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#Nilsläuft

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Mit mir erlebst du Höhenflüge und Alltagsläufe. Ich gebe dir Trainingstipps und Wettkampftricks.

Laufen im Winter – Ein Glossar fürs Überleben

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In der kalten Jahreszeit zu laufen ist manchem ein Graus. Dabei ist Laufen im Winter ganz einfach, wenn man ein paar Erfahrungen macht.

Wie läuft man denn jetzt richtig im Winter? Findige Bloggs (wie meiner) und Medien aller Art, haben darauf viele Antworten. Aber es gibt nicht nur eine Wahrheit. Alles stimmt und nichts ist richtig. Das ist blöd für dich, weil du mal wieder deine eigenen Erfahrungen sammeln musst. Ein paar Tipps kann ich dir trotzdem geben.

Atmungsaktiv: Ein schönes Wort. Leider suggeriert es viel und muss heutzutage für alles herhalten. Man kann nicht alles haben. Eine atmungsaktive Regenjacke ist trotzdem nur bei Regen sinnvoll. Also glauben wir lieber nicht allem, das sich atmungsaktiv nennt.

Baumwolle: Nicht gut, weil es Feuchtigkeit aufsaugt, die dann den Körper auskühlt. Hat im Sport nichts verloren. Auch nicht als Unterwäsche.

Barfußlaufen: Bei Wind und Wetter ohne Schuhe zu laufen erfordert Mut. Es bringt aber einiges an Spaß, wenn man es nicht übertreibt. Nass sollte es nicht sein, da sonst die Haut „aufweicht“ und die Verletzungsgefahr steigt. Aber 5-10 Minuten auf der Wiese oder im Schnee machen richtig Spaß. Nachher gut abtrocknen. Einen weiteren Beitrag zum Thema findest du hier.

Erkältung: Fühlst du dich schlapp? Dann bleib daheim. Erkältungen kann man nicht einfach weglaufen.

Ernährung: Im Winter braucht man nicht viel mehr als im Sommer. Aber die Vorlieben verschieben sich. Mal ganz abgesehen vom Speiseplan, der ja bei vielen eher deftig aussieht, solltest du das essen, was du magst.

Handschuhe: Meistens brauche ich keine Handschuhe, da ich sehr oft warme Hände habe. Handschuhe sollte man aber trotzdem stets dabei haben, besonders bei Wind. Eine dünne Variante passt in jede Laufweste und kann auch in der Nacht gute Dienste leisten. Bei Handschuhen muss man viel probieren, aber meiner Meinung nach sind die teureren Markenprodukte die bessere Wahl.

Kunstfaser: Ein weites Feld. Meistens ist es Polyester, das zwar die Feuchtigkeit schwer aufnimmt, sich aber auch künstlich anfühlt. Meiner Meinung nach schwitzt man auch schneller, was aber individuell anders sein kann. Leider stinken die meisten Kunststoffe auch nach oder schon während des Gebrauchs. Eine Alternative ist Merinowolle (siehe Wolle).

Laufstil: Es gibt keinen Winterlaufstil. Lauf einfach so, wie du willst. Wenn es glatt wird, sind kürzere Schritte aber besser, da der Körper-Schwerpunkt günstiger ist. Ich finde langsames Laufen übrigens wesentlich stabiler als gehen, weswegen ich auf glatten Flächen laufend ein besseres Gefühl habe.

Motivation: Im Winter motiviert zu bleiben ist nicht schwer. Zwar ist manchmal mieses Wetter, aber wenn man erstmal losgelaufen ist, ist es halb so schlimm. Es stärkt die Abwehrkräfte, die frische Luft bekommt uns wohl und die Durchblutung wird mal wieder richtig gefordert. Toll! Wer dennoch Probleme hat, kann gerne meinen Beitrag zu Thema Motivation lesen.

Mütze: Schon mal gehört? 50 Prozent der Körperwärme gehen über den Kopf verloren! Aber das erste Mal waren es noch 6 Prozent, dann 11 und mittlerweile überschlagen sich die Prozente. Will sagen: man muss nicht zwanghaft eine Mütze aufsetzen. Vielleicht reicht dir schon ein Stirnband oder ähnliches. Mein Tipp: Dünne Wollmützen (Merino).

Schal: Mein Muss, der Schlauchschal. Meiner ist aus Merinowolle und kratzt nicht. Er ist auch feucht noch warm und lässt sich als Halstuch, Stirnband oder Mütze einsetzen. Eine vielseitiger Begleiter, der mir auch im Sommer schon gute Dienste geleistet hat.

Schnee: Eigentlich ungefährlich, wenn er nicht gerade glatt ist. Normale Schuhe reichen oft aus – es müssen nicht unbedingt GoreTex-Schuhe sein. (siehe Schuhe). Wenn Eis dazu kommt, kann man Schneeketten für die Schuhe anziehen.

Schuhe: Schnee und Eis erfordern natürlich taugliche Schuhe. Aber auch mit normalen Trailschuhen lassen sich die Strecken in unseren Breitengraden bezwingen, wenn Schnee liegt. Nässe ist etwas anderes. Wer durch Schneematsch oder Schlamm läuft, darf ruhig nach Schuhen mit Goretex oder ähnlicher Technologie schauen. Die sind meistens teurer und man schwitzt schneller (auch wenn sie noch so atmungsaktiv sind). Aber wie gesagt, auf normalen Wegen oder im Park, reichen auch normale Schuhe.

Training: Wer im Winter trainiert, ist im Sommer fit. Da ich mich oft auf lange Läufe vorbereite, kann ich das Training im Winter nicht ausfallen lassen. Das heißt aber nicht, dass ich es nicht ruhig angehen lasse. Im Winter zählen für mich eher lange Strecken und frische Luft.

Tempotraining: Anders als im Sommer ist Tempotraining im Winter für mich tabu. Die Anstrengung ist enorm und die Intervalle würden ein ständiges Anpassen der Kleidung nötig machen. Hinzu kommt die kalte Luft, die das Atmen erschwert und uns anfällig für Krankheiten macht. Also Tempo runter – weniger ist mehr. In einer Sporthalle wäre das natürlich kein Problem.

Trinken: Das ist natürlich genauso wichtig wie im Sommer, denn auch jetzt schwitzen wir. Allerdings ist das Durstgefühl ein anderes, weswegen wir manchmal weniger trinken – also darauf achten. Auf langen Strecken empfehlen sich isolierte Trinkblasen und Schläuche, damit die Getränke nicht zu kalt in den Körper kommen.

Wind: Das schlimmste und gefährlichste bei kalten Temperaturen ist Wind. Durch den Wind-Chill-Effekt kühlt unser Körper aus. Je schneller, desto stärker der Wind. Besonders in alpinen Gebieten ist also an winddichte Kleidung zu denken. Beim Laufen im Winter habe ich meistens eine Windjacke an (Windstopper etc.). Nur an windstillen Tage laufe ich ohne.

Wolle: Baumwolle geht gar nicht (siehe Baumwolle). Merinowolle ist dagegen etwas anderes. Ich finde Merinowolle echt klasse (Nein, ich bekomme kein Geld von der neuseeländischen Schafzuchtindustrie). ich benutze sie im Sommer und im Winter. Schweiß fühlt sich nicht unangenehm an und wird schnell weitergegeben. Außerdem stinkt sie nicht, wie die meisten Kunstfasern.

Zwiebelprinzip: Eine tolle Sache. Direkt am Körper eine dünne Schicht, dann je nach Temperatur und Anstrengung weitere Schichten. Außen kommt dann die dickste Schicht oder Regenjacke drüber, wenn nötig. Meine Zwiebel hat meistens nur zwei Schichten. Ein langes Oberteil aus Merinowolle und eine Windjacke reichen mir meistens. Untenrum tut es oft eine Schicht aus einer dreiviertellangen Hose (winddicht). Wichtiger finde ich Mützen, Schals und Handschuhe.

Hast du Anmerkungen zum Beitrag? Dann schreib mir über die Kommentarfunktion oder an n.thies@faz.de. Auf Twitter (@nils_thies), Facebook oder Instagram (NilsLaeuft) bin ich auch zu finden.

 

 

 

 

 

 

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1 Lesermeinung

  1. Danke, gute Tipps
    Eine kleine Anmerkung dennoch. Kalte Temperaturen gibt es nicht, niedrige Temperaturen dagegen sehr wohl :-)

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