Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Vom Ende der reichen Russen

| 89 Lesermeinungen

Ferienregionen sind im Westen, Südwesten, Süden und Südosten. Das andere sind so seltsame Orte wie Berlin, Bremen, Tschenstochau oder Moskau, die nicht weiter stören, wenn von dort nicht gerade Neureiche kommen. Aus Moskau zum Beispiel kommen historisch bedingt nur Neureiche. Sie kamen auch in den Süden. Jetzt aber sind sie nicht mehr ganz so neureich, und sie gehen wieder. Darf ich noch etwas nachbemerken? Also:

Una mattina mi son svegliato, e ho trovato l’invasor.

Bella Ciao, (Trad.)

Come un bel di di maggio überquere ich jedes Jahr die Berge, fliege über Pässe und fege durch die Täler, bis ich dann die Stadt Brescia erreiche, die erfüllt ist von blauen Abgasen und dem heissen Dröhnen alter Motoren. Denn an diesem schönen Maientag beginnt hier das Rennen aller Rennen, die Mille Miglia, 1000 Meilen von Brescia nach Rom und zurück, ausgetragen in klassischen Automobilen, die noch echte Pannen, aber keinen Schutz vor Regen und Schmutz bieten – meist steht der erste Bentley mit geplatztem Motor hinter dem Ortsschild, und bei Ferrara liegt mindestens ein 300 SL im Graben. Ein Stuttgarter Werkswagen krepierte 2007 gar schon bei der Anfahrt zur technischen Abnahme, und O*el gibt es hier nicht. Es ist schön hier.

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Natürlich sind die Zeiten meines Grossvaters vorbei, der schon Autos in den Graben führte, da andere allenfalls ein Fahrrad besassen. Und so findet sich unsereins in Brescia auch mit Leuten an einem Tisch, denen man nicht vorgestellt wurde, und mit denen man ausser der Liebe zum alten Automobil keinerlei Gemeinsamkeiten hat. Es gibt dort, unumwunden gesagt, gesellschaftlich nicht akzeptables Betragen. Als Tiefpunkt des letzten Jahres empfand ich nicht Stuttgarter Monteure, selbst einen blondlockigen Greis, der ein deutscher TV-Arbeiter bei einer Wettshow sein soll, fand ich erträglich, im Vergleich zu dem Teilnehmer, der seinen englischen Rennwagen mit russischen Papierfähnchen gespickt hatte, als wäre der ein Käseigel.  Nichts könnte hier weniger passen; als die echte Mille Miglia mit einem derartigen Modell ausgetragen wurde, herrschte Genosse Stalin über die Russen, und der Grossvater des Piloten blieb auch nicht bei Sterzing liegen, sondern teilte Zwangsarbeiter ein oder tat, was Russen damals sonst so taten: Jedenfalls nicht nach der Bezahlung einer hohen Teilnahmegebühr breit grinsend und protzig einen dümmlichen Nationalismus durch Brescia kutschieren.

Ich wünschte ihm umgehend drei Tage Wolkenbrüche in seiner russifizierten, traditionsgebrochenen Schleuder, und so kam es dann auch: Ich machte drei Tage Bilder im Regen, und der reiche Russe erlebte Italien fast so schön wie die Ukraine im späten November. Italien mag keinen Mangel an Stil. Und für dieses Jahr besteht Hoffnung, dass die Finanzkrise derartige Fressfeinde meiner Klasse von Brescia fernhält: Denn der „reiche Russe“ ist dank fallender Rohstoffpreise ein verschwindender Typus auf dem glatten Parkett des alten Europas.

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Seit ungefähr 10 Jahren ist der reiche Russe zu einem beliebten Topos von Hoteliers, dürren Maklerinnen, Journalisten und anderen Berufen geworden, die sich aus der Dienerschaft entwickelt und klassischen Abhängigkeiten entzogen haben, nur um sich dem reichen Russen leibeigenschaftlich zu unterwerfen. Fast scheint es, als sei der reiche Russe ihre Gelegenheit, sich endlich an der einheimischen besseren Gesellschaft zu rächen. Als meine Eltern vor dem Petersburger Nobelhotel ihr Gepäck fanden und in eine Absteige an der finnischen Grenze verlegt wurden, steckte das Wirken von reichen Russen dahinter. Wenn hinter einer engen Kurve am Achenpass ein SUV steht und dessen Fahrer an den Felsen uriniert, und man ihn vollgebremst anbrüllt – ein Russe. Die besoffenen Clanstrukturen im winterlichen Ischgl, der Anlass für verlegene Blicke an der Bar im Radisson, das peinliche Benehmen im ebenso peinlichen Quartier 206 – reiche Russen. Wenn Baccarat einen Flägschippstoar von Philippe Starck einrichten lässt, den die deutsche Architectural Digest ganz toll findet – dann ist das in einem zu Tode sanierten Stadthaus bei den reichen Russen in Moskau.

Selbst wenn sie nicht in persona in Erscheinung treten, sind sie als Druckmittel immer anwesend: Dieses Bild ist nicht verhandelbar, das hat schon ein reicher Russe bestellt. Diese Wohnung geht nur zu diesem Preis weg, sonst nimmt sie ein reicher Russe, und zwar bar. Hier ist schon reserviert, für eine Gruppe reicher Russen. Diese Lokäischn mit dem unverschämten Personal und den verbrannten Steaks ist schickque und kuhl, da muss man hin, weil dort die Töchter der reichen Russen sind. Berlin ist eine Weltstadt, weil es die Russen mögen. Das Hotel Heiligendamm hat Zukunft, weil es die reichen Russen entdecken. Man lässt uns wissen, dass der reiche Russe bei einem einzigen Besuch ein besseres Geschäft sei, als der deutsche Stammkunde in fünf Jahren. Nur am Tegernsee, dort, wo ich wohne, hat die Gemeinde Tegernsee das Gelände des ehemalige Krankenhauses reichen Russen mit, Zitat „Geld wie Heu“ zukommen lassen, aber die kriegen in der Finanzkrise plötzlich nichts auf die Reihe, mit ihrem angeblichen russischen Bisnäshotel für angeblich reiche Russen.

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Es ist ganz einfach: Auch mit einem kaputten Währungssystem, sozialen Unruhen durch krasse Umverteilung von Unten nach Oben, einem vierteldemokratischen Regime mit Mafia und Morden, und besonders einem Ölpreis um die 40 Dollar für das Fass bleiben sicher ein paar Oligarchen in Petersburg, London und Zürich übrig. Aber der normale reiche Russe hat inzwischen ein massives Finanzproblem. Russland und seine Reichen sind in Fremdwährungen hoch verschuldet, und das macht keinen Spass, wenn die eigene Währung Richtung Staatsbankrott tendiert. Der Tegernsee wird obsolet, die Einkaufstouren durch Salzburg und Berlin werden seltener, und all die „Gesellschafts“-Mietreporterinnen werden sich eine andere Elite suchen müssen, an deren Kaufgewohnheiten sie Strassanhänger, übergrosse Markennamen, geschmacklose Konsumklötze und Schönheitskurpfuscher a la mode bewerben.

Manche werden jetzt einwenden, dass ohne die reichen Russen viele Geschäfte in der Friedrichstrasse pleite gehen, dass die Wartezeiten für Bugattis sinken, und junger Malernachwuchs aus Leipzig und Berlin lange keinen Champagner trinken wird. Der reiche Russe war so ein angenehmer Kunde, er hat den Schmuck und das Haus immer bar bezahlt, wie man es sonst nur in Davos von deutschen Schwarzgeldbesitzern kennt. Der reiche Russe war in jeder Hinsicht ein besserer Kunde als die knausrige bessere deutsche Gesellschaft, von der man das Sparen lernen kann, und die man jetzt wieder umschmeicheln muss, da der reiche Russe zum ersten Mal in seiner Geschichte so etwas wie Vergangenheit hat: Seine eigene, und die ist reich, kurz und abgeschlossen.

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Zu gern würde man also diesen Maklerinnen a la russe, den Galeristinnen, Sicherheitsdiensten, SUV-Vermietern, Modemachern und anderen geschmacklichen Firlefanschisten raten, doch den liebgewonnenen Kunden in deren Heimat vor und hinter dem Ural zu folgen, statt hier das Ende eines Goldenen Zeitalters zu beklagen, das sein Entstehen der Freiheit der reichen Leute, der Tapferkeit gegen die Wehrlosen, der Ehre der Mörder, der Grösse des Schmutzes und der Unsterblichkeit der Gemeinheit* verdankt. Der reiche Russe geht zwar nach Hause, aber dennoch den Weg aller Mobutus und Imelda Marcos´, er hat jetzt andere Probleme, und sollte ihn das ausgebeutete und betrogene Volk besuchen, seine Berliner Bilder nicht achten und gar die Swarovski-Löwen seiner Frau aus der Zarenstilvitrine werfen – wird es mich an jenem schönen Maientag nicht dauern, da ich wieder über die Pässe nach Italien eile. Leid täte es mir nur um den britischen Rennwagen.

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*Brecht, Mahagonny 20

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89 Lesermeinungen

  1. Klasse!...
    Klasse!

  2. Beim Lesen des Artikels mußte...
    Beim Lesen des Artikels mußte ich unwillkürlich an die biologische Definition des Fressfeindes denken… Der Begriff wird dort viel zu eng definiert.

  3. Schön, dass die...
    Schön, dass die „unangenehmen“ Russen etwas weniger werden. Schön aber auch, dass in manchen Orten – dort, wo es schön und angemessen ist – sich die Russen niederlassen, die Geld haben und derzeit in der Heimat nicht so gern gesehen sind. Da entstehen dann interessante Projekte, Museen und ähnliches.

  4. Perfekt!...
    Perfekt!

  5. Hahaha, das hat Stil! Da kann...
    Hahaha, das hat Stil! Da kann auch ein (armer) Russe gern und laut mitlachen.

  6. Danke.

    Was Fressfeinde...
    Danke.
    Was Fressfeinde angeht: Vor knapp einem Jahr hatte ich etwas zu feiern, und ging mit einer Bekannten in ein angenehmes Restaurant. Und so sehr sich das Personal auch um uns kümmern wollte: Es wurde dauernd, wirklich dauernd von einer russischen Reisegruppe in Beschlag genommen, die sich offen gesagt einen Dreck um das kümmerten, was ihr Arrangement war. In einem Lokal zu hungern, wo wenig erfreuliche Menschen denken, mit Geld könnten sie die Küche in ihrem Sinne kommandieren, schildert vielleicht umfassend, was ein Fressfeind nach meiner Definition ist.
    Ich denke auch, dass es tatsächlich irgendwann so etwas wie ein gefestigtes russisches Bürgertum geben wird, und ich weiss auch, dass vielerorts Kultur und Literatur wichtig sind, wichtiger als im Westen sogar: Aber davon ist nichts bei denen übrig, die im gemieteten Z4 am See Powerslides üben.

  7. Ach herrlich Don Alphonso, wie...
    Ach herrlich Don Alphonso, wie Ihr mir die eigene gar kleine Krise schmackhaft macht. Ja auch in München fehlt auf einmal der Reiche Russe, abgekürzt halt ein Rolls Royce „RR“ im Strassenbild. Auf der big M in all den Nobelläden sieht man die holde Blonde aus dem Osten (ex oriente lux) nicht mehr so helle scheinen. Schade eigentlich war der Anblick immer doch erbaulich, was Geld nicht alles kaufen kann!!
    Doch eine Frage qüalt mich ungemein, was bedeutet: „und O*el“ im obigen Artikel?
    Danke für die heiteren 3 Minuten, die Sie mir wieder geschenkt haben.

  8. (Im Übrigen darf ich hier...
    (Im Übrigen darf ich hier natürlich gleich mitteilen, dass, auch wenn die reichen Russen nicht in Brescia sein sollten, ich die werte Leserschaft zumindest in diesem Blog auf die Reise nach Rom mitnehmen werde – dann gibt es nämlich ein kleines Spezialangebot für Freunde des Rostes und festsitzender Schrauben, begleitet von der bangen Frage, ob der Autor es überhaupt weiter schafft als eine Ahnen, die ihrer Tourenwagen bei Sterzing schrotteten.)

  9. würd' mich ja schon mal...
    würd‘ mich ja schon mal interessieren, ob mir der Don vielleicht sogar schon mal über den Weg gelaufen ist… wenn der ständig vom Tegernsee redet…

  10. Dank der Globalisierung hat...
    Dank der Globalisierung hat dieser Russe trotz Finanzkrise innerhalb kürzester Zeit ein Vermögen angehäuft, dass bei anderen offensichtlich Sozialneid hervorruft und Komplexe offenbart. Es scheint auch in Vergessenheit geraten zu sein, dass es da irgendwannmal Vorfahren gab, die wie die vorgenannten Russen, nichts anderes als Emporkömmlinge waren und denen der jetzige soziale Status zu verdanken ist.

  11. herrliche Feindbilder,...
    herrliche Feindbilder,
    erschreckend nur, daß so viele sie zu brauchen scheinen, und dafür gerne bereit sind, einzelne Ethnien oder Klassen pauschal zu verurteilen.
    Wer hier dümmlichen Nationalismus auslebt, und wer sich an Zustände im eigenen Land erinnern sollte, das ist der Autor und der neidische Leser.

  12. Was ist dann der Unterschied...
    Was ist dann der Unterschied zwischen dem ‚reichen Russen‘ und dem ‚reichen Amerikaner‘? Anscheinend sind die Nationalitaeten an sich austauschbar, wenn wir Kleinigkeiten wie den Rueckzug der Soviet-Armee bei andauernder Praesenz der US-Armee im Heimatland des Autors ausser Acht lassen. Der Autor als ‚anstaendiger Deutsche‘, der seltsamerweise im Ausland in der Regel aufgrund seines ruepelhaften Auftretens aeusserst unbeliebt ist, hat seinem kleinbuergerlichen Spiessertum wohl freien Lauf gelassen und versucht so Mitleid von Seinesgleichen zu ernten, die ebensosehr vom wirtschaftlichen Niedergang ‚der Heimat‘ betroffen sind, der nun das Ende der Macht ihrer Vetternwirtschaft einleitet. …und wenn die Qualitaet der Artikel in der FAZ, meiner Meinung nach die einzige ‚lesbare‘ deutsche Zeitung ihre Reise in Richtung Niveaulosigkeit fortsetzt, dann bleiben wohl in Kuerze nur noch die NZZ in genannter Kategorie als Zeitung aus dem deutschsprachigen Raum uebrig.

  13. Leser, ich wohne im schönen...
    Leser, ich wohne im schönen Gmund, bin oft bei Dahler oder im Schlosscafe in Tegernsee, manchmal auch in Rottach bei Eybl, nie aber im Überfahrt, Bachmayr oder Bräustüberl. Sehr oft aber auf der Neureuth, dem Hirschberg oder dem Leonhardstein.
    Blackjack, es tut der Maximiliansstrasse in München gar nicht schlecht, sich eine Weile wieder auf die Töchter der Bauern des Oberlandes einzustellen. Das sind die Wurzeln, und die sind nicht schlecht. Ich fand die Grand M vor 10 Jahren schöner als heute, als es noch ein Postamt gab, und keinen Käfer für Touristen aus Osteuropa. Überhaupt, Käfer… ich muss unbedingt einmel etwas über Dallmayr vs. Käfer schreiben.
    O*el ist der unanständige und daher beschnittene Name eines in Rüsselsheim ansässigen Herstellers von Strassenblockaden, mobilen Barrieren und motorisierten Rollatoren.

  14. Wir haben nichts zu bieten -...
    Wir haben nichts zu bieten – ausser uns selbst.
    Mal ganz unter uns, viele haben mit weniger angefangen.

  15. F. H., zu genau diesem Thema...
    F. H., zu genau diesem Thema des Emporkommens und der Traditionsaneignung habe ich schon einen längeren Text geschrieben:
    http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2009/01/26/der-billige-erwerb-der-herrschaftslegitimation.aspx
    Ich denke nicht, dass man irgendjemand nach der Herkunft beurteilen sollte. Was mich aber etwas ärgerlich macht, ist der Versuch, sich eine Vergangenheit zu konstruieren, weil das Echte nicht passt. Es wäre nicht wahr zu sagen, dass Familiengeschichten bruchlos und ohne dunkle Punkte sind – das gehört dazu, und meine Aversion richtet sich gegen die Versuche nachträglicher Retuschen, die ebenso sorgsam ausgeführt werden, wie es unter Stalin üblich war.

  16. Zweifelsohne richtig was...
    Zweifelsohne richtig was beschrieben ist, und trotzdem kann es kaum verlaeugnet werden, dass man dann auch gerne auf den Zug mitaufspringt und das Haus in St. Moritz dem Russen verkauft um das Schloss zuhause endlich zu sanieren. Dem wird wohl jetzt ein jaehes Ende bereitet, da die Preise wieder auf „normalere“ Nievaus fallen werden. Mist. Wieder zu lange gezoegert.

  17. Aus der Sicht der Italiener...
    Aus der Sicht der Italiener ist der Unterschied vom neureichen Russen zum alteingessenen Tedeski wohl nur graduel. Nur dass sie den Einen hinter den Ural oder den Anderen hinter die Alpen wuenschen ist gewiss.

  18. fritz: Wir sind doch...
    fritz: Wir sind doch aufgeklärte Menschen und können offen reden, oder? Es ist doch gar keine Frage, dass es zwischen Klassen Konflikte gibt, die in der Gesellschaft durch Sonntagsreden übertüncht werden. Teils, weil Öffentlichkeit die Verteilungskämpfe stört, teils, weil die Gesellschaft tatsächlich problematische Risse zeigt. Was dieses Blog nun tut, ist nichts anderes, als die Tünche weg zu lassen. iIch gebe jederzeit gerne zu, dass es mich massiv ankotzt, wenn mich mein bayerischer Freistaat als Steuerzahler haften lässt, weil seine Bayerische Landesbank Milliarden in Osteuropa versenkt, die nie mehr zurückkommen werden ausser in den Brieftaschen eben jener Touristen, die sich dann hier den grossen Max raushängen lassen. Das hat mit Populismus nichts zu tun, der Freistaat wollte im Osten mitspielen, und er hat dafür bluten müssen. Ich zahle, aber ich habe ein Recht zu sagen, dass ich nicht traurig bin, wenn eben jenes Geld im Osten denen, die es an sich gerissen haben, auch nicht viel bringt.
    Es ist, das gebe ich zu, keine besonders freundliche Haltung. Es ist aber auch kein besonders freundlicher Anlass.

  19. Schade, dass Zeitgenossen wie...
    Schade, dass Zeitgenossen wie „fritz“ sich nicht entblöden, hier mit ihrer politisch korrekten Keule herumzufuchteln. Denen mangelt’s beklagenswert an Humor und am Verständnis der der deutschen Sprache. Fehlt nur noch, dass einer kommt und über den CO2-Ausstoß klassischer Automobile wehklagt.

  20. Schöne Glosse über eine...
    Schöne Glosse über eine (hoffentlich) vergangene Welt! Tja, die Russen…ob vergangener, ruhmreicheren Zeiten haben sie schon einmal ihre vielbesungene melancholische Seele ausbilden können! Scheint eine Art Kismet zu sein!!!
    Champagner konnten „Neue Leipziger Schule“-Maler in der Vergangenheit übrigens eher durch potente amerikanische Sammler trinken. Dafür wurden vom Galeristen Lübke im Big Apple immer mal wieder die Demokraten-wählende Intelligenz des Landes in abgelegene, leerstehende Fabrikhallen gelockt und gleich Herr Rauch für Kurzauftritte mitgebracht…ein gutaussehender, introvertierter und (russisch) melancholisch angegrauter Mittvierziger macht sich eben immer gut. Da hat die anwesende New Yorker Damenwelt gleich mal eine fünfstellige Summe als Trinkgeld am Ausgang hinterlassen (auch ohne auf die Bilder-Warteliste des Herrn Rauch aufgenommen zu werden)!! Das war damals….bevor Herr Madoff zum Dinner geladen war und man staunend ob der zu erzielenden Renditen an seinen Lippen hing!
    Werde mich in Zukunft sicher erbarmen und vier bis fünf großformatige Weischers, Eitels und Schnells zum Preis eines einzigen O*els erwerben, damit Herr Lübke seine Mieten in Leipzig und Berlin weiterhin zahlen kann!!! Neue Kunst ist schließlich wichtig! Leinwand, Rahmung, Farbe und das Staunen der Damenwelt zu Hause dürften das wert sein ;-)

  21. Lieber Alfonso,

    Sie haben...
    Lieber Alfonso,
    Sie haben natürlich Recht. Die Rusen sind weg. Wie wunderbar. Der Direktor des Grand Hotel, der Oldtimer-Verkäufer, der Juwelier und so weiter. Sie alle freuen sich mit uns. Endlich Ruhe im Geschäft, Zeit für das Wesentliche. Sie alle freuen sich auf den Bauunternehmer aus Düsseldorf nebst Gattin im rosa Pelz, die nun endlich ihre Rolle wieder ausleben kann. Der Eyecatcher am Set der Eitelkeiten.
    Und noch was. Die Mille Miglia als Refugium des bodenständigen Oldtimer-Enthusiasten gibt es nicht. Die Mille Miglia ist Marketing-Instrument von Mercedes-Benz, Chaupard und Konsorten. Im habe diese Show seiben mal erlebt, berufsbedingt. Brescia gut und schön, aber dannach nur noch Schwachsinn auf Rädern. Ob mit oder ohne Russen. Ohne Moos ist auch da nix los.

  22. Fremder, das mag schon sein,...
    Fremder, das mag schon sein, aber Innsbruck und Rottach und Sterzing heissen ihre italienischen Gäste stets willkommen:
    http://gig.antville.org/stories/1868626/
    Ich finde es auch schön, dass man in Italien den Reiz der Berge entdeckt. Wirklich, herzlich willkommen in Bayern.

  23. "O*el ist der unanständige...
    „O*el ist der unanständige und daher beschnittene Name eines in Rüsselsheim ansässigen Herstellers von Strassenblockaden, mobilen Barrieren und motorisierten Rollatoren.“
    Das ist ja eine Exegese der besonderen Art. Endlich mal eine Beschreibung, die nicht aus dem Duden, Meyers Lexikon oder gar WiKi abgekupfert ist. Und trotzdem ist es so wahr.

  24. Herrlich...endlich einmal ein...
    Herrlich…endlich einmal ein klarer Affront gegen jene Geldoligarchie, die es idR nur durch ein hier illegales und verpöntes Verhalten zu Geld gebracht hat, die man aber ob Ihres Äußeren und Umgangsformen als halbwegs kultivierter Mensch nicht um sich haben will. Wer diese Russen und auch manche reiche Araber im Alltag erlebt hat, verliert jeglichen Respekt vor Ihnen. Blonde Maklerinnen und Verkäufer von Luxuskarossen müssen sich halt anbiedern, wenn sie deren Geld wollen.

  25. Die Strassenblockade aus...
    Die Strassenblockade aus Ruesselsheim hat mehr Stil, wenn auf und in ihr auch ein Strassenblockierer sitzt. Das ist das Problem der Russen, dass sie nicht mehr Tatra oder Moskwitsch fahren wollen. Hat Don A. denn schon den neuen Melkus probegefahren? Mit einem Melkus-Erlkoenig (passende Bezeichnung) ueber den Pass, dann das Ding in der Prawda anbieten. Die Karosserie ist unsere zweite Haut – wie die Pelzjaeckchen in Davos.
    Zum Melkus:
    http://www.melkus-sportwagen.de/die-legende-lebt/de/index.php
    Merke: Meckern ist stillos, besser ist Erziehen! Vor allem, wenn sich manche Staemme wie Kinder im Garten benehmen (was ja wiederum fuer Kinder selbst OK waere). Gibt es Bobbycars in Russland?

  26. Erben 2009, ein gewisser...
    Erben 2009, ein gewisser Exzess, den es gab, ist verzichtbar. Wirklich. Jede nicht genähte Pelzjacke ist eine gute Pelzjacke.
    Und zur Mille Miglia: Pineider würde ich auch ohne MM toll finden, weil es ein Teil meiner Jugendurlaube in Florenz ist. Den ganzen restlichen Kommerz ignoriere ich, das ist mir vollkommen egal, ein Auto und eine Uhr habe ich schon – eines aus dem bestand der Familie, eines geerbt – und mich interessieren auch nicht die Kommerzmeilen der Städte, sondern das Beben, wenn es durch die kleinen Orte geht und Nachts um 12 noch die Omas vor Ferrara an den Kreiseln sind. Und obwohl es letztes Jahr abartig kalt und hässlich war: Was für eine geniale Mille Miglia! Wer 1600 Kilometer bei 2 bis 7 Grad im offenen Wagen fährt, auf diesen Strassen und mit dieser Technik, den respektiere ich, egal ob er seinen alten VW Käfer an den Start schiebt, oder seinen Ferrari:
    http://www.gtblog.de/press/?p=1295

  27. Wunderbar! Selten so oft...
    Wunderbar! Selten so oft genickt und geschmunzelt. Habe stets versucht diese Spezies in meinem Privatleben zu meiden. Im Geschäftsleben konnte ich das allerdings nicht immer. Hoffentlich wird das in Zukunft anders.

  28. Ich finde dass Ganze...
    Ich finde dass Ganze eigentlich sehr populistisch formuliert. Ein Art von Abschottung in Kasten wie in India.
    Ich persönlich kenne mehr anständige Russen als Deutsche.
    Auch ist es lächerlich Russland als Maffiös darzustellen aber nur kein Kritik an Italien aus zu üben. (Italien ist ja das mffiöseste Land er Welt.
    Und es ist für mich befremdend zu sehen das der Autor der pocht auf gute Manieren und Umgangsformen gleichzeitig so herablassend über andere Menschen redet.
    Einfach nur spie?ig und Arrogant!

  29. Herrlich!
    Das Wort...

    Herrlich!
    Das Wort „Firlefanschist“ werde ich sofort in meinen Sprachschatz übernehmen.
    Als Fahrer eines O*el-A*tra-Kombi muss ich allerdings schon manchmal tüchtig schlucken. Aber das ist im Sommer vorbei, dann steige ich um auf Elektrofahrrad – fährt schneller, ist sauberer und gesünder.

  30. Toller Artikel.

    Btw. Die...
    Toller Artikel.
    Btw. Die Lady sieht für die beschriebenen Verhältnisse eigentlich überraschend nett aus … Kann sie aber nicht sein, sonst würde die nicht neben dem Typen sitzen …

  31. Ihre Bayerische Landesbank und...
    Ihre Bayerische Landesbank und nicht nur sie, hat Millionen in Vereinigten Staaten versenkt. Ich bitte Sie, was hat hier Osteuropa verloren.
    Und uebrigens, was unterscheidet einen neuen Russen von einem alten Rockefeller?
    Was die hohe Verschuldung des Russischen Staates angeht, so soll man in erster Linie dem eigenen Balken im Auge bewusst werden und sich die Staatsverschuldung Deutschlands anschauen.

  32. Nach erneutem durchlesen kommt...
    Nach erneutem durchlesen kommt mir nun auch, was ich an dem Artikel so grossartig finde. Er kann durch leichte veraenderung auf (fast) alle Klassenunterschiede angewandt werden. Ob dies der Banker ist, der sich ueber seine Putzfrau muckiert, der Norddeutsche, der sich ueber die Ungepflogenheiten des Bayers echauffiert, oder der Hochadlige der ueber den niederen Adel oder (zugegebenerweise berechtigt) ueber den furchtbaren, ’neureichen‘ Briefadel laestert.
    So hat jeder seine Hassobjekte, oder vielleicht auch nur stereotypisierte Karikaturen, ueber die man sich, mit seinesgleichen, wohlwollened ueber ein Bier oder einen Kaffee aergern kann. Auch wenn bei den meisten leider die Beobachtungsgabe oder Rhetorik des Dons fehlt, denn ansonsten waeren besagte Zusammenkuenfte mit Seinesgleichen (sei dies der Banker, Norddeutsche oder Hochadlige) auch weitaus amuesanter.

  33. Egghat, das Paar habe ich nur...
    Egghat, das Paar habe ich nur genommen, weil der Pilot in etwa das Grinsen drauf hat, das ich auch hatte, als ich die Zeilen davor geschrieben habe.
    Wirklich, man muss sich das mal anschauen. Es gibt Schattenseiten, aber wer einfach nur mit einer Karre angeben will. kauft sich eher einen neuen Gumpert Apollo und fährt damit auf die Kö. Die MM ist hartes Fahren auf einer harten Strecke in Autos, die nichts mit dem zu tun haben, was heute als Standard gesehen wird.

  34. @Don,
    was mich stört, ist die...

    @Don,
    was mich stört, ist die Tünche in dem Artikel, welche die Gesichter der Russen zu einer bedrohlichen Masse verschmelzen lässt, und Gruppen von Menschen abstempelt.
    Auch ich habe Erfahrungen von befremdlichen Gefühlen gegenüber Gruppen von Menschen anderen Hintergrunds. Als aufgeklärter FAZke sollte man jedoch im Stande sein, Empatie für jeden zu entwickeln.
    Seien Sie bitte wachsam, wenn Sie von einem „grossen Max“ oder einem Z4 mit blondem Schmuck genervt sind. Die Gefahr besteht, daß Sie neidisch sind. Neid und Scham sind keine Festen der Aufklärung, sondern Humus des Faschismus.
    „ganz offen gesprochen“ sollte heissen: offen für die eigenen Schwächen.

  35. Sehr geehrter Herr Alfonso,...
    Sehr geehrter Herr Alfonso, leider empfinde ich einige Aussagen Ihres Artikels als etwas dümmlich, insbesondere wenig geistreich sind Ihre Aussagen über Stalin, Gulag usw. Anscheinend kennen Sie ja auch weder Pasternak, noch Schostakowitsch, Prokowjew usw. usw. , die, als Ihr Großvater in irgendwelchen Autos durch Italien flitzte, für das 20, Jh. ausschlaggebende intellektuelle Güter schafften. In der Liste der intellektuellen Größen des 20. Jh. kann ich Ihren Großvater leider nicht entdecken. Anscheinende sprechen Sie auch nicht Italienisch (was ich tue), ansonsten würden Sie sicherlich mal bemerkt haben, was die so stilsicheren Italiener so durch ihre telefonini bereden. Ach, jedes Mal, wenn ich in der Scala war (ich fahre infolge des wenig stilsicheren Publikums nicht mehr hin, die schon mal gerne die ganze Zeit hinter mir rumtuscheln) habe ich von der Stilsicherheit nur wenig mitbekommen. Aber wenn sich bei Ihnen Stil ausschließlich auf Gespräche über Essen, Klamotten, Markenwaren usw. bezieht, dann bin ich ganz Ihrer Meinung. Mit Erstaunen stellte ich auch immer wieder fest, dass die von mir (im Original) gelesenen italienischen Schriftsteller den Italienern so gänzlich unbekannt waren … Was die reichen Russen angeht, so bin ich schon froh, dass ihre Ära sich zu Ende neigt, denn sie sind manchmal (nicht immer) etwas peinlich, jedoch ähnlich peinlich wie die meisten der anderen Reichen, Nichtreichen usw. die andere Länder bereisen. Ich auf jeden Fall freue mich schon sehr auf meinen nächsten Aufenthalt in St. Petersburg, wo ich eine zwar nicht so stilsichere, jedoch profonder Hochkultur erleben kann, wie Sie sie anscheinend in Italien erleben.
    MfG

  36. Beliebter Tränen-Topos der im...
    Beliebter Tränen-Topos der im Niedergang befindlichen Klasse: Die Neureichen. Die haben doch tatsächlich Großvaters Auto gekauft und es pop-nationalistisch mit russischen Fähnchen drapiert, statt sich in ihrer ungeheizten Moskauer Zweizimmervorstadtwohnung unterm Stalinbild zu verstecken, um Auge und Ohr des Erlauchten nicht zu beleidigen; c’est pas chic! Nicht, daß es keine unangenehmen Russen gäbe. Aber die angenehmen sind gewiß in der Überzahl – in meiner bescheidenen Lebenserfahrung jedenfalls.
    Ach ja, es gibt gewiß gute Gründe, den Protz der Reichen zu verdammen, aber dieser Text tut es nicht; denn er stammt von jemandem, der selber protzt (ist die Teilnahme an der Mille Miglia, die Berufung auf Großvaters tollen Schlitten, der Verweis auf die Abwesenheit von Popelautos etwas anderes?), sich dabei aber stilvoll dünkt. Jaja – Stil, die letzte Bastion derer, denen die Felle davongeschwommen sind.
    (Übrigens, es gibt einen guten Text zum Thema, einen einzigen: Der Gattopardo. Der ist aber aus einer unerreichbar fernen Galaxis.)
    Schließlich – das wunderbare, erhabene Bella Ciao für diese fehlgeleitete Tirade der Verachtung zu mißbrauchen, ist schlicht schändlich. Da erzähle mir niemand mehr etwas von Traditionsbrüchen!

  37. Diese reichen Russen sind aber...
    Diese reichen Russen sind aber nichts Neues; der Adel der Zarenzeit war auch nicht besser. Wenn man bei Felix Yusupov liest, wie sich dieser ‚Hochadel‘ auf seinen Vergnügungstouren durch Europa aufgeführt und mit dem Geld um sich geschmissen hat, da ist das heute alles gar nichts gegen. Da liest mann da etwa so Schwänke, wie sie sich alle mal in London so furchtbar betrunken hätten, daß man den König von Irgendwo am nächsten Morgen aus dem Klavier fischen mußte, wo er sich volltrunken am Abend zur Ruhe begeben hatte. Das kommt einem bei den heutigen ‚reichen Russen‘ dann alles reichlich bekannt vor. Da half diesen Yusupovs auch nicht, daß sie auf ihrem Gut in Archangelskoje mal ihre eigen Porzellanmanufaktur hatten, in der NUR zum igenbedarf und zum Verschenken produziert wurde, nicht zum Verkauf; oder daß sie die ersten waren, die mit Ölquellen am Kaspischen Meer stinkreich wurden. Wenn die in Europa herumreisten, müssen sie so richtig genervt haben. Mindestens so schlimm wie ihre heutigen plebejischen Epigonenen.

  38. @Don
    dann halte ich es für...

    @Don
    dann halte ich es für weniger wahrscheinlich. Restaurants im engeren Sinne besuche ich doch eher selten (1x/J.), und wenn, dann eher im Teg, RE oder Weißach-Kreuth. Außer dem heimischen Herd höchstens noch den amerikanischen Schnellimbiß :-) „desöfteren“.
    Das neue „Geld-direkt-an-den-Staat-abliefern-Haus“ hat auch nicht mehr den Charme wie das alte. Außerdem scheint die Clientel sich verändert zu haben…
    Ansonsten habe ich Ihrer Beschreibung entnommen, daß Sie wohl eher nicht im Kloster von Adalbert und Ottokar (vom Oatkar aus Wikipedia habe ich in der Schule nix gehört…) die Schulbank gedrückt haben und somit dürfte auch hier keine Überschneidung gewesen sein. Bleibt noch der über die Stadtgrenzen hinaus bekannte und scheinbar geschätzte Dentist in der Adelhofstrasse im „Hauptort“.
    Die Berge besuche ich meist auf zwei Rädern, ohne Einkehrschwung und Konzentration auf Richtung Spitzing/Valepp bzw. die alljährliche Radqual, auch Festival genannt… Was mich nicht davon abhält, auch mal per pedes den Riederstein zu erklimmen. Wegen der Touristen aber eher zu Unzeiten und im Schnelldurchgang. Bei weniger Lust reicht auch ein Besuch der Leebergalm, da nur 300m entfernt :-)…
    Aber eins dürfte uns verbinden: ein deutlich schönerer Fleck dürfte in D schwerlich zu finden sein… :-) (zumindest wenn man auf die Berge oder von den Bergen mit genügend Abstand zu den Bausünden und den Touristen- und goldbehangenen Rentnermassen schaut)

  39. Fritz, was ist der Kern des...
    Fritz, was ist der Kern des Problems? Diese Verschmelzung, die angesprochen wird, gibt es tatsächlich. Es gibt sie, seitdem es die russischen Oligarchen gibt. Und die Medien, die den russischen Schick nach vone bringen. Dieser Typus wird landauf landab in Tourismusbroschüren, Zeitschriften und Anlageprospekten beschworen. Das war lange Zeit DER Zukunftsmarkt, BRIC-Schwellenländer, und niemand sagte etwas dagegen, wenn bei jedem Hype irgendwo auch ein reicher Russe auftauchte. Und nun besitze ich die Frechheit, 10 Jahre Ikonographie auf dem Altar der Medienkunst im Sinne Marinettis zu bespucken. Ich mache das Bild nicht. es ist schon lange da. Ich bin nur nicht begeistert und empfinde manche Aspekte – insbesondere deren Profiteure und die Genese des Reichtums – unerfreulich.
    Was ist eigentlich so toll, wenn man in Russland von einem Lehrergehalt nicht leben kann, und andere nicht wissen, wie sie das Geld loswerden sollen?

  40. Amüsant zu lesen - aber eine...
    Amüsant zu lesen – aber eine schmaler Grad – sich nicht mit dem Verunglimpften gemein zu machen.

  41. Doch, Aleander, ich kenne das...
    Doch, Aleander, ich kenne das alles, Sie können mit mir auch über Schostakowitsch sprechen, und natürlich ist der scheinbare Verfasser dieser Zeilen etwas doof, weil sein realer Verfasser Skrupel hätte, ihn klüger als sich selbst zu gestalten. Ich weiss aber auch, dass Russland, von Daniil Charms und Nikolai Ljesskow mal abgesehen, in seiner Literatur eher einen anderen Weg als denjenigen geht, den Sie hier vorgestellt finden. Sollten Sie aber wirklich italienisch können, dürfen Sie sich angesichts Ihrer mangelnden Abstraktionsfähigkeit gerne schämen – Opera Buffa können Ihnen vielleicht etwas sagen. Ich möchte aber gerne noch hinzufügen, dass mir Solschenizyn schon zu einer Zeit nicht gefallen hat, als er ein gefeierter Held des Westens und nicht Putins Helfer war.
    Viel Spass in Leningrad, oder wo auch immer …

  42. FAZke, man kann es natürlich...
    FAZke, man kann es natürlich auch so machen, zwischen Bewunderung und PR:
    http://www.stern.de/reise/sport_wellness/:Apr%E8s-Ski-Ischgl-Wenn-Russen/651350.html
    Aber da gehe ich dann doch lieber ein Risiko ein.

  43. Ein herrlicher Artikel!...
    Ein herrlicher Artikel! Einfach Klasse.
    Den „Neureichen“ fehlt eine gute Erziehung: so ist es. Egal wo man sie trifft, es ist enttäuschend und nerv tötend. Als Maklerin bin ich gerne bereit mit normalen Kunden Geschäfte zu machen. Und es geht vielen so an der Côte d´Azur .

  44. Na das ist doch mal eine...
    Na das ist doch mal eine perfekte Darstellung der “ Reichen Russen“….nein rassistisch bin ich nicht eingestellt, aber diese Osteuropäer benahmen sich in
    der Welt als regierten sie sie schon, komisch die Rezession hat doch die Reisefreude dieser Neureichen gebremst, man kann nun mal wieder in Ruhe im Retaurant sitzen des Urlaubslandes sitzen, ohne sich an der Tischgewohnheiten dieser Osteuropäer brüskieren zu müssen. Der Strand wird nicht durch Ignorante nicht Belehrbare verschmutzt und die Bar nicht lärmende Slaven belegt…es herscht wieder Stil…

  45. Das wird mich den Rest des...
    Das wird mich den Rest des Tages schmunzeln, der Rhythmus zwischen den Zeilen mich gar tänzeln lassen auf dem neureichenfreien Weg zum Dorfkramer. Danke für die Heiterkeit.

  46. Neben vielen liebenswürdigen...
    Neben vielen liebenswürdigen Oldtimerenthusiasten schleppt die Mille schon seit geraumer Zeit einen Troß von sonderbaren Gestalten (gerne auch in den Wagen der Werksteams) mit herum. Ob schlechter Charakter oder schlechtes Benehmen … lassen Sie sich nicht die Laune verderben und schauen sie sich lieber das Feinstaub-Video zu thema Oldtimer an.

  47. So, mit dieser obigen...
    So, mit dieser obigen Andeutung und einigen nicht bringbaren Kommentaren im hinteren Bereich ist es vielleicht an der Zeit darauf hinzuweisen, dass man a) vielleicht mal lesen sollte, und zwar wirklich lesen, was da oben steht und b) vor dem Eintippen überlegt, was man schreibt. Hier kann zwar jeder alles schreiben, aber ich werde ganz sicher nicht jeden freischalten.
    Was nun „Beobachter“ angeht: Wer das da oben aufmerksam zu lesen in der Lage ist, insbeondere den letzten Absatz, wird vielleicht feststellen, dass es mitnichten um alle Russen, sondern um eine gewisse Schicht geht. Und mehr noch, um die Rezeption dieser Schicht in Deutschland.
    Abgesehen davon: Ja. Ich bin froh um jeden englischen Hool, der daheim bleibt. Ich bin froh um jeden Betrunkenen, der nicht Auto fährt. Ich bin hocherfreut, wenn die Bildzeitung weniger verkauft. Nein, ich muss nicht alles komentarlos hinnehmen.

  48. Holla, dieser Blog beginnt mir...
    Holla, dieser Blog beginnt mir zu gefallen. Einerseits die Sprache, die neue Möglichkeiten aufzeigt, jemanden zu beleidigen (Strassenblockade :P ), andererseits „dass mal endlich jemand schreibt, was alle denken“.
    Denn auch in unseren Bergen hängts den Einheimischen zum Hals raus, dass „die Russen“ überall sind. Die fahren nicht wirklich Ski (Pistenblockierer), saufen zuviel (Toilettenverkotzer) und überhaupt: Irgendwie hat es diese neue Art von Trouristen geschafft, alles schlechte von den anderen zu erben. Das Gejohle der Amis, die Sauffestigkeit der Engländer (einfach 10x mehr, das haut hin), die Überheblichkeit der Deutschen und die Desinteressiertheit der Inder.
    Jetzt fehlt nur noch, dass in der nächsten Aufschwungphase die Kaste der neureichen Chinesen Europa überschwemmt. Wie sich die wohl aufführen werden?
    Ich persönlich finde es aber immer noch besser, die FAZ/Times als Zeichen von Klasse an Kiosken in den Bergen zu finden, als das neueste Klatschblatt einer BRIC-Nation…

  49. Die reichen Russen als...
    Die reichen Russen als Reichenbelästiger sind auch interpretierbar als eine durch das Höhere Wesen, welches wir alle verehren, über diejenigen verhängte Strafe, welche jahrzehntelang dem Reich des Bösen den Untergang wünschten, und die Warnungen davor nicht hören wollten.*
    Jetzt ist der Jammer groß über all das, was seither durch den Eisernen Vorhang nicht mehr zurückgehalten wird, der, wie wir nun erkennen, den Westen schützte.
    (*Das trifft nicht den Blogautor.)

  50. Also ich habe gerade das...
    Also ich habe gerade das gefühl, wie ein tourist in ein clubhaus zu stolpern. Ich stehe plötzlich im raucherzimmer und werde von allen anwesenden gelichgültig angestarrt. Aber egal, ich will eigentlich nur zum Ausdruck bringen, dass ich es toll finde, dass hier mitten in der Woche an einen Vormittag so köstliche (ich fange unweigerlich an auch so zu reden) Unterhaltungen über „den Russen“ stattfinden. In der Tat hätte ich das nicht erwartet, als ich hier gerade die neuesten nachrichten lesen wollte. Im Übrigen kann es sich bei den Clubmitgliedern ja auch nur um wirklich Wohlhabende, oder Arbeitslose handeln, da der Mittelstand um diese Zeit arbeiten muss. In meinem Fall bin ich gerade erst wach geworden, weil mich ein Freund aus der mensa in der kunsthochschule anrief. Das erklährt doch alles… Ich finde diese Vorstellung von einem Clubhaus als Blog wirklich erfrischend und die Gesellschaft der besserwisserischen pseudomoralischen, weil eigentlich neidischen, arbeitenden Klasse lassen wir einfach aussen for. Zum Thema muss ich mich auch noch äussern. Ich habe mein Abitur an der jüdischen Oberschule in Berlin gemacht und kenne den hier beschriebenen Typus Mensch daher sehr gut. Das Q 206 ist mir auch noch ein guter Begriff, was den tegernsee betrifft muß ich leider passen. (Jetzt habe ich den überaus schwierigen und in diesem Kontext höchst sensiblen Begriff „jüdisch“, bzw. Jude) eingeführt. Das ist jetzt im Clubhaus der Moment, wo der Neue erstmal übertreibt und somit eine peinliche Stille hervorruft. Es ist schlißlich eine Kunst, in solchen gehobenen Stammtischrunden, im Gegensatz zu den echten Stammtischrunden, am Ende nicht zu übertreiben. Aber keine Angst, ich will nicht über „den Juden“ an sich reden, sonder nur eine weitere Facette des Phänomens „neureiche Russen“ beschreiben. Ich hatte mit den Töchtern und Söhnen dieser Menschen zu tun, sie gingen mit mir zur Schule. Man stelle sich diesen Kontrast vor, der entsteht, wenn die Tochter eines wohlhabenden Russen zusammen mit der Tochter einer, in Kreuzberg lebenden, allein erziehenden Mutter, die dazu noch in der Bewegung: „(noch mehr) Würde für Frauen“ aktiv ist zur Schule geht. Es prallen natürlich zwei Welten aufeinander und würde der Anstand einer semitfobischen Generation die total vernichtende Kritik nicht im Keim ersticken, wären hierzulande die Frauen mit ihren Töchtern längst auf die Strasse gegangen um gegen die Dolche&Gabana Genaration zu demonstrieren. Für mich, einen Jungen mit Vater und Mutter aus deutschem Hause war der Anblick der russisch/jüdischen Töchter allerdings immer ein voller Genuss. Aus meiner Sicht handelte es sich um echte Kunstwerke der Dekadenz. Während ihre Väter gerade mal dazu in der Lage waren besoffen in das Schwimmbecken vom Ritz zu scheissen, so waren die Töchter schon zu weitaus suptileren Formen der Dekadenz fähig. Ich vermisse diese hungerleidenden, an den Nasen operierten, ungebildeten, um nicht zu sagen nihilistischen, dreisten und frechen, vollbusigen, rundärschigen und temperamentvollen Weiber, jetzt wo ich an einer Kunsthoochschule studiere und es sie einfach nicht mehr gibt. (ich hab jetzt einfach mal alles ein bisschen abgekürzt.)

  51. Man muss unterscheiden...
    Man muss unterscheiden zwischen den Vertretern der wirklich großen russischen Kultur und diesen neureichen Russen, über die auch in ihrem eigenen Land gespottet wird. Mir sind so einige russische Witze über die NEUEN RUSSEN bekannt.
    Die russischen Leser sollten sich nicht über diesen guten Artikel beleidigt fühlen, der ja nur auf eine ganz bestimmte Schicht gezielt ist. Auch ich habe viele russische Freunde, die ich sehr schätze.

  52. Lieber Herr Oelsen, ich...
    Lieber Herr Oelsen, ich möchte gern Ihren Beitrag ergänzen. Auch die Skandinavier sind recht trinkfest. Ist warscheinlich klimabedingt

  53. Hm, man sollte sich auf jeden...
    Hm, man sollte sich auf jeden Fall vor Augen halten, das wir Deutsche im Ausland auch nicht gerade als stilsicher und mit guten Manieren ausgestattet gelten.

  54. Peppone, ich meinte exakt...
    Peppone, ich meinte exakt diesen Aspekt im zweiten Absatz deutlich ausgeführt zu haben.

  55. "Jetzt habe ich den überaus...
    „Jetzt habe ich den überaus schwierigen und in diesem Kontext höchst sensiblen Begriff „jüdisch“, bzw. Jude“
    Nebbich. Der Verfasser hat WIZO-Auktionen überstanden. Nichts kann mich in der Hinsicht schocken.

  56. Für einen sehr vermögenden...
    Für einen sehr vermögenden Menschen it es langweilig, ärmeren Leuten zu zeigen, wie viel Geld man hat. Wenn man 50.000 Euro in der Tasche hat(und noch 3 Millionen auf der Bank), bringt es überhaupt nichts diese herumzuzeigen.
    Man möchte dann einfach nur das Beste haben. Man akzptiert keine Wartezeiten und bestellt halt Flaschen Wein für ein paar tausend. Aber nicht in der Absicht damit zu protzen(denn ein finanziell unterlegener kann einem keine Anerkennung geben)sondern um einfach nur das scheinbar Beste zu trinken.
    Natürlich wird von den finanziell unterlegenen das anders ausgelegt, aber für den Reichen sind Preisschilder für Konsumgüter nur unwichtige, lästige Zahlenkombinationen.
    Reichtum kann in der Form einsam machen, dass man naturgemäss nurwenig „Gleichgesinnte“ findet“ und man durch das Konsumieren von Gütern, deren Preisschilder von „finanziell Unterlegenen“ geschrieben werden schief angeschaut wird.

  57. "Wenn man 50.000 Euro in der...
    „Wenn man 50.000 Euro in der Tasche hat(und noch 3 Millionen auf der Bank), bringt es überhaupt nichts diese herumzuzeigen“
    es tut mir sehr leid, aber 3 Millionen sind peanuts.
    zwei bis drei gute autos und du kannst dir noch nichtmal mehr ein haus kaufen.
    jeder normale Verbraucher gibt ja schon eine mille für seine schrottige hütte aus.

  58. BTW: Wird der Herr A....
    BTW: Wird der Herr A. eigentlich leistungsbasiert ( Anz. Kommentare x 10 EUR = Salär) entlohnt? Dann läuft’s ja hervorragend :o)
    Gratulation zum wirklich gut gelungenen Start!

  59. Danke. Würde ich das hier...
    Danke. Würde ich das hier gewinnorientiert betreiben, müsste ich die Kommentare dicht machen :-)
    Und ganz ehrlich, heute waren ein paar hochpersönliche Nummern dabei, bei denen man wirklich nachdenkt, warum man sich überhaupt die Mühe macht. Allerdings findet man dafür auch gute Antworten.

  60. Estimado Don Alphonso,
    nachdem...

    Estimado Don Alphonso,
    nachdem sie 2 meiner Beitraege nicht, oder noch nicht veroeffentlicht haben, verweise ich Sie auf den Spectator vom 28.1.2009
    http://www.spectator.co.uk/the-magazine/life-and-lives/3299851/high-life.thtml
    Was fuer Zufaelle es im Leben gibt. Und immer die Russen

  61. Ich verstehe es noch immer...
    Ich verstehe es noch immer nicht so ganz, aber die ersten beiden Versuche waren dann doch zu kryptisch. Also, es gibt da diesen Autor bei einem kleinen Toryblatt. Und?

  62. Estimado Don Alphonso,

    Taki...
    Estimado Don Alphonso,
    Taki ist der snob Sohn eines angeblich reichen Griechen, in London lebend, welcher woechentlich seine Kommentare unter der Rubrik „High Life“ im Spectator veroeffentlicht. Kommt Ihnen das nicht bekannt vor? I
    ch auf alle Faelle sehe mit ihrem Blog interessanten Aehnlichkeiten. Auch ist der Spectator kein kleines Toryblatt, sondern seit 1828 ein woechtenlich erscheinendes Magazin.

  63. Verraten! Das war der 666....
    Verraten! Das war der 666. Kommentar in diesem Blog. An diesem Zeichen…
    Ich weiss gar nicht mal, ob der „echt“ ist. Es klingt blöd, wenn eine erklärte Kunstfigur das schreibt, aber irgendwie ist mir der zu, hm, sagen wir mal, zielgerichtet in seiner Schreibe. Als gäbe es da einen Masterplan.
    Ich bin kein Kind reicher Leute, meine Eltern sind nur nicht arm, bessere Kreise, aber was heisst das schon in der bayerischen Provinz, ich gehe nicht nach Gstaad und muss arbeiten, um mir mein Leben zu finanzieren. Es gibt zwar ein levantinisches Element (s.o.) aber das kommt von südöstlich.
    Und was den Stil angeht – ich würde sie persönlich absolut nicht mögen, aber ich habe ein Faible für Ambrose „Verschwörungstheorie“ Evans-Pritchard und Jeremy „Midlife Crisis“ Clarkson.

  64. Tranquilo Don ( eigentlich...
    Tranquilo Don ( eigentlich suedwestlich nicht suedoestlich), warum gleich mit Kanonen auf Spatzen schiessen. Taki hat durchaus seine Vorteile, er demaskiert sich und andere. Wie Jerry Clarkson. Und wurde oder wird vielleicht unser gemeinsamer Ambrose nicht des Plagiats beschuldigt??

  65. Oh my godness. Als nächstes...
    Oh my godness. Als nächstes steigt Evelyn Waugh aus der Grube und moniert, dass ich den Stil von Basis Seal und seiner Kolumne in „Auf der schiefen Ebene“ nachmache. Sicher mit mehr Recht als dieser Grieche. Aber ohne green bowler hat. Ts.

  66. Wie war das? Der Don ist das...
    Wie war das? Der Don ist das Fettauge in der Suppe, die wer nicht trinkt? Er? Wir? Seine Klasse?
    Gehört er überhaupt dazu? Ist es nicht Merkmal seiner Klasse, spätestens mit 40 eine eigene Familie zu ernähren? Mit seiner Festanstellung als FAZ-Provokateur steht dem ja nun nichts mehr im Wege.

  67. Fragwürdiger Kommentar, aber...
    Fragwürdiger Kommentar, aber treffende Anregung – nachdem Sie wohl mein normales Blog nicht kennen. ich gebe aber gerne Auskunft:
    Einer Festanstellung stünde von meiner Seite aus im Wege, dass ich das hier nur nebenbei mache. ich habe andere Aufgaben, die mich beruflich in Beschlag nehmen.
    Das mit Ehe und Kindern stimmt im Prinzip, aber wenn ich das hätte, hätte ich keine Zeit für das Bloggen. Damit ist man natürlich Aussenseiter, aber es gibt genug Geschiedene, um dennoch vergnügliche Tage zu haben, und unabhängig der Chonistenpflicht nachzukommen.
    Demnächst schreibe ich mal die Bio dieser Kunstfigur, damit jeder ohne kannitverstahn es einfach nachlesen kann.

  68. Ihr "normales" Blog kenne ich...
    Ihr „normales“ Blog kenne ich sehr wohl, ja sogar alle drei aus Ihrer nimmermüden Feder. Ein „normaler“ Mann Ihrer Klasse mit richtigem Beruf und richtiger Familie hätte also keine Zeit zum Bloggen. Dabei wäre es doch aufschlussreich von einem solchen zu hören, wie es sich anfühlt in dieser Klasse, wenn man wirklich dazu gehört.

  69. <p>Bedaure, mehr gibt´s...
    Bedaure, mehr gibt´s nicht zu sagen, den Rest kann sich jeder zusammenreimen – und ich bin hier Blogger und nicht die Abendunterhaltung anspielungsreicher Inhaltsarmer. Weiteres Off-Topic-Gerede endet am Freischaltknopf. Beschwerden, Regressforderungen und heiratsanträge bitte an die Verantwortlichen.

  70. Zugegeben der "reiche Russe"...
    Zugegeben der „reiche Russe“ kann schon ziemlich lästig und unangenehm sein, aber mal ehrlich, mir fallen da auch reichlich „reiche Deutsche“ ein die genauso unangenehm auffallen und das nicht nur im Ausland.

  71. <p>Toll. Ein amüsanter...
    Toll. Ein amüsanter Artikel, und der Autor diskutiert mit.

  72. Geschätzter Don,

    die...
    Geschätzter Don,
    die ursprüngliche Frage, ob ich den BMW nun schnell noch über die A96 jagen sollte, scheint mir nach einiger Reflexion nur von sekundärer Natur zu sein.
    Nachdem sich offenbar sämtliche, der gehobenen Gesellschaft zuzuordnende und in dieser als positiv verstandene Eigenschaften eines Individuums auf sein in ausreichender Menge vorhandenes Eigentum zu stützen scheinen, hier einige kurze Fragen, die meiner Aufklärung dienen sollen und die ich bitte, nicht als Abwehrvorlagen aufzufassen:
    1) Wodurch, abgesehen von körperlichem Wohlbefinden, geistig anregender Gesellschaft und guten Umgangsformen, ist die finale, auf Eigentum beruhende Lebenserfüllung genau geprägt? Weshalb kann man sie nur durch im Wesentlichen völlige finanzielle Unabhängigkeit und generationenübergreifende Zugehörigkeit zu besagter Klasse erreichen?
    2) Welche höherwertigen Elemente der Maslowschen Bedürfnispyramide werden bei diesem Erreichen befriedigt?
    3) Was, verglichen damit, verpasst ein Mensch als Teil eines anderen Kulturkreises, in dessen Wertesystem Eigentum abgelehnt und Lebensglück als Funktion zwischenmenschlicher Beziehungen definiert wird?
    4) Inwieweit trägt der überwiegende Aufenthalt in einer einsamen Parzelle am Tegernsee zur Zielerreichung bei?
    Für erhellende und über das naheliegende Maß hinausgehende Antworten werde ich sehr dankbar sein.

  73. @alarecherchedubonheur

    Ohne...
    @alarecherchedubonheur
    Ohne dem Don zuvorkommen zu wollen, auf gut Glück:
    „Höherwertige Elemente“ des guten, alten Maslow’schen Bedürfnisdingsbums zu erreichen sind keine losgelöste Inselangelegenheit: Wer der unteren Elemente, das Fundament, entbehren muss, gelangt einfach kaum zu den „höheren Elementen“.
    Das müssen auch Christenanhänger begreifen lernen, deren Religion ihnen die edle Armut schönmacht. Armut ist nicht edel und sie erzeugt auch keine edlen Gedanken. Dekonstruiert sind das sind nur implizite Logiken (Glaubenssätze) , fest eingeschweißt im dünnen Lack unserer bürgerlichen Gesellschaft. Komplett scheinheilige und falsche Vorstellung von edlem Menschsein. Ich bin römisch-katholisch erzogen worden und musste mir im Religionsunterricht diese Verbiegungen reinziehen, habe sie schlauerweise ab 8 Jahren schon nimmer geglaubt, weil ich tagtäglich etwas anderes gesehen habe, als was mir gepredigt wurde…
    Was es aber tatsächlich gibt, ist die Armut im Geiste :-)
    In Plain Bavarian: Wer nix zum Derbeißen hot und sich plogt zu überlebn, der werd koa Ruah hom, sei schöne Seel zu entfoalten. Verstängans?
    Der schlaue Umkehrschluss funktioniert natürlich nicht: Nicht jeder hat eine schöne Seel, wer wohlhabend ist. Aber wer richtig arm ist, ist dem brutalen Überlebenskampf immer und zu jeder Zeit ausgesetzt. Raten Sie mal, wie häufig da Ruhe ist, damit altruistische oder erleuchtende Gedanken kommen können.
    Oder: Erst kommt das Fressen, dann die Moral. Brecht’sche Kurzform der Bedürfnispyramide.
    Und auf welcher Stufe der Don ist, ist seine Sache.
    Genauso wie es meine oder Ihre Sache ist, sich dahinzudefinieren, wo man hinwill. Oder ist.
    Natürlich gibt es Variationen.
    Meine Sache wäre es z. B. nicht, soziale Anerkennung oder Distinktion erst durch das richtige Gefährt , die richtige Torte oder die richtige Kanne zu spüren. In meinen Kreisen (Kreisen, hehe) definiert man sich durch etwas anderes, aber zu beißen müssen sie auch haben, sonst wird es rasch elementar. Ob es Religionsanhänger sind welcher Couleur auch immer, oder Atheisten, vollkommen wurscht.

  74. Die erhellende Antwort wird...
    Die erhellende Antwort wird sich aus diesem Blog im Laufe der Wochen und Monate ableiten.
    Wie oben im Text schon erwähnt, Andreas B.: Der Zumutungen finden sich viele, in Brescia und anderswo. Ach in diesem Blog wurde schon über den Papst, den Bahnchef und andere Personen hergezogen, da ist der reiche Russe in bester Gesellschaft.

  75. Der russische Oligarch Oleg...
    Der russische Oligarch Oleg Deripaska hat diesen Winter in Lech am Arlberg ein neues Hotel eröffnet. Die Preise liegen zwischen 620€ – 18.000€ pro Nacht.
    http://www.aureliolech.com

  76. <p>Da gibt es aber erheblich...
    Da gibt es aber erheblich neuere und unschönere Nachrichten:
    http://www.wirtschaftsblatt.at/home/international/osteuropa/360412/index.do


    Ganz ehrlich, ich würde nicht auf 13 Milliarden Euro Schulden sitzen wollen, und dabei ausgerechnet ein von der Wirtschaft abhängiges Material wie Aluminium als Kerngeschäft betreiben.
    Lech am Arlberg ist sowieso entsetzlich, und solche Hotels lassen sich auch gut verkaufen, wenn es eng wird.

  77. Wenn es so weitergeht, wird er...
    Wenn es so weitergeht, wird er wieder verkaufen müssen, wenn auch nicht zu wertgesteigertem Preis, die lokalen Tourismus-Kaiser würden sich freuen.
    Hintergrund ist, dass es für Ausländer im alpinen Westösterreich schwierig bis unmöglich ist private Immobilien zu erwerben – ein Hotel die mögliche Hintertür.

  78. Ich weiss nicht, ob ich gerade...
    Ich weiss nicht, ob ich gerade ein Hotel in dieser Preisklasse kaufen würde, und dann schon ausgerechnet in Lech… gerade die restriktive Haltung der Tiroler und Vorarlberger hat in der letzten Zeit viele Leute auf die Idee gebracht, Salzburg zu bevorzugen. Und so toll ist Österreich jetzt auch nicht, wenn man nicht gerade einiges vererben möchte.

  79. Also alles wie immer: L'enfer,...
    Also alles wie immer: L’enfer, c’est les autres.

  80. Ich kenne die Hölle: Sie ist...
    Ich kenne die Hölle: Sie ist mitten in Salzburg, hat sich als Photogeschäft verkleidet und verlangt 50 Euro für eine 512 MB umfassende xD-Karte. Und das, obwohl ich kein reicher Russe bin.

  81. Aber dem himmel so nah: pso....
    Aber dem himmel so nah: pso. gavia auf schotter außenrum, oder meinetwegen croce domini kurz vor einem gewitter, südrampe des col de la machine. und alles garantiert russnfrei.
    weitere anregungen gerne im denzel, ältere auflagen bevorzugt.

  82. Neid! Der pure Neid... und ein...
    Neid! Der pure Neid… und ein bisschen Etnozentrik.

  83. Herrlich- immer ein Fest!...
    Herrlich- immer ein Fest! Sowohl Ihre Beiträge als auch die Diskussionen danach!

  84. Oh bitte, gern geschehen....
    Oh bitte, gern geschehen. Bleiben Sie uns gewogen.

  85. Nachtrag: Dacia statt Daimler,...
    Nachtrag: Dacia statt Daimler, jedenfalls habe die reichsten Russen im letzten Jahr etwa 2/3 ihres Vermögens verloren, und nicht unähnlich wird es auch darunter aussehen:
    http://www.realclearmarkets.com/news/ap/finance_business/2009/Feb/16/russia_s_super_rich_are_super_losers__too.html
    Das problem an Russland ist nur, man kann es nicht durch den Kauf von Silberkannen wie die Briten päppeln.

  86. Don Alphonso,
    jezt habe ich...

    Don Alphonso,
    jezt habe ich der Volksgesundheit in Gmund für mehrere Monat gedient, habe meine Abende in der Alten Schmiede genossen und bin leider nicht einem Bruder
    im Geiste der Förderung der Technikkultur begegnet.
    Wahrscheinlich wären die Abende dann aber noch länger geworden.
    Weiter so und immer schön auf dem Schwarzen bleiben.

  87. @Max
    Wird nicht nur von Russen...

    @Max
    Wird nicht nur von Russen gemacht. Auch das Bentleys House Hotel (www.bentleyshouse.com) in Zürs am Arlberg ist von einem ausländischen Investor gekauft worden.

  88. @Max
    Hier finden Sie weitere...

    @Max
    Hier finden Sie weitere Informationen über http://www.bentleyshouse.com und das Aurelio zu diesem Thema:
    http://www.telegraph.co.uk/property/4160978/Property-in-Austria-How-to-buy-a-slice-of-the-white-stuff.html
    Interessant: „legislation relating to foreign ownership of property has been relaxed in areas such as Salzburgerland, Carinthia and Styria, yet British investors still struggle to buy freehold property in the Tyrol and Vorarlberg.“

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