Home
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
Weitersagen Kommentieren
 

Das Prinzip Klinsmann Reloaded?

29.02.2008, 14:33 Uhr  ·  Ja, er kommt wieder! Und damit können wir Jürgen Klinsmann (und die Entscheidung von Bayern München) wieder in die Diskussion um die Entwicklungen der aktuellen Arbeitswelt einbringen.

Von

Ja, er kommt wieder! Und damit können wir Jürgen Klinsmann (und die Entscheidung von Bayern München) wieder in die Diskussion um die Entwicklungen der aktuellen Arbeitswelt einbringen.

Bild zu: Das Prinzip Klinsmann Reloaded?

Rückblick: Bereits im August 2005 verfasste der Autor dieses Reiseführers einen kleinen Artikel mit der  Überschrift „Von Klinsmann lernen!” und diskutierte Klinsmanns Leitbildfunktion als Führungskraft. Schon damals wurden diese Aussagen aber äußerst kontrovers diskutiert.

Unter anderem erschien im Februar 2006 in einem Management-Hochglanzmagazin ein Artikel über Fußballtrainer, in dem die wirklichen Supertrainer vorgestellt wurden, nämlich Peter Neururer, Ottmar Hitzfeld und Jürgen Klopp. Die Idee, Jürgen Klinsmann dagegen ganz groß mit seinem Stil als neue Form und gar als Leitbild zu präsentieren, wurde von der Herausgeberin kategorisch abgelehnt. Nein, man ist/war sich irgendwie mit den Fachleuten einig, dass Klinsmann nicht in diese Gruppe der „richtigen” Trainer und Führungskräfte gehört. Lediglich den kurzen Satz, wonach Klinsmann ein lebendes Beispiel für den transformationalen Führungsstil darstellt, konnte man der Redaktion abringen.

Und damit sind wir beim „Prinzip Klinsmann 1″ und beim Eintrag in den Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt” angekommen: „`Das Prinzip Klinsmann 1´ ist das nach Jürgen Klinsmann benannte WM-Führungsmodell, das auf Vision, Eigenverantwortung und Stammplatzverzicht abstellt”.

Entsprechend heftig waren damals auch (vor der Fußball-WM) die Reaktionen in den diversen Vorträgen zum Prinzip Klinsmann: Vor allem nach dem hoch verlorenen Vorbereitungsspiel gegen Italien war man sich einig, dass dieser Trainer mit viel Glück allenfalls ein kleines Strohfeuer in der Vorrunde abfeuern würde.

So ganz falsch war die damalige Kritik vielleicht nicht und deshalb wird es jetzt wirklich interessant: Denn jetzt werden wir sehen, wie es weitergeht. Kann eine „visionäre” Führungskraft mit einem transformationalen Führungsstil wirklich den Alltag gestalten, zu dem wöchentliche Bundesligaspiele, DFP-Pokal und internationale Auftritte gehören, also sowohl die Vorbereitung auf Gegner vom Niveau Amateurverein bis hin zu europäischen Top-Teams. Und ein tägliches Training, dass  ebenso passen muss wie intensiver Pressekontakt und der Umgang mit dem Trio „Beckenbauer-Hoeneß-Rummenige”.

Dazu hat Jürgen Klinsmann zwei Optionen: Entweder spielt er ein Jahr nach „Prinzip Klinsmann 1″ den distanzierten Visionär (transformational) und überlässt die tägliche Arbeit (transaktional) einem Co-Trainer. Oder aber er bringt sich vier Jahre voll und permanent ein, was zu einem noch näher zu definierenden „Prinzip Klinsmann 2″ führen würde. Auch wenn die meisten Kommentatoren offenbar zur erstgenannten Variante neigen, wagt der Anhalter durch die Arbeitswelt eine andere Prognose: Jürgen Klinsmann wird sein Repertoire additiv um transaktionale Elemente der Routine und der „permanenten Führung” erweitern. Und dadurch wird er wirklich zu einem neuen Vorbild für die zeitgemäße (Top)-Führungskraft. Darüber werden dann auch die skeptischen Management-Hochglanzmagazine nicht hinwegsehen können.

Nur leider müssen wir jetzt bis zum Herbst warten …. und werden uns dann sicher im Stadion einmal treffen.

Bild zu: Das Prinzip Klinsmann Reloaded?
(Foto: cts)

PS Douglas Adam zeigt uns in seinem Reiseführer „Per Anhalter durch die Galaxis”, wie schwierig es ist, in einem Reiseführer das Thema „Führung” sinnvoll und inhaltsreich zu thematisieren. „Arthur Dent sah unter <Führung> nach, wo es <Siehe unter Rat> hieß. Daraufhin sah er unter <Rat> nach, wo es <Siehe unter FÜHRUNG> hieß.”

 

ALLE BLOGEINTRÄGE AUF EINEN BLICK

 

 

 

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Lesermeinungen zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 6000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung der Lesermeinung weisen wir am Beitrag den Klarnamen des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Lesermeinungen von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Lesermeinungen zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Weitere Artikel

Datenschutzerklärung

Allgemeine Nutzungsbedingungen von FAZ.NET und seinen Teilbereichen

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Lesermeinungen automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden

geboren 1952, in Deutschland lebender Österreicher, von Beruf Professor für Organisation, Personal- und Medienmanagement. Vor- und Querdenker im Personalmanagement.