Planckton

Planckton

Die Wissenschaft ist ein ernstes Geschäft, aber gehört ihr deshalb das letzte Wort?

Pandemiewarnstufe sechs: Zwei Gründe

| 1 Lesermeinung

(Anm.: Update am Ende des Blogs) Im Netz wird gezwitschert, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO die Pandemiewarnstufe auf 6 und damit auf die höchste...

(Anm.: Update am Ende des Blogs)

Im Netz wird gezwitschert, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO die Pandemiewarnstufe auf 6 und damit auf die höchste Stufe anheben will – nein muss. Rein formal gesehen ist das wohl  unausweichlich, wenn, was bei einem potenten Influenzavirus gar nicht anders zu erwarten ist, die Ausbreitungswelle der neuen Variante des Subtyps Influenza A/H1N1 weiter anhält.

Nun weiß man dummerweise über die Virulenz und Pathogenität  des Erregers immer noch sehr viel weniger als über dessen genetische Bauanleitung und Mischungsverhältnisse. Also geht man offiziell davon aus, muss es sogar, dass es sich bei der Virusvariante der mexikanischen Grippe (gerne auch amerikanische Grippe) um ein potentiell gefährliches Virus handelt, das über kurz oder lang das Zeug zum wirklich aggressiven hochvirulenten Stamm hat. Und deshalb wird wohl die Hochstufung der WHO unvermeidlich. Eigentlich sind die formalen Voraussetzungen erfüllt, wenn man den potentiell gefährlichen Erreger also tatsächlich als „animal or human-animal influenza reassortant virus able to cause ‚community-level outbreaks.'“ definiert. Denn dass tatsächlich in zwei verschiedenen WHO-Regionen, nämlich USA und Europa (Spanien, Deutschland), bereits Mensch-zu-Mensch-Übertragungen nachgewiesen sind, darf nun als gegeben angesehen werden.

Sieht man die Liste der möglichen WHO-Pandemie-Kategorien durch, könnte man einer vorübergehenden Tendenz der Nachrichtenlage vom Wochenende (….vorsichtige Entwarnung der Experten…)  entsprechend darauf kommen, dass die von der WHO ins Kalkül gezogene „postpandemische Periode“ (post-pandemic period) den Status der Infektionswelle technisch gesehen (aber natürlich nicht seuchen-chronologisch) am ehesten trifft. Viele sprechen ja schon von einem Verhalten wie bei einer „gewöhnlichen Grippe“ (was sicher nicht mit harmlos gleichgesetzt werden darf). Geschielt wird da vor allem auf Infektiosität und ggf. auf Mortalität.

Die Sache  hat zwei Haken: Erstens kommt der „Spiegel“ morgen mit dem gewaltigen Titel „Weltvirus“ heraus (weiland Vogelgrippe) und zweitens kann das Virus – wobei  sich  aber noch kein Virologe eindeutig festlegen wollte: ergo  – theoretisch zum Killervirus werden. Die Todesrate könnte durch Mutationen schnurstracks steigen. Wie bei der Spanischen Grippe seinerzeit. Oder eben ebenso rasant abfallen, wie nach dem Schweinegrippen-Ausbruch in Fort Dix in den siebziger Jahren andererseits.  

Fakt ist zu dieser Stunde: Nichts Genaues weiß man nicht, die ersten infizierten Schweine in Kanada (außerhalb Mexikos) sind dingfest gemacht, die WHO ringt mit sich und den Zahlen (darf sie denn die Frage der Virulenz und Pathogenität bei der Pandemieeinstufung so nachrangig hinter der Infektiosität behandeln?)  und in der Twitter-Gemeinde im Internet läßt das Interesse nun signifikant nach (fürs Erste):

  Bild zu: Pandemiewarnstufe sechs: Zwei Gründe

 

Update 3. Mai 18 Uhr:  Die Frage nach dem möglichen Hochstufen auf Pandemie-Alarmlevel 6 war Thema der täglichen WHO-Pressekonferenz, das Audio-file vom 3. Mai (in Englisch). Ergebnis: Erforderlich sei eine nachhaltige („sustained“) Mensch-zu-Mensch-Übertragung, wie man sie in Nordamerika derzeit beobachtet. In Europa sei das zumindest jetzt noch nicht nachgewiesen worden. In Europa noch nicht. Sei aber möglicherweise eine Frage der Zeit („vielleicht im Laufe der kommenden Woche“) , allerdings  nicht prognostizierbar.

  

 

   

 

0

1 Lesermeinung

  1. Immerwieder ein katrastrophe...
    Immerwieder ein katrastrophe schein zu werden, gibt es ueberreaktionen.
    Bei gewoehnliche Leute: Mir ist es egal oder dagegen ich muss jeder Massnahmen treffen, damit mir so was nicht erreicht…
    Leider die masskommunikations Medien tragen damit bei, und die Grafiken auf artikel zeigen es deutlich.
    Unter die gegenwartige Umstaende, ist es nicht einfach, besonnen, nuechtern,
    mit kalte Kopft zu sein.
    Mal sehen wie es weiter laeuft.
    Nur meine Meinung
    Homero Velazquez

Kommentare sind deaktiviert.