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Da haben wir ihn: Der Megacrash im Eismeer

24.08.2012, 15:09 Uhr

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(Update 29. August: Der amerikanische National Snow and Ice Data Center (NSIDC), inoffizielles Referenz-Datenzentrum, hat inzwischen auch offiziell das Unterschreiten des bisherigen Minusrekords in der Eisausdehnung bekannt gegeben Am Ende des Blogs gibt es noch eine von Chrstian Melsheimer vom Bremer IUP aufbereitete Grafik, die einige historische Marken zeigt: die Sommereisfläche im bisherigen Rekordjahr 2007, daneben die Konturen der Eisgrenze, wie man sie vor etwa zehn Jahren (rote Linie) und dreißig Jahren (orange Linie) aufgezeichnet hatte.)     

Vorausgesagt war vor ein paar Jahren von offizieller Seite, dass das polare Meereis im Norden „zum Ende des Jahrhunderts, womöglich schon um 2050″ in den Sommermonaten vollständig weg geschmolzen sein könnte. Fakt ist: Nirgends schlägt die globale Klimaerwärmung tiefere Wunden als in der kalten Arktis. Doch der Weltklimarat IPCC, von dem die offiziellen Prognosen stammen, wird nun von der Entwicklung buchstäblich überrollt:  Nicht in hundert Jahren, sondern vielleicht schon in wenigen hundert Wochen könnte das Nordpolarmeer weitgehend eisfrei sein. Denn was 2011 fast schon eingetreten war, zeichnet sich nun zum Ende des Sommers 2012 endgültig ab: Die Meereisschmelze wird mit großer Sicherheit einen neuen Rekordwert erreichen. Bild zu: Da haben wir ihn: Der Megacrash im Eismeer

Karte: Die Meereisfläche am 23. August 2012, wie sie vom Bremer Institut für Umweltphysik aus Daten rekonstruiert wurde, die mit dem SSMIS-17-Instrument von einem Wettersatelliten aus gewonnen wurden.

 

 

Verschiedene Forschungsinstitute wie das norwegische Nansen Environmental and Remote Sensing Center haben bereits  gegenüber dem Sender NBC einen Minusrekord gemeldet: „Wir sind bereits unterhalb des Minimums von 2007.”  Das zeigen auch die täglich aktualisierten Grafiken, tatsächlich handelt es sich bei dem Wert von ungefähr 3,5 Millionen Quadratkilometer allerdings um einen Wert, der wissenschaftlich als “Area” – Eisfläche – bezeichnet wird. Betrachtet man dagegen die Eisausdehnung – “Extent” -, sieht man, dass die Kurve für dieses Jahr bei den meisten Forschungsgruppen  noch keineswegs unterhalb des Tiefpunktes von 2007 liegt.

Der Unterschied liegt in der Auswertung der Satellitendaten: In der “Area” wird mit jedem einzelnen Bildpunkt oder Pixel, der jeweils eine Fläche von ungefähr 15 mal 15 beziehungsweise 25 mal 25 Kilometer in in weniger aufgelösten Satellitenbildern erfasst,  die darin ermittelte Eiskonzentration als Messwert übernommen – 60 Prozent Eiskonzentration beispielweise bedeutet, dass 60 Prozent dieses Pixels eine Eisbedeckung zeigen. In der „Eisausdehnung” wird jedes Pixel, das mehr als 15 Prozent Eiskonzentration anzeigt, auf 100 Prozent Eisfläche aufgerundet. Die Folge: Die Eisausdehnung gibt stets einen größeren Wert an Meereisfläche an. Sie liegt derzeit bei rund 4,5 Millionen Quadratkilometer, 2007 waren es 4,17 Millionen Quadratkilometer.

Bild zu: Da haben wir ihn: Der Megacrash im Eismeer Bild zu: Da haben wir ihn: Der Megacrash im Eismeer

Welcher Näherungswert – Area oder Extent – der Realität tatsächlich näher kommt, ist wissenschaftlich umstritten. Schmelzteiche auf Backeisflächen können etwa die Daten durchaus verfälschen, wenn nämlich Wasserflächen erfasst werden, wo eigentlich Eis vorhanden ist. Fest steht: Der Wert der Eisausdehnung ist der populärere Wert. Und in dieser Hinsicht  halten sich die Polarforscher noch zurück mit Rekordmeldungen. Einigen Wissenschaftlern wie Christian Melsheimer vom Institut für Umweltphysik der Universität Bremen kommt es auf die Rekordjagd ohnedies nicht so sehr an: „Wichtiger als der Rekord ist, dass sich die sommerliche Eisschmelze offensichtlich verfestigt hat.” Zum sechsten Mal hintereinander seit dem bisherigen Minusrekordjahr 2007 liegt der Eisverlust unterhalb der langjährigen Mittelwerte, die man aus dreißig Jahren Satellitenüberwachung ermittelt hat. Schon im Jahr 2011 wurde nur noch halb soviel Eis wie noch im Jahr 2005 gemessen.

 „In der Arktis hat sich offenbar  grundlegend etwas verändert”, sagt Melsheimer. Der gesamte Energiehaushalt in der Polarregion ist mit der Erwärmung der letzten Jahre aus dem Gleichgewicht geraten – eine Entwicklung, die durchaus von vielen Polarforschern erwartet worden ist. Eine negative Rückkoppelung – je mehr Eis schmilzt, desto weniger hell ist die Fläche über dem Nordpolarmeer und desto mehr Strahlung wird absorbiert – was die Erwärmung zusätzlich antreibt. Tatsächlich ist in den vergangenen Jahren vor  allem auch die Eisdicke massiv geschrumpft. Das mehrjährige, meterdicke Eis geht verloren und kann durch Neuschnee und Eisbildung  im Winter nicht kompensiert werden.

Frappierend ist, dass in diesem Frühjahr 2012, eine sogar außergewöhnlich frostige und schneereiche Jahreszeit im hohen Norden, zwar bis zu zwei Meter Neuschneehöhe aufgestockt wurden. Das ist aber offensichtlich genauso so rapide wieder weg geschmolzen in den darauf folgenden warmen Monaten, wie es sich angehäuft hatte.

Bild zu: Da haben wir ihn: Der Megacrash im Eismeer  Kartenvergleich: Meereisfläche heute und vor dreißig Jahren. Quelle “The Cryosphere Today”

In den ersten Augustwochen kam ein Ereignis dazu, das eher selten auftritt: ein ausgeprägtes starkes Tiefdruckgebiet – ein Arktissommersturm -, das sich beginnend vom 4. August von Ostsibirien her sehr  langsam über das zentrale Polgebiet bewegte. Normalerweise lassen ausgedehnte Tiefdruckgebiete, weil mit ihm die Temperaturen deutlich sinken, eher größere Eisflächen zurück. Der extrem starke Sommersturm vom August aber bewirkte offenbar speziell im sibirischen Meer mit seinen Ausläufern das genaue Gegenteil. Obwohl nördlich die Temperaturen ein paar Tage lang deutlich absackten, wurden die von den Sturmausläufern weiter südlich gelegenen Eisflächen von heftigen, aber wärmeren Luftmassen regelrecht durchgeschüttelt. Nach Interpretationen aus dem amerikanischen National Snow and Ice Data Center (NSIDC) könnte die mechanische Zerstörung und anschließende beschleunigte Schmelze einen beispiellosen Eisverlust zur Folge gehabt haben: Innerhalb von drei Tagen, zwischen 7. und 9. August schmolzen 200.000 Quadratkilometer dahin – an jedem Tag die Fläche eines Viertels von Deutschland.

Ob die nun in den kommenden Tagen erwartete – offizielle und von allen Forschergruppen festgestellte – Rekordschmelze tatsächlich diesem ungewöhnlichen meteorologischen Phänomen zuzuschreiben ist, wird iind er Szene diskutiert. Klar ist: Die allgemeine Erwärmung hat schon vor dem Sommersturm zu einer Eisausdehnung am unteren Ende der langjährigen Kurvenskala geführt.  Die Vorzeichen standen also schon auf Minimum. Der Sommersturm dürfte die Situation dennoch  gravierend verschärft haben. Bis Anfang September wird es mutmaßlich mit dem Schmelzen im Nordpolargebiet weitergehen. Erst danach ziehen die Temperaturen und die Wetterbedingungen an, so dass wieder mit einer Zunahme der Packeisfläche im Herbst gerechnet werden kann.

Update Infografik v. 29. August:

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (18)
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0 tabascoman 29.08.2012, 16:16 Uhr

Ist es nicht erfreulich:...

Ist es nicht erfreulich: Das Wetter der nächsten 20 Tage kann niemand mit Sicherheit voraussagen, Das Klima der nächsten 20 Jahre kennt man aber schon sehr genau.
Ja sicher, das Klima auf dieser Erde hat sich ständig geändert. Insofern sind die Voraussagen sicher richtig. Und der Trend ist ebenfalls richtig: die Eiszeit geht zu ende.
Wenn man was anderes hätte haben wollen, hätte man zum Höhepunkt der Eiszeit nicht soviel Auto fahren sollen. Jetzt ist eben alles zu spät. Aber sehen wir es doch positiv: unsere Heizkostenrechnungen gehen (hoffentlich) zurück. Und Grönland wird wieder grün.

0 kermecke 29.08.2012, 06:55 Uhr

Herr Müller-Jung, Sie und...

Herr Müller-Jung, Sie und auch Ihre Vorgesetzten müssen sich langsam der Frage stellen, ob SIE möglicherweise jahrelang die wissenschaftlichen Fakten ignoriert haben, um bequem im Mainstream paddeln zu können. 1. Wir haben in unserem Klimaretter-Report aufgezeigt, daß von 1987-2000 der Anteil des Blauen Himmels um 19 Prozent des bisher erkannten Minimums von 1987 angestiegen ist. Das haben Sie, Herr Müller-Jung, nicht erkannt, und nachdem wir es (mit zähneknirrschender Bestätigung der NASA übrigens) publiziert hatten, haben Sie es ignoriert. Warum? Glauben Sie, daß es auf die Temperaturen am Erdboden keine Auswirkungen hat, wenn der Anteil des Blauen Himmels immer mehr ansteigt? Glauben Sie, daß eine bisher in einem bezogen auf die Erdgeschichte mikroskopischen Zeitfenster von lediglich 28 Jahren erkannte Schwankungsbreite von 19 Prozent nicht einen wesentlichen Klimafaktor darstellt? Könnte die tatsächliche Schwankungsbreite nicht sogar über 19 Prozent liegen? Und halten Sie unser Argument für abwegig, daß die Tatsache, daß ALLE der namhaften "Klimaforscher" das Faktum der massiv schwankenden Wolkenbedeckung der Bevölkerung verschweigen und stattdessen lieber vom CO2 schwafeln, nach Wissenschaftsbetrug riecht? 2. WIR haben schon 2009 aufgezeigt, daß eine CO2-Erderwärmung gar nicht stattfinden KANN, da eine gleichmäßige Erwärmung des Erdbodens automatisch eine Erwärmung der darauf aufliegenden Atmosphäre nach sich ziehen und Boden und Atmosphäre dann mit höherer Leistung ins Weltall abstrahlen würden. Bei den rein politisch hochgehypeten 2 Grad "Erderwärmung" wären das nach unserer groben Überschlagsrechnung etwa 3 Prozent zusätzlicher Kühlung. Haben Sie, Herr Müller-Jung, irgendeine Erklärung, wo die zusätzliche Heizleistung herkommen sollte, um die 3 Prozent zusätzlicher Kühlung zu kompensieren? 3. Wir haben - gestützt auf Thieme und die berühmte Arbeit der IPCC-Gurus Kiehl und Trenberth, aufgezeigt, daß die IR-aktiven Gase für 70 Prozent der Abstrahlung verantwortlich sind, die die Erde in Richtung Weltall verlassen. "Treibhausgase" KÜHLEN also die Erde. Haben Sie, Herr Müller-Jung, dafür eine Erklärung? Wie können Gase den Boden wärmen, die die Atmosphäre kühlen? Sie können sich natürlich hier über mich und mein sehr kleines Unternehmen lächerlich machen, indem Sie irgendwelche Fitzel von meiner Website abgreifen und dann "out-of-context" mit ironischen Kommentaren verknüpfen. Wie Sie wissen, habe ich mich bereits einmal beim Deutschen Presserat über Sie beschwert, weil Sie vor längerer Zeit den US-Professor Pat Michaels mit unsachlichen Argumenten verächtlich gemacht hatten. Für die Leser Ihrer Zeitung wäre es aber sicher sinnvoller, wenn Sie sich endlich ernsthaft mit den inhaltlichen Fragen beschäftigen würden. Die wichtigsten stehen in diesem Beitrag - da können Sie gleich anfangen! Über alle unterschiedlichen Standpunkte hinweg herzliche Grüße Klaus Ermecke

0 view 28.08.2012, 13:36 Uhr

ist echt interessant. Aber...

ist echt interessant. Aber bitte keine Panik, denn eigentlich müßten ja nun alle Inseln "Land Unter" melden. Island hat sich noch nicht gemeldet, dann kann das wohl nicht so schlimm sein. Und das Gequake "Hilfe es wird wärmer" ist echt lästig. Denn das Klima ändert sich seit Ewigkeiten auf unserem Planeten und wird sich auch weiterhin ändern. Nicht zu unterschätzen dürften wohl die Driftbewegungen der verschiedenen tektonischen Platen dabei sein. Die bedingen mit Sicherheit (eine Annahme meinerseits) eine Änderung der Meeresströmungen. Ob nun die eine Messung näher am echten Ausdehnungsbereich des Eises liegt als der andere scheint nicht von Bedeutung zu sein. Bald haben die Grönländer ihren eigenen Wein (wieder) und es gibt Konkurenz für die einheimischen und südlicheren Weinsorten. Um ehrlich zu sein: Bei uns in Mauritius hat der Sommer noch keine Temperaturen wie in Dubai, sondern bleibt noch angenehm bei ca 35-37ºC, und das seit je her. Was ich allerdings festgestellt habe in den letzten 10 Jahren ist folgendes: es treffen nur noch schwache Ausläufer der gefürchteten Cyclons auf unsere schöne Insel. Die bringen immerhin noch genügend Regen, denn alle Teiche der Wasserversorgung sind wieder voll. Und das trotz Bauboom und Touristenansturm, welches beide Wasservernichter sind. Also ich bin sicher, die Erde dreht sich weiter!

0 cromagnon 27.08.2012, 19:36 Uhr

Um eisfreie Flächen auf...

Um eisfreie Flächen auf dem Meer als Wunde zu bezeichnen, muß man schon weit gereist sein. Wenn es regnet, blutet der Himmel dann?
Klingt pathetisch, aber was hat sowas im Wissenschaftsbereich zu suchen?
Ach und übrigens, niemand hat je abgestritten, daß sich das Klima im Wandel befindet. Das wäre ja auch dumm.

0 FAZ-jom 27.08.2012, 09:30 Uhr

@kermecke ...vielleicht weiss...

@kermecke ...vielleicht weiss es die Wissenschaftsredaktion ja einfach deshalb nicht, weil wir auf den "Pool von exklusivem Wissen und Perspektiven", das ihr "Anderdenken"-Unternehmen gegen bare Münze anbietet, verzichten zugunsten eines allgemein zugänglichen Wissens, das den neuzeitlichen Maßstäben einer kritischen Prüfung standhalten muss und das sich die Verhältnisse in der Welt nicht einfach ausmalt, wie man sie gerne hätte.

0 kermecke 27.08.2012, 06:34 Uhr

Noch ein paar Monate - dann...

Noch ein paar Monate - dann ist alles wieder zugefroren. Was soll also das Theater?
Wir müssen einmal Tacheles reden: Die Politik in Deutschland hat es sich zur Gewohnheit gemacht, die eigentlichen Probleme des Landes zu ignorieren. Stattdessen wird ein strategisches Schema angewandt, in dem zunächst ein Problem übertrieben oder gar neu erfunden und dann Angst erzeugt wird. Dann treten die Politiker auf die Bühne, um sich in orangefarbenen Anoraks selbst als "Retter"zu inszenieren. Nebenbei wird dem Bürger einmassiert, daß er über tausend neue Abschöpfmechanismen immer mehr zahlen soll.
Drei Mega-Ängste sind es, die die Politik schürt: die vor der angeblichen Rohsofftkrise, die vor der "Klima-Katastrophe" und schließlich die von der gefährlichen Atomstrahlung. Hier also das "Klima". Die Frage ist: gibt es überhaupt etwas, was gefährlich sein könnte?
Nähme man sich die letzten fünf Jahrgänge von FAZnet vor, würde man wahrscheinlich tausende von Beiträgen finden, in denen ein Zusammenhang zwischen CO2 und dem Klima suggeriert wird. Aber gibt es den überhaupt?
Fakt ist, daß die Energiezuführung zum Erdboden allein von zwei Faktoren abhängt: von den astronomischen Bahndaten (Tag/Nacht, Sommer/Winter) sowie der Wolkenbedeckung. Blauer Himmel bedeutet, daß die Masse des Sonnenlichts den Boden erreicht. Nicht ein einziges Mal hat in den letzten fünf Jahren die FAZ darauf hingewiesen, daß der Anteil des Blauen Himmels über die Jahre stark schwankt. Die Wolkenbedeckung bzw. die eigentlich interessante Größe, der Anteil des Blauen Himmels, werden seit 1984 kontinuierlich mittels Satelliten überwacht. Damals fiel der Anteil des Blauen Himmels zunächst, um dann von 1987 bis 2000 kontinuierlich anzusteigen. Im Jahr 2000 lag der Anteil des Blauen Himmels um volle 19 Prozent über dem des bisher beobachteten Minimum-Jahres 1987. Das ist enorm - aber kein "Klimaforscher" spricht darüber!
Warum weiß das niemand? Warum weiß es die Wissenschaftsredaktion der FAZ nicht? Warum muß ich hier seit Jahr und Tag unbezahlt Leserkommentare schreiben, damit wenigstens ein kleiner Teil der Leser die relevanten Fakten erfährt, die in den Hauptartikeln fehlen?
Ich habe oben unter meinem Namen unsere Studie zu dem Thema verlinkt. Dort findet man die Kurve des Blauen Himmels als Abb. 18.
Klaus Ermecke
KE Research
Oberhaching

0 guenti1 26.08.2012, 14:50 Uhr

Mega-Crash, Wunden,...

Mega-Crash, Wunden, Problem? Solche Worte kann man im Zusammenhang mit dem Arktis-Eis nur dann schreiben, wenn man eine Phantasie im Kopf hat (evtl. die, dass der Klimwandel schlecht sein soll). Ich finde den Klimawandel gut und gönne den Grönländern höhere Temperaturen, den Explorationsfirmen bessere Bedingungen für die Suche nach neuen Rohstoffeldern, mir selbst weniger Heizkosten, der Sahel-Zone mehr Wald, der Antarktis mehr Eis. Und das alles bei weniger Stürmen (weltweit gesehen). Ach ja: Vom FAZ-Artikel kann man schon verlangen, dass angeführt wird, dass früher die Arktis öfters schon mal eisfrei war. Ist aber evtl. nur eine Nebensächlichkeit. Habe anderweitig übrigens auch gelesen, dass nicht höhere Temperaturen Auslöser sein sollen, sondern veränderte Meeresströmungen. Aber auch das evtl. nur eine Nebensächlichkeit. Fazit: Niemand weiß es genau, woran es liegt. Und ändern kann man es schon mal gar nicht. Und zur Beruhigung: Der Eisbär stirbt deshalb auch nicht aus. Gibt es jetzt noch darüber etwas zu berichten?

0 klkeller 26.08.2012, 13:41 Uhr

auf einem saturnmod...

auf einem saturnmod schmelzten die eisseen schon, nicht wasser, gase.
ich vermute. keine anthropogene ursache! auf dem saturnmaond.
auf er erde schon, ganz sicher! sagen wissenschaftler.

0 lwoelfel 25.08.2012, 16:14 Uhr

Eine Folge wird die...

Eine Folge wird die Erschließung neuer Seewege für die Schifffahrt sein. So konnte jetzt ein chinesischer Eisbrecher direkt von China nach Island fahren.

0 feliksch 25.08.2012, 14:06 Uhr

Die Sonnenstrahlen treffen das...

Die Sonnenstrahlen treffen das arktische Eis in einem ziemlich flachen Winkel - sind also nicht wirklich effektiv. Der Wind hingegen kann innert Tagen grosse Gebiete vom Eis befreien oder damit bedecken und das tut er auch, so wie es ihm beliebt. Ich erinnere mich noch gut daran, wie die Modernen in den 70er Jahren das Lineare Denken lächerlich fanden.

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Jahrgang 1964, Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.