Planckton

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Die Wissenschaft ist ein ernstes Geschäft, aber gehört ihr deshalb das letzte Wort?

Sie wollen doch nur ewig leben

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Ein transhumanistischer Präsidentschaftskandidat, ein Gentherapie-Selbstversuch und ein betörter Forscherguru – die Utopisten wollen nichts mehr anbrennen lassen. Schluss mit sterben. Es wird ihnen immer leichter gemacht.

Für Menschen, die nicht genug davon bekommen können, die Zukunft utopisch aufzuladen und den heutigen Menschen deshalb als ziemliche Fehlkonstruktion begreifen, muss die Gegenwart eine rechte Qual sein. Wissenschaftler, die solche Leute immer mal wieder treffen, weil sie zum Beispiel über den sogenannten Transhumanismus arbeiten, sagen aber auch: Man sieht diesen Utopisten ihr Selbstmitleid und ihr Leiden am behäbigen Fortschritt der biologischen Selbstveränderung des Menschen selten an. Von Zoltan Istvan, der aktuell im amerikanischen Präsidentschaftsrennen einen symbolischen Wahlkampf für die „Transhumanisten-Partei“ führt, trifft das definitiv zu. Er ist ein schlagendes Beispiel für die These der Transhumanismus-Forscherin Anne Siegesleitner aus Innsbruck, wonach die Technofantasten derzeit massiv Versuche unternehmen, über kurz oder lang salonfähig zu werden. Die Bewegung wolle sich „philosophisch aufladen“, sagte Siegesleitner jüngst auf dem Philosophicum Lech – philosophisch aufladen und dabei als harmloser „verstärkter Humanismus“ erscheinen.

###© dpaAgarosegel im Genlabor

Man darf bezweifeln ob das gelingt, wenn man sich die Blütenträume des transhumanistischen Präsidentschaftskandidaten etwa im Hinblick auf die Abschaffung des Alterns ansieht: „Wir wollen nicht ewig leben, was wir jedoch anstreben ist die Option, unbegrenzt zu leben. Ob das nun 10.000 Jahre sind oder nur 170 Jahre ist letztlich egal“, teilte Istvan in einem Fernsehinterview wie selbstverständlich mit. Der einundvierzigjährige Kandidat, der offenbar schon für National Geographic in den minenbefreiten Zonen des Vietnam unterwegs war und eine Kolumne für die Huffington Post füllt sowie Blogautor unter anderem für Psychology Today ist, bezieht sich bei seiner Ankündigung, „den Tod und das Altern innerhalb von 15 bis 20 Jahren zu besiegen“ explizit auf „führende Wissenschaftler“.

###© immortalitybus.comDer Unsterblichkeitsbus

Nun kann man darüber streiten, ob das nur sektiererischer Größenwahn ist oder doch auch ein ziemlicher Schaden für Wissenschaft und Technik. Klar ist jedenfalls: Die Istvans dieser Welt und ihre geistigen Mitläufer sind gesellschaftlich gut getarnt und sie schrecken vor nichts zurück. Vor allem aber ist es für sie leichter denn je, ihre überdrehten Fantasien immer offener und offensiver auszuleben. In „Fröhliche Wissenschaft“ hat Nietzsche das bunte biotechnische Treiben vorweg genommen: „Wir werden, die wir sind“, notierte er in seiner Aphorismen-Sammlung, was für den Wiener Philosophen Konrad Paul Liessmann in dem damaligen Kontext nur als ein zynischer Aufruf zum „Selbsthandeln der Humanität“ gedeutet werden kann: „Was Nietzsche sagen wollte, war: Wir müssen tun, was wir können. Es ist die Selbsterfindung des Menschen.“

Seit ich nun vor ein paar Tagen über Liz Parrish gelesen habe, eine weitere – durchaus sympathisch aussehenden – Exponatin dieser Selbstvervollkommnungsbewegung, weiß ich auch: Dieses Selbst ist ganz wörtlich zu nehmen. Parrish ist in den Vereinigten Staaten eine populäre Figur – eine dieser dynamischen, eloquenten Unternehmensgründerinnen mit IT-Vergangenheit, die es versteht, ihre Fortschrittseuphorie nicht nur über diverse Medienkanäle zu verbreiten, sondern auch in der Wissenschaftscommunity.

###© dpaSmithsonian Museum in Washington DC

George Church zum Beispiel hat sie damit an den Haken gekriegt. Ein weiß Gott dicker Fisch. In der Genomforschung und synthetischen Biologie ist der Harvard-Forscher eine ganz große Nummer. Ein akademischer Riese, regelmäßiger Gastschreiber und Autor bei „Science“ und „Nature“, aber auch unternehmerisch und visionär kein Kostverächter: An die hundert Biotechfirmen soll er entweder selbst mit gegründet haben oder beraten. Und genau dafür hat er sich (und einige andere) von Liz Parrish auf der anderen Seite des Kontinents anheuern lassen: Für die wissenschaftliche Beratung ihres Startup-Unternehmens „BioViva“ in Seattle. Seitdem ich das weiß, bin ich auch bereit zu glauben, was der als seriös bekannte kalifornische Biotech-Blogger Paul Knoepfler behauptet: Dass Church ein Transhumanist sei. Denn Parrishs unternehmerische biomedizinische Vision ist es, das abzuschaffen, was sie absolut übereinstimmend mit dem Transhumanisten Istvan als die ultimative Krankheit bezeichnet: das Altern.

George Church will ihr offenbar dabei helfen. Parrish hat sich nämlich in den Kopf gesetzt, dass das Altern gentechnisch überwunden werden kann. Weil ihr aber nicht nur das große Geld, sondern auch die Evidenzen fehlen, um bei der amerikanischen Genehmigungsbehörde FDA die dürftigen Kenntnisse über sogenannte Alterungsgene (gelistet sind weit mehr als hundert – nicht evaluierte – Kandidaten-Gene) in einen erfolgsträchtigen Zulassungsantrag für einen klinischen Versuch zu fassen, hat sie sich vorigen September offenbar entschlossen, an der Behörde vorbei Nietzsches Selbsterfindungs-Paradigma eins zu eins umzusetzen. „Patient Zero“, das wollte sie selber sein.

###© BioVivaLiz Parrish von BioViva

Wenn man der Geschichte glauben darf, über die anschließend sehr detailliert von Antonio Regalado im „MIT Technology Review“ berichtet wurde, hat sich Parrish in einem kolumbianischen Labor einem Gentherapie-Selbstversuch unterzogen. Selbstverbesserung im „Do-it-yourself“-Verfahren. Sie hat sich (in welcher Dosierung hält sie geheim) speziell präparierte Viren gespritzt, die als Genfähren schon länger in Experimenten eingesetzt werden, um zweierlei zu erreichen. Erstens will sie ihre Muskeln verjüngen. Dazu hat sie die genetische Bauanleitung für Follastatin in ihren Körper injiziert, ein Protein, das die Aktivität des Myostatin bremst und damit erlahmendes Muskelwachstum fördern soll. Zweitens hat sie sich offenbar Viren mit der Geninformation für die Herstellung von Telomerase gespritzt. Das ist noch brisanter. Denn nachlassende Telomerase-Aktivität wird zwar sehr plausibel mit dem Altern in Verbindung gebracht – es „repariert“ quasi die Chromosomenenden im Erbgut und macht überhaupt erst frische Teilungen der Körperzellen möglich -, aber genauso gut ist bekannt: Krebszellen zeichnen sich durch besonders aktive Telomerase-Aktivität aus. Mit anderen Worten: Parrish hat sich unter Umständen eine Zeitbombe einverleibt.

Nun könnte man ihre gefährliche Eigentherapie in die Reihe vieler historischer – und manch berühmter – medizinischer Selbstversuche einordnen. Edward Jenner beispielsweise verabreichte sich schon im achtzehnten Jahrhundert Material aus Kuhpockenwunden und erfand so einen Impfstoff gegen die todbringenden Pocken. Robert Koch andererseits injizierte sich (und seiner Gattin) Tuberkulin, einen vermeintlichen Tuberkulose-Impfstoff – und erkrankte ebenso wie seine Frau schwer. Auch der spätere australische Nobelpreisträger Barry Marshall, um einen aktuelleren Fall zu nehmen, wusste sich keinen besseren Rat, um seine These über möglicherweise krebsauslösende Magenbakterien zu verifizieren, als sich selbst eine Kultur von Helicobacter-pylori-Bakterien einzuflößen und später tatsächlich an einer Magenentzündung zu erkranken (die er erfolgreich mit Antibiotika behandelte).

###© Science/AAAS 

Aber alle diese letzten Endes glücklichen, ja sogar als heldenhaft gefeierten Do-it-yourself-Beispiele können kaum verdecken, dass Parrishs Selbstversuch angesichts des genetischen Halb- und Pseudowissens über das Altern ein erbärmlicher Taschenspielertrick ist. Sie ist Unternehmerin, und das um jeden Preis. Sie spannt ihr utopistisches Netz und lockt wie die Spinne eine wachsende Schar von Anti-Aging-Jüngern und Hypochondern, um sie anschließend auszusaugen. Weil nun allerdings mit George Church einer der Leithammel der Genom-Ära die junge Unternehmerin mit beachtlichem Eifer weiter zu unterstützen gedenkt, bekommt die Jagd nach dem medizinischen Phantom Altern auch für die Wissenschaft selbst einen beunruhigenden, weil selbstzerstörerischen Touch. Church macht ja keinen Hehl mehr daraus: Für ihn sind die Biowissenschaften zum Motor einer quasievolutionären Wettbewerbsspirale geworden. Alles geht, und alles so einfach wie möglich.  Hier treffen sich die digitale und die biotechnischen Revolutionen. Neue Zell- und Gentechniken (wobei Parrish nicht einmal die modernsten wie „Crispr/Cas9“ verwendet hat) sollten deshalb nicht nur im Hinblick auf ihre längst diskutierte Anwendungsreichweite etwa in der Veränderung der Keimbahn bioethisch diskutiert werden, sie sind auch wegen ihrer Verfügbarkeit besonders problematisch: In ihrer Handhabung im Labor sind die neuen gentechnischen Präzisionsinstrumente, das versichern einem alle einschlägigen Nutzer, so einfach zu bedienen wie ein Smartphone in der Hand. Das Handwerk der Utopisten blüht. Nachahmer werden es also leicht haben. Und Patienten oder solche, die sich dafür halten und Verbesserungsbedarf an sich feststellen, gibt es mehr denn je.

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  5. Eine Definition von mir aus dem Jahr "2000"...ca.
    Ewiges Leben:
    Erneute Wiederkehr aus dem Ursprung,
    durch Erneuerung und Umkehr im Ursprung.
    W.H.

  6. Der Humanismus ist auch ohne die Vorsilbe 'Trans' keine positive Geisteshaltung
    Denn der Humanismus geht von der Prämisse aus, der Mensch sei etwas Besonderes. Das ist -vornehm ausgedrückt- ein egoistischer Standpunkt. Der Transhumanismus ist noch lächerlicher … und ist außerdem Abzocke für Doofe. Aber der Mensch will halt glauben und Technologie ist heutzutage ein sehr guter Religionsersatz -> siehe iPhone. In einer Zeit, in der die wenigsten Menschen in der Lage sind die Principia Mathematica Isaac Newtons (Nein, nicht der mit den Fotos) zu verstehen, ist das schon fast paradox. Und es sagt alles über den Humanismus aus, was es zu sagen gibt.

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  8. Vielen Dank fuer den schoenen Essay, hier nur fuenf Fussnoten
    1) Nietzsches „werde, der du bist“ kann so nicht ausgelegt werden, da dieser Aufruf im Zusammenhang mit der „ewigen Wiederkehr des Gleichen“ steht (=: Du bist was du getan hast, und du wirst sein was du jetzt tust, und was mit allem was war immer wiederkommen wird) und in Liessmanns Interpretation mit diesem „tiefsten aller Gedanken“ (Nietzsche) nicht in Uebereinstimmung zu bringen waere.

    2) Dennoch ist Nietzsche hier nicht Fehl am Platz, naemlich als Kritiker der Moderne als des Zeitalters des Nihilismus. Sein „tiefster Gedanke“ soll ja diesen Nihilismus gerade ueberwinden.

    3) Das will wohl auch die Transhumanistische Patrtei, wobei sie allerdings klaeglich scheitert. Die offensichtliche Absicht, die WIssenschaft in eine neue Heilslehre – d.h. eine Ersatzreligion – zu verwandeln, ist sehr viel mehr Ausdruck des von Nietzsche diskutierten Nihilismus als dessen Ueberwindung. Nietzsche hat alle Formen von Fortschrittsglaeubigkeit vehement kritisiert.

    4) Der Nihilismus hat mit dem Neoliberalismus und seiner akademischen Erscheinung – der Postmoderne – einen weiteren Hoehepunkt erreicht, und zwar nicht zuletzt mit der Diskreditierung aller Utopie (als eines teleologischen, anti-liberalen, totalitaeren, etc., Denkmodus‘). Beim Transhumanismus handelt es sich denn auch keineswegs ein utopisches Denken. Er ist vielmehr eine profane Form von „science fiction“, und damit eine eine besonders erbaermliche Manifestation des guten alten Fortschrittsglaubens, der ein Kernelement NICHT der Utopie, sondern der IDEOLOGIE der modernen kapitalistischen Verkehrsform ist.

    5) Deshalb ist die Ideologie der Transhumanisten auch keineswegs neu. Zur Zeit Nietzsches nannte man diese Ideologie „cornucopianism“, den Glauben an die Loesbarkeit aller Probleme durch Technik und Wissenschaft (der Begriff leitet sich von „cornus“ ab; „cornus“ ist lat. fuer „Horn“ und spielt auf das Fuellhorn an: der technische Fortschritt ist demnach ein Fuellhorn, aus welchem sich Glueck und Wohlstand ueber die Menschheit ergiessen). Mit einem derart simplen Konzept lassen sich freilich gar keine Probleme loesen, weder wissenschaftliche (man darf naemlich Wissenschaft als Ideologie nicht mit Wissenschaft verwechseln!), noch gesellschaftliche, und als Grundlage fuer eine Alternative zur bestehenden Gesellschaft ist er daher vollkommen untauglich.

    • Evolution-Plausibilität?
      zu 1) „werde, der du bist“…“in ewiger Wiederkehr des Gleichen“
      werde „ewig“=(generationen-gleich-)“wegig“ reifender Human.
      Sowohl der „Schwangerschaftsreifeweg“, als auch der „Lebensreifeweg“.
      Lebensreifeweg: Du bist zu jeder Zeit der Human-Status-Quo deiner Selbsterkenntnis- und Einsicht-reife…auf dem Weg zur klaren
      Selbst“be“g“reifung“…Evolution-Reife-Ziel-Weg-Reife.
      Schwangerschaftsreife: „mit allem was war“…
      bis zum Zeitgeist-Status-Quo des Geburtsjahres.

      geht plausibel über in 2) „der tiefste aller Gedanken“….der
      Human-Reife-Weg über die humane Vernunftreife-idee …
      „in Ri“chtung, „gen“ (auch über die evolutionäre „Gen“reifung),
      WEISHEIT…über Wissenschaften zu Weisenschaften…Weise
      auch Melodie…die Schöpfungsmelodien begreifend auch zum
      weisen Human mit stetig reifend humaneren Human-Lebens-weisen.
      EVO“L“=“L“OVE-ution + Selbsterkenntnis und Einsicht…
      LIEBE = humane Vernunft-Reife-Bildung-Weg…
      Vernunft = „E“motion X „I“ntelligenz…das „E““I“ des Coulomb(us)…
      die Vernunft-Kapazität-Reife-Fähigkeit.

      Dieser Weg UTO“PI““E“…“Vernunftbiotop“(Gehirn) aus Pi und e… Transzendenzquelle…Weisheit…das tiefste zu erreichende = Gottbegegnung, Transzendenzperso…Universum-Schöpfungsgeist.
      ist EVO“L“=“L“OVE=“LIEBE“-ution…
      „I“(Ghost-EYE)“DEO“(Gott-Geist-Transzendenz)“LOG“(Logarithmus-weg)“E“(transzendent)…“I“(CH-Intelligenz als Ableitung aus
      „Pi“(Kreis-rund-sehen…transzendent“
      Das EYE aus Pi und e…Transzendenzraum transportiert, transformiert…
      übersetzt, evolutioniert in den 3-D-Raum…4-quadrantisch.
      Gottes…“L“iebe…“AMOR“(e)…“MORA““L“=QUINTESSENZ…
      Liebe-Moral-Quintessenz der Evolution ist die reifende Human-Idee
      die als Liebe-„Evol“ution-quintessenz in seiner humanen Weisheit als Zielreifeweg münden soll/wird.

      Das Füllhorn der Vernunft wird zum Weisheitfüllhorn, das sich ergießt
      als Quintessenz von ewiger Selbsterkenntnis und Einsicht zum
      Zweck der Selbstbegreifung der Evolutionenergie…über die
      Schöpfungsidee(ologie) Human mit entsprechenden Reife-Fähigkeiten.

      Die hoffentlich plausiblen Differenzen…zu den Beitrags-Miß/Mangel-Interpretationen…auf Basis Evolution-Plausibilität und auch zur
      Bibel…zumindest was GOTT und Gottes LIEBE betrifft.
      Vernunft ist der Startkern der Weisheit…und für den Human
      ist humane Vernunftbildung in vorhandener Weisheit Gott, in den Erdevolutionsgeistweisen…Erde-Natur-Melodien…
      GOTT-„BE“(SEIN)“WEIS(E)“(Melodien) der Weg.
      Wer Gott nicht in den BE(SEIN)WEISEN(MELODIEN) sieht,
      der könnte anfangen mit Selbsterkenntnis und Einsicht…dem
      Vernunftbildungsweg zur Weisheit…zum „BE“WEISE(N)“ SEHEN
      reifen…kontemplativer Mental(training)reifeweg.

    • Sehr geehrter Herr Henning, ich wuerde gerne erwiedern, aber ...
      … ich verstehe Ihre Einlassungen nicht.

    • Posthuman vs. Transhuman
      Zu diesem Thema habe ich in einem anderen Zusammenhang mal was geschrieben (http://blog.herold-binsack.eu/2011/08/diese-heulsuse/; für mich bedeutet transhuman = posthuman), was ich an dieser Stelle wieder in Erinnerung rufen möchte.
      Übrigens, grüße Sie Bosque Ximera, habe lange nichts mehr von Ihnen gehört, bzw. gelesen:

      „Diese Heulsuse
      @Don Alphonso/Alfonso: Wo haben Sie Ihre Despina versteckt? Darüber würde ich gerne mal was lesen!
      Und zu Ihrem letzten Beitrag: Ja, Sie haben Recht. Das bedeutet aber, dass das Alter wie auch schon der Zeitbegriff zunehmend so langsam in die Jahre kommt.
      Ich will jetzt gar nicht davon reden, dass Macht sexy macht. Das ist schon fast eine Banalität. Viel wichtiger scheint mir, dass die Fixierung vieler junger – zumeist – Frauen auf Ältere natürlich unsere gesellschaftliche Realität spiegelt, also nicht mehr einfach nur als einen diesbezüglichen Komplex („Vaterfixiertheit“) abgetan werden kann. Die Alten werden jünger, die Jungen altern schneller. Die Parallaxe verschiebt sich diesbezüglich in Richtung der Herausbildung einer neuen Ästhetik. Ich sehe das an meiner eigenen Beziehung. Meine Frau ist auch erheblich jünger (und ich sehe vielleicht nicht so alt aus, wie ich wirklich bin). Im gewöhnlichen Alltag merken wir daher wenig davon. Mag sein, dass das an irgendeinem Punkt kippt. Zum Beispiel, wenn ich ihr in ästhetischer Hinsicht nicht mehr genüge. Dennoch glaube ich, dass ich, falls ich darunter dann all zu sehr leide, etwas falsch gemacht haben muss. Diese neue Ästhetik muss ja vom Subjekt selbst geschaffen werden. Sie wird ihm nicht geschenkt. Spätestens wo die Unsterblichkeit in den Fokus rückt, gehen die Konturen selbst dieser Parallaxe verloren.
      Aber das wäre dann der Beginn des posthumanen Zeitalters.

      Was mir in diesem Fall aber sofort aufgestoßen ist, ist die Wehleidigkeit des Kandidaten. Diese Heulsuse! Warum lässt er sich so fertig machen? Ich denke, da liegt das Problem. Vermutlich ist er seiner 16-jährigen Liebschaft in charakterlich-geistiger Hinsicht so unerträglich. Und so einen brauchen wir wahrlich nicht in der Politik. Davon gibt es genug.“

    • Es liegt an mir, Herr Ximera,
      keine Tragödie für Sie. Danke für die Rückmeldung.
      Vielleicht schaffe ich es eines Tages, klar und plausibel
      für alle zu schreiben. Ich bemühe mich weiterhin.

      MfG
      W.H.

  9. Mit heutigen Biotechnologien könnten wir sehr viel mehr gegen Alterskrankheiten tun
    Alterskrankheiten wie Krebs, Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Alzheimer sind dasselbe wie Altern. Diese Krankheiten treten fast ausschliesslich bei alten Menschen auf, und wir werden diese Alterskrankheiten nie richtig heilen können, wenn wir nicht das Altern selbst heilen. Altern ist die Ansammlung von Schäden und Abfallstoffen, die dann zu Krankheiten führen. Um die Krankheiten zu heilen, müssen wir die Schäden und Abfallstoffe beseitigen, was aber gleichzeitig auch den Körper verjüngen würde. Es geht hier in erster Linie um Gesundheit. Ein längeres Leben wäre nur eine Nebenwirkung. Ich hoffe, dass die Politik bald mehr Geld in die Forschung gegen Alterskrankheiten steckt. 100.000 Menschen sterben jeden Tag an Alterskrankheiten und mit den heutigen Biotechnologien könnten wir etwas dagegen tun. Auch Google forscht bereits daran. In Deutschland gibt es bereits zwei kleine Parteien – die Transhumane Partei Deutschland und die Partei für Gesundheitsforschung – die dieses Thema mit in ihrem Programm haben und es ist zu hoffen, dass die grossen Parteien dies auch bald tun werden.

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