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Blog: Sanchos Esel
Sanchos Esel

Spät essen, laut reden, wenig schlafen, kein Fahrrad haben, die Mülltrennung vergessen, dem berühmtesten Fußballverein der Welt zugucken, bei Rot über die Ampel fahren: Madrid liegt zwar in Europa, erstaunt das deutsche Gemüt aber immer noch. Paul Ingendaay beschreibt spanische Zustände am Morgen danach.

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Monatliches Archiv: Juni 2009

Darf ich Ihnen zum Monatsbeginn ein paar erbauliche Sätze vor die Füße werfen?

Vor einigen Monaten dachte ich noch, dies hier werde ein richtiger literarischer Blog. Ich wollte jeden Eintrag mit Zitaten aus dem Don Quijote durchsetzen, subtile philologische Fährten auslegen und mit leichten Schuhen durch die spanische Dichtung des Goldenen Zeitalters marschieren. So ungefähr. Doch dann kam die Wirklichkeit dazwischen. Mehr 30.06.2009, 21:56 Uhr von Paul Ingendaay 30 0 0

Der Gastgeber des Moncloa-Palasts oder Kann man lächelnd die Wahrheit sagen?

Heute morgen - Samstag - habe ich sehr lange El País gelesen. Abonnenten bekommen schon am Vortag das Sonntagsmagazin El País Semanal beigelegt, so dass wir gleich mit einem Wissensvorsprung ins Wochenende starten. Wir Abonnenten von El País. Wir Leser und Leserinnen der größten Tageszeitung Spaniens. Wir Anhänger der demokratischen Kultur. Und bevor Sie beim sonntäglichen Frühstück sitzen und El País Semanal durchblättern (sollte das zu Ihren Gewohnheiten gehören), sagt Ihnen Sanchos Esel, was Sie darin erwartet. Mehr 28.06.2009, 01:50 Uhr von Paul Ingendaay 43 0 0

Eine spanisch-deutsche Kulturgeschichte der Missverständnisse (3)

Eigentlich wollte ich mich schon längst wieder gemeldet haben, aber ich war viel unterwegs, und wenn ich nicht unterwegs war, war es in Madrid sehr heiß. Diejenigen aus unserer Runde, die in Deutschland wohnen, finden das bestimmt keine lustige Bemerkung, denn in Deutschland ist es gerade ziemlich kühl. Aber da ich auch in Deutschland war, zwischendurch, darf ich sagen, dass diese Kühle dem Denken sehr förderlich ist. Mehr 22.06.2009, 21:45 Uhr von Paul Ingendaay 15 0 0

Eine spanisch-deutsche Kulturgeschichte der Missverständnisse (2)

Ich wollte unbedingt noch die Sache mit dem Kölner Dom erzählen. Also. Vor ein paar Jahren kündigte mir ein spanischer Bekannter an, er fahre zum erstenmal in seinem Leben nach Köln und freue sich sehr darauf. Besonders der Kölner Dom, der interessiere ihn. Er habe viel von ihm gehört. Auch, dass er sehr schön sei. Ich nickte dazu. Der Kölner Dom ist sehr schön. Ich kann es nicht anders sagen. Mehr 15.06.2009, 10:03 Uhr von Paul Ingendaay 25 0 0

Eine spanisch-deutsche Kulturgeschichte der Missverständnisse (1)

Kürzlich hatte ich die Ehre und das Vergnügen, vor der Spanischen Handelskammer in Deutschland zu sprechen. Der Ort war der Plenarsaal der IHK in Frankfurt am Main. Die Spanische Handelskammer in Deutschland feiert in diesen Tagen ihr achtzigjähriges Bestehen, und allein schon die Vorstellung, dass Spanien bei der Gründung dieser Institution vom Diktator Miguel Primo de Rivera regiert wurde, dass der Tod Stresemanns unmittelbar bevorstand und die Weimarer Republik schon fast auf dem Bauch lag, macht einem bewusst, wie viel Zeit achtzig Jahre sind. Mehr 10.06.2009, 21:39 Uhr von Paul Ingendaay 45 0 0

Wie Sanchos Esel einmal über sich selbst nachdachte

Es ist höchste Zeit, dass wir einmal von ernsthaften Dingen sprechen, bevor der Sommer kommt und uns das Hirn zerfließen lässt. Es ist überhaupt höchste Zeit, wieder von etwas zu sprechen! Mehr 04.06.2009, 14:40 Uhr von Paul Ingendaay 11 0 0

Geboren 1961 in Köln. Studium der Amerikanistik, Anglistik, Hispanistik und Germanistik in Köln, Dublin (Trinity College) und München. Seit 1989 Essays und Rezensionen für die F.A.Z., daneben Lehraufträge an der Universität München. Promotion. Von 1992 bis 1998 Redakteur im Literaturblatt. 1993 erschien die literaturwissenschaftliche Studie „Die Romane von William Gaddis“. Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik 1997. Seit 1998 Feuilletonkorrespondent für Spanien und Portugal mit Sitz in Madrid. Als Buchherausgeber: Javier Marías, „Alle unsere frühen Schlachten“ (Fußballstücke, 2000). Seit 2002, zusammen mit Anna von Planta, Herausgeber der 34-bändigen Werkausgabe von Patricia Highsmith im Diogenes Verlag. Im Jahr 2002 erschien die „Gebrauchsanweisung für Spanien“ (Piper Verlag), die inzwischen in zehnter Auflage vorliegt, 2006 beim Verlag SchirmerGraf der Roman „Warum du mich verlassen hast“, für den der Autor den aspekte-Literaturpreis des ZDF sowie den Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld erhielt. 2011 erschien der Roman „Die romantischen Jahre“ (Piper Verlag).