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Zur Sicherheit

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Von den Alpen bis zum Hindukusch, von der Kieler Förde bis in den Golf von Aden: Die Kräfte der Bundeswehr sind längst über den halben Globus

Fußnoten (III)

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Drei Anmerkungen zum Rücktritt von Karl-Theodor zu Guttenberg (hier der Wortlaut seiner Erklärung) als Verteidigungsminister: 1. Auch im Abgang hat er alle...

Drei Anmerkungen zum Rücktritt von Karl-Theodor zu Guttenberg (hier der Wortlaut seiner Erklärung) als Verteidigungsminister:

1. Auch im Abgang hat er alle Dimensionen übertroffen. Eine Hundertschaft von Journalisten und Kameraleuten drängte sich vor der Sicherheitsschleuse, um zu der sehr kurzfristig angekündigten Stellungnahme zu kommen, während die Feldjäger in aller gediegenen Bärenruhe die Sicherheitsüberprüfung machten. Als die Pforten geschlossen werden sollten und noch eine gewaltige Traube vor den Türen stand, brachen alle Schleusen: Alle Mann im Laufschritt durch den piependen Metalldetektor, vorbei an achselzuckenden Sicherheitsleuten.

2. Eine respektable Erklärung. Gerade im Kontrast zu den bisherigen Äußerungen, die zwischen scharfer Zurückweisung „abstruser“ Vorwürfe und der Klage über „absurde“ Begleiterscheiungen einer medialen Hatz wechselten, und die auf, wie wir meinen, unglaubwürdigen Behauptungen über das Entstehen seiner Dissertation beharrten. Wäre der Schritt, sagen wir, eine Woche früher erfolgt, so wäre Guttenberg weniger als Getriebener erschienen. Doch mit dem Verweis auf die Trauerfeier für die gefallenen Soldaten und auf die Notwendigkeit, „das Haus zu bestellen“, hat Guttenberg eine wiederum zu respektierende Begründung geliefert, mindestens in der Rückschau. Zudem eine geschickte Erklärung. Guttenberg hat darin seine Talente noch einmal zur Entfaltung gebracht.

3. Ein Abgang infolgedessen, der eine politische Wiederauferstehung ermöglichen wird. Wenn er denn will.

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28 Lesermeinungen

  1. Schnucki, wir lieben Dich!
    Du...

    Schnucki, wir lieben Dich!
    Du bist unser Bundeskanzler der Herzen!
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    Wie peinlich von der CDU, alle seine Wahlkampfauftritte in Baden-Württemberg zu canceln. Wettertanne spielen kann er doch auch ohne ein Ministeramt zu haben.
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    Seine politische Zukunft sehe ich entweder als Bundespräsident oder als EZB-Chef.

  2. HansMeier555@: Schnee von...
    HansMeier555@: Schnee von Gestern. Wer wird der Neue sein?

  3. @Plindos
    Paris Hilton, Lothar...

    @Plindos
    Paris Hilton, Lothar Matthäs, was weich ich. Meinetwegen Boris Becker. Oder Stefan Raab. Daniel Küblblöck.
    .
    Fragen Sie Diekmann.

  4. @Stephan Löwenstein:
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    Auch...

    @Stephan Löwenstein:
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    Auch wenn man alle Quellen korrekt angibt, werden aus Zitatcollagen noch lange keine guten Texte.

  5. Einem genialen Hochstapler...
    Einem genialen Hochstapler glaubt man auch noch nach seiner Entlarvung.

  6. Der erste angemessene...
    Der erste angemessene Kommentar zum Rücktritt an diesem Tag! der Rest ihrer Zunft ergeht sich ja schon wieder in der Kritik an der Rücktrittsbegründung. Recht hat er, wenn er sagt, der Tod von drei Soldaten sei in der Debatte vollkommen untergegangen. Auch ein Teil der Medien sollte sich mal überprüfen!

  7. Erinnert sich noch jemand an...
    Erinnert sich noch jemand an Michael Diestel? 1990 war er ein paar Wochen lang der bestaussehendste Minister der DDR-Regierung.
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    Günter Krause versuchte sich später in Bankgeschäften, das gleiche rate ich zu Guttenberg. Wenn der bei den Omas an der Haustür klingelt, kann er ihnen jedes Schrottpapier verkaufen.

  8. @HansMeier555,

    und...
    @HansMeier555,
    und zwischendurch sollten Sie sich mal den „Schaum“ vom Mund wischen!

  9. Tut mir leid, aber ich finde...
    Tut mir leid, aber ich finde diese Rücktrittserklärung peinlich und erbärmlich. Passend zur Affäre. Es sind wieder die anderen (in dem Fall die Medien), die sich nur auf ihn konzentrieren und ihn nicht seine Arbeit machen lassen. Deshalb muss er jetzt leider zurücktreten. Dagegen spricht, das Westerwelle erst heute morgen (gut zwei Stunden vorher) von diesem Schritt erfahren haben soll und auch Mappus gestern noch öffentlich zum durchhalten aufrief. Nee, hier versucht jemand seinen Abgang zu beschönigen, wo es schon lange nicht mehr zu beschönigen gibt. Hätte der Mann wirklich das politische Talent, das ihm nachgesagt wird, hätte er vor zwei Wochen, als die Affäre hochkochte, das ganze mit einem mea culpa zugegeben und wäre zurückgetreten. Dann hätte er nach relativ kurzer Zeit wieder zurückkommen können. So aber eher nicht.

  10. Waidmannsheil, FAZ,...
    Waidmannsheil, FAZ, Waidmannsheil,
    in den beinahe 40 Jahren, während denen ich Ihre – trotzdem immer noch – geschätzte Zeitung lese, sind viele Politiker durch Handlungen auffällig geworden, die man als unehrenhaft, unmoralisch, ungeschickt oder unverantwortlich bezeichnen konnte, aber in keinem Fall noch hatte ich den Eindruck, daß die FAZ sich über die umfassende Berichterstattung hinaus – gewissermaßen persönlich – engagiert. In der Causa Guttenberg jedoch schon. Dies hat mich abgestoßen, wo ich doch überhaupt noch nie so viel Häme, Gemeinheit, Niedertracht und regelrechten Haß im Publikum gespürt habe, wie hier. Kein Wunder also, wenn Ihnen das von verschiedenen Lesern vorgehalten wird, auch wenn die FAZ-Berichte – so wie dieser – jetzt wieder ruhiger zu werden scheinen. Natürlich macht jeder seine Fehler selbst, aber die Art, wie die Medien mittlerweile mit den handelnden Politikern umgehen, widert mich an. Leider ist ja auch die Empörung über Fehler bürgerlicher Politiker immer größer als über die Defizite anderer Akteure, wahrscheinlich, weil man von diesen anderen sowieso nichts besseres erwartet.
    Nun denn, so ist die FAZ auch unter die Jäger gegangen; und dann bei der ersten Treibjagd gleich solch eine Trophäe, Waidmannsheil !

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