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"Nach vorher erfolgter Abstimmung mit der pakistanischen Seite"

02.12.2011, 13:22 Uhr

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An dem Vorfall “Green on Blue” in der Nacht vom 25. auf den 26. November im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet waren nach Angaben der Bundesregierung keine deutschen Soldaten beteiligt. Das ist aus Parlamentskreisen, wie man so sagt, zu hören. Es haben demnach Deutsche Soldaten auch keine Kenntnis davon gehabt – Deutsche seien nicht in den zuständigen Hauptquartieren eingesetzt gewesen. Die Bundesregierung stützt demnach die amerikanische Version des Vorfalls, wonach man auf Beschuss reagiert und sich mit der pakistanischen Seite abgestimmt habe.

Die deutsche Version lautet also:  In Reaktion auf einen Beschuss durch feindliche Kämpfer (OMF) hätten afghanische Spezialkräfte und US-amerikanische Isaf-Kräfte im Rahmen einer gemeinsamen ANSF-/ISAF-Operation “unter dem Kommando des RC East grenzüberschreitend nach vorher erfolgter Abstimmung mit der pakistanischen Seite nach Pakistan hinein das Feuer erwidert”. Hierbei seien die Isaf-Kräfte durch Kampfflugzeuge und Kampfhubschrauber unterstützt worden. Im Anschluss an das Gefecht sei die Isaf von Pakistan informiert worden, dass zahlreiche pakistanische Soldaten durch Luftschläge und Angriffe mit Kampfhubschraubern getötet worden seien – nach derzeitigen Erkenntnissen 26 Tote und 16 Verwundete. Offiziell bestreite Pakistan “mittlerweile” die Freigabe des Zielraumes.

An der Operation seien weder deutsche Stäbe beteiligt gewesen, noch hatten deutsche Soldaten Kenntnis davon gehabt, “weil sowohl in dem für die Freigabe der Luftangriffsmittel zuständigen Einrichtung als auch im Hauptquartier des RC East keine deutschen Soldaten eingesetzt” seien.

Durch die Grenzschließungen, die Pakistan daraufhin veranlasst hat, sei die Versorgung der Isaf voraussichtlich nur wenig beeinträchtigt. Die Versorgung des deutschen Einsatzkontingentes sei auch bei einer längeren Sperrung nicht gefährdet, weil Pakistan derzeit nicht als Transitland für Transporte genutzt werde, mit Ausnahme von Marketenderwaren.

Wenn der Transit weiter blockiert wird, würden Marketenderwaren über Termes und MeS eingeflogen.

Noch eine interessante Einzelheit: In MeS werden vier amerikanische unbemannte, bewaffnete Drohnen vom Typ Grey Eagle stationiert. Das ist der Systemnachfolger des Predator. Sie sollen in ganz Afghanistan eingesetzt werden (vorläufig einsatzbereit ab Mitte Januar) und über das Gesamt-Hauptquartier IJC angefordert werden. Der deutsche RC North hat also keinen direkten Zugriff darauf (und keine unmittelbare Verantwortung für das, was mit ihnen unternommen wird).

 

Veröffentlicht unter: Afghanistan, Bundeswehr, Pakistan, Isaf, USA

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