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Die Wissenschaft ist ein ernstes Geschäft, aber gehört ihr deshalb das letzte Wort?

Keimfrei ist auch keine Lösung

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Jetzt heißt es stark sein und umdenken: Warum immer reinlich, wenn das Gegenteil hilft? Zwei Yale-Forscher machen sich für Umweltkeime stark, die im Haus radikal bejagt werden und für unsere Gesundheit doch so nützlich sein könnten.  

Die Wege der Wissenschaft sind gepflastert von guten Vorsätzen. Mehr Leben ist so einer. Wenn es ums Immerälterwerden geht, können wir allerdings keineswegs immer sicher sein, was die Akzeptanz der Mittel angeht. Manipulationen am Erbgut etwa sind für viele tabu. Mehr Gesundheit allerdings ist fast zu hundert Prozent positiv besetzt, auch wenn das dann seinerseits die Vergreisung der Gesellschaft begünstigt.

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Was alles getan werden kann, um die eigene Gesundheit und die seiner liebsten zu fördern, ist heute kaum noch zu überblicken. Ganz leicht könnte man jede Woche eine Art Bestsellerliste aktueller Gesundheitstipps bringen (warum eigentlich nicht?), und garantiert würde diese Liste heute anders aussehen als, sagen wir, vor fünf oder zehn Jahren. Wenn es diese Liste also wirklich gäbe, hätten wir zum Beispiel beobachten können, wie radikal sich die Sicht der Gesundheitsexperten auf die einzelligen Gesellen verändert hat, die uns praktisch näher sind als jeder Mensch und die wir je nach Standpunkt als Mikroorganismen, Mikroben oder Keime bezeichnen. Und das liegt keineswegs nur an der gewaltigen Charmeoffensive für die Mikroflora im Darm.

Früher war Hygiene der Inbegriff medizinischen Fortschritts. Hygiene, das ist geradezu der Schlüssel zum demographischen Wandel. Wer erklären will, weshalb die Sterblichkeit in jüngeren Jahren – und schrittweise auch im hohen Alter – so drastisch abgenommen hat in den zurückliegenden Jahrhunderten, wieso Kindbettfieber und Seuchen so massiv zurückgedrängt wurden, der kommt nicht daran vorbei: Keimfrei macht den Unterschied. Die Hygieneindustrie ist längst ein Multimilliardenmarkt und Hygiene selbst gilt kulturelle Errungenschaft, die praktisch überall gefördert und gefordert wird. Wo die Entkeimung versagt wie in Kliniken gelegentlich, wo sie immer noch am meisten gebraucht wird, herrscht Ausnahmezustand. Und im sauberen Haushalt ist antimikrobielles Management für viele Ehrensache.

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Allerdings hat dieser hygienische Overdrive in den letzten Jahrzehnten auch Konsequenzen, über die wir jetzt, nach ein oder zwei Generationen, zum Nachdenken gezwungen werden. Zum Nachdenken nämlich über unsere guten Vorsätze und den zugrunde liegenden Theorien. In der Zeitschrift „Trends in Microbiology“ machen sich zwei amerikanische Umweltingenieure der Yale-Universität Gedanken über die vermeintlich gedankenlose Industrialisierung der Hygienemaßnahmen in unseren Häusern. Architekten, Bauherren, Städteplaner, Sozialdienste, vor allem Mütter und Väter, sie alle sind aufgefordert, Konzepte für ein, wie Jordan Peccia und Sarah Kwan betonen, „funktionaleres“, vorteilhafteres, ja gesünderes Mikrobenmanagement zu Hause zu sorgen.

Ihr Punkt ist: Nicht alles an Keimen, was wir mit radikaler Hygiene von uns fernhalten, ist wirklich schädlich. Wir sollten die nützlichen Keime behalten – in den Räumen sogar regelrecht kultivieren. Ausgangspunkt ihrer Überlegung ist die seit vielen Jahren zu beobachtende Zunahme an Allergien und die längst sehr populäre und immer noch aktuelle These, wonach die Allergieanfälligkeit zugenommen hat, weil das Immunsystem unserer Kinder in den entscheidenden Jahren wegen übertriebener Hygiene und Sauberkeitsfürsorge nicht mehr ausreichend trainiert wird. 40 Prozent der Menschen in den Industrieländern gelten heute als Allergiker, bei 300 Millionen weltweit hat sich die Allergie in den Luftwegen zu einem besonders belastenden Asthma ausgeweitet. Bemerkenswert auch diese Zahl, die Peccia und Kwan aus einer Publikation aus dem Jahr 2003 zitieren: Amerikanische Kinder erkranken demnach statistisch an sechs bis acht Infektionen der oberen Luftwege – jährlich!

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Aussagekräftige Daten zu den Ursachen gibt es nicht, allerdings liegen die für die beiden Forscher durchaus auf der Hand: Mikrobielle Verarmung im Lebensraum Heim. Ausführlich verweisen sie auf ältere, langjährige Studien aus Bayern und in amerikanischen Amish-Gemeinden, die den „Schutzcharakter“ des Landlebens nahelegen: Kinder, die häufig mit Nutz- und Haustieren in Kontakt kommen, erleiden deutlich seltener Asthma als Stadtkinder ohne diese Kontakte. Wie gesagt, das sind keine neuen Erkenntnisse. Nur ziehen die beiden Yale-Wissenschaftler einen radikaleren Schluss daraus als andere: Aufhören mit der wahllosen Ausrottung von Keimen, öffnet eure Häuser für die mikrobiellen Nützlinge.

Die entscheidende Annahme ihres Vorschlags lautet: Bestimmte Mikroben können, wenn sie ins Körperinnere – idealerweise in den Verdauungstrakt – aufgenommen werden und den Darm kolonisieren, das Immunsystem effektiv trainieren. Da tauchen dann Namen wie Firmicutes, Lactobacillus, Veillonella, Lachnospira oder Faecalbacterium auf, die, sobald sie im Darm gedeihen und beispielsweise kurzkettige, protektive Fettsäuren produzieren, die ihrerseits das Zeug zur Asthmaprävention haben sollen. Zuletzt war darüber in einer großen Arbeit in „Science Translational Medicine“  berichtet worden. Allerdings – hundertprozentig sicher sein kann man sich bei aller Empirie längst noch nicht. Das Arbeitsgebiet ist, wie gesagt, jung. Dennoch: Die Indizienlage verbessert sich sukzessive.

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Und noch ein Argument, das uns selten wirklich gewahr wird, sollte uns zum Nachdenken bringen: Neunzig Prozent seiner Zeit verbringt der Mensch heute drinnen. Das entspricht 16.000 Liter Atemlauft, bei Kindern sind es im Schnitt immer noch gut 3500 Liter. Unsere Lungen werden also buchstäblich gebadet in – alles andere als keimfreien oder irgendwie frischen – Luftmassen. Viele Mikroben, die unseren Darm besiedeln, kommen tatsächlich mit der Atemluft ins Körperinnere. Alles, was größer als fünf Tausendstel Millimeter groß ist, Mikroben also , werden schon bei Säuglingen in den Bronchien abgefangen und gelangen durch zellulären Transport ins Verdauungssystem.

Daran sieht man, der Keimaustausch zwischen Innen-und Außenwelt ist von Natur aus hochgradig organisiert. Dieses naturwüchsige Mischsystem der Kreaturen, eine Art Übungsplatz für Sozialisierungen im Allerkleinsten, soll nun irgendwie nutzbar gemacht werden für die modernen, immunologisch leicht degenerierten, dafür aber hygienisch hyperaktiven Stadtbewohner. Nur wie? Von Umwelttechnikern würde man technische Lösungen erwarten, aber die beiden Yale-Forscher haben in der Hinsicht nicht anzupreisen. Im Grunde sind wir, so klingt es in ihrem Aufruf zum aktiven Mikrobenmanagement zuweilen durch, technologisch ziemlich machtlos. Weder sind wir mit der Klimaanlagentechnik in der Lage, gute von bösen Keimen sauber zu trennen, noch gibt es architektonische Lösungsansätze oder überhaupt brauchbare Erhebungen über die Hygieneschwachstellen und Hoffnungszeichen in unseren Städten und Häusern. Im Grunde wissen wir noch nicht einmal, welche Lebensbedingungen die Nützlinge brauchen oder wie schädlich Lebensgemeinschaften von Pilzen und Mikroben in feuchteren Innenräumen eigentlich wirklich sind. Basiswissen, das an allen Ecken und Enden fehlt.

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Was also tun? Mehr lüften und damit Frischluft mit den Nützlingsfrachten eine Chance geben? Oder besser weniger Hygiene wagen? Mehr Ventilation sei allemal gut, sagen die Autoren. Der sicherste Schritt zu erhöhter Mikrobentoleranz freilich wäre es, wenn wir damit anfangen, den mikrobiellen Austausch im Großen wie im Kleinen zu pflegen. Soll heißen: Tiere anschaffen, Hunde und Katzen zum Beispiel. Sie bringen offenbar viele Nützlinge praktisch frei Haus mit. Aber auch sozialer Austausch ist angesagt, denn: Das individuelle Mikrobiom reist mit uns. Wann immer der Mensch sich in einer neuen Wohnung einrichtet, verändert er die mikrobielle Umwelt. Jeder Raum trägt quasi die persönliche Handschrift unserer Körper-„Kultur“ – und deshalb den Keim der inneren, mikrobiellen Verarmung jeweils in sich. Anreicherung lautet deshalb die Maxime, Diversifizierung, unserem Immunsystem zuliebe. Am Ende ist der Mensch, dieses denkende Individuum, die „Krone der Schöpfung“, eben doch wieder nicht mehr als ein Ökosystem, das seine innere Stabilität zum nicht geringen Teil aus einer Mikrobenvielfalt von außen bezieht. Leider sind die pauschalen Feindbilder, die uns mit den alten Hygienelehre eingetrichtert wurden, tief verwurzelt in unserem Bewusstsein. Die Hürde wird es deshalb wohl sein, das ökosystemare Denken auch in hygienischer Hinsicht neu zu etablieren. Will heißen: Umdenken. Toleranter werden und im Hinblick auf Reinlichkeit nicht länger so verbissen wie bisher. Keine Frage, das ist für viele schon eine arge Zumutung.

 

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11 Lesermeinungen

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  3. Dreck macht Speck
    So habe ich das vor mehr als 70 Jahren verinnerlicht und mir hat weder ein Misthaufen noch maßvolle Hygiene einmal in der Woche im Waschzuber geschadet, eher im Gegenteil. Richtig verdorben sind keimfreie „Sagrotan-Kinder“. Aber das ist alles nichts Neues.

  4. Bei solchen U-Themen der Menschen
    … ist es immer gut, den engen modernen Zeithorizont zu verlassen. Ich habe ein – für diese Zeit und das Land alternatives Buch einese russischen Lehrers der 50er Jahre, der sich über seine kränkelnden oft verwaisten Kriegskinder Gedanken machte. Sei nachweislich hilfreicher Tipp war: Barfuß laufen von Frühling bis Herbst (an mit Auto zur Schule gebracht werden daran dachte glücklicher Weise noch niemand), Obstbäume und Beerensträucher für gesundes Essen pflanzen, Schulgarten und Schultiere mit den Kindern versorgen, sowie viel Unterricht im Freien abhalten. Er ist nicht der einzige Pädagoge mit solcher Richtungsweisung. Und die Ansichten zur Abhärtung vor einigen Generationen entsprechen dem auch.
    All dies sind Dinge, die Stadtmenschen heute zum einen als Zumutung empfinden würden und zum anden gar nicht umsetzen können. Natürlicher Dreck, mal richtig frieren und wieder heiß werden ist LUXUS geworden; allerdings aber auch durch die Scheuklappen der werbeverseuchten Eltern, denen ganz andere Ängste erfolgreich eingepflanzt worden, die bei näherer Betrachtung meist Zweitranging sein dürften. Denn es geht um lebenslange Gesundheit.

  5. Es kommt darauf an
    Wenn sich in meinem Haushalt keinerlei Keime befinden muss ich mich auch Fragen was denn so giftig ist das all die kleinen Mitbewohnern sterben. Diese Substanzen könnten auch mich schädigen.
    An anderer Stelle ist ein Zuviel an Keimen an der falschen Stelle gar nicht gut. Wer wird das im Bereich der Lebensmittelhygiene bestreiten wollen. Der nächste Punkt wäre wie ich was Keimarm (!) halten will. Sprühdesinfektionsmittel sind eher ungünstig da wir die Aerosole einatmen. Wischdesinfektion ist da günstiger, besonders dann wenn wir täglich etwas zu desinfizieren haben. Was ist bei Lebensmitteln besser? Das Chlorhühnchen? Oh Gott nein! ?? In Mittelhessen musste kürzlich aufgrund der Keimbelastung Trinkwasser gechlort werden. Alles kein Problem meinte die Umweltbehörde! – Der Kontakt mit Keimen trainiert unser Immunsystem. Kinder auf dem Lande haben trotz der vielen Allergene weniger Allergien. Das könnte aber auch daran liegen das die Schadstoffbelastung insgesamt geringer ist. – Meine Fantasie: es gibt weniger Feinstaubpartikel an den Blütenpollen z.B. Das können Fachleute sicherlich besser erklären. – PS Zum Titelbild: Der Mann in weißer Dienstkleidung ist wahrscheinlich kein Fachmann auf dem Gebiet der Hygiene. Man erfasst den anzuziehenden Handschuh mit der bloßen Hand von innen. Damit wird die Keimübertragung von der Hand auf die Handschuhaußenseite verhindert. Hat man den ersten Handschuh an, fast man, den zweiten von außen an, wie es im Bild zu sehen ist. Das sollte man immer machen um es zu konditionieren, auch wenn es „nur“ darum geht sich selbst zu schützen. Da im Hintergrund ein KrHs-Bett steht geht es aber ggf darum andere zu schützen.
    –Hygiene kann anstrengend sein und ist oft Zeitaufwendig. Oft werden Einwirkungszeiten und Dosierung der Mittel nicht beachtet. Man muss dort wo sie nötig sorgfältig arbeiten. Das Stichwort ist: Im Krankenhaus erworbene Infektionen. Das unnötige sollte man lassen, womit wir bei der Frage wären was nötig ist…usw es ist wie vieles Komplex. Hygienehasser sollten es nicht übertreiben…die Hygienefanatiker aber auch nicht ;-)

  6. Ich habe hinsichtlich der These so ...
    … meine Zweifel! Erstens ist Hygiene nichts, was erst nach dem ersten oder zweiten Weltkrieg nach Deutschland gekommen wäre. Viele wissen gar nicht, wie viel man schon im Kaiserreich für die Hygiene gemacht hatte. Weiße Wäsche wurde früher aus Hygienegründen wirklich gekocht, heißt im großen Bottich auf den Herd gestellt und dann wirklich bei 100 Grad durchgekocht. Bettwäsche wurde jeden morgen zum Lüften aus dem Fenster gehängt oder gar raus in den Garten gebracht und in den Sonne gelegt (UV-Strahlen desinfizieren). Böden wurden mit einem irrwitzigen Aufwand täglich mit möglichst heißem, nicht warmem (!), Wasser geschrubbt, als Reinigungsmittel kam Salmiakgeist zum Einsatz, gelegentlich wurden Räume mit Bor ausgestreut. Und selbstverständlich wurde – worauf heute keiner mehr achtet – akribisch darauf geachtet, dass man vor dem Mahlzeiten sich gründlich die Hände wusch. Das Problem heute dürfte ein anderes sein: Um die Arbeit möglichst leicht zu machen, wird immer mehr Chemie eingesetzt. Die „gute“ Hausfrau und Mutter meint, ihrer Familie Gutes zu tun, indem sie mit echten Desinfektionsmitteln Türgriffe usw. reinigt, mit der Folge, dass für 1, 2 Minuten sämtliche Keime ausgerottet werden und dann als erstes krankmachende Keime die ganzen Sachen wieder besiedeln. Gleichzeitig bewirkt der völlig sinnlose Einsatz solcher Chemiebomben, dass wir fleißig resistente Erreger züchten. Und woher die Allergieflut wirklich kommt, weiß bis heute niemand. Wenn es stimmt, dass mit der Herstellung der deutschen Einheit in den neuen Bundesländern die Allergien deutlich zugenommen haben, dann spricht vieles gegen die Annahme der Zunahme von Hygiene. Denn dass in der DDR die Hygieneverhältnisse andere gewesen wären als in Deutschland West, darf bezweifelt werden. Nur kamen dort nicht die chemischen Keulen zum Einsatz. Und viele Lebensmittel hatten nicht die ganzen Zusätze, es gab nicht die Masse an Fertigmahlzeiten mit ihren oft fragwürdigen Zusammensetzungen. Und diese Zusatzstoffe dürften sich auf die Darmflora viel nachhaltiger auswirken als die Mikroben in der Raumluft!

  7. Weit hergeholt
    Ewiges Leben, ewige Gesundheit, ewiger Tod, ewige Krankheit…
    ewiges Gleichgewicht, ewiger Trieb, ewige Suche…ewiges Reifen
    ewiges Selbstbegreifen…des ewigen Dualitätprinzips.
    Keim-frei, Keim-reif…Keim-be(sein)…befreiend, begreifend…
    ewiges Selbst heilend, ewige Selbstheilung…
    Ewige Dualität(en)…Sein-Nicht Sein(negiertes Sein)…ewiges Gleichgewicht…ewiges reinigen = ewiges reifen der SelbstbegReifung?
    …des Augenmaßes, des humanen Geistaugenmaßes…ewig selbstreifend wachsende Geist-Gleichgewicht-Augenpaare…
    Geist(augenmaßkeime)pari…keimpaarig…
    Menschkeim(e) = Krone der Schöpfung oder Corona(r)keim(e)
    der Selbstbegreifung der Schöpfung?
    Ihr Beitrag hat was aufgekeimt in mir…
    ohne Keim(e) kein(e) Reim(e), ohne Reim(e) kein(e) Keim(e)…
    ohne reimen und keimen keine freien Reife-Keimzonen…
    Keimfrei….Keimreif…Augenmaßkeim…Augenmaßfrei…
    Augenmaßreif…Augenmaßpari…Augenmaßgleichgewicht?

    Ewige Dualität:

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
    Reinhold Niebuhr

    …strebe behutsam danach glücklich zu sein…

    nach rein wissenschaftlichen e-ln e-„E“nergie-Funktionen?…
    nach human(er)-wissenschaftlicher- Dualität-weisen-erkenntnis
    der universalen Energie-Natur-„ehe“…h=y (waagrecht gespiegelt)…
    eye…(Geist-)Auge(n)-Gleichgewicht-Maß?

    • Im Ruhrgebiet hieß es...
      „Sand reinigt den Magen“…wenn wir Kinder in den Dreck gefallen
      waren.

  8. Der Hygiene-Furor kam primär aus den USA zu uns und jetzt kommt die Korrektur hinterher
    Als Arzt kann ich dem Tenor des Artikels voll und ganz zustimmen. Interessant das oberste Bild mit den 3 linken und 2 rechten Füßen, die offenbar zu 3 verschiedenen Menschen gehören.

  9. Folge einer rigiden Nullrisiko-Ideologie
    „Restrisiko“ ist fast schon zum panikbewehrten Schimpfwort geworden in diesen Tagen. Ergo muss stets die ultimative Lösung für jedes Problem her. Dass „perfekte“ Lösungen neben einem völlig unverhältnismäßigen Aufwand für die Neutralisierung der letzten 10-20% eines Problems i.d.R. unangenehme anderweitige Nebenwirkungen mit sich bringen, ist allerdings auch keine bahnbrechende Neuheit. Drum gilt bei den Mikroben wie bei wahrscheinlich allem anderen: Ran an die großen Brocken! Aber ein bisschen Staub darf durchaus liegenbleiben. Sauberes Trinkwasser z.B. rettet mehr Leben als absolut keimfreie Badezimmerböden es je könnten.

  10. Schädliche und nützliche Mikroorganismen
    Die sind für uns noch schwierig auseinanderzuhalten, und wahrscheinlich gilt hier ähnlich wie bei chemischen Stoffen, dass es auf die Dosis ankommt. Letztlich entscheidet unser Immunsystem, welche schädlich sind und welche nicht. Hierzu muss es zunächst auch die „schädlichen“ Mikroorganismen in Kontakt kommen, um zu „trainieren“. Das muss vor allem in den ersten Lebensjahren geschehen. Deswegen ist übertriebene Hygiene schädlich in der Umwelt von Säuglingen und Kindern.
    Atemluft als eine Quelle für Mikroorganismen, die den Darm besiedeln, halte ich nicht für sehr wahrscheinlich, da deren Überlebensraten in der Luft eher klein sind, und sie wohl kaum die Passage über den sauren Magen überleben würden. Eine erfolgreiche Passage ist nur möglich, wenn die Säure vorübergehend verdünnt wird oder die Mikroorganismen in größeren Partikeln eingeschlossen sind, also z.B. wenn man isst oder trinkt.

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