Home
#Nilsläuft

#Nilsläuft

Mit mir erlebst du Höhenflüge und Alltagsläufe. Ich gebe dir Trainingstipps und Wettkampftricks.

Nils‘ Lektüre: Lauf in den Tod

Gerd Fischer schreibt über das Laufen. Aber nicht nur das. Denn in der Frankfurter Läuferszene wird gemordet. Ein spannendes Buch – nicht nur für Sportler.

Laufen macht Spaß und ist gesund? Von wegen. Es ist lebensgefährlich. Zumindest im Krimi des Frankfurter Autoren Gerd Fischer. Er lässt den Mordkommissar Andreas Rauscher in Frankfurts Niddatalpark ermitteln, in dem ausgerechnet sein Kumpel Torben die Leiche eines Joggers findet. Aber es ist nicht irgendein Jogger. Der Tote ist Mitglied in Torbens Laufgruppe. Eine Truppe bunter Charaktere mit ganz unterschiedlichen Ambitionen. Damit ist er natürlich der Hauptverdächtige des Falles, zumal er kein wasserdichtes Alibi hat. Und Rauscher? Steht vor einem Problem. Denn er muss ihm einerseits helfen, seinen Schock zu überwinden, und andererseits gegen ihn ermitteln.

Es wäre ein schlechter Krimi, wenn es dabei bliebe. Und so spitzt sich die Lage allmählich zu. Rauscher verläuft sich im Kleinklein der Spuren und muss weitere Opfer zählen. Beziehungstat? Doping mit System? Neid? Den Staatsanwalt im Nacken und den nächsten Mord vor Augen schlüpft er in die Laufklamotten und treibt die Ermittlungen voran. Am Ende klärt Rauscher die Tat natürlich auf, aber nicht nur das.

Lauf in den Tod ist kein apokalyptischer Krimi. Die Charaktere überraschen, und nette Anekdoten verkürzen die gefühlte Lesezeit. Nette Seitenhandlungen erfrischen. Im Nu ist man um eine tolle Geschichte bereichert und fragt sich, wie es wohl weitergeht mit dem Kommissar. Ganz nebenbei kann man noch etwas lernen. Über das Laufen, über falsche Ambitionen und ein Frankfurt abseits von Bankentürmen und Bahnhofsviertel.

Leseprobe

Nur weg, dachte er, nur weg!
Das Gesicht des Mannes war grau wie das Wetter. Schweiß rann ihm über Stirn und Nase, brannte in den Augen. Das Laufshirt klebte auf seiner Haut. Sein Blick sauste über den Niddauferweg und die danebengelegene Wiese.
Nebel, dachte er, nichts als Nebel.
Er kam fast ins Stolpern, als er einer riesigen Pfütze ausweichen wollte.
Warum musste das ihm passieren, ausgerechnet ihm?…Vor Rauscher lag der Park. Etwas stimmt hier nicht, empfand er, als er an der Nidda stand, dem Fluss seiner Jugend. Eine Welle der Erinnerung spülte ihn zurück an die Ufer seiner Kindheit. Der Fluss, in dem er gebadet hatte, als er noch klares Wasser führte, an dessen Ufern er mit Freunden und Freundinnen gespielt hatte, schwamm leise vor sich hin. Er konnte nicht genau erfassen, was es war. Die Stille? Kein Mensch weit und breit. Eigentlich logisch, sagte er sich, samstags um diese Uhrzeit.

Das Buch

4ölp2e89e20ß90ßHZ0Lauf in den Tod – Taschenbuch mit 216 Seiten.
ISBN 978-3981357103.
Mainbook-Verlag
Erstauflage 2010

Der Autor

Gerd Fischer, geboren 1970 in Hanau, aufgewachsen in der Wetterau, lebt und arbeitet in Frankfurt-Bockenheim. Sein erster Krimi „Mord auf Bali“ und gleichzeitig Kommissar Rauschers erster Fall wurde 2006 veröffentlicht (Neuauflage 2011 im Mainbook-Verlag, www.mainbook.de).

1