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Blog: Sanchos Esel
Sanchos Esel

Spät essen, laut reden, wenig schlafen, kein Fahrrad haben, die Mülltrennung vergessen, dem berühmtesten Fußballverein der Welt zugucken, bei Rot über die Ampel fahren: Madrid liegt zwar in Europa, erstaunt das deutsche Gemüt aber immer noch. Paul Ingendaay beschreibt spanische Zustände am Morgen danach.

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Monatliches Archiv: Mai 2010

Zweite Postkarte aus der Sahara: Von sich selbst erzählen

Es ist immer schön, wenn sich ein ganzes Volk einmütig über etwas freut. So war es, als die Deutschen vor vier Jahren keinen besonders schönen, dafür aber einen „frischen" Fußball spielten und viele Leute Fernseher in den Hof stellten und Fahnen an ihre Autos steckten. Und so scheint es auch jetzt zu sein, da ein neunzehnjähriges Mädchen den europäischen Schlagerwettbewerb gewonnen hat. Es tut gut, so etwas zu sehen. Wir haben ja nicht so viel, worüber wir uns freuen können. Gemeinsam, meine ich. Mehr 31.05.2010, 00:30 Uhr von Paul Ingendaay 34 0 0

Zwischenspiel: Ratlosigkeit bei Real Madrid – und Ärger bei mir

Einige kurze Überlegungen zwischendurch, um die spanische Liga gedanklich abzuschließen. Die Glückwünsche an den FC Barcelona wurden ja schon verteilt. Der Cava ist getrunken, die Flasche entsorgt. Es gibt wohl niemanden, der die Verdienste von Pep Guadiola und seiner Mannschaft nicht anerkennen würde. Noch nie hat ein Team der Primera División in einer Saison 99 Punkte geholt. Natürlich können sich auch die 96 Punkte von Real Madrid sehen lassen, aber dazu gleich. Mehr 18.05.2010, 12:58 Uhr von Paul Ingendaay 47 0 0

Erste Postkarte aus der Sahara: Ein Volk, das für niemanden zählt

Wie halten wir es mit der Armut? Der Armut der anderen? Das waren so Gedanken, die ich mir machte, bevor wir mit einer guten Zweihundertschaft in die Sahara aufbrachen, zum Internationalen Sahara-Filmfestival. Auf die Filme kam es mir dabei am wenigsten an, aber das ist wohl verzeihlich. Es ist der Schauplatz, der hier zählt, das Hinfahren, Dasein und Zurückkehren. Mehr 14.05.2010, 09:22 Uhr von Paul Ingendaay 26 0 0

Geboren 1961 in Köln. Studium der Amerikanistik, Anglistik, Hispanistik und Germanistik in Köln, Dublin (Trinity College) und München. Seit 1989 Essays und Rezensionen für die F.A.Z., daneben Lehraufträge an der Universität München. Promotion. Von 1992 bis 1998 Redakteur im Literaturblatt. 1993 erschien die literaturwissenschaftliche Studie „Die Romane von William Gaddis“. Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik 1997. Seit 1998 Feuilletonkorrespondent für Spanien und Portugal mit Sitz in Madrid. Als Buchherausgeber: Javier Marías, „Alle unsere frühen Schlachten“ (Fußballstücke, 2000). Seit 2002, zusammen mit Anna von Planta, Herausgeber der 34-bändigen Werkausgabe von Patricia Highsmith im Diogenes Verlag. Im Jahr 2002 erschien die „Gebrauchsanweisung für Spanien“ (Piper Verlag), die inzwischen in zehnter Auflage vorliegt, 2006 beim Verlag SchirmerGraf der Roman „Warum du mich verlassen hast“, für den der Autor den aspekte-Literaturpreis des ZDF sowie den Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld erhielt. 2011 erschien der Roman „Die romantischen Jahre“ (Piper Verlag).