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New Yorker Televisionen

Wer schaut bei Oprah und Jon Stewart vorbei? Was wird in „Meet the Press“ und „Face the Nation“ verhandelt? Wen haben sich Jay Leno und David

Obama, Mona Lisa und die Vorteile des Kopfeinziehens

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  Ach, Obama. Was war doch der Wahlkampf so schön. Und weil er so schön und unterhaltsam und spannend war, darf er auch noch nicht ganz vorbei sein....

 

Ach, Obama. Was war doch der Wahlkampf so schön. Und weil er so schön und unterhaltsam und spannend war, darf er auch noch nicht ganz vorbei sein. Sonst hätte das ganze amerikanische Fernsehen Entzugserscheinungen. Am Wochenende durfte also wieder einmal Sarah Palin mit der Kamera schäkern, auf Fragen ungezielte Nichtantworten geben und dabei ihren Fans manisch zuzwinkern. Gut, es war nur ihre begnadete Doppelgängerin Tina Fey, die das alles anstellte, und es war nur die seit Menschengedenken laufende Satiresendung „Saturday Night Live“, die den Auftritt in einer Wiederholung zeigte. Aber eine Dosis Palin war einfach nötig. Denn was danach kam, war nur noch deprimierend.

Von „Meet the Press“ über „Face the Nation“ bis „This Week“ beherrschten den gesamten Sonntagmorgentalk natürlich die Terrorangriffe in Indien. Ein internationales Problem, sagte dazu, wohl nicht ganz uneigennützig, der pakistanische Botschafter in Washington. Als seien Indien und Pakistan sich nur in allerherzlichster Freundschaft zugetan. Selbst der Stargast des Tages, die noch amtierende First Lady persönlich, war nicht zu Starmoderator Tom Brokaw in Studio gekommen, um Beiläufigkeiten loszuwerden.

Fast legte Laura Bush ein bisschen ihre erprobte Mona-Lisa-Undurchdringlichkeit ab, um Amerika auf das Los der Frauen in Afghanistan aufmerksam zu machen. Wahrlich eine Horrorgeschichte. Aber voller Fortschritte, versicherte Frau Bush. Zum Schluss verführte sie der smarte Brokaw doch noch zum Smalltalk. Jetzt wissen wir wenigstens, dass sie ihrer Nachfolgerin im Weißen Haus schon die eingebauten Kleiderschränke vorgeführt und auch gezeigt hat, wo die Kinder spielen können. Und wie sie die Wahl überhaupt einschätzt? Als wichtiges historisches Ereignis. Sagt es, auf der Stelle zurückverwandelt in Mona Lisa.

Nebenbei: Mona Lisa Bush und der Mann, der immer öfter „No Drama Obama“ heißt, müssten sich doch eigentlich hervorragend vertragen…

Am Abend erlöst uns „60 Minutes“ endlich für ein paar Minuten von der garstigen Politik. Michael Phelps, der Werbeträger mit den acht Goldmedaillen, erzählt dem gebannt lauschenden (und sogar mit ihm um die Wette schwimmenden!) Anderson Cooper, wie er die siebte beinahe nicht bekommen hätte. Zu verdanken hat er sie nämlich seinem serbischen Gegner Milorad Cavic, der den Fehler beging, vor dem Zielanschlag den Kopf zu heben. Phelps behielt den Kopf unten und war so, der perfekten Stromlinienform wegen, schneller. Moral der Geschicht: Kopfeinziehen kann manchmal ratsam sein, vielleicht sogar für den, der pro Tag keine zehntausend Kalorien verspeisen muss.

 


1 Lesermeinung

  1. Es ist schön, einen Hinweis...
    Es ist schön, einen Hinweis auf die interessantesten Momente der US-Talkshows zu bekommen. Aber ich bin mir sicher: Sie alle sind auf den einschlägigen Videoportalen zu finden. Warum, also, werden sie hier nicht eingebunden?

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