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Der Pausenterror der Klima-Akteure

09.01.2013, 14:34 Uhr

Von

[UPDATE v. 16.01.2013: Aktuelle Informationen inklusive Illustration zur Erwärmungs-Abkühlungsdebatte am Ende dieses Textes]

Mir brummt mal wieder der Schädel. Ein furchtbares, ganz charakteristisches, oft sehr plötzlich auftretendes Brummen im Vorderhirn. Es macht sich immer dann bemerkbar, wenn in dem speziellen Hirnareal, das ich dort für diese Zwecke eingerichtet habe, die axonale Hornhaut durchbrochen und, eingeleitet durch fortgesetzte  Depolarisationen zahlreicher Nervenzellmembranen, eine fatale Folge von Aktionspotentialen generiert wird. Das kommt gottseidank selten vor. Denn der Auslöser für diese verhängnisvolle Hirnaktivität sind Meinungsäußerungen von Zeitgenossen, die in dem wissenschaftlich weitgehend abgeschotteten Biotop der Klimawandelskeptiker, -leugner und -relativierer zu finden sind. Wer schon einmal den Versuch unternommen hat, sich mit seinem Klarnamen in die mutmaßlich ebenfalls sehr speziellen Hirnwindungen dieser basal wissenschaftsinteressierten Spezies vorzutasten, oder sich den Protagonisten sogar mit Mailadresse auszuliefern, versteht sofort, was gemeint ist.  Kurz gesagt: Sensorischer Durchzug wäre die Ideallösung.

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Die ist so leider nicht immer zu realisieren als Wissenschaftsjournalist, der sich  mit geophysikalischen und klimatologischen Arbeiten beschäftigt. Deshalb kommt es wie zwischen den Jahren oder nun, bedauerlicherweise kurz hintereinander, vor, dass das Vorderhin bis zum Platzen wie beschrieben malträtiert wird. Gegenmaßnahmen sind geboten.  Leider verlaufen Selbsttherapieversuche, auch wenn sie einen seriösen Anstaz bieten, nicht immer glücklich. Wie in einem Fall, als ein Weltverschwörungstheoretiker mit akademischem Titel kürzlich den Weltklimarat im Namen „einer der renommiertesten Journalisten Kanadas (mit dem zugegeben herzerfrischenden Namen Donna Lafroimboise) argumentativ zur Strecke zu bringen versuchte. Und das noch in der sicheren Erwartung, dass man den Jeanne-d’Arc-würdigen Aufschrei der kanadischen Eisfee („Löst das IPCC auf!”) auch fern der Polarfront ernst- oder gar übernehmen möge. Der Preis, der für tolerantes Kummunikationsverhalten in diesen Kreisen zu entrichten ist, macht allerdings jeden Therapieerfolg zunichte. Denn jede halbwegs inhaltlichargumentative Regung wird natürlich in den besagten Kreisen per Emailvertreiler herumgereicht und es stellt sich dieses ungute Gefühl des intellektuellen Missbrauchs ein.

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Von wegen Abkühlung: Australiens Wetterdienst hat seiner Prognose jetzt eine neue Farben verpassen müssen, weil in Landesteilen deutlich über 50 Grad vorhergesagt wurden.

Immer gut also, man hat Unterstützung. Wie nach der zweiten klimaepileptischen Attacke im präfronateln Kortex, die diesmal allerdings in Großbritannien quasi ferngezündet wurde. Der „Telegraph”  (link) meldete Stillstand für den Klimawandel. Das hat eine Welle der Empörung ausgelöst. Eine, die nicht etwa gegen den Telegraph gerichtet war, der – sagen wir es freundlich – interpretationslustig – über eine neue Modellrechnung des britischen Wetterdienstes berichtet e und die falschen Schlüsse zog, sondern gegen den Wetterdienst und die Klimaforschung im Allgemeinen. Mein Lieblingskurzkommentar aus dieser Reihe der Klimawandel-das-wars-Mitteilungen geht so (hier der Originaltweet): „The ipcc is more certain of anthropogenic warming than scientists are certain that mobile phones won’t give you cancer”. Übersetzt: Der IPCC ist sich zumindest sicherer, was den anthropogenen Klimawandel angeht, als die Wissenschaften, dass Handys Krebs auslösen können. Immerhin nicht falsch.

Das britische Science Media Centre mit seinem starken personellen Backup an Experten hat die Dinge inhaltlich schnell zurecht zu rücken versucht. Kommentare von Richard Allen, Myles Allen, Brian Hioskins und Chris Rapley haben mit der gebotenen Distanz deutlich gemacht, dass, wie der Oxforder Myles Allen schreibt, „es dumm wäre, die neuen Modellergebnisse so zu interpretieren, dass das was seit dem Jahr 2000 passiert ist,  ein Beweis für den Stillstand des Klimawandels wäre”.

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Was also war geschehen? Das BBC hat es in gewohnt schneller und Leseanreiz liefernder Weise („Klimamodell-Vorhersage revidiert”) zusammengefasst, was der britische Wetterdienst herausgebracht und wie es im Wetterdienst heisst, „aus Gründen der Transparenz” – doch ohne mediale Verstärkerabsichten – an Heiligabend des Vorjahres auf seine Webseite gestellt hatte (was die bloggenden Verschwörungstheoretiker zusätzlich animierte). Es geht um die Ergebnisse des HadGEM3-Modells (hier das Update dazu vom Met Office), einem jener seit Jahrzehnten entwickelten mittelfristigen Vorhersagemodelle, mit denen aber weder die Klimaforscher noch die Meteorologen so recht warm werden wollen. Der Grund: Die mittelfristige – dekadische -  Vorhersage, hier insbesondere die Prognose von jahreszeitlichen Wetterentwicklungen über mehrere Jahre, die gegebenenfalls sehr servicenah in der Landwirtschaftsberatung etwa in Extremwetter gefährdeten Regionen nützlich wäre, hat sich als nicht ausreichend reproduzierbar erwiesen. Deshalb wird auch betont, dass es sich bei dem revidierten Modell  des Hadley-Centres HadGEM3 um ein „experimentelles Prognosemodell” handele. Fakt ist: Das neuer Modell hat in Versuchen die jüngste Klimaentwickjlung zuverlässiger reproduziert als das Vorgängermodell. Und deshalb glaubt man ihm, bei allen grundsätzlichen Einschränkungen, auf Seiten des Met Office mehr als dem alten Modell.

Nach der jüngsten Rechnung kommt nun heraus:  Zwischen den Jahren 2012 und 2017 dürfte die Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur im Vergleich zur Basis zwischen 1971 und 2000 bei +0,43 Grade liegen; nimmt man die Unsicherheiten dazu, liegt die wahrschieinliche Erwärmung im Bereich zwischen +0,28 bis +0,59 Grad. Das alte Modell war zu einer Erhöhung um +0,36 bis  +0,72 Grad, also  im Mittel um +0,54 Grad gekommen. Der neue Wert liegt insgesamt nur knapp über der Temperaturanomalie von 1998, als ein gewaltiger El Nino den Globus vom tropischen Pazifik aus ungewöhnlich stark aufgeheizt hatte. Sieht man sich die Temperaturkurve nun unkritisch unter Einschluss der neuen – experimentellen -  Prognosedaten an, kann man durchaus zu dem Schluss kommen, dass von einer beschleunigten Erwärmung, wie sie die ungebrochen wachsenden Kohlendioxidemssionen nahe legen, kaum eine Rede sein kann.

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Kurvenreich: Das Ergebnis der HadGEM3-Studie Quelle Met Office

Die Hoffnung besteht, dass nun an der Stelle der gesunde wissenschaftliche Sachverstand nicht aussetzt oder gar vorsätzlich lahmgelegt wird, wie das bei dem Thema gelegentlich impfkampagnenhaft der Fall ist. Und tatsächlich ist genau dies geschehen. Statt also erst einmal darauf zu hören, wie die neuen Daten zustande kommen und wie die Aussagekraft des Experiments geophysikalisch einzuordnen sein könnte, werden die Unheilsglocken der Kassandra geläutet und die Kapitulation der Klimakatastrophenforschung gefordert. Solchen Auswüchsen  ist auch ein weitgehend schon refraktäres Klimaskespsiskontrollzentrum in meinem Frontalhirn ziemlich machtlos ausgeliefert.

Dabei gab es relativ schnell nach dem Bekanntwerden der Kurve schon brauchbare Erklärungsansätze (und sie kursieren schon länger auch in Skeptikerkreisen, weil eine Abschwächung der Erwärmung aufgrund natürlicher Klimaschwankungen länger schon diskutiert wird). Der Ozeanograph Richard Allen aus Reading zum Beispiel legt seine jüngste Studie vor,  in der er zeigt, dass ein Großteil der in der treibhausgasgeschwängerten Atmosphäre gespeicherten Energie quasi unter der Meeresoberfläche zwischengelagert wird. Chris Rapley vom University College, der sich „fast verzweifelt” angesichts der Fehlinterpretationen durch Blogger gibt, beziffert die Wärmeaufnahmekapazität der Ozeane auf neunzig Prozent. Die Botschaft ist klar: Die Schieflage des Energiehaushaltes und insbesondere die  treibhausbedingte Erwärmung sind nicht eins zu eins am Hausthermometer abzulesen. Für die „Pause” im Globaltemperaturanstieg ebenso wie für Modellschwankungen halten die Met-Office-Forscher, obwohl sie noch nichts Genaueres sagen können, die langjährigen natürlichen Klimaschwankungenals für die wahrscheinlichste von vielen möglichen Ursachen.

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Von wegen Abkühlung II: Die Vereinigten Staaten hatten 2012 einen neuen Hitzerekord zu verzeichnen. Quelle NOAA

Wie dem auch sei, von einem „Stillstand des Klimawandels” wie das in Windeseile kolportiert wurde, kann jedenfalls nicht  die Rede sein. Das hat das Met Office inzwischen in seinem Update auf der Homepage auch deutlich gemacht. Wer sich die experimentellen Daten mit gesundem Menschenverstand ansieht, wird zudem viele Hinweise finden, die gegen allzu willfährige Skeptikerassoziationen sprechen. Zum Beispiel wird in der Prognose auch mitgeteilt, dass mindestens zwei von fünf Jahren in der Zeit bis 2017 neue globale Rekorde liefern sollen, was die Jahresduchschnitstemperatur betrifft. Von einer Abkühlung kann jedenfalls keine Rede sein.

Trotzdem findet man die gegenteilige Behauptung, nämlich die einer vermeintlichen Abkühlung oder Klimawandel-Pause, immer wieder. Fast reflexartig erscheint sie nach solchen zwar kritikwürdigen, weil immer noch spekulativen (aber doch nicht weltbewegenden) Studienergebnissen. Und sie findet dann auch schnell und reichlich Verbreitung. Das kann nicht an der Seriösität solcher Behauptungen per se liegen, sondern vielmehr daran, dass nach dem dumpfen Glockengeläut der Pseudoskeptiker massenhaft Blogs geschrieben werden. Blogs auch wie diesen hier, die sich ähnlich verallgemeinernd und meinungslastig einen Standpunkt zu eigen machen. Nachdem allerdings die differenzierende, vorsichtige Variante der Selbsttherapie in der Vergangenheit bereits mehrfach gescheitert war, probieren wir es halt mal so. Einen Versuch ist es wert.

————————–

UPDATE v. 16.01.2013: Die Originalveröffentlichung der Nasa mit Video ist hier zu finden: http://www.nasa.gov/topics/earth/features/2012-temps.html

“Langzeittrend zur globalen Erwärmung hält auch 2012 an”

Bild zu: Der Pausenterror der Klima-Akteure

Die Farben auf der Weltkarte  zeigen zeigen absoluten Temperaturen, sondern Abweichungen im Vergleich zum Mittelwert der Jahre 1951 bis 1980. Das Jahr 2012 war isngesamt das neun wärmste seit 1880.  Die Kurven darunter geben die Temperaturabweichungen von vier verschiedenen Klimazentren weltweit wider.Quelle Nasa

 

 
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Lesermeinungen zu diesem Artikel (77)
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0 Manfred Schwierz 15.06.2013, 01:25 Uhr

Pauesnterror

Herr Joachim Müller-Jung,

der Biologe...

Die Erde hat viele Klimawandel erlebt, ohne Menscheneinfluß...
Und es werden noch viele folgen...
Diese Klima-Alchemisten machen sich nur heuer gar zu wichtig; man entziehe denen die Forschungsgelder der Steuerzahler und diese "Klimaforscher" können Harz IV beantragen...
So einfach ist das...
Ich habe das Vertrauen an den "Wissenschaften" verloren und verlasse mich nur auf meine Ingenieur-Erfahrungen, so hat die Menschheit seit Jahrtausendenm gewirkt und überlebt; auf "Möchtegern Wissenschaftler", die von Steuergeldern ausgehalten werden, kann ich gerne verzichten!

(Ein Hochleistungingenieur)

2 Rolf Krahmer 15.04.2013, 09:21 Uhr

Es wird kälter !

Die Treibhausgase CO2 und Konsorten führen zu einer katastrophalen Erderwärmung: Klimakatastrophenszenarien apokalyptischen Ausmaßes werden von Experten und anderen an die Wand gemalt und durch ständige Wiederholungen in die Köpfe gehämmert damit auch keiner nur irgendwie daran zweifeln kann/darf, dass gerettet werden muss. Auch Lügen dürfen dieser Klimarettungs-Sache dienen (z.B. Hockey-Kurve u.a. des UN-Weltklimarates ), denn sie ist doch ein „gutes Gutmenschen-Projekt“. Auf diesem Altar des Klimaschutzes wurde und wird so manches geopfert, sprich, dem Bürger viel Geld für den Schutz abverlangt – aber für die Rettung der Welt macht man das doch gerne. Wer will schon als Klimakatastrophenleugner und /-sünder mit schlechtem Gewissen dastehen !
Weiterhin wird der Glaubwürdigkeit willen vielen anders denkenden Wissenschaftlern, und davon gibt es eine Menge, keine Möglichkeit in den Medien gegeben, um die Klimalügen, z.B. des Weltklimarates, zu berichtigen oder auch nur Gegenbeweise zu veröffentlichen; das würde dieser neuen Klima-Glaubensideologie einfach nicht gerecht werden und wäre doch Blasphemie an solch einem edlen umweltpolitischen (oder doch eher marktpolitischen ?) Ziel. Doch nun zeigt sich ein kleiner Initial-Funke, der auf ein Platzen des Klimalügen-Ballons hoffen lässt: Ein Klimakatastrophen-Experte ändert seine Meinung zur Klimaentwicklung mit einem Ruck um 180 Grad. Bevor aber die von ihm und vielen Klimaexperten aufgebaute Lügenblase mit Getöse platzt und man als Experte enttarnt (und evtl. arbeitslos) würde, rudert man dezent und verantwortungsvoll zurück.
Den Anfang machte der Kieler Universitätsprofessor Mojib Latif, einer der bekanntesten deutschen Fahnenträger der anthropogen verursachten Klimakatastrophe; er rollt nahezu ruckartig seine bisherige Fahne zusammen und räumt ein, dass keine weitere Erderwärmung stattfinden wird (DPA vom 12.01.2011). Vielmehr soll eine Folge von kälteren Jahrzehnten auf die Erde zukommen, was sich auch mit den Aussagen des Henrik Svensmark-Verstärkermodells deckt.
Nun, dann müssen wir halt ab jetzt gegen eine die Menschheit bedrohende Kalt-/Eiszeit kämpfen. Vorschlag: Wie wäre es mit der Produktion von wärmenden Treibhausgasen, z.B. verstärkte Emission von CO2 ?

3 Mark Möschl 18.03.2013, 11:07 Uhr

Frage an Radio Eriwan

Hallo Radio Eriwan !
Hier die heutige Zuschauerfrage : Klein Lieschen aus Erpsenbüttel würde gerne wissen : Welche Atmosphäre kann mehr Sonnenenergie wieder ins All abstrahlen, die welche über viele Infrarotstrahlende Gase verfügt, oder die welche nur über wenige solche Gase verfügt, aber ansonsten völlig gleich ist ?
Antwort an klein Liesschen : halts Maul ! Du hast keinen Proffessorentitel, geh weinen oder Puppenspielen !

13 Gerd Kintzel 14.03.2013, 11:57 Uhr

Die Geheimnisse der Modelle.

Das Problem in der Bewertung der teilweise dubiosen Fakten sind doch die Wissenschaftler - und auch das IPCC - selbst. Im IPCC wird Meinung gemacht und durchgedrückt, auch dann, wenn man sich dort bewußt ist, daß die Quellen teilweise falsche Daten liefern.

Wenn selbst der deutsche Klimapapst, Mojib Latif, vor rund drei Jahren kleinlaut eingestehen mußte, er habe bei seinen Berechnungen und Modellen die Meereströmungen (ausgerechnet die Motoren des Klimas) nicht berücksichtigt - oder schlicht vergessen sie zu berücksichtigen, kann man von mir nicht verlangen, den vorgebenen Prognosen blind zu folgen.

Natürlich ist auch mir klar, daß die Emissionen der verschiedensten Gase (mit unterschiedlichsten [auch chemischen] Wirkungen) Einfluß auf unser Weltklima haben - und daß wir mit jeder zusätzlich Tonne die Effekte vermutlich verstärken. Aber wir wissen auch, daß es noch sehr viele Unwägbarkeiten gibt.

So konnten die Menschen einige Jahre Ende des 10. Jahrhunderts über Weihnachten in der Mosel baden gehen - und im siebzehnten Jahrhundert hatte der Norden Europas mit einer sogenannten kleinen Eiszeit zu kämpfen. Alles Klimaveränderungen, die innerhalb weniger Jahre akut wurden. Wir wissen auch, daß unser Planet vor 450 Millionen Jahren ein einziger Eisball war - trotz einer achtfach so hohen CO2 Sättigung der Atmosphäre wie heute.

Und wenn die Forschung heute immer noch vor dem Rätsel steht, wie Wolken denn eigentlich enstehen, zeigt das doch nur, wie wenig wir dem Grunde nach diese Phänomene bis heute überhaupt verstehen. Sicher, man kann Tendenzen in dieser Beziehung schon sehr gut nachvollziehen und erklären, aber es sind immer nur Bruchstücke eines Ganzen, das in seiner Ganzheit eben noch nicht verstanden wird.

Aus diesem Grunde sind mir die teilweise als "sicher" verkauften Erkenntnisse oft genug zu dubios, um sie einfach zu übernehmen, zumal sich Gruppen von Wissenschaftlern gegenüber stehen, die konträrer Meinungen sind. Scheinbar setzen sich in dieser Community zur Zeit die besser vernetzten durch. Das es dabei auch um zig Millionen an Forschungsgeldern geht, die zu verteilen sind, will ich nur am Rande erwähnen.

Ihnen, lieber Autor, kann ich nur raten, öfter einmal an die frische Luft zu gehen und tief, ganz tief durchzuatmen. Das hilft, glauben Sie mir.

Antworten (1) auf diese Lesermeinung

10 OraEtLabora 16.02.2013, 08:59 Uhr

@ice62 vom 29.01.2013 Niemand...

@ice62 vom 29.01.2013 Niemand sprach von einem Eiszeitalter, sondern von einer Kaltzeit - das ist nicht trivial sondern Fakt. Evolution fand schon immer statt, auch eine sehr schnelle nach Naturkatstrophen im Rahmen von Sukzessionen - die (Evolution) lässt sich vom Mensch(chen) nicht unterkriegen/aufhalten. Beim Besetzen von öklogischen Planstellen/Nischen sind feine Umweltfaktoren ( z.B. CO2-Düngungseffekt) von größter Wichtigkeit für die Selektion. Das "Risiko", dass sich die "globale Temperatur" in der Erdgeschichte immer wieder zyklisch ändert ist kein (uneinschätzbares) Risiko mehr, sondern eine nachgewiesene Selbstverständlichkeit. Hier sei darauf hingewiesen, dass es keine ökologischen (u.a.) Gleichgewichte gibt, sondern nur Ungleichgewichte die sich in temporär labilen Lagen befinden; und/denn ohne Wandel wäre auch keine Evolution möglich. Natürlich ist der globale Kohlenstoffzyklus ein geschlossenes System; aber zu diesem System gehören nun mal als globaler Bestandteil auch die fossilen Kohlenstofflager. Diese wurden nur temporär kurz mal "aus dem Verkehr gezogen" (da könnte man auch mal über die vielleicht vorhanden Notwendigkeit dieser "Maßnahme" philosophieren) um heute halt wieder in den Zyklus reimportiert zu werden. Dann endlich wird es wieder wärmer (so der "Treibhauseffekt es will") und die Biodiversität erlangt wieder neue Blüte - zur Zeit ist es ja ziemlich trostlos/kalt hier, im Vergleich zu früheren erdgeschichtlichen Phasen. Oder wollt ihr womöglich lieber eine neue Kaltzeit wie im 17. - Mitte 19. Jhd. ?

9 Dr.Bayerl 15.02.2013, 12:32 Uhr

@Herr Joachim Müller-Jung...

@Herr Joachim Müller-Jung prinzipiell ist selbstverständlich der behauptete "Treibhaus -Effekt" auch mit einem "Laborversuch" EXPERIMENTELL überprüfbar. Man muss eigentlich nur Atmosphäre mit unterschiedlichem CO2-Gehalt verfügbar haben, eine Wärmestrahlungsquelle und Temperatur messen können. Meinen Sie als wissenschaftlich interessierte Journalist nicht auch? 2. Frage: Meinen Sie, solche Laborversuch sind bei der überaus "kapital-brisanten" Frage nicht schon MEHRFACH durchgeführt worden ? ? ? Ich denke, für einen derartigen (bis heute fehlenden) Beweis für die Existenz des behaupteten "CO2-Treibhauseffektes" würde sicher auch noch der Nobelpreis winken, siehe AlGore und IPCC :-) Tipp, die Antwort beginnt schon im Jahre 1909 mfG

11 Dr.Bayerl 15.02.2013, 10:04 Uhr

Hallo, Herr@ HeinzThieme, Da...

Hallo, Herr@ HeinzThieme, Da nicht nur die Korrelation des lebenswichtigen Spurengases CO2 mit der Erdtemperatur fehlt, sondern auch die übliche physikalische Erklärung des Treibhauseffektes mit "Gegenstrahlung" falsch ist*, haben die "Treibhausvertreter" schon seit Jahren völlig darauf verzichtet, eine plausible physikalische Erklärung zu formulieren, als Ersatz für eine solche, setzen sie den "Treibhauseffekt" einfach voraus. *ausgerechnet für den Spektralteil von CO2 (15µm) ist die Transparenz der unteren Erdatmosphäre 0 = nix, keine CO2-"Gegenstrahlung" möglich. mfG

12 Dr.Bayerl 15.02.2013, 09:33 Uhr

@Ice62 na und? Es gibt...

@Ice62 na und? Es gibt überhaupt keine Korrelation zwischen dem lebenswichtigen Spurenelement CO2 in der Luft und der sog. "Globaltemperatur" welchen Sinn dieser Begriff auch immer haben mag. Entsprechend falsch waren auch ALLE veröffentlichten Modellprognosen, die das missachtet haben ("Palmen auf Helgoland", "nie wieder Schnee in Deutschland" etc.). mfG

7 Dr.Bayerl 15.02.2013, 09:26 Uhr

"Das Brummen im Schädel" muss...

"Das Brummen im Schädel" muss wirklich eintreten bei den augenblicklichen Temperaturen und dem publizistischen Trommelfeuer über die angebliche menschengemachte Erderwärmung. Ich weis schon jetzt was auf diesen Einwand von den Ideologen geantwortet wird. Es ist so kalt weil es menschengemacht wärmer wird. mfG

4 HeinzThieme 12.02.2013, 09:56 Uhr

@Peter_Heller, 17. Januar...

@Peter_Heller, 17. Januar 2013, 19:32, Auch wenn auf der von Ihnen angeführten Seite der "Treibhauseffekt" nach Ihrer Auffassung allgemeinverständlich erklärt wird, überzeugt mich diese Darlegung nicht. Denn man kommt bei strikter Anwendung des aktuellen Wissenstandes zu anderen Ergebnissen bei der Beurteilung, ob es denn überhaupt einen Treibhauseffekt gibt und wie denn ggf. Treibhausgase wirken und wirken können. Und da gelangt man dann zu der Schlussfolgerung, dass die Treibhausgase (wenn man den Begriff denn so verwenden will) in erster Linie für den Abtransport von Wärme aus der Atmosphäre sorgen, also die Kühlung der Atmosphäre bewirken. Ausführlicher erklärt in: www.real-planet.eu/treibhausgas.htm . Die Wärme gelangt nämlich über drei Wege in die Atmosphäre, durch Absorption von Sonnenstrahlung und IR-Strahlung der Erdoberfläche, durch die Kondensationswärme (bei der Kondensation des zuvor an der Erdoberfläche verdunsteten Wassers) und durch Konvektion, also Wärmeübergang vom durch Sonnenstrahlung erhitzen Erdboden in die darüberliegende, darüberstreichende Luft. Wärme kann aber aus der Atmosphäre ausschließlich durch Strahlung abgegeben werden. Und Nur die strahlenden Gasbestandteile der Atmosphäre, die sogenannten Treibhausgase, sind dazu, also zur Wärmeabfuhr aus der Atmosphäre, in der Lage. Ohne Treibhausgase in der Atmosphäre wäre es auf unserer Erde lebensfeindlich zu heiß. Was soll ich machen? Auf andere Schlußfolgerungen komme ich nicht. Und wenn, wie man sieht, die grundlegenden Wirkungszusammenhänge von der Mainstream-Wissenschaft (sofern der Begriff "Wissenschaft" da noch gerechtfertigt ist), offenbar nicht völlig erkannt und verstanden sind, was soll denn solch eine "Wissenschaft" an Erkenntnissen hervorbringen?

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Jahrgang 1964, Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.