Berührt, geführt

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Das Schachblog von FAZ.NET

14. Jan. 2018
von Stefan Löffler
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Spielen, Tagen, Feiern

Um die zuletzt sportlich unbedeutende Deutsche Meisterschaft aufzuwerten, gibt es künftig anstelle einer an Meisterspielern eher armen Meisterschaft ein echtes Meisterturnier und ein Hauptturnier sowie weitere, parallel ausgetragene Wettbewerbe. Die Funktionäre des Schachbunds tagen nicht länger fernab vom Schachleben sondern Seite an Seite mit ihren besten Spielern. Damit macht der Schachkongress ein Comeback in Deutschland, wo er zwar nicht erfunden wurde aber bis 1914 aufblühte und Pate für die ältesten Turnierserien in Hastings und Wijk aan Zee stand.

Bürgerliches Schach auf dem Höhepunkt: Deutscher Schachkongress 1914 in Mannheim (Foto: DSB)

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14. Jan. 2018
von Stefan Löffler
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01. Jan. 2018
von Stefan Löffler
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2018 wird besser

Ein ereignisreiches Schachjahr 2018 hat begonnen. Im März wird in Berlin der nächste WM-Herausforderer ermittelt. Im November wird sich dieser in London mit Magnus Carlsen matchen. Im September steht im georgischen Batumi bei der Schacholympiade nicht nur ein spannender Nationenvergleich an sondern nach fast 23 Jahren wohl das Ende von Kirsan Iljumschinows Präsidentschaft im Weltschachbund. Dagegen war der internationale Schachkalender 2017 vergleichsweise entspannt. Trotzdem ist Denkwürdiges passiert. Ein Rückblick.

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01. Jan. 2018
von Stefan Löffler
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27. Dez. 2017
von Stefan Löffler
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Musste es wirklich Saudi-Arabien sein?

Ausgerechnet in der saudischen Hauptstadt Riad werden seit Dienstag die Weltmeisterschaften im Schnell- und im Blitzschach ausgetragen. In einem Land, das bisher nur mit Schach in Zusammenhang gebracht wurde, weil ein saudischer Mufti öffentlich gegen das Spiel wetterte. So dass die Vereinigung der Schachprofis auf die Vergabe durch den Weltschachbund FIDE mit einem Protest reagierte. Da müssen ein paar Fragen erlaubt sein.

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27. Dez. 2017
von Stefan Löffler
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18. Dez. 2017
von Stefan Löffler
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7300
     

Sieben mal sieben

Keines der fünf wichtigsten Einladungsturniere konnte Magnus Carlsen dieses Jahr gewinnen. Mit seiner Dominanz sei es vorbei, meint Jan Nepomnjaschtschi. Die Konkurrenz komme inzwischen besser mit Carlsen zurecht. Außerdem falle es dem Weltmeister schwerer, sich zu motivieren, nachdem er schon alles gewonnen habe. Wenn Carlsen tatsächlich die Motivation abgeht, sollte er sich Yoshiharu Habu zum Vorbild nehmen. Der Japaner hat kürzlich einen bemerkenswerten Rekord aufgestellt. Habu gewann das renommierte Ryuo-Turnier zum siebten Mal und hat damit die sieben bedeutendsten Shogiturniere allesamt schon mindestens siebenmal gewonnen. Wer ein solches Turnier siebenmal gewonnen hat, trägt den Titel bis zu seinem Tod. Habu hält nun alle sieben Titel, auch „sieben Kronen“ genannt, auf Lebenszeit.

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18. Dez. 2017
von Stefan Löffler
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10. Dez. 2017
von Stefan Löffler
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Alpha Zero statt Alpha Beta

Was die jüngsten Nachrichten aus London für das Schach bedeuten, ist noch kaum zu überblicken. Die Folgen könnten gewaltig sein. Das liegt vor allem an Deep Mind, dem Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz, das gerade die Schachszene aufmischt und an seinem Sitz am Pancras Square vorige Woche das London Chess Classic mit einem Fundraiser und der ersten Runde eröffnete. Das feuert Spekulationen an, dass Google bald richtig ins Schachsponsoring einsteigt.

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10. Dez. 2017
von Stefan Löffler
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17. Aug. 2017
von Stefan Löffler
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Kasparows verpasste Chancen und ein Geschenk

So hat sich Garri Kasparow seine auf fünf Tage beschränkte Rückkehr ins Weltklasseschach wohl nicht vorgestellt: Nach neun Runden Schnellschach teilt er in St. Louis den letzten Platz – unter anderem mit Vishy Anand, dem einzigen seiner Gegner, gegen den er auch vor seinem Rückzug vom Profischach 2005 gespielt hatte. Seine bisher einzige Gewinnpartie im Schachclub und Schulschachzentrum St Louis verdankt der sowohl unter russischer als auch kroatischer Flagge antretende Exweltmeister einem einzügigen Turmeinsteller von Le Quang Liem in ausgeglichener Stellung. Dabei erspielte sich Kasparow Chancen, die gereicht hätten, um ganz vorne liegen zu können. Gegen Lewon Aronjan, der nach dem Schnellschach in Führung liegt, verpasste der Exweltmeister den möglichen Gewinn. Gegen Jan Nepomnjaschtschi und gegen David Navara verlor er durch taktische Schnitzer für ihn vorteilhafte bis gewonnene Stellungen.

Ein ums andere Mal teilte er sich die Bedenkzeit – 25 Minuten plus zehn Sekunden pro Zug – schlecht ein und dachte über einzelne Entscheidungen zu lange nach. Nun folgt an diesem Donnerstag und Freitagabend jeweils ab 20 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit das Blitzen (Liveübertragung bei Chess24). In den 18 ausstehenden Fünf-Minuten-Partien werde Kasparow viele gewinnen, prophezeit der Tabellenführer Aronjan, weil dann schlicht die Zeit fehle, überhaupt wieder so ins Grübeln zu kommen. Wie es Kasparow am ersten Turniertag erging und was ihn derzeit sonst antreibt, ist in diesem FAZ-Stück nachzulesen.

 

17. Aug. 2017
von Stefan Löffler
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12. Jul. 2017
von Stefan Löffler
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Bella Figura

Wo Schachgroßmeister mit russischen Oligarchen, Diplomaten, Bankern, Edeluhrmachern und schönen Frauen anstoßen wie bei der Party zum Auftakt des Genfer Grandprixturniers, wirkt die internationale Schachwelt noch in Ordnung. Doch hinter dem schönen Schein brodelt es. Dem Weltschachbund ist die Veranstaltungs- und Vermarktungsfirma Agon des Russen Ilja Merenzon inzwischen mehrere Hunderttausend Euro an Lizenzabgaben schuldig. Die Preisgelder des vorigen Grandprixturniers in Moskau wurden den Profis, wie Chess.com erfuhr, mit sechs Wochen Verspätung bezahlt – gerade noch rechtzeitig, um die Stimmung nicht zu verderben.

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12. Jul. 2017
von Stefan Löffler
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02. Jul. 2017
von Stefan Löffler
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Bühne der Hoffnungsträger

Mindestens die Hälfte der Teilnehmer hatte auf einer Deutschen Einzelmeisterschaft im Schach zumindest aus sportlicher Sicht nichts verloren. Trotzdem wurde die diesjährige Auflage im Gegensatz zur preisgeldlosen Meisterschaft in Lübeck vorigen Oktober ihrem Namen halbwegs gerecht. Mehrere Nationalspieler und Nachwuchshoffnungen des deutschen Schachs nahmen die Einladung in die thüringische Stadt Apolda an, so dass neben Amateurgeschiebe auch absolut vorzeigbares Schach geboten wurde. Überzeugender Sieger wurde Liviu-Dieter Nisipeanu, der 2014 vom Rumänischen zum Deutschen Schachbund wechselte und in Apolda als Elofavorit startete. Dahinter reihten sich die jungen Hoffnungsträger wie der 19 Jahre alte Alexander Donchenko. Nisipeanu konnte ihn im entscheidenden direkten Aufeinandertreffen dank einem Knallerzug besiegen. Statt seinen angegriffenen Turm von b7 abzuziehen, schob er seinen Springer von e3 nach d5:

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02. Jul. 2017
von Stefan Löffler
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27. Jun. 2017
von Stefan Löffler
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Viel Moderation, wenig O-Ton – und Carlsen

Wenn der größte Medienkonzern Frankreichs ins Spitzenschach einsteigt, lohnt es sich genauer hinzusehen. Wie bringen die Fernseh- und Multimediaprofis von Vivendi und seinen Tochterunternehmen Canal Plus und Dailymotion die Präsentation voran? Vorige Woche absolvierte die Weltspitze fünf Spieltage in einem Pariser Fernsehstudio. Da waren zwar keine Zuschauer zugelassen, aber dafür umso mehr Kameras im Spiel. Die entstandenen Bilder sind beeindruckend. Spannend war es auch. Nach seinem schwachen Auftritt in Stavanger in der Vorwoche hatte Magnus Carlsen Probleme mit dem Selbstvertrauen eingestanden, aber prognostiziert, dass er in Paris gut abschneiden werde: Schließlich stand zum Auftakt der mit insgesamt 1,2 Millionen Dollar dotierten Grand Chess Tour kein klassisches Schach mit langer Bedenkzeit sondern Schnellschach und Blitzschach auf dem Programm. Und dabei würde er ja nicht ins Grübeln kommen. Aber wir kamen beim Zuschauen ins Grübeln und zwar vor lauter Kommentatoren und Moderatoren. Warum werden die Akteure selbst so wenig zu Wort kommen gelassen?

Maxime Vachier-Lagrave und Magnus Carlsen zwischen der letzten Runde und ihrem Stechen um Platz eins. (Foto: Lennart Ootes)

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27. Jun. 2017
von Stefan Löffler
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15. Jun. 2017
von Stefan Löffler
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9756
     

Carlsen sieht die Drohung nicht

Wenige Tage nach seiner spektakulären Niederlage gegen Aronjan ist Magnus Carlsen vor heimischem Publikum in Stavanger gleich noch einmal hübsch auskombiniert worden. Und zwar von Wladimir Kramnik. Als Kramnik ihn nach der Partie fragte, warum er sich auf die Komplikationen einließ, erhielt der Russe von Carlsen eine verblüffende Antwort. Als der Weltmeister in folgender Stellung nämlich mit Schwarz seine Dame von a7 nach c7 zog (nach 22. … Ta8 oder 22. … Tc8 wäre es etwa gleich gestanden), hatte er den folgenden Einschlag überhaupt nicht gesehen. Auch wenn dem Norweger der entscheidende Fehler erst später unterlief, ist dieses Übersehen bezeichnend für seine derzeit miserable Form.

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15. Jun. 2017
von Stefan Löffler
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11. Jun. 2017
von Stefan Löffler
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Und ewig lockt h7

Eigentlich hätte Lewon Aronjan sogar einen noch stärkeren Zug gehabt, der wahrscheinlich auf banale Weise zum Sieg geführt hätte. Doch die Chance, den Weltmeister mit einem klassischen Läuferopfer auf dem Feld h7 fertigzumachen, kriegt man nur einmal im Leben. So begab es sich zwischen Aronjan und Magnus Carlsen in der vierten Runde des „Alitbox Norway Chess“-Einladungsturniers in Stavanger nach 16 Zügen, dass der weiße Läufer sein Leben für den schwarzen h-Bauern aushauchte.

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11. Jun. 2017
von Stefan Löffler
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26. Mai. 2017
von Stefan Löffler
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1994
     

Karpow hier, Karpow da

Am Montag wird im Bundestag Schach gespielt. Die Linke-Fraktion lädt ein, und Hobbyspieler wie Eberhard Gienger (CDU) oder Öczan Mutlu (Grüne) haben sich angekündigt. Es ist nämlich eine Delegation der russischen Duma in Berlin zu Gast. Angeführt wird sie von Anatoli Karpow, der seit 2011 für Putins Partei „Einiges Russland“ im russischen Parlament sitzt und seine Bekanntheit nun als eine Art Schachdiplomat in Diensten des Kremls einsetzt.

Der frühere Weltmeister hat schon eine Reihe solcher Schachvergleiche initiiert. Als die Schachspieler aus der Duma vor drei Jahren das Berner Bundeshaus besuchten, regte sich Kritik. Wie konnten sich Schweizer Abgeordnete mitten in der Ukrainekrise mit Vertretern des Aggressors ans Schachbrett setzen? Ebenfalls 2014 besuchte er Wien und hielt eine Brandrede gegen die NATO.

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26. Mai. 2017
von Stefan Löffler
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14. Mai. 2017
von Stefan Löffler
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Schulschach als Chefsache

Die größte jährliche Schachwerbeveranstaltung der Welt hat sich selbst übertroffen. 4240 Schüler und Schülerinnen kamen vorigen Dienstag in die Hamburger Barclaycard Arena, um beim traditionellen Match Rechtes Alsterufer gegen Linkes Alsterufer je eine Partie Schach zu spielen (Cosponsor Chessbase zeigt sehenswerte Fotos von Stefan Malzkorn). Das Rechte Alsterufer gewann mit 1076:1046 (einige Schüler spielten anscheinend keine gewertete Partie). Es war der zwanzigste Sieg des Rechten Alsterufers. In der ewigen Tabelle liegt das Linke Alsterufer immer noch deutlich vorn mit 36 zu 20 Siegen.

Die Erfolgsgeschichte nach einer Idee des Lehrers Franz Buroh begann 1958 mit knapp 200 Schülern und einem vom damaligen Präsidenten des Deutschen Schachbunds Emil Dähne gestifteten Silberpokal. Im gleichen Jahr formierte sich der Hamburger Schachjugendbund. Er war das Vorbild für die 1970 gegründete Deutsche Schachjugend. Bisher hat der Deutsche Schachbund das Thema Schulschach seiner weitgehend eigenständigen Jugendorganisation überlassen. Das sollte sich nun ändern.

4240 Teilnehmer bei Rechtes Alsterufer – Linkes Alsterufer bedeuten in Hamburg Weltrekord (Foto: Dirk Eisermann)

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14. Mai. 2017
von Stefan Löffler
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06. Mai. 2017
von Jan Sprenger
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Und Anand an Brett vier

Der Mailander Abend ist wolkenlos; scharf zeichnet sich das Profil der schneebedeckten Dreitausender gegen die tiefblaue, von der Mondsichel geschmückte Himmelskuppel ab. Mit einem leichten inneren Seufzen stehe ich, es ist halb neun, auf dem Flughafen Malpensa, im Schatten der Alpen. Es ist der letzte Aprilfreitag. Eine intensive Arbeitswoche liegt hinter mir, und ich freue mich auf das Bett, das mich in Berlin erwartet. Danach folgt aber ein langes Schachbundesliga-Wochenende, in dem ich mich starker Gegnerschaft stellen muss. Es ist die zentrale Endrunde der Bundesliga, das “Finale”, inklusive des großen Showdowns in der Vorschlussrunde, wenn der mit Weltstars gespickte Tabellenführer aus Baden-Baden auf den Überraschungsmeister der Vorsaison aus Solingen trifft. Auch wenn alles auf den elften Titelgewinn der OSG Baden-Baden hinauszulaufen scheint – zu viele Punkte haben die Verfolger bereits liegenlassen – so ist dieser Kampf doch ein Highlight, zu dem man sich selbst vom Krankenlager aus aufmachen würde. Darauf hoffen auch die Organisatoren: mein Klub, die Schachfreunde Berlin, die dieses Finale mit Hilfe vieler ehrenamtlicher Helfer und der Unterstützung der Stadt Berlin möglich gemacht haben.

Schachbundesliga in Berlin – Zuschauer umringen das Brett von Aronjan (Foto: Theo Heinze)

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06. Mai. 2017
von Jan Sprenger
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28. Apr. 2017
von Stefan Löffler
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Die stärkste Liga wagt ihren stärksten Auftritt

In vielen Ländern wird die nationale Schachliga zentral ausgetragen. In England oder Österreich sind die Spieltage über einige Wochenenden verteilt, in der Schweiz findet nur die abschließende Doppelrunde an einem gemeinsamen Ort statt, in Frankreich und Spanien wird dafür gleich das ganze Turnier an einem Stück durchgezogen. Das spart Reise- und Veranstaltungskosten und hält die Terminkalender der Profis übersichtlich. Viele verdingen sich schließlich in mehreren nationalen Ligen parallel. Dass sich viele Vereine gerne mit Heimkämpfen präsentieren, ist eigentlich eine Spezialität der Schachbundesliga. So präsentiert sich die stärkste Schachliga der Welt, die ein Vorbild für andere nationale Ligen war, in ihrer 27jährigen Geschichte erst zum vierten Mal mit einer zentralen Austragung an diesem Wochenende in Berlin.

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28. Apr. 2017
von Stefan Löffler
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