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Blog: Sanchos Esel
Sanchos Esel

Spät essen, laut reden, wenig schlafen, kein Fahrrad haben, die Mülltrennung vergessen, dem berühmtesten Fußballverein der Welt zugucken, bei Rot über die Ampel fahren: Madrid liegt zwar in Europa, erstaunt das deutsche Gemüt aber immer noch. Paul Ingendaay beschreibt spanische Zustände am Morgen danach.

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Monatliches Archiv: Juli 2009

Die halbe Toilette oder: Sanchos Esel geht jetzt auf die Sommerweide

Gestern abend, beim nächtlichen Gang durch unser Viertel, machte ich eine lustige Entdeckung. Da stand eine Toilette auf dem Gehsteig. Vorher hatte dort nie eine Toilette gestanden. Ich betrachtete das Objekt aus der Nähe und stellte fest, dass die Menschen aufgehört hatten, diese Toilette zu benutzen. Sie war, sagen wir, ausgemustert worden. Mehr 17.07.2009, 17:57 Uhr von Paul Ingendaay 12 0 0

Der Himmel zwischen den Hörnern

Als mir noch einmal die Zeitung vom letzten Freitag in die Hände fiel, sah ich wieder das Foto: Der Enkel von Ernest Hemingway posiert fünfzig Jahre nach dem letzten Besuch seines Großvaters in Pamplona vor der steinernen Dichterbüste, um deren Hals ein rotes Halstuch liegt. Daneben steht ein Mann, der den Hemingway-Ähnlichkeitswettbewerb gewonnen hat. Hübsch. Ein nostalgisches Blatt aus dem Leben des Mannes, den sie „Papa" nannten. Mehr 14.07.2009, 21:19 Uhr von Paul Ingendaay 48 0 0

Tod am Morgen oder: Das Selbstbild einer streitlustigen Gesellschaft

Heute habe ich mich in die Internetausgaben spanischer Zeitungen versenkt, besonders in die minütlich anschwellende Rubrik der Leserkommentare. Ich wollte wissen, was die Menschen über den Tod des siebenundzwanzigjährigen Daniel Jimeno Romero aus Alcalá de Henares denken. Jimeno Romero wurde heute morgen beim Stierlauf der "Sanfermines" von Pamplona tödlich verletzt. Mehr 10.07.2009, 19:49 Uhr von Paul Ingendaay 25 0 0

Hundert Jahre Juan Carlos Onetti oder: Vielleicht sind wir faule Leser geworden

In seinem Buch "Confesiones de un lector" (Bekenntnisse eines Lesers) schildert Juan Carlos Onetti, wie er in der legendären Zeitschrift Sur zum erstenmal in seinem Leben eine Erzählung von William Faulkner las. Mario Vargas Llosa gibt für dieses Erlebnis das Jahr 1953 an; Onettis kleiner Essay verschweigt das Datum. Mehr 06.07.2009, 13:21 Uhr von Paul Ingendaay 21 0 0

Die Bücher unseres Lebens (1) : Geschichte eines Menschenexperiments

Der Sommer kommt. Stellen wir uns eine Aufgabe. Sie besteht darin, uns mit Büchern zu versorgen, mit denen wir uns weder langweilen noch ärgern. Mehr 02.07.2009, 16:20 Uhr von Paul Ingendaay 12 0 0

Geboren 1961 in Köln. Studium der Amerikanistik, Anglistik, Hispanistik und Germanistik in Köln, Dublin (Trinity College) und München. Seit 1989 Essays und Rezensionen für die F.A.Z., daneben Lehraufträge an der Universität München. Promotion. Von 1992 bis 1998 Redakteur im Literaturblatt. 1993 erschien die literaturwissenschaftliche Studie „Die Romane von William Gaddis“. Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik 1997. Seit 1998 Feuilletonkorrespondent für Spanien und Portugal mit Sitz in Madrid. Als Buchherausgeber: Javier Marías, „Alle unsere frühen Schlachten“ (Fußballstücke, 2000). Seit 2002, zusammen mit Anna von Planta, Herausgeber der 34-bändigen Werkausgabe von Patricia Highsmith im Diogenes Verlag. Im Jahr 2002 erschien die „Gebrauchsanweisung für Spanien“ (Piper Verlag), die inzwischen in zehnter Auflage vorliegt, 2006 beim Verlag SchirmerGraf der Roman „Warum du mich verlassen hast“, für den der Autor den aspekte-Literaturpreis des ZDF sowie den Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld erhielt. 2011 erschien der Roman „Die romantischen Jahre“ (Piper Verlag).