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Planckton

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Die Wissenschaft ist ein ernstes Geschäft, aber gehört ihr deshalb das letzte Wort?

Der Gen-Embryo ist da. Wo da?

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Chinesische Forscher sollen menschliche Embryonen genetisch manipuliert haben. Schreiben viele. Wurde der Rubikon überschritten? Einiges spricht dafür, keiner fragt, was dagegen spricht.

In der Wissenschaft hört ein Gerücht sehr schnell auf, ein Gerücht zu sein, wenn „Nature“ oder Science“, die beiden  Marktführer auf dem globalen Magazinmarkt, darüber berichten. Wenn dieses Gerücht noch dazu schon einige Zeit als Skandalgeschichte heimlich und gerüchteweise zwischen diversen Forschergruppen und den betreffenden Magazinredaktionen hin- und hergereicht wurde, weil ihm ein (zu dem Zeitpunkt noch ungeprüfter) Forschungsbericht zu Grunde liegt, der begutachtet werden soll, bekommt der Forscherklatsch schnell den Rang vermeintlicher Fakten. Das Gerücht wird zum offenen Geheimnis.

Künstliche Befruchtung.© APKünstliche Befruchtung.

Mit diesem einigermaßen wackeligen Informationsstand haben ein paar Dutzend hochkarätiger Lebenswissenschaftler vor ein paar Wochen in „Science“ und “Nature“ vor einer potentiell rufschädigenden Wirkung genetischer Manipulationen an menschlichen Embryonen und Keimzellen gewarnt. Vor Eingriffen also, die in vielen Ländern verboten sind: sogenannten Keimbahntherapien (hier nachzulesen). Es war ihnen extrem ernst, aber es gab bis dahin keinen experimentellen Präzedenzfall. Außer ziemlich konkrete Gerüchte eben. Immerhin: Öffentlich vor dem Abrutschen ins Unmoralische zu mahnen oder gar vor dem Überschreiten des ethischen Rubikons lässt sich, zumal wenn die Grenzüberschreitung aus den eigenen Reihen droht, blendend als Ausweis dafür verwenden, wie man selbst glaubhaft Verwantwortung und die Ängste der Bevölkerung ernst nehmen kann.

Parallel zu dem Versuch der öffentlichen Selbstdisziplinierung und als konkreter, wenn auch noch inoffizieller  Anlass dafür,  wurde damals, im März, das Gerücht über chinesische Forscher gestreut, die ein entsprechendes Paper über Keimbahntherapie-Experimente an Menschen  bei Fachzeitschriften eingereicht hätten. Namentlich auch bei  “Nature“ und “Science“. Der in Rede stehende Tatbestand von Keimbahnversuchen hatte auch durchaus einiges an Plausibilität. Denn die noch sehr neuen, aber geradezu revolutionär einfachen Verfahren des „Genome Editing“ haben zu diesem Zeitpunkt ihre Genlabortauglichkeit quasi schon weltweit bewiesen. Wie sie funktionieren, haben wir unter anderem in diesem Artikel beschrieben.

Nun also kommt heraus: „Die breit gestreuten Gerüchte haben sich bestätigt“, schreiben der stets gut informierte Journalist David Cyranoski und eine Kollegin in, ja wieder, in „Nature“. Bestätigt hat sich allerdings nicht das Gerücht von Keimbahnexperimenten an menschlichen Embryonen, sondern allenfalls das Gerücht über eine entsprechende Veröffentlichung. Alle Abschreiber  behandeln jedoch das Thema spätestens jetzt, vom Moment der „Nature“-Berichterstattung an, wie eine feste Tatsache.

Es steht also nun die ungeprüfte Tatsache im Raum, sechzehn chinesische Forscher rund um den Junjiu Huang  von der Provinzuntersität Sun Yat-sen in Guangzhou hätten menschliche Embryonen genetisch manipuliert. Die betreffende Veröffentlichung ist auf zehn Seiten in der Zeitschrift „Protein & Cell“, ein Magazin aus dem Springer-Verbund, veröffentlicht. An dieser Stelle soll kurz darauf eingegangen werden, was dort berichtet wird, denn es ist, wenn sich alles so zugetragen und ergeben haben sollte im Huang-Labor, tatsächlich ein denkwürdiger Moment der Medizingeschichte. Es wäre eine neue Stufe in der biomedizinischen Provokationsleiter erreicht. Bisher nämlich wurden menschliche Embryonen in der Petrischale zwar künstlich erzeugt, sie wurden gesplittet, um Zwillinge zu erzeugen, und eingefroren oder verworfen (dem katholischen Sinne nach getötet), vor fast zwei Jahren wurden sie sogar in Amerika „vernutzt“ und zur Gewinnung von Stammzellen geklont. Aber was fehlte bisher war etwas, wofür längst der Begriff im Umlauf war: der genetisch designte Embryo. Setzen wir also, bevor wir mit der kritischen Würdigung der Berichterstattung fortfahren,  für einen Moment voraus, dass die Aussagen Huangs und seiner Kollegen stimmen (was nicht selbstverständlich ist: Ich habe schon „seriöse“ chinesische Kliniker über Versuche mit sogenannten „embryonalen Stammzellen“ reden hören, die sich später als ein Gemisch fötaler Zellen aus abgetriebenen Föten erwiesen hatten).

Originalartikel aus "Protein & Cell"© FAZ.NETOriginalartikel aus „Protein & Cell“

Huang und sein Team haben also, nachdem sie grünes Licht von der örtlichen medizinischen Ethikkommission erhalten hatten, angeblich 86 Embryonen aus einer nahegelegenen Reproduktionsklinik für ihre Experimente verwendet. Ein schriftliches Einverständnis, die Embryonen für Forschungszwecke verwenden zu dürfen, lag von den jeweiligen Paaren vor. Bei den eingefrorenen In-vitro-Zellen handelte es sich um nicht lebensfähige Embryonen, deren Zellen nicht nur je ein Erbgut des Mannes und der Frau enthielten, sondern drei Genome. Jede Eizelle war jeweils von zwei Spermien befruchtet worden. Bei der künstlichen Befruchtung kommen solche Artefakte eher selten, aber immerhin in etwa jedem zwanzigsten Befruchtungsversuch vor. In diesen frühren „tripronuklearen“ Embryonen sollten jedenfalls versuchsweise neue Versionen des Beta-Globulin-Gens HBB genchirurgisch eingepflanzt werden. Beta-Globine bilden den Blutfarbstoff Hämoglobin in den roten Blutkörperchen. Bei Menschen, die mit einer Beta-Thalassämie geboren werden, ist dieses Gen irgendwo mutiert. Mehrere tausend unterschiedliche Mutationen sind bekannt. Bei der schwersten Form der vererbten Blutkrankheit sterben die Säuglinge schon im Mutterleib. Kommen die Kinder zur Welt, führt das Leiden unbehandelt oft schon nach Wochen zum Tod.

Eingriff gegen Erbkrankheit

Auch in China ist die Erbkrankheit verbreitet. In Zypern, wo sie besonders gehäuft auftritt, versucht man seit vielen Jahren erbkranken Nachwuchs durch genetische Präventionsprogramme vor der Eheschließung oder durch die gezielte Auswahl unbelasteter Embryonen nach Präimplantationsdiagnostik zu minimieren. Die biomedizinische Alternative lautet nun Gentherapie in der Keimbahn. Der angebliche Versuch Huangs und seiner chinesischen Kollegen, das HBB-Gen durch einen gezielten molekularchirurgischen Eingriff mit dem neuen Genom-Edting-Verfahren „CRISPR/Cas90“ zu ersetzen, ging allerdings gründlich schief. Obwohl das Verfahren bei anderen menschlichen Körperzellen schon seine hohe Effizienz und große Zielgenauigkeit bewiesen hat, wurden von den aufgetauten Embryonen offenbar überhaupt nur ein Viertel mit dem Geneingriff erreicht. Von den 54 vorübergehend sich teilenden und anschließend genetisch getesteten Embryonen wurde bei lediglich 28 der angepeilte Genschnitt  nachgewiesen. Allerdings auch nur in einem Bruchteil der Embryonenzellen. Viele Zellen wurden von CRISPR/Cas90 offenbar gar nciht erreicht, die übrig gebliebenen Embryonen waren sogenannte genetische Mosaike. Und nur bei einem geringen Teil – weniger als einer Handvoll – der Embryonen wurde der gewünschte Genabschnitt auf Chromosom 11 ersetzt. Was methodisch aber noch fast schwerer wiegt als die frappierend geringe Effizienz: Die eingeschleusten Genscheren schnitten das Erbgut an vielen anderen, unerwünschten Stellen entlang der DNA-Fäden. „Unsere Arbeit zeigt, dass die Spezifität und Zuverlässigkeit der CRISPR/Cas90-Methode noch erheblich verbessert werden muss, ehe an eine klinische Anwendung des Verfahrens zu denken ist“,  schreibt Huang in seinem Aufsatz.

So lautet das selbstkritische Fazit des Aufsatzes, das ihn für einige im „Nature“-Bericht zitierten Biowissenschaftler  offenkundig glaubwürdig macht. Unerwähnt bleibt hingegen ein anderer Teil des Aufsatzes gleich unter der Überschrift – ein Abschnitt, an dem man sich bisher überhaupt noch nicht gestört hat: An dem Teil der Veröffentlichung nämlich, der den zeitlichen Verlauf des Peer-Review-Verfahrens dokumentiert.  Eingereicht worden ist die Arbeit bei der Redaktion von „“Protein & Cell“  laut Datumsangabe am 30. März. Einen Tag später müssen die für wissenschaftliche Arbeiten erforderlichen externen Prüfungen bereits beendet gewesen sein, denn einen Tag später, am 1. April, wurde die Arbeit akzeptiert – 1. April? In der Veröffentlichung deutet zwar nichts darauf hin, dass der Bericht scherzhaft gemeint sein könnte, allerdings wäre die Frage durchaus berechtigt gewesen: Soll das ein Scherz sein? Denn nicht zum ersten Mal, nein zum wiederholten Mal bei einigen der größten Betrugsskandale um Stammzellen und Klone, war hinterher exakt an dieser Stelle der Schwachpunkt ausgemacht worden: Hastige lückenhafte und oberflächliche Gutachten, die innerhalb kürzester Zeit eingereicht wurden. Eingereicht bei „Science“, “Nature“ oder “Cell“. Nach dem jüngsten Großskandal um die sogenannten Zitronensäure-Stammzellen aus Japan gelobten Dutzende Verleger biomedizinischer Zeitsschriften Besserung.

Die Kapanerin Obokata bei der Präsentation der vermeintlich stressinduzierten Zitronensäure-Stammzellen, STAP.© APDie Kapanerin Obokata bei der Präsentation der vermeintlich stressinduzierten Zitronensäure-Stammzellen, STAP.

„Nature“ und „Science“ zumindest müssen diesmal nichts befürchten. Sie haben die von den Chinesen eingereichte Publikation nach Angaben des “Nature“-Autoren “aus ethischen Gründen“ zum Abdruck abgelehnt. Unklar geblieben ist bisher, ob diese moralischen Skrupel die gentechnischen Experimente an Embryonen betreffen, die weder in Großbritannien oder den Vereingten Staaten, noch übrigens in Deutschland erlaubt sind. Oder ob diese ethischen Gründe sich darauf beziehen, dass die chinesischen Wissenschaftler die Magazinredaktionen möglicherweise mit der Androhung unter Druck gesetzt haben, bei einer allzu langwierigen Prüfungen das Manuskript den Konkurrenten zu überlassen (was in der Branche bei hochkarätigen Papern mit „Meilenstein“-Charakter durchaus nicht unüblich ist). Solche – zugegeben bösen und unbewiesenen – Spekulationen wollten die Magazine zumindest bisher nicht entkräften. Jedenfalls lassen sie sich in den eigenen Berichten zum Fall vorerst nicht in die Karten schauen.

Bleibt also das Unbehagen über das nicht eben stubenreine Schnellverfahren der kleinen Zeitschriftenredaktion von „Protein & Cell“ und die nicht minder fragwürdige Tatsache, dass die in dem Artikel beschriebenen Experimente bisher offenbar von keiner anderen Arbeitsgruppe wenigstens einmal wiederholt – sprich: reproduziert  – worden sind. Man muss nicht Popper bemühen: In Wikipdia heisst es für jeden verständlich, und auch offenkundig ins Chinesische übersetzt: „Dementsprechend wird von den Ergebnissen die Reproduzierbarkeit – Nachvollzug mit gleichem Ergebnis durch andere Forscher, an anderem Ort, zu anderer Zeit – als Kriterium der Glaubwürdigkeit gefordert.“

Risikofaktor Ruhm

Und was die Reproduzierbarkeit angeht, lässt sich genauer nachlesen: „Sie ist eine Grundanforderung an wissenschaftliche Experimente, Messungen und Analysen: Unter gleichen Versuchsbedingungen müssen (im Rahmen des einzukalkulierenden Messfehlers) gleiche Ergebnisse erzielt werden, was als Replikation eines Versuchs bezeichnet wird. Um die Reproduzierbarkeit nachweisen zu können, gehört eine ausreichende Protokollierung von experimentellem Aufbau und Versuchsdurchführung zur guten naturwissenschaftlichen Praxis. Ein experimentelles Ergebnis gilt erst als verlässlich, wenn es von einem unabhängigen Forscher/Forschergruppe nachvollzogen worden ist“. Nichts davon ist augenscheinlich in dem vorliegenden Fall als erfüllt zu betrachten. Es liegen zumindest keine unabhängigen Ergebnisse vor. Außer ein paar weiterer Gerüchte, die wiederum in dem “Nature“-Bericht gestreut werden: Dass nämlich mindestens vier andere chinesische Forschergruppen sehr ähnliche „gentherapeutische“ Versuche (wenn auch mit anderen menschlichen Embryonen)  bereits vorgenommen oder in Arbeit hätten. Es nützt auch in dieser Hinsicht nichts: Das heilige Versprechen der biowissenschaftlichen Branche nach den jüngsten Skandalen, beim nächsten Mal genauer hinzuschauen und erst genauer zu prüfen, ehe es zur Veröffentlichung kommt, scheint schon wieder vergessen zu sein. Zu übermächtig ist offenbar der Kitzel, zu mächtig die Neugier und zu verlockend scheinbar die Aussicht, Teil einer – wenigstens vorübergehend Historie machenden – Story zu werden. Es bleibt dabei: Schneller Ruhm ist immer noch einer der größten Risikofaktoren für akademische Schlamperei.

 

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10 Lesermeinungen

  1. Titel eingeben
    Die Methode über die Sie sprechen heißt CRISPR/Cas oder CRISPR/Cas9.
    Tripronukleare Embryonen entstehen nicht durch 2 Spermien in einer Eizelle, bzw nur selten, sondern durch Verletzungen in der Zelle durch den Einstich mit der Nadel. Dabei werden zum Teil die Polar Bodies (haploide Zellen die aus der Entstehung der Eizelle stammen) wohl nicht mehr richtig getrennt. Möglich ist auch, dass die tripronuklearen Zellen ein 2n-genom haben, was aber in drei Teile geteilt ist statt in zwei. Sie haben eine verminderte Lebensfähigkeit, können sich aber trotzdem auch weiterentwickeln. Da sie aber eben eine schlechtere Aussicht haben werden sie normalerweise nicht eingesetzt. Und ja, im Paper steht es falsch drin: http://www.researchgate.net/profile/Josep_Santalo/publication/13774596_Origin_of_tripronucleate_zygotes_after_intracytoplasmic_sperm_injection/links/09e4151121044a713e000000.pdf

    Das Paper ist methodisch furchtbar. Das ist eher das Problem, als dass es gefälscht sein könnte. Das glaube ich ehrlich gesagt nicht. Die Off-Target-Effects mit der verwendeten single-cut CRISPR/Cas9-Methode sind nachvollziehbar. Dass die Methode auch bei menschlichen Embryonen funktioniert ist auch nicht unwahrscheinlich. In Mäusen hat das ja bereits geklappt. Dem CRISPR/Cas9 ist das Genom das es verändert ziemlich egal. Eine Überprüfung und Offenlegung der Sequenzen wäre trotzdem hilfreich. Es gibt viel zu lernen.

  2. Pingback: Forscher manipulieren Genom menschlicher Embryonen | FOREVER

  3. Menschenzucht
    Keiner fragt was dagegen spricht? Unfug!
    Die deutsche Presse bricht doch in Fragen der Gentechnik am Menschen unter der eigenen Bedenkenträgerei zusammen.
    Befürworter lässt man überhaupt nicht zu Wort kommen!
    Der Fortschritt hin zu Keimbahnmanipulation und Menschenzüchtung kann nur begrüßt werden.
    Die natürliche Auslese funktioniert nach dem Prinzip „Vier gewinnt“ und verfolgt kein irgendwie geartetes „Endziel“, schon gar nicht, das der „Vervollkommnung des Menschen“. Wenn die Menschen – schon aus militärischen Gründen – eines Tages stärker, schneller und schlauer gemacht werden ist dies nicht zu beanstanden.
    Kritikwürdig sind allenfalls die kindischen Vorstellungen der Nazis, die Menschen durch Zuchtwahl „schöner“ bzw. „arischer“ zu machen: blond und blauäugig zu sein bedeutet – außer für Unterwäschemodels – nichts; unbedingt Überlebensfähigkeit unter Extremsituationen (z.B. im ABC-Krieg) ist das entscheidende Kriterium!
    Mit der Möglichkeit, die evolutionäre Entwicklung des Menschen nach rationalen Kriterien zu gestalten und nicht mehr alleine der Partnerwahl nach „sexueller Attraktivität“ zu überlassen, tritt die Menschheit entwicklungsgeschichtlich in ein neues Zeitalter ein.
    Bedauerlich ist nur, dass es chinesische Wissenschaftler sind, die diesen Weg beschreiten und nicht deutsche.
    Weiterhin stellt sich daher die Frage, ob die durch Konfuzianismus, Buddhismus und Kommunismus geprägte chinesische Moral nicht zukunftsfähiger ist, als die Werte des sog. „jüdisch-christlichen“ Abendlandes.

    • Ich sehe nicht, wo Sie sich von den Nazis unterscheiden.
      Die Nazis waren der Ansicht, dass blonde und blauäugige Menschen starker, schneller und schlauer seien.

      Die Ideologie des Nationalsozialismus ist im Kern ein lediglich konsequent ausformulierter Darwinismus, eine Evolutionstheorie.

      Zutiefst böse, teuflische Gedanken führen am Ende in den Untergang. Ihr neues Zeitalter wird wie die Hölle auf Erden sein.

  4. Langfristiges Denken statt in Quartalsberichten
    Angesichts der Fähigkeit und Bereitschaft derjenigen die derartige „Fortschritte“ in die Welt setzen, sich mit den langfristigen Folgen über den nächsten Quartalsbericht hinaus auseinanderzusetzen, habe ich keinerlei Verständnis für jegliche Begeisterung, auch James Watt konnte die Spätfolgen seines Handelns nicht erahnen, selbst wenn er es gewollt hätte.
    Bei der derzeitigen Tendenz zur Perfektionierung ist der uniforme Clone absehbar, nur wer ist juristisch verantwortlich und haftbar, wenn so einer außer Kontolle gerät und sich darauf beruft, daran wäre der Genbastler schuld, in Analogie zur heute beliebten „schweren Kindheit“.

  5. !?!?!?...
    Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.
    Albert Einstein

    MfG
    W.H.

  6. Die Chinesen forschen, in D wird diskutiert
    Das alte Problem. Forschung ist nie völlig gedanken- und verantwortungslos. Mir wäre es lieber, wenn sich Europa da nicht zu sehr selbst bremsen würde.

  7. Pingback: Warum ich nicht an die genmanipulierten Embryonen glaube › Fischblog › SciLogs - Wissenschaftsblogs

  8. Beunruhigend, Parallelen zu Mengeles Zwillingsforschung
    Die Respktlosigkeit vor dem menschlichen Leben schockiert mich.
    Wer derartige Trial-and-Error-Versuche mit menschlichen Embryonen macht, muss ähnlich zynisch und moralkrank sein wie ein Mengele in Ausschwitz.
    Wer heute trotz genetischer „Fehler“ ein ruhiges Leben führt, kann dankbar sein. Morgen oder Übermorgen gezeugte Menschen mit genetischen „Fehlern“ müssen befürchten, dass schon vor Ihrer Geburt an ihren Genen herumgestümpert wird oder sie gleich weggeschmissen werden. In Zypern offensichtlich schon heute („…gezielte Auswahl unbelasteter Embryonen nach Präimplantationsdiagnostik“: Also „belastete“ Embryonen wegschmeissen).

  9. Pingback: Blogs | Planckton: Der Gen-Embryo ist da. Wo da? - Facebook UK

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