Home
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
Weitersagen Kommentieren (9)
 

Die Klimaaussichten (1): Professor Lord Stern gibt wieder Gas

28.08.2009, 16:46 Uhr

Von

Freitag, 28. August. Hundert Tage bis Kopenhagen. In den nächsten Monaten wird es hinter und neben den Kulissen der Klimapolitik hoch hergehen, das haben die bisherigen Vorbereitungstreffen für die Weltklimakonferenz in Dänemark schon gezeigt. Manche meinen, es wird Geschichte geschrieben. Was wir an interessanten historischen Momenten bis dahin – und vielleicht darüber hinaus – aufschnappen können, soll hier protokolliert werden.  An unserem Klimabarometer darf selbstverständlich jeder mitdrehen, Kommentare sind geradezu erwünscht.  

 Wir beginnen  in Berlin.

 Die Hauptstadt brütet. Und das liegt ganz sicher nicht am Bundestagswahlkampf. Einige vor dem Brandenburger Tor warten unter der gleißenden Sonne auf den angekündigten historschen Umzug, jetzt aber ist zuerst Anti-Atomdemo mit Attac und anderen, die mit Sattelschlepper und Castorattrappe auf „Entsorgungssuche” sind. Auf dem Pariser Platz  brüllt einer was von Klimarettung und den Lügen der Mächtigen ins Mikro, schräg über der Strasse im Haus der Commerzbank, Pariser Platz 1, versuchen die drei Klimaheiligen rettbar erscheinen zu lassen,  was zu retten ist: Hans Joachim – „John” – Schellnhuber, Ottmar  Edenhofer und natürlich Lord Nicholas Stern. Dieser gibt den Anlass. Professor Stern berichtet mal wieder. Diesmal  hat er zwar keinen schwergewichtigen  Klimareport unterm Arm wie Ende 2006, als er, der ehemalige Weltbank-Chefökonom,  die Welt mit dem weltwirtschaftlichen Wahnsinn wachrüttelte, den ein klimapolitisches Nichtstun mit sich brächte.  Aber der dreiundsechzigjährige Lord-Professor von der London School of Economics kommt keineswegs leer nach Berlin. Nachdem er  ein paar Tage Konferenzluft in Barcelona geschnuppert hat und sich von der Sonne über Barcelona („in hundert Jahren könnte es dort wie in der Sahara aussehen”)  hat bräunen lassen, präsentiert er in Berlin sein Buch „Der Global Deal“.

   Bild zu: Die Klimaaussichten (1): Professor Lord Stern gibt wieder Gas  Signierstunde in Berlin. Lord Nicholas Stern (r.). Foto jom

 

Der Verlag C.H. Beck aus München hat seinen Starautor ins Zentrum der Macht einfliegen lassen und dessen Freunde vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung dazu gebeten. Schellnhuber und Edenhofer besitzen Klimasinsitivität genung, sich so eine Gelegenheit nicht entgehen zu lassen. Schon der Sache wegen. Der englische Originaltitel des Stern-Buchs – „Blueprint for a Safer Planet” – gefällt  Schellnhuber bedeutend besser. Wenigstens ist der frei von schlechtem Deutsch. Schellnhuber würde gerne etwas mehr Schärfe reinbringen, nachdem der Lord – zuerst solo auf dem Podium – seinen im Buch sehr detailreich skizzierten Optimismus ausbreiten durfte. Edenhofer stellt sich auf die Seite der ökonomischen Utopien, Schellnhuber jedoch, der Physiker und politische Realist, stichelt immer wieder in die Runde. Bloß keine Märchenstunde, Klimapolitik ist nichts für technologische und ökonomische Fiktionen. Der Markt wird’s regeln? Darauf können wir nicht warten, sagt Schellnhuber, der Kanzlerinberater. Die Elektrifizierung wurde auch nicht in kleinen Klitschen oder Garagen ersonnen und in die Welt getragen, sondern war Sache der Staaten. Was es braucht ist Führung und Entschlossenheit. Handeln, aber bitte jetzt.

Überzeugt der  Charismatiker die Klimadiplomatie?

 Schellnhuber ist ungeduldig, der Lord die Ruhe selbst. Stern beherscht  das Spiel der Augenbrauen perfekt. Keine überflüssige Gestik und Mimik, keine Schärfe in der Stimme, nur ein paar wohlgesetzte Runzeln auf der Stirn und nie aufhören, dem Publikum einen vertrauenseligen Blick zu schenken. Fast fühlt man sich von ihm umarmt. Jedenfalls ziemlich nah. Der britische Lord ist so ziemlich das Gegenteil dessen, was man sich seit der Finanzkrise unter Ökonomie vorstellt. Wenn der Charismatiker von den zweihundert Milliarden Dollar spricht, die wir Reichen für die Entwicklungsländer in den nächsten zehn Jahren in die Hand nehmen müssen, damit  China, Indien und Brasilien doch noch ins Klimarettungsboot  hüpfen, dann klingt das bei ihm nicht nach Verschwendung oder Zockerei. Nicht mal, als er für die Franzosen für ihre massive atomare Energieaufrüstung lobt („ich bin kein Anwalt der Atomtechnik, aber ein Befürworter der Wahlfreiheit”)  und dafür mit unangenehmen Fragen (Risikotechnologie?) zur Rede  gestellt wird, wirkt er unseriös oder verlegen. Nein, der höfliche Herr mit der zierlichen Gestalt gibt seine Klugheit und Geradlinigkeit keinen Moment preis.

Könnte er also auch diesmal wieder der Mann sein, der die diplomatischen Fesseln löst, in der sich die internationalen Klimaverhandlungen zur Zeit wieder befinden? Schellnhuber ist er vielleicht insgesamt etwas zu sachlich und politisch zu zahm, zu viel Mediator und zu wenig Gladiator. Zutrauen aber würde er ihm die Rolle des Aufrüttlers sicher trotzdem. Schon seines taktischen Geschicks wegen. Das Buch kommt sicher zur rechten Zeit. Und auf den 280 Seiten in seinem  Buch ist Lord Stern zumindest  konkret genug, an politischer Kreativität mangelt es Stern zuletzt. Den Segen seines ökononomischen Mitstreiters Edenhofer, der im Weltklimarat inzwischen eine erste Geige spielt,  hätte er sowieso. Dennoch wären die Herausforderungen für ihn gewaltig. Stern sagt, er erwarte „nervöse hundert Tage” bis zum Kopenhagener Weltklimakongress  (“die wichtigste Staatenkonferenz seit Ende des Zweiten Weltkriegs”). Hektik und womöglich Unbeherrschtheiten am grünen Tisch? Das wäre gewiss Gift für sein Temperament.

Die weiteren Aussichten: Nebel über Kopenhagen.

 

Veröffentlicht unter: Klimawandel, Klima, Klimaerwärmung, Klimapolitik, Stern

  Weitersagen Kommentieren Empfehlen Drucken
 

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Lesermeinungen zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 6000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung der Lesermeinung weisen wir am Beitrag den Klarnamen des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Lesermeinungen von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Lesermeinungen zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Weitere Artikel

Datenschutzerklärung

Allgemeine Nutzungsbedingungen von FAZ.NET und seinen Teilbereichen

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Lesermeinungen automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden
Lesermeinungen zu diesem Artikel (9)
Sortieren nach
0 ChristianErmecke 07.09.2009, 15:15 Uhr

In der Tat - der Leser sollte...

In der Tat - der Leser sollte seine Schlüsse stets selbst ziehen. Auch ich bedanke mich - Bis zum nächsten Aufeinandertreffen!

0 MarineBiologist 06.09.2009, 11:00 Uhr

Von nun beginnen wir uns im...

Von nun beginnen wir uns im Kreis zu drehen. Ich bedanke mich für die sehr interessante und für mich sehr aufschlussreiche Diskussion. Sollte jemand die Komentare dieses Blogs lesen, so bleibt es Ihm jetzt selber überlassen Schlüsse daraus zu ziehen. Bis zum nächsten Klima-Blog-Eintrag

0 ChristianErmecke 05.09.2009, 18:09 Uhr

Wir beschäftigen uns noch ein...

Wir beschäftigen uns noch ein wenig mit den schriftlichen Zitaten von "MarineBiologist": "Zu keinem Zeitpunkt habe ich die Arbeiten des Wissenschaftlers Robert Wood als dilettantisch dargestellt. Ganz im Gegenteil." - Sie haben Woods Arbeit dilettantisch als obsolet dargestellt (Beleg oben im Text.) "Den Dilettantismus habe ich letztlich Herrn Ermecke unterstellt, da er mit diesem Experiment den globalen Klimawandel widerlegen möchte." Den Dilettantismus unterstellen Sie Wood ( können es aber wieder nicht belegen), dessen Experiment 1. den angeblichen Treibhauseffekt (vermehrte IR-Strahlung vom Boden nach Erwärmung des Bodens durch sichtbares Licht - IR-Anteil dabei verschwiegen) als Erwärmungseffekt widerlegt, und 2. Einen erheblichen Teil an IR im Sonnenlicht nachweist. "Daher habe ich mich natürlich nie um 180° gedreht,..." HAHAHA, s. oben... "zu 1) die Ergebnisse von Wood haben gezeigt, dass der Ausschluss der Konvektion zu einem Temperaturanstieg führt." - Ja, ausschließlich dieser, und eben nichts anderes , was damals die Treibhaushypothese weismachen wollte." "Sie erzählen uns jetzt aber, dass die vorhandene Konvektion unseres Planeten für den Temperaturanstieg verantwortlich ist." - Unfug. Es geht um den angeblichen - und von Wood klar widerlegten - Mechanismus einer nennenswerten Erwärmung durch IR-Strahlung vom Boden. "zu 2) ().. Schön, dass sie erkennen, dass CO2 ein IR-aktives Gas ist. Das geben ja nur wenige Skeptiker zu." - Glatt gelogen. Kritiker stören sich an dem ebenso sinnentleerten wie falschen Begriff "Treibhausgas", während der Begriff "IR-aktives Gas" der fachlich korrekte war und ist. Dieser wird von der Treibhausfraktion - zumindest in der Öffentlichkeit - bewußt vermieden, und stattdessen durch "Treibhausgas" oder "Klimagas" ersetzt. "Auch vollkommen richtig: Das Licht besteht zu einem Teil aus Infrarot und CO2 absorbiert dieses. Super, stimmt alles. Es stimmt auch, dass ein Teil der IR-Strahlung in den Weltraum reflektiert wird, sonst wäre es hier wirklich beträchtlich wärmer." - Jetzt bin ich sprachlos, DAS geben Sie zu? Jetzt beginnen die Zonks: 1. "Niemand hat jemals von den "bösen Treibhausgasen" geredet, dass versuchen die Skeptiker nur so zu verbreiten." - Ich bin nicht sicher, ob ich Sie jetzt richtig verstanden habe... Wie bitte...? "Jeder Wissenschaftler weiß, dass die Temperaturen auf unserem Planeten nur so angenehm mild sind, da wir gemütlich 280µatm CO2 vor der Industrialisierung in unserer Atmosphäre hatten (mittlerweile sind es 390µatm +0,4%/a)." - Die CO2-Werte waren früher bereits phasenweise deutlich höher, s. u.a. Ernst Georg Beck. "Die Treibhausgase sorgen dafür, dass wir statt -18°C im Mittel etwa 15°C auf unserer Oberfläche verzeichnen. " - Die Standardlüge, sie ist falsch, s. Wood. "Das Problem dem wir jetzt gegenüberstehen ist nur der rasante Anstieg dieser Gase." - Im Gegenteil, der Anstieg birgt keinerlei Probleme in sich. 2. "() Absorbieren und Abstrahlen in einen Vorgang zu stecken, wie es Herr Ermecke getan hat ist also nicht zutreffend" - Sie ändern nichts an der Tatsache (die Sie erstaunlicherweise selbst zugegeben haben), daß die IR-aktiven Gase eine zusätzliche Aufheizung des Planeten verhindern, statt sie zu bewirken - theoretisch also ihre Reduzierung erst die Erwärmung begünstigt, vor der wir "gewarnt" - und anschließend kräftig zur Kasse gebeten werden.

0 MarineBiologist 04.09.2009, 08:06 Uhr

Mann eins muss man Ihnen ja...

Mann eins muss man Ihnen ja lassen, sie sind echt hartnäckig! Also auf ein Neues: Zu keinem Zeitpunkt habe ich die Arbeiten des Wissenschaftlers Robert Wood als dilettantisch dargestellt. Ganz im Gegenteil. Es war ein respektables Experiment, das interessante Ergebnisse lieferte. Den Dilettantismus habe ich letztlich Herrn Ermecke unterstellt, da er mit diesem Experiment den globalen Klimawandel widerlegen möchte. Daher habe ich mich natürlich nie um 180° gedreht, sondern ich war und bin immer noch der Meinung, dass hier Dinge zusammengeführt werden, die nichts mit einander zu tun haben. zu 1) die Ergebnisse von Wood haben gezeigt, dass der Ausschluss der Konvektion zu einem Temperaturanstieg führt. Sie erzählen uns jetzt aber, dass die vorhandene Konvektion unseres Planeten für den Temperaturanstieg verantwortlich ist. Wie genau passt das jetzt zusammen? Möchte man unbedingt einen Zusammenhang zwischen diesem Experiment und unserer Atmosphäre ziehen, dann wäre das für mich: Gut das wir Konvektion (sprich "Durchluft") in unserer Atmosphäre haben, sonst würde die Erwärmung ja noch viel schlimmer verlaufen zu 2) Über diesen Punkt freue ich mich ganz besonders, denn er ist bis auf die letzten Sätze vollkommen richtig. Schön, dass sie erkennen, dass CO2 ein IR-aktives Gas ist. Das geben ja nur wenige Skeptiker zu. Auch vollkommen richtig: Das Licht besteht zu einem Teil aus Infrarot und CO2 absorbiert dieses. Super, stimmt alles. Es stimmt auch, dass ein Teil der IR-Strahlung in den Weltraum reflektiert wird, sonst wäre es hier wirklich beträchtlich wärmer. Jetzt beginnen die Zonks: 1. Niemand hat jemals von den "bösen Treibhausgasen" geredet, dass versuchen die Skeptiker nur so zu verbreiten. Jeder Wissenschaftler weiß, dass die Temperaturen auf unserem Planeten nur so angenehm mild sind, da wir gemütlich 280µatm CO2 vor der Industrialisierung in unserer Atmosphäre hatten (mittlerweile sind es 390µatm +0,4%/a). Die Treibhausgase sorgen dafür, dass wir statt -18°C im Mittel etwa 15°C auf unserer Oberfläche verzeichnen. Das Problem dem wir jetzt gegenüberstehen ist nur der rasante Anstieg dieser Gase. 2. Reflektion und Absorption sind verschiedene Dinge. Reflektiert wird z.B. an weißen Flächen wie Wolken und Eis. Die Treibhausgase absorbieren. Absorbieren heißt (mehr oder weniger) Aufnehmen. Damit erhöht sich die kinetische Energie der Moleküle, sprich die Bewegung. Stoßen diese Moleküle mit anderen zusammen überträgt sich ein Teil der Energie. Diese Energie kann aber so kaum noch die Atmosphäre verlassen. Absorbieren und Abstrahlen in einen Vorgang zu stecken, wie es Herr Ermecke getan hat ist also nicht zutreffend

0 ChristianErmecke 03.09.2009, 16:27 Uhr

Ich möchte an dieser Stelle...

Ich möchte an dieser Stelle dem geneigten Leser gerne einmal demonstrieren wie die Strategie einer Klimawahn-Befürworters funktioniert: 1. Beitrag: "Klimaskeptiker ... verlassen sich auf Daten von 1909. Sprich aus Zeiten als die industrielle Revolution noch nichtmal richtig in Gange gekommen ist und versuchen mit vorgeschobenen Leihhaft dargsetellten Argumenten vom wesentlichen abzulenken." - Die Arbeit des US-Physikers Robert Wood wird hier geradezu dilettantisch als obsolet dargestellt. 2. Beitrag: "Das durchaus richtige Experiment: Robert Wood hatte 1909 zwei Treibhäuser gebaut...()" - Jetzt also ist das Experiment nicht mehr veraltet, der Klimawahn-Befürworter dreht sich um 180°. Nochmal zum 1. Beitrag, ich zitiere das kaum zitierbare: " ()...und versuchen mit vorgeschobenen Leihhaft dargsetellten Argumenten vom wesentlichen abzulenken." - Das ist jedoch das, was den 2. Beitrag des Klimawahners ausmacht: Das Experiment von Wood bestand aus zwei Teilen, nicht nur dem einen erwähnten, die zwangsläufigen Schlußfolgerungen, auch bezogen auf die Hypothese der angeblichen "menschgemachten" Erderwärmung, sind: 1) Der Treibhauseffekt, bei dem angeblich Infrarotstrahlung, durch vom Boden durch Erwärmung des Sonnenlichts vermehrt in die Atmosphäre abgegeben wird, ist praktisch nicht verhanden. Konvektion ist der praktisch ausschließliche Grund (nicht nur "mehr als", wie der Vorredner glauben machen will). 2) Das Sonnenlicht besteht zu einem erheblichen Teil ebenfalls aus Infrarot. Warum ist das wichtig? Ganz einfach: Wenn die IR-aktiven Gase (der wissenschaftlich korrekte Begriff) in der Atmosphäre das IR absorbieren und abstrahlen können, dann nach ALLEN SEITEN, also auch zurück ins Weltall. Und dieser Effekt ist weitaus signifikanter als die lächerlich niedrige Erwärmung durch das vom Boden kommende IR. Ergo: Ohne IR-aktive Gase wäre es wärmer auf der Erde, nicht kühler. Eine deutliche Verringerung an "bösen Treibhausgasen" führt also zu einer ERWÄRMUNG, nicht zu einer ABKÜHLUNG. Abschließend: "Wood hatte in seinem Experiment nie versucht einen CO2-Effekt zu widerlegen." Nein, aber er tat es trotzdem - unwissentlich. Denn der CO2-Wahn war 1909 noch unbekannt.

0 MarineBiologist 01.09.2009, 16:47 Uhr

Ich möchte an dieser Stelle...

Ich möchte an dieser Stelle dem geneigten Leser gerne einmal demonstrieren wie die Strategie eines Klimaskeptikers funktioniert. Im ersten Schritt nehme man eine Aussage die von Wissenschaftlern stammen könnte, aber so nie getätigt wurde, da sie in einem winzigen Detail falsch ist und dann widerlegt man diese Theorie mit durchaus richtigen Belegen. Hier also unser Beispiel: Die Aussage der Wissenschaftler, die so nie getätigt wurde, sich aber irgendwie so anhört: Unsere Atmosphäre heizt sich auf wie in einem Treibhaus. Im Treibhaus wird durch das Glas die Infrarot-Strahlung zurückgehalten, in der Atmosphäre geschieht dies durch das CO2. Daher nennen wir dies auch den Treibhauseffekt. Soweit noch richtig, aber der Skeptiker sagt sich jetzt: Widerlege ich den Effekt aus dem kleinen Häuschen im Garten habe ich im Umkehrschluss auch bewiesen, dass es den Treibhauseffekt in der Atmosphäre nicht gibt. Das durchaus richtige Experiment: Robert Wood hatte 1909 zwei Treibhäuser gebaut. Eines mit einem Glasdach (undruchlässig für Infarot) eines mit einem Dach aus gepresstem, durchsichtigem Salz. Letzteres war für Infarot durchlässig. Bei der Bestrahlung mit Sonnenlicht hatte sich gezeigt, dass beide Häuser in etwa den selben Temperaturanstieg verzeichneten. Dies wurde durch die Wissenschaftler Fleagel und Businger (1980) bestätigt. Es wurde also gezeigt, dass in Treibhäusern der durch die eingeschränkte Konvektion ausgelöste Temperaturanstieg stärker war, als der durch das Zurückhalten der Infrarotstrahlung. Problem an der Argumentation: Die Aussage der Wissenschaftler anders formuliert wäre: In unsere Atmosphäre hält CO2 und andere Spurengase die Infrarotstrahlung zurück und führt so zu einer Regulation der Temperatur. Durch die menschliche Veränderung der Konzentrationen dieser Gase wird eine Erhöhung der durchschnittlichen Temperatur auf unserem Planeten erhöht. Meterologen und Atmosphärenchemiker sprechen auch von dem Atmosphären-Effekt. Um den interessierten Laien diesen Effekt zu Erklären wurde auf das Treibhaus zurückgegriffen. Das sehr anschaulich (wenn auch nicht ganz richtig) den Effekt erklärt. Wood hatte in seinem Experiment nie versucht einen CO2-Effekt zu widerlegen. Sondern lediglich gezeigt, dass in einem sehr begrenzten Raum (eben nicht der Atmosphäre) der Effekt der verringerten Konvektion einfach stärker ist.

0 ChristianErmecke 01.09.2009, 15:54 Uhr

@"MarineBiologist" "Es hat...

@"MarineBiologist" "Es hat ein Informationsveranstalltung stattgefunden" - Ich dachte, es wurde Ware vorgestellt, die man an den Mann bringen möchte. "Herr Stern bringt Infomationen in Umlauf die auch der "normale" Bürger versteht. Und das für nur 19,90€" - siehe oben, es gilt eben, mit einer Ware Geld zu machen. "Verschiedene Wissenschaftler (Physik, Ökonomie) zeigen sich im Einklang." - Oh, ja - Herr Schellnhuber vom PIK und - Herr Edenhofer - auch vom PIK. Ach ja, und der Buchverkäufer, Herr Stern. Lafontaine und Gysi, Bartsch und Ramelow, Trittin und Bütikofer - Einklang.... "Klimaskeptiker wie Christian Ermecke verlassen sich auf Daten von 1909. Sprich aus Zeiten als die industrielle Revolution noch nichtmal richtig in Gange gekommen ist und versuchen mit vorgeschobenen Leihhaft dargsetellten Argumenten vom wesentlichen abzulenken." Wesentlich ist, das Wood die Hypothese vom Treibhauseffekt mit einem einfachen, aber durchdachten zweiteiligen Experiment restlos widerlegte. Dieses Experiment wurde erst vor wenigen Jahren von einem deutschen Wissenschaftler nachgestellt, ausgedehnt, gründlich überprüft und bestätigt. Jede bessere Oberschule kann den Versuch nachbauen. Sie kennen offenbar Robert Wood's Arbeiten gar nicht - und wissen daher nicht , daß seine Meßergebnisse zeitunabhängig sind. Da Sie aber so tuen, als ob Sie mehr vom Fach verstünden als Wood, dürfen Sie hier gerne darlegen, warum Woods Versuchsanordnungen falsch waren, er keine Ahnung von Physik hatte, von der Öl- / Kohle- / Atomlobby gesponsert wurde, etc. Und warum es der "Klimamafia" natürlich nur um (Des-) Information geht, und keineswegs um Profite aus Buchverkäufen (Stern), Emissionshandel (Gore) oder sinnlos vergeudeten "Forschungs"geldern und Zuwendungen aus "Quellen, die das PIK nicht nennen will" (FAZ 2007)...

0 MarineBiologist 01.09.2009, 14:14 Uhr

Wenn man diesen bemerkenswert...

Wenn man diesen bemerkenswert kühl gehaltenen Bericht versucht auf ganz wenige Kernsätze zu reduzieren, bleibe vier Dinge übrig: 1) Es hat ein Informationsveranstalltung stattgefunden 2) Herr Stern bringt Infomationen in Umlauf die auch der "normale" Bürger versteht. Und das für nur 19,90€ 3) Verschiedene Wissenschaftler (Physik, Ökonomie) zeigen sich im Einklang. 4) Klimaskeptiker wie Christian Ermecke verlassen sich auf Daten von 1909. Sprich aus Zeiten als die industrielle Revolution noch nichtmal richtig in Gange gekommen ist und versuchen mit vorgeschobenen Leihhaft dargsetellten Argumenten vom wesentlichen abzulenken. Das die Theorie eines durch die Sonne ausgelösten Klimawandels durch aktuelle Forschung widerlegt wird, sei hier nur am Rande erwähnt.

0 ChristianErmecke 31.08.2009, 16:22 Uhr

Wenn man diesen bemerkenswert...

Wenn man diesen bemerkenswert kühl gehaltenen Bericht versucht, auf ganz wenige Kernsätze zu reduzieren, bleiben drei Dinge übrig: 1) Es hat offenbar eine Werbeverkaufsveranstaltung (o.ä.) der Firma C.H. Beck stattgefunden 2) Herr Stern möchte ein Buch verkaufen (Stückpreis 19,90EUR), und warb dort für diese Ware 3) Herr Schellnhuber nutzte das Scheinwerferlicht auch dieses Events, um die "drohende Klimakatastrophe" irgendwie im Gespräch / auf der politischen Agenda" zu halten, damit die Gelder aus diversen Quellen nicht versiegen Daß die Basis-Hypothese eines menschgemachten Klimawandels, der angebliche "Treibhauseffekt", bereits 1909 von dem US-Physiker Robert Wood komplett widerlegt wurde, sei hier nur am Rande erwähnt.

Jahrgang 1964, Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.