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Die Wissenschaft ist ein ernstes Geschäft, aber gehört ihr deshalb das letzte Wort?

Die subtile Inkompetenz der Frauen

| 26 Lesermeinungen

Am Abend der Diplomfeier stellte sich irgendwann einer meiner Physikprofessoren zu mir, stieß mit mir an und sagte dann: „Frau Anderl, jetzt will ich Sie...

Am Abend der Diplomfeier stellte sich irgendwann einer meiner Physikprofessoren zu mir, stieß mit mir an und sagte dann: „Frau Anderl, jetzt will ich Sie mal etwas fragen: Haben Sie sich jemals in ihrem Studium aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert gefühlt?“ Etwas überrumpelt habe ich damals geantwortet: „Ääähm… nein. Ich glaube nicht.“ Woraufhin der Professor mich fast erleichtert anstrahlte und antwortete: „Ja, das freut mich, dass Sie das sagen. Man hört ja immer so viel von Diskriminierung und so, aber ich kann mir das immer gar nicht richtig vorstellen.“

Geschlechter-Diskriminierung in der Wissenschaft erscheint tatsächlich oft wie ein schwer zu fassendes Phantom, eine Art „Gender-Yeti“, von dem man viel hört, aber wenn man nach Augenzeugen sucht, dann hat ihn unter den rationalen, reflektierten, modern denkenden Angehörigen der Forschungsinstitute kaum jemand schon einmal unzweifelhaft selbst gesehen. Der Fall unverblümtester Vorverurteilung, der mir damals nach kurzem Nachdenken doch noch einfiel, hatte sich gleich am Anfang meines Studiums ereignet, als ein weißbärtiger Senior-Student nach der Logikvorlesung auf mich zukam und sagte: „Du hast das doch bestimmt auch alles nicht verstanden, wollen wir eine Lerngruppe aufmachen?“ Und auch diese Geschichte war wohl weniger eine unzweifelhafte Sichtung offener Diskriminierung, als vielmehr ein Fall besonderer Altersschrulligkeit.

Gleichzeitig gibt es aber gewisse schwer zu ignorierende Fakten. Frauen sind in vielen Gebieten der Wissenschaft stark unterrepräsentiert, insbesondere in den höheren Hierarchieebenen, und das obwohl die Zahl der weiblichen Universitäts-Absolventen zugenommen hat. Das Rätsel, warum so viele Frauen in den Naturwissenschaften auf der Strecke bleiben, hat schon so manchen Erklärungsversuch auf den Plan gerufen. Dass Frauen einfach weniger talentiert sind, scheint unwahrscheinlich. Stattdessen wurde spekuliert, dass der typisch weibliche Lebensentwurf einfach nicht zusammenpasst mit einer wissenschaftlichen Karriere beziehungsweise, dass Frauen weiblich erstrebenswerte Attribute in Konkurrenz zu wissenschaftlichem Erfolg sehen („Schlau oder Sexy“), oder dass pubertierende Mädchen durch ihre Leidenschaft für Mode und Make-up die Wissenschaften als Berufsoption zu wenig im Blick haben („Mit Lippenstift und Nagellack“). Diskriminierung von Frauen scheint demgegenüber kein primäres Problem zu sein, zumal es mittlerweile so zahlreiche explizite Förderprogramme und Gender-Regelungen gibt, dass sich mancher hinter vorgehaltener Hand schon fast Sorgen um eine Benachteiligung von Männern macht.

Vor diesem Hintergrund dürfte daher die aktuell veröffentlichte Studie einer Forschergruppe um Corinne A. Moss-Racusin von der Yale University von großem Interesse sein. Dort wurde experimentell der Frage nachgegangen, ob es in wissenschaftlichen Fakultäten Geschlechtervorurteile gegenüber Studentinnen gibt. Die angewandte Methode ist ebenso simpel wie robust gegenüber Störfaktoren: in einer randomisierten, doppelblind durchgeführten Studie wurden in den USA wissenschaftlichen Forschungsinstituten der Fächer Biologie, Chemie und Physik Bewerbungsunterlagen für den Posten eines Labormanagers zugeschickt, in denen zufällig entweder ein männlicher oder ein weiblicher Name eingefügt wurde. Das Geschlecht des Bewerbers war damit der einzige Unterschied, den die Bewerbungsunterlagen aufwiesen. Die adressierten Professoren wurden daraufhin um eine Einschätzung des Bewerbers/der Bewerberin gebeten. Konkret abgefragt wurden geschätzte Kompetenz, Eignung zur Einstellung, angebotenes Einstiegsgehalt und angebotenes Karriere-Mentoring.

  Bild zu: Die subtile Inkompetenz der Frauen

Die Ergebnisse sind denkbar eindeutig: in allen Kategorien hatte das Geschlecht des Bewerbers signifikanten Einfluss auf die Bewertung (siehe Fig. 1, 2). Weibliche Bewerber wurden als weniger kompetent und als weniger für eine Einstellung geeignet eingeschätzt als männliche Bewerber. Es wurden weniger Maßnahmen zur Karriereunterstützung angeboten und das Einstiegsgehalt lag mit durchschnittlich 26.507,94 Dollar klar unter dem entsprechenden Durchschnittswert für die männlichen Studenten (30.238,10 Dollar). Eine Auswertung der Daten mithilfe eines zusammengesetzten Kompetenzindex zeigte darüber hinaus, dass die geringere Wahrscheinlichkeit für eine Einstellung der Studentinnen durch die Wahrnehmung der vermeintlich geringeren Kompetenz erklärt werden kann.

Bild zu: Die subtile Inkompetenz der Frauen

Erstaunlich mag sein, dass das Geschlecht des die Bewerbung beurteilenden Wissenschaftlers keinen Einfluss auf die bestehenden Vorurteile hatte. Auch Frauen schätzen Studentinnen als weniger kompetent ein. Die Deutung der Autoren der Studie ist, dass die aufgedeckten Vorurteile weder vorsätzlich noch bewusst sind, sondern dass sie sich auf verbreitete kulturelle Stereotypen zurückführen lassen.

Für das Bestreben, den Frauenanteil in den Naturwissenschaften zu erhöhen, können diese Resultate direkte Relevanz besitzen. Die Autoren der Studie wählten für ihre Bewerbungen einen fiktiven Studenten vor Studienabschluss mit einer Qualifikation, die nach Angaben der Autoren genau der Mehrheit aufstrebender Nachwuchswissenschaftler entspricht. Diese Wahl wurde damit begründet, dass die Jahre vor einer möglichen Doktorarbeit genau die entscheidenden sind, wenn es um die Frage nach einer weiteren wissenschaftlichen Karriere geht. In diesem Zeitraum ist äußeres Feedback zentral für die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten. Sofern eine vorurteilsbelastete, negative Einschätzung von Studentinnen die Karriere-Entscheidung pro/contra Wissenschaft beeinflusst, hätte dies nach Auskunft der Autoren der Studie auch Konsequenzen für die zu wählenden Mittel im Bestreben, den Frauenanteil in den Naturwissenschaften zu heben. Denn in diesem Fall würden nicht etwa flexible Arbeitszeiten und eine höhere Identifikation von Frauen mit Wissenschaft den Umschwung bringen, als vielmehr objektive und transparente Evaluations- und Aufnahmekriterien für Studierende.

Unabhängig von solch weitgehenden Forderungen sollte eine direkte Konsequenz aus den vorliegenden Forschungsergebnissen aber wohl für jeden Wissenschaftler und jede Wissenschaftlerin sein, die eigenen Einschätzungen von Studenten und Studentinnen jeweils bewusst kritisch zu hinterfragen. Denn es scheint nicht unplausibel, dass man vor dem Einfluss kultureller Stereotypen manchmal weit weniger gefeit ist, als man sich selber eingestehen möchte. Das Phantom „Gender-Diskriminierung in den Wissenschaften“ würde damit weniger durch die Frage „Haben Sie sich schon einmal diskriminiert gefühlt?“ aufzuspüren sein, als sich vielmehr hinter der Frage „Wann habe ich schon einmal eine Frau ungerechtfertigt als inkompetent eingestuft?“ verbergen.

 

Bildquelle: C. A. Moss-Racusin et al. (2012) „Science faculty’s subtle gender biases favor male students“, PNAS Early Edition, doi: 10.1073/pnas.1211286109


26 Lesermeinungen

  1. @New_Horizons

    "Aber was ist...
    @New_Horizons
    „Aber was ist mit anderen Minderheiten?“
    Frauen zu den Minderheiten zu zählen, finde ich doch – vor allem rein rechnerisch – etwas gewagt.

  2. Ich finde die gezogenen...
    Ich finde die gezogenen Schlüsse bzw. die Anwendung der Ergebnisse auf den Hochschulbereich methodisch sehr problematisch.
    Die Forscher haben einen Prozess durchgeführt, der im Grunde einem Auswahlprozess bei Bewerbungen ähnelt bzw. im Grunde einem solchen Prozess entspricht. Jeder der sich mit Personalauswahl beschäftigt, weiß, dass vor allem das Geschlecht ein wesentlicher Diskrimierungspunkt ist. Neue Erkenntnisse sind deshalb nach m.E. nicht zu erkennen.
    Vielmehr halte ich den Schluss, dass es im Rahmen des Auswahlprozesses zu Diskriminierung auf Grund des Geschlechts kommt und deshalb weibliche Studierende generell an Hochschulen benachteiligt werden, für nicht schlüssig. Wenn überhaupt, lässt sich aus dieser Studie nur ablesen, dass im Auswahlprozess eine Diskriminierung vorlag.
    Von der Studie abzuleiten, dass keine direkte Diskriminierung erfolgt („Wurden Sie schon einmal dikriminiert?“) sondern eher indirekte („inkompetent“) halte ich nicht für zielführend. Das würde ja bedeuten, dass Frauen systemtatisch z.B. bei der Notenvergabe benachteiligt würden. Dies ist lediglich Spekulation und wissenschaftlich nicht belegt.
    Störend finde ich auch, dass lediglich immer die Diskriminierung nach dem Geschlecht ein wesentlicher Faktor der Studien ist. Aber was ist mit anderen Minderheiten? Wie wird mit Migranten, mit Behinderten oder Homosexuellen umgegangen? Hier finden sich nur wenige Studien obwohl die Probleme sicher nicht kleiner sind.

  3. @ Holly01,
    Dass Frauen...

    @ Holly01,
    Dass Frauen „zarterere“ Konstitution hätten, ist bei naturwissenschaftlicher Kompetenz deutlich weniger von Belang als auf dem Bau. Eher gar nicht, Phiolen und Petrischalen wiegen fast nichts … :-)
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    War auf einer Veranstaltung der LMU, Frau Prof. Dr. Nüsslein-Volhard hielt einen Vortrag über Frauen in der Wissenschaft. Ich bin hin, meine Tochter (promov. Naturwissenschaftlerin) konnte nicht. Hintergrund: Die Nobelpreisträgerin Nüsslein-Volhard hielt einen Vortrag über Frauen in der Forschung. Sie selbst unterstützt mit einer Stiftung/Kompetenzzentrum Wissenschaftlerinnen, Familie und Beruf unter einen Hut zu kriegen. http://www.cnv-stiftung.de/index.php?id=2
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    Sie sagte den anwesenden Damen und Naturwissenschaftlerinnen deutlichst, dass sie nicht glauben sollten, in der Wissenschaft mit einen Halbtagsjob im Labor und mit fröhlichem Ignorieren des immer noch männlich ausgerichteten Positionenverteilungs-Rads jenseits der stressigen Drittmitteljobs neben der Kinderaufzucht rüssieren zu können. Damit wären sie engültig aus ernstzunehmender Wissenschaft draußen. Sie müssten unbedingt ganztags arbeiten plus netzwerkmäßig weiter am Ball bleiben, was ihren wissenschaftlichen Lebensweg anbelange.
    Viele der anwesenden jungen Damen, jungen Promovierten, jedoch widersprachen zum Teil heftig, sie sahen nicht ein, dass ihr idyllisches Mutter-Teilzeitkonzept ein Irrweg sei. Das dazu.
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    Als anwesender Laie zweifelte ich angesichts dieses geballten Unwillens, einer gestandenen Naturwissenschaftlerin, die es weiß und erfahren hat, zumindest in Teilen folgen zu wollen und mit ihr an Lösungen zu arbeiten, selbst an der Kompetenz der dortigen jungen Forschungs-Damen. :-) Auf mich wirkten sie stur und naja ein bisschen weltfremd mit ihrer Teilzeit-Idee als Labormaus auf Zeit. Forschung ist nicht so, dass sie nebenher erledigt werden kann, leider. Ich kann mir keinen Labor-Manager vorstellen, der nur halbtags da ist.
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    Das Vorurteil der vermuteten kleineren Kompetenz, das sich in der Studie herauskristallisiert hat, hat viele Väter (und Mütter). Einer davon sind die jungen Naturwissenschaftlerinnen selbst.
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    Achja, gab es nicht eine ältere Studie mit Schulaufsätzen und vertauschten Namen, die ebenfalls aufzeigte, dass Lehrer schichtbezogene und geschlechtsbezogene Vorurteile hatten und die Leistungen der Kinder oberflächlich nach deren Namen korrigierten und nicht nach ihren wirklichen Leistungen im Schulaufsatz, den sie vor sich hatten. Die Notendifferenzen einunddesselben Aufsatzes waren teilweise enorm.
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    @ rijukan
    Studiendesign: Es ist zuerst einmal danach gefragt worden, ob die Bewerber für kompetent gehalten wurden oder nicht.
    Nicht, ob man sie gleich einstellen würde. Kleiner Unterschied, große Wirkung auf die Antworten in der Studie. Ich denke, dass sich damit Vermutungen über heimliches Nichteinstellen wollen und versteckte Drittmotive von Personalern erübrigen.
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    Weitere Einstellungskriterien neben hoher Kompetenz sind natürlich auch Persönlichkeit, Ausstrahlung, ob man in die Hierarchie, ins Team passt oder ob man viele Papers publiziert hat …. Das ist m. W. nicht mitabgefragt worden, um die Ergebnisse klar zu halten und nichts zu vermischen.
    Mir scheint aber, SIE vermischten eben.
    .
    Aktuell:
    In der ZEIT nebenan ist ein aktueller Artikel über eine Naturwissenschaftlerin, die trotz höherer Kompetenz als ihr männlicher Nebenbewerber nicht für eine Professur genommen wurde. Es wird von ihr Vetternwirtschaft vermutet, ca. 50% seiner Papers habe er mit einem Mitglied des Prüfungsgremiums herausgebracht.
    Sie beschritt den Klageweg. Für viele in den Naturwissenschaften ein Nogo.
    Danach hat man die Stelle neu ausgeschrieben. Mit genau den wenigeren Qualifikationen jetzt, die ER hat. Honni soit …

  4. In meinem Beruf als...
    In meinem Beruf als Informatikerin fühle ich mich derzeit nicht konkret diskriminiert. Allerdings hatte mein Werdegang so einige Stolpersteine, bei denen ich häufig innehalten und mich sehr wundern, bzw. tatsächlich gewisse Nachteile hinnehmen musste. Das begann mit meinem ersten Bewerbungsgespräch, wo meine Idee noch war „Digitale Medien“ wäre für mich der beste Weg, beides, meine mathematische und kreative Veranlagung einzubringen. Nicht zuletzt, weil ich mir privat auch schon Grundkenntnisse in Programmiersprachen angeeignet hatte, was ich auch in den Bewerbungsunterlagen vermerkte. Ich hatte einen Herrren vor mir sitzen, der mich im Laufe des Bewerbungsgespräches mehrfach(!) fragte, ob ich mir sicher sei, was auf mich zu käme, man müsse ja schließlich auch programmieren. Da halfen auch meine dezenten Hinweise nicht, dass ich bereits etwas programmieren könne. Letzten Endes bekam ich die Stelle nicht, wurde nach meinem zweiten Bewerbungsgespräch und einem kleinen Einstellungstest (diesmal Informatik) aber mit Kusshand genommen. Ich beschloss nach meinem Bachelor, noch einen Master an einer anderen Uni zu machen. Sowohl ich, als auch ein Kommilitone mit gleichem Werdegang und bis auf die Nachkommastelle exakt der gleichen Abschlussnote bewarben uns. Die darauf folgende Absage akzeptierte ich noch, da ich wusste, dass Bachelor-Abschlüsse aus Dualen Studiengängen an Unis eher ungern gesehen sind. Als mein Kommilitone jedoch eine Zusage erhielt, fragte ich noch einmal nach, schließlich waren die Grundvoraussetzungen die gleichen. Man antwortete mir, dass man mich für ein wissenschaftlichens Studium für ungeeignet hielt. Grund sollten „Schwächen in bestimmten theoretischen Fächern“ sein, die nicht näher benannt wurden. Mein Kommilitone und ich verglichen darauf und kamen auf exakt zwei Fächer in denen ich schlechter war, der Rest war konstant gleich oder besser. Trotz angeblich mangelnder Eignung machte ich meinen Master an einer anderen Uni mit einem 1er Abschluss. Allerdings war der finanzielle und zeitliche Einsatz (Studiengebühren und Anfahrtskosten) um einiges höher. Die Gründe können auch andere sein, es sind aber dennoch diese kleinen und größeren Dinge, die einen immer wieder stutzig machen.

  5. Ich würde es nicht wagen,...
    Ich würde es nicht wagen, diese Studie als verfehlt zu kritisieren. Nur scheint mir ihr Ergebnis nicht weiterführend. Ungleichbehandlung aufgrund „kultureller Stereotypen“ – das ist schön und gut und war vermutlich bereits im Vorfeld als möglicher Faktor sonnenklar. Nun aber beginnt erst der steinige Weg der Wissenschaft: Es geht darum, zu isolieren, welche Kultureinflüsse exakt zu diesem Ergebnis führen. Sonst tendiert der Aussagewert der Studie gegen null.
    Die Reaktion der Autorin: „Leute, reisst Euch gefälligst künftig am Riemen“ greift deutlich zu kurz. Es ist immerhin gut möglich, dass die genannte Steretype nicht vom kulturellen Himmel gefallen sind, sondern ihr Fundament in kollektiven empirischen Erfahrungen hat. Thesen wurden oben schon formuliert (Risiko von Schwangernschaft, Familienentscheidungen etc.). Dann wäre die Einschätzung der befragten Professoren ganz und gar nicht irrational.
    Es ist wie bei allen statistischen Untersuchungen: Zahlen lügen nicht, aber sie erzählen auch keine Wahrheiten. Dazu braucht es mehr als Mathematik!

  6. VroniG 27. September 2012,...
    VroniG 27. September 2012, 16:39 :
    Ok ich muss das konkretisieren.
    Einem Mann seine Biologie vorzuwerfen macht keinen Sinn. Denn die Biologie kann man nicht ändern, will man wahrscheinlich auch garnicht.
    Bei einer Frau gilt (selbstverständlich) das Gleiche.
    Das Frauen und Männer nicht gleich sind, ist ganz sicher keine neue Erkenntniss mit der man Champagnerkorken knallen lassen kann.
    Die zarte Frau ist aber ein Phänomen, welches nicht wegzudiskutieren ist, weil es gesellschaftlich verankert ist.
    „Schatz nimmst du bitte den Wasserkasten?“ muss eine Frau heute nicht sagen, das geht automatisch.
    „Halte einer Dame immer die Tür auf“, ist verankert oder wann haben Sie einem Herrn das letzte mal die Tür aufmacht und offen gehalten, weil er hinter Ihnen ging?
    Die „Schwäche“ der Frau ist in der Gesellschaft verankert und wirkt sich auf die persönliche Sicht und Entscheidungsfindung aus.
    In diesem Sinne war es gemeint.
    Ob Statistiken belegen oder widerlegen, daß Frauen und Männer bezogen auf ein Arbeitsleben mehr oder weniger krankheitsbedingte Fehltage haben, weiss ich nicht einkmal, sry.

  7. Ich vergaß, das...
    Ich vergaß, das „Unzuverlässige“ wegen Schwangerschaften, etc.:
    Männer kosten den Betrieb, den Lehrstuhl auch. Gesundheitskosten. Sie haben ein riskanteres Freizeit- und Gesundheitsverhalten. Sie gehen spät zum Arzt, sind dann aber richtig krank mit zum Teil sehr langem Totalausfall. Und haben häufiger Unfälle, Sportunfälle.
    Mich hat immer gewundert, wieso früher offen und heute hinter vorgehaltener Hand potenzielle Schwangerschaften und „Frauenkrankheiten“ thematisiert sind, und der männlich-riskantere Lebensstil nie. Aufklärung? Weiß irgendjemand was darüber?

  8. Lieber Senore,
    muss Ihnen...

    Lieber Senore,
    muss Ihnen uneingeschränkt Recht geben. Es hört sich erst dann auf mit dem auch für mich nervigen Gendergemaule (auch mit der angeblichen oder echten Benachteiligung von Männern), wenn die Bewerber einfach geschlechtsneutral ihren Vornamen abkürzen dürften. F. Müller oder was. Und gut ist.
    .
    Liebe/r Holly01,
    ich schätze Sie aus Don’s Blog. Weil Sie eigene Gedanken formulieren anstelle fremde Gedanken zu paraphrasieren.
    Hier bin ich jedoch nicht mit Ihnen d’accord. Männer sind keinesfalls „zuverlässiger“. Weder im Job noch in der Familie. Vielleicht zuverlässig, aber nicht -er.
    .
    Als unzuverlässig habe ich Männer immer dann erlebt, wenn sie dreist fremde Ideen kaperten und auch noch damit durchkamen oder wenn sie Mitarbeiter austricksten und ihre Fouls und Schwalben als Sport betrachteten und verharmlosten. Das lernen Frauen jedoch auch langsam. Und ich meine jetzt nicht diese langweiligen Tricks mit dem Hüftschwung, sondern die richtig dreisten, pösen.
    Warum nicht. Pares inter pares.

  9. Es kommt nicht mehr auf das...
    Es kommt nicht mehr auf das Geschlecht an, es kommt nicht mehr auf Behinderungen an.. ja aber der Arbeitnehmer muss schon noch am Leben sein und ein Homo Sapiens, oder ?

  10. Mal wieder eine Studie, die...
    Mal wieder eine Studie, die Korrelationen einseitig interpretiert – und Umfragewerte für bare Münze nimmt.
    Die Studie unterstellt, daß die verminderte Kompetenzzubilligung Ursache der übrigen verminderten Werte ist (Einstellbarkeit und Bezahlung). Dabei ist genau die gegenteilige Vermutung nicht nur möglich, sondern auch naheliegend.
    Jeder Personaler weiß, daß die Einstellung junger Frauen mit Risiken verbunden ist, die mit der Kompetenz nichts zu tun haben: den Risiken einer Familiengründung. Deshalb stellt man gebärfähige junge Frauen weniger gern als als Männer und bietet ihnen weniger Geld: weil sie häufiger den Job aufgeben, Teilzeit wollen, Überstunden oder Geschäftsreisen oder Versetzungen ablehnen, den Wohnort wechseln.
    Wegen dieser Risiken stellt man sie weniger gern ein und zahl ihnen weniger. Das ist, im Gegensatz zu mysteriösen „kulturellen Stereotypen“, ein völlig rationales Verhalten (und daher auch bei weiblichen Personalern zu erwarten).
    Wenn nun auch nur einige Personaler so denken, dann müßte das Gender-Gap bei „Kompetenzen“ signifikant KLEINER sein als bei den anderen beiden Posten. In der Studie ist dieser Effekt aber allenfalls sehr schwach zu beobachten. Das ist außerordentlich verdächtig und deutet auf — unehrliche Antworten.
    Zuzugeben, daß man Frauen allein wegen ihres Geschlechts weniger gern einstellt, ist in den USA nicht nur verpönt wie bei uns, es kann sehr teuer werden. Standardmäßig wird ein Personaler seine Einschätzung nach außen hin daher immer mit angeblich geringerer Kompetenz begründen.
    Warum sollte er/sie in irgendeiner Umfrage davon abweichen?

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