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Die Wissenschaft ist ein ernstes Geschäft, aber gehört ihr deshalb das letzte Wort?

Warmlaufen für Kopenhagen: Die Fußnoten der Klimadebatte

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 Als Informationsdienstleister oder - noch hässlich-verschrobener - als Informationssachbearbeiter, der wir nun gelegentlich zu trachten genötigt werden,...

 Als Informationsdienstleister oder – noch hässlich-verschrobener – als Informationssachbearbeiter, der wir nun gelegentlich zu trachten genötigt werden, hat man einiges auf sich zu laden. Nehmen wir das Thema Klima und seine stürmischen Ausläufer. Die dringen zur Zeit aus allen Nachrichtenritzen. Nachvollziehbar, könnte man sagen. Vielleicht sogar notwendig vor dem Kopenhagener Klimagipfel, müsste man als Profi und interessierter Beobachter meinen wollen. Nicht wahr, notwendig schon aus einer potentiell existentiellen Not heraus?

Ist es also nicht mehr als billig, dass die Menschen von all den neuen Klimastudien erfahren, die da nun wie epochale Kunst im Großformat alle Nase lang an die Galeriewände  des Internets gehängt werden?  Sind wir das dem Publikum nicht schuldig – wenigstens chronistenpflichthalber das Wichtigste zu sondieren und – mögen die Elaborate auch noch so kümmerlich oder aufgeblasen ausfallen – halbwegs neutral-verständlich zu vermitteln?

Kann sein. Aber Sie ahnen ja nicht, was man beim Studieren großspuriger Studien alles verpasst. Was wäre die große Botschaft ohne die Sternchen am Ende? Ohne die Fußnoten, die aus der groben Skizze ein Bild machen?

 Erlauben Sie also, dass an dieser Stelle ein Reigen der Klimapolitikfreunde und -hasser eröffnet wird; der Trommler und Trittbrettfahrer, der wahrhaftigen und der falschen Umweltaktiven – all derer also, die uns jetzt in diesen Tagen vor Kopenhagen mit ihren klimathematauglichen Vor- und Überschlägen minütlich zu beglücken wünschen. Und die gewiss mehrheitlich in der leisen Hoffnung leben, dass wir unserer Informationssachbearbeiterpflicht nachkommen. Sie alle malen mit am Sittenbild dieser klimasündigen oder reuigen, engagierten oder lamentierenden Gesellschaft. Warum also sollten wir gerade solche Zeitzeugen ignorieren?

 Eine Auswahl von gestern und heute (Zitate):

  •  Beim Einkauf an das Klima denken. Berliner Preis „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ für Projekt von der TU Berlin…Mehr als 50 Projekte verschiedener Fachrichtungen und Disziplinen mit innovativen Ideen und herausragenden Lösungsansätzen für globale Herausforderungen hatten sich um den Preis beworben…

 

  • This week in Eos: Have Large Dams Altered Extreme Precipitation Patterns?

 

  • Die Klimalüge“ ist die dritte Veranstaltung in der Vorlesungs- und Gesprächsreihe „Fehler“ von Manuel Bonik und Dr. Andreas Schaale. „Ja, in den letzten Jahren war es wärmer in Mitteleuropa als in den Jahren zuvor. Bekanntlich erleben wir einige Rekordsommer seit Beginn systematischer Wetteraufzeichnungen. Na und? …“

 

  Bild zu: Warmlaufen für Kopenhagen: Die Fußnoten der Klimadebatte

  • Dear All, an El Niño event, which started in June 2009, is well established across the tropical Pacific. According to the World Meteorological Organization (WMO), El Niño conditions are very likely to continue at least through the remainder of 2009 and into the first quarter of 2010. Some climate patterns typical of El Niño have been observed over the last several months. The expected continued presence of El Niño into early 2010 has implications for many climate patterns around the world over the next several months, keeping in view the fact that, in some regions, impacts typically continue during the decay phase

 

  • DUH: Gründungserklärung des Forums Netzintegration Erneuerbare Energien. Der Plan N

 

  • BRINGING NATURAL GAS TO COPENHAGEN. The American Clean Skies Foundation (ACSF), the UN Foundation, and the Worldwatch Institute announced today that they are joining forces at the United Nations Climate Change Conference in Copenhagen to explore the potential for natural gas to accelerate the world’s transition to a low-carbon economy.

 

  • Modell-UN-Klimakonferenz am Max-Planck-Institut für Meteorologie: Vor diesem Hintergrund organisiert die am MPI-M angesiedelte interdisziplinäre Max-Planck-Graduiertenschule IMPRS-ESM … eine Modell-UN-Klimakonferenz in Hamburg. In diesen drei Tagen wird der „echte“ Weltklimagipfel in Kopenhagen nachgestellt.

 

  •  Sehr geehrter …,zum anstehenden UN-Weltklimagipfel in Kopenhagen haben wir für Sie eine Liste von fachkundigen Experten zusammengestellt. Bei Interesse kommentierenIhnendieExperten der Humboldt-Universität zu Berlingerne neueste Entwicklungen und Beschlüsse zu Umwelt- und Klimafragen und gebenzu den genannten Spezialgebieten weitgreifendAuskunft.

  Bild zu: Warmlaufen für Kopenhagen: Die Fußnoten der Klimadebatte   GreenIT

  • Addressing climate change and food security together. Opportunities in agriculture should not be missed – FAO publishes policy brief. … Yet agriculture has been largely excluded from the main climate financing mechanisms under discussion in Denmark, the agency said…

 

  • According to IDC’s calculations, 5.8 billion tons (GT) of CO2 emissions could be eliminated by 2020 through the focused use of seventeen core technologies in four major economic sectors: energy generation & distribution, transport, buildings, and industry. The estimate represents the potential reduction in greenhouse gases for just the G20 nations. Further reductions in global CO2 emissions could be realized if more countries used ICT-based solutions to their full potential…IDC is the premier global provider of market intelligence, advisory services, and events for the information technology, telecommunications, and consumer technology markets.

 

  • Nobel Laureate Elinor Ostrom, Gro Harlem Brundtland among Global Leaders, Activists and Academics Gathering for COP15 Forest Day 3 in Copenhagen. Barriers to REDD, New Findings on Forest-Carbon-Climate Relationship, and the State of Forests in Global Climate Negotiations among Topics to be Debated.

 

  • Oceans Day. What: Panel discussion about the impacts of climate change on the oceans. Representatives of the NGO community will speak on topics such as ocean acidification, sea level rise, climate change in the Arctic and species shifts. Either Mike Hirshfield or Jackie Savitz will speak on behalf of Oceana.

 

  • Cool Connections‘ und die anschliessende Panel Debatte bieten Ihnen die einzigartige Moeglichkeit, mit verschiedensten Interessenvertretern auf dem Gebiet des Klimaschutzes (Klimaforscher, Zukunftsforscher, Mitglieder des Europaeischen Parlaments und der Europaeischen kommission, als auch internationale Verteter des Telekommunikationssektors) zusammenzutreffen und das oben ausgefuehrte Thema eingehend zu diskutieren.
  • TU Berlin: Die Energiewende im Osten

 

  • Mit GRACE-Daten dem Klimawandel auf der Spur – Eisschmelze mit Turbo- Effekt: Wie stark wirkt sich der Klimawandel langfristig auf die eisbedeckten Gebiete der Erde aus und welche Folgen hat das für den Meeresspiegel? Diese Fragen untersuchen Mitarbeiter des Geodätischen Instituts der Universität Stuttgart zusammen mit Kollegen der Curtin University of Technology in Perth, Australien, auf der Basis von Messdaten der Satellitenmission GRACE. Sie fanden heraus, dass die Eismassen über Grönland in den letzten Jahren kontinuierlich und weitaus mehr als erwartet abgenom-men haben. Dadurch stieg der Meeresspiegel durchschnittlich um etwa 0,5 Millimeter pro Jahr an.

 

  • ….ich wundere mich zurzeit sehr darüber das sowohl im Internet als auch in Englischen und Amerkianischen Medien eine neue Diskussion über die Existenz des Klimawandels entstanden ist, diese in deutschen Medien aber nicht in angemessener Weise stattfindet.

  

  • The International Road Transport Union (IRU) and MEP Michael Cramer (Greens/EFA) cordially invite you to their cocktail-briefing on the theme: Road Transport: addressing climate change. you will: make the Smart move: buses and coaches are one of the best ways to reduce CO2, congestion and road fatalities, while creating millions of new jobs and promoting social cohesion. Learn how and support the campaign! (more at www.busandcoach.travel );. get briefed on the road industry’s pledge to cut 30% of its CO2 emissions by 2030; have the opportunity to get acquainted with the latest technology, innovations and trends in vehicle manufacturing and visit the winners of the Busworld 2009 Coach of the Year and Bus of the Year Awards displayed at the EU Parliament esplanade between from 12:00 to 21:00

 

  • Der Stromverbrauch der deutschen Rechenzentren macht 1,8 Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland aus. Alleine für die Versorgung von Servern und Rechenzentren werden in Deutschland vier mittelgroße Kohlekraftwerke benötigt. Es ist also für die Betreiber von Rechenzentren eine große Herausforderung, durch bestimmte Maßnahmen den Stromverbrauch zu senken und energieeffizient zu arbeiten. Mit mehr als 4 Millionen Domains und rund 1,4 Millionen Kundenverträgen ist STRATO Europas zweitgrößter Webhoster und nimmt im Hinblick auf Energieeffizienz im Rechenzentrum eine Vorreiterrolle ein.

 

  • Mitte Dezember wird in Kopenhagen über das Klima der Zukunft entschieden. Packen Sie es mit uns an und geben Sie Ihre Stimme ab für ein starkes globales Klimaabkommen. Werden Sie Teil der weltweiten Aktion „Vote Earth“! www.wwf.de/anpacken

 

  • Anlässlich der Klimakonferenz in Kopenhagen möchte ich Sie auf ein neues Informationsangebot des Alfred-Wegener-Instituts hinweisen.

 

  • Unter http://www.awi.de/de/aktuelles_und_presse/hintergrund/klimawandel/  nehmen sechs leitende Wissenschaftler in kurzen Interviews (Text, Podcast und Audiostatements) Stellung zu Auswirkungen des Klimawandels: Wie wird der Klimawandel die Erde verändern? (Prof. Dr. Peter Lemke) Schmilzt das Eis am Nordpol? (Prof. Dr. Rüdiger Gerdes) Werden die Ozeane immer saurer? (Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner) Werden die Permafrostböden tauen? (Prof. Dr. Hans-Wolfgang Hubberten) Wie verändert sich die Nordsee? (Prof. Dr. Karen Wiltshire) Warum sollten uns Veränderungen in den Polarregionen interessieren?  (Prof. Dr. Karin Lochte)

 

  • How can Scientists Measure Evolutionary Responses to Climate Change? As global temperatures continue to rise scientists are presented with the complex challenge of understanding how species respond and adapt. In a paper published in Insect Conservation and Diversity, Dr Francisco Rodriguez-Trelles and Dr Miguel Rodriguez assess this challenge.

 

  • Weltweiter Klimaschutz schafft Arbeitsplätze in Deutschland.
    Neuer Film zeigt, wie wichtig der Abschluss eines Kopenhagener Klimaabkommens für die deutsche Wirtschaft ist. Der Film „Klimaschutz schafft Arbeitsplätze“ zeigt nicht nur die Marktpotenziale für die deutsche Wirtschaft, sondern auch die Vision eines klimaneutralen Deutschlands im Jahr 2050. In einer neuen Animation produzieren gebäudeintegrierte Windkraftanlagen und Solarzellen mehr Strom als die Häuser benötigen. Über die Hälfte der Autos fahren elektrisch. Erdgasleitungen und Öltanks sind Technologien einer vergangenen Zeit.
  • Für den Wintersport ausreichende Schneehöhen werden in den Mittelgebirgen immer seltener. Das ergaben die Modellrechnungen eines Teams von Geographen der RWTH Aachen. Die Ergebnisse der Untersuchungen von Klimadaten und der Analyse von naturräumlichen und sozioökonomischen Rahmenbedingungen des Wintersporttourismus sind jetzt auf der vom Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL) betriebenen Internetseite Nationalatlas aktuell (<http://aktuell.nationalatlas.de>) in übersichtlicher Form dargestellt.
  • KlimaGut AG fordert in einem offenen Brief an die Bundesregierung die Einbeziehung der Gebäudesanierung in den Emissionshandel. Es gibt etwa 20 Millionen Wohngebäude in Deutschland und ca. 30 Millionen Haushalte. Diese emittieren mehr klimaschädliche Treibhausgase als die gesamte deutsche Industrie. Fast 40 Prozent des Energieverbrauchs hierzulande entfällt auf Immobilien.
  • Aktivisten planen Unterbrechung des Klima-Gipfels. Climate Justice Action fordert Klimagerechtigkeit statt Emissionshandel.

 

  • Eine Woche vor dem UN-Klimagipfels in Kopenhagen kündigt das globale Netzwerk für Klimagerechtigkeit, Climate Justice Action, an, die Verhandlungen am 16. Dezember im Zuge einer Aktion zivilen Ungehorsams unterbrechen zu wollen. Ziel sei es, auf das Konferenzgelände vorzudringen, um denjenigen eine Stimme zu geben, die unmittelbar unter der Klimakrise leiden und eine alternative Agenda für Klimagerechtigkeit zu präsentieren.

 

Alles? Keineswegs. Nachschlag auf Anfrage! Warmlaufen für Kopenhagen

  

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3 Lesermeinungen

  1. Herr Klein, Vielen Dank, Sie...
    Herr Klein, Vielen Dank, Sie haben sich viel Mühe gemacht. Aber an der künstlich gesteuerten Medienaktivität können Sie bereits ablesen, daß eine echte Diskussion überhaupt nicht stattfindet – es geht ausschließlich nur noch darum, die breite Öffentlichkeit mit Katastrophenangst und angeblichen Rettungsmöglichkeiten (und deren Kosten) zu konfrontieren – alles aufgebaut auf einer physikalisch längst und vielfach widerlegten Hypothese.

  2. Vielen Dank Herr Clemens...
    Vielen Dank Herr Clemens Klein. Dem ist kaum noch etwas hinzuzufügen. Aber so ist das eben: Fragen Sie einen Blinden, ob es Licht gibt. Er wird es voller Inbrunst verneinen müssen. Wir sehen nur das, was wir sehen wollen. Und nichts ist so stetig wie der Wandel.

  3. "Anlässlich der...
    „Anlässlich der Klimakonferenz in Kopenhagen möchte ich Sie auf ein neues Informationsangebot (…) hinweisen. (…) Alles? Keineswegs… Nachschlag auf Anfrage! Warmlaufen für Kopenhagen!“:
    Zum CO2 und Klimawandel, an der Grenze von Wissen und Glauben angesiedelt, sei an die Warnung des Heinrich von Kleist erinnert, der unter den Deutschen Dichtern der erste Journalist war. Er meinte, wenn man von einer Nachricht, die man läse, sich auch das Gegenteil vorstellen könne, dann solle man vorsichtshalber gleich auch das Gegenteil glauben:
    Während der letzten etwa 3 Jahrhunderte war das uns umgebende Klima ausnahmsweise annähernd gleichmäßig. Für den Rest der Welt gilt das nur sehr eingeschränkt, für die Zeiten davor überhaupt nicht. So hat z.B. Im 5.Jahrhundert die ansteigende Nordsee soviel Land verschlungen, dass die Völkerwanderung ausgelöst wurde. Ein paar Jahrhunderte später verschwand Grönland unter einem dicken Gletscherschild. Es ist daher nicht unbedingt notwendig, Leugner des Klimawandels zu kriminalisieren. Eher das Gegenteil wäre angebracht. Man muß dabei nicht die eher harmlose Einfalt anprangern, mit der manche Landleute die genaue Einhaltung des hundertjährigen Kalenders erwarten. Eher geht es darum die Konstanthaltung unsers derzeitigen Klimas als übergeordnete Aufgabe des Staates oder sogar der Weltgemeinschaft zu verordnen.
    Die heute mit feineren Messmethoden als je zuvor beobachteten Veränderungen unseres Klimas bestehen in einer Häufung von Unwettern, die öfter als früher katastrophale Ausmaße erreichen. Das Eis Grönlands zieht sich langsam wieder auf den Stand von vor 1300 Jahren zurück und die der Gletscher nehmen ab und lassen vor Jahrtausenden eingeeiste Baumstümpfe hervortreten. Die Meerestemperatur hat um 0,3 °C zugenommen. Der Unterschied zwischen der Temperatur am Boden und in der Stratosphäre hat in den letzten 100 Jahren ebenfalls um ein Drittel zugenommen.
    Vom Weltklimarat – aus über 5000 Wissenschaftlern aller Fachrichtungen – haben sich gerade einmal 52 davon dafür ausgesprochen, unter einer Reihe von denkbaren Missetätern den Anstieg des atmosphärischen Kohlendioxids dafür verantwortlich zu machen. Für die Verbreitung dieser Wahrheit mit Hilfe drastischer Übertreibungen kann man sogar den Nobelpreis bekommen.
    Und zu genau diesem Thema gab es 1992 den „ Heidelberger Appell“, in dem sich – heute längst vergessen – 400 Wissenschaftler, darunter 62 Nobelpreisträger, gegen eine einseitige Klimahysterie als unfundiert verwahrten. In der Wissenschaft gilt es stets als hoch verdächtig, wenn alle die, die sich am Feuer der Verdammung, hier des Klimakillers CO2, wärmen wollen, deswegen kräftig hinein blasen. Dennoch bedarf es mittlerweile schon eines gewissen Mutes, gegen diesen „Mainstream“ anzuschwimmen und zu hinterfragen. Das für uns erträgliche Klima ist dem Gleichgewicht von Wärmequellen und Wärmesenken zu verdanken.:
    Quellen sind die Sonnenstrahlung und die Wärme aus dem Zerfall der im Erdkern vorhandenen radioaktiven Stoffe (hauptsächlich Uran) und zu geringem Teil die Gezeitenreibung, die den Mond verlangsamt. Senke ist die Abstrahlung der Erde in den Weltraum, vor allem auf der dunklen Seite.
    Der Hauptanteil der Sonnenstrahlung erwärmt die Erdoberfläche, Meer wie Land. Weiße Flächen wie Schnee, helle Wüsten und Savannen strahlen mehr zurück, als dunkle Flächen wie Wälder. In der Erdatmosphäre, die auf dem Hin- und Rückweg durchstrahlt wird, regt ein kleiner Teil dieser Sonnenstrahlung Gasmoleküle wie die des Wassers und des CO2 zu Wärmeschwingungen im Infrarot-Bereich an. Diese Gase strahlen die Wärme nicht mehr vollständig in den Weltraum zurück.
    Wasser, das aus dem Meer, aber auch von der Landmasse verdunstet, kondensiert als Wolken und in der hohen Atmosphäre schirmen sie die Sonnenstrahlung ab und vermindern so den Wärmeeintrag. Wolken in der Troposphäre, also bis etwa 9000 Meter Höhe erwärmen dagegen die Atmosphäre durch Wärmerückhaltung.
    Dieses Wechselspiel ist für 95% des Wärmehaushalts der Atmosphäre verantwortlich. Wegen der überaus veränderlichen vertikalen und horizontalen Luftmassebewegungen ist es aber nur grob vorausberechenbar. Anders das CO2. Es ist schwerer als Luft und sein Gehalt in der Atmosphäre nimmt daher gleichmäßig mit zunehmender Höhe ab, ohne sich allerdings irgendwo merklich anzureichern. Seine Infrarot-Absorption ist somit genau berechenbar. Es trifft zu, dass der CO2-gehalt der Atmosphäre seit etwa 100 Jahren von 0,027% auf 0,037% zugenommen hat. Es trifft weiter zu, dass es in der rückverfolgbaren Klimageschichte einen in geologischen Zeitskalen so abrupten Anstieg noch nie gab. Es trifft auch zu, dass sich im letzten Jahrhundert die Mitteltemperaturen in mittleren Breiten um 0,3°C erhöht haben. Die Klimageschichte liefert aber keinen stichhaltigen Beweis dafür, dass Erwärmung und CO2-anstieg zwingend mit einander verknüpft wären. Es gibt nach der Analyse von Eiskernbohrungen sowohl das eine, wie auch das gegenläufige Klimageschehen. Nach neueren Messungen ist die erkennbare Verknüpfung geradezu umgekehrt.
    Eisbohrkernanalysen zeigen, dass der CO2-anstieg dem Temperaturanstieg immer erst mit 200 bis 1000 Jahren Verzögerung nachfolgt. Eine wie immer ausgelöste Klimaerwärmung wirkt sich zuerst auf das größte Wärmereservoir, die Weltmeere aus. Steigt die Meerestemperatur, dann steigt wegen der Wärmedehnung und dem Schmelzen von polarem Eis der Meeresspiegel etwas. Aus dem Meerwasser, das ja die vieltausendfache Menge des atmosphärischen CO2 enthält, wird dann neben Sauerstoff und Methan auch CO2 freigesetzt, wobei die beiden letzteren dann ihrerseits die Atmosphäre mit aufheizen.
    Temperaturanstiege in nördlichen Breiten verursachen ebenso einen Methanaustrag aus dem Dauerfrostboden. Methan ist als Klimagas 25 mal so wirksam wie CO2. Beide Wirkungen sind aber bisher nicht annähernd genau gemessen und verstanden. Vieles geht überhaupt noch nicht in die Berechnungen ein. Da ist z.B. der oft nur eine Moleküldicke betragende Ölfilm auf den Weltmeeren durch den gesteigerten Schiffsverkehr, wodurch der Wasserdampf-Austausch behindert werden kann und die fehlende Verdunstungskälte und die Meerestemperatur könnte schon deswegen steigen. Was sich aber in den letzten 70-90 Jahren geändert hat, ist die Temperaturvereilung in der Atmosphäre. Die hohen Luftschichten haben sich drastisch abgekühlt und die Troposphäre hat sich aufgeheizt. Das wird in Richtung auf die Pole stärker, während die CO2-wirkung eigentlich in Äquatornähe größer sein müsste. Die Mitteltemperatur bleibt jedoch fast gleich. Damit sind im Wettergeschehen die vertikalen Kräfte gegenüber den lateralen Verschiebungen der Wetterzonen verstärkt. Tiefs und Hochs bewegen sich langsamer seitwärts. Damit kommt es zu einer Verstärkung des jeweiligen örtlichen Wettergeschehens, Fluten sowohl wie Dürren werden häufiger. Das könnte wohl mit der vertikalen Zunahme des CO2 zusammenhängen, obwohl es ähnliche Wetterperioden auch ohne CO2-anstieg gegeben hat. Was jedenfalls hinzukommt, ist die veränderte Rückstreuung der festen Erdoberfläche selbst;
    die Stratosphäre enthielt über längere Zeit Strahlung abschirmenden Feinstaub.
    Und ungebremste großflächige Waldbrände, später die Frühindustrialisierung trugen dazu bei. Als jüngstes gehört dazu der Ausbruch des Chichon in Mexiko 1972, der Millionen Tonnen Schwefelsäuretröpfchen ausstieß, die als Aerosol in der Stratosphäre für mehrere Jahre den Sonnenlichteinfall minderten. Frühere dramatische Einzelfälle, wie der Ausbruch des Tambora in Indonesien 1814, worauf es zwei Jahrelang wegen mangelnden Sonnenlichts auch in Europa Schnee im Sommer und kaum Ernten gab, sind längst vergessen. Genauere Staubmessungen führten schon um 1950 zu der ernsthaften Befürchtung, es würde bald eine neue Eiszeit ausbrechen.
    Die Industrie wurde durch Filter und SO2-rückhaltung weithin „sauber“, Große Waldbrände richten zwar örtlich großen Schaden an, breiten sich mangels großer zusammenhängender Waldflächen und entsprechender Bekämpfung aber seltener uneingedämmt aus. Außerdem leben wir in Zeiten eher geringer vulkanischer Aktivität. Damit hat sich dieser Abschirmeffekt vermindert.
    Man kann noch nicht einmal das Wetter der nächsten Woche genau vorhersagen. Da darf man zweifeln, dass auch noch so ausgefeilte Rechenprogramme imstande wären, alle diese Varianten und noch eine Reihe bisher völlig unerkannter Variabeln und Phänomene für eine auf Jahrhunderte bemessene Zukunft zu erkennen. Jedenfalls reicht die Vorhersagegüte keinesfalls aus, um daraus einschneidende Handlungsanweisungen abzuleiten.
    Rechnet man den Bedarf an Heizung, Transport und anderen Energie verbrauchenden Gütern dazu, so wächst das bei uns Wohlstandsbürgern weiter um etwa das 8-10 fache, wobei wir auch noch u.a. etwa eine Jahrestonne Müll aller Art hinterlassen. Das gilt für uns, die eine Milliarde Menschen, die eine für den nächsten Tag vorhersehbare Versorgungssicherheit an Nahrung, Wohnung und persönlicher Sicherheit hat. Am Geldwert als Äquivalent gemessen beginnt Freiheit, d.h. ein Minimum an persönlicher Disposition, bei 2 $/Tag. Das entspricht für die restlichen 5 Milliarden Menschen, die weniger haben, einer Minimalversorgung auch mit Energie, die etwa bei dem Dreifachen der eigenen Körperenergie (0,3 kw) endet. Wegen der überwiegend aus Holz entnommenen Verbrennungswärme entspricht dies einem CO2-ausstoß von 3 kg/Tag. Würden erst alle Menschen auf unserem westlichen Niveau Energie verbrauchen und 80% davon wie derzeit aus fossilen Energien kommen, dann würde sich dieser persönliche Beitrag der heute Ärmeren mindestens vervierfachen. Weltweit würde er sich also verzwanzigfachen. .
    Jedenfalls bringt schon das Wohlleben eines kleinen Teils der Menschheit ein erhebliches Chaospotential mit sich. Dieses Chaos hat das Biotop Erde ohne ordnende menschliche Eingriffe im Gleichgewicht mit den Pflanzen- und Tierpopulationen und der Sonne als hauptsächlichem Energielieferant ertragen, solange etwa ein Mensch je 15 Quadratkilometer fester Erdoberfläche lebte. Das ging die ersten ein bis zwei Millionen Jahre der Menschheitsgeschichte mit insgesamt etwa 10 Millionen Menschen ganz gut. Bei dem sechshundertfachen, wie es die heute lebende Menschheit darstellt, geht das selbst bei der heute noch kärglichen Lebensqualität eines überwiegenden Anteils der Menschheit nicht mehr von alleine. Keiner kann sagen, ob das überhaupt auf Dauer geht.
    Man muß befürchten, dass es für alle 6 oder noch mehr Milliarden auf keinen Fall für unseren westlichen Lebensstil reicht. Spätestens seit Malthus geht die Angst um, die Tragfähigkeit unseres Biotops wäre überschritten. Moderne Biologen sagen uns darüber hinaus, dass die Untergänge von Arten in mehr als der Hälfte der Fälle auf die Übervölkerung ihres Lebensraumes zurückgehen – und wieso wäre der Mensch davon ausgenommen? Dem wird immer wieder begegnet mit der Meinung, es müßten nur alle Alles vernünftig einteilen und sparsam wirtschaften. Dem Kollektiv Mensch wüchse schon alles an notwendigem Wissen und Kenntnissen zu, was es anderwärts materiell verliert und durch Dummheit vergeudet. Es müßte so schon reichen.
    Der Verzicht soll für uns Habende eine ethisch gebotene und somit über alle politischen Strömungen hinweg einigende Klammer bilden. Daraus soll, trotz politischer Mängel und Nöte, allgemeinen Nutzen entstehen?…, gleichzeitig geht in China jeden zweiten Tag ein neues Kohlekraftwerk mit etwa 600 Megawatt in Betrieb. Es hilft dem Weltklima also wenig, uns jede CO2-emission bis auf´s Ausatmen zu verbieten.
    Es ist überaus populär, dem Sechstel der Menschheit, das sich in Grenzen auch einen freien Willen leisten kann, Katastrophen aufzuzeigen und es lassen sich Ängste eines Versorgungsmangels mit denen eines Entsorgungsmangels verbinden. Klima und CO2 beweisen dies, weil es ja ebenso – vielleicht sogar vorwiegend – um die Verknappung fossiler Rohstoffe geht. Was als einziges feststeht, ist der jährliche atmosphärische Ausstoß von 5-6 Milliarden Tonnen C als CO2 aus unserer Zivilisation, also 9 Hundertstel eines A/Jahr. Man kann das über die Erdatmosphäre gleich verteilte CO2 wegen seiner U-Rotabsorption nicht alleine für die Erwärmung verantwortlich machen, da der Wasserdampf sowohl von der Menge, wie von der U-rot-absorption her um Größenordnungen wirksamer ist.
    Es wäre glaubwürdiger, unsere Vorräte an Energieträgern nach Ihrer Nutzbarkeit (Öl vor Gas, Gas vor Kohle) einzuteilen und mit ihnen sparsam umzugehen, statt nur ihre Folgen für das Klima zu bejammern. Es ist zwar richtig, daß man durch Einpressen von CO2 in unterirdische Ölvorkommen deren Ausbringung etwas steigern kann. Neuerdings geplante Kohlekraftwerke, die das entstehende CO2 aber dauerhaft unterirdisch lagern wollen, sind jedoch nicht nur hoffnungslos unwirtschaftlich. Man muß auch die möglichen Folgen von CO2-ausbrüchen bewerten, wie das in dramatischer Weise die Natur z.B. in Kamerun (mit 2000 Erstickten bei einem CO2- Ausbruch 1986 am Nyos-see) vorgeführt hat. Es ist immer wieder erstaunlich, wie tolerant unsere Mitbürger gegen Öko-dirigismus sind, wenn er sie nicht selbst betrifft. Aber eine Genehmigung einer unterirdischen CO2-deponie würde massiven örtlichen Protest in der betroffenen Gemeinde auslösen. Wir sind Weltmeister im Bau von Windkraftwerken, weil wir uns hier hohe Subventionen leisten.
    Mit Kernenergie könnte man CO2-frei Strom erzeugen, wenn man es wollte; relativ kleine und gar nicht reiche Volkswirtschaften wie die Slowakei, Rumänien und Bulgarien, aber auch Finnland bauen derzeit schon wieder solche Anlagen. (Cernavoda in Rumänien finanziert das RWE) Frankreich, die USA, Japan, Indien, China und Russland planen zu den weltweit betriebenen 439 Kernkraftwerken zusammen so etwas wie 100 neue Kernkraftwerke. Das nach einer Pause seit 1973 vor wenigen Wochen erste neu beantragte 2 x 1000 MWe Kernkraftwerk (Florida Power and Light) in den USA soll 6 Mrd $ kosten und 8-10 Jahre Bauzeit haben. Jedenfalls haben sich 8 von den 9 führenden Nuklearnationen für einen forcierten Neubau von Kernkraftwerken entschieden.
    Bei uns sollen dagegen 17 abgeschriebene und daher kostengünstige Kernkraftwerke, 28 % unserer Stromerzeugung, alleine aus politischen Gründen vorzeitig stillgelegt werden, was das besonders ehrgeizige CO2-minderungsziel vollends zur Illusion werden lässt.

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