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#Nilsläuft

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Mit mir erlebst du Höhenflüge und Alltagsläufe. Ich gebe dir Trainingstipps und Wettkampftricks.

Bleib fit nach dem Marathon

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Ende Oktober werden wieder tausende Marathonläufer durch das Ziel in der Frankfurter Festhalle laufen. Vorbereitet sind die meisten. Aber wie steht’s mit der Zeit nach dem Rennen? Hier kommen die wichtigsten Tipps für eine erfolgreiche Regeneration.

Die Festhalle kocht. Das Ziel ist erreicht. Du hast den Marathon in Frankfurt geschafft. Wahnsinn! Dann wirst du vermutlich gebeten, den Zielbereich zügig zu verlassen. Zeit, um die Regeneration einzuleiten.

Abkühlen

Schon direkt hinter der Ziellinie wirst du Läufer auf dem Boden liegen sehen. Die haben sich total verausgabt und können nicht mehr – das ist okay. Tue es ihnen aber nicht gleich! Bleib nicht stehen! Gehe lieber noch ein Stück weiter und versuche im Außenbereich abzukühlen (Cooldown). Eine Silberfolie hilft dir, dass deine Körpertemperatur nicht zu schnell sinkt. Die Decke bekommst du mit einer Medaille nach dem Zieldurchlauf.

Trinken

Im Freien stehen Verpflegungsstände. Den Plan kannst du dir vorher im Netz ansehen. So weißt du wo das nervige Anstehen nicht lohnt. Erste Priorität hat dein Flüssigkeitshaushalt. Trinke ausreichend und regelmäßig. Mit Sportgetränken oder alkoholfreiem Bier liegst du richtig. So nimmst du auch gleich Kohlenhydrate auf. Alkohol ist tabu. Wirklich!

Essen

Nun locken Butterkuchen und Bananen. Nimm ruhig gleich ein paar Stücke, denn die Schlangen vor den Ständen können lang sein. Dann hast du beim Warten etwas zu knabbern. Die Schlangen vor den Duschen, der Gepäckausgabe und der Chipabgabe erwarten dich nämlich auch noch. Bedenke, dass die Regeneration erst dann beginnen kann, wenn die Glykogenspeicher durch die Aufnahme von Kohlenhydraten wieder gefüllt sind. Je schneller, desto besser. Wenn du noch nichts essen willst, ist das aber vollkommen in Ordnung. Dann trinke einfach noch ein alkoholfreies Bier oder eine Fruchtschorle. Die enthaltenen Kohlenhydrate werden schnell verarbeitet.

Duschen

Jetzt ab in die Dusche und danach bequeme Kleidung anziehen. Ich dusche Arme und Beine nach dem Laufen kalt ab. Das ist zwar für das Immunsystem eine Belastung, aber es tut richtig gut. Einseifen und abspülen mache ich mit warmem Wasser. Mein Tipp: Wenn du in Frankfurt eine Unterkunft hast, dusche dort. Die Duschen auf dem Messegelände sind überfüllt.

Bewegen

Zum Hauptbahnhof ist es zu Fuß nicht weit und du kommst besser durch als mit öffentlichen Verkehrsmitteln. In den nächsten Stunden und Tagen fördert lockere Bewegung die Durchblutung und damit die Regeneration. Wenn deine Lieben dich begleiten, könnt ihr ein Stück zusammen gehen. Kompressionssocken (wieder) anziehen und los. Kompression hilft dir bei der Regeneration, weil die Durchblutung gefördert wird. Diese Hose ist

Noch mehr bewegen

Hast du noch ein paar Tage Zeit? Wie wär‘s mit einem Stadtbummel – Frankfurt ist schön. Das hilft, die Muskeln zu durchbluten. Stoffwechselabfälle werden schneller abgebaut und Nährstoffe erreichen früher die Muskeln. Ein heißes Bad, eine Massage oder ein Saunagang sind ebenfalls gut für die Regeneration. Dabei kannst du auch nochmal über deine tolle Leistung nachdenken. Du Finisher!

Trainieren?

Eine Faustformel für die Regenerationszeit lautet: Gelaufene Kilometer = Tage Regeneration. Das wären das also 42 Tage. Ob das zu lang oder zu kurz ist, ist sehr individuell. Belastung solltest du jedenfalls in den ersten Tagen meiden, aber Bewegung suchen. Wann du wieder laufen kannst, wird dein Körper dir schon vorgeben. Mach lieber einen Tag länger Pause.

Hast du wiederkehrende Schmerzen? Dann ab zum Arzt.

Der Frankfurter war übrigens mein erster Marathon. Ein tolles Erlebnis. Ich muss aber auch zugeben, dass mich die Masse der rund 15.000 Läufer irritiert hat. Danach entschied ich mich, längere Strecken als 40 Kilometer zu laufen und mehr Zeit mit Landschaftsläufen zu verbringen. Vielleicht hast du danach auch Lust auf Ultraläufe.

Wie ist dein Eindruck vom Frankfurt Marathon? Schreib mir an n.thies@faz.de

 

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1 Lesermeinung

  1. 11.000 irritieren?
    Wenn Sie schon von 11.000 Mitläufern irritiert sind, wie würden Sie sich dann beim Berlin-Marathon fühlen?
    Bei meinem ersten Berliner Lauf vor 12 Jahren waren’s nur rd. 30.000 Läufer, mittlerweile ist der Lauf auf 40.000 angeschwollen und, zugegebenermaßen nicht mehr laufbar, wenn man nicht als Genußläufer rein des Unterhaltungsprogramms an der Strecke willens mitläuft. Besonders gute Zeiten sind damit ausgeschlossen. Desweiteren haben sich die Organisationen drumherum so kommerzialisiert, dass man nicht mehr das Gefühl hat, Sport zu treiben, sondern nur noch die Sponsoren zu bedienen.
    Es ist tatsächlich so, mich zieht es auch stärker raus aus der Stadt, rein in die Natur. Trailläufe, mit und ohne Hund, um einige km frei zu laufen und die Umgebung zu genießen. Dabei ist es unerheblich, ob man bei 42 km, darüber oder darunter ankommt. Ich habe nur Bedenken, dass der Trend tatsächlich dorthin geht und wir in einigen Jahren beim Rothaarsteig auch an die 5.000 Teilnehmer haben. Der Rennsteig wird alljährlich voller.
    Trotzdem: keep on running!

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