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	<title>Per Anhalter durch die Arbeitswelt</title>
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	<description>Personalverantwortliche wie Führungskräfte sehen sich einer neuen Arbeitswelt gegenüber. Wir sehen uns zunehmend einer neuen, unbekannten und durchaus rätselhaften Arbeitswelt gegenüber.</description>
	<lastBuildDate>Mon, 08 Apr 2013 13:12:27 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
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		<title>Wegweisend? Shared Service Center mit finanzieller Selbstbeteiligung</title>
		<link>http://blogs.faz.net/personal-blog/2013/03/30/wegweisend-shared-service-center-mit-finanzieller-selbstbeteiligung-250/</link>
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		<pubDate>Sat, 30 Mar 2013 18:58:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fazblog-scholz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Christian Scholz]]></category>
		<category><![CDATA[Per Anhalter durch die Arbeitswelt]]></category>
		<category><![CDATA[Shared Service Center]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralsteuerung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Immer mehr Leistungen laufen über zentrale Service Center. Nicht nur entmündigen und frustrieren sie, jetzt gehen sie auch noch an die persönliche Brieftasche. Aus Science Fiction wurde Realität. <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog/2013/03/30/wegweisend-shared-service-center-mit-finanzieller-selbstbeteiligung-250/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/personal-blog/author/fazblog-scholz/">fazblog-scholz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog">Per Anhalter durch die Arbeitswelt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class=" wp-image-260  alignnone" alt="" src="http://blogs.faz.net/personal-blog/files/2013/03/paddawDSC00010cw.jpg" width="552" height="414" /></p>
<p>Der Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ thematisiert das Problem von sogenannten <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog/2008/08/15/verloren-im-ssc-und-ess-130/">Service Centern seit langem</a>. Egal ob „Help Desk“, „Employee Self Service System“, „Hot Line“, „Beschaffungsstelle“, „Abrechnung“, „IT“, „Facility Management“: In allen diesen Fällen ist unter dem Deckmantel „Service“ die Entscheidungsmacht von dezentralen Einheiten an zentrale Einrichtungen übergegangen.</p>
<p><strong>Zunächst wie üblich eine Definition: „Shared Service Center sind (a) zentralistische Machtinstrumente zur Entmündigung von ehemals autonomen Einheiten, die (b) zu exponentiell fallenden Service-Niveaus und (c) exponentiell steigenden Kosten bei genereller Demotivation führen.“</strong></p>
<p>Nein, das generelle Thema interessiert in diesem Beitrag nicht. Heute geht es um den Blick in die Zukunft, die bereits schon begonnen hat. Genauer gesagt: Heute wird exklusiv und erstmalig frisch aus der Forschung ein neues Modell vorgestellt, das die Arbeitswelt revolutionieren wird. Es stammt von einer Universität, deren Namen hier solange geheim gehalten werden soll, bis sie „ihr“ Modell der breiten Öffentlichkeit medienwirksam vorstellt.</p>
<p>Diese Universität, die schon im Zusammenhang mit der Bologna-Reform und diversen Zentralisierungsmodellen von sich reden gemacht hat, konnte jetzt in einer ihrer unzähligen zentralen Stabsstellen eine bahnbrechende Innovation entwickeln. Auch wenn – und darin liegt ebenfalls eine gewisse unternehmenskulturelle Tradition dieser Einrichtung – das der Innovation zugrundeliegende System derartig komplex ist, dass es nicht einmal dieser Reiseführer durch die Arbeitswelt umfänglich darstellen kann, gibt es jetzt partielle Klarheit.</p>
<p>Im heute – erstaunlicherweise an einem Samstag – tatsächlich verschickten Newsletter finden sich die wesentlichen Punkte:</p>
<blockquote><p><i>„</i>Ressourcen sind knapp &#8211; auch die neudeutsch Human Resources genannten. Insbesondere die Erreichbarkeit der Mitarbeiter des IT-Zentrums entspricht nicht immer den Wünschen der Anwender, zentrale Hotlines und Support-Systeme helfen hier nur eingeschränkt.</p>
<p>Aus diesem Grund werden ab dem neuen Monat Vorrangschaltungen eingerichtet, um (zeitlich begrenzt) direkt mit dem gewünschten Mitarbeiter telefonisch verbunden zu werden. Hierzu muss vor der eigentlichen Telefonnummer – quasi als Vorwahl – eine 6-stellige Codenummer gewählt werden. Diese ist nur einmal gültig und schaltet sofort auf den Apparat des IT-Mitarbeiters, mit dem sie verknüpft ist.</p>
<p>Die Nummern sind ab April im Uni-Shop und am Service Desk &#8230; zum Preis von 10,- Euro erhältlich.“</p></blockquote>
<p>Wie von der Praxisgebühr her bekannt und dort lange akzeptiert, muss man also vielmehr aus eigener Brieftasche einen Betrag zahlen. Und plötzlich fängt man an nachzudenken, ob man die Leistung wirklich braucht – auch wenn es vielleicht gar nicht so viel Geld ist. In unserem Fall vom IT-Zentrum kommt noch hinzu, dass die Gebühr jedes einzelne Mal fällig wird, wenn man sich an das Service Center wendet. Auch der Zusatz „zeitlich begrenzt“ ist eine wichtige Idee: Jedes Gespräch darf dann maximal drei Minuten dauern. Danach ist eine neue Karte fällig.</p>
<p>Tatsache ist, dass unsere Service Center – egal ob im Unternehmen oder in Behörden – nicht mehr finanzierbar sind. Diverse Studien belegen, dass die Kostenexplosion von zentralen Serviceeinrichtungen wegen ihrer eingebauten Ineffizienz nur durch Kostenbeteiligung in den Griff zu bekommen ist. Also muss etwas passieren und hier trifft die Selbstbeteiligung für Shared Service Center den Zeitgeist, ist aber nicht unproblematisch.</p>
<p><strong>Die SSC-Selbstbeteiligung ist (a) eine Zwangsabgabe, die (b) defizitären Serviceeinrichtungen hilft und (c) die schleichend in die Arbeitswelt eindringt.</strong></p>
<p>Man merkt sofort: Die Idee lässt sich ausbauen. Die vielgescholtene <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog/2007/05/25/ueberall-team-telekom-74/">Telekom</a> wäre aus dem Schneider, wenn sie derartige Kärtchen zum Preise von 77.77 € zzgl. MwSt. verkaufen würde. Gleiches gilt für die Deutsche Bahn: Man bräuchte keine „<a href="http://blogs.faz.net/personal-blog/2010/05/09/die-deutsche-bahn-kundenfreundlichkeit-durch-rosa-brillen-177/">rosa Sonnenbrillen</a>“ mehr: Man könnte einfach vor jede Frage eine kostenpflichtige Selbstbeteiligung schalten, vielleicht über die Bahncard direkt abbuchbar. Oder jede Anfrage bei einer VW-Niederlassung klingelt automatisch auf dem defizitären <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog/2013/01/22/unser-ethischer-kompass-martin-winterkorn-236/">Konto von Martin Winterkorn</a>.</p>
<p>Es kann aber noch weitergehen: So könnte sich – und auch dies ist im oben genannten Service Center geplant – die namentliche Zuordnung von Experten in einer zufälligen Verteilung der Namen auf den auszugebenden Karten niederschlagen. Man muss also viele (ungeeignete) falsche Karten kaufen, bis man zur richtigen kommt. Vor allem aber darf man sich nicht vom niedrigen Einstiegspreis täuschen lassen: Er kann wie der Benzinpreis nahezu beliebig gesteigert werden.</p>
<p>An dieser Stelle kommt dem Autor des Reiseführers „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ eine brillante Idee: An Universitäten werden die Professoren von der zentralen Lenkungseinheit mit ihren vielen Steuerungs- und Stabsstellen permanent mit Nachfragen und Anfragen von der Arbeit abgehalten. Vielleicht sollten zentrale Steuerungs- und Stabsstellen ebensolche Kärtchen kaufen müssen, bevor sie arme Werktätige von ihrer Arbeit abhalten?</p>
<p>Dann kommt ihm noch eine Idee. Vielleicht ist das Ganze nur ein als zeitlicher Irrläufer etwas falsch terminierter Aprilscherz? Selbst wenn es ein April-Scherz wäre: Gibt es nicht zu denken, wenn eine Service-Einrichtung auch nur aus Spaß auf so eine Idee kommt? Und noch schlimmer: Wieso kann man sich durchaus vorstellen, dass diese Nachricht echt ist – was sie vielleicht sogar wirklich ist?</p>
<p><img class="size-full wp-image-262" alt="" src="http://blogs.faz.net/personal-blog/files/2013/03/DSC01508cw.jpg" width="111" height="111" /></p>
<p>P.S.: Übrigens sind bei Douglas Adams in seinem Reiseführer „Per Anhalter durch die Galaxis“ die plötzlich auftauchenden Lenkraketen, die sich uns unaufhaltsam nähern, nur ein Teil „unseres Sonderservices, den wir unseren Kunden zuteil werden lassen, und die entsicherten Atomsprengköpfe bloß eine kleine Geste der Höflichkeit“.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/personal-blog/author/fazblog-scholz/">fazblog-scholz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog">Per Anhalter durch die Arbeitswelt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ursula von der Leyen und ihre Leiharbeiter bei Amazon</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Feb 2013 13:10:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fazblog-scholz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitswelt]]></category>
		<category><![CDATA[Great Place To Work]]></category>
		<category><![CDATA[Leiharbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Per Anhalter durch die Arbeitswelt]]></category>
		<category><![CDATA[Trenkwalder]]></category>
		<category><![CDATA[Ursula von der Leyen]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Es geht um mehr als um Arbeitsbedingungen bei Amazon: Hinter der allgemeinen Betroffenheit steckt weitaus mehr und dazu sollte man einen kurzen Blick in den Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ werfen. <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog/2013/02/17/ursula-von-der-leyen-und-ihre-leiharbeiter-bei-amazon-239/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/personal-blog/author/fazblog-scholz/">fazblog-scholz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog">Per Anhalter durch die Arbeitswelt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span>Es geht um mehr als um Arbeitsbedingungen bei Amazon: Hinter der allgemeinen Betroffenheit steckt weitaus mehr und dazu sollte man einen kurzen Blick in den Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ werfen.</span></p>
<p><img title="paddaw_5F00_amazon_5F00_wDSC04397" alt="Bild zu: Ursula von der Leyen und ihre Leiharbeiter bei Amazon" src="/personal-blog/files/2013/02/paddaw_5F00_amazon_5F00_wDSC04397.jpg" /></p>
<p><span>Erstaunt und ungläubig muss unsere Arbeitsministerin am letzten Mittwoch die ARD-Sendung „Ausgeliefert: Die Leiharbeiter bei Amazon“ angeschaut haben: Dort erfährt sie aus erster Hand und offenbar erstmalig, wie die schöne, heile Welt des Internethandels wirklich funktioniert, vor allem aber, wer dafür bezahlt, dass man bequem und billig zu Hause einkauft. Dementsprechend vernichtend auch die öffentliche Diskussion im Internet gegen Amazon, in der es um „modernen Sklavenhandel“ ebenso geht wie um „Neonazis schikanieren Arbeitnehmer“ und um „miserable Arbeitsbedingungen“.</span></p>
<p><span>Frau von der Leyen reagiert prompt und verlangt heute in der </span><span><a rel="nofollow" href="http://www.welt.de/wirtschaft/article113680813/Die-dunkle-Seite-des-Erfolgsmodells-Amazon.html"><span>Welt am Sonntag</span></a></span><span> rasche Aufklärung.</span></p>
<p><span>Zwischen dem Frühstücksei und dem Orangensaft hat der Autor dieses Reiseführers „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ nur noch eine Frage: Wie kann er ganz schnell seinen PRIME-Account bei Amazon kündigen? Wo wird er in Zukunft USB-Sticks, Speicherkarten, Bücher, DVDs, CDs, White-Board-Marker, Speicherchips, Sony-Fotoapparate, Sony-Fernseher, Apple-Zubehör und vieles andere kaufen? Und bekommt sein vertrauter Briefträger Entzugserscheinungen, wenn er nicht mehr fast jeden Tag ein kleines Amazon-Päckchen abliefert?</span></p>
<p><span>Also, worum genau geht es? Zunächst einmal die Fakten, die in der Diskussion etwas unter den Tisch gefallen sind: Amazon fragt im Herbst 2012 ganz brav – wie auch in den letzten Jahren – bei der <strong>Arbeitsagentur</strong> in Bad Hersfeld nach einer Lösung für Bedarfsspitzen im Weihnachtsgeschäft. Doch irgendwie und irgendwann landet der Auftrag bei der Leiharbeitsfirma Trenkwalder, die dann Leiharbeiter aus Spanien befristet einstellt und an Amazon verleiht. </span></p>
<p><span>Diese Firma <strong>Trenkwalder</strong> – laut Startseite im Internet gilt „</span><span><a rel="nofollow" href="http://www.trenkwalder.com/de/"><span>Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt!</span></a></span><span>“ –  müsste Frau von der Leyen allerdings gut kennen und deshalb ist ihr Erstaunen erstaunlich. </span></p>
<p><span>Die Leiharbeitsfirma Trenkwalder wurde beim Wettbewerb „Deutschlands Beste Arbeitgeber 2011</span><span>“</span><span> vom „Great Place to Work“-Institut für ihre besondere Qualität als Arbeitgeber ausgezeichnet. Kooperationspartner dabei ist neben der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA), dem Handelsblatt, einem Personalmagazin und der Universität zu Köln auch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Dementsprechend würdigte Dr. Ralf Brauksiepe, der Parlamentarische Staatssekretär der Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Trenkwalder bei der großzügigen Gala: „</span><span><a rel="nofollow" href="http://www.nachrichten.net/details/38809/Trenkwalder_als_attraktiver_Arbeitgeber_ausgezeichnet.html"><span>Nur gute Unternehmen gewinnen zukünftig gute Fachkräfte</span></a></span><span>.” </span></p>
<p><span>Grundlage für die Auszeichnung von Trenkwalder als „Bester Arbeitgeber“ war eine (teuere) anonyme Befragung der Beschäftigten durch das „Great Place to Work“-Institut unter anderem zu Führung, Vergütung, Vertrauen und Gesamtzufriedenheit. Nun kann man sich angesichts des ARD-Beitrages leicht (aber vielleicht voreilig) vorstellen, wie die Kreuzchen auf den Fragebögen zustande kommen. Aber der Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ wäre nicht der meistgelesene Reiseführer dieser Art, würde er sich mit einer derartig vorschnellen und vielleicht sogar falschen Erklärung zufrieden geben. Und deshalb zunächst die obligate Definition zum Einstieg.</span></p>
<p><strong><span>Der Reiseführer definiert: „Leiharbeit ist (1) ein soziales Phänomen der aktuellen Arbeitswelt, das (2) weit über das Standardmodell von <i>Firma X verleiht ihre festangestellten Mitarbeiter zeitweise an Firma Y</i> hinausgeht und das (3) wegen einer genialen Lobbyarbeit trotz aller damit verbundenen Probleme (4) noch ein relativ gutes Image hat.“</span></strong></p>
<p><span>Das <strong>Standardmodell</strong> der Leiharbeit kennen wir: Ein Unternehmen X  stellt 100 Arbeiter ein und verleiht sie je nach Bedarf an andere Unternehmen. Im Normalfall haben diese 100 Arbeiter dann einen mehr oder weniger festen Arbeitsplatz beim Unternehmen X. Es gibt aber noch viel mehr Spielarten: Da sind die <strong>Unternehmensberater</strong>, die wie kleine Kompanien in Firmen einmarschieren, dort ganze Büroflügel belegen, viel Geld kosten, aber den „Headcount“ senken. Auch <strong>Interimsmanager</strong> bekommt man als Leiharbeiter, die dann für einen gewissen Zeitraum eine Führungsfunktion wahrnehmen, die vielleicht sogar der Funktion ähnelt, die sie bis zu ihrer Kündigung (und ihrem unfreiwilligen Einstieg als Leiharbeiter) selber verantwortet haben. Dann gibt es noch <strong>Mitarbeiter von Fremdfirmen</strong> und ganz vieles andere, was jetzt zu weit führen würde. Und offenbar gibt es auch das Modell, bei dem – wie im Falle <strong>Trenkwalder</strong> – eine Leiharbeitsfirma Mitarbeiter befristet nur für einen Arbeitgeber einstellt. </span></p>
<p><span>Egal über welches Modell man spricht: Es gibt viele <strong>positive Schlagzeilen</strong> über Leiharbeitsfirmen in den Medien, die sich nicht immer mit den Studien über die Gefühlslage der betroffenen Mitarbeiter decken. Gerade personalwirtschaftliche Fachzeitschriften überschlagen sich mit markanten Lobpreisungen wie „</span><span><a rel="nofollow" href="http://www.haufe.de/download/personalmagazin-ausgabe-52011-personalmagazin-98470.pdf"><strong><span>Zeitenwende in der Zeitarbeit: Fair und flexibel</span></strong></a></span><strong><span>“</span></strong><span> und lassen dabei natürlich auch Trenkwalder zu Wort kommen, die (interessanterweise) auch den Markt der ungelernten Arbeiter hervorheben.</span></p>
<p><span>Kritik an den Leiharbeitsfirmen kommt selten und ist auch nicht gewünscht: Als der Autor dieses Reiseführers in einer personalwirtschaftlichen Zeitschrift von einem Journalisten mit einigen skeptischen Worten gegen Interimsmanager zitiert wurde, reagierte die Branche prompt mit Stellungnahmen in Druckseitengröße, die natürlich in all ihrer Polemik vollumfänglich abgedruckt werden. </span></p>
<p><span>Also: Eine wirklich gute Lobbyarbeit der Leiharbeitsbranche, die erklärt, warum Frau von der Leyen von diesem Vorgang überrascht wurde.</span></p>
<p><strong><span>Tipp für die ARD: Machen Sie weiter mit Enthüllungsjournalismus. Verfolgen Sie auch diese Geschichten weiter. Gerade bei diesem Fall „Trenkwalder/Amazon“ gibt es noch viele Fragezeichen.</span></strong></p>
<p><span>Auch hierfür ein Beispiel: Die Firma Trenkwalder hat auch ein „Master Vendoring“ im Angebot, in dessen Rahmen sie über ein Poolmanagement mit Partnern zusammenarbeiten, Prozesse optimieren und für eine effektive Kostenkontrolle sorgen. Hier wäre es interessant, wenn klar würde, wer zum Beispiel die in der Reportage beschriebene Sicherheitsfirma beauftragt hat. (Aber vielleicht äußert sich ja Trenkwalder selber in diesem Blog??)</span></p>
<p><strong><span>Tipp für die Arbeitsagentur: Verweisen Sie nicht auf Datenschutz, sondern klären Sie auf, was hier bei Ihnen vielleicht falsch gelaufen ist. Und vor allem: Kümmern Sie sich um generelle Lösungen für Fälle wie die Weihnachtsspitzen bei Amazon. </span></strong></p>
<p><span>In diesem Zusammenhang könnten auch Firmen mit saisonalem Arbeitskräftebedarf selber noch kreativer sein, und versuchen, jenseits von Leiharbeit die Möglichkeiten zur Flexibilisierung zu nutzen. Und vielleicht kann Frau von der Leyen zusätzlich zur Lizenzfrage prüfen, ob nicht die eine oder andere arbeitsrechtliche Regelung, die zum Schutze von Arbeitnehmern gedacht war, nicht ausschließlich den Leiharbeitsfirmen in die Hände spielt, also vielleicht geändert werden könnte? </span></p>
<p><span>Doch was macht der Autor dieser Zeilen mit seinem PRIME-Account bei Amazon? Er behält ihn und bestellt weiter, vielleicht sogar als erstes den WDR-Erziehungsratgeber „</span><span><a rel="nofollow" href="http://www.amazon.de/WDR-Die-von-Leyens-Steinberg/dp/samples/B005XSCGKG/ref=dp_tracks_all_1#disc_1"><span>Die von der Leyens</span></a></span><span>“.</span></p>
<p><!--EndFragment--></p>
<p><img title="DSC01508cw" alt="Bild zu: Ursula von der Leyen und ihre Leiharbeiter bei Amazon" src="/personal-blog/files/2013/02/DSC01508cw.jpg" /></p>
<p>P.S. Zum Schluss noch der obligate Blick in den Reiseführer „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams, der auch schon Leiharbeiter kennt: „Auf dieser Stufe bezeichnete man sie nicht mehr als Menschen. Was sie taten, taten nur Mitarbeiter. Aber wenn sie abends nach Hause zu ihren Familien zurückkehrten, wurden sie wieder zu Menschen.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/personal-blog/author/fazblog-scholz/">fazblog-scholz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog">Per Anhalter durch die Arbeitswelt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Unser ethischer Kompass? Martin Winterkorn?</title>
		<link>http://blogs.faz.net/personal-blog/2013/01/22/unser-ethischer-kompass-martin-winterkorn-236/</link>
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		<pubDate>Tue, 22 Jan 2013 16:32:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fazblog-scholz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ehtischer Kompass]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Winterkorn]]></category>
		<category><![CDATA[Personalmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Vorstandsvergütung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Martin Winterkorn bekommt nach aktueller Information für das Jahr 2012 rund 20 Millionen Euro Gehalt und gleichzeitig den Ehrentitel „ethischer Kompass“. Wie das möglich ist und was man daraus lernt, erklärt tiefgehend wie immer der Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“. <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog/2013/01/22/unser-ethischer-kompass-martin-winterkorn-236/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/personal-blog/author/fazblog-scholz/">fazblog-scholz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog">Per Anhalter durch die Arbeitswelt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span lang="DE">Martin Winterkorn bekommt nach aktueller Information für das Jahr 2012 rund 20 Millionen Euro Gehalt und gleichzeitig den Ehrentitel „ethischer Kompass“. Wie das möglich ist und was man daraus lernt, erklärt tiefgehend wie immer der Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“.</span></p>
<p><img title="DSC03707cw" alt="Bild zu: Unser ethischer Kompass? Martin Winterkorn?" src="/personal-blog/files/2013/01/DSC03707cw.jpg" /></p>
<p><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;">Da sitzt man als fleißiger Schreiber von Reiseführern durch die Arbeitswelt an seinem kargen Schreibtisch bei seinem preisbewussten Frühstück und informiert sich per Newsletter über die wirkliche Welt. Dort liest man dann – und jetzt schmeckt der „Gut&amp;Günstig“-Billig-Jogurt für 0,29€ aus dem Lebensmittelgeschäft im Nachbardorf noch besser –, worüber der „VW-Experte Mark Schneider“ des Handelsblatts ganz ausführlich und ganz euphorisch berichtet:</span></p>
<p><strong><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;">„Es sind Geschichten wie diese, die uns Zuversicht geben. In Wolfsburg befindet sich offenbar jener </span></strong><strong><span lang="DE">ethische Kompass</span></strong><strong><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;">, der in New York, London und zuweilen auch in Frankfurt verloren gegangen scheint.“</span></strong></p>
<p><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;">Jetzt wird es einem richtig warm ums Herz. In der kalten Welt des neoliberalen Kapitalismus, in der sich Vorstände und Aufsichtsräte (die teilweise im Hauptberuf ebenfalls Vorstand sind) wechselseitig astronomische Summen zuschieben, in der Millionensummen an Abfindungen für gescheiterte Manager gezahlt werden, in der Politiker lukrative Positionen als Verbandspräsident oder Stiftungsleiter untereinander aufteilen, in der man die Wahrheit über die kreative Finanzierung von „Wetten, dass..?&#8221;-Sendungen erfährt und in der man sich ansonsten immer wieder fragt, ob Bonus nicht irgendwas mit „gut“ und vielleicht mit Leistung zu tun hat, da braucht man ethische Werte und vor allem moralisch hochstehende Vorbilder, die einem klar zeigen, was wirklich gut und richtig ist. Oder – wie es das Handelsblatt so schön treffend formuliert – da braucht man einen ethischen Kompass.</span></p>
<p><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;">Deshalb zunächst einmal eine Definition:<strong> „Ein ethischer Kompass ist eine (1) medial konstruierte Aussage darüber, was (2) in einer Gesellschaft als richtig angesehen wird und dementsprechend (3) handlungsleitend wirkt.“</strong></span></p>
<p><span lang="DE"><span style="color: #1a1a1a;">So weit, so gut. Doch halt! Worüber reden wir eigentlich? Wir reden darüber, dass Martin Winterkorn mit seinen vermutlich rund 20 Millionen Euro für 2012 wieder einmal wieder einmal ein recht ordentliches Jahreseinkommen einfahren wird. Gleichzeitig hat er bekanntgegeben, dass er so viel Geld eigentlich gar nicht will und er bald anfangen wird, über eine Begrenzung der Managementgehälter nachzudenken.</span></span></p>
<p><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;">Damit dieser Beitrag nicht falsch verstanden wird. Wolfsburger Autos sind wirklich gut und der Autor dieser Zeilen ist seit Ende der 1970er überzeugter Golf-Fan und hat dementsprechend nur Autos gekauft, die zum VW-Konzern gehören. Trotzdem: 20 Millionen ist viel Geld für einen einzelnen Menschen.</span></p>
<p><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;">Nun ist über die Gehälter der deutschen Vorstände schon viel geschrieben worden: Sie liegen in Europa an der Spitze, werden anders als in anderen Ländern größtenteils in bar ausgezahlt und haben explosionsartige Wachstumsraten zu verzeichnen. </span></p>
<p><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;">Jetzt kann man natürlich die obligate Neiddebatte führen: Ist es überhaupt vertretbar, dass ein Mensch so viel Geld bekommt (und man selbst nicht)? Doch der Reiseführer durch die Arbeitswelt wäre nicht das anerkannte Leitmedium, würde er auf eine derartige simple Linie einschwenken. </span></p>
<p><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;">Viel interessanter ist doch, dass diese Diskussion offenbar überhaupt nicht geführt und Martin Winterkorn in Deutschland für sein ethisch-optimales Verhalten mit stehenden Ovationen belohnt wird. </span></p>
<p><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;">Deshalb soll es in diesem Beitrag jetzt nicht um die hinlänglich bekannten Erklärungen dazu gehen, warum exorbitante Gehälter bei VW eine lange Tradition haben (</span><span lang="DE"><a href="/personal-blog/2006/11/10/15-millionen-fuer-herrn-pischetsrieder">worauf der „Reiseführer durch die Arbeitswelt“ schon vor Jahren hingewiesen hat),</a></span><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;"> weshalb VW-Aufsichtsräte bei diesen Gehältern immer wieder mitspielen (bekommen selbst viel), warum die Gewerkschaften brav kuschen (sitzen auch in Aufsichtsräten und genießen die entsprechenden Privilegien), warum die Landesregierung unabhängig vom Parteibuch diese Vorstandsgehälter gerecht findet (da gibt es ein VW-Gesetz) und warum die VW-Betriebsräte brav alles abnicken (das ist ein historisch bekanntes Sonderthema bei VW), also beispielsweise VW-Betriebsratschef </span><span lang="DE"><a rel="nofollow" href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/gehaltsgrenze-bei-volkswagen-vw-chef-winterkorn-verdient-20-millionen-euro-12029545.html">Bernd Osterloh, der auch dem Präsidium des Aufsichtsrats angehört, allenfalls beklagt: „Die bisherige Höhe der Vorstandsvergütung ist &#8230; in der Öffentlichkeit anscheinend nicht vermittelbar.“</a></span></p>
<p><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;">Für das Handelsblatt ist also Martin Winterkorn der <strong>„ethische Kompass“</strong>. Interessanterweise geht es dabei überhaupt nicht um das unverhältnismäßig hohe Einkommen. Nein, man mutiert zum ethischen Kompass, wenn man ankündigt, in Zukunft irgendwann einmal über die Angemessenheit seiner Bezüge nachzudenken. </span></p>
<p><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;">Dieser rhetorische Trick funktioniert aber nicht nur beim Handelsblatt: Mit dieser seiner Ankündigung brachte es Martin Winterkorn fast gleichzeitig auf die Titelseite der </span><span lang="DE"><a rel="nofollow" href="http://bilder.bild.de/fotos-skaliert/vorstand_uso_23-jpeg_30387269_mbqf-1358515023-28155366/5,w=650,c=0.bild.jpeg">Bild-Zeitung, wo er mit den beiden Redakteuren Carsten Paulun und Tomás Hirschberger</a></span><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;"> stolz im verschneiten Schweden posierte. </span></p>
<p><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;">Vergessen ist, dass Martin Winterkorn genau die gleiche Ankündigung schon vor einem Jahr gemacht hat, als er „nur“ 17,5 Millionen Euro bekam und auch damals mit dieser Ankündigung zum Liebling der Medien mutierte. Und damit auch ja niemand auf die Idee kam, hier eine Neiddebatte zu beginnen, titelte damals die </span><span lang="DE"><a rel="nofollow" href="http://www.wiwo.de/erfolg/management/vorstandsgehaelter-vw-chef-winterkorn-mit-16-6-millionen-euro-nicht-ueberbezahlt/6565386.html">Wirtschaftswoche auch ganz brav: „VW-Chef Winterkorn mit 16,6 Millionen Euro nicht überbezahlt“</a>.</span></p>
<p><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;">Spätestens jetzt sind Erklärungen und damit die Tiefgründigkeiten des Reiseführers „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ gefragt. </span></p>
<p><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;">Die erste Erklärung ist simpel: Medien schaffen Wirklichkeit und wir alle glauben das, was wir lesen. Also glauben wir auch an Martin Winterkorn als ethisches Vorbild. Dabei spielt es keine Rolle, dass es Redakteure gibt, die nur davon träumen, Kommunikationsberater eines Großkonzerns zu werden (man denke nur an den Wechsel von Stefan Baron von der Wirtschaftswoche zu Herrn Ackermann). Nein, die Medien von Handelsblatt bis Bild-Zeitung finden derartige Vorstandsgehälter in Ordnung und dabei kann man es belassen. Vieles ist also gute PR. Das hat im Übrigen auch Jürgen Grossmann von RWE eindrucksvoll gezeigt, der seine 1,36 Milliarden Euro Vermögen unter die Überschrift „</span><span lang="DE"><a rel="nofollow" href="http://www.focus.de/finanzen/news/tid-26427/wirtschaft-ich-hasse-grossmannssucht_aid_771836.html">Ich hasse Grossmannssucht“ setzt und damit auch den FOCUS</a></span><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;"> beeindruckt. Es geht also nichts über gute Medienberater.</span></p>
<p><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;">Die zweite Erklärung bezieht sich auf die Höhe des Einkommens und beginnt mit einer bemerkenswerten Beobachtung, die schon seit langem zu intensiven Gesprächen im Restaurant am Ende des Universums führt. Es geht nämlich um das Abschätzen von Geldbeträgen.</span></p>
<p><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;">Dazu eine Definition:<strong> „Unter der subjektiven Einkommensdistortion versteht man die Tatsache, dass der Abstand von 30.000 Euro zu 100.000 Euro ähnlich groß wahrgenommen wird wie der zwischen 25 Tausend Euro und 20 Millionen Euro.“</strong></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-top: 9.0pt; mso-pagination: none; mso-layout-grid-align: none; text-autospace: none;"><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;">Daher bietet es sich durchaus einmal an, sich genau vor Augen zu führen, was eigentlich 20 Millionen Euro pro Jahr sind. Rechnet man ungefähr 48 Arbeitswochen und fünf Tage pro Woche, so kommt man auf über <strong>80.000 Euro pro Tag </strong>– und da sind diverse sonstige Einkünfte noch überhaupt nicht eingerechnet. Damit braucht Martin Winterkorn knapp drei Arbeitstage, um so viel Geld zu bekommen wie die Bundeskanzlerin. Oder 20 Minuten für die jährliche Hartz-IV-Regelleistung. Und weniger als einen Tag für den Lohn eines normalen Arbeitnehmers bei VW. Oder anders formuliert: Für eine tolle Eigentumswohnung in einer deutschen Kleinstadt braucht Martin Winterkorn drei Tage, für einen Porsche 911 einen Tag und für eine Traumreise „Rund um die Welt“ vier Stunden – sofern sie nicht mit einer neu gekauften Luxus-Segelyacht stattfindet. Für ein Traumboot wie eine gut ausgestattete </span><span lang="DE"><a rel="nofollow" href="http://www.xs-if.co.uk/images/casinoroyale/superhawk-43-film-info-board.jpg">Superhawk 43 (bekannt aus dem James Bond-Film „Ein Quantum Trost“)</a></span><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;"> bräuchte dann auch er schon rund eine Woche.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-top: 9.0pt; mso-pagination: none; tab-stops: 28.0pt 56.0pt 84.0pt 112.0pt 140.0pt 168.0pt 196.0pt 224.0pt 252.0pt 280.0pt 308.0pt 336.0pt; mso-layout-grid-align: none; text-autospace: none;"><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;">Aber selbst wenn man nicht unter der subjektiven Einkommensdistortion leidet, wird man normaler Gehaltsempfänger nicht ernsthaft gegen derartig hohe Einkommen vorgehen, wie man vom Psychologen <strong>John Stacey Adams </strong>und seiner Gerechtigkeitstheorie von 1965 lernen kann. Dieser erklärt nämlich, dass man Gerechtigkeit als Quotient aus Output sowie Input bestimmt und diesen dann mit dem Quotienten einer Vergleichsperson in Beziehung setzt. Bekommt Person A also 1.000 Euro für 10 Stunden Arbeit, dann fühlt sich Person B mit 500 Euro für 5 Stunden fair bezahlt. Muss Person B dagegen auch 10 Stunden arbeiten, will sie entweder mehr Geld oder sie arbeitet eben nur 5 Stunden – weil alles andere im Vergleich zu Person B als ungerecht empfunden wird.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-top: 9.0pt; mso-pagination: none; tab-stops: 28.0pt 56.0pt 84.0pt 112.0pt 140.0pt 168.0pt 196.0pt 224.0pt 252.0pt 280.0pt 308.0pt 336.0pt; mso-layout-grid-align: none; text-autospace: none;"><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;">Jetzt wird es spannend und eine neue Definition nötig, die jedem von uns einen ganz präzisen Vergleichswert liefert: <strong>„Unter der Winterkornschen Äquivalenzarbeitszeit wird diejenige Arbeitszeit verstanden, die Martin Winterkorn rechnerisch aufbringen muss, um das Jahresgehalt des Betrachters zu erwirtschaften – wobei man statt Martin Winterkorn auch den eigenen Vorstand einsetzen kann und dann eine etwas andere Äquivalenzarbeitszeit erhält.“</strong></span></p>
<p><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;">Danach beträgt die Winterkornsche Äquivalenzarbeitszeit für die Bundeskanzlerin vier Tage, für Dieter Zetsche von Daimler ein halbes Jahr und für einen VW-Arbeitnehmer einen Tag. </span></p>
<p><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;">Die Schlussfolgerung ist ganz einfach: Natürlich werden wir nie so viel verdienen wie Martin Winterkorn, auch wenn wir so viel arbeiten wie er. Also haben wir nur eine einzige Chance: weniger intensiv zu arbeiten und am Arbeitsplatz anderen Vergnügungen nachzugehen! Und schlagartig wird klar, warum ein Großteil der Beschäftigten in Deutschland sich nicht mehr mit seinem Unternehmen verbunden fühlt und innerlich gekündigt hat: Denn eigentlich brauchen wir nur die Winterkornsche Äquivalenzarbeitszeit für uns berechnen und dann wissen wir, wie viele Tage (oder Stunden) im Jahr wir wirklich arbeiten müssen. Alles andere wäre ungerecht. Oder?</span></p>
<p><span lang="DE" style="mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;">Und damit verstehen wir, warum – dank der Hilfe des Reiseführers „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ – Martin Winterkorn wirklich zum ethischen Kompass für uns alle geworden ist.</span></p>
<p><img title="DSC01508cw" alt="Bild zu: Unser ethischer Kompass? Martin Winterkorn?" src="/personal-blog/files/2013/01/DSC01508cw.jpg" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span lang="DE" style="font-size: 9.0pt; mso-bidi-font-size: 12.0pt; mso-bidi-font-family: Arial; color: #1a1a1a;">P.S. Natürlich sollte man auch in diesem Fall wieder einen Blick in die Originalquelle zu diesen Ausführungen werfen, nämlich den Reiseführer „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams. Denn dort liest man: „Der Barmann sah auf das Geld und plötzlich fröstelte ihn. Vorübergehend verspürte er ein Gefühl, das er sich nicht erklären konnte. Denn in Augenblicken großer innerer Spannung sendet jede existierende Bioform unbewusst ein winziges Signal aus.</span><span style="color: #1a1a1a; font-size: 12px;">“</span><span style="color: #1a1a1a; font-size: 9pt;"> Man sieht: Der Kompass wirkt.</span><span style="font-size: 9pt; font-family: 'Times New Roman';"> </span></p>
<p><!--EndFragment--></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/personal-blog/author/fazblog-scholz/">fazblog-scholz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog">Per Anhalter durch die Arbeitswelt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>HR unter Druck: Und nichts gelernt?</title>
		<link>http://blogs.faz.net/personal-blog/2012/08/21/hr-unter-druck-und-nichts-gelernt-219/</link>
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		<pubDate>Tue, 21 Aug 2012 06:30:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fazblog-scholz</dc:creator>
				<category><![CDATA[virtuelle Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[Virtuelle Personalabteilung]]></category>
		<category><![CDATA[VPA]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Trendforscher müssen damit leben, dass manche ihrer Prognosen ungläubig abgelehnt werden. Das ändert aber nichts am Lauf der Dinge. Worum es geht? Um den aktuellen desolaten Zustand vieler Personalabteilungen als Folge von Entwicklungen, die schon vor Jahren ganz klar vorhergesagt wurden und die HR jetzt plötzlich heftig unter Druck setzen. Also: Wieder ein Fall für den Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt&#34;. <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog/2012/08/21/hr-unter-druck-und-nichts-gelernt-219/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/personal-blog/author/fazblog-scholz/">fazblog-scholz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog">Per Anhalter durch die Arbeitswelt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><img title="paddaw_2D00_01317cw" alt="Bild zu: HR unter Druck: Und nichts gelernt?" src="/personal-blog/files/2012/08/paddaw_2D00_01317cw.jpg" width="552" height="414" /></p>
<p>Im Augustheft des Jahres 2012 berichtet die Zeitschrift PERSONALWIRTSCHAFT unter der Überschrift „<a rel="nofollow" href="http://archiv.personalwirtschaft.de/wkd_pw/cms/material_pw/2012/082012/pw-0812-forum-offen.pdf" target="_blank">HR unter Druck</a>&#8221; über die aktuelle Personalarbeit und die Rolle der Personalabteilung. „Statt Mitarbeiter wie früher &#8230; zu beschäftigen, werden Absolventen primär aus Kostengründen als Praktikanten geparkt, Auszubildende nach der Lehre nicht übernommen und Frauen überwiegend in Teilzeitjobs gedrängt. „Auf der anderen Seite&#8221;, so Winfried Gertz als Autor des Beitrags, „rufen Forschung und Entwicklung wegen des grassierenden Fachkräftemangels Informatiker und Ingenieure von Dienstleistern ab und bedienen sich ferner Tausender Freiberufler &#8230;&#8221;.</p>
<p>Auch wenn dies nichts Neues ist und spätestens seit 1993 in der Forschung propagiert wird, hält der Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt&#8221; an dieser Stelle noch einmal zur Sicherheit als <strong>Trend #1</strong> fest: <strong>„Die festen Unternehmensgrenzen lösen sich auf und immer mehr Mitarbeiter werden &#8211; abgesehen von einigen Kernbereichen &#8211; nur temporär beschäftigt oder als Dienstleistung zugekauft.&#8221;</strong></p>
<p>Dieser Trend hat jüngst durch das Programm „Liquid Workforce&#8221; der IBM erneut an Aufmerksamkeit gewonnen. Auch die Tatsache, dass verstärkt Interimsmanager Führungsaufgaben wahrnehmen, kennen wir seit Jahren, wenngleich es immer noch Experten gibt, die ausschließlich an die Zukunft des klassischen Unternehmens mit festen Grenzen und lebenslangen Beschäftigungsverhältnissen glauben und sich daher überrascht geben.</p>
<p>Tatsache aber ist, dass Trend #1 etwas Faszinierendes hat: Gerade durch die offenen Grenzen und die Einbeziehung unterschiedlichster Personen entstehen Innovationen (Beispiel Apple Computer) ebenso wie neue Lebenswelten (Beispiel Amazon.com) und immer spielen Menschen eine wichtige Rolle. Personalarbeit &#8211; egal ob für „eigene&#8221; oder locker verbundene Mitarbeiter &#8211; gewinnt (wieder) an Bedeutung und wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Deshalb ist Angst vor dem Trend #1 die falsche Reaktion: Vielmehr gilt es, diesen Trend zu verstehen und zu nutzen.</p>
<p>Was dabei klar ist: Mit Trend #1 können nicht alle Unternehmen umgehen und nur wenige können ihn voll nutzen: So haben Nokia <small>[Ja, da gab es doch mal so etwas wie einen Nokia-Communicator ...]</small> und RIM <small>[... und einen BlackBerry!]</small> Schwierigkeiten, Apple und Samsung nicht. Amazon.com wurde zum Erfolgsbeispiel, die meisten anderen Online-Anbieter nicht. Einigen Fluglinien geht es gut, der Lufthansa nicht unbedingt. Egal ob man in IT, Handel, Industrie, Logistik oder Finanzdienstleistung schaut: Manche Unternehmen verstehen eine fluidere Belegschaft als Chance, andere haben Schwierigkeiten und sterben als Konsequenz im Extremfall aus.Erstaunlicherweise versetzt Trend #1 die in dem oben erwähnten Beitrag versammelten HR-Experten offenbar in grenzenloses Erstaunen. Noch größer werden aber Erstaunen und Ratlosigkeit, wenn es um die damit verbundene Rolle der Personalabteilung geht. Denn die darf &#8211; und da sind sich die Experten einig in ihrer Beschreibung &#8211; offenbar immer seltener mitspielen, wird von den Führungskräften in der Linie übergangen, im Extremfall sogar durch externe HR-Dienstleister ersetzt und letztlich also sukzessive selber Teil der Liquid Workforce.</p>
<p>Damit sind wir bei <strong>Trend #2: „Die traditionelle Personalabteilung löst sich bis auf symbolische Reste auf und wird durch eine Palette von HR-Aktivitäten ersetzt, die zunehmend überwiegend temporär von externen Dienstleitern zugekauft wird.&#8221;</strong></p>
<p>Dieser Prozess ist in vollem Gange und lässt sich auch gut an den Anzeigen und Werbebeilagen der Personalfachzeitschriften ablesen. Trotzdem scheint er noch nicht so richtig in die Denkprozesse der HR-Aktivisten eingedrungen zu sein. Denn spätestens wenn es um die angemessenen Reaktionen auf Trend #1 und Trend #2 geht, beginnen die Experten wieder aufgeregt und völlig überrascht wild durcheinander zu spekulieren. Hier reicht die Bandbreite von „Nicht-Reagieren&#8221; (weil alles nur eine Mode-Erscheinung sei) bis hin zu der ebenfalls von Experten vorgeschlagenen Party zum Kennenlernen von Freelancern.</p>
<p>Anders ausgedrückt und als <strong>Trend #3</strong> formuliert: „<strong>Die HR-Community verharmlost Trend #1 und denkt deshalb auch nicht über Reaktionen auf Trend #2 nach.&#8221;</strong></p>
<p>An dieser Stelle könnte man jetzt diesen Eintrag in den Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt&#8221; beenden und sich auf eine Tasse Kaffee mit frischgebackenen Croissants in das Milliways begeben. <small>[Für diejenigen, die es nicht mehr wissen: Das ist das von Douglas Adams beschriebene Restaurant am Ende des Universums.]</small> Von dort aus kann man dann genüsslich den weiteren Zerfall der Personalabteilung beobachten. Oder aber man macht die Augen zu und träumt von der „guten alten Zeit&#8221;.</p>
<p>Also: Wer nicht weiterlesen möchte, kann jetzt Schluss machen und sich mit einem „Macht&#8217;s gut und danke für den Fisch&#8221; verabschieden. <small>[Nun ja, das mit dem Fisch verstehen jetzt nicht alle. Macht aber nichts.]</small></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nachtrag für diejenigen, die es ganz genau wissen wollen und die sich mit der Historie dieses Themas befassen wollen:</p>
<p>Vor rund 20 Jahren begann die Diskussion über die „<a rel="nofollow" href="http://orga.uni-sb.de/bibliothek/nr30.pdf" target="_blank">virtuelle Organisation</a>&#8221; als Organisationsform, die eigentlich nur mehr aus einem Kern und vielen temporär assoziierten Einheiten besteht. Entscheidend bei dieser Virtualität war und ist, dass für den Endnutzer weiterhin Funktionalität und Eindruck einer „richtigen&#8221; traditionellen Organisation vorhanden sind. Denn nur so entstehen Vertrauen und eine integrative Wirkung. Bei virtualisierenden Unternehmen war es ganz natürlich, dass ein immer größerer Aufgabenanteil nach außen gegeben und immer mehr mit Externen gearbeitet wurde, man aber gleichzeitig den Kern und den Gesamtverbund stärkte.</p>
<p>Führt man oben beschriebenen Trend #3 fort, so bedeutet er das Ende der heutigen Personalabteilung. Und da sie schließlich nicht unter Artenschutz steht, ist dieses Ende vermutlich auch gerechtfertigt, gäbe es nicht zumindest die Vermutung, dass eine „neue&#8221; Personalabteilung durch ein professionelles Personalmanagement signifikant zum Erfolg des Unternehmens beitragen könnte. Der Traum: Genauso, wie sich Apple als virtuelles Unternehmen weltweit Kernkompetenzen zusammensucht und sie unter dem einheitlichen Unternehmen „Apple&#8221; effizient produziert sowie effektiv vermarktet, könnte auch die Personalabteilung personalwirtschaftliche Kernkompetenzen bündeln und sich als unternehmensspezifische „virtuelle Personalabteilung&#8221; mit Lichtgeschwindigkeit weiterentwickeln.</p>
<p>Deshalb folgte bereits 1995 der konzeptionelle Vorschlag zu einer „<a rel="nofollow" href="http://orga.uni-sb.de/forschung/vpa/" target="_blank">Virtuellen Personalabteilung</a>&#8220;, für die ab heute folgende Definition gilt:<strong> „Die Virtuelle Personalabteilung (VPA) ist (1) ein aus den 90er Jahren stammender Vorschlag zur Reaktion auf (2) die zunehmende Virtualisierung von Unternehmen sowie (3) vor allem auf die zu erwartende &#8211; und bis zur Auflösung reichende &#8211; Zergliederung der Personalfunktion im Unternehmen, bei dem (4) Gestaltungsprinzipien der virtuellen Organisation konsequent auf die Personalabteilung angewendet werden, also unter Nutzung (5) modernster Informationstechnologien die (6) zentralen Kernkompetenzträger unter (7) einer einheitlichen Vision und Strategie zusammengeführt werden, wodurch (8) ein beeindruckendes Leistungsspektrum entsteht.&#8221; </strong></p>
<p>Das alles klingt kompliziert und ist es in der Tat auch. Nur: Der Prozess der Auflösung und Zergliederung schreitet voran, egal wie man dazu steht. Und die damalige Prognose ist inzwischen voll und ganz eingetreten &#8211; und zwar sowohl generell für Unternehmen wie auch für die HR-Arbeit und die Personalabteilung. Genau über diesen Punkt diskutieren jetzt ganz aufgeregt die Experten im einleitend erwähnten Artikel aus der PERSONALWIRTSCHAFT.</p>
<p>Das einzige, was erfolgreiche Unternehmen tun, ist, diesen Trend durch eine gezielte Virtualisierungsstrategie für die Personalfunktion zu begleiten: Die Alternativen lauten also entweder schleichende Auflösung oder aber kreatives Selbsterfinden. Genau deshalb wurde schon damals gefordert, mit dem Prozess der Virtualisierung der Personalabteilung zu beginnen. Doch irgendwie versteht es sich von selbst, dass die HR-Community auch damals bereits entsetzt aufschrie, die VPA kategorisch ablehnte und auf dem alten Modell beharrte &#8211; das aber immer seltener überhaupt zur Wahl steht.</p>
<p>Diese Verweigerungshaltung ist genauso unsinnig, wie an einem schönen Sommerabend darauf zu bestehen, dass die Sonne nicht untergeht, die Vorteile von Sonnenlicht zu betonen und auf den Einsatz von elektrischem Strom zu verzichten. Trotzdem wurde die Verweigerungshaltung in der HR-Community konsequent praktiziert und führte zum aktuellen Zustand.</p>
<p>Genau vor 10 Jahren &#8211; und damit schließt sich der Kreis &#8211; wurde im August 2002 eine <a rel="nofollow" href="http://orga.uni-sb.de/bibliothek/Nr81.pdf" target="_blank">empirische Studie</a> veröffentlicht, die untersuchte, wie weit sich deutsche Personalabteilungen in Richtung auf diese Virtuelle Personalabteilung eingestellt haben. Das Ergebnis: Noch nicht sehr weit, aber es gab zumindest gute Ansätze!</p>
<p>Die Studie von 2002 mündete in folgendem Ergebnis:<br />
<strong>„Die Organisation der Personalabteilung ändert sich drastisch, egal, ob man den Weg zur VPA beschreiten oder andere Optionen (un-)bewusst nutzen möchte.<br />
Und selbst für VPA-Skeptiker gilt: Verglichen mit einem unkontrollierten Outsourcing der Personalfunktion, bei dem wichtige strategische Gestaltungsfelder ganz aus dem Einflussbereich der Personalabteilung verschwinden, ist die VPA die überlegene Alternative.<br />
Dass man darüber hinaus als Pionier in diesem Feld durch eine VPA erhebliche strategische Wettbewerbsvorteile realisieren kann, liegt auf der Hand und wird hoffentlich in einer zukünftigen Studie empirisch belegt!&#8221;</strong></p>
<p>Damit geht die Sonne auf. Mögen andere die Musik nicht hören und das Gefühl des Erfolges nicht spüren: Jenseits der traditionellen Personalabteilung gibt es völlig innovative Formen der Virtuellen Personalabteilung. Man muss sich nur trauen. Und auf die eigenen Kernkompetenzen vertrauen. In einer Welt, wo Buchhalter, Wirtschaftsprüfer und Zahlenroboter scheinbar dominieren, nur rückwärtsgewandt in irgendwelche Rückspiegel blicken und keine Werte schaffen, ist die Arbeit mit Menschen doch das Größte. Vielleicht werden das nicht alle erkennen. Aber einige doch. Und ganz sicher die Leser dieses Reiseführers.</p>
<p>Dem ist nichts mehr hinzuzufügen &#8230; <small>[<strong>außer dem Hinweis, dass diese Studie ab heute neu durchgeführt und <a rel="nofollow" href="http://orga.uni-sb.de/vpa/" target="_blank">unter dieser Adresse</a> erreichbar ist. Bitte mitmachen!</strong>]</small></p>
<p><img style="border: 0px initial initial;" title="DSC01508cw" alt="Bild zu: HR unter Druck: Und nichts gelernt?" src="/personal-blog/files/2012/08/DSC01508cw.jpg" /></p>
<p>P.S. Doch, noch als letzter Punkt wie üblich ein kurzer Blick in den Reiseführer von Douglas Adams. Denn er beschreibt am Ende des Universums eine interessante Situation, die an die vielen Personalkongresse erinnert, auf denen die gute alte Welt beklatscht wird: „Das Restaurant steht auf den zertrümmerten Überresten eines möglicherweise zerstörten Planeten, der in eine riesige Zeitblase eingeschlossen ist. In dem Restaurant nehmen Gäste an Tischen Platz und essen kostspielige Menüs, während sie zusehen, wie die ganze Schöpfung um sie herum explodiert &#8211; was sie aber dann doch nicht erkennen.&#8221;</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/personal-blog/author/fazblog-scholz/">fazblog-scholz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog">Per Anhalter durch die Arbeitswelt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Kloppismus als Führungsmodell: BVB forever?</title>
		<link>http://blogs.faz.net/personal-blog/2012/05/18/kloppismus-als-fuehrungsmodell-bvb-forever-216/</link>
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		<pubDate>Fri, 18 May 2012 11:08:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fazblog-scholz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ballspiel-Verein Borussia 09 e. V. Dortmund]]></category>
		<category><![CDATA[BVB]]></category>
		<category><![CDATA[Jürgen Klopp]]></category>
		<category><![CDATA[K.L.O.P.P.]]></category>
		<category><![CDATA[Kloppismus]]></category>
		<category><![CDATA[Personalführung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Erfolg macht neugierig. Was genau kann man von Jürgen Klopp lernen, der immerhin Bayern München fünfmal hintereinander besiegt und gedemütigt hat. Was hat er, was andere nicht haben? Was genau ist „Kloppismus“? Fragen über Fragen, aber natürlich gibt es die Antwort mal wieder im Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“.
 <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog/2012/05/18/kloppismus-als-fuehrungsmodell-bvb-forever-216/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/personal-blog/author/fazblog-scholz/">fazblog-scholz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog">Per Anhalter durch die Arbeitswelt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div style="background-image: initial; background-attachment: initial; background-origin: initial; background-clip: initial; background-color: #ffffff; margin: 8px;">
<p>Erfolg macht neugierig. Was genau kann man von Jürgen Klopp lernen, der immerhin Bayern München fünfmal hintereinander besiegt und gedemütigt hat. Was hat er, was andere nicht haben? Was genau ist „Kloppismus“? Fragen über Fragen, aber natürlich gibt es die Antwort mal wieder im Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“.</p>
<p><img title="DSC02126cw" alt="Bild zu: Kloppismus als Führungsmodell: BVB forever?" src="/personal-blog/files/2012/05/DSC02126cw.jpg" /></p>
<p>Auch wenn jetzt viele über Bayern München und Chelsea reden, folgt der Reiseführer der guten Tradition, sich vor allem mit erfolgreich-charismatischen Trainern und Managern auseinanderzusetzen. Und da bietet sich trotz allem Jupp Heynckes nicht unbedingt an. Zur Zeit gibt es in diesem Zusammenhang nur eine einzige Person, nämlich Jürgen Klopp vom „Ballspiel-Verein Borussia 09 e. V. Dortmund“. Denn er hat immerhin fünfmal hintereinander Bayern München besiegt, etwas, das keiner anderen Mannschaft auch nur ansatzweise gelungen ist.</p>
<p><span>Der Reiseführer hat sich schon öfters mit Trainern und ihren Grundprinzipien beschäftigt: so mit Jürgen Klinsmann (</span><a href="/personal-blog/2008/02/29/das-prinzip-klinsmann-reloaded"><span>vorher</span></a><span> / </span><a href="/personal-blog/2009/05/05/fatal-und-traurig-das-klinsmann-paradox"><span>nachher</span></a><span>), mit Hans Meyer (</span><a href="/personal-blog/2007/04/05/passant-als-pokalsieger-hans-meyer-und-der-1-fcn"><span>vorher = nachher</span></a><span>) und mit Heiner Brand (</span><a href="/personal-blog/2007/02/09/218"><span>vorher</span></a><span> / </span><a href="/personal-blog/2009/02/02/lernen-fuer-die-wirtschaftskrise-heiner-brands-kleiner-handballfehler"><span>nachher</span></a><span>). Jetzt wird die Tradition fortgesetzt.</span></p>
<p><strong>Der Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ definiert: „Kloppismus ist (1) eine Bezeichnung für einen etwas anderen Führungsstil, der sich (2) an dem Fußballtrainer Jürgen Klopp orientiert, dabei (3)  vor allem in München Angst und Schrecken verbreitet,  (4) sich aber zumindest in Deutschland als hoch erfolgreich erweist und (5) aus den fünf zentralen Bestandteilen „K.L.O.P.P.“ besteht, die aber (6) eigentlich geheim sind.</strong></p>
<p>Obwohl das Erfolgsrezept von Jürgen Klopp streng geheim gehalten und von ihm auch noch nie im Detail beschrieben wird, so beschreibt der Reiseführer exklusiv die fünf Merkmale „K.L.O.P.P.“, auf die es beim Kloppismus ankommt.</p>
<p>Das erste Merkmal ist Kontinuität. Sie beginnt mit den Arbeitsverhältnissen von Jürgen Klopp: Er spielte von 1990 bis 2001 bei Mainz 05. Dann wurde er Trainer und blieb bis 2008. Von da an war er Trainer bei Borussia Dortmund, mit der er 2010/11 und 2011/12 Meister wurde. Wenn er genauso lange bei Dortmund wie bei Mainz bleiben wird, dann dürfte er bis 2026 in Dortmund bleiben und mit nur zwei Trainerstellen – aber einer Flut von nationalen und internationalen Titeln – alle Rekordbücher bereichern.</p>
<p>Kontinuität bezieht sich aber auch auf den Aufbau des eigenen Teams: Wo Uli Hoeneß und Chelseas Roman Abramovich sich ihre Teams weltweit aus den besten Spieler zusammenkaufen, entwickelt Jürgen Klopp neue und junge Spieler und führt sie an die Weltspitze heran. Kontinuität hat aber auch etwas zu tun mit Spielstil und Spielanlage: Hier hat Borussia Dortmund einen ganz speziellen Stil.</p>
<p>An dieser Stelle ein klärender Einschub für alle Puristen: Natürlich ist Jürgen Klopp ein Trainer und Uli Hoeneß etwas anderes. Nur setzt man Borussia Dortmund mit Jürgen Klopp gleich, Bayern mit Uli Hoeneß und Chelsea mit Roman Abramovich, was eigentlich verrückt ist und wert wäre, einen eigenen Eintrag in diesem Reiseführer durch die Arbeitswelt zu bekommen.</p>
<p><strong>K wie Kontinuität im eigenen Verhalten: Kloppismus verlangt nach kontinuierlich fortschreitendem Lebenslauf, nach dauerhaften Führungsbeziehungen, nach einer langfristigen Strategie und nach solider Personalentwicklung.</strong></p>
<p>Kontinuität mag altmodisch und nicht mehr zeitgemäß erscheinen, ist aber eines der zentralen Erfolgsrezepte nicht nur für Sportvereine, aber auch für Unternehmen. Zudem mag Kontinuität langweilig wirken. Das „L“ im Kloppismus steht aber nicht für Langeweile, sondern für etwas völlig anderes, nämlich für Leidenschaft.</p>
<p>Kloppismus ist gleichzusetzen mit totaler Leidenschaft. Diese Leidenschaft sieht man im Spiel seiner Mannschaft, das Emotion, Erlebnisfußball und den tief verwurzelten Willen zum Sieg ausdrückt. Hunger auf Erfolg steht im Vordergrund. Das Ergebnis: „Geile“ Spiele (in der Sprache von Jürgen Klopp), ein „geiles Finale“ und „geile Siege“. Satte Selbstzufriedenheit passt nicht zur Leidenschaft. Vielmehr geht es um 90 Minuten (oder mehr) absolute Hingabe zum Spiel.</p>
<p>Jürgen Klopp verkörpert auch Leidenschaft in seinem Verhalten. Er kämpft an der Seitenlinie mit und er feiert mit seinen Spielern. Wo andere Trainer ein mehr oder weniger ausgeprägtes Maß an Anteilnahme oder eine mehr oder weniger glückliche Pendelbewegung zwischen Passivität und Cholerik präsentieren, ist Jürgen Klopp immer auf Hochspannung – auch wenn das die Gefahr eines Zuviels an Leidenschaft mit sich bringt.</p>
<p><strong>L wie Leidenschaft im eigenen Verhalten und im Verhalten des Teams: Kloppismus bedeutet absolute Leidenschaft – wohin man auch schaut und ohne Ausnahme.  </strong></p>
<p>Während sich andere Vereine oft darauf beschränken, den Ball im Zweifelsfall in der Rückwärtsbewegung zu kontrollieren, spielt Dortmund offensiv nach vorne. Deshalb ist das dritte Merkmal „O wie offensiv“ und jeder, der sich ein Spiel von Dortmund anschaut, versteht genau, was das bedeutet!</p>
<p>Gleichzeitig – und das macht es interessant – ist Jürgen Klopp keiner, der</p>
<p>„offensiv“ Ziele setzt und Erfolge ankündigt. Auch hier bietet sich der Vergleich zu Uli Hoeneß an, bei dem man zum Anfang der Saison den Eindruck hatte, dass eigentlich Meisterschaft, Vereinspokal, Champions League und Weltcup das Mindeste ist, was er für Bayern München aufgrund seines exklusiven Kaders (rund doppelt so teuer wie der von Dortmund) erwartet.</p>
<p><strong>O wie offensiv bezieht sich auf die reale Aktion, aber nicht auf die verbale Ankündigung: Offensiv steht im Kloppismus deshalb auch nahe an „innovativ“, kreativ und überraschend.</strong></p>
<p>In jedem Spiel gibt es Schlüsselszenen. Eine davon ist die Gestik, mit der Jürgen Klopp den jugendlichen und unerfahrenen Ersatztorwart Mitchell Langerak aufs Spielfeld schickte. Klopp strahlte und gab ihm das Gefühl, dass jetzt etwas Großartiges passiert und nicht das Geringste schief gehen kann.</p>
<p>Dabei war kurz zuvor Roman Weidenfeller unsanft mit dem Knie von FCB-Mittelstürmer Mario Gomez in Berührung gekommen, hatte – nicht mehr ganz im Besitz seiner Kräfte – Minuten danach einen fatalen Elfmeter an eben diesem Mario Gomez verursacht und musste sich schließlich auswechseln lassen. Statt mit der Stammformation 1:0 zu führen, stand es dann mit einem Torwart ohne jegliche Spielerfahrung 1:1. Eigentlich hätte man auf den Anfang vom Ende tippen müssen.</p>
<p>Nicht so Jürgen Klopp. Er war positiv eingestellt, wechselte mit diesem Gefühl Mitchell Langerak ein und ging wie seine gesamte Mannschaft weiterhin vom Sieg aus.</p>
<p><strong>P wie positiv ist eine Grundeinstellung. Im Kloppismus dominiert die positive Haltung gegenüber der Zukunft und dem eigenen Team, also auch ein impliziter Optimismus.</strong></p>
<p>Schließlich kommen wir zum P wie Professionalität. Ähnlich wie bei Jürgen Klinsmann – mit dem er aber vermutlich nicht verglichen werden will, seit Uli Hoeneß sich bei Bayern München für Klinsmann und gegen Klopp entschieden hat – sieht Jürgen Klopp Professionalität als eine ganzheitliche Facette von Führung. Jürgen Klopp hat Sportwissenschaft studiert, stützt sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse und auf professionelle Experten.</p>
<p>Anders als Jürgen Klinsmann, der mit seiner damals sehr offen zur Schau getragenen neuen Professionalität der Vereinsführung in Konflikt mit dem etwas anders gestrickten Uli Hoeneß kam, bleibt diese „Professionalität“ bei Jürgen Klopp eher im Verborgenen und ergänzt sinnvoll die Führungsriege des BVB mit Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc, die ähnlich ticken.</p>
<p>Dafür sieht man sie bei seinen Spielern umso deutlicher. Roman Weidenfeller hat sich austauschen lassen, als er verletzt war. Wir erinnern uns: Im Fußball-WM-Finale gegen Brasilien im Jahre 2002 war Oliver Kahn ebenfalls verletzt, konnte es aber nicht ertragen, sich durch seinen damaligen Erzfeind Jens Lehmann ersetzen zu lassen, spielte weiter und musste sich dann (vielleicht verletzungsbedingt) die Niederlage ankreiden lassen.</p>
<p>Professionalität hat viel zu tun mit „Verantwortung für alle“. Fußballer bekommen sehr viel Geld eigentlich nur dafür, das machen zu dürfen, was ihnen Spaß macht. Deswegen gehört es zu einer professionellen Einstellung, sich permanent einzubringen, eine flache Hierarchie zu leben: Danach haben alle Verantwortung, aber keiner ist übertrieben wichtig.</p>
<p>Professionalität äußert sich auch im Umgang mit Unausweichlichkeiten. Als sein japanischer Superstar Shinji Kagawa seinen Wunsch des Wechsels nach England in die Premier League verkündete, zeigte Jürgen Klopp Verständnis und begründete es damit, dass für Japaner eben die Begeisterung für die englische Liga angeboren und nicht als Kritik an Dortmund aufzufassen sei.</p>
<p><strong>P wie Professionalität bei sich und bei jedem Teammitglied. Die eigentliche Basis im Kloppismus ist Professionalität als ein permanentes Streben nach Perfektion im Handeln, aber auch als ein Erkennen der individuellen Grenzen für das kollektive Ziel.</strong></p>
<p>Sicherlich muss in diesem Reiseführer mit seinem professionellen Leserkreis nicht extra betont werden, dass sich jede Führungskraft am Kloppismus orientieren kann. Irgendwie fällt einem hierzu als erstes Angela Merkel ein&#8230; und dann als zweites natürlich Uli Hoeneß.</p>
<p>Eine letzte Anmerkung zur Vervollständigung dieses Eintrages:</p>
<p>Leider hat Jürgen Klopp bisher noch nicht offen zu seinem Erfolgsrezept und dem hier erstmalig wissenschaftlich untermauerten Kloppismus Stellung bezogen. Aber vielleicht tut er es ja noch. Oder irgendjemand kennt jemand, der jemanden kennt, über den der Autor dieses Reiseführers durch die Arbeitswelt mit Jürgen Klopp in Kontakt treten kann – am besten kurz vor dem Champions League Finale 2013 zwischen Borussia Dortmund und dem FC Barcelona.</p>
<div></div>
<p><img style="border: 0px initial initial;" title="DSC01508cw" alt="Bild zu: Kloppismus als Führungsmodell: BVB forever?" src="/personal-blog/files/2012/05/DSC01508cw.jpg" /></p>
<p>PS: Im Originaltext – also dem Reiseführer „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams – geht es auch teilweise um Kloppismus: „Die Party wogte und schlingerte und warf alle Leute über den Haufen, bis auf Thor und bis auf Arthur, der schwankend dem Donnergott in die schwarzen Augen starrte. Langsam, man glaubte es nicht, nahm Arthur etwas hoch, was offenbar seine winzig kleinen Fäuste waren.” Und dann kam der entscheidende Satz, von dem Uli Hoeneß trotz allem noch immer träumt und den Douglas Adams bereits zu Papier gebracht hat: „Willst du Kloppe beziehen? Ich sagte, ob du Kloppe beziehen willst?”</p>
</div>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/personal-blog/author/fazblog-scholz/">fazblog-scholz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog">Per Anhalter durch die Arbeitswelt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Fünf Apple-Tipps für eine bessere Personalarbeit</title>
		<link>http://blogs.faz.net/personal-blog/2012/01/02/fuenf-apple-tipps-fuer-eine-bessere-personalarbeit-213/</link>
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		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 13:53:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fazblog-scholz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Apple]]></category>
		<category><![CDATA[Personalabteilung]]></category>
		<category><![CDATA[Steve Jobs]]></category>
		<category><![CDATA[Think DIfferent]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Skeptiker mögen es kaum glauben: Aber gleich hinter dem Mineralölkonzern Exxon wurde Apple zum Jahresende 2011 das zweitwertvollste Unternehmen der Welt. Irgendwas muss Apple also richtig machen und genau dieses „Irgendwas“ könnte man doch auch auf die Arbeitswelt übertragen. Daher präsentiert der Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ heute zum Jahresanfang 2012 genau die fünf Apple-Merkmale, an denen sich Gestalter der Arbeitswelt zwingend orientieren sollten. <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog/2012/01/02/fuenf-apple-tipps-fuer-eine-bessere-personalarbeit-213/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/personal-blog/author/fazblog-scholz/">fazblog-scholz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog">Per Anhalter durch die Arbeitswelt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Skeptiker mögen es kaum glauben: Aber gleich hinter dem Mineralölkonzern Exxon wurde Apple zum Jahresende 2011 das zweitwertvollste Unternehmen der Welt. Irgendwas muss Apple also richtig machen und genau dieses „Irgendwas“ könnte man doch auch auf die Arbeitswelt übertragen. Daher präsentiert der Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ heute zum Jahresanfang 2012 genau die fünf Apple-Merkmale, an denen sich Gestalter der Arbeitswelt zwingend orientieren sollten.</p>
<p><img title="paddaw_5F00_apple_5F00_tob_5F00_DSC01021" alt="Bild zu: Fünf Apple-Tipps für eine bessere Personalarbeit" src="/personal-blog/files/2012/01/paddaw_5F00_apple_5F00_tob_5F00_DSC01021.jpg" /></p>
<p>In diesem Beitrag geht es nicht um eine Glorifizierung von Steve Jobs als Führungskraft und auch nicht um eine pauschale Laudatio auf die Firma Apple. Spätestens seit der fast schon überkritisch von Walter Isaacson verfassten Biographie wäre beides nicht unproblematisch. Das vorab &#8211; aber jetzt einmal alle Skepsis für 10 Minuten beiseite räumen und blasphemische Sätze aus dem Internet wie „<a rel="nofollow" href="http://money.cnn.com/galleries/2011/technology/1110/gallery.photographing_steve_jobs.fortune/index.html#comments">Next thing we know, Jobs will be sighted on a tortilla, along side the Virgin Mary“</a> aus dem Gedächtnis löschen!</p>
<p>Befangenheitserklärung: Der Autor dieses Reiseführers ist bekennender Apple-Fan, wie aufmerksame Leser bereits seit seinem <a href="/personal-blog/2006/09/15/schreibst-du-noch-oder-bloggst-du-schon">ersten Eintrag in diesen Reiseführer</a> vor rund 5 Jahren wissen. Er sammelt in fast schon krankhafter Weise Apple-Geräte (dummerweise anstelle von Apple-Aktien), hat schon vor 25 Jahren Studenten mit der Apple-Kultur gequält, ist nach Kalifornien in das Epizentrum des Apfel gepilgert und hat auch schon auf seinem Schreibtisch einen Platz für den angekündigten Apple-Fernseher reserviert.</p>
<p>Warnung: Dieser Beitrag steht nicht nur positiv zu Apple, er steht gleichzeitig kritisch zu der aktuell praktizierten Personalarbeit in Deutschland. Deshalb sollten nicht nur die Leser sofort mit der Lektüre aufhören, die diesen Text gerade nicht auf einem Apple-Gerät lesen, sondern auch die Leser das Lesen einstellen, die keine Probleme mit der aktuell praktizierten Personalarbeit haben.</p>
<p>Die verbliebenen 4,2 Prozent sollten sich jetzt als erstes YouTube einen ganz alten Werbefilm von Apple anschauen, nämlich das „<a rel="nofollow" href="http://www.youtube.com/watch?v=4oAB83Z1ydE">Think Different</a>“-Video. In ihm werden Personen wie Albert Einstein, Bob Dylan, Martin Luther King, Richard Branson, John Lennon, Thomas Edison, Mahatma Gandhi, Alfred Hitchcock sowie Picasso dargestellt und es wird impliziert, dass diese Personen alle letztlich wegen ihrer Andersartigkeit erfolgreich waren: Sie haben sich nicht an das gehalten, was üblich, was normal und was vorgezeichnet war. Daraus folgt der erste Merksatz:</p>
<p><strong>Apfel-Logik #1: Think Different!</strong><strong></strong></p>
<p>Egal ob Macintosh, iMac, iPod, iPhone oder iTunes: Apple hat sich nicht an Konventionen und an das Übliche gehalten. Statt um Standardisierung geht es um Differenzierung, also darum, nicht länger mittelmäßigen Mehrheitsmeinungen hinterherzulaufen. Wichtig sind vielmehr der eigene Weg und die nachvollziehbare Unverwechselbarkeit.</p>
<p>Vergleicht man nun dieses „Think Different“ mit der praktizierten Personalarbeit in deutschen Unternehmen, so wird schnell klar, dass es sich hier um einen völlig anderen Ansatz handelt. Denn: Die meisten Unternehmen orientieren sich in vielen Punkten an dem, was die Mehrheit anderer Unternehmen tut. Auf diese Weise verhindern sie Innovationen und evolutorische Weiterentwicklung.</p>
<p>Regelmäßige Leser von Managementbüchern wissen es: Die Ultima Ratio eines strategischen Managements besteht im Erzielen von Wettbewerbsvorteilen. Und auch wenn man dies leicht vergisst: Das gilt auch für das Personalmanagement. Konkret muss das Personalmanagement also etwas anders machen als die Konkurrenz, also in alternativen Kategorien denken und handeln. Dann kann auch die Frage: „Welchen dauerhaften Wettbewerbsvorteil erzielen Sie durch Ihre Personalarbeit?“ substanziell beantwortet werden.</p>
<p><strong>Apfel-Logik #2: Be Perfect!</strong></p>
<p>Wer noch den alten Macintosh-Computer aus den 1980er Jahren kennt, kann sich nicht nur an die geniale graphische Benutzerführung (inklusive Papierkorb) erinnern, sondern auch an Geschwindigkeit und Robustheit: Während man beim Konkurrenzprodukt von IBM und Microsoft immer wieder Systemabstürze beklagen musste, lief der Apple rasch und fehlerfrei. Diese alles setzte sich auch bei den nachfolgenden Geräten fort, also beim iMac, beim MacBook, beim iPod und – na, ja – auch beim iPhone.</p>
<p>Schaut man jetzt aber in vielfältig wunderbare Arbeitswelt, so findet man eine Personalarbeit, die wirklich oft alles andere als perfekt ist. Selbst harmlose Prozesse wie die Bewerberverwaltung klappen nicht, ganz zu schweigen von komplexeren IT-Lösungen, die eigentlich immer nur im Umbruch sind. Dauernd gibt es ein neues Release, dauernd werden irgendwelche Datenstrukturen umgebaut, nur damit sie angeblich „integriert“ werden. Wer je einmal in einem Unternehmen versucht, sich tagesaktuell den Wert „Full-Time-Equivalent“ zu erschließen, wird verblüfft sein und Tage später noch Revisionen bekommen.</p>
<p>Auch wenn es trivial klingt: Wer nicht absolute Sicherheit in den Prozessen garantiert, kann langfristig nicht erfolgreich sein. Diese Perfektion ist dabei weniger ein mechanisches Abarbeiten von Qualitätssicherungsprozeduren als vielmehr Bestandteil der Kultur.</p>
<p><strong>Apfel-Logik #3: Simplicity!</strong></p>
<p>Ein wichtiger Schlüssel bei der Suche nach Perfektion ist das nächste Merkmal der Apple-Kultur, nämlich „Simplicity“: Denn Einfachheit ist zwar keine hinreichende, wohl aber eine notwendige Bedingung für Perfektion.</p>
<p>Bereits der erste Apple-Computer demonstrierte eindrucksvoll die Idee der Einfachheit: Während man bei den Konkurrenzprodukten noch hinter einem penetrant blinkenden Cursor lange Buchstabenfolgen eintippen musste, konnte man beim Mac bereits das Dokument elegant mit einer Mausbewegung in den Papierkorb schieben. Ähnlich eindrucksvolle Demonstrationen von „Simplicity“ als Erfolgsprinzip lieferte der iPod: Mit einer unmittelbar intuitiv erfassbaren Benutzerführung konnten alle wichtigen Befehle ausgeübt werden.</p>
<p>Dagegen steht eine typische Szene aus der Arbeit einer Personalabteilung: Nach langer Diskussion mit relevanten Akteuren steht eine neue Konzeption als Lösung für ein wirklich wichtiges Problem. Doch dann kommen umfassende und manchmal in ganz andere Richtungen zeigende Erweiterungsvorschläge. Das Ergebnis ist dann eine völlig unbrauchbare Konzeption, die nicht nur das ursprüngliche Problem nicht mehr löst, sondern auch vieles andere durcheinanderbringt. Selbstredend landet die ursprünglich vielleicht gut gedachte Idee mit allen ihren angeflanschten Zusätzen am Ende auf dem Friedhof der personalwirtschaftlichen Kuscheltiere.</p>
<p>Lernen von Apple? Im modernen Personalmanagement hat die Personalfunktion auch eine Governance-Funktion. Dazu gehört das Recht, Instrumente und Konzepte auf den zentralen Kern zu reduzieren. Allerdings setzt diese „Weniger ist mehr“-Strategie wieder ein Umdenken voraus: Denn jetzt definiert sich Personalarbeit nicht mehr dadurch, was sie alles tut, sondern vor allem dadurch, was sie nicht tut.</p>
<p><strong>Apfel-Logik #4: Think for your Customers!</strong></p>
<p>Apple behält sich das Recht vor, darüber nachzudenken, worin der Nutzen eines Produktes liegen könnte. Es geht also primär darum, selber zu bestimmen, was erforderliche Merkmale des neuen Produktes sein sollten, damit es „die Welt verändert“. Anders ausgedrückt: Verändern der Welt bedeutet nicht, die Welt systematisch danach zu befragen, was denn die Welt am liebsten haben möchte. (Hier verweist Steve Jobs auf Henry Ford: <a rel="nofollow" href="http://www.wired.com/epicenter/2011/10/column-jobs-obsession-whales/"><i>„I</i><i>f I’d asked my customers what they wanted, they would have told me “A faster horse”.)</i></a></p>
<p>Doch wie sieht es in der Personalarbeit aus? Sie wird geprägt von den zwei Konzepten, nämliche „Dienstleistungsfunktion“ und „Nachfrageorientierung“. Danach wird es bereits als Professionalisierung und als Fortschritt eingestuft wird, wenn Verträge und Zusagen nicht mehr von der Personalabteilung, sondern nur mehr von Führungskräften selber unterschrieben werden. Dies alles funktioniert aber nur unter der Prämisse, dass die Führungskräfte eine höhere personalwirtschaftliche Befähigung haben als die Vertreter der Personalabteilung.</p>
<p>Natürlich wird die Personalabteilung in Wahrnehmung ihrer Servicefunktion auch nachfrageorientiert handeln. Dies darf sie aber nie davon abhalten, einen ganz zentralen Schwerpunkt ihrer Arbeit darin zu sehen, aus ihrer eigenen Perspektive heraus für den Kunden und für das Unternehmen zu denken. Dies gilt vor allem dann, wenn das Unternehmen durch eine „etwas andere Personalarbeit“ tatsächliche Wettbewerbsvorteile zu erzielen versucht.</p>
<p><strong>Apfel-Logik #5: Stay Hungry!</strong></p>
<p>Bekannt wurde die Forderung „Stay Hungry, Stay Foolish“ aus der viel zitierten Rede von <a rel="nofollow" href="http://www.macobserver.com/tmo/article/Full_Text_of_Jobs_Stanford_Speech_Stay_Hungry._Stay_Foolish/">Steve Jobs in Stanford</a>. Er impliziert, sich selber nicht zu ernst zu nehmen und auch einmal etwas Neues zu wagen. Diese Suche sieht man an der laufenden Weiterentwicklung der Produktpalette, aber auch an technologischen Neuerungen (zum Beispiel am damaligen Verzicht auf Diskettenlaufwerke beim iMac) und natürlich an Quantensprüngen für Apple wie iTunes.</p>
<p>Wenn man sich mit dem Hunger nach Veränderungen der Personalarbeit befasst, stößt man zwangsläufig auf die Personalabteilung. Hier lässt sich auf jeden Fall ein gewisser Hunger lokalisieren, und zwar nach Titeln und Bezeichnungen. Nicht ohne Grund war die Einführung von so genannten „Business Partnern“ absoluter Renner von an der Grenze der Seriosität arbeitenden Unternehmensberatern: Ohne dass meist auch nur die kleinste inhaltliche Kleinigkeit geändert wurde, führte man phantasievolle Titel ein, deren Kreativität allenfalls noch durch „Senior Executive Strategic Managing Business Partner“ übertreffbar gewesen wären.</p>
<p>Um nicht falsch verstanden zu werden: Natürlich ist die eigentliche Grundlogik des hinter dem Business Partner-Konzept von Dave Ulrich eine sinnvolle Idee: Nur verlangt es Akteure, die sich nicht mit irgendwelchen Status-Placebos abspeisen lassen, sondern die wirklichen Hunger auf Veränderungen haben. Selbstredend muss es daher neben der Kompetenz als Befähigung („Können“) und der Kompetenz als Befugnis („ Dürfen“) auch ein Wollen geben, also eine Bereitschaft, sich auf Andersartigkeit und die wunderbar vielfältigen Chancen der Arbeitswelt einzustellen.</p>
<p>&#8230; tja, das sind die fünf Merkmale der Apple-Logik. Und die kritischen Reaktionen der Leser dieses Reiseführers werden so sicher kommen wie die Feuerwerksraketen zu Silvester. Deshalb schon einmal als vorausschauende Antwort drei Repliken. Kritikpunkt 1: „Vieles widerspricht sich!“ Ja, das ist richtig. Nur ist das kein Argument gegen diese fünf Merkmale. Vielmehr lässt sich durchaus zeigen, dass ein Schlüssel zum Erfolg gerade im <a rel="nofollow" href="http://www.orga.uni-sb.de/bibliothek/buecher/5sek/">Umgang mit Paradoxien und Dissonanz</a> liegt. Kritikpunkt 2: „Steve Jobs ist mit Mitarbeitern manchmal hart umgegangen“. Ja, das stimmt und da hat er sich vermutlich nicht mit den aktuellen Führungsprinzipien auseinandergesetzt, wie sie in diesem Reiseführer propagiert werden. Kritikpunkt 3: „Die Personalabteilung wird sich nie ändern“. Tja, dann sollten wir es vielleicht einmal etwas mit etwas mehr Optimismus versuchen.</p>
<p>Das alles würde dann auf ein sehr emanzipiertes und ganz anderes Personalmanagement hinauslaufen als das, was wir gegenwärtig sehen: Nämlich auf eine Personalarbeit, die wirkliche Wettbewerbsvorteile durch Andersartigkeit schafft, die Sicherheit durch Perfektion sowie Nutzbarkeit durch Einfachheit garantiert und die letztlich auch durch eine Personalabteilung getragen wird, die „hungrig“ nach Veränderung ist und als souveräner Vordenker auftritt.</p>
<p>Und wir bekommen eine lebenswerte und farbenfrohe Arbeitswelt, so bunt wie die Farbpalette beim iPod. Sind das nicht alles schöne Aussichten für das neue Jahr?</p>
<p><img style="border: 0px initial initial;" title="DSC01508cw" alt="Bild zu: Fünf Apple-Tipps für eine bessere Personalarbeit" src="/personal-blog/files/2012/01/DSC01508cw.jpg" /></p>
<p>P.S. So richtig verwundert es keinen, dass Douglas Adams in seinem Reiseführer „hitchhiker&#8217;s guide to the galaxy“ wenig über notwendige Veränderungen von Personalabteilungen sagt. Aber er schildert eine zögerliche Annäherung, wenn er sich diversen Obstsorten nähert: „Genauso habe ich auch immer über die Geschichte vom Garten Eden gedacht. »Garten Eden. Baum. Apfel. Diese Sache da, erinnerst du dich?«“ Aber das ist eine ganz andere Geschichte.</p>
<p><!--EndFragment--></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/personal-blog/author/fazblog-scholz/">fazblog-scholz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog">Per Anhalter durch die Arbeitswelt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Warum man High Potentials nicht anbinden sollte</title>
		<link>http://blogs.faz.net/personal-blog/2011/08/09/warum-man-high-potentials-nicht-anbinden-sollte-210/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Aug 2011 08:22:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fazblog-scholz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Führungsnachwuchs]]></category>
		<category><![CDATA[High Potentials]]></category>
		<category><![CDATA[Mitarbeiterbindung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>So regelmäßig wie das sommerliche Regenwetter kommt mit anziehender Konjunktur die uralte Frage: „Wie kann man High Potentials an das Unternehmen binden?“ Doch wer so eine Frage stellt, hat bereits verloren – wie aber nur die wissen, die regelmäßig den Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ lesen. <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog/2011/08/09/warum-man-high-potentials-nicht-anbinden-sollte-210/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/personal-blog/author/fazblog-scholz/">fazblog-scholz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog">Per Anhalter durch die Arbeitswelt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal">So regelmäßig wie das sommerliche Regenwetter kommt mit anziehender Konjunktur die uralte Frage: „Wie kann man High Potentials an das Unternehmen binden?“ Doch wer so eine Frage stellt, hat bereits verloren – wie aber nur die wissen, die regelmäßig den Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ lesen.</p>
<p><!--EndFragment--></p>
<p class="MsoNormal"><img title="DSC01102cw2" alt="Bild zu: Warum man High Potentials nicht anbinden sollte" src="/personal-blog/files/2011/08/DSC01102cw2.jpg" /></p>
<p class="MsoNormal">Doch zunächst einmal ganz langsam und gemütlich – denn bei diesem Regenwetter hat auch der Berichterstatter ausreichend Zeit und kann ganz ordentlich mit einer Definition beginnen.</p>
<p class="MsoNormal">Der Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ definiert wie folgt:<strong> „Die HiPo-Bindungsfrage ist (1) die Frage danach, wie man High Potentials an das Unternehmen binden kann. Sie ist aber (2) ein dreifacher Denkfehler, bei dem man (3) wie bei dem aus dem Eiskunstlauf bekannten dreifachen Rittberger wieder so landet, wie man losgesprungen ist.“</strong></p>
<p class="MsoNormal">Natürlich deutet die HiPo-Bindungsfrage<strong> </strong>auf ein wirklich brennendes Problem hin. Denn die Bindungsbereitschaft der Mitarbeiter hat ein historisches Tief erreicht. Diesen Befund bestätigen so ziemlich alle vorliegenden Studien. Gleichzeitig hat der Bedarf an Fach- sowie Führungskräften ein historisches Hoch erreicht. Aber: Bereits in dieser Frage stecken drei weitverbreitete Fehler. Deshalb macht es natürlich umso mehr Spaß macht, sie zu beantworten.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Antwort #1 für Personalmanager: Streichen Sie das Wort „High Potential“ aus Ihrem Wortschatz!</strong></p>
<p class="MsoNormal">Das ist ein radikaler Vorschlag, denn gerade „High Potential“ ist eine Lieblingsvokabel jedes aktionistischen Talent Managements. Trotzdem stört der Fokus auf „High Potentials“. Wer ist das? Wie erkenne ich sie? Brauche ich sie wirklich? Fragen über Fragen! Manche Praktiker und vor allem ihre gut an High Potentials verdienenden Personalberater tanzen um High Potentials herum wie um das goldene Kalb: Da gibt es in größeren Unternehmen den Goldfischteich, in kleineren den Führungsnachwuchskreis. Beide sind gleich problematisch, denn bereits mit der sichtbaren Auserwählung werden Erwartungen geweckt und gleichzeitig enttäuscht. Zudem mutieren Goldfische nicht selten zu fetten und faulen Weihnachtskarpfen. Vor allem aber: Die meiste Arbeit in Unternehmen wird von normalen Menschen gemacht und nicht von High Potentials.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Antwort #2 für Personalmanager: Lösen Sie sich von Unternehmensgrenzen!</strong></p>
<p class="MsoNormal">In der HiPo-Bindungsfrage<strong> </strong>stört aber nicht nur der Ausdruck „High Potential“ – auch der Bezug zu „Unternehmen“ stört. Aus der Forschung ist bekannt, dass sich heutzutage kaum jemand mehr mit einem Unternehmen identifiziert, sieht man von Ausnahmen wie Apple, Audi, Google und Red Bull ab. Dieser Trend wird sich in der Arbeitswelt der Zukunft verstärken: Bezugsbasis für Identifikation ist allenfalls das Team samt unmittelbarer Führungsperson – also eine Einheit mit maximal 50 Personen. Das Unternehmen wird nur in ganz seltenen Ausnahmen als Identifikationsbasis herhalten können.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Antwort #3 für Personalmanager: Streichen Sie das Wort „binden“ aus Ihrem Wortschatz!</strong></p>
<p class="MsoNormal">Was wirklich nur die eingefleischten Experten aus der alternativen Denkwelt dieses Reiseführers in der HiPo-Bindungsfrage<strong> </strong>erkennen können, ist die Problematik des Ausdrucks „binden“. Abseits jeglicher Wortklauberei: „Binden“ bedeutet, jemanden am Weglaufen zu hindern, der eigentlich unbedingt weglaufen will – sonst bräuchte man diese Person ja nicht zu binden. In ihrem krampfhaften Anbinde-Versuch denken Unternehmen über verpflichtende Arbeitsverträge nach (keine Chance!), über mehr Geld (wirkt nur kurzfristig und macht hungrig!) oder man spendiert Schulungsmaßnahmen, die man eigentlich nicht spendieren möchte (hier wandert der Lernerfolg gleich mit ab!). Alle diese „Bindungsmaßnahmen“ setzen also dummerweise erst dann an, wenn es den Wunsch zum Weglaufen bereits gibt.</p>
<p class="MsoNormal">Was aber ist zu tun?</p>
<p class="MsoNormal">Zunächst einmal gibt es einen Hinweis:</p>
<p class="MsoNormal">Ratschlag für Jobsuchende und Jobhopper:<strong> Machen Sie einen großen Bogen um alle Unternehmen, die in Interviews und auf den obligaten Kongressen über ihre Mitarbeiterbindungsprogramme sprechen. Diese Unternehmen wissen ganz genau, warum sie ihre Mitarbeiter eigentlich anbinden müssten.</strong></p>
<p class="MsoNormal">Das klingt makaber. Aber wer kann sich an Programme von Apple zur „Mitarbeiterbindung“ erinnern? Wohl kaum einer – und wenn, dann bitte eine kurze Nachricht an den Autor dieses Reiseführers.</p>
<p class="MsoNormal">Was aber machen Firmen wie Apple, Audi, Google und Red Bull: Sie begeistern ihre Mitarbeiter für die jeweilige Aufgabe und können deshalb auf Bindungsprogramme verzichten.</p>
<p class="MsoNormal">Das wahre Zauberwort lautet also „begeistern“. Mitarbeiter – und auch die High Potentials, über die wir ja nicht mehr sprechen wollen – lassen sich durch Arbeitsinhalte, Verantwortung, Selbstbestimmung und durch eine positive Arbeitsatmosphäre begeistern. Denn gerade gute Mitarbeiter sind selbstbewusst-egoistisch: Sie wollen nicht irgendwie ihre Zeit absitzen. Auch bei einer niedrigen Bereitschaft, dauerhaft bei einem Unternehmen zu bleiben, kann also die Leistungsbereitschaft hoch sein – aber nur in einer fast schon persönlichen Beziehung zu einer kleinen Gruppe und zu einer entsprechenden Führungskraft.</p>
<p class="MsoNormal">Tipp für Personalmanager: <strong>Ersetzen Sie „dauerhaft binden“ durch „jeden Tag aufs neue begeistern“!</strong></p>
<p class="MsoNormal">Aus diesem Grund sollten Sie weder die HiPo-Bindungsfrage<strong> </strong>stellen noch die Bindungsbereitschaft der Mitarbeiter messen. Denn sie ist gleich Null. Sie sollten aber messen, inwieweit durch Sinngebung und Aufgabenstrukturierung Begeisterung geweckt wurde. Das mag altmodisch klingen, ist aber genau das, was die neue Generation Y braucht, will und worüber dieser Reiseführer weiterhin viel schreiben wird.</p>
<p class="MsoNormal"><img style="border: 0px initial initial;" title="DSC01508cw" alt="Bild zu: Warum man High Potentials nicht anbinden sollte" src="/personal-blog/files/2011/08/DSC01508cw.jpg" /></p>
<p>P.S. Douglas Adams beschreibt etwas, was sich wie Begeisterung und ein fast schon vergessenes Gefühl anfühlt: „In grauer Vorzeit, in jenen großen und ruhmreichen Tagen des ehemaligen Galaktischen Imperiums war das gesamte Leben noch abenteuerlich, ereignisreich, also im großen und ganzen steuerfrei“, wobei er statt „steuerfrei“ in Wirklichkeit natürlich „bindungsfrei“ gemeint hat.</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/personal-blog/author/fazblog-scholz/">fazblog-scholz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog">Per Anhalter durch die Arbeitswelt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Angelikas Absturz: Das „Tall Dammann Syndrom“</title>
		<link>http://blogs.faz.net/personal-blog/2011/07/12/angelikas-absturz-das-tall-dammann-syndrom-207/</link>
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		<pubDate>Tue, 12 Jul 2011 09:32:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fazblog-scholz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angelika Dammann]]></category>
		<category><![CDATA[SAP]]></category>
		<category><![CDATA[Tall Dammann Syndrom]]></category>
		<category><![CDATA[TDS]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>In allen Medien ein fast identischer Text: Angelika Dammann als SAP-Powerfrau „schmeißt hin“. Doch während die Presse in vornehmer Zurückhaltung verharrt, gibt es eine verlässliche Quelle, die gleißendes Licht auf diesen Vorgang wirft, und die ist natürlich der allseits bekannte Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“. <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog/2011/07/12/angelikas-absturz-das-tall-dammann-syndrom-207/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/personal-blog/author/fazblog-scholz/">fazblog-scholz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog">Per Anhalter durch die Arbeitswelt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div style="color: #000000; font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 10px; background-image: initial; background-attachment: initial; background-origin: initial; background-clip: initial; background-color: #ffffff; margin: 8px;">
<div style="color: #000000; font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 10px; background-image: initial; background-attachment: initial; background-origin: initial; background-clip: initial; background-color: #ffffff; margin: 8px;">
<div style="color: #000000; font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 10px; background-image: initial; background-attachment: initial; background-origin: initial; background-clip: initial; background-color: #ffffff; margin: 8px;">
<div style="color: #000000; font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 10px; background-image: initial; background-attachment: initial; background-origin: initial; background-clip: initial; background-color: #ffffff; margin: 8px;">
<p class="MsoNormal">In allen Medien ein fast identischer Text: Angelika Dammann als SAP-Powerfrau „schmeißt hin“. Doch während die Presse in vornehmer Zurückhaltung verharrt, gibt es eine verlässliche Quelle, die gleißendes Licht auf diesen Vorgang wirft, und die ist natürlich der allseits bekannte Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“.</p>
<p class="MsoNormal"><img title="Anhalter_5F00_Mohn" alt="Bild zu: Angelikas Absturz: Das „Tall Dammann Syndrom“ " src="/personal-blog/files/2011/07/Anhalter_5F00_Mohn.jpg" /></p>
<p class="MsoNormal">Wir erinnern uns: Schon vor einiger Zeit berichtete „Der Anhalter“ unter der Überschrift <a href="/personal-blog/2010/11/29/56-47-69-saugenau-messen-und-sapgenau-verstehen" target="_blank">„SAUgenau messen und SAPgenau verstehen“</a> über vielleicht doch existierende Unzufriedenheit bei den SAP-Mitarbeitern. Gleichzeitig hatte er auch bei der Personalchefin Angelika Dammann um eine kleine Erklärung angefragt. Ohne Erfolg – was aber auch klar ist, weil es im Learjet von SAP vermutlich kein Internet gibt und man den Anhalter üblicherweise online liest.</p>
<p class="MsoNormal">Natürlich gibt es häufig Mitarbeiterbefragungen mit schlechten Ergebnissen, auch bei SAP, und es soll sogar einmal ein Vorstandsvorsitzender bei SAP über schlechte Befragungsergebnisse gestolpert sein. Nun stolpert man streng genommen nicht über die schlechten Zahlen, sondern über die reale Unzufriedenheit der Mitarbeiter. Man stolpert auch weniger darüber, dass die Ergebnisse nach Außen gelangen, sondern eigentlich über ihre schlichte Existenz.</p>
<p class="MsoNormal">Aber zurück zu Angelika Dammann. Sie wird zu Recht von Bild.de „Powerfrau“ und die „Super-Karriere-Frau“ genannt. Forsch im Ton, unnachgiebig in der Sache, zackig dem Zeitdruck folgend und im Laufschritt: so wirkt sie, wenn sie an ein Referentenpult tritt, und so dürfte sie auch im Unternehmen agiert haben. Neben ihr verblasst alles. Sie ist erfolgreich. Kein anderer Personalvorstand hat als Medienstar so rasch ein derartig breites Medienecho erreicht. Egal ob bei „Hart, aber fair“ oder auf einem der vielen Personalkongresse: Angelika Dammann überragte nicht nur körperlich mit ihren 1,85 m viele. Schon nach wenigen Monaten bei SAP wurde sie von einem Personalmagazin zum HR-Manager des Jahres gewählt und die Laudatio klang fast so, als ob es die Ehrung zum Personalmanager des Jahrtausends wäre.</p>
<p class="MsoNormal">Doch das Universum im Allgemeinen und die Arbeitswelt im Besonderen ist verschlungen, vernetzt und läuft dann doch irgendwie anders, als man sich das auf einem theoretisch klar strukturierten Schreibtisch überlegt. Deshalb zunächst einmal wie üblich eine Definition – die uns zwar etwas auf eine falsche Fährte lenkt, aber trotzdem hilfreich ist:</p>
<p class="MsoNormal">Der Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ definiert: <strong>„Das Tall Poppy Syndrom ist ein aus (1) Australien stammender Ausdruck, wonach (2) eine besonders große Mohnpflanze, die (3) deshalb aus einem Mohnfeld herausragt, zwingend (4) abzuschneiden ist und man sich im Regelfall freut, wenn (5) eine Tall Poppy zurück auf den Boden der Realität fällt“.</strong></p>
<p class="MsoNormal">So, jetzt haben wir zumindest gelernt, dass „Poppy“ das australische Wort für Mohnpflanze ist. Aber ist das wirklich die Erklärung? War es nur Missgunst aller anderen, die nicht so weit nach oben kamen und zwergenhaft zu ihr nach oben schauen mussten?</p>
<p class="MsoNormal">Zurück zu den Fakten: Selbstredend tun sich Unternehmen schwer, endlich Frauen auf die Vorstandsposten zu bringen, weil es ganz einfach bereits auf der zweiten Ebene viel zu wenige Frauen gibt. Damit steigt die Verhandlungsmacht der Frauen, die sich dann eben wie Angelika Dammann Heimflüge im Firmenjet per Arbeitsvertrag zusichern lassen. Und vielleicht noch vieles andere, was wir alles nicht wissen. Gut, das ist wahrscheinlich bei männlichen deutschen Vorständen ebenfalls üblich, wobei es dadurch aber auch nicht besser wird.</p>
<p class="MsoNormal">Doch wie kann es angehen, dass – obwohl „nach Medienberichten“ die Stimmung bei SAP nicht besser wurde –, sie allen ernstes beim Aufsichtsrat angefragt hat, ob sie den Firmenjet für ihre Wochenendheimflüge zwei weitere Jahre bekommen könne, weil sie bisher keine passende Wohnung in der Nähe von Walldorf finden konnte? Und wie kann es passieren, dass sie dabei alle richtigen und wichtigen Ideen von SAP zur ökologischen Unternehmensführung, zum CO2-Footprint sowie vor allem zur individuellen Verantwortung von Führungskräften ignorieren wollte? Hat nicht gerade hier ein Personalchef eine ganz besondere Vorbildfunktion?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Tipp für die Presse und für Kongressveranstalter: Bevor eine Person in den Himmel gehoben und dort durch Sauerstoffmangel erstickt wird, bitte einmal genau hinschauen! Dies gilt gerade für die HR-Fachpresse, die – soweit erkennbar – nicht einmal das Scheitern von Angelika Dammann kritisch kommentierte.</strong></p>
<p class="MsoNormal">Sicherlich war Angelika Dammann nicht besser als ihre Kolleginnen und Kollegen. Sie ragte nur mehr heraus, weil sie als Frau eben mehr auffiel. Und dann wurde es natürlich für sie schwierig angesichts des medialen Feuerwerks um ihre Person, wurde es immer schwieriger, auf dem Boden der Realität zu bleiben und sich mit so kleinen Details wie mit Gehaltsverhandlungen von Mitarbeitern und mit Betriebsräten zu befassen. Kann es sein, dass sie immer mehr an das geglaubt hat, was über sie geschrieben wurde? Kann es sein, dass vielleicht diese sozial-medial konstruierte Realität eben nicht ausgereicht hat, reale Herausforderungen zu bewältigen?</p>
<p class="MsoNormal">Angelika Dammann hat als Personalvorstand eines der Unternehmen mit dem „höchsten Humankapital pro Kopf“ eine herausragende Position. Dazu kam dann der „Medienhype“, der primär ausgelöst wurde, weil sie eine Frau ist und damit zur „Super-Karriere-Frau“ wurde. Dann kamen noch ihre markigen Sprüche dazu, die – wie ihr Plädoyer gegen die Frauenquote – vielen gefielen. Plötzlich war alles gut, alles toll und Angelika Dammann wurde zum Medienvorstand, dessen Rolle im Unternehmen und als Nutzerin des Firmenjets plötzlich durch den Aufsichtsrat hinterfragt wurde und zu der Auflösung des Arbeitsverhältnisses führte.</p>
<p class="MsoNormal">Anders formuliert: Sie war ein kleines Stückchen übers Feld hinausgewachsen und wurde dann wie eine rote Mohnblume noch viel weiter nach oben gezogen, bis sie ganz klar über das Mohnfeld hinausragte. Dass sie dann scheitern musste, war klar und lag auf der Hand wie die sicherlich aufkommende Schadensfreude der anderen.</p>
<p class="MsoNormal">Der Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ definiert daher ergänzend: <strong>„Das Tall Dammann Syndrom ist die aus (1) Deutschland stammende Charakterisierung einer Situation, in der eine (2) von den Medien und (3) von sich selbst derartig über das Mohnfeld nach oben gezogene Person (4) durch eigenes Verschulden jegliche Bodenhaftung verliert, dass sie (5) abgesägt und (6) zum Objekt stiller Freude der anderen wird, aber trotzdem (7) an anderer Stelle wieder weiterwächst.“</strong></p>
<p class="MsoNormal">Damit ist das Tall Dammann Syndrom (TDS) deutlich vom Tall Poppy Syndrom (TPS) zu unterscheiden: Denn gerade weil (besser: „solange“) diese Personen Lieblinge der Medien sind, bekommen sie eine zweite, dritte, vierte und fünfte Chance. So werden HR-Medien und HR-Kongressveranstalter Angelika Dammann weiterhin innig lieben. Auch wird sie auf einen neuen Job als Personalvorstand nicht lange warten müssen, denn gerade für diesen Job werden offenbar händeringend Frauen gesucht – aber das wäre wieder ein neues Thema.</p>
<p class="MsoNormal">Bevor aber unserem beliebten Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ jetzt wieder reflexartig „Frauenfeindlich!“ vorgehalten wird: Dieser Beitrag hat nichts mit der Quotendiskussion zu tun. Es ist allenfalls bemerkenswert, dass Angelika Dammann in ihrer mit „Angelika“ unterschriebenen Begründung für ihren Rückzug dem „Wunsch nach mehr Zeit für die Familie“ eine Formulierung verwendet, die man eher bei Frauen als bei Männern findet.</p>
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<p><img style="border: 0px initial initial;" title="DSC01508cw" alt="Bild zu: Angelikas Absturz: Das „Tall Dammann Syndrom“ " src="/personal-blog/files/2011/07/DSC01508cw.jpg" /></p>
<p>P.S. Douglas Adams mit seinem Reiseführer „Per Anhalter durch die Galaxis“ würde vermutlich das ganze mit Nukleinsäure erklären. Denn sie ist „Teil eines genetischen Wachstumsrezepts . . . und führt am Ende dazu, dass einer Pflanze ein zusätzliches Blatt wächst.“</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/personal-blog/author/fazblog-scholz/">fazblog-scholz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog">Per Anhalter durch die Arbeitswelt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Geprüfter Vater: Nie ohne Zertifikat!</title>
		<link>http://blogs.faz.net/personal-blog/2011/05/10/gepruefter-vater-nie-ohne-zertifikat-204/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 May 2011 03:38:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fazblog-scholz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gleichstellungsbeautragte]]></category>
		<category><![CDATA[Väter-Audit]]></category>
		<category><![CDATA[Work-Life-Balance]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Dass man ohne Führerschein nicht Auto fahren soll, liegt irgendwie auf der Hand. Auch mag es plausibel sein, wenn Lieferanten für Backzutaten eine zumindest rudimentäre Zertifizierung für Lebensmittel durchlaufen. Jetzt also eine neue Idee: das Väter-Audit! Was das ist und warum man sich nicht nur als Vater damit beschäftigen sollte, erfährt man in bewährter Form im Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“. <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog/2011/05/10/gepruefter-vater-nie-ohne-zertifikat-204/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/personal-blog/author/fazblog-scholz/">fazblog-scholz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog">Per Anhalter durch die Arbeitswelt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<div style="color: #000000; font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 10px; background-image: initial; background-attachment: initial; background-origin: initial; background-clip: initial; background-color: #ffffff; margin: 8px;">
<div style="color: #000000; font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 10px; background-image: initial; background-attachment: initial; background-origin: initial; background-clip: initial; background-color: #ffffff; margin: 8px;">
<div style="color: #000000; font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 10px; background-image: initial; background-attachment: initial; background-origin: initial; background-clip: initial; background-color: #ffffff; margin: 8px;">
<p class="MsoNormal">Dass man ohne Führerschein nicht Auto fahren soll, liegt irgendwie auf der Hand. Auch mag es plausibel sein, wenn Lieferanten für Backzutaten eine zumindest rudimentäre Zertifizierung für Lebensmittel durchlaufen. Jetzt also eine neue Idee: das Väter-Audit! Was das ist und warum man sich nicht nur als Vater damit beschäftigen sollte, erfährt man in bewährter Form im Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“.</p>
<p class="MsoNormal"><img title="9_5F00_5DSC00439cw_5F00_anhalterVaterAudit" alt="Bild zu: Geprüfter Vater: Nie ohne Zertifikat!" src="/personal-blog/files/2011/05/9_5F00_5DSC00439cw_5F00_anhalterVaterAudit.jpg" /></p>
<p class="MsoNormal">
<p><!--StartFragment--></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Es beginnt eigentlich ganz harmlos, denn schließlich geht es weder um <a href="/personal-blog/2010/03/29/deutsche-telekom-warum-bei-der-verordneten-frauenquote-wirklich-niemand-jubeln-sollte" target="_blank">Frauenquoten</a> noch um <a href="/personal-blog/2010/12/30/frauenfoerderung-durch-pirelli-kalender" target="_blank">Pirelli-Kalender</a>. Wir sitzen im edel ausgestatteten Sitzungssaal. Vor uns stehen zwei Unternehmensberater – so richtige Berater, die sich unser Chef uns und sich einfach einmal gönnt. Auf der Tagesordnung steht „Väter-Audit“. </span></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span lang="DE">Der Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ definiert: „Ein Väter-Audit ist (1) keine Prüfung für Männer, ob sie Väter werden dürfen, sondern (2) eine Prüfung für Unternehmen, ob Arbeitsbedingungen für Väter im Interesse von (3) Frauen und (4) Kindern optimal gestaltet sind.“</span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Jetzt ist alles klar und wir sind bereit, intelligent und mit mutigem Geist kleine gelbe Punkte auf große Metaplan-Tafeln zu kleben: Fühle ich mich in meiner Rolle als Vater gut? Bin ich zufrieden? Ganz klar: Wir fühlen uns gut und wir sind alle weitgehend zufrieden. Die Berater runzeln die Stirn. Sind wir wirklich zufrieden? Sind unsere Frauen zufrieden? Und verbringen wir genug Zeit mit unseren Kindern?</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Wir verzichten gutmütig auf die Definition von „genug“. Außerdem sitzen hier, abgesehen von der Initiatorin dieses Audits, nur Männer. Vielleicht sind wir deshalb so friedlich. Dann neue kleine Punkte, die diesmal auf Bilder zu kleben sind: Strahlende Väter am Strand mit strahlenden Kindern – genau wie aus der Fernsehwerbung für Schokolade.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Jetzt gerät auch der Berichterstatter und Autor dieses Reiseführers ins Schlingern. Was antworten? Er ist nach dem Studium einfach ein Jahr zuhause geblieben und war die meiste Zeit „nur“ Vater. Eine schöne Zeit – und ganz ohne Auditierung und Zertifizierung. Wir kleben weiter Punkte und spielen weiter eifrig mit bei diesem lustigen Spiel.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Immer mehr Betroffenheitsrhetorik: Unternehmen sollen Vätern die Möglichkeit geben, sich um die Kinder zu kümmern. Nun ja, warum nicht. Keine späten Meetings am Nachmittag, damit es zu einem pünktlichen „Dienstschluss“ kommt. Das wird schon schwieriger: Denn zwecks optimaler Raumausnutzung hat die oberste Leitung die Devise ausgegeben, auch am späten Nachmittag und am Samstag zu arbeiten. Nun ja, aber etwas Widersprüchliches muss es ja geben und auch das Väter-Audit muss lernen, seinen Platz in der Hierarchie der Wichtigkeit zu erkennen.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Dann die Rhetorik der Aktivierung: Was machen wir, damit die Kinder gleichrangige Partner werden? Der Autor dieses Reiseführers berichtet von seinem seit 25 Jahren praktizierten System, wonach die Familie im Terminkalender auch Wochentags-Termine für sich sperren kann. Erstaunte Gesichter bei den Beratern. Vermutlich irgendwie die falsche Antwort.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Aber das ganze ist ja nur der „Kick-Off“: Irgendwann haben wir dann den richtigen Workshop, der uns dann auf die eigentliche Auditierung und unserer Zertifikat vorbereiten wird. Bei diesem regulären Väter-Workshops sind dann natürlich auch Frauen dabei, damit sie ihre Wünsche sowie Erwartungen artikulieren und ihre Sichtweise thematisieren können. Sicherlich eine gute Idee. Nur: Wenn auf einem Väter-Workshop auch mit Frauen diskutiert wird, warum finden Frauen-Workshops dann regelmäßig ohne Männer statt?</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Und da ist sie wieder, die verräterische Wortwahl: Es gibt „Väter-Workshops“ und Frauen-Workshops, es gibt die eine väterfreundliche Kultur und eine frauenförderliche Kultur. Es gibt auch ein Väter-Audit, aber kein Mütter-Audit. Der Frauenbeauftragten (offiziell eigentlich „Gleichstellungsbeauftragten) scheint nichts aufzufallen und auch unser Chef freut sich: Das hier ist wirklicher Fortschritt.</span></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span lang="DE">Tipp für Männer: Solange es in Ihrem Unternehmen – egal ob mit oder ohne „Audit“ – auch nur einen einzigen Workshop oder einen einzigen Kurs gibt, der „ausschließlich“ für Frauen ausgeschrieben ist, bestehen Sie darauf, dass auch Väter-/Männer-Workshops ausschließlich für Männer abgehalten werden und damit für alle (!) Frauen gesperrt bleiben.</span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Damit bliebe auch die im Regelfall weibliche Gleichstellungsbeautragte vor der Türe, die diese Veranstaltungen organisiert, Dann und nur dann haben Sie die Chance, die Kurse in Ihrem Sinne zu optimieren und wirklichen Nutzen zu ziehen. Falls das alles nicht klappt, bleibt immer noch die Möglichkeit zur Klage gegen Diskriminierung: Hier bieten bereits Wortwahl und unterschiedliche Durchführungsprinzipien genug Ansatzpunkte für eine vielversprechende und signalsetzende Klage.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Allein – das Wort „männerfreundliche Kultur“ fällt immer noch nicht! Es wird über viel Unterschiedliches geredet, aber nicht über eine Kultur, die das Attribut „männerfreundlich“ trägt. Doch genau die brauchen wir immer dringender: Weiß denn niemand, dass die Selbstmordrate bei Männern größer ist als bei Frauen? Und die Lebenserwartung um viele Jahre geringer? Arbeitslosenquote, Herzinfarkt, Bluthochdruck, Arbeitsstress? Nein. Darüber reden wir natürlich nicht. Männer werden in derartigen Workshops allenfalls reduziert auf ihre Rolle als (böse) Väter, die zu funktionieren haben.</span></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span lang="DE">Tipp für Unternehmensleitungen: Überlegen Sie gründlich, ob Sie so etwas Anachronistisches wie ein Väter-Audit starten, denn allein das Wort ist schon verräterisch und zeigt, wes Geistes Kind „man“ ist.</span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Trotzdem: Wir Männer nehmen es irgendwie locker und lassen es geschehen. Wir haben gelernt, dass man bei derartigen Spielen lieber den Mund hält und brav mitspielt. Sonst ist man „frauenfeindlich“. Und wie soll es weiter gehen? Vermutlich bekommen wir, wenn wir nur genug Punkte geklebt haben, irgendeine Plakette, die als „Väter-Audit“ bescheinigt, dass hier alles väter- und damit frauenfreundlich ist.</span></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span lang="DE">Tipp für Frauen: Vielleicht sollten Sie dafür sorgen, dass es statt der hier beschriebenen „Väter-Audits“ mit ihrer Betroffenheitsrhetorik sinnvolle Veranstaltungen gibt, die sich generell mit Themen wie „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ befassen. Oder die Work-Life-Balance thematisieren, denn auch Männer/Frauen/Paare ohne Kinder haben Anspruch auf ein vernünftiges Leben.</span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Selbst wenn es vor allem die faktisch als <span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Frauenbeauftragte agierenden Personen im Regelfall ganz anders sehen: Männer und Frauen sowie Mütter und Väter sind zwar unterschiedlich, haben aber bei zeitgemäßer Interpretation von Familie und Beruf weitgehend identische Probleme.</span></p>
<p><!--EndFragment--></p>
<p class="MsoNormal"><img style="border: 0px initial initial;" title="DSC01508cw" alt="Bild zu: Geprüfter Vater: Nie ohne Zertifikat!" src="/personal-blog/files/2011/05/DSC01508cw.jpg" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">P.S. Vielleicht hilft – natürlich wieder nur unter Rückgriff auf den universellen Reiseführer von Douglas Adams – eine Zeitreise und dabei wird es allenfalls erhellend wirken, wenn „man bei einer Reise durch die Zeit zufällig sein eigener Vater oder seine eigene Mutter wird. Sein eigener Vater oder seine eigene Mutter zu werden ist kein Problem, mit dem eine tolerante und gut aufeinander eingespielte Familie nicht fertig würde. Das Ändern des Laufs der Geschichte ist auch kein Problem – denn der Lauf der Geschichte wird sich nicht ändern“. Auch nicht durch das Väter-Audit.</p>
</div>
</div>
</div>
<p>&nbsp;</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/personal-blog/author/fazblog-scholz/">fazblog-scholz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog">Per Anhalter durch die Arbeitswelt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Sofort feuern! Oder was man von Lothar und Jupp lernen sollte!</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Apr 2011 14:39:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fazblog-scholz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bayer Leverkusen]]></category>
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		<category><![CDATA[Kündigung]]></category>
		<category><![CDATA[Lothajupp]]></category>
		<category><![CDATA[Uli Hoeneß]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blogs.faz.net/personal-blog/2011/04/17/sofort-feuern-oder-was-man-von-lothar-und-jupp-lernen-sollte-201/</guid>
		<description><![CDATA[<p>In Unternehmenstrainings propagiert man „fairen Umgang“ mit Mitarbeitern, die das Unternehmen verlassen wollen. Gleichzeitig werden Unternehmen kritisiert, die hier eine ganz harte Linie fahren und auf Kündigung mit sofortiger Freistellung reagieren. Spätestens seit der „Niederlage“ von Jupp Heynckes  bei Bayern München sollte man den Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ zu Rate ziehen – sonst wird es für das Unternehmen wirklich teuer. <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog/2011/04/17/sofort-feuern-oder-was-man-von-lothar-und-jupp-lernen-sollte-201/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/personal-blog/author/fazblog-scholz/">fazblog-scholz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog">Per Anhalter durch die Arbeitswelt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div style="color: #000000; font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 10px; background-image: initial; background-attachment: initial; background-origin: initial; background-clip: initial; background-color: #ffffff; margin: 8px;">
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<p class="MsoNormal">In Unternehmenstrainings propagiert man „fairen Umgang“ mit Mitarbeitern, die das Unternehmen verlassen wollen. Gleichzeitig werden Unternehmen kritisiert, die hier eine ganz harte Linie fahren und auf Kündigung mit sofortiger Freistellung reagieren. Spätestens seit der „Niederlage“ von Jupp Heynckes  bei Bayern München sollte man den Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ zu Rate ziehen – sonst wird es für das Unternehmen wirklich teuer.</p>
<p class="MsoNormal"><img title="rasen" alt="Bild zu: Sofort feuern! Oder was man von Lothar und Jupp lernen sollte!" src="/personal-blog/files/2011/04/rasen.jpg" /></p>
<p class="MsoNormal"><!--StartFragment--></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Rapid Wien hat es vor kurzem konsequent vorgemacht: Als der Trainer Peter Pacult begann, mit dem RB Leipzig zu liebäugeln, wurde er rausgeschmissen – <span style="mso-spacerun: yes;"> </span>nicht wegen seiner Leistung, sondern weil man darin einen derartig „massiven Vertrauensbruch“ und keine Chance zur weiteren Zusammenarbeit sah.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Bayer Leverkusen machte es anders: Man zeigte großmütig Verständnis dafür, dass Jupp Heynckes <span style="mso-spacerun: yes;"> </span>lieber zu Bayern München wechseln wollte. Man sah auch kein Problem darin, Jupp Heynckes <span style="mso-spacerun: yes;"> </span>im entscheidenden Spiel gegen Bayern München auf der Trainerbank sitzen zu lassen. Dabei hätte die Vereinsführung das Problem erkennen müssen. Denn für Bayern München (und damit auch für Jupp Heynckes <span style="mso-spacerun: yes;"> </span>als ihren neuen Trainer) ging es um die Teilnahme in der Champions League und damit um Millionen Euro. Und allenfalls naive Fußball-Idealisten konnten darüber überrascht sein, dass Leverkusen mit 5:1 in München haushoch unterging.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Rückblende: Einige Leser dieses Reiseführers werden sich an Lothar Matthäus erinnern und auch daran, dass man sich vor allem an ein Tor von ihm erinnert: 1984 spielte er für Mönchengladbach, hatte bereits kurz vor Saisonende seinen Wechsel zu Bayern München publik gemacht und verschoss im DFB-Pokalfinale im Elfmeterschiessen<span style="mso-spacerun: yes;">  </span>„gegen“ seinen zukünftigen Arbeitgeber Bayern München ziemlich eindeutig. Dadurch gewann Bayern München den Pokal 6:7. Übrigens: Damals war Jupp Heynckes <span style="mso-spacerun: yes;"> </span>der Trainer von Mönchengladbach und der damalige Leidtragende. Jetzt ist er der Nutznießer der eigenen Niederlage.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Etwas nostalgisch definiert damit der Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ folgenden Begriff: <i style="mso-bidi-font-style: normal;">„Ein <strong>Lothajupp</strong> ist eine Situation, in der eine wechselbereite Führungskraft durch eigenes Versagen seinem aktuellen Arbeitgeber schaden, aber im Umkehrschluss dem zukünftigen Arbeitgeber extrem nutzen kann.“</i></span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Niemand kann und wird Jupp Heynckes unterstellen, bewusst seine Mannschaft bei Bayern München derartig miserabel eingestellt zu haben, dass sie derartig desolat gespielt hat. Genauso wie man Lothar Mathäus damals bei seinem verschossenen Elfmeter keine Absicht unterstellen darf. Sicherlich werden damals weder Jupp Heynckes <span style="mso-spacerun: yes;"> </span>noch Lothar Matthäus Prämien von Uli Hoeneß für „entsprechendes“ <span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Verhalten <span style="mso-spacerun: yes;"> </span>versprochen worden sein. Demnach ist sicher nichts Unrechtes im Spiel.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Doch es gibt so etwas wie ein Unterbewusstsein: Wenn Jupp Heynckes <span style="mso-spacerun: yes;"> </span>bei Bayern München verliert – was er ja bekanntlich geschafft hat – dann stellt er den mächtigen<span style="mso-spacerun: yes;">  </span>Uli Hoeneß als seinen zukünftigen Chef zufrieden. Das alleine ist ein wichtiges Motiv, denn bei einem Sieg in München hätte er eigentlich nicht mehr als Trainer antreten brauchen. Es geht aber noch weiter im Unterbewusstsein: Verliert Jupp Heynckes <span style="mso-spacerun: yes;"> </span>gegen Bayern München, spielt er im nächsten Jahr in der Champions League – ansonsten nicht.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Spätestens jetzt ist klar, dass das Management von Bayer Leverkusen stümperhaft und naiv gehandelt hat: Würde ein Manager seinem Entwicklungsleiter, der erklärt hat, zur Konkurrenz abzuwandern, noch die Gelegenheit geben, sich einmal gründlich im eigenen Computersystem umzusehen? Oder ihm erlauben, bei der entscheidenden Strategiesitzung dabei zu sein? Oder die alles entscheidende Wettbewerbspräsentation für den alles entscheidenden Pitch vorzubereiten? Alles definitiv nicht: Hier dürfte Werner Wenning (jetzt Vorsitzender des Bayer-Gesellschafterausschusses) in seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender der Bayer AG ganz anders agiert haben</span><span lang="DE" style="font-size: 11.0pt; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Verdana; color: #1e1e1e;">.</span></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span lang="DE">Tipp für Unternehmen: „Vermeiden Sie konsequent, in ein <i style="mso-bidi-font-style: normal;">Lothajupp</i> zu kommen. Tief im Unterbewusstsein sind Führungskräfte (wie Trainer und Fußballspieler) opportunistisch. Wenn Sie in einem <i style="mso-bidi-font-style: normal;">Lothajupp</i> sind, muss die betreffende Person „isoliert“ werden: Das ist kein Misstrauen, kein Missmanagement, sondern lediglich Vorsicht vor dem Unterbewusstsein.“</span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Danach hätte Jupp Heynckes <span style="mso-spacerun: yes;"> </span>nie (!) bei diesem Spiel auf der Bank sitzen dürfen.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Gleichzeitig fällt auf, dass gerade Bayern München recht häufig in eine solche Situation kommt: Hatte nicht auch einmal Klose (damals Werder Bremen) kurz vor einem wichtigen Spiel „Geheimverhandlungen“ mit Bayern München gehabt? Und gab es da nicht auch noch andere Fälle? Auch wenn – und das sei ganz klar betont – nie keine Absicht auf der Seite von Bayern München unterstellt wird, bietet sich doch ein kleiner Ratschlag an, der in eine ganz andere Richtung geht &#8230;</span></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span lang="DE">Tipp für Unternehmen: „Versuchen Sie möglichst bei Ihren Konkurrenten <i style="mso-bidi-font-style: normal;">Lothajupps</i> zu produzieren. Vielleicht nützt es nichts – aber es wird auch nichts schaden. Und im Zweifelsfall bei UH nachfragen.“</span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Mit Blick auf die Fußballgeschichte bleibt festzuhalten: Genauso wie Wikipedia als eine zentrale „Leistung“ von Lothar Matthäus seinen verschossen Elfmeter gegen Bayern München nennt, wird Jupp Heynckes <span style="mso-spacerun: yes;"> </span>dieses „5:1 für Bayern München“ als entscheidenden Punkt in seiner Karriere<span style="mso-spacerun: yes;">  </span>akzeptieren müssen.</span></p>
<p class="MsoNormal"><img style="border: 0px initial initial;" title="DSC01508cw" alt="Bild zu: Sofort feuern! Oder was man von Lothar und Jupp lernen sollte!" src="/personal-blog/files/2011/04/DSC01508cw.jpg" /></p>
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<p class="MsoNormal">P.S. Liest man den Reiseführer „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams ausführlich – was man mehrfach am Tage tun sollte – so kommt noch ein weiterer Ratschlag ins Spiel. Vielleicht hätte Jupp Heynckes  selbst auf seine Trainerrolle in diesem Spiel verzichten und den klugen Zaphod mit folgenden Worten zitieren sollen: „Ich würde mir selber nicht weiter trauen als eine Ratte spucken kann.“</p>
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<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/personal-blog/author/fazblog-scholz/">fazblog-scholz</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/personal-blog">Per Anhalter durch die Arbeitswelt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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