Home
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Blog: Sanchos Esel
Sanchos Esel

Spät essen, laut reden, wenig schlafen, kein Fahrrad haben, die Mülltrennung vergessen, dem berühmtesten Fußballverein der Welt zugucken, bei Rot über die Ampel fahren: Madrid liegt zwar in Europa, erstaunt das deutsche Gemüt aber immer noch. Paul Ingendaay beschreibt spanische Zustände am Morgen danach.

Von

Monatliches Archiv: November 2009

Wie es aussieht, wenn acht Zigeunerinnen Lorca spielen

Es war brechend voll. Freie Platzwahl. Die vergangene Woche hindurch spielten in Sevilla acht Zigeunerinnen García Lorca. Was ich dazu sagen möchte, stand auch in der Zeitung. Aber für die Bilder war kein Platz. Hier kommen ein paar. Einige gute. Und dann, wie gewohnt, meine unübertroffen schlechten Telefonfotos aus dem Barbereich. Mehr 30.11.2009, 19:04 Uhr von Paul Ingendaay 46 0 0

Unverlangt erhaltene Elektropost (1): Von Trocken- und Nasskontakten

Bei AFP stolperte ich über folgende interessante Meldung: „Im Kampf gegen die Schweinegrippe hat sich ein Zoo in Sibirien eine ganz besondere Maßnahme einfallen lassen: Die Affen im Tierpark von Krasnojarsk bekommen täglich einen Schluck Rotwein. Auch Affen könnten wegen ihrer Verwandschaft zum Menschen die Schweinegrippe bekommen, sagte ein Tierarzt des Zoos der Zeitung Komsomolskaja Prawda. ‚Fünfzig Gramm Wein sind alles, was sie zum Schutz brauchen.' Laut dem Zeitungsbericht trinken die Affen den Wein gern und schnalzen dabei sogar mit der Zunge. ‚Die Tierärzte passen genau auf, dass die tägliche Ration nicht überschritten wird. Die Affen versuchen nämlich, die ganze Flasche auszutrinken.'" Mehr 24.11.2009, 13:20 Uhr von Paul Ingendaay 86 0 0

Holz und Hund

Seit es etwas kühler geworden ist und der Wind über die Heidelandschaft außerhalb des Pardo fegt, ist die Holzbeschaffung für das tägliche Kaminfeuer ein Thema. Aber vielleicht ist das gar nicht der wahre Grund, warum ich jetzt über Holz schreiben will; vielleicht sind es die Pilze, über die hier so ausgiebig gesprochen wurde, die mich an die Landschaft im Nordwesten Madrids denken lassen. Mehr 17.11.2009, 02:04 Uhr von Paul Ingendaay 86 0 0

Holz und Hund

Seit es etwas kühler geworden ist und der Wind über den Heidelandschaft außerhalb des Pardo fegt, ist die Holzbeschaffung für das tägliche Kaminfeuer ein Thema. Aber vielleicht ist das gar nicht der wahre Grund, warum ich jetzt über Holz schreiben … Mehr Uhr von Paul Ingendaay 0 0 0

Die sonderbare Geschichte vom eitlen Einbrecher

Gestern morgen hörte ich im Radio eine Geschichte, deren Ende ich zu gern erfahren hätte. Ein dreiundzwanzigjähriger Mann, der wegen Einbruchs gesucht wurde, war nicht zufrieden mit dem Foto, das die Zeitungen von ihm druckten. Er fand, er sei darauf nicht gut getroffen. Also schickte er der Zeitung ein besseres, aktuelles mit der Bitte, künftig nur noch dieses zu verwenden. Mehr 10.11.2009, 18:41 Uhr von Paul Ingendaay 121 0 0

Abschied von einem freien Menschen: Erinnerungen an Francisco Ayala

Mit siebenundneunzig Jahren veröffentlichte er sein erstes Buch auf deutsch, Erzählungen unter dem Titel Der Kopf des Lammes. Mit hundert Jahren ließ er dem späten Debüt ein zweites deutsches Buch folgen, den fast fünfzig Jahre zuvor geschriebenen Roman Wie Hunde sterben. Jetzt ist der spanische Schriftsteller Francisco Ayala im Alter von hundertdrei Jahren gestorben. Ein guter Grund für Sanchos Esel, sich zu verbeugen und noch einmal an diesen wunderbaren Mann zu erinnern. Mehr 03.11.2009, 22:22 Uhr von Paul Ingendaay 38 0 0

Geboren 1961 in Köln. Studium der Amerikanistik, Anglistik, Hispanistik und Germanistik in Köln, Dublin (Trinity College) und München. Seit 1989 Essays und Rezensionen für die F.A.Z., daneben Lehraufträge an der Universität München. Promotion. Von 1992 bis 1998 Redakteur im Literaturblatt. 1993 erschien die literaturwissenschaftliche Studie „Die Romane von William Gaddis“. Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik 1997. Seit 1998 Feuilletonkorrespondent für Spanien und Portugal mit Sitz in Madrid. Als Buchherausgeber: Javier Marías, „Alle unsere frühen Schlachten“ (Fußballstücke, 2000). Seit 2002, zusammen mit Anna von Planta, Herausgeber der 34-bändigen Werkausgabe von Patricia Highsmith im Diogenes Verlag. Im Jahr 2002 erschien die „Gebrauchsanweisung für Spanien“ (Piper Verlag), die inzwischen in zehnter Auflage vorliegt, 2006 beim Verlag SchirmerGraf der Roman „Warum du mich verlassen hast“, für den der Autor den aspekte-Literaturpreis des ZDF sowie den Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld erhielt. 2011 erschien der Roman „Die romantischen Jahre“ (Piper Verlag).