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#Nilsläuft

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Mit mir erlebst du Höhenflüge und Alltagsläufe. Ich gebe dir Trainingstipps und Wettkampftricks.

Der große Schuhtest für den Spendenlauf

| 2 Lesermeinungen

Wer lange läuft braucht gute Schuhe und für einen Ultramarathon braucht es die besten. Zeit für einen großen Schuhtest für 230 Kilometer Spendenlauf.

Ich habe drei Monate fünf Paar Schuhe für meinen Spendenlauf am 14. Mai getestet.
Dabei werde ich hoffentlich 230 Kilometer auf Asphalt zurücklegen. Das stellt natürlich hohe Ansprüche an die Schuhe, die einerseits schnell zu laufen, andererseits aber genug gedämpft sein müssen, was auch für Läufer mit weniger Kilometerleistung interessant ist.

Testaufbau: Die Schuhe haben jeweils 10 Kurzstrecken (ca. 10 km) und mindestens drei Langstrecken (25km) mitgemacht. Jedes Paar musste außerdem einen Lauf über matschige Feldwege ertragen. Das Wetter war übrigens oft mies.

Anforderungen an die Schuhe

Der Lauf gibt die Anforderungen vor. Gute Dämpfung bei guter Wettkampfgeschwindigkeit und maximale Langstreckenfähigkeit. Breiter Schuh, für meine breiten Füße und ggf. Platz für Schwellungen. Alle sind sogenannte Neutralschuhe.

Die Modelle im Test:

  • Asics FuzeX
  • Brooks Gost 8
  • Inov-8 Roadclaw 275
  • La Sportiva Akasha
  • Saucony Triumph ISO 2

Der Einstieg

Asics FuzeX© Nils ThiesAsics FuzeX

Das erste Gefühl ist wichtig, darum Konzentration beim Hineinschlüpfen. Wo drückt der Schuh? Gibt es potentielle Scheuerstellen? Aber überraschenderweise merke ich zunächst nichts. Alle Schuhe sind bequem. Allenfalls der FuzeX bemerkt meinen Platt-Spreiz-Senkfuß und liegt deutlich unterhalb des Knöchels an. Ghost, Roadclaw und Akasha sind bequem und fest, der Saucony gerade zu weich. Ob das was taugt? Aber jetzt fliegen erstmal die werkseitigen Einlagen raus und werden durch meine orthopädischen Einlagen ersetzt. Platz ist dafür in allen Schuhen.

Kurzstrecken

Brooks Ghost 8© Nils ThiesBrooks Ghost 8

Schon auf den ersten Kilometern zeigen sich Unterschiede. Während Akasha, FuzeX und Triumph den Fersenläufer unterstützen, bleibt der Ghost gleichgültig. Der Roadclaw, der besonders in schnellen Passagen Spaß macht, bevorzugt Vorfußläufer. Er ist einfach, leicht und nervt nicht mit störenden Stabilisierungselementen, wie fast alle Modelle.

Einzig der FuzeX erinnert mich öfter durch die drückende Seitenwand am Knöchel an seine Existenz. Unangenehm fällt auch der Akasha auf, der am Spann eine kräftige Druckstelle mit Blase hinterlässt. Lockern der Senkel schafft übrigens keine Abhilfe.

Überraschend griffig wirkt der Triumph von Saucony. Nicht nur die Sohle greift entschlossen in den Asphalt, auch der Fuß sitzt stabil im vollgedämpften Schuh. Weichei? Von Wegen. Das gleiche Gefühl erzeugt der Ghost, auch wenn er etwas fester gefertigt ist. Auf feuchten Oberflächen ist er außerdem nicht ganz rutschsicher.

Langstrecken

Inov-8 Roadclaw© Nils ThiesInov-8 Roadclaw

Nun geht’s ans Eingemachte. Je weniger die Schuhe rumzicken desto besser, denn auf 230 Kilometern habe ich andere Sachen zu tun, als ständig auf meine Schuhe zu achten. Leider ist der FuzeX immer noch nicht bereit nachzugeben und drückt am Knöchel. Sonst läuft es super mit uns. Der mittelharte Schuh ist eine guter Kompromiss aus Stabilität und Dämpfung.

Der Akasha lässt auch nicht locker ist schrubbelt weiter an meinem Spann, den ich mittlerweile mit Klebeband schütze. Sonst ist der Schuh sehr gut gemacht, hat ein gut gedämpftes Hinterteil und ist am Vorfuß hart genug.

Mit dem Roadclaw werde ich zwar schnell warm, aber zurücklehnen ist nicht. Nun bin ich stilistisch kein begnadeter Läufer. Wähle ich den Fersenlauf, wie bei mir üblich auf Langstrecken, wird es unrund. Ich hab das Gefühl ich arbeite gegen den Schuh – klipp, klapp, Hacke, Ferse…

Achja, da war doch noch etwas. Schnell in Vergessenheit geraten Ghost und Triumph. Sie laufen und laufen, ohne zu stören. Die Schnürungen sitzen, sie bieten festen Halt und ermüden den Fuß nicht – top auch bei ultralangen Strecken von über 40 Kilometern.

Abseits der Piste

La Sportiva Akasha© Nils ThiesLa Sportiva Akasha

Wer kurz mal abseits befestigter Wege läuft, wir mit allen Modellen durchkommen. Der Akasha ist am wenigsten aus dem Tritt zu bringen, was wohl der Vergangenheit von La Sportiva als Berglaufspezialist geschuldet ist.

Optik

Zum Schluss noch das Aussehen, welches bekanntlichermaßen keine Rolle spielen sollte, aber doch ein menschlicher Faktor ist. Hier gewinnt bei mir die schlichte Eleganz: der FuzeX. Der lehrt die Mitläufer zwar nicht das fürchten, ziert aber durchaus auch im Büro den schlanken Fuß.
Paradiesvogel Roadclaw in Neongelb und Hellblau, gewinnt den Aufmerksamkeitspokal mit der einfachen aber klaren Botschaft: Achtung, hier komm ich.

Siegerehrung

Saucony Triumph Iso 2© Nils ThiesSaucony Triumph Iso 2

So, und nun das große Finale….welche Schuhe werde beim Spendenlauf tragen?Vorher muss gesagt werden, dass eigentlich alle Schuhe hervorragend zum Laufen geeignet sind. Mit den unterschiedlichen Anforderungen, kann es eben nicht den einzigen Schuh geben, der alles kann.

Jetzt aber: Tataaa, es sind: die Saucony Triumph Iso 2 und die Brooks Ghost 8. Zwei Paare, die ich abwechselnd laufen werde. In der ersten Hälfte die härteren, aber etwas schnelleren Ghost, und in der anderen Hälfte die Triumph. Die dämpfen dann die Stöße auf die müden Knochen besser ab.

 

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2 Lesermeinungen

  1. Wozu noch spenden
    Übernehmen das jetzt nicht die hier erwähnten Hersteller? Ein Hinweis, daß der beste Schuh eine sehr individuelle Sache ist, wäre auch angebracht gewesen.

    • Danke für den Beitrag. Spenden lohnt sich in jedem Fall. Die Hersteller-Diskussion wird oft geführt. Am Ende heißen Schuhe wie sie heißen. Bier heißt, wie es heißt und Fußballvereine haben ebenfalls Namen. Es ist schwer über etwas zu berichten, ohne Namen zu nennen, Herr Decker. Am Schluss noch dieser Satz aus dem Text: „Mit den unterschiedlichen Anforderungen, kann es eben nicht den einzigen Schuh geben, der alles kann.“

      Viele Grüße, Nils

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