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Die Wissenschaft ist ein ernstes Geschäft, aber gehört ihr deshalb das letzte Wort?

Menschenklonen – des Wahnsinns zweiter Teil

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Wenn wissenschaftliche Durchbrüche in die verkehrte Richtung gelingen, sollte man das dann noch  Durchbruch nennen dürfen? Wenn ein methodischer...

Wenn wissenschaftliche Durchbrüche in die verkehrte Richtung gelingen, sollte man das dann noch  Durchbruch nennen dürfen? Wenn ein methodischer Fortschritt  einen kulturellen, ja auch zivilisatorischen Rückschritt bedeutet? Das Menschenklonen galt, seit ein paar durchgeknallte italienische und amerikanische Reproduktionsmediziner schon im Vorstadium das Klonschaf Dolly zum Vorbild stilisierten und der Menschheit genomgleiche Menschenkinder versprachen, in der Hinsicht eigentlich klar eingeordnet: Das ist biotechnologischer Unsinn und ethisch gesehen ein Unding. Sogar das hypothetische Menschenklonen zu medizinischen Zwecken, also zur Gewinnung von Stammzellen aus den frühen Klonembryonen,  oder auch  schon das Verpflanzen von menschlichen  Zellkernen für die Grundlagenforschung sollte sich eigentlich längst erledigt haben – spätestens nach dem unseligen Fälschungsskandal des südkoreanischen Klonforschers Woo suk Hwang vor sechs Jahren. Dachte man jedenfalls. Bis zum heutigen Tag. Bis heute nun plötzlich ein paar diesmal wirklich angesehene und deswegen umso naiver wirkende Stammzellforscher daherkommen und dem ganzen Unsinn zu einer Renaissance verhelfen wollen. Und schließlich damit eine biopolitische Tragödie ersten Ranges generieren.

Hintergrund sind verschiedene aktuelle Veröffentlichungen in angesehenen  Journals, in „Nature“, „Nature Communications“ und „Cell Stem Cell“.  Dieter Egli und Scott Noggle vom New York Stem Cell Foundation Laboratory sind die zentralen Figuren, ein Stammzellforscher  aus der jüngeren Garde in der zweiten Reihe  – mit allerdings ein paar Koryphäen auf dem Gebiet der Stammzellforschung neben sich, die dem Anliegen des Ney Yorker Forschers massiv Gewicht verleihen: Douglas Melton etwa vom Howard Hughes Medical Institute an der Harvard-Universität und seinem langjährigen Forschungspartner Kevin Eggan vom Harvard Stem Cell Institute.

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Klontechnik: Eizelle unter dem Mikroskop. Foto Nature

Sie haben zusammen mit vielen anderen  in „Cell Stem Cell“ ein Manifest veröffentlicht, in dem sie nichts weniger als den  bioethischen Segen und das grüne Licht vom Gesetzgeber für  die Gründung eines Eizellspendenmarktes zu Klonzwecken fordern. Denn nur dann, so schreiben sie, sei es möglich, genug menschliche Eizellen in die Hand zu bekommen, damit sie ihre jüngsten Erfolge auf dem Gebiet des Menschenklonens konsequent fortsetzen  könnten. Worin diese Erfolge bestehen, lässt sich in den neuen „Nature“-Veröffentlichungen nachlesen.

Erstmals haben es Egli, Noggle und ihre Kollegen in New York offenbar technsich möglich gemacht, dass sich nach der Transplantation eines fremden Zellkern  in das Innere einer menschlichen Eizelle zuverlässig ein Embryo bis zum Blastozystenstadium entwickelt. Der Embryo besteht zu diesem, nach ein paar Tagen erreichten Zeitpunkt der Entwicklung, hunder bis zweihundert Zellen. Bis dahin war das mit menschlichn Zellen, aber in den meisten  Affenversuchen praktisch  ausgeschlossen. Die Übertragung eines Zellkerns etwa aus der Hautzelle mit dem entsprechenden Genom eines fremden Menschen war eine Sackgasse. Das eingeschleuste Genom wurde in den Eizellen nicht etwa in den Embryonalzustand zurückversetzt und damit  reprogrammiert, wie man hoffte, um damit den Weg freizumachen für die Regeneration praktisch eines gesamten Körpers oder seiner einzelnen Gewebe- und Organtypen.  Nein, im Achtzellstadium war fast immer Schluss. Mehr als zwei oder dreimal hatten sich die so „rekonstruierten“ Embryonenzellen nicht geteilt.

Man vermutete einen biologischen Mechanismus, der es beim Menschen anders etwa als beim Klonschaf Dolly und Dutzenden anderen Tierarten, unmöglich macht, dass sich die Damit war auch ausgeschlossen. Auch bei den Tieren kam es zu Komplikationen. Die offenkundig unvollständige oder fehlerhafte Reprogrammierung des eingeschleusten Genoms  führte bei vielen  künstlich durch Kerntransfer gezeugten Tiernachkommen zu Riesenwuchs oder anderen, oft qualvoll und tödlich endenden Fehlbildungen. Damit war das Menschenklonen schon technisch gesehen bei verantwortungsvollen Forschern diskreditiert.

Weil man nun aber aus den allenfalls achtzelligen Klonembryonen auch keine Stammzellen gewinnen konnte, die sich für die Kultivierung und die Züchtung von Zellersatz in Petrischalen eigneten, war auch das Forschungsklonen quasi aus dem Rennen. Erst recht, als vor vier Jahren Shinya Yamanaka von der Kyoto-Universität erstmals zeigte, dass man ganz einfache Zellen aus dem Körper, etwa Hautzellen, mit Hilfe von genetischen Eingriffen quasi in einen embryonalen Zustand zurückverstzen und daraus wiederum die gewünschten Spezialzellen, beispielsweise Hirnneurone, herstellen kann. Diese Technik der „induzierten pluripotenten Stammzellen“ (iPS) ist inzwischen methodisch weiter entwickelt worden. Gentechnik braucht es gar nicht mehr dazu. Alles was es braucht, ist ein Cocktail von Molekülen, die an den entscheidenden Stellen im Genom der Zelle – etwa von schwerkranknen Patienten – die Entwicklungsuhr quasi zurückstellen. Mittlerweile gibt es, ausgehend von dem neuen Wissen über die Reprogrammier-Gene,  sogar noch weitere quasi embryonenfreie Alternativen, maßgeschneiderte  Ersatzzellen und -gewebe zu erzeugen.

 Kurioserweise wird in der selben Online-Ausgabe von Cell Stem Cell, in der die amerikanischen  Klonforscher für ihre Embryonenverschleißtechnik werben, ein interessantes Beispiel präsentiert: Marius Wernig und seine Kollegen vom Stammzell-Institut der Stanford University School of Medicine zeigen darin, wie sie fertige, ausdifferenzierte Leberzellen zu funktionierenden Nervenzellen im Reagenzglas umgewandelt haben – eine faszinierende, nahezu vollständige Umprogrammierung also. Entscheidend ist, dass man drei Gene, die das Lesemuster im Genom entscheidend zu verändern vermögen, aktiviert. Vom Genprogramm der Leberzelle waren in den künstlichen Nervenzellen nur noch Spuren zu erkennen. Jedenfalls haben die Ex-Leber-Neohirnzellen – iN-Zellen – nicht nur so ausgesehen wie richtige Neurone, sie waren auch in der Lage, Nervensignale tatsächlich zu übertragen. Die künstlichen Nerven funktionieren also prinzipiell. Genauso wie jene iN-Zellen funktionieren, die der deutschstämmige Stanford-Forscher Marius Wernig schon vor längerer Zeit aus Hautzellen des Menschen – und sogar noch wesentlich einfacher – erzeugen konnte.

Bild zu: Menschenklonen - des Wahnsinns zweiter Teil

Angefärbte Nervenzellen, die durch direkte Umprogrammierung von Hautzellen gewonnen wurden. Foto Nature

Noch sind solche Reprogrammierungen und Umwandlungen von schlichten Körperzellen  im frühen Experimentalstadium. Ob und inwieweit sie sich für die Züchtung von wirklich funktionstüchtigem Ersatzgewebe für  schwerkranke Menschen eines Tages nutzen lassen, muss sich in diversen Wirksamkeits- und Sicherheitsstudien  erst noch zeigen. Entscheidend aber ist: Diese Experimente sind auf einem guten Weg, die Artefakte, die bei der Reprogrammierung möglich sind, lassen sich systematisch untersuchen und werden es auch – und das alles, ohne auf Eizellen von Frauen beispielsweise aus Reproduktionsversuchen zurückgreifen zu müssen oder bioethisch höchst umstrittene Kunstembryonen aus den Eizellen erzeugen zu müssen.

Mit dem Vorstoß der amerikanischen Klonforscher Egli und Noggle und der Rückendeckung durch arrivierte Stammzellforscher muss man jetzt damit rechnen, dass der biopolitischer Streit, der  vor dieser neuen Ära herrschte, wieder – völlig unnötigerweise – von Neuem aufflammt.   Unnötig deshalb, weil die Klonierer aus ihren Experimenten völlig artifizielle, nicht im Entferntesten brauchbare Stammzellen  gewonnen haben. Sie haben es durch einen einfachen Trick zwar geschafft, dass die nach Kerntransfer erzeugten Embryonen sich teilen und bis zur Blastozyste  heranwachsen – um daraus am Ende teilungsfähige embryonale Stammzellen zu „ernten“. Aber zu welchem Preis: Denn der Klonembryo wuchs offenbar nur deshalb weiter als bislang möglich, weil man das komplette Genom, ein einfacher Satz bestehend  aus 23 Chromosomen, von der Eizellspenderin in der Eizelle belassen – und die Eizelle damit nicht  etwa „entkernt“ – hat. Dazu hat man anschließend den aus einer Körperzelle eines Patienten entnommenen doppelten Chromosomensatz – 46 Chromosomen – einfach dazugepackt. Ergebnis war: Die biologische Hürde ist gefallen. Die Sache hat allerdings einen entscheidenden Haken: Technisch gesehen enthält nämlich jede sich darauf entwickelte Klonzelle – als „soPS-Zelle“ bezeichnet –  nicht etwa den normalen, also doppelten Chromosomensatz einer Körper- und jeder Stammzelle,  sondern einen dreifachen Satz. Das ist medizinisch gesehen ein Genomdefekt und alles andere als natürlich oder gesund. Sie sind damit auch genetisch nicht voll kompatibel mit dem Patienten, was die Gefahr der Abstoßung von Ersatzgewebe nach einer Transplantation erheblich vergrößern würde. 

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Dreifach: Jede Klonzelle enthält 69 statt der natürlichen 46 Chromosomen. Foto Nature

 

Klonzellen, kurz gesagt,  dieser Herkunft sind  für eine mögliche klinische Anwendung quasi von vorneherein disqualifiziert. Tatsächlich behaupten die Klonforscher auch nicht, dass sie nun mit solchen embryonalen Stammzellen das Ei des Kolumbus gefunden hätten. Allerdings glauben sie fest daran, dass sich vielleicht ein methodischer Weg geöffnet hat, der das Klonen zu medizinischen Zwecken eines Tages doch interessant machen könnte. Was ihnen dazu fehlt, ist offenbar nicht nur die Zustimmung einer bioethisch mehrheitlich widerwilligen  Gesellschaft, sondern auch die Bereitschaft von Frauen, Eizellen zum Zwecke dieser Forschung zu spenden. In dem biopolitischen Kurzartikel in „Cell Stem Cell“ beschreiben sie ihre Schwierigkeiten, potentielle Eizellspenderinnen zu rekrutieren. Nachdem 2005 die nationale Akademie Richtlinien herausgegeben hatte, wonach nur „altruistische“ Eizellen für die Forschung verwendet werden dürfen, also freiwillig und ohne Bezahlung gespendete Eizellen, habe man landesweit Anzeigen geschaltet in Zeitungen, Magazinen, im Internet, ja sogar auf Werbeanzeigen von Güterfahrzeugen. 239 Frauen hätten sich gemeldet, 168 beantworteten einen Frageboden, 70 erfüllten die für eine Eizellspende gültigen Kriterien, aber nur eine einzige Frau ließ die Hormonbehandlung und die anschließende Entnahmeprozedur in der Fertilitätsklinik über sich ergehen.

Auf der Suche nach den Gründen hat man anschließend bei 52 abgeneigten Frauen nachgefragt. Ergebnis: 25, also knapp die Hälfte, gaben an, nicht zu spenden, weil man dafür nicht finanziell entschädigt werde.  18 scheuten die körperlichen Belastungen von Medikation, Spritzen und möglichen Nebenwirkungen, und 17 beklagten den enormen Zeitaufwand. Die amerikanischen Stammzellforscher zogen daraus den Schluss, dass man den Frauen zumindest finanziell entgegen kommen müsste. Zwischen 5000 und 8000 Dollar, so  wie in den Vereinigten Staaten bei einer gewöhnlichen Eizellspende zur Fortpflanzungszwecken üblich, sollte jede Frau schon bekommen,  meinen die Wissenschaftler. Und wenn schon keine finanzielle Kompensation staatlicherseits möglich gemacht werde, wünscht man sich zumindest eine Ausgleichsregelung: Frauen, die überzählige Eizellen nach den Befruchtungsversuchen in der Reproduktionsklinik zu Forschungszwecken spendeten, sollte ein Teil ihrer Kosten für die künstliche Befruchtung erlassen werden.

Und weil die Klonforscher Nägel mit Köpfen machen wollten und wegen der Engpässe mit „altruistischen“ Eizellspenden  einen extremen Mangel zu gegenwärtigen hatten, griffen sie für ihre neuesten Klonversuche schon mal in die eigene Schatzkiste: Gegen die nationalen Regeln der Nationalakademie hat man, gedeckt allein durch die Beschlüsse der eigenen Standesorganisationen,  den sechzehn Eizellspenderinnen für die Klonexperimente die geforderten paar tausend Dollar gezahlt. Und meint nun, nach diesem Vorbild ließe sich ein moralisch tragbarer landesweiter Eizellspendenmarkt etablieren, der den Ausbau der Embryonenforschung ermöglicht. Das ethische Rüstzeug und Argumentationsmaterial dazu wird in „Cell Stem Cell“ gleich mitgeliefert: Insoo Hyun, ein professioneller Bioethiker von der Case Wetsern Reserve University, plädiert dafür, die  Menschenklon-Forschung „ethisch voran zu bringen“. Insoo Hyun ist Amerikaner koreanischer Abstammung. 2005 ging er mit einem Fulbright Stipendium des amerikanischen Innenministeriums nach Seoul, um die „ethische, legale und kulturelle Dynamik des Forschungsklonens in Südkorea“ zu studieren.

 Da war der größte Fälschungsskandal der Geschichte um den Koreaner Woo suk Hwang gerade aufgedeckt und das Menschenklonen in die größte Krise bis dahin geraten.  Hwang hatte bis zu seiner Publikation im Jahre 2004, wie sich in dem Abschlußbericht vom Januar 2006 herausstellte, 2200  „ethisch fragwürdige“ Eizellen von 119 Spenderinnen für seine Experimente verwendet – von denen viele über die Risiken und Nebenwirkungen der Eizellentnahme nicht informiert worden waren.

Die bioethische Nutzlast, die Insoo Hyun von seinem Studienbesuch in Hwangs Laboren  nach Amerika mitgenommen hat, muss gewaltig sein. Dass man damit aber nun an der amerikanischen Ostküste ernsthaft versucht, einen biopolitischen  Raketenstart in eine neue Klonära hinzulegen, und das mit einem fragwürdigen technischen Fortschritt, das ist schon des Klonwahsinns zweiter Teil. Der seriösen Stammzellforschung erweist man damit jedenfalls einen formidablen Bärendienst.

 

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6 Lesermeinungen

  1. Bei der jetzigen...
    Bei der jetzigen Weltgemeinschaft ist das Klonen gewollt. Dabei sind die öffentlichen Beteuerungen egal.
    In den Medien sind die Ereignisse in Nordafrika zu vernehmen, jedoch der demokratische Gedanke ist auf der Welt in der Minderheit. Wir haben die UNO, doch viele Mitgliedsstaaten beruhen nicht auf dem Gleichheitsprinzip.
    Selbst in unserer näheren Nachbarschaft blüht das Oligarchentum. Es ist also logisch, dass die Zentrierung von Geld das „Unmoralische“ finanzieren wird.
    Dies liegt auch in den Versprechungen der Wissenschaft. Das Klonen zum Züchten eines Ersatzteilelagers.
    Hier helfen auch keine Verbote. Was hilft, ist die Selbstzerstörung der entwickelnden Welt. Fortschritt kann eben nur gedeihen in einer fortschrittlichen Gesellschaft. Bei Ungleichheit wird das Klonen irgendwann zum Mythos um den Machthaber bei Laune zu halten.
    Die USA sind ja hier der Motor der Auswüchse. Es gibt dort eine Selektion, wer Krankenversicherung bekommt und wer nicht. Unzählige Millionen haben keine Krankenversicherung. Dies ist ja schon eine „zivilisatorische“ Selektion, die man beim Klonen eindämmen will, da sie „unmoralisch“ ist. Oder ist es nur eine Entrüstung einer gespaltenen Persönlichkeit?

  2. Viel Gequengel, wenig wirklich...
    Viel Gequengel, wenig wirklich problematische Substanz. Herr Müller Jung sollte sich besser wieder der Reptilienfauna Madagaskars zuwenden. Grundlagenforschung braucht keine Bedenken-, sondern Leistungsträger. Gleiches gilt für die Medien, die sonst mehr ein Zerrbild als seriöse Berichterstattung abliefern. Dafür sind normalerweise andere „Zeitungen“ zuständig. Schade, FAZ !

  3. Das einzige was sich von oben...
    Das einzige was sich von oben bis unten durch diesen Text zieht ist nicht der rote Faden oder gar eine schlüssige Argumentation, sondern lediglich die Tendenz zur Rechtschreibschwäche. Schon mal was von einer automatischen Rechtschreibkorrektur gehört? Aspell lässt grüssen…
    Mal eine Kurzzusammenfassung von dem Text: Wissenschaftler haben einen Text in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht, in der sie die Tatsache anklagen, dass man Eizellspenderinnen für eine Spende nicht mal eine Aufwandsentschädigung bezahlen darf.
    An welchem Punkt würde es den Autor schädigen, wenn diese Frauen nun eine Aufwandsentschädigung erhalten? Gar nicht. Wenn eine Frau ethische Bedenken gegen eine Spende hat, dann wird sie nicht spenden. Egal wie die Entschädigung aussieht. Fakt ist aber, dass durch diese „altruistische“ Einschränkung bei der Eizellspende auch willige Spenderinnen von der Spende abgehalten werden, ganz einfach weil sie dann „draufzahlen“. Das ist nicht „altruistisch“ sondern masochistisch. Das Gesetz war mit Absicht so formuliert, dass man diese Forschung nicht verboten hat, sondern scheinheiligerweise das Spenden für Spender extrem unattraktiv gemacht hat, um so dieser Forschung indirekt den Hahn zuzudrehen.
    Der Autor hat eine Meinung zu dieser Forschung und möchte, dass auf Grund seiner Meinung andere Personen mit denen er nichts zu tun hat, diese Forschung einstellen. Eine wissenschaftlich fundierte Begründung, warum die Richtung dieser Forschung niemals zu einem verwertbaren Ergebnis kommen kann, liefert er nicht. Wie für Menschen gilt auch für Forschung die Unschuldsvermutung: Solange nicht klar beweisbar ist, dass durch sie kein Fortschritt erreicht werden kann, solange sollte es auch praktisch möglich sein diese Forschung durchzuführen. Hier wehren sich die Autoren des Artikels zu recht. Denkverbote gibt es nicht.

  4. Kann Thorsten Haupts nur...
    Kann Thorsten Haupts nur zustimmen. Einziger rationaler Einwand gegen das Menschenklonen ist derzeit das hohe Risiko von Mißbildungen und schwerer Schäden des Kindes. Die populäre Darstellung, durch Klonen würden identische Kopien bereits lebender Menschen entstehen, ist völlig gegenstandslos. Der Altersunterschied und unterschiedliche Bedingungen während der Schwangerschaft und des Aufwachsens, die sich jeder totalen Kontrolle entziehen, sorgen über epigenetische Mechanismen dafür, daß Individuen heranwachsen, die mit dem Spender des Erbmaterials bestenfalls eine gewisse Ähnlichkeit aufweisen, aber nicht mehr. Was ist also der grundätzliche (!) Einwand gegen das Klonen im Vergleich zu anderen Methoden der assistierten Reproduktion ?

  5. Soviele Tippfehler und...
    Soviele Tippfehler und Textfehler habe ich schon lange nicht mehr gesehen.
    Da steckt der Klon im „Txet“.
    einfach unleserlich…

  6. Unabhängig von der...
    Unabhängig von der möglicherweise forschend zu überwindenden Hürde der Klonschäden: Gibt es grundsätzliche, ethische Einwände gegen das menschenklonen, die NICHT religiös und damit eingeschränkt übertragbar begründet sind? Um es provozierend zu formulieren – wo ist der grundsätzliche (!) Unterschied zwischen klonen und zeuge? In beiden Fällen wird als Ergebnis eine Mensch entstehen, den man vorher nicht gefragt hat und fragen konnte, ob er überhaupt Mensch werden wollte?
    Gruss,
    Thorsten Haupts

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