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#Nilsläuft

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Mit mir erlebst du Höhenflüge und Alltagsläufe. Ich gebe dir Trainingstipps und Wettkampftricks.

Energieriegel fürs Laufen

Energie ist das Wichtigste beim Laufen. Deswegen braucht jeder den Treibstoff, der einem schmeckt und gut bekömmlich ist. Ich habe vier Riegel aus dem Supermarkt probiert – und einen zu Hause selbst gemacht.

IMG_2466Wenn die Leute hören, welche Distanzen ich im Training und bei Wettkämpfen laufe, zeigen die Gesichter meistens Erstaunen. Danach folgen sogleich ein paar Fragen. Eine der häufigsten ist: Was isst du beim laufen? Eine Antwort gebe ich nun mit einem Test industrieller Produkte und einer Anregung, etwas Eigenes zu probieren. Ich habe einfach mal vier Riegel verschiedener Marken gekauft und getestet.

Daher zuerst zu den industriellen Energieriegeln, die mir mit der Zeit über den Weg gelaufen sind.

Aldi Power-Eiweiß-Riegel Stracciatella (45 Gramm)

IMG_2481Der Riegel von Aldi nennt sich selbst Eiweißriegel. Ein Riegel enthält etwa 14 g Eiweiß und 17,4 g Kohlenhydrate (davon 13 g Zucker). Das macht ihn auch für längere Läufe interessant, bei denen Eiweiß wichtig für die Regeneration der Muskulatur wird. Es wird leider nicht deutlich, um welche Art Eiweiß es sich handelt. Der Körper nimmt es nämlich unterschiedlich gut auf und der Wirkungsgrad variiert. Der Riegel enthält außerdem Vitamine, die für die Leistungsfähigkeit wichtig sind.

Wem Stracciatella gefällt, der wird den Riegel mögen, allerdings ist das Aroma wohl nicht natürlichen Ursprungs. Durch den Zuckeranteil wird er klebrig im Mund, was die umhüllende Schokolade noch verstärkt.

Durch die kompakte Form, kann man den Riegel gut transportieren, ohne dass er beim Laufen Schaden nimmt. Auch in einer Laufweste verformt er sich nur wenig. Die Schokolade schmilzt bei Wärme und führt zu klebrigen Fingern. Ich habe die Stracciatella-Mischung beim langen Trainingsläufen gut vertragen, war aber vom Essgefühl nicht ganz überzeugt: zu klebrig, zu süß.

Alnatura Amaranth Zartbitter (25 Gramm)

IMG_2490Dieser Riegel ist aus dem alten Getreide der Inka, dem Amaranth. Er ist locker luftig und bemerkenswert leicht. Ein Riegel mit Zartbitter-Überzug enthält 12,5 g Kohlenhydrate pro Riegel (davon 8,25 g Zucker).

Trotz der Schokolade ist der Energieriegel nicht zu süß. Der Geschmack ist gut. Leider ist er aber sehr bröselig und hat schon beim Laufen in der Packung Schaden genommen. Das Mundgefühl variiert von anfänglich trocken-mehlig bis zart-schmelzend.

Der Riegel ist bekömmlich und schmeckt gut. Er ist nicht zu süß und macht einen locker leichten Eindruck. Mein Fazit: Schmeckt gut, an das Mundgefühl muss man sich gewöhnen, schwer ihn schadenfrei zu transportieren.

DM Sportness Energie Zitrone-Buttermilch (35 Gramm)

IMG_2486Der Energieriegel von DM ist ein kompakter, fruchtiger Riegel mit Schokoladenüberzug. Er enthält 15 g Kohlenhydrate und 12 g Eiweiß. Außerdem sind etliche Vitamine drin: Vitamin B1, 6, C und E.

Der Riegel ist lecker und bekömmlich, jedenfalls hatte ich beim Laufen keine Verdauungsprobleme. Er schmeckt und entwickelt ein geschmeidiges Mundgefühl, ohne klebrig zu sein. Die Schokolade steht in einem guten Kontrast zur fruchtigen Masse. Ein Nachtteil ist der künstliche Geschmack, den ich zuerst für Orange gehalten habe.

Seitenbacher Energiebombe (50 Gramm)

IMG_2494Dieser schwere Energieriegel enthält 19,5 g Kohlenhydrate und 14 g Fett und 4,5 g Eiweiß. Er ist in zwei Portionen in der Packung.

Der Geschmack ist sehr gut und erinnert an Marzipan – nicht zu süß. Er ist sehr kompakt und sättigend, aber die zweiteilige Form des Riegels, lässt eine clevere Portionierung zu. Mir hat er am besten gefallen. Wer Mandeln nicht verträgt, sollte aufpassen. Der Energieriegel enthält 44 Prozent davon.

Energieriegel selbst gemacht (Gewicht unbekannt)

Die ausprobierten Riegel sind ja gut und schön, aber ich möchte eigentlich weniger Zucker und mehr komplexe Kohlenhydrate in einem Energieriegel haben. Ich habe noch keinen Riegel gefunden, der ohne Industriezucker auskommt, daher mache ich meine Riegel oft selber. Das Rezept habe ich aus einem verunglückten Bananenkuchen abgeleitet.

Dazu nehme ich:

  • 3 Bananen (man kann auch zerdrückte Hülsenfrüchte nehmen)
  • etwas Mehl (Weizen oder Vollkorn)
  • Haferflocken (zerkleinert und evtl. über Nacht gewässert)
  • 1-2 TL Nussmus (Sorte nach Belieben, ich mag Erdnuss am liebsten)
  • 1-2 TL Kokosmus oder Kokosöl
  • Nüsse und Rosinen (nach Belieben und Verträglichkeit)
  • Süße (z.B. Agavendicksaft)

IMG_2659Die Bananen zerdrücken und die anderen Zutaten hinzugeben. Es muss eine dicklicher Teig entstehen. Die Festigkeit kann mit dem Mehl justiert werden. Den Teig locker durchrühren und auf ein Backblech mit Backpapier geben und bei 180 Grad backen. Etwa drei Zentimeter hoch und rechteckig ausstreichen. Nach 10 Minuten nachschauen wie die Kruste ist – sie sollte nicht zu dunkel werden (ggf. weiter backen).

Hinweis: An sein Lieblingsriegel muss man sich heranarbeiten. Probiert es aus und variiert das Rezept. Die Riegel sind nicht sehr süß, aber schmecken aufgrund der Banane sehr lecker. Zu den Nährwerten kann ich leider nichts sagen, aber während des Laufens fand ich sie am besten und die Bekömmlichkeit ist garantiert. Denn ihr müsst nichts reinmischen, das euch nicht gefällt.

Jetzt wünsche ich gutes Gelingen und viel Spaß.

Hast du Fragen zum Rezept? Oder Tipps? Dann schreib mir über die Kommentarfunktion oder an n.thies@faz.de. Auf Twitter (@nils_thies), Facebook oder Instagram (NilsLaeuft) bin ich auch zu finden.

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