Planckton

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Die Wissenschaft ist ein ernstes Geschäft, aber gehört ihr deshalb das letzte Wort?

Evolution in Rom (IV)

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Hat uns Pierre Teilhard de Chardin heute noch etwas zu sagen? Der 1955 verstorbene Franzose war zweifellos eine beeindruckende Gestalt. Als einer der Begründer...

Hat uns Pierre Teilhard de Chardin heute noch etwas zu sagen? Der 1955 verstorbene Franzose war zweifellos eine beeindruckende Gestalt. Als einer der Begründer der modernen Paläoanthropologie einerseits und tiefreligiöser Jesuitenpater andererseits scheint er mehr als sonst jemand geeignet zur Symbolfigur dafür, daß wissenschaftliche Neugier und christlicher Glaube nur verschiedene Zugänge zur Wirklichkeit sind. Wem sein bekanntestes Buch, „Le „Phenomen Humaine“ als naturwissenschaftlich interessierten Teenager begegnet, dürfte sich der Faszination kaum entziehen können, gerade weil Teilhard hier den Versuch unternimmt, über die bloße Naturerklärung hinauszudenken. Kirchenkritiker können zudem auf den Ärger verweisen, den der Pater mit dem Vatikan hatte. Andere mögen die geradezu heiligenmäßige Geduld, mit der er seinen Oberen gehorsam war, ohne sich dabei intellektuell zu verbiegen, am meisten bewundern.  

Aber was blieb von seiner philosophischen Synthese der Darwinschen Evolutionstheorie mit der christlichen Überzeugung eines Heilsplans in der Welt? Was vom „Omega-Punkt“, auf den sich der Kosmos unaufhaltsam durch immer weiter fortschreitende Steigerung von Komplexität – von Atomen zu Zellen, zu Tieren, zum Mensch und darüber hinaus – entgegenstrebt? Wie steht die Kirche, wie die Jesuiten heute dazu? Das hätte David Sloan Wilson, Evolutionsbiologe von der State University of New York, gerne gewußt. Kein Wunder, denn der Evolution auf Ebenen jenseits individueller Organismen, insbesondere der lange verworfenen und auch heute noch nicht ganz unumstrittene „group selection“, galt Wilson gestriger Vortrag auf dem Darwin-Kongress an der päpstlichen Universität in Rom. „Man kann kulturelle Evolution als eine neue Art von Evolution ansehen“, sagte Wilson am Ende seines Vortrags, an dem er unter anderem darüber spekulierte, inwieweit die globale Kultur mit ihren Transportnetzen für Geld und Güter und schließlich dem Internet nicht dabei sei, ein Nervensystem auszubilden wie ein einziger riesiger Organismus, in dem mancher vielleicht den nächsten Schritt dessen sehen dürfte, was Pater Teilhard de Chardin die „Noosphäre“ nannte.

Die im Saale zahlreich anwesende Geistlichkeit äußerte sich nicht. Stattdessen widmete der Zoologe Ludovico Galleni von der Universtität Pisa Teilhard seinen ganzen Vortrag, der allerdings über weite Strecken historisch ausfiel. Dabei zeigte Galleni sich aber in der Tat als begeisterter Teilhardist und empfahl schließlich Teilhards teleologisches Konzept einer Materie mit innewohnendem Streben auf ein Ziel hin als Forschungsprogramm. Dagegen gab es prompt heftigen Protest, und zwar von Gennaro Auletta, Professor für Wissenschaftsphilosophie an der Gregoriana und einer der Organisatoren der Konferenz. „Das ist gefährlich“ entfuhr es Auletta. „Man kann nicht einen ontologischen Rahmen als Programm definieren und dann sagen, das, was dabei gefunden wurde, beweise die Richtigkeiten des ontologischen Rahmens. So kann man jede Ideologie begründen“. Das sei, so Auletta, wie bei Richard Dawkins, wenn der behaupte irgendwelche rein mechanisch verständlichen Evolutionsprozesse würden seine atheistische Weltanschauung beweisen. „Das führt uns nirgendwohin“.

Auch der britische Archäologe Colin Renfrew fühlte sich angesichts von Gallenis Begeisterung und Wilsons Interesse für Teilhard ausgesprochen unwohl. Renfrew hatte zuvor über die erstaunliche Tatsache vorgetragen, daß der moderne Mensch ausweislich seiner Anatomie schon vor 200000 Jahren mit der heutigen genetischen Ausstattung versehen war, sich aber erst vor etwa 10 000 Jahren mit der Seßhaftwerdung zum Kulturwesen mauserte. Dabei überging Renfrew allerdings ein paar Details großzügig, etwa das Erscheinen der Kunst vor spätestens 40 000 Jahren, aber das sind für ihn lokale Phänomene. „Wären vor der Seßhaftwerdung Besucher aus dem All auf der Erde gelandet, wäre ihnen der Mensch unter anderen gesellig lebenden Tieren schwerlich aufgefallen“, vermutet Renfrew. Sein Schluß daraus: „Kulturelle Evolution ist Evolution – aber keine im Sinne Darwins“. Begriffe wie „Meme“, mit denen versucht wurde, die Kulturgeschichte des Menschen analog zur biologischen Evolution zu beschreiben, hält Renfrew für „nicht sehr hilfreich“ – was man als britisch-höfliche Umschreibung von „komplett gescheitert“ verstehen darf.

Warum nun war Renfrew über das neue Interesse an Teilhard de Chardin so wenig glücklich? Auch bei ihm ist es die Teleologie, die er an Teilhard nicht mag. „In der Wissenschaft ist es immer sehr gefährlich, wenn man schon weiß, auf was alles hinausläuft.“, sagte Renfrew. Soweit wollte natürlich auch Wilson nicht gehen, so sehr ihn wenigstens die Idee einer globalen Noosphäre fanziniert, von welchen die menschlichen Individuen nur Glieder sind, die gleichwohl als ganze biologisch und damit wissenschaftlich beschreibbar ist. Ideen in dieser Richtung erfreuen sich auch wegen ihrer Verheißungen im Hinblick auf die ökologische Zukunft des Planeten Erde unter Forschern der 68er Generation (Wilson ist Jahrgang 1949) gewisse Beliebtheit – etwa in Form der „Gaia-Hypothese“ des Briten James Lovelock. Gerade weil diese sich als wissenschaftlich verstehenden Ideen so freundlich, so in einem moralischen Sinne gut klingen, ist Renfrew (Jahrgang 1937) so skeptisch: „Ich bin mir nicht sicher, ob Wissenschaft von Wertesystemen getrieben werden sollte“. Wilson dagegen möchte nicht, „daß dann andere Leute (als die Wissenschaftler) die Werte machen“.

Die kleine Debatte wirft in gewissem Sinne auch ein Licht auf die Frage, warum keiner der Jesuiten im Saal für ihren berühmten Ordensbruder Teilhard de Jardin in die Bresche sprang. Das Problematische an Teilhards Philosophie aus kirchlicher Sicht war und ist ganz gewiß nicht sein Eintreten für eine evolutionäre Sicht auf die Entstehung des Menschen. Das Problem ist die Extrapolation dieser evolutionären Entwicklung über den Menschen hinaus – und die Wertung derselben als etwas Positives. Das führt gefährlich nahe an jene Idee heran, der Mensch könnte oder sollte „verbessert“ oder „überwunden“ werden. Eine solche Überwindung im Vorhinein positiv zu bewerten, gar zu propagieren, ist theologisch unmöglich. Es ist darüber hinaus – angesichts des Ausgangs von Versuchen in der Vergangenheit,  den „neuen Menschen“ zu erschaffen – historisch problematisch und es ist auch philosophisch fragwürdig: Denn es mag ja sein, daß die Evolution am Menschen noch was verbessern könnte. Aber was es an ihm zu verbessern gäbe, das zeigt einzig der heutige, noch unverbesserte Mensch. Ist der aber einmal verbessert und überwunden, ist er etwas anderes, von dem sich folglich dann nicht mehr sagen läßt, ob die Verbesserung wirklich eine war.

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5 Lesermeinungen

  1. Seit je wird die Erde von...
    Seit je wird die Erde von zahlreichen, Macht- und Einfluss- reichen Menschen (und solchen mit derlei Ambitionen) bevoelkert, die glauben und sich selbst darin gefallen, oft auch andere glauben lassen koennen, dass sie wissen, Wissen besitzen.
    Sehr vereinzelt gibt es auch diejenigen, die sich mit sehr viel magerer Kost begnuegen, indem sie einfach ersteinmal davon ausgehen, dass sie selbst jedenfalls niemals wissen koennen werden. Weil sie erleben, wie leicht wir alle uns vertun und wie gerne wir alle in weitschweifende Plaudereien geraten und uns in Seemannsgarn und Jaegerlatein oder schmeichelhaften Visionen verlieren, bleibt ihnen nichts anderes, als bohrende, scharfe, eng umgrenzte, nachpruefbare Fragen praezise auszuarbeiten, sorgfaeltig zu beobachten, zu experimentieren, zu zaehlen, zu messen und sehr behutsam, klar definierte und klar begrenzte Schlussfolgerungen zu formulieren, am besten nie anders als in Wahrscheinlichkeiten ausgedrueckt. Werden diese Ergebnisse in Wort und Schrift niedergelegt und kommuniziert, baut sich ein gemeinsamer Erfahrungsschatz auf, der staendig streitbar korrigiert, verfeinert und ausgeweitet wird. Das Auto faehrt, das Flugzeug fliegt, die Lampe leuchtet und ich hoere die Stimme meines Bruders von der anderen Seite dieses Planeten aus dem kleinen Kaestchen in meiner Hand. Wenn nicht, hat jemand einen Fehler gemacht. Selbst Antibiotika und Anaesthetika funktionieren (meistens) und machen den Arzt und den Zahnarzt zu unserem Freund und Helfer (meistens). Der Stammbaum und die Hauptentwicklungsstroeme aller Lebewesen waehrend der vergangenen 3,5 Milliarden Jahre Erdgeschichte oder so werden in groben Zuegen rekonstruierbar und dabei taucht eine unerwartete Ueberraschung nach der anderen auf. Nicht wenige dieser Ueberraschungen kollidieren mit dem Wissen der Wissenden und ziehen ihre erbitterte Empoerung auf sich.
    Vor bereits etwa 2450 Jahren, so sagt die Sage, soll in Delphi eine Dame, vermutlich im Vollrausch und nach allem moeglichen Hokus Pokus wie geschlachteten Ziegen und anderem, dennoch eine erstaunlich kluge Wahl getroffen haben zwischen diesen beiden verschiedenen Vorgehensweisen, mit denen sich unsere Nervensysteme mit den Umgebungen, in denen sie sich wiederfinden, auseinandersetzen und interagieren. Den unermuedlich unverschaemt fragenden, unertraeglich neugierigen, die Jugend verfuehrenden, respektlosen, gotteslaesterlichen, dickbaeuchigen Sokrates fand diese weise Dame gut, die wissenden Athener Stadtvaeter weniger.
    Fuer jeden Erdenbuerger auf seiner Suche nach der Frage, wo seine Seele denn zu Hause sein und wo diese in ihrer Unsterblichkeit ihr Heim einmal finden soll, sind alle Pforten aller Glaubens- und Wissensgemeinschaften (und alle Klingelbeutel) zu jeder Zeit weit geoeffnet. Auch heute, nach den verflossenen Jahrtausenden, scheint die Sehnsucht nach gemuetlich abgedunkelten und langfristig eingemieften Gewissheitswinkeln unveraendert zu sein, wie die kaum zaehlbaren, jeweils allein rechtglaeubigen Religionsgemeinschaften, die sich aus dem im vorderen Orient entstandenen Monotheismus entwickelt und aufgespalten haben, sowie die Anzahl der zornigen Kreationisten und Heilslehrer deutlich belegen. Die Wissenden sind unter uns, wie eh und je, so wissend und so lebensgefaehrlich, wie eh und je. Prophylaktische Genitalienverstuemmelung, ob Vorhaut oder Vagina, penibel elaborierte Strafandrohungen, haeufig gegenueber genitalen Aktivitaeten, die vermutlich jedem Spass machen, und Sanktionsregister fuer’s Diesseits wie fuer’s Jenseits sollen Zweiflern und Fragen- Stellern auf die Spruenge helfen. Wir muessen dankbar und froh sein fuer jeden Augenblick, in dem uns nicht die Flueche, die Steine und Messer, die Dynamitladungen, Kanonenkugeln und Bomben der Wissenden um die Ohren fliegen, wir nicht durch ihre Mauern und Stacheldrahtwaelle aus- oder eingegrenzt werden und wir uns nicht in ihren Gefaengnissen und Folterkellern wiederfinden oder wir nicht selbst unversehens Zielscheibe so einfacher und fragloser Verfahrensregeln wie “kill or capture” werden. Sollten hier waehrend der vergangenen Jahrtausende wirkliche Veraenderungen und Weiterentwicklungen stattgefunden haben, muessen sie mir bisher entgangen sein. Kein Winkel auf dieser Erdoberflaeche ist nicht schwerstens bedroht durch die fraglose Entschiedenheit der Wissenden die stets unter forsch flatternden Bannern der Weltverbesserung und ewigem Heil (zumindest fuer die Erwaehlten) marschieren.
    Unsere Sehnsucht nach Sinn und allumfassender Harmonie, nach Erloesung und Unsterblichkeit, nach persoenlicher Geborgenheit auf dem Schosse des Allmaechtigen, des Allerhoechsten im Diesseits und im Jenseits, ist, wie waere es anders moeglich, eine Aktivitaet unserer Nervenzellen und Kenner lokalisieren diese in bestimmten Regionen der Temporallappen unseres Gehirns. Keine Sorge, diese Neuronengruppen sind bei uns Menschen tatsaechlich weiter entwickelt und staerker ausgebildet als bei anderen Saeugetieren, schlauen Voegeln, Insekten oder Kopffuesslern, wie diese ganz erstaunlich pfiffigen Kraken und Kalmare genannt werden. Die koennen dafuer anderes besser als wir.
    Der Menschenkopf sucht unentwegt. Wer aus Faulheit, Feigheit, Eitelkeit, Herrsch- und Machtsucht glaubt, im Wissen angekommen zu sein, wird fuer sich selbst und seine Zeitgenossen zur ernsthaften Gefahr.
    “Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! du bist so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen, Dann will ich gern zugrunde gehn! Dann mag die Totenglocke schallen, Dann bist du deines Dienstes frei, Die Uhr mag stehn, der Zeiger fallen, Es sei die Zeit für mich vorbei!“
    Gar nicht so schlecht formuliert.

  2. Es würde keinen Widerspruch...
    Es würde keinen Widerspruch zwischen Wissenschaft und Glauben geben, wenn die Wissenschaftler bei der Wissenschaft bleiben würden und aus ihren Forschungsergebnissen keine unzulässigen Schlussfolgerungen zögen.
    Die Wissenschaft hat sich entschieden sich nur mit dem Mess- und Wägbaren zu befassen. Also soll sie dabei bleiben.
    Die Wirklichkeit ist aber umfassender. Deshalb können wirkliche Theorien, wie zum Beispiel über die Entstehung des Kosmos, des physischen Lebens oder der Evolution nicht auf naturwissenschaftlicher Grundlage gebildet werden.
    Der Glaube ist eine Vorstufe des Wissens. Allerdings eines Wissens über die Welten, die Voraussetzung für den physischen Kosmos sind.
    Hat man Wissen, so ist dieses – wenn die einzelnen Elemente des Wissen in logischen Zusammenhang gebracht werden – Wissenschaft. Geisteswissenschaft, Metaphysik oder wie immer man sie nennen mag.
    Im Zusammenhang dieses Wissens mit dem Wissen der Naturwissenschaft ergibt sich ganzheitliches, oder interdisziplinäres Wissen.
    Was nun die Evolution betrifft, so kann aus der interdisziplinären Wissenschaft mit Sicherheit gesagt werden, dass alle Theorien der Evolution, die materielle Faktoren annehmen, definitiv f a l s c h sind.
    Der Kampf ums Dasein, Selektion und Auslese haben nicht unmittelbar mit dem Werden der Lebewesen zu tun, sondern sind eine F o l g e des Vorhandenseins der Lebewesen.
    Die Welten, einschließlich der physischen sind dadurch entstanden, dass das Ewige auf sich selbst reflektierte. Die Selbstreflektion des Ewigen fand im Menschen seinen Abschluss. Deshalb geht die Evolution nur weiter, wenn sich der Mensch seines wahren, d.h. ewigen Wesens, bewusst wird.
    Geschieht das nicht, gibt es nur noch Niedergang, wie die ökologischen und gesellschaftlichen Verhältnisse beweisen.
    Näheres zum Fortgang der Evolution hier: http://geheimnisdesmensch

  3. Wie schoen, diese behutsam...
    Wie schoen, diese behutsam beobachtende Mitteilung ueber die erlesene Zusammenkunft zur Erinnerung an Teilhard de Chardin, diesen nachdenklichen Mittler zwischen Natur und dem Allmaechtigen, hier und jetzt zu lesen.
    Jeder kaempft und mueht sich derzeit durch Darwin’s Texte, in Uebersetzung oder Original. Etwas verspaetet vielleicht, oder? Vor 150 Jahren hatten diese Gedankengebaeude Brisanz. Heute immer noch nicht angekommen? Nicht ueberall, ich weiss.
    Zu den schoensten und ergiebigsten Erlebnissen im Zusammenhang mit diesen Fragen gehoert fuer mich der Vortrag von John Maynard Smith vor der Royal Society “On the Origins of Life”, gluecklicherweise zu sehen bei youtube.
    Materie organisiert sich, den Umstaenden und Groessenordnungen entsprechend. Emergenz von Informationsspeichern, molekularem Gedaechtnis, zusammen mit Variation und viel Katalysten bringt molekulare Evolution in Gang. Die Ergebnisse liegen vor uns, so phantastisch, dass wir sie kaum glauben wollen.
    Psychologen erklaeren uns, dass erwachsen werden, ungeschuetztes Leben, ohne Eltern und Fuersorge, ein schmerzhafter Prozess ist, den wir nur ungern, mit grossen Widerstaenden zu akzeptieren bereit sind. Viel lieber sehen wir um uns herum Vorgaenge und Kraefte, die direkt auf uns selbst, ganz persoenlich reagieren und uns selbst damit Wert und Bedeutung geben. Zugehoerigkeit zur rechten Glaubensgemeinschaft, zum auserwaehlten Volke, hilft unserem veraengstigten, einsamen Selbst in diesem urgewaltigen, unendlichen Kosmos sehr und wird zur wirkungsvollen Heilsbotschaft. Werte, gut und schlecht, wahr und falsch, sind in diesen Zusammenhaengen zu sehen, unserer Sehnsucht nach Halt, nach zu Hause. Aus unserem eigenen Selbst heraus sehen wir die Welt und legen uns die Dinge so zurecht, dass sie uns gefallen, bzw. ertraeglich scheinen. J.S. Kennedy’s: “Neoanthropomorphism” habe ich gerne gelesen.
    Evolution ist etwas fuer Naturwissenschaftler, nicht fuer Wert- und Sinn- Sucher.
    Naturwissenschaft ist Orientierung in der Welt, in der wir uns befinden. Wie funktioniert das?
    Wertungen: Finde ich das wuenschenswert oder nicht, gut oder schlecht, sind Fragen, mit denen sich unser Selbstbewusstsein endlos beschaeftigen kann.
    Ein Blick auf die Entwicklungen der Religionen und Glaubensgemeinschaften dieser Welt in Raum und Zeit legen nahe, das auch hier evolutive Entwicklungen am Werke sind.
    Wer haette das gedacht?

  4. Das Wahrheitskriterium im...
    Das Wahrheitskriterium im Evolutionsprozess ist der Durchsetzungserfolg. Die Wahrheit einer philosophischen Universaltheorie des Seins, d.h. einer Allgemeinen Theorie des Evolutionsprozesses, müßte sich in der Konkurrenz mit den bisherigen ‚Theologien und Ideologien‘ erweisen. Eine wahre, wirklich universale Evolutionsprozess-Theorie müßte jene Ordnung formulieren, die sich mit dem im Evolutionsprozess herangewachsenen Durchsetzungspotenzial für NEUES sofort dominomächtig verbünden würde.
    Eine solche dominomächtig sich in der politischen Realität durchsetzende Evolutionsprozesstheorie würde automatisch den Wahrheitsanspruch des Christentums, wie er von Papst Benedikt XVI. formuliert wurde, auf der geistigen Ebene ersetzen. Was im aktuellen Evolutionsprozess mehr nützt als alles Herangewachsene hat ja erst einmal den Anspruch auf Geltung für sich. Ein solcher Erkenntnisschritt kommt nicht ohne die Formulierung des organisierenden Ziel im Evolutionsprozess aus. Wer dieses Ziel operational formuliert, der bringt den weltindustriellen Fortschrittsprozess aus der Crashperspektive heraus. Die derzeitige Absturzkrise des weltindustriellen Fortschrittsprozess dürfte nur mit dem hier angedeuteten Erkenntnisschritt beendet werden können. Eine Hypothese dafür testet der Schreiber auf ihren Wahrheitsanspruch.

  5. Es ist doch verwunderlich,...
    Es ist doch verwunderlich, dass die Kirche etwas gegen die Überwindung des Menschen, einer Entwicklung über ihn hinaus, haben könnte.
    Lehrt sie nicht selbst, dass der sogenannte „fleischliche“ Mensch zugunsten des „geistlich gesinnten“ gesinnten, durch Identifikation mit dem Ewigen, überwunden werden soll? – Das ist doch Sinn und Zweck der ganzen christlichen Lehre! Und nicht nur dieser, sondern auch der Upanishaden, des Buddhismus.
    Nur eben hat das Christentum bereits den esten Menschen, die durch seine völlige Identifikation mit dem Ewigen die materiellen Bedingtheiten überwand: Jesus Christus!
    Zum besser Verständnis hier eine Kurzfassung der wahren Evolution:
    http://geheimnisdesmenschen.blogspot.com/2009/01/wie-geht-die-evolution-weiter.html

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