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#Nilsläuft

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Mit mir erlebst du Höhenflüge und Alltagsläufe. Ich gebe dir Trainingstipps und Wettkampftricks.

Barfußlaufen für Einsteiger

Laufen ohne Schuhe kann jeder. Es fördert eine ganzheitliche Bewegung und ist außerdem ein wunderbares Sinneserlebnis. Also raus aus den Schuhen und rein ins Vergnügen!

 

Was bringt barfuß laufen?

Den Sohlen freien Lauf lassen ist nicht nur gesund, es ist ein reizendes Erlebnis. Plötzlich fühlt der Fuß mehr als nur den Schuh. Die ungewohnte Belastung  macht den Fuß stark und trainiert viele Muskeln, die in Schuhen belastungslos bleiben. Das heißt aber auch: anfangs langsam dran gewöhnen. Schnell gibt es Überlastungen, gerade beim Laufen. Lieber erst mal auf angenehmem Untergrund gehen. So etwa 10-15 Minuten und etwa ein, zwei Mal die Woche.

Trainierte Barfußläufer bekommen Hornhaut, die wiederum den Fuß schützt und gehen auf nahezu allen Untergründen. Besonders kniffelig sind Schotter und Steine, aber auch Waldböden mit vielen Ästen. Sand ist wunderbar für Anfänger geeignet. Versuche auf dem Mittel- oder Vorfuß zu Laufen, sonst geht der Aufprallstoß fast ungedämpft in die Gelenke. Beim Vorfußlaufen dämpfen die Muskeln (besonders Wade) den Stoß.

Und was bringt Barfußlaufen, außer Hornhaut?

Zunächst ist es im besten Fall gar keine Hornhaut die wächst, wenn wir barfuß laufen, sondern eine Art Lederhaut. Vergleichbar mit Hundepfoten, haben gewöhnte Läufer dann mehr Unterhautfettgewebe. Das ist nicht rissig wie Hornhaut.

Und, wie oft, wird die Muskulatur durch die Belastung im Fuß gestärkt. Und im Fuß sind sechzig Muskeln! Sie schützen 26 Knochen. Das bringt mehr Kraft beim Laufen und senkt das Verletzungsrisiko für Läufer. Das Training wirkt außerdem Plattfüßen entgegen, die durch Dämpfung und Nicht-Benutzen der Füße mit den Jahren entstehen können. Ungedämpftes gehen stärkt das Fußgewölbe, die Beine und die Hüfte. Wir ändern unseren ganzen Gang.

Und nicht nur das. Wir gönnen unseren Füßen ganz neue Reize. Aus den Schuhen befreit, fühlen wir plötzlich rauen Beton, nasses Gras oder bröckeligen Sand. Wahnsinn, wie das prickeln kann. Schnell wird uns klar, warum wir öfter ohne Schuhe sein sollten. Aber Vorsicht, nicht übertreiben. Wir holen nichts in ein paar Stunden auf, was wir seit der Kindheit nicht mehr gewöhnt sind. Unsere weichen Sohlen und die schlaffen Muskeln bauen wir am besten langsam auf. Anfangs schützen Barfußschuhe vor Steinen und Splittern. Profis lassen sie dann ganz weg.

Was zu beachten ist?

Schuhe aus und ab dafür? Gemach, gemach, nichts überstürzen. Ein paar Kleinigkeiten gilt es zu beachten:

  • Neubarfußläufer sollten es nicht übertreiben und zunächst 10-15 Minuten, 1-2 Mal die Woche ausprobieren.
  • Anfangs Barfußschuhe tragen oder einen sauberen Untergrund suchen (Tartanbahn). Mit der Zeit bildet sich Hornhaut, die dich unempfindlicher macht.
  • Weicher Untergrund läuft sich anders als harter. Bitte probiere aus, auf welchem du dich wohl fühlst.
  • Nasser Untergrund weicht die Füße auf und das Verletzungsrisiko steigt.
  • Unbedingt auf dem Vorfuß laufen, weil sonst der Hacken ungedämpft auf den Boden trifft. Durch das Vorfußlaufen federn Muskeln den Stoß ab, was wiederum einen Trainingseffekt bringt.
  • Bei Schmerzen in der Wade, Schienbein oder Achillessehne vorsichtig sein.

Hast du Fragen oder Tipps zum Barfußlaufen? Dann schreib mir über die Kommentarfunktion oder an n.thies@faz.de. Auf Twitter (@nils_thies), Facebook oder Instagram (NilsLaeuft) bin ich auch zu finden.

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