Berührt, geführt

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Das Schachblog von FAZ.NET

23. Apr. 2017
von Stefan Löffler
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Lange Denken führt zu nichts

Züge, über die länger als zwanzig Minuten nachgedacht wird, stellen sich später oft als Fehler heraus, hat der englische Großmeister John Nunn einmal festgestellt. Lewon Aronjan belustigte sich dieser Tage über zu langes Nachdenken. Der vorzeitige Sieger des Grenke Chess Classic grübelte in seiner letzten Partie allerdings selbst außergewöhnlich lange über seinen 42. Zug nach, nämlich volle fünfzig Minuten. Nunns Orakel traf auch in seinem Fall zu. Heraus kam ein Fehler, der aus einer gewonnenen Stellung eine fast verlorene machte. Aronjan und sein Gegner Fabiano Caruana hatten beide gerade je einen Bauern in eine neue Dame umgewandelt, wobei Caruana, der bereits einen Springer weniger hatte, um die Umwandlung zu ermöglichen, auch noch einen Turm opfern musste. Weil Aronjans König offen und die meisten seiner Figuren zu weit entfernt zum Verteidigen standen, waren Aronjans Mehrfiguren aber nicht ausschlaggebend, da die weiße Dame und der weiße Turm über seinen König herzufallen drohen. Viel, sehr viel kam auf seinen folgenden Zug an.

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23. Apr. 2017
von Stefan Löffler
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22. Apr. 2017
von Stefan Löffler
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Carlsen mit Struppeltolle aber ohne Chance auf Turniersieg

Neue Brille, neuer Haarschnitt, neue Freundin – oder muss es heißen, endlich eine Freundin? Der Weltmeister sorgte beim Grenke Chess Classic von Anfang an für Gesprächsstoff. Nur nicht der von ihm gewünschten Art. So sehr sich Magnus Carlsen auch bemühte, endeten alle seine Partien remis, bis sich Georg Meier in Runde fünf erbarmte und ihm die Eröffnung vorgab. Am Freitag tauchte dann allerdings schon nach nur zehn Zügen wieder das Remisgespenst auf. Eine Zugwiederholung war das beste, was Arkadi Naiditsch sich mit Weiß hier gegen Carlsen ausrechnete.

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22. Apr. 2017
von Stefan Löffler
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20. Apr. 2017
von Stefan Löffler
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Aronjan gelingt alles

Als Deutschland 2011 Europameister wurde dank einem 2,5:1,5 gegen Armenien in der Schlussrunde, holte Arkadi Naiditsch am ersten Brett gegen Lewon Aronjan ein Remis. Beim Grenke Chess Classic ist das dem mittlerweile nicht mehr für Deutschland sondern Aserbaidschan antretenden Großmeister nicht gelungen. Dagegen gelingt Aronjan in diesem Turnier fast alles. So verteidigte er eine wildromantische Partie gegen Weltmeister Carlsen. Gegen Naiditsch schlug er nach 23 Zügen los:

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20. Apr. 2017
von Stefan Löffler
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19. Apr. 2017
von Stefan Löffler
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Patt in 192 Zügen

Wenn die zwei nominell stärksten Spieler eines Turniers aufeinandertreffen, sind die Erwartungen hoch. Zumal wenn es der Weltmeister mit jenem Rivalen zu tun hat, der ihn so oft geschlagen hat wie sonst keiner. Die Kampfhandlungen zwischen Magnus Carlsen und Fabiano Caruana in der vierten Runde des Grenke Chess Classic währten indessen nur kurz. Nach 20 Zügen war der Weltmeister auf den ersten Blick in Schwierigkeiten, weil der Läufer, der seinen frech vorgepreschten Springer deckte, angegriffen war und kein Rückzugsfeld hatte, wo er nicht entweder geschlagen würde oder seine Deckungsaufgabe verlor.

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19. Apr. 2017
von Stefan Löffler
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17. Apr. 2017
von Stefan Löffler
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Einladung zum Reinschlagen

Es geht weiter munter zur Sache beim Grenke Chess Classic. Mindestens 1500 Schachfans waren bei der dritten Runde des Weltklasseturniers in der Karlsruher Schwarzwaldhalle dabei. Dabei sahen sie unter anderem folgende malerische Stellung, in der sich Georg Meier mit Schwarz seinem amerikanischen Gegner Fabiano Caruana geschlagen gab:

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17. Apr. 2017
von Stefan Löffler
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16. Apr. 2017
von Stefan Löffler
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Das Remis des Jahres

„Ein unglaubliches Remis! Besser als ein schöner Sieg! Das beste Remis seit Jahren! Unfassbar!“ Peter Leko sprühte vor Begeisterung über das, was sich zwischen Magnus Carlsen und Lewon Aronjan abspielte. Der Ungar, der 2004 fast Kramnik als Weltmeister abgelöst hatte, kommentiert die Spiele in der Karlsruher Schwarzwaldhalle für das Onlinepublikum. Und dieser wildromantische Schlagabtausch zwischen dem Weltmeister und dem armenischen Großmeister mit zahlreichen ungewöhnlichen und komplizierten Stellungen war tatsächlich ein Juwel. So stand es nach 33 Zügen:

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16. Apr. 2017
von Stefan Löffler
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15. Apr. 2017
von Stefan Löffler
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9912
     

Die besondere Kraft mysteriöser Züge

Deutschlands Schachereignis des Jahres, das Grenke Chess Classic, hat in Karlsruhe am Karsamstag mit einem Knaller begonnen. In der spannendesten Partie stand es nach 16 Zügen so:

Maxime Vachier-Lagrave, Fünfter der Weltrangliste aus Frankreich, hat einen Bauern geopfert. Seine Figuren stehen bedrohlich. Ein Durchbruch mit e5-e6 im richtigen Moment kann tödlich für Schwarz sein. Mit h4-h5, Sf3-g5 und Lf1-h3 kann er es vorbereiten. Wie soll Schwarz gegenhalten? Schwarz ist Arkadi Naiditsch. Nach einer halben Stunde Nachdenken hat er gerade den verblüffenden Zug Ta8-a7 gefunden. Sehen Sie auch, was er damit im Schilde führte? Naiditschs nächster Schwarzzug hier haute die Kommentatoren fast vom Hocker. Vachier-Lagrave sagte hinterher, er habe es völlig übersehen.

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15. Apr. 2017
von Stefan Löffler
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14. Apr. 2017
von Stefan Löffler
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1714
     

Ein Ausflug ins 19. Jahrhundert

Über den amerikanischen Meister Frank Marshall wird erzählt, dass nach einem spektakulären Damenzug nach g3, wo die Dame gleich von zwei Bauern und der gegnerischen Dame geschlagen werden konnte, Gönner Goldmünzen auf sein Brett prasseln ließen. In Wahrheit hat es sich profaner abgespielt. Nun hat Vishy Anand ein kaum minder spektakuläres Damenopfer auf dem gleichen Feld gebracht. Und dabei saß der Gönner gleich auf der anderen Seite des Bretts.

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14. Apr. 2017
von Stefan Löffler
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1714

     

13. Apr. 2017
von Stefan Löffler
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Taliban in Herne

Anfang voriges Jahr ging durch die Weltmedien, dass Schach in Saudi-Arabien verboten werde. Islamischen Fanatikern traut man ja alles zu. Wirklich dran an der Geschichte war nur, dass ein einzelner, wenn auch sehr einflussreicher Kleriker Schach für unislamisch erklärt hatte. In Saudi-Arabien durften seitdem alle Schachveranstaltungen weiterhin wie geplant stattfinden. Verboten wurde Schach kurze Zeit später mitten in Deutschland. Vertreter des Ordnungsamts Herne brachen ein Blitzturnier ab. Wegen Störung des Karfreitags.

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13. Apr. 2017
von Stefan Löffler
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27. Mrz. 2017
von Stefan Löffler
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Hat Wei Yi keine Lobby?

Wei Yi ist siebzehn, der stärkste Junior der Welt und schon in den Top dreißig. Dass er „erst“ 2725 Elopunkte hat, liegt nur daran, dass er gelegentlich Opens spielen muss und sich dabei öfter Gegnern zu erwehren hat, die stärker als ihre Rating und überaus zufrieden mit einem Remis gegen ihn sind.  Einladungen zu Weltklasseturnieren hat der vielleicht künftige Weltmeister nämlich so gut wie keine. Seit Donnerstag läuft eines in der südchinesischen Wirtschaftsmetropole Shenzhen. Doch nicht einmal im eigenen Land ist Wei mit von der Partie. Hat der Junge denn keine Lobby? Magnus Carlsen konnte sich in dem Alter vor Einladungen kaum retten. Dabei hat sich der heutige Weltmeister damals bei seinen ersten Weltklasseturnieren vergleichsweise nicht so gut geschlagen wie Wei.

Hat das Zeug zum Weltmeister aber keine Einladungen: Wei Yi, 17 (Foto: Alina L´Ami für Tata Steel Chess)

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27. Mrz. 2017
von Stefan Löffler
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21. Mrz. 2017
von Stefan Löffler
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Der Schachverein ist tot, es lebe der Schachverein!

2016 sind die Mitgliederzahlen im Deutschen Schachbund erstmals wieder gewachsen. Seit der Wiedervereinigung hatten die Abmeldungen die Neuzugänge jährlich um ein paar Hundert oder sogar mehr als Tausend überstiegen (etwas Auf und Ab in den 1990ern dürfte eher an der Erhebungsweise gelegen haben). Von einer Trendwende lässt sich nun bei einem Zuwachs von 78 Mitgliedern oder 0,09 Prozent kaum sprechen. Zumal sich am grundlegenden Trend nichts geändert hat: In den Altersgruppen unter zwölf und über sechzig Jahren legt das Vereinsschach zu, bei den Zwanzig- bis Vierzigjährigen dünnt es aus. Rückläufig ist auch die Zahl der Vereine. Von einmal 3000 deutschen Schachvereinen hat jeder fünfte das letzte Vierteljahrhundert nicht überlebt. Dass es nicht schlimmer kam, ist zu einem nicht geringen Teil der Deutschen Schachjugend zu verdanken. In Sachen Vereins- und Verbandsentwicklung ist die Jugendorganisation dem Deutschen Schachbund nämlich um einiges voraus.

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21. Mrz. 2017
von Stefan Löffler
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10. Mrz. 2017
von Stefan Löffler
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Schach, Lügen und Video

Der März ist dieses Jahr ein eher ruhiger Monat im Schach, dafür beschäftigen Intrigen die Szene: Im Deutschen Schachbund wurde der Bundestrainer von einem Großmeisterkollegen mit Ehrenamt so lange drangsaliert, dass nun eine Schlammschlacht läuft. Zwei russische Großmeister werden bezichtigt, einer habe dem anderen den entscheidenden Punkt bei der Russischen Meisterschaft geschenkt, worauf dieser nun beim Grandprix in Schardscha seinem Kollegen den Punkt zurückgegeben haben soll. Und eine Großmeisterin, die als Regimeopfer dasteht, weil sie ohne Kopftuch spielt, lässt freizügige Aufnahmen anderer iranischer Spielerinnen verbreiten. Aber der Reihe nach.

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10. Mrz. 2017
von Stefan Löffler
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28. Feb. 2017
von Stefan Löffler
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Carlsen in Karlsruhe – und bei den Simpsons

Sein nächstes Turnier spielt der Weltmeister in Deutschland. Seine Fans haben nicht nur zum Zuschauen Gelegenheit. Sie können im gleichen Saal wie Magnus Carlsen beim größten deutschen Open (Ausschreibung) selbst ans Brett gehen. Es findet über die Ostertage von 13. bis 17. April in der Kongresshalle Karlsruhe statt. Carlsens Gegner in einem Rundenturnier sind neben den Weltklassekollegen Fabiano Caruana (Nummer 3 der Weltrangliste), Maxime Vachier-Lagrave (5) und Lewon Aronjan (9) die (Noch-)Weltmeisterin Hou Yifan, die beiden deutschen Nationalspieler Matthias Blübäum und Georg Meier sowie der nach Aserbaidschan gewechselte frühere deutsche Spitzenspieler Arkadi Naiditsch.

Caruana und Carlsen, hier beim beim Grenke Classic 2015, sind Ostern dabei (Foto: Georgios Souleidis)

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28. Feb. 2017
von Stefan Löffler
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17. Feb. 2017
von Stefan Löffler
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Schach unterm Hidschab

Seit einer Woche stehen die Schachwebsites voller Bilder wie diesem. Die Frauen-Schach-WM findet in Teheran statt. „Erste Hidschab-Schachweltmeisterschaft“ höhnte der englische Großmeister Nigel Short. Wer teilnehmen will, darf nur Gesicht und Hände zeigen. Der größte Teil der Haare muss bedeckt sein. Die Teilnehmerinnen gehen, wie man sieht, durchaus kreativ damit um. Doch welch eine Aufregung gab es im Vorfeld. Nazi Paikidze-Barnes, eine Amerikanerin georgischer Herkunft, führte eine Kampagne gegen die Entscheidung und rief zu ihrem Boykott auf. Ihr Name stand in zahlreichen internationalen Medien. Was man zur Einordnung noch alles wissen musste, fehlte oder ging unter.

So hat es die Georgierin Sopiko Guramischwili gelöst.

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17. Feb. 2017
von Stefan Löffler
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14. Feb. 2017
von Alexander Armbruster
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Anands geheime Computerwaffe

Schnellere, leistungsfähigere Computerprogramme krempeln nahezu alle Lebensbereiche um. Viele Arbeitsplätze und Berufsbilder verändern sich, die Kindererziehung ebenfalls, das Aufwachsen sowieso. Und auch das Schach. Ausprägungen davon gibt es zahlreiche. Wer moderne Partien nachspielt auf Weltspitzenniveau, findet seltener klare „Themen“, wie sie noch in klassischen Lehrbüchern (à la Nimzowitsch beispielsweise) vorkommen; eine Partie dominierende Prinzipien wie das Spiel mit oder gegen einen Isolani, offene Linien oder unterschiedlich wertvolle Leichtfiguren sind selten anzutreffen, wenn überhaupt. Ein wichtiger Grund dafür sind die Computer, ist sozusagen „Big Data“ im Schach – und die Devise: Was geht, das geht. An die Stelle eine persönlichen Einschätzung tritt das klare Rechenergebnis.

Der frühere Weltmeister Viswanathan Anand hat das gerade eindrucksvoll erzählt. Während eines Gesprächs in der indischen Denkfabrik Chennai International Centre (CIC) hat er unter dem Titel „Chess: Evolution from Mind to Machine“ teils ganz persönliche Einblicke in seine Karriere und das Thema gegeben, wie die indische Zeitung „Firstpost“ berichtet.

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14. Feb. 2017
von Alexander Armbruster
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