Home
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Blog: Sanchos Esel
Sanchos Esel

Spät essen, laut reden, wenig schlafen, kein Fahrrad haben, die Mülltrennung vergessen, dem berühmtesten Fußballverein der Welt zugucken, bei Rot über die Ampel fahren: Madrid liegt zwar in Europa, erstaunt das deutsche Gemüt aber immer noch. Paul Ingendaay beschreibt spanische Zustände am Morgen danach.

Von

Alle Beiträge zum Thema "Franco"

Verlogen sind wir nicht – aber vielleicht dumm und vergesslich (1)

In den spanischen Kinos läuft ein Film des österreichischen Regisseurs Günter Schwaiger über den Stierkampf an: Arena. Ich habe mir den Film zweimal angesehen, einzelne Szenen öfter. In einer Beziehung ging es mir wie beim vorherigen Film dieses Regisseurs, einem Porträt des in Madrid lebenden ehemaligen Waffen-SS-Offiziers Paul Hafner (Hafners Paradies, 2007). Schwaiger hat aus dem Thema dank seiner filmästhetischen Behandlung und einer eher fragenden als besserwissenden Haltung etwas herausgeholt, was ich nicht für möglich gehalten hätte. Mehr 24.02.2010, 20:50 Uhr von Paul Ingendaay 58 0 0

Siebzig Jahre Scham: Die Totenruhe des Bürgerkriegs

Am 30. August 2006 erschien in der F.A.Z. meine Reportage über eine Exhumierung zweier Bürgerkriegstoter in Navalcán (Toledo). Fast auf den Tag drei Jahre später war ich wieder bei einer Totenausgrabung dabei, diesmal in Lario (León). Je kleiner die Dörfer, desto unheimlicher die Vorgänge. Lario hat im Winter 42 Einwohner. Auch Navalcán ist nicht groß. Und es bleiben so viele Tote, dass man bei dem gegenwärtigen Tempo noch weit mehr als hundert Jahre zu tun hätte. Mehr 01.09.2009, 22:41 Uhr von Paul Ingendaay 58 0 0

Treu versammelt in den Gräben: Briefe über die Franco-Zeit (1)

Man soll sich über Leserbriefe nicht beklagen, und ich verspreche feierlich, es nicht zu tun. Aber zwei Beobachtungen, die eigenen Artikel betreffend, möchte ich nach so vielen Jahren einmal festhalten. Erstens, dass Männer, die an unsere Leserbriefredaktion oder an mich schreiben, meistens meckern, während Frauen meistens loben. Und zweitens, dass die schlimmsten Meckerbriefe den Spanischen Bürgerkrieg und die Franco-Zeit betreffen. Mehr 20.04.2009, 21:53 Uhr von Paul Ingendaay 25 0 0

Möchten Sie Ihrer Frau zum Geburtstag neue Brüste schenken?

Mein Freund José hat mir erzählt, er habe im Real Club de la Puerta de Hierro zu Mittag gegessen, einer seiner Geschäftspartner sei dort Mitglied und habe ihn eingeladen. Mehr 02.04.2009, 08:54 Uhr von Paul Ingendaay 15 0 0

Geboren 1961 in Köln. Studium der Amerikanistik, Anglistik, Hispanistik und Germanistik in Köln, Dublin (Trinity College) und München. Seit 1989 Essays und Rezensionen für die F.A.Z., daneben Lehraufträge an der Universität München. Promotion. Von 1992 bis 1998 Redakteur im Literaturblatt. 1993 erschien die literaturwissenschaftliche Studie „Die Romane von William Gaddis“. Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik 1997. Seit 1998 Feuilletonkorrespondent für Spanien und Portugal mit Sitz in Madrid. Als Buchherausgeber: Javier Marías, „Alle unsere frühen Schlachten“ (Fußballstücke, 2000). Seit 2002, zusammen mit Anna von Planta, Herausgeber der 34-bändigen Werkausgabe von Patricia Highsmith im Diogenes Verlag. Im Jahr 2002 erschien die „Gebrauchsanweisung für Spanien“ (Piper Verlag), die inzwischen in zehnter Auflage vorliegt, 2006 beim Verlag SchirmerGraf der Roman „Warum du mich verlassen hast“, für den der Autor den aspekte-Literaturpreis des ZDF sowie den Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld erhielt. 2011 erschien der Roman „Die romantischen Jahre“ (Piper Verlag).