp-image-3446 " alt="" src="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/files/2013/05/blue_screen_standing_shadow-285x300.png" width="228" height="240" /></div><span class='Bildnachweis'>&copy; Fairphone</span><span class="Bildunterschrift">So soll das Telefon aussehen.</span></div>
<p>Das nachhaltiger produzierte Handy sei mehr als ein Telefon, nämlich vor allem ein Anfang, heißt es in einer Pressemitteilung der Initiative. &#8220;Obwohl wir das Fairphone nicht so fair gestalten konnten, wie wir angestrebt haben, haben wir eine signifikante Anzahl von Eingriffen in die Lieferkette  erreicht, um ein Smartphone zu kreieren, dass Menschen und Werte an erste Stelle stellt.&#8221;</p>
<p>Momentan hat jedes neue Elektrogerät seinen Anteil daran, dass Menschen oder Umwelt leiden. Um die in den Geräten verbauten Metalle wie Coltan, Zinn, Tantal oder Gold zu gewinnen, werden Wälder abgeholzt oder Bewohner zwangsumgesiedelt. 20 bis 60 verschiedene Metalle oder Rohstoffe sind in einem modernen Smartphone verbaut, schätzen Experten. Und in den Abbaugebieten in Afrika, Südamerika oder Asien arbeiten die Menschen zu Niedriglöhnen, genauso wie in chinesischen oder vietnamesischen Fertigungsstätten von Unternehmen wie dem Apple-Zulieferer Foxconn, der in der Vergangenheit mehrfach wegen seiner Arbeitsbedingungen in die Kritik geraten war.</p>
<p>Zwar fordern die Vereinten Nationen (UN) inzwischen Unternehmen dazu auf, sich ihrer Sorgfaltspflicht für die gesamte Lieferkette bewusst zu werden und die Kette auch zu überprüfen. Zwar hat die UN-nahe Internationale Arbeitsorganisation ILO mehrere Konventionen zu fairen Arbeitsbedingungen erlassen. Außerdem hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihre &#8220;Leitsätze für multinationale Unternehmen&#8221; ebenfalls den Begriff &#8220;Sorgfaltspflicht&#8221; aufgenommen. Doch hätten alle diese Vereinbarungen, die Lieferkette zu überwachen, ein Problem, erläuterte Friedel Hütz-Adams vom Siegburger Südwind Institut für Ökonomie und Ökumene: Sie seien nicht bindend. &#8220;Die Unternehmen haben die einzelnen Kettenglieder bewusst aus der Hand gegeben, um Kosten zu sparen&#8221;, sagt Hütz-Adams. Für Südwind untersucht er als wissenschaftlicher Mitarbeiter unter anderem die Produktionsbedingungen für Metalle und Kakao. Initiativen wie Fairphone sieht er als &#8220;Zwischenweg, der zeigt, dass es möglich ist, für bessere Produktionsbedingungen einzutreten&#8221;.</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/author/faz-gropp/">faz-gropp</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog">Netzwirtschaft</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/05/15/der-nachste-schritt-auf-dem-weg-zum-fairen-handy-3445/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Acer: &#8220;Microsoft dachte, Windows 8 verkauft sich von selbst“</title>
		<link>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/05/06/acer-microsoft-dachte-windows-8-verkauft-sich-von-selbst-3434/</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/05/06/acer-microsoft-dachte-windows-8-verkauft-sich-von-selbst-3434/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 06 May 2013 11:12:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rolfaz</dc:creator>
		
		<guid isPermaLink="false">http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/?p=3434</guid>
		<description><![CDATA[<p>Das schwache PC-Geschäft hat Acer zwei Jahre Verluste beschert. Präsident Jim Wong setzt nun stärker auf Tablets und Kombinationsgeräte. Er hält auch die Wettbewerber für verwundbar – inklusive Apple. <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/05/06/acer-microsoft-dachte-windows-8-verkauft-sich-von-selbst-3434/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/author/rolfaz/">rolfaz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog">Netzwirtschaft</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div class="ArtikelBild alignnone"><div class="MediaLink"><img class="size-medium wp-image-3436" alt="" src="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/files/2013/05/acer11-300x200.jpg" width="300" height="200" /></div><span class='Bildnachweis'>&copy; Acer</span><span class="Bildunterschrift">Jim Wong, Corporate President von Acer</span></div>
<p>Jim Wong ist in diesen Tagen wieder etwas besser auf den Softwarekonzern Microsoft zu sprechen. Der Präsident des taiwanischen Computerherstellers Acer sagt, er bekomme endlich etwas Unterstützung von Microsoft bei der Vermarktung von Geräten mit dem neuen Betriebssystem Windows 8. So stemme Microsoft einen Teil des Marketingaufwands für einen neuen Acer-Rechner, der am Freitag in New York vorgestellt wurde. Bei der Einführung von Windows 8 im vergangenen Herbst habe Microsoft Acer dagegen kaum unter die Arme gegriffen. Der Grund für den Sinneswandel? „Wir haben alle gemerkt, dass das nicht funktioniert“, sagt Wong im Gespräch mit der F.A.Z. Statt eines erhofften Schubes hat es im Markt für Personalcomputer zuletzt dramatische Absatzrückgänge gegeben, und Acer hat dabei besonders schwach abgeschnitten.</p>
<p>Wong hält Windows 8 keineswegs für schlecht, vielmehr haperte es nach seiner Meinung an der Kommunikation. Microsoft habe für sein erklärungsbedürftiges neues Produkt, das sich radikal von der Vorgängerversion Windows 7 unterscheidet, keine überzeugende Botschaft gehabt: „Im Prinzip hat Microsoft nur gesagt: Hier ist Windows 8. Und weil 8 größer als 7 ist, werden die Leute schon kommen, und es verkauft sich von selbst.“ Stattdessen habe das neue Betriebssystem die Kunden verwirrt. Tatsächlich ist Windows 8 in vielerlei Hinsicht ein Mischprodukt: Die Software hat zwar einerseits ein völlig verändertes Erscheinungsbild, andererseits ist aber ein Wechsel zur gewohnten Oberfläche möglich. Sie erlaubt die Bedienung sowohl mit Berühren des Bildschirms (Touchscreen) als auch mit der Maus. Und sie ist zum Einsatz sowohl auf klassischen PCs wie Laptops und Desktops als auch auf Tabletcomputern konzipiert.</p>
<p>Der Acer-Präsident hat Windows 8 noch nicht aufgegeben, zumal Microsoft sich nach seiner Beobachtung nun mit der Vermarktung mehr anstrengt. So präsentierte Wong in New York unter anderem ein mit Windows 8 betriebenes Laptop mit dem Namen Aspire R7, das sowohl Touchscreen als auch traditionelle Tastatur hat. Dabei kann der Bildschirm über ein spezielles Scharnier nach vorne gezogen oder in der Schwebe gehalten werden, um das Arbeiten mit der Touchscreen weniger umständlich zu machen als bei einem gewöhnlichen Laptop. Das Gerät, das einen Startpreis von 999 Euro hat, kann auch in ein – wenngleich recht klobiges – Tablet verwandelt werden. Wong meint, dass immer mehr Menschen Computer wollen, die sie sowohl durch Bildschirmberührung als auch mit physischer Tastatur bedienen können. „Wir haben in Marktforschungsstudien gesehen, dass die Nutzer heute ganz automatisch den Bildschirm anfassen, wenn sie einen Computer vor sich haben.“ Wong grenzt sich vom Wettbewerber Apple ab, der die Touchscreens bisher nur auf seinem Tabletcomputer iPad und dem iPhone-Handy hat, aber nicht auf PCs: „Ich finde, Apple unterschätzt die Nachfrage nach solchen Geräten.“</p>
<p>Der Acer-Präsient zeigt sich überzeugt, dass der jüngste Abwärtstrend im PC-Geschäft wieder gebremst werden kann. Diese Marktschwäche trifft sein Unternehmen besonders hart, da es mehr als 80 Prozent des Umsatzes mit Laptops und Desktops erzielt. In den weitaus wachstumsträchtigeren Segmenten der Tablets und Smartphones hat Acer dagegen noch Rückstand. Erschwerend kommt hinzu, dass Acer Marktanteile verloren hat, nicht zuletzt weil die zwischenzeitlich so populären Billig-Laptops oder Netbooks, auf die das Unternehmen gesetzt hat, zu Ladenhütern geworden sind. Acer war vor wenigen Jahren noch gemessen an den Verkaufszahlen der zweitgrößte PC-Hersteller der Welt, ist mittlerweile aber auf den vierten Rang zurückgefallen. Im ersten Quartal stürzte der PC-Absatz von Acer nach Angaben der Marktforschungsgruppe IDC im Vergleich zum Vorjahr um 31 Prozent ab. Das Minus auf dem Gesamtmarkt lag bei 14 Prozent.</p>
<p>Allerdings beteuert Wong, dass Acer auf dem Wege der Stabilisierung sei. So habe sich die Lage im Vergleich zum Schlussquartal 2012 schon wieder etwas aufgehellt. Und wenn man den Verkauf von Tablets berücksichtige, habe das Minus statt bei 31 nur bei 10 Prozent gelegen. Im zweiten Quartal werde es für PCs und Tablets zusammengerechnet sogar einen Zuwachs geben. Das Tabletgeschäft treibt Acer erst seit diesem Jahr mit mehr Nachdruck voran und setzt dabei vor allem auf das Billigsegment. Ein Modell mit einem Startpreis von 119 Euro ist schon auf dem Markt, ein zweites (169 Euro) wurde jetzt in New York vorgestellt. Acer hat damit einen ganz anderen preislichen Schwerpunkt als Premiumanbieter Apple, dessen billigstes iPad 329 Euro kostet. „Wir sehen das größte Wachstum bei den Geräten, die weniger als 200 Euro kosten.“ 70 Prozent aller Tablets, die Acer in diesem Jahr verkauft, werden nach Einschätzung von Wong unter dieser Schwelle liegen. Der Acer-Präsident nimmt sich vor, in diesem Jahr mindestens fünf Millionen Tablets auszuliefern. „Aber es gibt auch eine 50-Prozent-Chance, dass es zehn Millionen werden.“ Zum Vergleich: Apple hat allein im vergangenen Quartal fast 20 Millionen iPads verkauft.</p>
<p>Noch schwächer ist Acer derzeit bei Smartphones. Wong führt dies darauf zurück, dass Acer sich mit zu vielen verschiedenen Modellen verzettelt habe. Das Unternehmen will es nun mit einer gestrafften Produkpalette versuchen. Wong hofft, in diesem Jahr bis zu 1,5 Millionen Smartphones zu verkaufen, 2012 waren es weniger als 500000. Die Offensiven bei Tablets und Smartphones werden nach seiner Einschätzung dafür sorgen, dass der Anteil von PCs am Gesamtumsatz von heute 80 Prozent bis 2015 auf 50 Prozent oder weniger sinkt.</p>
<p>Acer wird in diesem Jahr nach Wongs Worten wieder profitabel sein. Das Unternehmen hat in den vergangenen beiden Jahren Nettoverluste erwirtschaftet. Schon für das erste Quartal 2013 werde Acer aber wieder einen kleinen Gewinn ausweisen, und im folgenden Quartal werde sich das Ergebnis weiter verbessern. Auf längere Sicht verfolgt Wong viel größere Ambitionen: „Wir wollen noch immer die Nummer eins im PC-Markt werden.“</p>
<p>Seine Zuversicht schöpft Wong auch daraus, dass Wettbewerber Schwächen zeigen. Selbst ein Unternehmen wie Apple, das bis vor nicht allzu langer Zeit im Smartphone- und Tabletmarkt den Wettbewerb überstrahlte, sei anfällig. „Apple ist nicht mehr so cool wie früher,“ sagt Wong. Das Fehlen des 2011 verstorbenen Mitgründers Steve Jobs mache sich bemerkbar, zumal Apple die Messlatte selbst immens hoch gelegt habe.</p>
<p>Was Microsoft betrifft, ist Wong noch immer nicht ganz versöhnt – allen verstärkten gemeinsamen Anstrengungen für das PC-Geschäft zum Trotz. Er verübelt dem Softwarekonzern, dass er mit der Einführung seines Tabletcomputers Surface nun selbst mehr auf eigene Hardware setzt. Damit ist der langjährige Partner aus Sicht von Wong auf einmal auch ein Wettbewerber. „Das ist, wie wenn man gleichzeitig Spieler und Schiedsrichter ist.“</p>
<p>Folgen Sie mir auf <a rel="nofollow" href="https://twitter.com/RolLindner">Twitter</a></p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/author/rolfaz/">rolfaz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog">Netzwirtschaft</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/05/06/acer-microsoft-dachte-windows-8-verkauft-sich-von-selbst-3434/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Comeback mit Online-Serien: Netflix ist wieder obenauf</title>
		<link>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/05/02/comeback-mit-online-serien-netflix-ist-wieder-obenauf-2-3423/</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/05/02/comeback-mit-online-serien-netflix-ist-wieder-obenauf-2-3423/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 02 May 2013 10:51:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rolfaz</dc:creator>
		
		<guid isPermaLink="false">http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/?p=3423</guid>
		<description><![CDATA[<p>Reed Hastings hat mit dem Filmverleih turbulente Jahre hinter sich. Ein verändertes Gebührenmodell verschreckte Kunden und die Wall Street. Jetzt punktet er mit Eigenproduktionen wie "House of Cards". <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/05/02/comeback-mit-online-serien-netflix-ist-wieder-obenauf-2-3423/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/author/rolfaz/">rolfaz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog">Netzwirtschaft</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div class="ArtikelBild alignnone"><div class="MediaLink"><img class="size-medium wp-image-3429" alt="" src="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/files/2013/05/netflix31-300x214.jpg" width="300" height="214" /></div><span class='Bildnachweis'>&copy; AFP</span><span class="Bildunterschrift">&nbsp;</span></div>
<p>Beim Gala-Dinner der Washingtoner Presse am vergangenen Samstag gab es wieder einmal viel zu lachen. Stargast Barack Obama hielt die übliche launige Rede und riss reihenweise Witze über sich selbst und seine politischen Widersacher. Besonders amüsiert dürfte Reed Hastings gewesen sein, der Mitgründer und Vorstandsvorsitzende des amerikanischen Filmverleihers Netflix. Denn der Abend begann mit einer Parodie der Netflix-Serie „House of Cards“, in der Kevin Spacey einen skrupellosen Politiker spielt. Zu sehen war neben Spacey ein ganzer Aufmarsch amerikanischer Politgrößen von John McCain bis Michael Bloomberg. Für Netflix war das ein Ritterschlag, denn was als Stoff für Parodien taugt, ist offenbar Gesprächsthema. Das ist nicht selbstverständlich, denn „House of Cards“ ist ein gewagtes und teures Experiment. Eine Hochglanzserie, die alle Eigenschaften einer großen Fernsehproduktion hat, aber nicht auf klassischen Sendern zu sehen ist, sondern nur online bei Netflix. Mit „House of Cards“ will Hastings eine neue strategische Richtung einschlagen: hin zu exklusiven und eigenen Produktionen, jenseits von Allerweltsinhalten, die es auch anderswo gibt.</p>
<p>Für den 52 Jahre alten Hastings war der Abend in Washington die Krönung einer großartigen Woche. Denn wenige Tage vorher hatte die Netflix-Aktie nach der Vorlage von Quartalszahlen zu einem abermaligen Höhenflug angesetzt. Um fast 25 Prozent sprang der Kurs innerhalb eines Tages. Seit Jahresanfang hat die Netflix-Aktie mehr als 130 Prozent zugelegt und ist damit Spitzenreiter im Börsenindex S&amp;P 500.</p>
<p>Hastings erlebt nun das Kontrastprogramm zu den trüben Monaten des Jahres 2011, als er zum Buhmann wurde und sich zu einer öffentlichen Entschuldigung gezwungen sah, die anfing mit dem Satz: „Ich hab’s vermasselt.“ Damals schien die zuvor atemberaubende Erfolgsgeschichte seines Unternehmens, das in Amerika den Filmverleih revolutioniert hatte, abrupt zu enden. Netflix schockte seine Kunden mit einem radikal veränderten Gebührenmodell, das den Dienst unter dem Strich für viele Nutzer deutlich teurer machte. Etliche Hunderttausend Abonnenten kündigten. „Der Erfolg hat mich arrogant werden lassen,“ schrieb Hastings reumütig.</p>
<p>Tatsächlich kann der gebürtige Bostoner Hastings auf mehrere unternehmerische Erfolgsgeschichten zurückblicken – und auf einige ungewöhnliche Karrierestationen. Nach seiner Schulzeit begann er nicht gleich mit dem Studium, sondern zog erst einmal ein Jahr lang als Staubsaugervertreter von Haustür zu Haustür. Als er seinen ersten Studienabschluss in Mathematik in der Tasche hatte, ging er für drei Jahre nach Swasiland und arbeitete als Mathematiklehrer. Er ließ dann ein zweites Studium in Computerwissenschaften folgen. 1991 gründete er sein erstes Unternehmen, den Softwarespezialisten Pure. Nach sechs Jahren verkaufte er Pure für mehr als 500 Millionen Dollar an den später von IBM übernommenen Wettbewerber Rational Software.</p>
<p>Die Idee für Netflix entstand aus einem Alltagsärgernis. Hastings musste 40 Dollar Säumnisgebühr zahlen, weil er den Film „Apollo 13“ zu spät in eine Videothek zurückgebracht hatte. Er fragte sich, ob es kundenfreundlichere Wege des Filmverleihs geben könnte. 1997 rief er Netflix zunächst als Versanddienst ins Leben, der Kunden gegen monatliche Gebühr DVDs per Post nach Hause lieferte, die sie beliebig lange behalten konnten – Porto inklusive, ohne jegliche Strafgebühren. Das Konzept schlug ein, und die Abonnentenzahlen wuchsen rasant. Seit einigen Jahren verlagert sich das Gewicht von Netflix zunehmend ins Internet. Die DVDs per Post gibt es noch immer, aber die meisten Abonnenten nutzen Netflix heute als Online-Dienst auf ihren Fernsehern, Computern und Smartphones. Der Dämpfer kam 2011 mit der Entscheidung, dieses „Streaming“ nicht mehr als kostenlose Dreingabe zum DVD-Versand bereitzustellen, stattdessen sollten beide Dienste separate gebührenpflichtige Angebote werden. Es folgten ein Sturm der Entrüstung unter Netflix-Nutzern, ein Absturz des Aktienkurses – und das „Mea Culpa“ von Hastings. Der Netflix-Chef entschuldigte sich dabei aber vor allem für mangelhafte Kommunikation und ließ die neue Gebührenstruktur im Grundsatz intakt. Die Aufregung legte sich nach einiger Zeit wieder, und Netflix konnte den Kundenschwund stoppen.</p>
<p>Es dauerte länger, bis Hastings auch die Wall Street versöhnt hatte. Im vergangenen Herbst schienen sogar neue Turbulenzen zu drohen, als der Investor Carl Icahn einen Anteil von knapp 10 Prozent an Netflix kaufte und gleichzeitig Spekulationen schürte, er könnte das Unternehmen zu einem Verkauf drängen. Zu Icahns Ärger ließ Hastings eine sogenannte Giftpille einführen, um eine Übernahme zu erschweren. Seit Januar geht es mit dem Aktienkurs steil nach oben, neben guten Geschäftszahlen dürfte dabei auch die positive Resonanz auf „House of Cards“ geholfen haben und die Aussicht auf weitere solche Eigenproduktionen. Hastings hofft, sich mit seiner Strategie von der immer härter werdenden Konkurrenz abzusetzen – nicht zuletzt dem Online-Händler Amazon, der einen ähnlichen Weg geht und ebenfalls eigene Serien produzieren lässt. Für den Moment hat Investor Icahn jedenfalls keinen Grund, sich über Hastings zu beklagen: Der Wert seines Aktienpakets hat sich seit dem Einstieg mehr als verdreifacht.</p>
<p>Folgen Sie mir auf <a rel="nofollow" href="https://twitter.com/RolLindner">Twitter</a></p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/author/rolfaz/">rolfaz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog">Netzwirtschaft</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/05/02/comeback-mit-online-serien-netflix-ist-wieder-obenauf-2-3423/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Salman Khan: Youtube-Professor mit berühmten Freunden</title>
		<link>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/04/29/youtube-professor-salman-khan-will-das-schulsystem-aufmischen-3409/</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/04/29/youtube-professor-salman-khan-will-das-schulsystem-aufmischen-3409/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 29 Apr 2013 14:37:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rolfaz</dc:creator>
		
		<guid isPermaLink="false">http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/?p=3409</guid>
		<description><![CDATA[<p>Gratislektionen im Internet mischen das Bildungswesen auf, und Salman Khan gilt als Wegbereiter. Die Lehrvideos seiner "Khan Academy" begeistern Förderer wie Bill Gates und Carlos Slim Helú.  <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/04/29/youtube-professor-salman-khan-will-das-schulsystem-aufmischen-3409/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/author/rolfaz/">rolfaz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog">Netzwirtschaft</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div class="ArtikelBild alignnone"><div class="MediaLink"><img class="size-medium wp-image-3411 " alt="" src="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/files/2013/04/AP853427551936-300x199.jpg" width="300" height="199" /></div><span class='Bildnachweis'>&copy; AP</span><span class="Bildunterschrift">Salman Khan (links) mit dem mexikanischen Multimilliardär Carlos Slim Helú</span></div>
<p>Es fängt mit einem schwarzen Bildschirm an. Aus dem Off meldet sich eine sonore und freundliche Stimme und verkündet, worum es in der Videolektion geht. Das Spektrum reicht von Algebra über Astronomie bis zu Makroökonomie. Der Bildschirm füllt sich mit in Farbe gekritzelten Formeln, Zeichnungen und Erklärungen. Ob Quadratwurzeln, Hypotenusen oder Exponentialfunktionen: Begriffe, die manchen mit Schaudern an langweilige Schulstunden denken lassen, werden mit Leidenschaft in der Stimme vorgetragen. Wem das trotzdem zu theoretisch ist, der kann Lehrvideos über die Schuldenkrise in Griechenland ansehen oder sich die komplexen Hypothekenanleihen erklären lassen, die im Zentrum der Finanzkrise vor wenigen Jahren standen. Oder aber eine Diskussion darüber verfolgen, worin der künstlerische Wert der berühmten Campbell-Suppendosen von Andy Warhol liegt.</p>
<p>Der unsichtbare Star, dem die Stimme in den meisten Videos gehört, ist der 36 Jahre alte Salman Khan. Für Microsoft-Mitgründer Bill Gates verkörpert er ein Zukunftsmodell des Lernens. Khan hat eine Online-Bibliothek mit mehreren tausend Videos aufgebaut, die auf Youtube oder seiner Internetseite kostenlos abgerufen werden können, inklusive damit verbundener Tests. Er nennt sein Projekt die „Khan Academy“, und um die sechs Millionen Nutzer im Monat sehen sich die Videos an. Die Grundidee, einen Wissensfundus gratis online verfügbar zu machen, hat Züge von Wikipedia. Aber die Khan Academy will mehr sein als ein Nachschlagewerk. Sie will ein Baustein in der Aus- und Weiterbildung von Menschen auf der ganzen Welt werden und bestehende Schulsysteme aufmischen. Pilotprojekte in amerikanischen Schulen gibt es schon.</p>
<p>Skurril dabei ist: In seine Karriere als Youtube-Professor ist Khan ohne pädagogische Ausbildung oder Erfahrung hineingestolpert. Das macht ihn angreifbar für Kritiker, zumal er gar nicht verheimlicht, wie improvisiert seine Produktionen sind. Der Zeitschrift „Time“ hat er erzählt: „Die Hälfte der Zeit weiß ich vorher selbst nicht, was ich sagen werde.“ Ein paar amerikanische Professoren machten sich einmal einen Spaß daraus, selbst ein Video zu drehen und dabei auf Fehler in einer Khan-Lektion hinzuweisen.</p>
<p>Das lässt Khans Anhänger und seinen erlesenen Kreis von Förderern kalt. Bill Gates sagte einmal, es sei ein guter Tag für die Welt gewesen, als Khan von seiner Frau die Erlaubnis bekam, seinen vormaligen Job bei einem Hedge-Fonds hinzuwerfen. An jenem Tag habe das Bildungswesen 160 IQ-Punkte hinzugewonnen. Die Stiftung von Gates und seiner Frau Melinda hat einen Millionenbetrag in die Khan Academy gesteckt, ebenso wie der Internetkonzern Google, dessen Verwaltungsratschef Eric Schmidt sagt, er frische mit den Videos gerne seine Mathematik-Kenntnisse auf. Zu den neuesten Gönnern gehört der Mexikaner Carlos Slim Helú, laut „Forbes“-Liste reichster Mensch der Welt.</p>
<p>Khan hat nicht nur einflussreiche Geldgeber angelockt, sondern auch Nachahmer. Er gilt als Wegbereiter für einen der großen Ausbildungstrends von heute, den „Massive open online courses“ oder MOOCs, also Kursen und Vorlesungen, die für einen riesigen Teilnehmerkreis gratis im Netz zugänglich sind. Im vergangenen Jahr entstand in Amerika eine ganze Reihe solcher MOOC-Spezialisten mit Namen wie Udacity, Coursera oder EdX. Die Organisationen sind teils gemeinnützig und teils gewinnorientiert. Manche sind Initiativen von Universitäten und bieten existierende Vorlesungen in aufbereiteter Form an, andere setzen auf eigenes Material. Der aus Deutschland kommende Udacity-Mitgründer Sebastian Thrun hat gesagt, Khan sei Inspiration für sein Unternehmen gewesen. Schwerpunkt und Udacity und anderen MOOC-Anbietern sind Vorlesungen auf Universitätsniveau, während Khan vor allem auf Schulinhalte abzielt.</p>
<p>Seinen Weg zum virtuellen Dozenten schlug Khan zwar ohne Pädagogik-Hintergrund ein, aber mit einer beeindruckenden Hochschulausbildung. Der in New Orleans geborene Sohn einer indischen Mutter und eines Vaters aus Bangladesch hat es zu vier Universitätsabschlüssen gebracht, von Mathematik über Elektrotechnik und Computerwissenschaften bis zu Wirtschaft. Alle Titel sind von renommierten Adressen wie Harvard und dem Massachusetts Institute of Technology (MIT). Nach dem Studium nahm er einen gut bezahlten Job als Analyst bei einem Hedge-Fonds in Boston an.</p>
<p>Die Initialzündung für seinen Karrierewechsel kam aus der eigenen Familie. Es war 2004, als sich Khans Familie zu seiner Hochzeit versammelte. Khan bekam mit, dass seine 12 Jahre alte Cousine Nadia Schwierigkeiten in Mathe hatte. Er bot Nachhilfe an, musste dies aber per Telefon und Internet tun, weil er zu der Zeit in Boston lebte und sie in New Orleans. Nadia bestand die nächste Prüfung mit links, und nun wollten auch andere Familienmitglieder Unterstützung. Es wurde schwierig, den Unterricht für mehrere Personen zu koordinieren, also kam die Idee, Lektionen aufzuzeichnen und auf Youtube zu stellen. Das erlaubte den Nachhilfeschülern, sich die Videos anzusehen, wann immer und so oft es ihnen passte. Khan stellte bald erstaunt fest, dass sich nicht nur seine jungen Verwandten für die Videos interessierten. Die Lektionen fanden ein immer größeres Publikum, Nutzer hinterließen Kommentare wie „Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich bei einer Ableitung gelächelt.“ Das spornte Khan an, immer neue Videos zu drehen. Ein Mini-Zimmer in seinem Haus diente als Produktionsstudio.</p>
<p>2008 machte Khan aus seinem Projekt eine aus Spenden finanzierte gemeinnützige Organisation, im Jahr danach wagte er den Sprung ins kalte Wasser und gab seinen Hedge-Fonds-Job auf. Der Zeitpunkt war nicht gerade günstig: Khan und seine Frau hatten gerade ihren ersten Sohn bekommen, und ohne das geregelte Einkommen musste die Jungfamilie ans Ersparte heran. Spenden an die Khan Academy flossen erst nur in kleinen Beträgen. Die Wende kam 2010, als Khan eine prominente Gönnerin fand: Ann Doerr, die Frau des im Silicon Valley legendären Wagniskapitalgebers John Doerr, stellte Khan einen Scheck über 100000 Dollar aus. Danach kam der Stein ins Rollen, und es folgten Millionenbeträge von der Gates-Stiftung und Google. Khan konnte sich nun ein Gehalt zahlen, Büros anmieten und die Organisation ausbauen. Heute hat die Khan Academy knapp 40 Mitarbeiter.</p>
<p>Khan meint, das Bildungswesen sei reif für eine Revolution durch das Internet, ebenso wie sie die Medienindustrie und andere Branchen erlebt haben. Er will Technologie nutzen, um den Unterricht persönlicher zu machen, auch wenn das widersprüchlich klingen mag. Das heutige System ist ihm zu standardisiert und passiv. Khan will weg vom traditionellen Modell, bei dem Lehrer ihren Schülern per Monolog Inhalte eintrichtern, die dann in Hausaufgaben geübt werden. Er propagiert, den Spieß umzudrehen: Schüler sollen sich in ihrem eigenen Tempo Wissen zuhause aneignen, etwa indem sie Khan-Videos ansehen. Die Zeit mit dem Lehrer ist für Diskussionen und persönliche Betreuung da. Die Khan Academy liefert dazu neben den Lehrvideos und Tests auch Instrumente für die Lehrer, mit denen die Fortschritte jedes Schülers online verfolgt werden können. Khan versichert, sein Material sei keine Bedrohung für Lehrer und solle sie nicht ersetzen, vielmehr mache es ihre Aufgabe anspruchsvoller.</p>
<p>In einem kürzlich auch in Deutschland erschienenen Buch hat Khan seine Idealvorstellung von der Schule der Zukunft noch mit anderen und teils radikalen Ideen beschrieben. Wenn es nach ihm ginge, würden traditionelle Benotungen mit Zahlen oder Buchstaben abgeschafft und mit qualitativen Bewertungen ersetzt. Klassen würden künftig aus Schülern verschiedener Altersgruppen bestehen, wobei die Älteren den Jüngeren helfen. In Khans Wunschschule gäbe es außerdem keine Sommerferien, vielmehr nähmen die Schüler je nach Bedarf Urlaub. Wenn jeder Schüler sein eigenes Lerntempo bestimmt, bräuchte es schließlich keinen starren Lehrplan.</p>
<p>Die Khan Academy sagt, der Einsatz ihrer Methoden in den Pilotschulen habe erste ermutigende Ergebnisse geliefert, etwa in Form eines besseren Leistungsniveaus in Mathematik. Eine gerade laufende Studie des Forschungsinstituts SRI an den Testschulen soll mehr Aufschluss über den Khan-Effekt bringen. Die Khan Academy arbeitet derzeit mit gut zwei Dutzend Schulen vor allem in Kalifornien zusammen. Neben diesen offiziellen Partnern wird das Khan-Material aber nach Angaben der Organisation noch von Tausenden Klassen auf der ganzen Welt genutzt.</p>
<p>Khan hat den Ehrgeiz, einen festen Platz im Bildungssystem zu erobern, aber er weiß, dass es für ihn ebenso wie für die neuen MOOC-Anbieter viele ungelöste Fragen gibt. Ein Knackpunkt sind Leistungsnachweise, die auch anerkannt werden. Bislang bringen die Khan-Tests virtuelle Trophäen, die aber eher als spielerisches Element fungieren und nicht als Zeugnisse. Khan will zudem Wege finden, seine rasant wachsende Organisation auch jenseits von Spenden zu finanzieren. Er denkt an die Lizenzierung seiner Inhalte. Von seinem wissbegierigen Publikum selbst will er jedenfalls weiterhin kein Geld verlangen. Schließlich heißt es die Khan Academy zu ihrer offiziellen Mission erklärt, „eine kostenlose Weltklasse-Ausbildung für jeden und überall zu bieten.“</p>
<p>Folgen Sie mir auf <a rel="nofollow" href="https://twitter.com/RolLindner">Twitter</a></p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/author/rolfaz/">rolfaz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog">Netzwirtschaft</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/04/29/youtube-professor-salman-khan-will-das-schulsystem-aufmischen-3409/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zehn Jahre Skype: Geburtstag einer Telefonrevolution</title>
		<link>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/04/22/runder-geburtstag-einer-telefonrevolution-3401/</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/04/22/runder-geburtstag-einer-telefonrevolution-3401/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 22 Apr 2013 09:30:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>faz-gropp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsche Telekom]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Hangout]]></category>
		<category><![CDATA[Internettelefonie]]></category>
		<category><![CDATA[Skype]]></category>
		<category><![CDATA[Videoanrufe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/?p=3401</guid>
		<description><![CDATA[<p>Vor zehn Jahren kam Skype auf den Markt. Der Dienst für Internettelefonie hat das Geschäftsmodell vieler etablierten Telefongesellschaften durcheinandergewirbelt, aber nicht jedem Glück gebracht. <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/04/22/runder-geburtstag-einer-telefonrevolution-3401/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/author/faz-gropp/">faz-gropp</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog">Netzwirtschaft</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Mehr als 9000 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Bruder und Schwester, doch einmal in der Woche sehen sie sich von Angesicht zu Angesicht auf ihren Computerbildschirmen: immer freitags, immer zur selben Uhrzeit und immer auf Skype. Der Dienst für Internettelefonie bringt den Pensionär aus dem Rheinland mit der Sekretärin im Ruhestand zusammen, die schon vor Jahrzehnten in das mittelamerikanische Land El Salvador ausgewandert ist.</p>
<p>In diesem Jahr feiert Skype seinen zehnten Geburtstag. Am Dienstag vor zehn Jahren sicherten sich die beiden Gründer Niklas Zennström und Janus Friis die Internetadresse skype.com. Im August 2003 stellten sie auf der Seite dann die erste Version der Quasselsoftware zur Verfügung. Bis zum Ende des selben Jahres hatten sich 3,8 Millionen Nutzer beim Dienst registriert, dessen Name eine Abkürzung für „Sky Peer To Peer“ ist, was in der Verbindungstechnik des Dienstes begründet liegt: Sprach- oder Videotelefonate kommen dezentral zwischen zwei Teilnehmern zustande, deren Computer, die „Peers“, sich anfangs nur verbinden konnten, wenn auf ihnen die Software installiert war. Erst später kam die Möglichkeit hinzu, dass Skype-Nutzer auch Nummern in herkömmlichen Fest- oder Mobilfunknetzen anrufen können, wenn sie sich vorher ein Guthaben erkauft haben.</p>
<p>Skype war zwar nicht der Beginn der Internettelefonie, die ihre erst Welle schon Ende der neunziger Jahre erlebt hatte. Aber der Dienst war einfach zu bedienen und die Qualität auch schon für damalige Internetverbindungsgeschwindigkeiten gut. Entsprechend selbstbewusst traten die Skype-Gründer auf, die zuvor mit der ebenfalls auf dem Peer-To-Peer-Prinzip beruhenden Musiktauschplattform Kazaa die Musikindustrie geschockt hatten. „Unsere Konkurrenten sind nicht die Internettelefonieanbieter, sondern große Telekom-Konzerne wie die Deutsche Telekom, British Telecom und AT&amp;T“, sagte Zennström kurz nach dem Start in einem Interview. Und wie es sich für einen jungen Internetunternehmen gehörte, hatte er damals gleich auch die nächste Entwicklungsstufe vor Augen: „Ein WLAN-Telefon ist der nächste natürliche Schritt.“</p>
<p>Heute sind Handys, die über drahtlose Netzwerke (WLAN) oder das mobile Internet alle möglichen Daten übertragen eine absolute Selbstverständlichkeit, genauso wie die Tätigkeit „skypen“, deren Definition es selbst in die Online-Ausgabe des Duden-Wörterbuchs geschafft hat: „(mithilfe der Software Skype) über das Internet telefonieren“. Und auch die Prophezeiung von Michael Powell ist eingetreten. „Als ich Skype herunterlud, wusste ich, dass es vorbei war“, sagte der damalige Leiter der amerikanischen Telekommunikationsbehörde FCC ein gutes Jahr nach dem Start der Software. Da das Programm kostenlos sei und die Übertragung eine gute Qualität habe, sei es eben aus mit der herkömmlichen Telefonie. „Die Welt wird sich nun unvermeidlich verändern.“</p>
<p>Diese Veränderung lässt sich auch in Zahlen ausdrücken: Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Telegeography dauern die internationalen Ferngespräche gemessen in Minuten seit gut 20 Jahren immer länger, was auch an stark gesunkenen Preisen für internationale Verbindungen liegt. Allerdings: In den Jahren, nachdem Skype auf dem Markt gekommen ist, lag die Wachstumsrate des Dienstes stets über den Raten aller Telefongesellschaften. Im vergangenen Jahr wuchs die international über Skype übertragenen Video- und Sprachdaten um 44 Prozent auf 167 Milliarden Minuten, hat Teleography errechnet. Das war mehr als das Doppelte von dem, was alle Telefongesellschaften zusammen im selben Zeitraum erreicht hatten.</p>
<p>Dieses Wachstumspotential weckte schon früh Begehrlichkeiten, und so entwickelte sich Skype schon bald zu einem attraktiven Übernahmeziel für Investoren. Schon zwei Jahre nach der Gründung interessierten sich angeblich mehrere große Internetunternehmen für den Dienst, darunter Yahoo, Google und Microsoft. Den Zuschlag erhielt aber die Verkaufsplattform Ebay, die sich Skype damals für 2,6 Milliarden Dollar in bar einverleibte, zusätzlich vereinbarten die beiden Unternehmen damals leistungsbezogene Zahlungen in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar.</p>
<p>Jedoch brachte der Internettelefondienst Ebay kein richtiges Glück: Zwei Jahre nach der Übernahme musste der Onlinehändler schon wieder 1,4 Milliarden Dollar auf die Akquisition abschreiben – was deutlich macht, dass die Hoffnungen wohl überzogen waren: Amerikanische Bilanzierungsregeln fordern eine Abschreibung, wenn eine Wertminderung eintritt. 2009 verkaufte Ebay schließlich die Mehrheit an Skype an die Investmentgesellschaft Silver Lake.</p>
<p>Aber nur zwei Jahre danach entsponn sich das nächste Bietergefecht um Skype, an dem wiederum Google, Facebook sowie der Netzwerkausrüster Cisco teilgenommen haben sollen. Diesmal landete das Unternehmen für sage und schreibe 8,5 Milliarden Dollar beim Softwarekonzern Microsoft, obwohl es in den meisten Jahren seiner Existenz Verluste eingefahren hatte. Seitdem ist Skype eine eigenständige Tochtergesellschaft des Unternehmens aus Redmond, das sich mit diesem Kauf auch im Wettbewerb gegen den Suchmaschinenkonzern Google oder das soziale Netzwerk Facebook wappnete, wie manche Branchenbeobachter meinten.</p>
<p>Genau mit diesen Unternehmen konkurriert Skype heute: Beide bieten inzwischen ihren Mitgliedern ebenfalls Videoanrufe an. Und dennoch erfährt Skype auch zehn Jahre nach dem Start noch großen Zuspruch. Im Monat telefonieren inzwischen 280 Millionen Menschen über den Dienst. Und gerade hat das Unternehmen mitgeteilt, dass seine Nutzer täglich mehr als zwei Milliarden Minuten verplappern, was ungefähr der Länge von 6.6 Millionen Marathonläufen entspricht</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/author/faz-gropp/">faz-gropp</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog">Netzwirtschaft</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/04/22/runder-geburtstag-einer-telefonrevolution-3401/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Werbespezialist Marin: Graph Search wird Google nicht über Nacht gefährlich</title>
		<link>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/03/22/werbespezialist-marin-graph-search-wird-google-nicht-uber-nacht-gefahrlich-3391/</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/03/22/werbespezialist-marin-graph-search-wird-google-nicht-uber-nacht-gefahrlich-3391/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 22 Mar 2013 22:14:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rolfaz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Marin]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/?p=3391</guid>
		<description><![CDATA[<p>Der kalifornische Börsenneuling hilft Kunden, ihre Online-Kampagnen zu optimieren. Gründer und Vorstandsvorsitzender Chris Lien spricht mit der F.A.Z. über Google, Facebook und die Smartphone-Herausforderung für die Werbebranche. <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/03/22/werbespezialist-marin-graph-search-wird-google-nicht-uber-nacht-gefahrlich-3391/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/author/rolfaz/">rolfaz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog">Netzwirtschaft</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das auf Online-Werbung spezialisierte kalifornische Unternehmen Marin Software hat am Freitag einen guten Start an die Börse hingelegt: Am ersten Handelstag stieg der Aktienkurs um 16 Prozent auf 16,26 Dollar. Der Ausgabepreis von 14 Dollar hatte schon über der angepeilten Spanne von 11 bis 13 Dollar gelegen. Marin bietet seinen Kunden Instrumente, um die Wirksamkeit von Werbung auf Suchmaschinen wie Google, in sozialen Netzwerken wie Facebook oder auf mobilen Plattformen wie Smartphones und Tablets zu messen und entsprechend ihre Online-Kampagnen zu optimieren. Zu den Kunden gehören werbetreibende Unternehmen wie Adidas und Nestlé sowie Werbeagenturen wie Razorfish. Marin konkurriert unter anderem mit Adobe Systems, dem zu Google gehörenden Online-Werbevermarkter Doubleclick und einer Reihe kleinerer Unternehmen. Seit der Gründung 2006 hat Marin noch kein Jahr mit Gewinn abgeschlossen. 2012 stieg der Umsatz um 65 Prozent auf 60 Millionen Dollar, und es gab einen Nettoverlust von 26 Millionen Dollar.</p>
<div class="ArtikelBild alignnone"><div class="MediaLink"><img class="size-full wp-image-3396" alt="" src="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/files/2013/03/Lien1.jpg" width="200" height="300" /></div><span class='Bildnachweis'>&copy; Marin Software</span><span class="Bildunterschrift">Chris Lien</span></div>
<p><i>Herr Lien, Sie haben den Finger am Puls der Online-Werbung. Wenn Sie zwischen Google und Facebook wählen müssten: Was halten Sie für die bessere Anzeigenplattform?</i></p>
<p>Darauf gibt es keine eindeutige Antwort, und viele Unternehmen nutzen ja mehrere Plattformen gleichzeitig. Es kommt immer auf die spezifischen Anforderungen an: Geht es mir zum Beispiel erst einmal darum, Bewusstsein bei den Verbrauchern zu schaffen? Oder will ich sie zu einer konkreten Kaufentscheidung animieren?</p>
<p><i>Facebook und andere Unternehmen tun sich noch schwer mit dem Werbegeschäft auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets. Sehen Sie Fortschritte?</i></p>
<p>Wenn es um Werbung in sozialen Netzwerken oder um klassische Display-Anzeigen geht, ist das mobile Geschäft sicher  noch am Anfang. Bei Werbung mit Suchmaschinen sind wir aber schon viel weiter. Unsere Kunden geben heute schon 20 Prozent des für Suchmaschinen verwendeten Werbebudgets auf mobilen Plattformen aus.</p>
<p><i>Also halten Sie die Sorge, dass Facebook nicht genug Kapital aus mobilen Plattformen schlagen kann, für gerechtfertigt?</i></p>
<p>Nein, ich finde das überzogen und voreilig. Ich habe Vertrauen in die Innovationsfähigkeit der Unternehmen. Sie werden Werbeformen finden, die funktionieren. Und ich bin auch  überzeugt, dass die bei Smartphones heute noch vergleichsweise niedrigen Preise je Klick auf Anzeigen deutlich steigen werden.</p>
<p><i>Smartphones liegen zwar nicht bei den Preisen je Klick, aber bei der Zahl der Klicks vorne, wie Ihr Unternehmen herausgefunden hat. Wieviele von diesen Klicks kommen unbeabsichtigt zustande, weil die Nutzer auf dem kleineren Bildschirm danebentippen – das „Dicker-Finger-Phänomen“?</i></p>
<p>Ich bin sicher, das spielt eine Rolle, auch wenn wir dazu keine konkreten Zahlen haben. Aber um hier etwaigen Zynikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, die dahinter eine Verschwörung vermuten: Viele Unternehmen arbeiten an Konzepten, um dieses Problem zu minimieren.</p>
<p><i>Google dominiert das Geschäft mit Suchwerbung seit Jahren. Meinen Sie, das wird sich jemals ändern?</i></p>
<p>Ich halte es für wahrscheinlich, dass Google die bevorzugte und dominierende Suchmaschine bleibt, auch wenn zum Beispiel Microsoft mit Bing heute sehr gute Suchergebnisse liefert. Aber Google bekommt von Unternehmen Konkurrenz, die zwar keine klassischen Suchmaschinen sind, aber immer mehr zur Informationssuche genutzt werden, etwa Facebook oder Amazon. Man sollte auch nicht vergessen, dass es bedeutende Märkte wie China oder Russland gibt, wo Google nicht die dominierende Suchmaschine ist.</p>
<p><i>Sie sprechen die Konkurrenz von Facebook für Google an. Glauben Sie, dass der neue Suchdienst „Graph Search“ von Facebook Google gefährlich werden kann?</i></p>
<p>Graph Search ist sicher ernst zu nehmen, aber das wird nicht über Nacht geschehen. Internetsuche ist eine sehr komplexe Aufgabe</p>
<p><i>Ihr Unternehmen ist defizitär und noch sehr klein. Warum gehen Sie schon an die Börse?</i></p>
<p>Wir hoffen vor allem, dass der Börsengang uns und unser Produkt bekannter macht. Und die Kursentwicklung am ersten Tag war ermutigend, auch wenn ich sie nicht überbewerten will. Der Emissionserlös von mehr als 100 Millionen Dollar wird uns helfen, aggressiv in Marketing und Vertrieb und in Forschung und Entwicklung zu investieren.</p>
<p><i>Wann werden Sie profitabel?</i></p>
<p>Wir peilen die Gewinnschwelle für 2015 an.</p>
<p>Folgen Sie mir auf <a rel="nofollow" href="https://twitter.com/RolLindner">Twitter</a></p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/author/rolfaz/">rolfaz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog">Netzwirtschaft</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/03/22/werbespezialist-marin-graph-search-wird-google-nicht-uber-nacht-gefahrlich-3391/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Fotovernichter Snapchat: Mit Zerstörungswut gegen Facebook</title>
		<link>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/03/10/fotovernichter-snapchat-mit-zerstorungswut-gegen-facebook-3377/</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/03/10/fotovernichter-snapchat-mit-zerstorungswut-gegen-facebook-3377/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 10 Mar 2013 22:39:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rolfaz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Snapchat]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/?p=3377</guid>
		<description><![CDATA[<p>Die Smartphone-Applikation liefert ein Kontrastprogramm zum Datenhunger anderer sozialer Netzwerke. Versendete Inhalte verschwinden nach kurzer Zeit wieder. Das ist ein Hit bei amerikanischen Teenagern. <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/03/10/fotovernichter-snapchat-mit-zerstorungswut-gegen-facebook-3377/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/author/rolfaz/">rolfaz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog">Netzwirtschaft</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Facebook sieht es als seine Unternehmensmission, die Welt „offener und vernetzter“ zu machen. „Wir glauben, eine offenere Welt ist eine bessere Welt,“ schrieb Mitgründer und Vorstandsvorsitzender Mark Zuckerberg im vergangenen Jahr vor dem Börsengang des sozialen Netzwerks in einem Brief an seine künftigen Aktionäre. Für Kritiker ist dieser Weltverbesserungsanspruch nichts weiter als ein Versuch von Facebook, seine Datensammelwut zu legitimieren. Neuerungen auf der Seite zielen oft darauf ab, dass Nutzer mehr von sich preisgeben und diese Informationen leichter abrufbar werden; sei es die „Chronik“-Darstellung in den Mitgliederprofilen oder die kürzlich angekündigte Suchfunktion „Graph Search“. Der angehäufte Datenberg hilft Facebook dabei, seinen Mitgliedern maßgeschneiderte Werbung zu zeigen, was für das Unternehmen seit dem Börsengang umso wichtiger geworden ist. Bei den Nutzern verstärkt dieser Datenhunger freilich das Gefühl, dass alles, was auf Facebook preisgegeben wird, einen später einmal einholen könnte.</p>
<p>Genau auf diese offene Flanke zielt das Unternehmen Snapchat aus Los Angeles ab, das mit seiner gleichnamigen Smartphone-Applikation derzeit für Furore sorgt. Snapchat verspricht seinen Nutzern ein Kontrastprogramm zur endlosen Datenarchivierung. Stattdessen hat die Plattform einen eingebauten Selbstzerstörungsmechanismus: Die hier ausgetauschten Fotos und Videos sind für den Empfänger nur bis zu zehn Sekunden lang sichtbar, dann verschwinden sie wie von Geisterhand und können nicht gespeichert werden (entsprechend ist auf dem Logo ein Gespenst zu sehen). „Vergänglichkeit hat einen Nutzen,“ heißt es im Blog des Unternehmens.</p>
<p>Die Idee hat in Amerika eingeschlagen, vor allem bei Teenagern. Seit Monaten ist Snapchat hier unter den zwanzig am meisten heruntergeladenen Gratisapplikationen für das iPhone und liegt sogar vor dem populären Fotodienst Instagram, der seit 2012 zu Facebook gehört. Über Snapchat werden mittlerweile 60 Millionen Fotos am Tag verschickt, 20 Millionen mehr als auf Instagram (Facebook selbst lag zuletzt bei 350 Millionen Fotos am Tag). Der Erfolg von Snapchat hat Facebook offenbar alarmiert. Vor ein paar Monaten brachte das Unternehmen eine Konkurrenz-Applikation mit dem Namen „Poke“ heraus, die ebenfalls eine Selbstzerstörungsfunktion hat, bisher aber nicht annähernd so populär ist. Daneben sind andere Unternehmen wie zum Beispiel Wickr entstanden, die einen ähnlichen Ansatz verfolgen.</p>
<p>Das Prinzip der Kurzlebigkeit animiert die Nutzer, offenherziger Inhalte auszutauschen. Es scheint gefahrloser als bei Facebook, auch unschmeichelhafte oder anzügliche Fotos zu verschicken. Nicht umsonst eilt Snapchat in Amerika der Ruf einer „Sexting“-Applikation voraus, die sich vor allem um Schlüpfrigkeiten dreht. Das wollen die beiden Gründer Evan Spiegel und Bobby Murphy freilich nicht gelten lassen. Für sie ist Snapchat ein Instrument für eine authentischere Kommunikation jenseits des weichgezeichneten Bildes, das Facebook-Nutzer oft von sich vermitteln. Spiegel schrieb in dem Unternehmensblog, Snapchat sei eben nicht für den „traditionellen Kodak-Moment“ gedacht, und es gehe nicht nur darum, „hübsch oder perfekt“ zu wirken. Dagegen seien auf Snapchat lustige Bilder gut aufgehoben, auf denen man vielleicht nicht im besten Licht erscheint, etwa weil man eine Grimasse schneidet. Inspiration für Snapchat seien Geschichten von Facebook-Nutzern gewesen, die vor Bewerbungsgesprächen in Notaktionen hastig namentliche Markierungen („Tags“) von Fotos entfernt hätten.</p>
<p>Der Selbstzerstörungsmechanismus ist freilich nicht ganz wasserdicht. So kann der Empfänger ein Snapchat-Foto vom Bildschirm seines Smartphones mit einem „Screenshot“ festhalten, bevor es verschwindet. In dem Fall wird der Versender allerdings benachrichtigt, was als Abschreckungsmechanismus wirken könnte. Es gab allerdings Berichte, wonach eine solche Screenshot-Benachrichtigung mit ein paar Kniffen umgangen werden kann. Gänzlich machtlos ist Snapchat zudem, wenn ein empfangenes Bild mit einem zweiten Gerät abfotografiert wird. Auf diese Gefahr weist das Unternehmen auch in seinen offiziellen Privatsphärerichtlinien hin. Dort heißt es auch, dass Snapchat die versendeten Bilder und Videos nur vorübergehend auf seinen eigenen Rechnern speichere. Das Unternehmen versuche, die Daten „so bald wie möglich“ zu löschen, könne aber nicht garantieren, dass dies auch in jedem Fall geschehe. „Deshalb sendet der Nutzer Nachrichten auf eigenes Risiko.“</p>
<p>Der Verzicht auf das Datensammeln schränkt die Optionen von Snapchat bei der Kommerzialisierung des Dienstes ein. Bislang erzielt das 2011 gegründete Unternehmen keine Umsätze. Trotzdem stößt Snapchat bei Investoren auf Interesse: Nach einem Bericht der „New York Times“ hat Snapchat kürzlich in einer von der Wagniskapitalgesellschaft Benchmark Capital angeführten Finanzierungsrunde 13,5 Millionen Dollar eingesammelt und wurde dabei mit bis zu 70 Millionen Dollar bewertet. Benchmark-Partner Mitch Lasky sagte: „Wir glauben, dass Snapchat eines der wichtigsten Unternehmen für mobile Dienste in der Welt werden kann.“</p>
<p>Folgen Sie mir auf <a rel="nofollow" href="https://twitter.com/RolLindner">Twitter</a></p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/author/rolfaz/">rolfaz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog">Netzwirtschaft</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/03/10/fotovernichter-snapchat-mit-zerstorungswut-gegen-facebook-3377/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Berliner Wein-Versender Wine in Black erhält Millionenfinanzierung</title>
		<link>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/03/05/berliner-wein-versender-wine-in-black-erhalt-millionenfinanzierung-3369/</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/03/05/berliner-wein-versender-wine-in-black-erhalt-millionenfinanzierung-3369/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 05 Mar 2013 13:13:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>faz-gropp</dc:creator>
		
		<guid isPermaLink="false">http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/?p=3369</guid>
		<description><![CDATA[<p>Der Moskauer Wagniskapitalgeber Bright Capital Digital beteiligt sich an dem Startup. <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/03/05/berliner-wein-versender-wine-in-black-erhalt-millionenfinanzierung-3369/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/author/faz-gropp/">faz-gropp</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog">Netzwirtschaft</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich sprach ihre Herkunft dagegen, dass sich Stephan Linden und Christian Hoya mit Online-Weinhandel selbständig machen. „Wir kommen beide aus Dortmund“, sagt Hoya, einer der beiden Gründer und Geschäftsführer des Berliner Startups Wine in Black. Die Ruhrgebietsstadt galt früher mit dem zweithöchsten Hektoliterausstoß hinter dem amerikanischen Milwaukee als Inbegriff der Bierstadt, wenngleich davon heute nicht mehr viel übrig ist.</p>
<p>Dass Hoya und Linden sich dann doch auf den Versand von mittel- bis hochwertigen Weinen verlegten, lag an ihrem Studium an der privaten Wirtschaftshochschule WHU in Vallendar bei Koblenz. Dort treffen sich am Deutschen Eck Rhein und Mosel, zwei große Ströme der hiesigen Rebenkultur. „Dort haben wir auch die Leidenschaft für den Wein entdeckt“, sagt Hoya.</p>
<p>Seit Anfang des vergangenen Jahres verschicken Hoya und Linden nun Winzerweine der gehobenen Klasse nach Deutschland, Frankreich und in die Niederlande. Ihr Geschäft ist stark gewachsen. Wenn man auf der <a rel="nofollow" href="http://www.wine-in-black.de/" target="_blank">Internetseite</a> der beiden Gründer die Angebote sehen will, muss man sich erst einmal registrieren. Trotz dieser Hürde haben das innerhalb der ersten zwölf Monate nach Angaben des Unternehmens 200.000 Menschen getan; inzwischen kommen gut 10.000 neue Mitglieder im Monat dazu.</p>
<p>Zwar schweigen Linden und Hoya – wie für viele Internetunternehmer in der Anfangsphase üblich – mit Verweis auf die Investoren zu Umsatzzahlen. Allerdings sagen sie, dass sie „an guten Tagen“ eine vierstellige Flaschenzahl ausliefern. Multipliziert mit dem Durchschnittspreis von 15 Euro pro verkaufter Flasche würde das einen Tagesumsatz von mindestens 15.000 Euro bedeuten.</p>
<p>Jedenfalls scheinen die intern gehaltenen Zahlen die Investoren zu überzeugen. Am Dienstag hat sich nun die Gesellschaft Bright Digital Capital aus Moskau mit mehreren Millionen an  Wine in Black beteiligt. Dazu sind noch die Hamburger Wagniskapitalgeber Eventures, Passion Capital aus London und Project A aus Berlin involviert. „Das Unternehmen zeigt eine große Wachstumsdynamik und hat beste Chancen, zu einer wirklich globalen Marke zu wachsen“, teilte Vadim Tarasov, Partner bei Bright Capital Digital, zum Einstieg bei dem Weinversender mit.</p>
<p>International zu agieren, ist auch der Wunsch der beiden 27 beziehungsweise 28 Jahre alten Gründer Hoya und Linden. „Es gibt momentan keinen einzigen internationalen Weinverkäufer“, sagt Hoya. Die Branche sei national aufgegliedert. In Deutschland versendet zum Beispiel das  Unternehmen <a rel="nofollow" href="http://www.hawesko.de/index.html" target="_blank">Hawesko </a>über Katalog und Internet, aber auch der Filialist <a rel="nofollow" href="http://www.jacques.de/" target="_blank">Jacques&#8217; Weindepot</a> ist im Internet präsent. Dazu kommen Winzer und Weingüter, die teilweise selbst im Netz verkaufen.</p>
<p>Gegen den Wettbewerb wollen Hoya und Linden mit günstiger Exklusivität punkten. Auf ihrer Seite präsentieren sie pro Woche im Schnitt zehn neue Weine, die drei Weinexperten unter den inzwischen 35 Mitarbeitern auswählen. Wie auf einer Auktionsseite laufen die Angebote irgendwann ab, was wohl auch den Exklusivitätscharakter verstärken soll. „Mit unserem schmalen Sortiment und der Konzentration auf bestimmte Weine, können wir den Winzern eine große Stückzahl auf einmal abkaufen“, sagt Christian Hoya. Dadurch entstehe eine hohe Einkaufskraft, was sich auch auf die Preise auswirke, die die Kunden auf der Seite sehen.</p>
<p>Die Konzentration auf den Preis macht sich mithin auch bei den Kunden bemerkbar. Im Schnitt seien sie 40 Jahre alt, sagen die beiden Gründer. „Wir erreichen die sogenannten Digital Natives“, ist Christian Hoya überzeugt. „Bisher ist ein Problem des Verkaufs von Premiumweinen, dass er oft elitär wirkt und sich abgrenzt“, hat Stephan Linden beobachtet. „Aber man muss daraus keine Wissenschaft machen.“</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/author/faz-gropp/">faz-gropp</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog">Netzwirtschaft</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/03/05/berliner-wein-versender-wine-in-black-erhalt-millionenfinanzierung-3369/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Airbnb und die Sharing Economy: Die Couch wird Kollektivobjekt</title>
		<link>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/03/03/airbnb-die-couch-wird-kollektivobjekt-3357/</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/03/03/airbnb-die-couch-wird-kollektivobjekt-3357/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 03 Mar 2013 12:41:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rolfaz</dc:creator>
		
		<guid isPermaLink="false">http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/?p=3357</guid>
		<description><![CDATA[<p>Das amerikanische Online-Portal treibt die „Sharing Economy“ voran. Zugang wird wichtiger als Eigentum, sagen die Gründer. Es ist eine Idee mit Tücken. <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/03/03/airbnb-die-couch-wird-kollektivobjekt-3357/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/author/rolfaz/">rolfaz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog">Netzwirtschaft</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Bethany Nagy kam es wie die perfekte Lösung vor, um ihren finanziellen Engpass zu überbrücken. Die New Yorkerin hatte ihren Job in einer Werbeagentur verloren, warum also nicht ihre Wohnung über den Online-Dienst Airbnb an Touristen vermieten, um sich erstmal über Wasser zu halten? Es ließ sich glänzend an: Nagy nahm 200 Dollar je Nacht ein, sie selbst fand in der Zwischenzeit bei einer Freundin Unterschlupf. Die ersten Gäste waren wie aus dem Bilderbuch. Ein netter und ruhiger Engländer war dabei, der sogar ein paar kleine Geschenke hinterließ. Oder eine Spanierin, nach deren Auszug die Wohnung ordentlicher war als vorher. Dann aber kamen die drei Jungs aus Argentinien. Mitte zwanzig, sehr freundlich, aber extrem partywütig und mit fragwürdigem Sauberkeitsverständnis. Bilanz nach zehn Tagen: Ein Couchtisch mit zerbrochener Glasscheibe, Decken voller Flecken und Dutzende von Zigarettenkippen auf der Terrasse. Nagy sagt: „Das war ein ziemlicher Dämpfer nach den guten Erfahrungen am Anfang. Aber ich finde Airbnb noch immer eine tolle Idee.“</p>
<p>Fremde Menschen in die eigene Wohnung lassen – es ist ein Konzept, das erst abenteuerlich klang, trotzdem zum Massenphänomen wurde, aber offenbar bis heute seine Tücken hat. Airbnb hat sich damit seit der Gründung im Jahr 2007 an die Speerspitze eines Trends gesetzt, der „Sharing Economy“. Die eigene Wohnung oder auch nur ein Zimmer oder eine Couch werden mit anderen geteilt, sprich vermietet, und Airbnb tritt dabei als Makler auf, der vom Vermieter und vom Gast eine Gebühr bekommt. Das Teilen beschränkt sich längst nicht mehr auf Wohnraum. Es gibt Airbnb-ähnliche Vermittlungsdienste für eine Vielzahl anderer Dinge, von Autos über Parkplätze und Büroraum bis hin zu Werkzeugen, Elektronikgeräten und Musikinstrumenten. Die Idee ist es, vorhandene Ressourcen besser zu nutzen. Warum selbst ein Auto, eine Videokamera oder eine Bohrmaschine kaufen, wenn es genug Leute gibt, bei denen diese Dinge gerade ungenutzt herumstehen oder –liegen? „Zugang wird viel wichtiger als Eigentum,“ sagt Joe Gebbia, einer der drei Gründer von Airbnb. Gebbia denkt in großen Dimensionen: „Die Sharing Economy kann so bedeutend wie die industrielle Revolution werden.“</p>
<p>Die Anfänge von Airbnb waren freilich klein und aus der Not geboren. Es begann in der Wohnung in San Francisco, die sich Gebbia mit Brian Chesky teilte, einem Freund aus Studientagen an einer Design-Universität in Rhode Island. Die beiden hörten, dass wegen einer Konferenz alle Hotelzimmer in ihrer Gegend ausgebucht waren. Das Geld war knapp, also kam der Gedanke, Platz in der Wohnung zu vermieten. Sie besorgten sich zwei Luftmatratzen (daher das „Air“ im Namen), entwarfen eine Internetseite und boten dort die Schlafgelegenheiten an, für die sie schnell Abnehmer fanden. Die Gäste waren dankbar, nicht nur für die billige Bleibe, sondern auch, weil ihnen die Übernachtung bei Einheimischen mehr Lokalkolorit bot als ein Hotel. Gebbia und Chesky witterten eine Geschäftschance, auch wenn ihre Eltern es erst für eine Schnapsidee hielten. Nathan Blecharczyk wurde als weiterer Ko-Gründer rekrutiert, und die drei landeten erste Erfolge, indem sie auf Städte mit Großveranstaltungen abzielten. Etwa Denver zur Zeit des Parteitags der Demokraten 2008. Heute hat Airbnb 300000 Unterkünfte in 35000 Städten auf der ganzen Welt, zum Angebot zählen sogar Schlösser und Iglus. Allein 2012 haben drei Millionen Menschen auf Airbnb gebucht. Angaben zu Umsätzen oder Gewinnen macht das Unternehmen nicht.</p>
<p>Freilich hat Airbnb ebenso wie die „Sharing Economy“ im allgemeinen einen wunden Punkt. Die Konzepte leben davon, dass die Nutzer sich vertrauen können. 2011 sorgte der Fall einer Kalifornierin, deren Wohnung von einem Airbnb-Gast verwüstet wurde, auf der ganzen Welt für Schlagzeilen. Airbnb bemüht sich, das Risiko für Horrorgeschichten zu minimieren. Die Kundenbetreuung wurde ausgebaut, und es gibt umfangreiche Bewertungs- und Sicherheitsmechanismen. So hat das Unternehmen unter seinen 600 Mitarbeitern ein Team mit dem Namen „Vertrauen und Sicherheit“ mit einem früheren Geheimdienstoffizier des amerikanischen Militärs an der Spitze. Außerdem wurde ein Garantieprogramm eingeführt, das Gastgeber für etwaige Sachschäden unter bestimmten Konditionen mit bis zu einer Million Dollar (700000 Euro in Deutschland) kompensiert. Gebbia sagt, die Garantie sei bislang „schockierend selten“ in Anspruch genommen worden. Er meint, unter den Nutzern der Plattform herrsche ein Gemeinschaftsgefühl: „Leute mit bösen Absichten kommen nicht zu Airbnb.“</p>
<p>All das schließt Reinfälle wie bei der New Yorkerin Nagy aber nicht völlig aus – ebenso wenig wie Enttäuschungen auf Seiten der Gäste. Die Berlinerin Inti Reiland quartierte sich zum Beispiel im vergangenen Jahr über Airbnb für vier Nächte im New Yorker Stadtteil Brooklyn ein. Die Wohnung habe auf den Fotos einen soliden Eindruck gemacht, aber die Realität sei reichlich unappetitlich gewesen: „In der Küche kamen Motten aus dem Mehl raus, überall lagen Hundehaare, der Badewannenabfluss war total verstopft.“ Reiland hat darauf verzichtet, eine schlechte Bewertung für den Gastgeber auf der Airbnb-Seite zu hinterlassen: „Ich wollte nicht an das Erlebnis erinnert werden.“ Abgeschworen hat sie Airbnb trotzdem nicht: „Es ist schon ein gute Option fürs Reisen. Ich hatte halt diesmal Pech.“</p>
<p>Mitgründer Gebbia erzählt lieber andere Episoden. Etwa von der Südamerikanerin Isabella, die regelmäßig Airbnb-Gäste in ihrer Wohnung in San Francisco beherbergt und damit nicht nur die Haushaltskasse aufbessert, sondern auch gelernt hat, fließend Englisch zu sprechen. Der 31 Jahre alte Unternehmer nutzt seine Seite auch rege selbst: „Ich war seit mindestens fünf Jahren in keinem Hotel mehr.“ In seiner Wohnung – die gleiche wie 2007, die er noch immer mit Chesky teilt – hat er bis heute Airbnb-Gäste. Rund 180 seien es in all den Jahren gewesen, „lauter wunderbare Menschen aus allen möglichen Ländern; ich kann mich höchstens an einen erinnern, der nicht ganz auf meiner Wellenlänge lag.“ Für Gebbia hört die „Sharing Economy“ nicht damit auf, Besuchern einen Schlafplatz in seiner Wohnung zu geben: „Außer ganz persönlichen Sachen wie Briefen gibt es kaum etwas, das ich nicht teilen würde. Ich fühle mich sowieso besser, wenn ich weniger Zeug habe.“</p>
<p>Folgen Sie mir auf <a rel="nofollow" href="https://twitter.com/RolLindner">Twitter</a></p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/author/rolfaz/">rolfaz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog">Netzwirtschaft</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2013/03/03/airbnb-die-couch-wird-kollektivobjekt-3357/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
