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Blog: Sanchos Esel
Sanchos Esel

Spät essen, laut reden, wenig schlafen, kein Fahrrad haben, die Mülltrennung vergessen, dem berühmtesten Fußballverein der Welt zugucken, bei Rot über die Ampel fahren: Madrid liegt zwar in Europa, erstaunt das deutsche Gemüt aber immer noch. Paul Ingendaay beschreibt spanische Zustände am Morgen danach.

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Monatliches Archiv: Februar 2009

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Mehr Schulung für Real Madrid!

Gestern kamen mir wieder allerhand Dinge in den Kopf, über die ich schön schreiben könnte, etwa weitere Einzelheiten zu Penélope Cruz, zum Filmedrehen in Barcelona, zu freilaufenden Hunden oder dem Irrsinn der spanischen Post. Aber natürlich war ich blockiert. Mehr 26.02.2009, 22:17 Uhr von Paul Ingendaay 5 0 0

The Girl of Your Dreams

Jetzt hat sie es also geschafft, den Oscar für die beste weibliche Nebenrolle zu holen, und es gibt sicherlich viele, die ihr den gönnen. Mehr 23.02.2009, 22:35 Uhr von Paul Ingendaay 15 0 0

Die Höflichkeit einer Klassengesellschaft

Einer meiner Brüder hat mir heute am Telefon eine Geschichte erzählt, die jeden Kölner schmerzen wird, und das zu Karneval. Mehr 21.02.2009, 22:10 Uhr von Paul Ingendaay 8 0 0

Penélope Cruz und Boris Becker

Manche finden, Penélope Cruz dürfe auf keinen Fall den Oscar bekommen, sie mache Werbung für eine Schmuckfirma, die ihr Geld mit der Ausbeutung und Ermordung von Menschen verdiene. Mehr 19.02.2009, 22:07 Uhr von Paul Ingendaay 20 0 0

Walter Kappachers Bilder vom Eis (2)

Vorhin beim Holzsägen habe ich mich gefragt, ob ich nicht viel zuviel säge, der Frühling könnte ja bald kommen, und dann stehe ich da mit dem Holz und den darin wohnenden Käfern, und soviel Platz habe ich auch nicht. Mir fehlt ein Holzschuppen. Mehr 17.02.2009, 19:38 Uhr von Paul Ingendaay 3 0 0

Das weiche gelbe Fruchtbonbon

Vor einem knappen Jahr wurde die Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid-Barcelona eröffnet, und wenn man in diesen komfortablen AVE-Zügen sitzt, wird einem wieder klar, wie leer und gigantisch Spanien zwischen den punktuellen Ansammlungen seiner Städte ist. Mehr 14.02.2009, 23:31 Uhr von Paul Ingendaay 17 0 0

Passen Sie auf sich auf!

Vor ein paar Jahren bekam ich ständig E-Mails mit dem Betreff: „Madrid 2012 informiert“. Es ging um die Bewerbung der spanischen Hauptstadt, die Olympischen Spiele auszurichten. Bekanntlich ging das Votum dann an London, und ich war froh darum. Ich fand dieses Bombardement von Pressemitteilungen, die jede Zuckung der städtischen Bewerbungsbürokratie nachzeichneten, eine Zumutung. Mehr 12.02.2009, 22:13 Uhr von Paul Ingendaay 2 0 0

Getötete Frauen: Ende eines mageren Rekords

Ob 36 oder 37 Tage, soll jetzt egal sein. Die Zahl bezeichnet einen Rekord – die längste Zeitspanne in acht Jahren, in der in Spanien keine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet wurde. Nachdem wieder eine fünfundzwanzigjährige Ecuadorianerin in Madrid erstochen worden ist – am 4. Februar, genau an dem Tag, als die Zeitung El Mundo den Rekord verkündete -, können die Statistiker mit dem Zählen von vorn beginnen. Mehr 11.02.2009, 17:24 Uhr von Paul Ingendaay 1 0 0

Auch das Wetter steckt in der Krise

Wenn die Leute mich fragen, wie das so ist, in Sierra Nevada Ski zu laufen, sage ich: An schönen Tagen sehe ich Afrika. Es stimmt wirklich. Auf knapp dreitausend Meter Höhe, bei sehr klarer Sicht, kann man über die grüne Weite Andalusiens hinweg das Meer schimmern sehen, und jenseits von gut hundert Kilometern Wasser liegt ein anderer Kontinent. Mehr 09.02.2009, 22:24 Uhr von Paul Ingendaay 6 0 0

Walter Kappachers Bilder vom Eis (1)

Wenn man so die eigene Arbeit überschaut (was man ja nicht immer will, aus guten Gründen), fällt einem manchmal auf, dass einen das Dumme, Gierige, Hinterhältige besonders animiert, ja geradezu fröhlich stimmt, motivationstechnisch gesprochen. Hässliche Geschichten erzählt man gern, friedvolle dagegen nie. Gemeine Geschichten locken hundert Kommentare hervor, liebe Geschichten keinen einzigen. Mehr 06.02.2009, 23:01 Uhr von Paul Ingendaay 3 0 0

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Geboren 1961 in Köln. Studium der Amerikanistik, Anglistik, Hispanistik und Germanistik in Köln, Dublin (Trinity College) und München. Seit 1989 Essays und Rezensionen für die F.A.Z., daneben Lehraufträge an der Universität München. Promotion. Von 1992 bis 1998 Redakteur im Literaturblatt. 1993 erschien die literaturwissenschaftliche Studie „Die Romane von William Gaddis“. Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik 1997. Seit 1998 Feuilletonkorrespondent für Spanien und Portugal mit Sitz in Madrid. Als Buchherausgeber: Javier Marías, „Alle unsere frühen Schlachten“ (Fußballstücke, 2000). Seit 2002, zusammen mit Anna von Planta, Herausgeber der 34-bändigen Werkausgabe von Patricia Highsmith im Diogenes Verlag. Im Jahr 2002 erschien die „Gebrauchsanweisung für Spanien“ (Piper Verlag), die inzwischen in zehnter Auflage vorliegt, 2006 beim Verlag SchirmerGraf der Roman „Warum du mich verlassen hast“, für den der Autor den aspekte-Literaturpreis des ZDF sowie den Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld erhielt. 2011 erschien der Roman „Die romantischen Jahre“ (Piper Verlag).