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	<title>Sanchos Esel</title>
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	<description>Spät essen, laut reden, wenig schlafen, kein Fahrrad haben, die Mülltrennung vergessen, dem berühmtesten Fußballverein der Welt zugucken, bei Rot über die Ampel fahren: Madrid liegt zwar in Europa, erstaunt das deutsche Gemüt aber immer noch. Paul Ingendaay beschreibt spanische Zustände am Morgen danach. </description>
	<lastBuildDate>Tue, 07 Aug 2012 12:20:00 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
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		<title>Kaf&#233; Kafka</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Aug 2012 12:20:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Paul Ingendaay</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kafé Kafka]]></category>
		<category><![CDATA[Norwegen]]></category>
		<category><![CDATA[Spanien]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Mit drei kurzen Flügen kam ich an diesen mir unbekannten Ort im Norden Europas. Ich wusste noch nicht einmal, wie man den Namen ausspricht. Bei der Ankunft war es etwa 25 Grad kälter als in Madrid.  <a href="http://blogs.faz.net/sancho/2012/08/07/kafe-kafka-645/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/sancho/author/madrid/">Paul Ingendaay</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/sancho">Sanchos Esel</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Mit drei kurzen Flügen kam ich an diesen mir unbekannten Ort im Norden Europas. Ich wusste noch nicht einmal, wie man den Namen ausspricht. Bei der Ankunft war es etwa 25 Grad kälter als in Madrid. Der erste Spaziergang am späten Nachmittag führte mich zum Hafen. Alles sah so anders aus! Es waren nicht viele Menschen unterwegs. Das mag daran liegen, dachte ich, dass dieses Land nicht viele Einwohner hat. Sie verteilen sich auf eine ziemlich große Fläche, und für kleine Städte wie diese hier, deren Namen ich immer noch nicht richtig aussprechen konnte, bleiben nicht so viele übrig. </p>
<p>Da sah ich in der Mitte des Häuserblocks einer zum Hafen abfallenden Straße ein Caf&eacute;. Ich hatte die Wahl: entweder dieses Caf&eacute; oder der Laden gleich gegenüber, der sich &bdquo;Piccadilly Pub&#8221; nannte. Aber natürlich musste ich in das Caf&eacute;. Draußen hing ein Schild:</p>
<p> <img alt="Bild zu: Kaf&#233; Kafka" title="K-Kafka-Schild"  src="/sancho/files/2012/08/K-Kafka-Schild.jpg" /></p>
<p>Später sah ich, dass meine Kamera nur milchige Bilder produzierte, als wollte sie die Düsternis des Ortes, an den ich geraten war, aufhellen. Aber es wird nur der Weißabgleich gewesen sein. Ich setzte mich und sah mich um. Drüben an einem anderen Tisch las eine Frau in ihrem Telefon. Sie wirkte konzentriert und bildete eine hübsche Einheit mit dem Gemälde, das über ihr hing. Das Bild hätte von Kafkas Großneffen stammen können. Ich war drauf und dran, die Frau zu fragen, ob sie gerade Kafkas Erzählungen lese. Vielleicht war sie eine bestellte Leserin, die zur Ausstattung gehörte. Aber dann fragte ich doch nicht. Die wichtigen Fragen im Leben stellt man nie.&nbsp;</p>
<p> <img alt="Bild zu: Kaf&#233; Kafka" title="K-Kafka-die-Lesende"  src="/sancho/files/2012/08/K-Kafka-die-Lesende.jpg" /></p>
<p>Ich schaute auf die Speisekarte. Nicht alle Wörter waren entzifferbar, aber doch einige. Vor allem fiel mir auf, dass Kafka auch hier seine Spuren hinterlassen hatte. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Kaf&#233; Kafka" title="K-Kafka-Speisekarte"  src="/sancho/files/2012/08/K-Kafka-Speisekarte.jpg" /></p>
<p>Gern hätte ich den Koch gefragt, ob es spezielle Zubereitungsmethoden gab, die dem Namensgeber der Speisen angemessen waren. Da ich es draußen düster genug fand, zog ich es vor, die Kafka-Spezialitäten nicht zu probieren.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Kaf&#233; Kafka" title="K-Kafka-Burger"  src="/sancho/files/2012/08/K-Kafka-Burger.jpg" /></p>
<p>Ich musste an Nikolaus Heidelbach denken und sein schönes Kafka-Buch. Mir schien, ich hörte seine Stimme mir zurufen: &bdquo;Wenn die Leute nur wüssten, wie <i>komisch</i> Kafka ist! Man lacht sich kaputt!&#8221; Ja, das dachte ich in diesem Augenblick auch. Kafka ist saukomisch. Käme er jetzt in dieses Caf&eacute;, würde er sich aufs Sofa werfen und aus dem Lachen nicht mehr herauskommen. </p>
<p>Die Bedienung kam und fragte, was ich wolle. Ich bestellte Bier und Salat. Die Bedienung war blond und lächelte. Sie bot einen Kontrast zu der morbiden Einrichtung des Caf&eacute;s, und ich dachte: Diese Norweger spielen nur. Das ist ihre Form von Humor. Er kann sicherlich sehr lustig sein, der Norweger. Warum hat mich niemand darauf vorbereitet? O. Bevor ich es vergesse. Unten sehen Sie, wie die Leute in dieser Gegend leben. Zumindest einige von ihnen.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Kaf&#233; Kafka" title="Kafe-Kafka-Am-Wasser"  src="/sancho/files/2012/08/Kafe-Kafka-Am-Wasser.jpg" /></p>
<p>Später erzählte ich jemandem, dass mein erster Gang in Bod&oslash; mich in das Kaf&eacute; Kafka geführt habe, und er sagte: &bdquo;Wirklich? Da war ich noch nie drin! War das Essen in Ordnung?&#8221; </p>
<p>Ja, das Essen war in Ordnung. Während ich aß, sammelten sich draußen vor dem Fenster des Kaf&eacute; Kafka die Dorfhärtesten von Bod&oslash;. Der Wind konnte ihnen nichts anhaben. Manche trotzten der Kälte mit schwarzen T-Shirts, ich sah lange Haare, Tattoos, Piercings, Rockerjacken und selbstgedrehte Zigaretten. Toll, dachte ich. Das sind Kafkas Adepten. Dafür musste ich nach Bod&oslash; kommen. </p>
<p>Drei Tage später begegnete ich einer Möwe, die über etwas nachzudenken schien. Ich setze das jetzt hierher, damit Sie verstehen, warum ich diese Möwe zeigen will. Ich rief: &bdquo;Möwe!&#8221; Aber sie beachtete mich nicht.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Kaf&#233; Kafka" title="Kafe-Kafka-Die-m_F600_we"  src="/sancho/files/2012/08/Kafe-Kafka-Die-m_F600_we.jpg" /></p>
<p>Im Kaf&eacute; Kafka spielten sie jetzt T-Rex, was an sich schon erstaunlich genug gewesen wäre. Ich kenne niemanden, der eine Platte von T-Rex hat. Unsere Kinder kennen noch nicht einmal den Namen. Aber dort, im Kaf&eacute; Kafka, spielten sie mehrere Songs von T-Rex hintereinander, und das habe ich seit den siebziger Jahren nirgendwo auf der Welt mehr erlebt. Das ist Bod&oslash;, dachte ich. Das ist Norwegen. Das ist unser großes, reiches, unfassbares Europa.</p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; [ Fotos : Sanchos Esel ]</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/sancho/author/madrid/">Paul Ingendaay</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/sancho">Sanchos Esel</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>I decided to contact you</title>
		<link>http://blogs.faz.net/sancho/2012/06/29/i-decided-to-contact-you-641/</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/sancho/2012/06/29/i-decided-to-contact-you-641/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2012 14:40:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Paul Ingendaay</dc:creator>
				<category><![CDATA[Balotelli]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Iniesta]]></category>
		<category><![CDATA[Spanien]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Es ist nicht wahr, dass ich nur an Fußball denke. Ich denke vor allem daran, dass ich kaum noch Zeit zum Bloggen habe, weil ich zuviel arbeite, und wenn ich nicht arbeite, gucke ich Fußball.  <a href="http://blogs.faz.net/sancho/2012/06/29/i-decided-to-contact-you-641/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/sancho/author/madrid/">Paul Ingendaay</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/sancho">Sanchos Esel</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist nicht wahr, dass ich nur an Fußball denke. Ich denke vor allem daran, dass ich kaum noch Zeit zum Bloggen habe, weil ich zuviel arbeite, und wenn ich nicht arbeite, gucke ich Fußball. Ansonsten: Überall spanische Krise, Finanzlöcher, Schuldenproblematik, wichtige Themen hier oder dort, die sich mir aufdrängen mit kleinen spitzen Schreien: &bdquo;Hier, bitte, schreib mich!&#8221; &bdquo;Nein, <i>mich</i>!&#8221; &bdquo;Nein, <i>mich</i>!&#8221;</p>
<p> Und ich halte mir die Ohren zu und weiß gar nicht, wo ich anfangen oder weitermachen soll. Außerdem war es zu heiß. Vor drei Tagen saß ich mit geschätzten Kollegen gegen Mitternacht in Chamart&iacute;n, als ich sah, wie das Thermometer von 35 auf 34 Grad fiel. Das war ein erhebender Augenblick.</p>
<p> <img alt="Bild zu: I decided to contact you" title="Schruns-Xabi-Alonso"  src="/sancho/files/2012/06/Schruns-Xabi-Alonso.jpg" /></p>
<p> Aber Sie wollen wissen, was Sanchos Esel so treibt, was er sammelt oder übersieht, vielleicht sogar, was er nahezu unbetrachtet und unbedacht vorüberziehen lässt? Zum Beispiel diese E-Mail von vorgestern. Der Absender heißt Lina Busoni. Und die Mail, in deren Rechtschreibung ich nicht eingegriffen habe, geht wie folgt: </p>
<p> &#8220;Hello Dear</p>
<p> My name is Lina Micheal (female), i saw your mail today and i decided to contact you. I would like to be your good friend. I will like to know more about you, learn a lot from you. When i receive your yes answer, i will send you my picture for you to see me and tell you more about myself. </p>
<p> yours new friend, <br /> Lina&#8221;</p>
<p> Ich weiß nicht, was mit mir los ist, aber ich fand die Botschaft irgendwie rührend. Nein, ich habe sie nicht geöffnet! Nur in diesem Sichtfeld rechts kopiert. Um sie Ihnen zu zeigen. Weil ich den Verdacht habe, dass Sie Spam-Mails normalerweise löschen, ohne sie zu beachten, wie wir alle es gelernt haben. Doch manchmal, so finde ich, blitzen menschliche Werte darin auf, die nicht verloren gehen sollten. Deshalb habe ich mir gesagt: Heute reiche ich mal eine Spam-Botschaft weiter, um Ihnen den Tag zu verschönern.</p>
<p> Dieser Mario Balotelli gestern, das wollte ich zum Fußball noch anmerken. Wer sich so das Trikot auszieht, um mit nacktem, muskelschwellendem Oberkörper schon fürs Pressefoto zu posieren, während seine Kameraden noch auf dem Platz stehen, und wer außerdem eine Gelbe Karte dafür in Kauf nimmt, den würde ich als Trainer sofort vom Platz holen. Als Sanktion. Weil er die Mannschaft schädigt. Zwei- oder dreimal jemanden ausgewechselt, und der Unfug kommt nie wieder vor. Ausnahme: Iniesta vor zwei Jahren nach seinem Siegtor gegen die Niederlande. Denn erstens wollte er sein Tor vor der ganzen Welt seinem toten Freund Dani Jarque widmen; zweitens blieben in der Verlängerung nur noch wenige Minuten zu spielen; und drittens hat Iniesta nicht mit nacktem Oberkörper posiert, sondern noch ein T-Shirt angehabt.</p>
<p> <img alt="Bild zu: I decided to contact you" title="Schruns-Fu_DF00_ballplatz"  src="/sancho/files/2012/06/Schruns-Fu_DF00_ballplatz.jpg" /></p>
<p> Die großen Momente der EM: Silvas Tor gegen Irland; natürlich Pirlos Elfmeter; Xabi Alonsos Kopfballtor gegen Frankreich; dann Sergio Ramos&#8217; Elfmeter gegen Portugal; Balotellis zweites Tor gegen Deutschland (ohne Trikotausziehen); allgemein die Abwehrstärke der Spanier, die nicht genug gewürdigt wird. An den Deutschen gefiel mir das bescheidene Auftreten. Gelegentlich blitzte bei ihnen so etwas wie Spielkunst auf. Die Gomez-Tore waren wunderbar, aber sie sind schon wieder so lange her, dass man sich am Kopf kratzt, wenn man an sie denkt. Und gegen Italien hätte Klose spielen sollen. Podolski wiederum hätte so wenig auflaufen sollen wie Gomez. Aber mit dieser Meinung bin ich wohl nicht allein, und nachher ist man immer schlauer. </p>
<p>Wahrscheinlich habe ich viele wichtige Augenblicke vergessen. Nicht so schlimm. Fußball erneuert sich. Nur wir erneuern uns nicht. </p>
<p>Gerade ist wieder eine E-Mail gekommen, ich gebe Sie Ihnen frisch weiter:</p>
<p>&#8220;My name is Violetta Scola and I&#8217;m working at Euromonitor International. I would be happy to provide you with statistic data, insights and comments by our experts, in support of your article. I thought you might be interested in receiving more insights regarding a breaking news about Grupo Modelo. In a $20.1 billion cash deal announced this morning, Anheuser-Busch InBev will take full control of Mexico-based Grupo Modelo, which makes Corona Extra.&#8221;</p>
<p> Solche Nachrichten laufen hier am späten Nachmittag so ein, in diesem Englisch und bei 34 Grad. Ich werde Violetta nicht antworten. Aber es könnte sein, dass ich mir demnächst ein Bierchen aufknacke. Kein Modelo, etwas anderes.</p>
<p> Da fällt mir ein, dass ich heute mittag mit Javier Mar&iacute;as gesprochen habe. Ich habe ihn gefragt, was er für das Finale tippt. Er sagte: 52% für Spanien, 48% für Italien. Das fand ich interessant, aber die einzig korrekte Form, den Tip in ein Torergebnis zu übersetzen, wäre 52:48. Als mir das einfiel, hatten wir leider schon aufgelegt. Hier also mein Tip: 2:0 für Spanien. Keine Angst vor Balotelli, sage ich. Respekt vor Pirlo, aber früher stören, als das die Deutschen getan haben.</p>
<p> <img alt="Bild zu: I decided to contact you" title="Del-Bosque-und-Toni-Grande--II"  src="/sancho/files/2012/06/Del-Bosque-und-Toni-Grande--II.jpg" /></p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; [ Fotos : Sanchos Esel ]</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/sancho/author/madrid/">Paul Ingendaay</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/sancho">Sanchos Esel</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Stolz der Demütigen</title>
		<link>http://blogs.faz.net/sancho/2012/06/14/stolz-der-demuetigen-634/</link>
		<comments>http://blogs.faz.net/sancho/2012/06/14/stolz-der-demuetigen-634/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 14 Jun 2012 10:25:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Paul Ingendaay</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Spanien]]></category>
		<category><![CDATA[Vicente del Bosque]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Gerade ist mir etwas Interessantes widerfahren.  <a href="http://blogs.faz.net/sancho/2012/06/14/stolz-der-demuetigen-634/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/sancho/author/madrid/">Paul Ingendaay</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/sancho">Sanchos Esel</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade ist mir etwas Interessantes widerfahren. Einer meiner Zeitungsartikel &#8211; <a target="_blank" rel="nofollow" href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/spanien-unter-dem-rettungsschirm-der-stolz-der-demuetigen-11781984.html">über den spanischen &bdquo;Stolz&#8221;</a> &#8211; hat im Internet ausschließlich negative oder abweichende Leserkommentare hervorgerufen. Anders gesagt: Niemand stimmt mir zu. Oder um es zu präzisieren: Jeder findet, man müsse angesichts der sog. spanischen &bdquo;Bankenrettung&#8221; vom vergangenen Wochenende etwas anderes sagen, als ich dort sage. </p>
<p> Ich gestehe, dass ich mir die Leserkommentare unter meinen Artikeln selten anschaue. Das liegt an der fehlenden Zeit. Aber natürlich interessiert mich, was Leserinnen und Leser denken, sofern sie ihre Meinungen mit einem Minimum an Form und Höflichkeit vorbringen. In diesem Fall habe ich viel aus den Reaktionen gelernt. Ich habe zum Beispiel gelernt, dass die Nachteile, die den deutschen Steuerzahlern aus dem Rettungsschirm erwachsen, ein wichtigeres Thema sind als die Befindlichkeit des Volkes, das den Rettungsschirm in Anspruch nimmt. Da mich zu meinem Artikel auch einige Leserbriefe erreicht haben, habe ich eine Antwort entworfen, die auf die Gegenargumente reagiert und meinen eigenen Standpunkt noch einmal darlegt. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Stolz der Demütigen" title="Schruns-Polizei"  src="/sancho/files/2012/06/Schruns-Polizei.jpg" /></p>
<p> &bdquo;Vielen Dank für Ihre Zuschrift. Ich kann die Ungehaltenheit der deutschen Steuerzahler verstehen. Dass die spanischen Eliten versagt haben (und weiterhin versagen, weil sie keine Ursachenforschung betreiben), drücke ich in meinem Artikel unmissverständlich aus. Den Unterschied der Zahlungsmoral zeige ich etwa an dem Vergleich zwischen Florentino P&eacute;rez und Uli Hoeneß. Es ist ein Bild für spanische Selbstüberhebung und Schuldenmacherei und als solches zu betrachten: Es steht für viele andere. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Stolz der Demütigen" title="Schruns-Fans-1"  src="/sancho/files/2012/06/Schruns-Fans-1.jpg" /></p>
<p> Gewiss rechne ich nicht mit besonderer Nachsicht für den Stolz, den ich in meinem Artikel beschreibe. Wer Spanien kennt, weiß allerdings, wovon ich rede. Der entscheidende Punkt wird nämlich oft übersehen: Diese charakterliche Festigkeit ermöglicht den Spaniern, besonders den ärmeren unter ihnen, mit Zähigkeit und ohne Jammern durch die harte der Zeit der Arbeitslosigkeit und zahlreicher wirtschaftlicher Einschnitte zu kommen. Berechtigte soziale Unruhe führt hier nicht zu Tumulten oder Gewalt; sie bringt die Institutionen nicht ins Wanken; und aus materiellem Elend erwachsen keine griechischen Verhältnisse. Da ich das Versagen der spanischen Wirtschaft und Politik schon in vielen Artikeln beschrieben habe, lag mir daran, das Thema diesmal von der Mentalität her zu beleuchten. Auch wenn ich einsehe, dass dies dem deutschen Steuerzahler nicht als zwingendes Thema erscheint, und ich die Kritik an meinem Artikel in Demut annehme, halte ich diese Perspektive nach wie vor für lohnend, eben weil sie normalerweise keine Rolle spielt. Ich finde, es schade einem deutschen Steuerzahler nicht zu erfahren, wie die Krise sich für einen Spanier anfühlt. Denn nicht jeder Spanier trägt an dem Desaster persönliche Schuld. Manchen sind diese Zeiten &bdquo;passiert&#8221;, wie ihnen auch bessere Zeiten &bdquo;passieren&#8221;. Viele haben einfach nur gearbeitet und sich so um die Zukunft gekümmert, wie es ihnen die landestypischen Konventionen nahelegen.&#8221;</p>
<p>Soweit mein Brief. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Stolz der Demütigen" title="Schruns-Spielergruppe"  src="/sancho/files/2012/06/Schruns-Spielergruppe.jpg" /><br /> Inzwischen fallen die Hochrechnungen, wie lange Spanien mit der gegenwärtigen Krise zu kämpfen haben wird, immer großzügiger aus. Zwei, drei, fünf, zehn oder noch mehr Jahre: Alle wissen, dass der Immobilienboom nicht wiederkommt. Aber nicht alle handeln danach. Ebenso wenig wird davon gesprochen, welche negativen Folgeerscheinungen die Einschnitte in Bildung, Sozialpolitik und Kultur haben werden. Inzwischen hat sich der offizielle Krisendiskurs weit vom tatsächlichen Leben, den wirklichen Bedürfnissen der Menschen entfernt. Manchmal glaube ich, die Politiker wüssten nicht mehr, von welchem Land sie sprechen: Das, in dem ich lebe, kommt in ihren Verlautbarungen kaum vor. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Stolz der Demütigen" title="Schruns-Silva"  src="/sancho/files/2012/06/Schruns-Silva.jpg" /></p>
<p> Einer der Leserkommentatoren meines Artikels erwähnte den interessanten Umstand, dass der spanische Nationaltrainer Vicente del Bosque sich von allen Versuchen distanziert hat, den Erfolg oder Misserfolg seiner Mannschaft bei der Europameisterschaft als politisch-gesellschaftliche Aussage zu deuten. Vorsicht vor Analogien!, scheint del Bosque sagen zu wollen. Ähnliches hat er mir auch in dem Gespräch erzählt, das ich mit ihm vor zwei Wochen in Schruns im Vorarlberg geführt habe. &bdquo;Wir sind nur Fußballtrainer und Fußballspieler&#8221;, sagte er, man dürfe diese Rolle nicht überbewerten. Als Sportler könne man nicht viel mehr tun, als die beste Leistung zu bringen und sein Land würdig zu vertreten. <i>Alegr&iacute;a</i>, sagte er noch. Man wolle den Leuten ein bisschen Freude bringen. </p>
<p>Müsste ich einen Spanier wählen, der in diesen Jahren &#8211; genaugenommen: in mageren wie in fetten Jahren! &#8211; als persönliches und gesellschaftliches Vorbild dienen könnte, dann würde ich Vicente del Bosque nennen. Das nur nebenbei.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Stolz der Demütigen" title="Schruns-Del-Bosque-am-Rand"  src="/sancho/files/2012/06/Schruns-Del-Bosque-am-Rand.jpg" /></p>
<p> Von jenem Tag in Schruns zeige ich Ihnen hier ein paar Bilder. In das Stadion des FC Schruns passen zweitausend Zuschauer, und hinten sieht man ein paar Kühe grasen. Während des Trainings flog ein Paraglider dicht über das Spielfeld, um die spanischen Profis bei der Arbeit zu erleben, und ging dann im benachbarten Feld nieder. Die österreichischen Fans waren natürlich begeistert, den spanischen Spielern so nahe zu sein. Ich zeige Ihnen die Fotos, weil es eine hübsche Szene war und mir am spanischen Fußball liegt und ich heute abend gegen Irland auf einen schönen Sieg hoffe. Mit allem Respekt vor den tapferen Iren und dem ewig jungen Giovanni Trapattoni. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Stolz der Demütigen" title="Schruns-Security"  src="/sancho/files/2012/06/Schruns-Security.jpg" /></p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; [ Fotos : Sanchos Esel ]</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/sancho/author/madrid/">Paul Ingendaay</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/sancho">Sanchos Esel</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Vermischte Nachrichten, die hängengeblieben sind</title>
		<link>http://blogs.faz.net/sancho/2012/05/23/vermischte-nachrichten-die-haengengeblieben-sind-628/</link>
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		<pubDate>Wed, 23 May 2012 09:20:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Paul Ingendaay</dc:creator>
				<category><![CDATA[15-M]]></category>
		<category><![CDATA[Sinnfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Spanien]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Lektürenotizen aus der letzten Zeit. Knapp fünfzigtausend Menschen gehen in Madrid auf die Straße, um gegen die Sparmaßnahmen der Rajoy-Regierung zu demonstrieren.  <a href="http://blogs.faz.net/sancho/2012/05/23/vermischte-nachrichten-die-haengengeblieben-sind-628/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/sancho/author/madrid/">Paul Ingendaay</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/sancho">Sanchos Esel</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Lektürenotizen aus der letzten Zeit. Knapp fünfzigtausend Menschen gehen in Madrid auf die Straße, um gegen die Sparmaßnahmen der Rajoy-Regierung zu demonstrieren. Vor acht Tagen, am Jahrestag des 15. Mai, waren es auch ziemlich viele, aber die Schätzungen gehen naturgemäß weit auseinander, je nachdem, wer gerade schätzt. Die regierenden Konservativen werfen der Opposition vor, sich mit dem Protest gemein zu machen und Angst zu schüren. Angst wovor?, frage ich mich. Wovor kann man in Spanien denn noch Angst haben, wo die längst eingetretene Gegenwart schon so gruselig ist, dass es kaum schlimmer geht?</p>
<p> <img alt="Bild zu: Vermischte Nachrichten, die hängengeblieben sind" title="Maske-und-Finger"  src="/sancho/files/2012/05/Maske-und-Finger.jpg" /></p>
<p>&bdquo;Kriminelle&#8221; waren für die Zeitung <i>La Raz&oacute;n</i> sechs der achtzehn festgenommenen <i>indignados</i>, die vorletztes Wochenende die Puerta del Sol nicht räumen wollten. Ich war auch da, aber früher. Und ich war nicht kriminell. Bei meinem Gang nach Mitternacht (die von der Polizei gesetzte Frist war verstrichen, aber kaum einer rührte sich vom Fleck) sah ich kleine Gruppen am Boden, im Schneidersitz, mit Rauchzeug und Getränken in der Mitte. Sah ziemlich gemütlich aus. Allgemeiner Eindruck: Weniger Leute als vor einem Jahr. Hedonistischer als vor einem Jahr. Verschiedener als vor einem Jahr. Gerade jetzt aber fragen mich Leute: Was hat es denn nun mit dem Protest des 15-M auf sich? Und ich sage: Weiß ich doch nicht! Aber dann denke ich: Schön, daß noch jemand weitermacht. Die Jungs und Mädchen könnten ja auch vor dem Fernseher hocken und was glotzen. Aber sie veranstalten Vollversammlungen, die so ziemlich zu den schwierigsten Geduldsübungen unter der Sonne zählen. (<a target="_blank" rel="nofollow" href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/proteste-in-spanien-die-unzufriedenen-erheben-sich-11752558.html">Hier </a>stehen weitere Eindrücke und etwas zu den Plänen bei der eingestellten Zeitung <i>P&uacute;blico.</i>)</p>
<p> <img alt="Bild zu: Vermischte Nachrichten, die hängengeblieben sind" title="Leere-Augen"  src="/sancho/files/2012/05/Leere-Augen.jpg" /></p>
<p> In Katalonien, so las ich vor vierzehn Tagen, formiert sich Widerstand gegen die Mautgebühren auf der Autobahn. Rund 2500 Menschen stiegen in ihre Autos, verweigerten an der Zahlstelle den Obulus und fuhren wieder nach Hause. Eine interessante Überlegung: Was wäre, wenn sich eine große Zahl Menschen auf Verabredung weigert, die monetären Transaktionen, auf denen der Ablauf des alltäglichen Lebens in den großen Städten beruht, mitzumachen? </p>
<p> Am 1. Mai sind die Tariferhöhungen im Madrider Nahverkehrsbereich in Kraft getreten. Der Preis des Zehnertickets stieg von 9,30 &euro; auf 12 &euro;. Vor zwei Jahren waren es noch 6,30 &euro;. Von den Postgebühren will ich gar nicht reden. Die Postgebühren steigen jedes Jahr am 1. Januar. Deswegen standen sie jetzt auch nicht in der Zeitung.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Vermischte Nachrichten, die hängengeblieben sind" title="L_F600_we-mit-Menschenz_E400_hnen"  src="/sancho/files/2012/05/L_F600_we-mit-Menschenz_E400_hnen.jpg" /></p>
<p> I&ntilde;aki Urdangarin, der Schwiegersohn von König Juan Carlos, will offenbar größeren Imageschaden vom spanischen Königshaus abwenden. Deswegen bietet der Ehemann der Infantin Cristina (dem unter anderem Steuerbetrug und die Veruntreuung öffentlicher Gelder in Millionenhöhe zur Last gelegt wird) der Justiz an, sich schuldig er zu bekennen und eine Entschädigung zu zahlen. Zuerst war die Rede von 3,7 Millionen Euro, eine Summe, die sich mit späteren Meldungen deutlich reduzierte. Ich habe den Verdacht, da könnte noch etwas gedreht werden. Derweil weigert sich Urdangarins ehemaliger Kompagnon Diego Torres auszusagen. So kommt man natürlich nicht weiter. </p>
<p> <i>Vanity Fair</i> schickt mir eine E-Mail. Anhang: Das Titelbild der neuen Nummer von <i>Vanity Fair</i>. Darauf ist Corinna zu Sayn-Wittgenstein zu sehen, die mutmaßliche Freundin einer hochgestellten Persönlichkeit, die in letzter Zeit allgemein etwas Pech gehabt hat. Es gibt Kollegen von mir, die finden das ein tolles Thema: <i>Corinna und er</i>. Aber ich will am liebsten davonlaufen. Was ich hiermit tue.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Vermischte Nachrichten, die hängengeblieben sind" title="Geschlossene-Lippen"  src="/sancho/files/2012/05/Geschlossene-Lippen.jpg" /></p>
<p> Interessant: Der Prinz-von-Asturien-Preis für Kommunikation und Geisteswissenschften geht an Shigeru Miyamoto, den Videospielentwickler von Nintendo. Brandfrische Meldung. Miyamoto hat Spiele wie &bdquo;Super Mario&#8221; und &bdquo;The Legend of Zelda&#8221; entworfen. Ich kenne sie nur vom Hörensagen, aber als ich las, dass Miyamoto keine Gewaltspiele entwickelt, fand ich das schon mal gut. Und dass er auch Spiele für Alte erfindet, die ihr Gehirn trainieren sollen. Und Sachen für die ganze Familie. Was mich daran erinnert, dass ich schon länger kein Brettspiel mehr gespielt habe. Die Kinder haben auch nicht mehr danach gefragt. Vielleicht hängen sie vor einem Miyamoto-Spiel, und ich bekomme es nicht mit?</p>
<p> O. Fast vergessen. Eine ältere Nachricht, die mir nicht aus dem Kopf geht. Jennifer L&oacute;pez, Enrique Iglesias und noch jemand, dessen Namen mir nichts sagte, gehen gemeinsam auf Tour. &bdquo;Diese Tournee wird historisch&#8221;, sagte der Sohn des berühmtesten spanischen Schnulzensängers aller Zeiten. &bdquo;So etwas wird möglich durch die uneigennützige Kameradschaft, die man nur erreicht, wenn drei Superstars ihre Kräfte bündeln, um eine Darbietung zu liefern, die man auf keinen Fall verpassen darf.&#8221; Klingt völlig verbogen, hirnrissig, sinnfrei? Finde ich auch. Aber ich habe es getreu übersetzt, wie es in der Zeitung steht. Uneigennützige Kameradschaft, <i>my foot</i>. Und sich selbst als Superstar zu bezeichnen ist auch ziemlich dreist. Aber am schönsten ist die Tautologie, in die am Ende der ganze Satz plumpst.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Vermischte Nachrichten, die hängengeblieben sind" title="Offener-Mund"  src="/sancho/files/2012/05/Offener-Mund.jpg" /></p>
<p>Ich wollte es nur mal zu bedenken geben. Das alles läuft weiter, trotz <i>indignados</i>, Krise, verstaatlichter Bankia, Risikoprämien. Der Reichtum geht weiter. Die Schönheit dauert an. Und Dummheit währet ewig. </p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; [ Fotos : Sanchos Esel ]</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/sancho/author/madrid/">Paul Ingendaay</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/sancho">Sanchos Esel</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Real Madrid Campe&#243;n oder Die Party</title>
		<link>http://blogs.faz.net/sancho/2012/05/04/real-madrid-campe-n-oder-die-party-608/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 07:25:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Paul Ingendaay</dc:creator>
				<category><![CDATA[Iker Casillas]]></category>
		<category><![CDATA[José Mourinho]]></category>
		<category><![CDATA[Madrid]]></category>
		<category><![CDATA[Plaza de Cibeles]]></category>
		<category><![CDATA[Real Madrid]]></category>
		<category><![CDATA[Spanien]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ich habe mir gesagt: Wann werde ich es wieder erleben, dass Real Madrid spanischer Meister wird? Also bin ich bei grauem Himmel zur Plaza de Cibeles gezogen, um den Spielern und den Fans beim Feiern ihres Titels zuzusehen.  <a href="http://blogs.faz.net/sancho/2012/05/04/real-madrid-campe-n-oder-die-party-608/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/sancho/author/madrid/">Paul Ingendaay</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/sancho">Sanchos Esel</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe mir gesagt: Wann werde ich es wieder erleben, dass Real Madrid spanischer Meister wird? Also bin ich bei grauem Himmel zur Plaza de Cibeles gezogen, um den Spielern und den Fans beim Feiern ihres Titels zuzusehen. Ich glaube nicht, dass es der Vorbereitung auf die letzten beiden Ligaspiele guttut, aber nachdem Mourinho uns eingehämmert hat, diese Meisterschaft sei wirklich verdient und wahnsinnig viel Arbeit und eine echte Heldentat gewesen, was er bei den letzten drei Meisterschaften des FC Barcelona naturgemäß <i>nicht </i>angemerkt hat &#8230; Gut, habe ich mir gesagt, ich gehe hin. Sollen sie ausgelassen sein. Es sind junge Männer. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Real Madrid Campe&#243;n oder Die Party" title="Cibeles-mit-viel-Konfetti"  src="/sancho/files/2012/05/Cibeles-mit-viel-Konfetti.jpg" /></p>
<p>Die heutige Zeit zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass alle von allem und jedem Fotos machen. Auch Fotos fotografierender Menschen sind weit verbreitet. Leben, um es zu dokumentieren! Die digitalen Datenmengen, die bei einem Großereignis wie einer öffentlichen Meisterschaftsfeier in der Madrider Innenstadt innerhalb einer einzigen Stunde produziert werden, kann sich kein Mensch mehr vorstellen. Auch Sanchos Esel nicht. Schlimmer, der Esel trägt sogar noch zur Aufblähung der digitalen Datenbestände bei, indem er seinerseits wie ein Wahnsinniger fotografiert. Ohne große Feinheiten, das ist hier ja bekannt, eher im Freistil. Aber ein paar hübsche Eindrücke sind doch dabei zusammengekommen. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Real Madrid Campe&#243;n oder Die Party" title="Kletterer-im-Gegenlicht"  src="/sancho/files/2012/05/Kletterer-im-Gegenlicht.jpg" /></p>
<p>Der Kletterer im Gegenlicht hat etwas Poetisches. Er klammert sich an eine Ampel. Das Lustige war, dass sie in Betrieb war. Die Polizei hatte Wichtigeres zu tun, als den Mann herunterzuholen. Was das gewesen sein könnte, ist mir aber nicht klargeworden. Als ich die C/Alcal&aacute; hinunterging, sah ich, wie junge Männer eine Wanne mit gekühlten Getränken auf den Gehsteig schoben. Sie sahen sich lauernd um, ob niemand guckte. Aber die Polizei hatte Wichtigeres zu tun, als sich um nicht genehmigten Straßenverkauf zu kümmern. Sanchos Esel wiederum genoss den schönen Anblick der dunklen Wanne auf dem nassglänzenden Gehsteig. Wäre ein Dichter zur Hand gewesen, er hätte entweder Özils Steilpässe besungen oder diese Wanne. Ich bin ganz sicher.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Real Madrid Campe&#243;n oder Die Party" title="Gek_FC00_hlte-Getr_E400_nke"  src="/sancho/files/2012/05/Gek_FC00_hlte-Getr_E400_nke.jpg" /></p>
<p>Es blieb der einzige stille, besinnungsvolle Moment. Das wusste ich natürlich nicht, als ich die Straße hinunterging. Weiter unten sah es aber so aus, wie Sie hier sehen können. Es war voll, und die Menschen drängelten sich. Glücklicherweise hat es definitiv aufgehört, dass man in solchen Menschenmengen Stöße und Knüffe abbekommt. Dafür haben die Leute gar keine Arme mehr. Denn die Arme sind in die Höhe gereckt. Die Arme halten Kameras. Schauen Sie mal auf das Foto unten, die Zone vorne links. Ich sage nur: Bildgesellschaft. Wir sind eine Gesellschaft, die auf Bilder versessen ist.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Real Madrid Campe&#243;n oder Die Party" title="Die-Bildw_FC00_tigen"  src="/sancho/files/2012/05/Die-Bildw_FC00_tigen.jpg" /></p>
<p>Als dann die Spieler kamen, hat Sanchos Esel einfach auf den Auslöser gedrückt, was er konnte, gewissermaßen mit grobem Huf. Genau hinschauen konnte man sowieso nicht. Später am Bildschirm sah ich dann, was da alles drauf war. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Real Madrid Campe&#243;n oder Die Party" title="Spielertraube-mit-nachdenklichem-Xabi-Alonso"  src="/sancho/files/2012/05/Spielertraube-mit-nachdenklichem-Xabi-Alonso.jpg" /></p>
<p>Zum Beispiel der nachdenkliche Xabi Alonso in der Bildmitte. Irgendwie sieht er immer so aus, als wäre er erwachsener und erfahrener als andere, als wüsste er vom Leben viel mehr und vor allem anderes als seine Kollegen. Er betrachtet den Rummel vor seinen Augen und denkt sich: Und? Was hat mir das jetzt zu bieten? War das schon alles?</p>
<p> <img alt="Bild zu: Real Madrid Campe&#243;n oder Die Party" title="Marcelo-tanzt"  src="/sancho/files/2012/05/Marcelo-tanzt.jpg" /></p>
<p>Ganz anders als der ausgelassene Marcelo.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Real Madrid Campe&#243;n oder Die Party" title="Pepe-_2B00_-Cristiano-_2B00_-Di-Mar_ED00_a"  src="/sancho/files/2012/05/Pepe-_2B00_-Cristiano-_2B00_-Di-Mar_ED00_a.jpg" /></p>
<p>Oder Di Mar&iacute;a, Pepe und Cristiano Ronaldo (während Mourinho sich gerade über einen Böller erschreckt oder eine Ladung Konfetti).</p>
<p> <img alt="Bild zu: Real Madrid Campe&#243;n oder Die Party" title="Khedira-_2B00_-_D600_zil"  src="/sancho/files/2012/05/Khedira-_2B00_-_D600_zil.jpg" /></p>
<p>Oder Khedira und Özil. Natürlich sollte sich jeder so verhalten, wie er sich fühlt. Übrigens sind im Netz jede Menge Fotos zu sehen, die die Spieler selbst gemacht haben. Sie haben sich ständig gegenseitig fotografiert und die Feierfotos dann auf Facebook oder Twitter gestellt. Das macht Sanchos Esel nicht. Er stellt nichts auf Facebook oder Twitter. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Real Madrid Campe&#243;n oder Die Party" title="Iker-im-Konfettiregen"  src="/sancho/files/2012/05/Iker-im-Konfettiregen.jpg" /></p>
<p>Das sollten Sie auch noch sehen, finde ich. Unseren Kapitän im Konfettischneetreiben. Ich bin stolz auf ihn. Genauso wie damals auf Ra&uacute;l. Wenn ich an Real Madrid denke, dann an Spieler wie Iker Casillas.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Real Madrid Campe&#243;n oder Die Party" title="Feier-mit-Mou-3"  src="/sancho/files/2012/05/Feier-mit-Mou-3.jpg" /></p>
<p>Und weniger an Leute wie den Herrn rechts. Obwohl ich seine beträchtliche demagogische Begabung nicht leugne. Das wäre einen eigenen Artikel wert. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Real Madrid Campe&#243;n oder Die Party" title="Mou-_2B00_-Sohn"  src="/sancho/files/2012/05/Mou-_2B00_-Sohn.jpg" /></p>
<p>Man sah ihn auf der Feier auch mit Sohn, was die Legende des &#8220;anderen&#8221; oder &#8220;privaten&#8221; Mou nähren mag. Es gibt Leute, denen das wichtig ist. Dass jemand neben seiner knallharten Berufsexistenz noch eine private, weiche Seite hat, wo man angeblich den &#8220;wahren&#8221; Mourinho zu sehen bekommt. Was mir dazu einfällt, ist das, was die Engländer zu sagen pflegen: <i>That&#8217;s not here nor there</i>. Es ist mir egal. Was zählt, is aufm Platz. Und da werden wir noch etwas zu hören und lesen bekommen. Ich kündige es hiermit schon einmal an.</p>
<p>Unter den Fans (früher sagte man Anhänger, noch früher sagte man &#8220;Schlachtenbummler&#8221;, ein farbiger Begriff, der leider in die Mottenkiste gewandert ist) interessierten mich vor allem die Frauen. Ihr alle mögt Real Madrid?, fragte ich mich, während ich die Schlachtenbummlerinnen verschiedenen Typs aufmerksam studierte. Ihr alle seid hierhergekommen? Das ist aber schön. Oder mögt ihr nur Cristiano Ronaldo?</p>
<p> <img alt="Bild zu: Real Madrid Campe&#243;n oder Die Party" title="Fan-blond"  src="/sancho/files/2012/05/Fan-blond.jpg" /></p>
<p>Zum Beispiel sie.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Real Madrid Campe&#243;n oder Die Party" title="Fan-rothaarig"  src="/sancho/files/2012/05/Fan-rothaarig.jpg" /></p>
<p>Oder sie.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Real Madrid Campe&#243;n oder Die Party" title="Fan-asiatisch"  src="/sancho/files/2012/05/Fan-asiatisch.jpg" /></p>
<p>Oder auch sie. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Real Madrid Campe&#243;n oder Die Party" title="Fan-mit-gr_FC00_nem-Tuch-fotografiert"  src="/sancho/files/2012/05/Fan-mit-gr_FC00_nem-Tuch-fotografiert.jpg" /></p>
<p>Oder diese konzentrierte Fotografin. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Real Madrid Campe&#243;n oder Die Party" title="Fan-fotografiert-mit-blauem-Telefon"  src="/sancho/files/2012/05/Fan-fotografiert-mit-blauem-Telefon.jpg" /></p>
<p>Die naturgemäß nur eine von vielen Fotografinnen war. Wirklich, sie ließen sich einfach nicht ablenken. Vielleicht sitzen all diese fotografierenden Schlachtenbummlerinnen gerade jetzt, während ich dies schreibe, auch an ihrem Madrider Schreibtisch und verfassen einen Blogeintrag, den sie mit ihren schönsten Fotos garnieren. Wer weiß, vielleicht haben sie ja Sanchos Esel beim Fotografieren fotografiert! Nicht auszudenken. Man sieht schnell eselshaft aus, wenn man beim Fotografieren fotografiert wird. Man hat keine Augen und keine Sinne mehr für die Umwelt, weil man unbedingt diesen einen winzigen Ausschnitt aus der vorbeizischenden Zeit festhalten will.</p>
<p>Meine Sympathie für diese Schlachtenbummlerinnen ist grenzenlos. Weniger schön fand ich auf dem Rückweg eine Gruppe von Schlachtenbummlern, die auf der Gran V&iacute;a den Mourinho-Gesang aus der Südkurve anstimmten. Er geht so: &#8220;Jo-s&eacute; Mou-rin-ho, Jo-s&eacute; Mou-rin-ho, Jo-s&eacute; Mou-rin-ho, Jo-s&eacute; Mou-rin-ho!&#8221; Und dann das Ganze von vorn. Mein geschätzter Kollege Javier C&aacute;ceres kann das beeindruckend intonieren. Über diese Jungs jedenfalls hat der Trainer mal gesagt, sie seien die einzigen, die ihn wirklich unterstützten, sie seien immer da, sorgten immer für Stimmung im Stadion und stünden fest zu ihm und der Mannschaft. Oder so ähnlich. Seitdem lieben die Jungs in der Südkurve ihn noch mehr und singen immer wieder: &#8220;Jo-s&eacute; Mou-rin-ho, Jo-s&eacute; Mou-rin-ho, Jo-s&eacute; Mou-rin-ho, Jo-s&eacute; Mou-rin-ho!&#8221; </p>
<p> <img alt="Bild zu: Real Madrid Campe&#243;n oder Die Party" title="Fans-von-Mourinho"  src="/sancho/files/2012/05/Fans-von-Mourinho.jpg" /></p>
<p>Nein, Sanchos Esel hält es eher mit den anderen. Denen, die sich freuen ohne Hass oder Dumpfheit. Sie sind ja in der Überzahl. Man sieht es gleich. Und man staunt, wie verschieden sie sind. Das war das Schönste an der ganzen Feier an der Plaza de Cibeles. Die Madrider Verschiedenheit. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Real Madrid Campe&#243;n oder Die Party" title="Unsere-Fans"  src="/sancho/files/2012/05/Unsere-Fans.jpg" /></p>
<p>Irgendwie hoffe ich also doch, dass es in den kommenden Jahren weitere Feiern gibt. Die nächste steigt ja schon, wenn die Meisterschaftstrophäe wirklich überreicht wird, also nach dem letzten Spieltag. Und dann &#8230; muss man sehen. Ich habe bei diesem Mourinho ein mulmiges Gefühl. Ich kann mir nicht helfen. Ich hoffe, dass ich mich täusche. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Real Madrid Campe&#243;n oder Die Party" title="Fan-mit-Schal"  src="/sancho/files/2012/05/Fan-mit-Schal.jpg" /></p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; [ Fotos : Sanchos Esel ]</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/sancho/author/madrid/">Paul Ingendaay</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/sancho">Sanchos Esel</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Real Madrid Campe&#243;n oder Mein Herz so weiß</title>
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		<pubDate>Wed, 02 May 2012 23:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Paul Ingendaay</dc:creator>
				<category><![CDATA[Cristiano Ronaldo]]></category>
		<category><![CDATA[José Mourinho]]></category>
		<category><![CDATA[Mesut Özil]]></category>
		<category><![CDATA[Pep Guardiola]]></category>
		<category><![CDATA[Real Madrid]]></category>
		<category><![CDATA[Spanien]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ich will jetzt gar nicht viel sagen. Real Madrid ist endlich wieder spanischer Meister. Es gab eine Zeit, da fanden die Leute hier das ein bisschen wenig. Unterhalb der Champions League wollten sie kaum noch antreten.  <a href="http://blogs.faz.net/sancho/2012/05/03/real-madrid-campe-n-oder-mein-herz-so-weiss-603/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/sancho/author/madrid/">Paul Ingendaay</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/sancho">Sanchos Esel</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich will jetzt gar nicht viel sagen. Real Madrid ist endlich wieder spanischer Meister. Es gab eine Zeit, da fanden die Leute hier das ein bisschen wenig. Unterhalb der Champions League wollten sie kaum noch antreten. Den guten Vicente del Bosque haben sie 2003 gefeuert, weil er nur spanischer Meister geworden war. Oder weil er mit seinem Bauch und dem Schnurrbart nicht sexy genug aussah. Ich weiß es nicht. Die wirklichen Fans haben das damals nicht verstanden. So wenig wie heute. Aber gut. Es ist Vergangenheit. Jetzt haben wir einen, der weder Bauch noch Schnurrbart hat. Man könnte ihn ein Führungsschaf nennen, weil er Dinge tut, die niemand anderes wagt. Weil er gern allein steht. Oder einsam in die eine Richtung schaut, während alle anderen in die andere schauen.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Real Madrid Campe&#243;n oder Mein Herz so weiß" title="Das-F_FC00_hrungsschaf"  src="/sancho/files/2012/05/Das-F_FC00_hrungsschaf.jpg" /></p>
<p>Was man ihm nicht nehmen kann, dem Jos&eacute; Mourinho, ist das gewisse Etwas der Sieger. Sagt Pep Guardiola, vier Jahre Spitzenfußball als Trainer des FC Barcelona hätten ihn ausgebrannt. Sagt Mourinho, ihn könnten nur die <i>Pausen </i>im Fußball ausbrennen, so ab Juni. Ein ganz Harter ist das. Ich finde nicht, dass sein Auftreten bei anderen die besten menschlichen Eigenschaften hervorlockt. Ein bisschen wie die ganz einsamen Tiere, die weit oben thronen und sich über alle anderen erhaben fühlen.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Real Madrid Campe&#243;n oder Mein Herz so weiß" title="Einsamer-Storch"  src="/sancho/files/2012/05/Einsamer-Storch.jpg" /></p>
<p>Aber man müsste blind sein, um zu verkennen, dass er eine starke und erfolgreiche Mannschaft geformt hat. Den Kader einer Spitzenmannschaft muss man erstmal im Griff haben. All die Egos, das Rempeln und Sich-recken. Der Ehrgeiz und die Eitelkeiten. Die schiere Masse, unter der ein Trainer für Ordnung sorgen muss, gerade dann, wenn alles in dieselbe Richtung strebt. Ich stelle es mir nicht so leicht vor.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Real Madrid Campe&#243;n oder Mein Herz so weiß" title="Vogelschwarm"  src="/sancho/files/2012/05/Vogelschwarm.jpg" /></p>
<p>Am besten gefallen mir ja Özil und Benzema, zwei Künstler, durch deren Spiel alle anderen besser werden. Gäbe es diese beiden nicht, ich wüsste nicht, wovon ich träumen sollte. </p>
<p>Was die ewige Konkurrenz zwischen Madrid und Barcelona angeht, so ertrage ich sie am besten hier im Blog. Wenn die Formen gewahrt bleiben. Der <i>cl&aacute;sicos </i>bin ich, ehrlich gesagt, etwas müde. Pep Guardiola auch. Es waren so viele! Vielleicht liegt es auch daran, dass wir so oft verloren haben. Verlieren erschöpft. Insofern war der letzte Besuch in Barcelona sehr angenehm. Ein Sieg, wie schön! Nur Mourinho kriegt von diesen Duellen den Hals nicht voll, da bin ich mir sicher. Ich schäme mich noch immer, wenn ich an den Finger denke, den er dem armen Tito Vilanova ins Auge gepiekt hat. Na gut, das macht er sicher nicht noch einmal. Unter Cheftrainern. Man könnte sogar die Behauptung wagen, er habe sich dafür gleichsam halb oder gewissermaßen symbolisch ein bisschen entschuldigt. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Real Madrid Campe&#243;n oder Mein Herz so weiß" title="utbol_ED00_n-zwei"  src="/sancho/files/2012/05/utbol_ED00_n-zwei.jpg" /></p>
<p>Was von der Saison bleibt: eine unfassbare Menge Tore. Neuer Rekord in der spanischen Liga. Das hätten Mourinho die wenigsten zugetraut. Sanchos Esel auch nicht. Darin ist er eben manchmal &#8230; ein Esel. </p>
<p>Leider hat nicht alles geklappt. Dass Cristiano Ronaldo ausgerechnet gegen Bayern München den ersten Elfmeter nach zwei Dutzend lockeren Elfmetertoren versiebt &#8230; geschenkt. Es war eher Neuers Verdienst als Cristianos Versagen. Heute abend, in Bilbao, hat CR7 wieder einen Elfer verschossen, diesmal richtig blöd. Ein Kullerball unten Mitte. Aber wer fragt danach, wenn durch das 3:0 die Meisterschaft gewonnen wurde? Auch der gute Özil hat ein Tor gemacht. Ach, ich höre jetzt auf. Ich wollte nur sagen: Ich freue mich für Real Madrid. Die guten Manieren nehmen wir uns für die kommende Saison vor. Aber erstmal muss Jos&eacute; Mourinho die Europameisterschaft überstehen, in der es nicht um ihn geht. Irgendwann im August, wenn das Training wieder losgeht, werde ich mir genau ansehen, wie ausgebrannt er ist, der Arme. Vom Nicht-im-Rampenlicht-stehen. </p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; [ Fotos : Sanchos Esel ]</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/sancho/author/madrid/">Paul Ingendaay</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/sancho">Sanchos Esel</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Leben und Sterben eines spanischen Schweins: Eine Bildgeschichte</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Apr 2012 06:17:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Paul Ingendaay</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schwein]]></category>
		<category><![CDATA[Sodeto]]></category>
		<category><![CDATA[Spanien]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtslotterie]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Neulich war ich in Aragonien, wo die spanische Weihnachtslotterie am 22. Dezember ein paar Dörfer beglückte und 720 Millionen Euro hinterließ.  <a href="http://blogs.faz.net/sancho/2012/04/19/leben-eines-spanischen-schweins-eine-bildgeschichte-585/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/sancho/author/madrid/">Paul Ingendaay</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/sancho">Sanchos Esel</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Neulich war ich in Aragonien, wo der <i>gordo </i>der spanischen Weihnachtslotterie am 22. Dezember ein paar Dörfer besucht und 720 Millionen Euro hinterlassen hat. Ich wollte wissen, was das viele Geld dort verändert hatte, ob Menschen glücklich oder unglücklich geworden waren, solche Sachen. Das Dorf Sodeto (300 Einwohner, großzügig gerechnet) machte auf mich keinen besonders unglücklichen Eindruck. Hier hatte jede Familie mindestens 100.000 Euro gewonnen. Jede <i>Familie</i>. Manche waren auch mit 700.000 Euro davongegangen. Andere wiederum, nicht weit entfernt, und das ist keine schöne Geschichte, hatten durch Pech gewissermaßen etwas verloren. Sie waren am Glück vorbeigeschrappt, knapp, aber um die entscheidenden Zentimeter.</p>
<p>Zum Beispiel die Inhaberin der Bar Luna in dem kleinen Ort Gra&ntilde;&eacute;n, dessen Lottoannahmestelle sämtliche Lose des <i>gordo </i>verkauft hat. Kein Mensch weiß, was der Frau in den Kopf kam, als sie ein paar Tage vor der Ziehung die 58268 ablehnte und sagte, die Zahl gefalle ihr nicht, sie wolle eine andere. &bdquo;Weil sie doch das ganze Jahr hindurch die Endziffer 8 spielt!&#8221;, sagte Mar&iacute;a Pilar zu mir, die die Lottoannahmestelle betreibt. (Mar&iacute;a Pilar hat leider auch nicht gewonnen.) &bdquo;Dann bleibt man doch dabei. Gerade zu Weihnachten. Aber die 58268 gefiel ihr nicht. Sie bat meinen Mann, alle Serien wieder mitzunehmen. Sie wollte die Endziffer 5.&#8221;  </p>
<p>Und die Endziffer 5 hat sie bekommen. Und dazu eine Menge unzufriedener Gäste, die von der Wirtin um ihren möglichen Gewinn gebracht wurden. Ich habe ein paar dieser Gäste gesehen. Am Tresen der Bar Luna. Aber davon wollte ich eigentlich gar nicht erzählen. Sondern von unseren Besuchen in Sodeto, dem noch kleineren Dorf, dem mit den vielen Gewinnern. Sodeto an einem schönen, kühlen Märztag sieht so aus:</p>
<p> <img alt="Bild zu: Leben und Sterben eines spanischen Schweins: Eine Bildgeschichte" title="Sodeto-das-Dorf"  src="/sancho/files/2012/04/Sodeto-das-Dorf.jpg" /></p>
<p>Als wir ankamen, waren die wenigen Läden noch zu, aber was uns erstaunte, war, dass selbst die Bar geschlossen hatte. Wo gibt&#8217;s denn so was, dachten wir. &#8220;Wir&#8221;, das war neben Sanchos Esel noch unser Fotograf Frank Röth, ein Mann, der meilenweit läuft für ein gutes Bild. </p>
<p>Erstmal liefen wir aber nur um die Ecke, um uns die Zeit bis vier Uhr zu vertreiben. Dann nämlich, so hatte uns das einzige menschliche Wesen auf der Main Street von Sodeto anvertraut, macht die Bar auf. Nun ja, und um die Ecke, gleichsam am Dorfrand, sahen wir dann den Kameraden unten. Wir standen da, sahen zu dem Storch hoch und entdeckten in seinem Leben, vor allem aber in seiner weltweisen Haltung eine Menge Vorteile.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Leben und Sterben eines spanischen Schweins: Eine Bildgeschichte" title="Storchennest"  src="/sancho/files/2012/04/Storchennest.jpg" /></p>
<p>Nicht weit entfernt lugte ich in einen Innenhof, der folgenden Anblick bot:</p>
<p> <img alt="Bild zu: Leben und Sterben eines spanischen Schweins: Eine Bildgeschichte" title="Patio"  src="/sancho/files/2012/04/Patio.jpg" /></p>
<p>Das war schon recht poetisch. Ich fand für das Bild zwei Erklärungen. Entweder hatte es jemandem entschieden an Sorgfalt, Einsatz und Willen gefehlt, seinen Hof sauberzuhalten. Einen solchen Hof, in den man hineinschauen konnte, in diesem Zustand &#8230; So etwas hatte ich in Spanien noch nicht oft gesehen. Die zweite Erklärung war, dass der Besitzer dieses Hofs in der Weihnachtslotterie gewonnen und sich aus dem Staub gemacht hatte. Es gibt solche Menschen. </p>
<p>Dann trat ich zurück und sah, dass dieser Mensch bestimmt nicht zu denen gehörte, die ihren Hof im Stich lassen. Denn ich erkannte: Kunst. Wandmalerei. Ich sah zeitgenössische Kunst aus Sodeto. Und zwar eine Passionsgeschichte, die Passion des Schweins Faustino. Die farbenprächtige Malerei zog sich um drei Seiten des Gevierts. Jetzt wäre ein Panoramaobjektiv gut gewesen, aber Frank Röth war noch bei den Störchen. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Leben und Sterben eines spanischen Schweins: Eine Bildgeschichte" title="2-Schwein"  src="/sancho/files/2012/04/2-Schwein.jpg" /></p>
<p>Glückliche Schweine, das war das Motiv. Dann kam eine Szene von Liebeswerben und Sichverlieben. Natürlich alles unter Schweinen, aber irgendwie ohne jede Schweinerei. Ich bin für romantische Augenblicke, gerade im animalischen Kontext, sehr empfänglich.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Leben und Sterben eines spanischen Schweins: Eine Bildgeschichte" title="3-Schwein"  src="/sancho/files/2012/04/3-Schwein.jpg" /></p>
<p>Auf dem nächsten Bild springt die Geschichte schon vor den Traualtar. Der Maler wollte keine Zeit verlieren. Faustino (links) heiratet sein Schweinemädchen, und die Sau auf dem Standesamt macht Bla, bla, bla.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Leben und Sterben eines spanischen Schweins: Eine Bildgeschichte" title="4-Schwein"  src="/sancho/files/2012/04/4-Schwein.jpg" /></p>
<p>Dies hier unten wirkt wie die Apotheose des Mutterglücks, aber ich will mich ikonographisch nicht festlegen. Das schwarze Ding rechts, das ist der Hufabdruck eines Schweins. Er erschien mir wie die Signatur des Künstlers. Was, wenn eine Sau all das gemalt hätte?</p>
<p> <img alt="Bild zu: Leben und Sterben eines spanischen Schweins: Eine Bildgeschichte" title="4_2D00_2-Schwein"  src="/sancho/files/2012/04/4_2D00_2-Schwein.jpg" /></p>
<p>Dann brach Tragik in das Geschehen ein. Brutal. Unerbittlich. Faustino, der Ehemann, wird verhaftet. Man entführt ihn in einem Gefängniswagen, der sicherlich nicht von Schweinen gelenkt wird. Ich lese die Szene als Kommentar auf die Militärdiktaturen dieser Welt, aber auch im engeren, schweinebezogenen Kontext. Sie wissen, was ich meine. Ein Protest gegen die Knechtung aller Kreatur.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Leben und Sterben eines spanischen Schweins: Eine Bildgeschichte" title="5-Schwein"  src="/sancho/files/2012/04/5-Schwein.jpg" /></p>
<p>Das nächste Bild ist problematisch durch seine Rührseligkeit. Kann es sein, dass die Ehefrau einverstanden ist mit dem Lauf der Dinge? Akzeptieren sie und die Kleinen die Deportation des Ehemanns und Vaters? Das frage ich mich. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Leben und Sterben eines spanischen Schweins: Eine Bildgeschichte" title="6-Schwein"  src="/sancho/files/2012/04/6-Schwein.jpg" /></p>
<p>Das nächste Gemälde gibt die Antwort. Der Mensch. Der Mensch mit einem großen Messer. Flucht ist zwecklos. Abgestochen und geschlachtet zu werden ist Schweinelos.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Leben und Sterben eines spanischen Schweins: Eine Bildgeschichte" title="7-Schwein"  src="/sancho/files/2012/04/7-Schwein.jpg" /></p>
<p>Den härtesten Realismus will uns der Künstler (die Künstlerin) ersparen. Keine Szene zeigt uns das Innere des Schlachthauses und die Mechanik des Zerlegungsbetriebs. Wir sehen nur das fertige Produkt. Die Wurst, den Speck, den Schinken. Doch hier beeindruckt der&nbsp; nüchterne Blick auf die Wirklichkeit. Der Schlachter oder Metzger singt. Das Leben kann grausam sein. Auch Goya stammte aus Aragonien.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Leben und Sterben eines spanischen Schweins: Eine Bildgeschichte" title="8-Schwein"  src="/sancho/files/2012/04/8-Schwein.jpg" /></p>
<p>Und das ist schon das Ende der Geschichte. Einmal um den Hof, und man erfährt von Leben und Sterben eines spanischen Schweins. Nicht mehr. Nicht weniger. Unten sehen Sie, als poetischen Rest dieser Schlachtviehkarriere in Aragonien, die Hufabdrücke. Es könnten Faustinos sein, aber auch die irgendeines Vorgängers. Wer weiß?</p>
<p> <img alt="Bild zu: Leben und Sterben eines spanischen Schweins: Eine Bildgeschichte" title="Schweinespuren"  src="/sancho/files/2012/04/Schweinespuren.jpg" /></p>
<p>Ich habe mich dann in der Nähe noch etwas umgeschaut. Alles war still, verwaist. Als würde das ganze Dorf auf vier Uhr warten.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Leben und Sterben eines spanischen Schweins: Eine Bildgeschichte" title="Gem_FC00_sewagen"  src="/sancho/files/2012/04/Gem_FC00_sewagen.jpg" /></p>
<p>Selbst der Storch, der uns mit seiner Haltung so beeindruckt hatte, schien die Flügel anzulegen und die Minuten verstreichen zu lassen. Bis er sich in den Luftstrom warf und davonglitt, vermutlich dorthin, wo er und seinesgleichen nachmittags zusammenkommen.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Leben und Sterben eines spanischen Schweins: Eine Bildgeschichte" title="Storch"  src="/sancho/files/2012/04/Storch.jpg" /></p>
<p>Als ich zurückging, nun wirklich der Bar entgegen, sah ich noch einmal den Titel der großen Wandmalerei. <i>La vida de Faustino: un sabroso tocino</i>. Auf deutsch: &#8220;Das Leben des Faustino, ein schmackhafter Schweinespeck&#8221;. Achten Sie auf die Farbgebung.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Leben und Sterben eines spanischen Schweins: Eine Bildgeschichte" title="1-Schwein"  src="/sancho/files/2012/04/1-Schwein.jpg" /></p>
<p>In dichterischer Verknappung wird uns gesagt, hier finde eine Existenz  ihre Erfüllung. Natürlich werden die Schweine nicht gefragt.&nbsp; </p>
<p> <img alt="Bild zu: Leben und Sterben eines spanischen Schweins: Eine Bildgeschichte" title="Schwein-_2B00_-Autor"  src="/sancho/files/2012/04/Schwein-_2B00_-Autor.jpg" /></p>
<p>Frank Röth ist dann auch wieder aufgetaucht und hat dieses Foto des Autors gemacht. Der Autor wiederum hat versucht, Störche zu fotografieren. Aber sie haben nicht stillgehalten.</p>
<p>Gleich danach, in der Bar von Sodeto, sprachen wir mit dem griesgrämigen jungen Mann hinterm Tresen. Er schien keine Lust zu haben, uns zu bedienen. Wir waren die einzigen Gäste. Als er merkte, dass wir über die Weihnachtslotterie sprechen wollten, &#8220;machte er zu&#8221;, wie man so sagt. Nun wollte er erst recht keinen Ton mehr sagen. Sehr ungewöhnlich, diese Haltung, bei einem Spanier. Später erfuhren wir, dass seine Mutter in der Lotterie gewonnen hatte, er aber nicht.&nbsp; </p>
<p> <img alt="Bild zu: Leben und Sterben eines spanischen Schweins: Eine Bildgeschichte" title="Futbol_ED00_n"  src="/sancho/files/2012/04/Futbol_ED00_n.jpg" /></p>
<p>Was das ist, muss ich niemandem erklären. Es stand im Nebenraum. Aber das ist eine andere Geschichte.</p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; [ Fotos : Sanchos Esel (1-15; 17), Frank Röth (16) ]</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/sancho/author/madrid/">Paul Ingendaay</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/sancho">Sanchos Esel</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Von Kutten und Kapuzen: Eine Bildgeschichte</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Apr 2012 15:41:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Paul Ingendaay</dc:creator>
				<category><![CDATA[Cuenca]]></category>
		<category><![CDATA[Osterprozession]]></category>
		<category><![CDATA[Schafe]]></category>
		<category><![CDATA[Spanien]]></category>
		<category><![CDATA[Zehennägel]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Karfreitag in Cuenca. Wer die Stadt kennt, dem kann ich nichts Neues erzählen. Wer sie aber nicht kennt, für den setze ich ein Foto hierher, das die Topographie oder auch Geologie dieses einzigartigen Ortes andeutet.  <a href="http://blogs.faz.net/sancho/2012/04/09/von-kutten-und-kapuzen-eine-bildgeschichte-571/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/sancho/author/madrid/">Paul Ingendaay</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/sancho">Sanchos Esel</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Karfreitag in Cuenca. Wer die Stadt kennt, dem kann ich nichts Neues erzählen. Wer sie aber nicht kennt, für den setze ich ein Foto hierher, das die Topographie oder auch Geologie dieses einzigartigen Ortes andeutet. Lässt sich auch überall nachlesen, daher muss ich nicht viel sagen über den R&iacute;o Hu&eacute;car und die Schlucht und die berühmten &bdquo;hängenden Häuser&#8221; und all das. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Von Kutten und Kapuzen: Eine Bildgeschichte" title="Cuenca-Ansicht-1"  src="/sancho/files/2012/04/Cuenca-Ansicht-1.jpg" /></p>
<p>Nur eben: Man geht viel steil bergauf, in die Altstadt hinein. Und man geht wieder hinab, wenn man im <i>Auditorio</i>, dem großen Konzertsaal der Stadt, einen Musikabend im Rahmen des Festivals für religiöse Musik erleben will. Und gleich danach geht man wieder hinauf, um etwas zu essen und zu trinken. Und später &#8211; sofern man nicht in einem der schönen Hotels dort oben wohnt, also im Parador auf der anderen Seite der Kluft oder der Posada San Jos&eacute; &#8211; geht man möglicherweise wieder hinab. So habe ich es diesmal getan.</p>
<p>Ich weiß es noch, ich erinnere mich! Vor ein paar Jahren habe ich hier im Blog das Loblied der livrierten Kellner gesungen. Ich könnte es jetzt wieder singen, nur dass es sich eher um Kellnerinnen handelte, die obendrein in einem anderen Lokal arbeiteten. Aber eben dass man in Cuenca solche Erfahrungen macht, sagt etwas Schönes über den Ort und seine einzigartige <i>conditio</i> in der Karwoche: In Cuenca treffen zusammen das einnehmende Stadtbild vor dem Hintergrund der wild zerklüfteten Landschaft, die Osterprozessionen, die geistliche Musik (man muss den Begriff weit spannen, damit er passt) und das gute und reichhaltige Essen. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Von Kutten und Kapuzen: Eine Bildgeschichte" title="paso-mit-Tr_E400_gern"  src="/sancho/files/2012/04/paso-mit-Tr_E400_gern.jpg" /></p>
<p>Wie gesagt, Karfreitag. Es ist Mittagszeit. Wir essen zu dritt in einem ordentlichen Restaurant in der Altstadt. Mittagsmenü mit drei Gängen, <i>tapa</i>, Brot, Wein und Kaffee für 29 Euro pro Person. Gibt&#8217;s anderswo in Spanien auch billiger, aber hier wird richtig aufgefahren. Der Wein wird nicht nur großzügig eingeschenkt, sondern auch mehr als großzügig nachgeschenkt, so dass es die Gedanken und Reden im Lauf der Minuten an österlichem Ernst fehlen lassen. Nach dem Aufstehen vom Tisch hätten wir Lust, uns bis zum Hotel den Hügel hinunterrollen zu lassen. Aber gleich außerhalb des Restaurants werden wir aufgehalten. Vor der Kathedrale sammeln sich die <i>pasos</i> der Mittagsprozession. Die Prozession des frühen Morgens (die wichtigste) war schon wegen Regens ausgefallen. Da war es schön, dass mit dieser nicht dasselbe geschah. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Von Kutten und Kapuzen: Eine Bildgeschichte" title="Prozession-mit-Kind"  src="/sancho/files/2012/04/Prozession-mit-Kind.jpg" /></p>
<p>So ein Prozessionsgewühl ist unübertrefflich. Wir blieben stehen und ließen uns ein bisschen hier- und dorthin schieben. Ich lief auf der Plaza Mayor herum und machte Bilder. Da ist der ernste Anblick der Träger, wenn man sie denn &bdquo;ernst&#8221; nennen darf, obwohl man ihr Gesicht nicht sieht, hier:</p>
<p> <img alt="Bild zu: Von Kutten und Kapuzen: Eine Bildgeschichte" title="H_E400_nde-2"  src="/sancho/files/2012/04/H_E400_nde-2.jpg" /></p>
<p>Oder die <i>banda de m&uacute;sica</i>, die unverhüllt bleibt, aber mit demselben Ernst bei der Sache ist. </p>
<p>Oder der Mann im Rollstuhl, der unbedingt dabeisein will, und wenn wir unter die Stoffhülle schauen könnten, würden wir vielleicht sein Lachen sehen.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Von Kutten und Kapuzen: Eine Bildgeschichte" title="Rollstuhl"  src="/sancho/files/2012/04/Rollstuhl.jpg" /></p>
<p>Oder die Teilnahme der Kleinsten, die später den Schnuller ablegen, eine Tunika anziehen und eine Kapuze tragen werden:</p>
<p> <img alt="Bild zu: Von Kutten und Kapuzen: Eine Bildgeschichte" title="Schnuller"  src="/sancho/files/2012/04/Schnuller.jpg" /></p>
<p>Ich musste dann über verschiedene Organisationsformen nachdenken, etwa beim Menschen und beim Tier. Was unterscheidet den planenden Geist (bei Paraden und Prozessionen) vom instinktgetriebenen Herdenverhalten, mit dem wir es so oft zu tun haben? Was unterscheidet, um ein Beispiel zu geben, den Anblick der obigen Bilder von diesem hier? </p>
<p> <img alt="Bild zu: Von Kutten und Kapuzen: Eine Bildgeschichte" title="Schafsgesichter-1"  src="/sancho/files/2012/04/Schafsgesichter-1.jpg" /></p>
<p>Und ich meine nicht die Tatsache, dass die Menschen Kapuzen tragen, die Schafe nicht. Oder dass die einen sich etwas überziehen müssen, die anderen dagegen ihre Wolle haben. Nein, ich meine es grundsätzlicher. </p>
<p>Ich habe lange darüber nachgegrübelt: planende Wesen in Aktion. Aber nur der Mensch hat die Gabe, sich die Sache um einer höheren Idee willen so richtig schwer zu machen. Das irrsinnige Gewicht der <i>pasos</i> zu schultern, wenn es auch einfach ginge, indem man sie etwas leichter machte. Die eher unbequemen Kutten anzuziehen und dann auch noch diese Kapuzen, durch deren Augenschlitze man kaum etwas sieht. Überhaupt unser ganzes symbolisches Meinen! Schwer vorstellbar, dass Schafe auf so einen Gedanken kämen, wenn ich ihre lieben Augen richtig deute. Es ist sogar fraglich, ob sie in der Lage wären, sich ohne menschliche Hilfe zu scheren. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Von Kutten und Kapuzen: Eine Bildgeschichte" title="Tr_E400_ger-von-nahem"  src="/sancho/files/2012/04/Tr_E400_ger-von-nahem.jpg" /></p>
<p>Und jetzt kommt ein Zeichen von Kultur. Oder wie mein Vater zu sagen pflegte: &bdquo;Kultur bedeutet Anstrengung!&#8221; Hier sehen wir also das Mühevolle, Aufwendige, teils auch Nervtötende an diesen Kutten und Kapuzen, und woran sehen wir es? An der Notwendigkeit, ständig den Sitz des Stoffes zu korrigieren, damit man überhaupt noch etwas sieht. Dieses richtende Eingreifen der bekleideten Hände wird seinerseits zum kulturellen Zeichen. Es ist überhaupt die meistwiederholte Geste dieses Prozessionstages, wenn ich vom Wiegeschritt der Träger absehe: weiße Hände, die unablässig den Sitz des <i>cucurucho</i> begradigen.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Von Kutten und Kapuzen: Eine Bildgeschichte" title="Frau-korrigiert-Kapuze"  src="/sancho/files/2012/04/Frau-korrigiert-Kapuze.jpg" /></p>
<p>Als wir schon dachten, jetzt sind sie bestimmt alle losgezogen, kamen noch weitere Prozessionsgänger aus einer Seitenstraße, und die machten nun wirklich Ernst. Ein Mann schleppte das schwere Kreuz. Sie sehen ihn hier.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Von Kutten und Kapuzen: Eine Bildgeschichte" title="Kreuztr_E400_ger"  src="/sancho/files/2012/04/Kreuztr_E400_ger.jpg" /></p>
<p>Uniformierte kamen ebenfalls des Wegs, der eine sah durchaus echt aus, die andere wirkte wie aus dem Wachsfigurenkabinett und schritt mit versteinertem Gesicht an uns vorbei. Vielleicht eine Apothekerin oder Kinderärztin, ich weiß es nicht. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Von Kutten und Kapuzen: Eine Bildgeschichte" title="Wachsfigurenkabinett"  src="/sancho/files/2012/04/Wachsfigurenkabinett.jpg" /></p>
<p>Die jungen Frauen zogen ihre Schuhe aus, um die Kälte des Bodens zu spüren, und zeigten ihre lackierten Zehennägel, einer der apartesten Kontraste dieses in allen Einzelheiten farbenprächtigen Nachmittags.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Von Kutten und Kapuzen: Eine Bildgeschichte" title="Lackierte-Zehenn_E400_gel"  src="/sancho/files/2012/04/Lackierte-Zehenn_E400_gel.jpg" /></p>
<p>Und gegen Ende dann sah ich noch dieses Bild:</p>
<p> <img alt="Bild zu: Von Kutten und Kapuzen: Eine Bildgeschichte" title="Playboy-1"  src="/sancho/files/2012/04/Playboy-1.jpg" /></p>
<p>Dieses Foto fasste den Tag für mich aufs schönste zusammen. Es lehrte mich, dass die Welt, ja jedes einzelne Menschenleben ein großes Nebeneinander von Bedürfnissen, Interessen und Neigungen ist, von öffentlichen und privaten Existenzen. Wir sind nicht einer (oder eine), sondern viele zugleich! Wir sind nicht homogen, sondern senden teils widersprüchliche Botschaften aus. Und wir sind nicht immer leicht zu verstehen. Am Ende könnte es sein, dass wir einfach nur auf die Fotos der Cuenca-Touristen oder in den Blog von Sanchos Esel kommen wollen, auch das will ich nicht ausschließen. Spanien ist das Land des großen Welttheaters.</p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; [ Fotos : Festival de la Semana Religiosa de Cuenca (1), Sanchos Esel ]</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/sancho/author/madrid/">Paul Ingendaay</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/sancho">Sanchos Esel</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Anmerkungen zur spanischen Armut: Die Suche hat gerade erst begonnen</title>
		<link>http://blogs.faz.net/sancho/2012/03/31/anmerkungen-zur-spanischen-armut-die-suche-hat-gerade-erst-begonnen-566/</link>
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		<pubDate>Sat, 31 Mar 2012 13:40:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Paul Ingendaay</dc:creator>
				<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Generalstreik]]></category>
		<category><![CDATA[Spanien]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Zweiter Tag nach dem Generalstreik in Spanien. Eigentlich müsste etwas mehr passiert sein. Irgendetwas. Aber viel war es nicht.  <a href="http://blogs.faz.net/sancho/2012/03/31/anmerkungen-zur-spanischen-armut-die-suche-hat-gerade-erst-begonnen-566/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/sancho/author/madrid/">Paul Ingendaay</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/sancho">Sanchos Esel</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Zweiter Tag nach dem Generalstreik in Spanien. Eigentlich müsste etwas mehr passiert sein. Irgendetwas. Aber viel war es nicht. Eine Warnung, sagen die Gewerkschaften. Bis zum 1. Mai, so die Forderung der Streikenden, sollen Teile der Arbeitsmarktreform der Rajoy-Regierung zurückgenommen sein. Das wird nicht geschehen. Also wird es weitere Proteste geben. Und die Regierung wird sich noch mehr in ihrer Position einigeln. Also kein Ende in Sicht.</p>
<p> Es wäre schön, ich könnte in die Zukunft schauen, nur in diesem einen Fall, aber leider bleibt alles neblig. Die spanische Lage kommt mir vor wie die Position eines Menschen, der in den Abgrund blickt und hinter sich schon die Wand im Rücken spürt. Es gibt keinen Platz, an den er ausweichen könnte. Noch ist er nicht gestürzt. Aber unmittelbar vor seinen Füßen geht es tief hinunter. Jetzt müsste eine Idee her. Fliegen können! Es müsste eine große Idee sein. Denn kleine werden nicht reichen. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Anmerkungen zur spanischen Armut: Die Suche hat gerade erst begonnen" title="Esclavitud-SC"  src="/sancho/files/2012/03/Esclavitud-SC.jpg" /></p>
<p> Neulich habe ich mit der spanischen Caritas telefoniert. Sie haben mir ihre jüngste Studie über &bdquo;Auschluss und Sozialentwicklung&#8221; geschickt. Ausschluss bedeutet: Wer fällt aus dem Raster und findet sich so weit unten wieder, dass er nichts mehr zu essen kaufen kann, um die Wohnung fürchten muss, keine Arbeit findet, für niemanden mehr zählt, nicht vermittelbar ist und so weiter? Eines der vielen schrecklichen Daten darin lautet, dass sich die soziale Ungleichheit in Spanien &#8211; der Unterschied zwischen Armen und Reichen &#8211; in den letzten Jahren mehr als doppelt so stark verschärft hat wie in Frankreich und mehr als dreimal so viel wie in Deutschland. Offenbar finden wir es nicht so schlimm, dass die Schere immer weiter auseinandergeht. Fällt uns etwas anderes dazu ein als der Hinweis auf das &bdquo;System&#8221;?</p>
<p> <img alt="Bild zu: Anmerkungen zur spanischen Armut: Die Suche hat gerade erst begonnen" title="Menschen-und-M_FC00_ll-SC"  src="/sancho/files/2012/03/Menschen-und-M_FC00_ll-SC.jpg" /></p>
<p> Besonders schlimm ist, dass diese Tendenz kein Produkt der Wirtschafts- und Finanzkrise ist. Im Gegenteil. Wachsende Armut war eine oft unbeachtete Begleiterscheinung der spanischen Boomjahre zwischen 1995 und 2007. Nur eine kleine Erinnerung: 2002 und 2003 stieg der Wert von Wohnraum in Spanien um rund 20 Prozent im Jahr. Wem hat diese Wertsteigerung genützt außer Investoren und Spekulanten? Warum ist nichts ganz unten angekommen? Was war mit den höheren Steuereinnahmen des Staates? Wie lässt es sich vor der Bevölkerung rechtfertigen, dass der generierte Reichtum, das Wirtschaftswachsum und das gestiegene Bruttosozialprodukt sich für die Armen nicht in einem besseren, sondern in einem schlechteren Leben niedergeschlagen haben? </p>
<p> <img alt="Bild zu: Anmerkungen zur spanischen Armut: Die Suche hat gerade erst begonnen" title="Metrobahnsteig-SC"  src="/sancho/files/2012/03/Metrobahnsteig-SC.jpg" /></p>
<p> Was immer die genauen Gründe dafür sein mögen, eine Schlussfolgerung ist unausweichlich. Der Staat hat die Ärmsten nicht auf der Rechnung. Es lässt sich Optimismus verströmen, ohne an die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft zu denken. Ich höre noch, wie Zapatero vor vielleicht sechs Jahren orakelte, bald habe man Frankreich eingeholt. Eine groteske Selbstüberschätzung, die von der Wirklichkeit kurz darauf decouvriert wurde.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Anmerkungen zur spanischen Armut: Die Suche hat gerade erst begonnen" title="M_FC00_lleimer-SC"  src="/sancho/files/2012/03/M_FC00_lleimer-SC.jpg" /></p>
<p> Statistisch belegt ist mittlerweile eine andere, unendlich viel traurigere spanische Spitzenposition. Zwischen 2007 und 2010 ist die Kluft zwischen den Ärmsten und den Reichsten in Spanien so schnell gewachsen <i>wie in keinem anderen Land der Europäischen Union</i>. Die Hervorhebung ist meine. Was immer die Slogans, Appelle und demagogischen Manöver der spanischen Parteien in diesen Wochen bringen mögen, wen immer sie mobilisieren, vor den Kopf stoßen oder kaltlassen: Die spanische Politik als solche hat versagt. Weder die Rechte noch die Linke hat gesellschaftspolitische Visionen entwickelt, die Gültigkeit beanspruchen dürften. Es gibt kein Konzept, kein Ziel, kein noch so vages Ideal, das die Armen einschließen würde. Auch deshalb kam mir der Generalstreik wie ein ziemlich überflüssiges Zeichen vor. Ein ideologischer Reflex. Die Bilder auf dieser Seite, aufgenommen am 29. März, drücken es aus. Jemand hat sich im Schauplatz und in der Veranstaltung geirrt. Kein Grund für die Konservativen zu triumphieren. Die Suche hat gerade erst begonnen.  </p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp; [ Fotos : Sophie Caesar ]</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/sancho/author/madrid/">Paul Ingendaay</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/sancho">Sanchos Esel</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Luftschlösser der unsichtbaren Hand</title>
		<link>http://blogs.faz.net/sancho/2012/03/04/die-luftschloesser-der-unsichtbaren-hand-559/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Mar 2012 14:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Paul Ingendaay</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hans Haake]]></category>
		<category><![CDATA[Konzeptkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Madrid]]></category>
		<category><![CDATA[Spanien]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Das Wort &#34;Konzeptkunst&#34; ist eine der schlimmeren Schöpfungen des Marktes für Ästhetika.  <a href="http://blogs.faz.net/sancho/2012/03/04/die-luftschloesser-der-unsichtbaren-hand-559/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/sancho/author/madrid/">Paul Ingendaay</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/sancho">Sanchos Esel</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das Wort &bdquo;Konzeptkunst&#8221; ist eine der schlimmeren Schöpfungen des Marktes für Ästhetika. Klar, es kommt von <i>conceptual art</i>, schon begriffen. Es ist nur eine Übersetzung, und da sie auch schon ein halbes Jahrhundert alt ist, wird sich nichts mehr gegen das Wort unternehmen lassen. Aber es ruft so ausgesprochen mehlige Assoziationen, etwas so durch und durch Kunstloses auf, dass es einen niederdrücken könnte.</p>
<p> Wenn da nicht die Konzeptkünstler selbst wären. Einer von ihnen, der fünfundsiebzigjährige Hans Haake, ist zurzeit in einer großen Ausstellung im Reina-Sof&iacute;a-Museum in Madrid zu sehen. In der Zeitung war schon ein Bericht von dieser großen Werkschau zu lesen, auch wurde ausführlich über das Hauptwerk gesprochen: die mehrere Säle umfassende Installation &bdquo;Luftschlösser&#8221;, mit der Haake auf den zusammengebrochenen spanischen Immobilienmarkt und seine Folgen reagiert hat. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Die Luftschlösser der unsichtbaren Hand" title="The-Invisible-Hand-of-the-Market-2009"  src="/sancho/files/2012/03/The-Invisible-Hand-of-the-Market-2009.jpg" /></p>
<p> Kurz gefasst, handelt es sich dabei um eine künstlerische Darstellung &#8211; mit Fotos, Videowänden und einem Wald von Grundbuchauszügen &#8211; moderner städtischer Ruinenkultur. Im Neubauviertel &bdquo;Ensanche de Vallecas&#8221;, gleich neben dem traditionellen Arbeiterviertel im Madrider Süden, stieß Haake nämlich auf eine seltsame Erscheinung: dass die Straßen einer frisch geplanten Siedlung nach Kunstströmungen benannt sind &#8211; Straße der gegenständlichen Kunst, Straße der expressionistischen Kunst, ja, selbst <i>Straße der Konzeptkunst</i>! Die Leute hatten mal etwas Großes vorgehabt mit diesem Viertel, es sollte Ateliers und Galerien dort geben, Kinderwerkstätten, und nicht nur sollten Künstler preisgünstig in diesem Viertel leben können, man sollte den Straßen und Häusern auch ansehen, dass hier bewusste, ökologisch und nachhaltig denkende Menschen wohnten. </p>
<p> Nun, heute wohnt dort eben kaum jemand. Viele der großspurig geplanten Gebäude sind nur Rohbauskelette, nackte Türme, durch die man hindurchschauen kann, daneben gibt es viele leergefegte Flächen, Zäune, die ein Nichts umschließen, Bänke, Straßenlaternen, Ödland, Müll, umgefallene Straßenschilder &#8211; und natürlich weiterhin die etwas hochtrabenden, ehrgeizigen Straßenbezeichnungen, der wahre Ausdruck des geradezu lächerlichen Kontrasts zwischen Traum und Wirklichkeit. Die Trostlosigkeit solcher Ruinenlandschaften ist uns in Spanien ein vertrauter Anblick geworden.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Die Luftschlösser der unsichtbaren Hand" title="Luftschl_F600_sser-2012"  src="/sancho/files/2012/03/Luftschl_F600_sser-2012.jpg" /></p>
<p> Ich frage mich, ob es tröstet, dieses Elend in Kunst verwandelt zu sehen. Inzwischen glaube ich: ja. Es kann nicht schaden, nachzudenken über das, was schiefgelaufen ist, man muss versuchen, es zu objektivieren. Vielleicht lässt sich dadurch verhindern, dass die eigene Phantasie den Verlust des Hauses nur als Schicksalsschlag nimmt, statt das Systemhafte darin zu erkennen.</p>
<p> Um dieses Systemische ging es Hans Haake immer, wenn ich die Arbeiten aus vierzig Jahren, die in der Madrider Ausstellung zu sehen sind, richtig deute. Und war es früher leicht, Haakes Werk mit dem Etikett &bdquo;Kapitalismuskritik&#8221; zu behängen, glaube ich jetzt eher, dass er lediglich ins Recht gesetzt wurde durch die Katastrophen der letzten Jahrzehnte. Denn diese Kunstwerke haben schon früh propagiert, dass wir nicht in einer geteilten Welt, sondern einer einzigen leben &#8211; so der schwarze Kubus, der vom Engagement einer internationalen Werbeagentur im von der Apartheid beherrschten Südafrika handelt.  </p>
<p> <img alt="Bild zu: Die Luftschlösser der unsichtbaren Hand" title="Global-Marketing-1986-_2B00_-2011"  src="/sancho/files/2012/03/Global-Marketing-1986-_2B00_-2011.jpg" /></p>
<p>Oder die gigantische Zigarettenschachtel, die von der Interessenpolitik der großen Tabakkonzerne erzählt, von einem seinerzeit berüchtigten amerikanischen Politiker und den Kompromissen, die auch sogenannte Demokraten um des Geschäfts willen zu schließen bereit sind. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Die Luftschlösser der unsichtbaren Hand" title="Helmsboro-Country-1990"  src="/sancho/files/2012/03/Helmsboro-Country-1990.jpg" /></p>
<p>Oder die Erinnerung an die wirtschaftliche Basis einer berühmten Kölner Kunstsammlung, die Umstände des Mäzenatentums, kurz: das materielle Standbein einer erlesenen philanthropischen Haltung, die im Betrachten großer Malerei ein Mittel zu Vervollkommnung des Menschen sieht.</p>
<p> <img alt="Bild zu: Die Luftschlösser der unsichtbaren Hand" title="Gr_FC00DF00_e-aus-Aachen-1982"  src="/sancho/files/2012/03/Gr_FC00DF00_e-aus-Aachen-1982.jpg" /></p>
<p>Am Ende ist es schön, dass der Künstler Hans Haake seit vielen Jahren auch dasselbe konkrete Zeichen des Protests und der Ermutigung setzt: einen Grashügel, den er im Museum selbst wachsen lässt. Vierzehn Tage vor Eröffnung wurde das Hügelchen begossen und gepflegt, damit etwas daraus sprieße. Und da ist es nun: <i>Grass Grows</i>. Allein der Blick auf dieses saftige helle Grün verbietet es, ein Wort wie &#8220;Konzeptkunst&#8221; zu sprechen oder zu schreiben. </p>
<p> <img alt="Bild zu: Die Luftschlösser der unsichtbaren Hand" title="Grass-Growths-1969-_2B00_-2011"  src="/sancho/files/2012/03/Grass-Growths-1969-_2B00_-2011.jpg" /></p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; [ Fotos : Hans Haake / Museo Nacional Centro de Arte Reina Sof&iacute;a ]</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/sancho/author/madrid/">Paul Ingendaay</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/sancho">Sanchos Esel</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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