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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Historisch-vergleichender Versuch über Dekadenz und Trottel

| 105 Lesermeinungen

Dekadenz ist nicht gerade eine Tugend. Dekadenz hat den komischen Beigeschmack des Wunsches, den anderen fallen zu sehen, es passt gerade auch nicht zum Zeitgeist der Krise, dem Diktat des zur Schau getragenen Verzichts und der blühenden Zurückhaltung. Letztlich ist es nur eine Frage der Definition. Aber ich habe - wie vermutlich alle - durchaus den Eindruck, den über Jahrhunderte richtigen Zugang zum Thema zu besitzen.

Unsere Leidenschaften sind die wesentlichsten Werkzeuge unserer Selbsterhaltung: Sie unterdrücken zu wollen ist daher ein ebenso vergebliches als lächerliches Unterfangen.

Jean Jacques Rousseau, Emile

Man findet in manchen Kommmentaren das hier „dekadent“. Dieses Blog, seinen Autor und die ihn umgebende Welt. Der Begriff der „Dekadenz“, „herabfallend“ von der Höhe der Kultur, ist zwar hübsch französisch, aber leider auch deutsch-reactionär vorbelastet. Viele verbitterte, alte Philosophen und Kulturtheoretiker sahen sich von einer dekadenten Endzeit umgeben, die fallen muss, um einer neuen Zeit mit reinen, enthaltsamen Menschen Platz zu machen. Bisweilen hatten diese Überzeugungen Ergebnisse, die diese Herren als Erfolg ansahen – Hitlerjugend, der erste Weltkrieg, die chinesische Kulturrevolution, die roten Khmer – aber meistens sah die Jugend nicht ein, warum diese alten Säcke ihnen ein anderes Leben vorschreiben sollten. So sterben die Klagenden, ohne den Verfall der Gesellschaft erleben zu dürfen, und die Jugend richtet sich in der Dekadenz bequem ein, denn es gibt da etwas, das die alten Trottel nicht wahr haben wollen, bis es zu spät ist: Ein Mensch verfällt meist schneller, als die scheinbar so flüchtige Dekadenz. Dekadenz im deutsch-reactionären Sinne kann sehr langlebig sein. Nehmen wir nur einmal diesen Inbegriff der Dekadenz des 18. Jahrhunderts:

Bild zu: Historisch-vergleichender Versuch über Dekadenz und Trottel 

Das ist ein Teil einer Silberschale aus der Zeit um 1740. Ein grandios verschnörkeltes Werk vermutlich aus Augsburg, einst fein getrieben und mit Meisterschaft ausgestanzt, und zu seiner Zeit ein Zeichen des höchsten Luxus. Wie befinden uns damit bei den oberen 10.000 des Rokoko, jener Zeit des Puders, mangelnder Hygiene und ausschweifender Sitten, der wir die Aufklärung und das Porzellan, den Porno und – wahrhaft dekadente Ironie am Rande – den Untergang der Jesuiten verdanken. Was wir heute jedoch an dieser Epoche als dekadent wahrnehmen, ist unsere moderne Empörung über die soziale Ungleichheit, aus der Objekte wie diese Schale erwuchsen. Zu Zeiten ihrer Entstehung hätte man mit dem Gegenwert das Leben einer bitterarmen Pächterfamilie ein Jahr lindern können; sie hätten Vieh gekauft und den Sohn in die Schule geschickt, auf dass er ein moralsaurer Jesuit werde, sie hätten jeden Tag ausreichend Brei gegessen, und hätten damit der Seuche widerstanden, die am Ende des Jahres, im kalten, ungeheizten Winter, die halbe Sippe verenden liess, während in Sichtweite, hinter den Glasfenstern des Landsitzes, die Tochter Konfekt aus der Schale angelte und einen modischen Roman aus Frankreich las, der exakt dieses Szenario als Ausgangspunkt der Handlung nimmt*. In einem Satz stirbt das Umland an Typhus oder Pocken, die galante Gesellschaft sperrt sich auf zwei Seiten in den Salon ein, erzählt 300 Seiten von mehr oder weniger standesgemässen Liebschaften, und als es vorbei ist, reisen sie heim in die Stadtpaläste, und haben vollkommen vergessen, dass sich in den Dörfern die Leichen stapeln.

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Der Umstand jedoch, dass diese Gesellschaft dergleichen noch Jahrzehnte tun wird, zeigt uns, dass es keine „Dekadenz“ im eigentlichen Sinne ist: Von Zerfall keine Spur, es ist Ausdruck einer festen Sozialstruktur, und es wird noch sehr lange dauern, bis man in Untertanen wirklich Menschen erkennt. Die Philosophie, die Aufklärung lebt man statt dessen ohne die Niederungen der Realität, die man durch Diener und gelegentliche Vergewaltigungen kennt, in Traumreichen aus; so richtet man sich gerne japanische Zimmer mit rot lackierten Stühlen ein, von deren Art man oben einen Teil der kunstvoll geschnitzten Lehne sieht. Asien galt damals in krasser Verkennung der Realität als vorbildliche und fortschrittliche Region, und nicht als exportorientierte Ramschhersteller, der die Trottel in Europa mit Kitsch aus Porzellan versorgte. Auch diese Flucht aus der Realität  mag uns heute als dekadente Verhöhnung der Armen erscheinen: Hier der geheizte Raum, der nur einer Phantasie huldigt, und teure, mit Brokat bezogene Möbel, die nur einer kurzen Illusion dienen – draussen die Kälte, die Enge in den Bauernhäusern, wo sich Mensch und Vieh zusammendrängen und der Schemel der einzige Sitz bleibt, hart und ungepolstert.

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Das ist tatsächlich unerfreulich für die Bauern, aber es sorgt dafür, dass wir uns heute an den Relikten der Zeit erfreuen dürfen. Wie man jeweils hinten sieht, hat man die Silberschale benutzt und zur Reparatur den Silberschmieden übergeben, die über Jahrhunderte hinweg das Material von hinten sicherten, wenn sie, etwa beim Liebesakt zu Boden gestossen, in Stücke brach. Auch den Stuhl in all seiner Pracht aus der Zeit von George II hat man nach dem ersten Schaden nicht den Bauern gegeben, auf dass sie daraus Brennholz machen; er wurde geschient und dient seinem neuen Besitzer auch nach 280 Jahren. Vollends undekadent wird es, wenn man den Wert der Stücke betrachtet, den Sie unschwer ermitteln können, wenn Sie Sotheby´s Art at Auction 1978-79, S. 212 betrachten, oder im Falle der Silberschale Sale 6897 konsultieren. Ohne mich hier in Schätzwerten ergehen zu wollen: Stuhl und Schale sind nicht im Mindesten gefallen, sondern im Wert durch ihr Alter so angewachsen, dass die Preziosen auch heute noch einer benachteiligten Familie trotz gestiegener Ansprüche ein Jahr lang aus dem Gröbsten helfen könnten. Es bliebe ihr überlassen, ob sie ein Jahr täglich mit besten Bioprodukten essen oder eine neue Glotze, täglich die Bild, einen Sixpack, Zigaretten und Spannung beim Anrufen von Sofortgewinnsendern möchte – beides wäre möglich, und im zweiteren Fall könnte man, endlich, wirklich von Trotteln und Dekadenz reden.

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Denn hier ist der Kern der Dekadenz: Etwas verschleudern, was man sich nicht leisten kann; etwas vernichten, das man brauchen könnte, etwas tun, was einen erniedrigt und verblödet. Das ist Dekadenz für alle, unabhängig von Besitz und Stand. Dekadent ist der Berliner Kreative, der sich das iPhone auf Dispokredit kauft im Wissen, dass er nächstes Jahr das neue Modell braucht, obwohl der zugehörige Vertrag zwei Jahre läuft, dekadenter vielleicht noch als das Stahltelefon einer Luxusmarke, das sich die Tochter des Metzgermeisters in der Provinz wünscht, und deren Vater es anstelle der üblichen und wertbeständigen Rolex kauft, die 20, 30 mal so lange halten würde. Dekadent ist, was uns fallen lässt, was Werte zerstört und Überzeugungen auf den Müll wirft: Es ist sicher gefühlt dekadent, wenn ich Konfekt in dieser Silberschale Frauen auf Bestuhlung reiche, die ansonsten allenfalls in Museen hinter Glas zu bestaunen ist, aber es ist nicht im Mindesten so dekadent wie der Ladevorgang oder das achtlose Rumschleifen eines dieser Telephone. Das Konfekt mag erlesen und teuer sein, aber der Genuss zerrüttet uns nicht so, wie die Jagd des TV-Trottels nach der Wanne voller Geld. Der grösste Ausdruck dieser Dekadenz ist unsere von nicht vertretbaren Schulden befeuerte Wirtschaftskrise, und ihre grössten, ärmsten Trottel findet man gleich neben dem Juwelier, der gedrungen durch reiche Trottel mechanische Kostbarkeiten durch Elektroplunder ersetzt:

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Das sind die Trottel, die Nachts randalierend durch die Stadt ziehen, und gezielt jede Einladung zertreten, ihre bisherige rechtskonservative Haltung zu überdenken. Herr Sodann von der Linken wäre gewiss nicht mein Freund, er würde mich kurz-sozialistischen Geistes für extrem dekadent halten, da stimmte er mit den Trotteln überein, die ihn in den Staub traten – aber eben jene Trottel werden es sein, die diese Finanzkrise ausbaden müssen. In meinem Umfeld würde niemand treten, Herr Sodann ist kein Problem, und selbst wenn er recht haben sollte: Seine Lösung ist keine, die man sich bei uns leisten könnte oder wollte. Sein Sozialismus würde zu viel Dekadenz in Form hoher Abgaben verlangen, und zumal: Es wäre Dekadenz ganz ohne Lustgewinn und Verschwendungsfreuden. Also wird es, wenn es nach meinem Umfeld geht – und angesichts der Zerstörung würde ich mich nicht in den Weg stellen -, wohl eher die anderen und damit die subalternen Rowdies treffen, das Fusstretvolk, die Vandalen, die Trottel, die mit Begeisterung etwas zerstören, was in voller Überzeugung hier hinunter in den Süden reist, um ihre Belange zu fördern, und auf dumpfe Ablehnung und Weigerung trifft, ihn auch nur einen Moment als Anregung eigener Gedanken zu akzeptieren. Ich könnte die Schale zertreten und den Stuhl verbrennen – nichts wäre je so dekadent wie die Dummheit derer, die nicht denken wollen.

*etwa Crebillon der Jüngere, Die Liebestaten des Vicomte de Nantel.

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105 Lesermeinungen

  1. Wenn ich in der ZEIT lese,...
    Wenn ich in der ZEIT lese, dass über 30% der Jugendlichen in Berlin, Leipzig oder Essen von Hartz IV leben müssen, sehe ich eher Dekadenz bei der Elite unserer Gesellschaft, die solche Verhältnusse zulässt.

  2. Natürlich. Eben darum fände...
    Natürlich. Eben darum fände ich es absolut nicht unangemessen, sich auf dieser Insel der Halbseligen einmal etwas anderes als die Verlautbarungen von CSU und Heimatblatt anzuhören. Man muss es nicht mögen, man muss die nicht wählen, aber nachdem es ja kaum anzunehmen ist, dass ein Literat heute den Bürgern hier das sein könnte, was uns Voltaire mit dem Neffen Rameaus für das Prekariat des 18. Jahrhunderts war, könnte man doch wenigstens mal hingehen.

  3. Tja, aber in diesen...
    Tja, aber in diesen Plattenbau-Haushalten steht fast überall der gleiche Baumarkt Ramsch als Möbelimitat und wenn man dann die Spermüllhaufen vor den Wohnungen sieht, dann sieht man da oft Massivholzmöbel liegen, die für den Baumarkt-Ramsch weichen müssen und im Gegensatz zum Ramsch schon 100 Jahre hielten und noch 100 halten, vor allem auch: Ihren Wert behalten.
    Da stimme ich Don zu, das ist auch Dekadenz, sich Billigmöbel zu kaufen und damit die Wohnung zu verschandeln, Lohnsklaverei am Ende der Welt zu fördern und.später die Müllhalden zu verstopfen.
    Allerdings wäre die Frage, wie man ein solches Konsumverhalten ändern kann, was dringend nötig wäre, nicht nur im Sinne des Geschmacks sondern auch der Umwelt etc.

  4. In diesem Kontext wäre auch...
    In diesem Kontext wäre auch der Einfluss des TV-geräts zu untersuchen; allerdungs habe ich so etwas nicht, und muss mir mündlich von der Pappendeckelkultur dicker blonder Fraúen und anderer modernen Geschmacksgötter erzählen lassen. Momenten ist mit den 50er und 60er Jahren die letzte Generation allgemein guter Fabrikmöbel dran, und danach wird es bitter. Das Problem ist ja nicht nur der Verlust von Qualität, sondern der Umstieg von dauerhaftem Besitz auf eine Art Möbelleasing mit einen neuen Heilsversprechen alle 5 Jahre. Ein Barockstuhl mag 6- 9000 Euro kosten, aber den hat man nicht nur für immer, sondern auch für die Aufführungen klassisch-französischer Pornoliteratur durch die späteren Bastarde der unehelich gezeugten Blagen.

  5. Naja. Wer kann schon mit...
    Naja. Wer kann schon mit schweren, kaum zerlegbaren Vollholz-Biedermeier-Schränken was anfangen, wenn er – wie es wirtschaftlich gefordert ist ^^- alle paar Jahre umziehen soll zum neuen Job hin. Nicht nur die Hartz4-Gesellschaft, auch die mobile Karriere-Gesellschaft tut sich schwer mit dicken breiten Stühlen, altem Silber und schweren alten Schränken. Die sind einfach nicht für den Umzug gemacht. Sie sind nicht für Wohnklos in Plattensiedlungen gemacht. Sie sind.
    Ich hab auch noch einen alten geerbten Bauernschrank. Der ist noch bei Frau Mama eingelagert.

  6. Ich habe nur drei Möbel, die...
    Ich habe nur drei Möbel, die nicht zerlegbar sind: Das ist ein Hepplewhite-Sideboard, das tatsächlich bleiben möchte, wo es ist. Eiche, Mahagoni, Intarsien. Das würde ich nie wieder in den zweiten Stock schleppen wollen. Ansonsten ist da einen engliche Mahagonivitrine, aber die war erstaunlich leicht, weil sie aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts stammt. Und dann ist da noch ein Bauernschrank aus der Zeit um 1700, aber der ist ausgesprochen klein und gerade mal 1,60 Meter hoch. Alles andere ist entweder mit Rollen gesegnet (her mit den kleinen briten!), oder zerlegbar. Und zwar so, dass man es nach 150 jahren problemlos wieder aufbauen kann. Schon damals musste man umziehen. Und die besten Zerlegungsmechaniken, die ich kenne, sind in fränkischen Wellenschränken des 18. Jahrhunderts. Aufgebaut einschüchternde Monstren, aber ein Gedicht beim Umzug.

  7. Oh, die Zerlegemechanismen...
    Oh, die Zerlegemechanismen alter Möbel sind phönomenal.
    Ein Kleiderschrank, groß wie zwei Football-Spieler wird mit vier Keilen zusammgengehalten, je zwei mal mit dem Hammer draufschlagen und schon kann man das Ding auseinander nehmen. Dauert 3 Minuten.
    Und den Aufbau schafft man zu zwei in 5 Minuten, allein in 8.
    Man vergleiche das mal mit Ikea-Fummelei, die ist da ein totaler Rückschritt.
    Vroni hat allerdings recht, was die Staubfänger angeht, mit altem Porzellan umziehen ist schwieriger, wenn das kaputt geht, kriegt man nicht unbedingt Ersatz, aber wenn die 20 Euro Vase von Ikea oder das 200 Euro Original-Designer-Stück kaputt geht beim Transport, kauft man’s einfach neu.
    Entweder von Billig-Chinesen in China gemacht oder von Billig-Chinesen in Italien.

  8. Daß Vollholzmöbel nicht für...
    Daß Vollholzmöbel nicht für den Umzug gemacht sind, ist eine hartnäckige Legende der Moderne. Erstens ist Vollholz leichter als Preßspan, zweitens läßt es sich deutlich leichter zerlegen, da meist verkeilt, verzapft oder, wie im Fall der Möbel meiner Großeltern, mit metallenen Gewinden versehen, die auch nach dem fünfzigsten Auseinanderschrauben noch zusammenflutschen wie geschmiert. Preßspangewinde fransen nach dem zweiten, dritten Umzug aus. Vollholz hält auch länger und ist leichter zu pflegen und zu reparieren. Es spricht eigentlich alles gegen Preßspan, bis auf die Erstanschaffungskosten und der Duck des Zeitgeistes.

  9. Prekariat des 18. Jahrhunderts...
    Prekariat des 18. Jahrhunderts war,
    > …könnte man doch wenigstens mal hingehen.
    Ja.
    Aber wie wir alle wissen, sind Methoden, das Prekariat eben darin zu halten, sehr subtil und weit entwickelt.
    Beim Thema Dekadenz und Trottel hätte ich aktuell eher das Thema HRE, Eurohypo und Bafin erwartet.

  10. Nicht nur, andreaffm,
    hier im...

    Nicht nur, andreaffm,
    hier im Viertel ziehen laufend junge Paare wieder weg, weil ihre rasch wg. des Jobs gemietete 2-Zimmer-Wohnung Altbau mit 65 m² einfach nicht hinhaut, weder mit noch ohne Fin-de-Siècle-Sideboard.
    Großstädtische Altbau-Winzwohnungen unter 90 m²wie im Glockenbach oder anderswo sprechen gegen ausladende, aber niedrige Möbel. Es gibt nichts Raumsparenderes als einen Einbauschrank, der bis zur Decke geht. Finde ich klasse – gerne Vollholz :-).
    Grüße von einer Schreinerstochter :-)

  11. Entschuldigung, was besitzen...
    Entschuldigung, was besitzen diese Menschen denn für einen Haufen Zeug, daß die unter 90qm nicht leben können? (Ich hab 55. Zu zweit. Das ist eng, aber es geht. Auch ohne Einbauschränke und mit hunderten Büchern.)

  12. Das Haufen Zeug sind meist...
    Das Haufen Zeug sind meist Kinder :-)

  13. OK, eine kleine...
    OK, eine kleine Zwischenbemerkung: Es ist durchaus klar, dass bei kontroversen Themen kontroverse Meinungen auftauchen. Was hier aber absolut nicht geht, ist zweierlei:
    1. Die URL von anderen Leuten hinter dem eigenen Namen eintragen und
    2. sich auf beschimpfungen aus der Anonymität heraus zu verlegen
    Das System hier ist trotz mancher Bedenken so offen, wie es nur eben sein kann, niemand muss sich registrieren oder seine Email hinterlassen, aber dafür kann ich auch erwarten, dass solche feigen Aktionen nicht stattfinden. Mich trifft es ohnehin nicht weiter, aber ich schalte es nicht frei: Ihr vergeudet also Eure Lebenszeit und erschafft nur Argumente, warum man besser keine offene Diskussion erlaubt. Sehr unfein, das.

  14. Kroesus2, das hier ist...
    Kroesus2, das hier ist Feuilleton, und zwar aus zweierlei Gründen: Einerseits wollte ich unbedingt etwas über Gesellschaft und Kultur machen. Andererseits gibt es ohnehin zu viel über Wirtschaft, und ich bekomme nur Magenkrämpfe, wenn ich mich damit zu sehr auseinandersetze.
    ich möchte hier plaudern. Ich möchte erzählen. Ich wäre begeistert, wenn es ein Äquivalent zu ftalphaville gäbe, denn das bräuschte man, das würde zeitnah und schnell diese Wünsche erfüllen – aber hier bleibt das Thema nur am Rande erhalten. Selbst, wenn ich gestehen muss, dass die Gesellschaft im Moment kaum ein anderes Thema als die rettung des Vermögens hat.

  15. don alphonsos federleichte...
    don alphonsos federleichte rabenschwärze: eine wonne!
    leider erschweren kleine flüchtigkeitsfehler mitunter die leserlichkeit:
    „Was wir heute jedoch an dieser Epoche als dekadent wahrnehmen,
    ist unsere moderne Empörung über die soziale Ungleichheit, aus Objekten wie der diese Schale erwuchs.“
    vielleicht besser:
    „… aus der Objekte wie diese Schale erwuchs“
    oder:
    „… die aus Objekten wie dieser Schale erwuchs“
    statt:
    „aber eben jede Trottel werden es sein“
    eher:
    „aber eben jene Trottel werden es sein“
    statt:
    „Es wäre Dekadenz ohne jeden Lustgewinn und Verschwendungsfreuden“
    eher:
    „Es wäre Dekadenz ohne jeden Lustgewinn und ohne jede Verschwendungsfreude“

  16. "was besitzen diese Menschen...
    „was besitzen diese Menschen denn für einen Haufen Zeug, daß die unter 90qm nicht leben können?“
    z.b. ausladende staubfangende fitnessgeräte. dass dem bewegungsmangel auch einfach mit zufußgehen statt autofahren abzuhelfen wäre, haben sie vergessen. es handelt sich also um eine weiterere dekadente idiotie des post-bougeoisen bürgertums: um eine anschaffung zur ausübung einer zusätzlichen tätigkeit, welche in wahrheit eine reduktion darstellt.

  17. ... ist es denn nicht auch...
    … ist es denn nicht auch eine äußerst bizare Seite der Dekadenz, wenn ich im Februar in der Frankfurter Kleinmarkthalle – oder bisweilen in anderer Susammensetzung auch bei Lidl – Berge von „unzeitigem“ Obst und Gemüse sehe, das massenhaft gekauft wird, obgleich ein nicht unbeträchtlicher teil der Käufer wissen müsste:
    1) Es schmeckt zu seiner Zeit und aus der Nachbarschaft einfach besser
    2) Es wurde z.T. um die halbe Erde geflogen und vernichtet alls „Klimabilanzen“
    3) Es wurde z.T. mit Pestiziden behandelt, die bei uns schon lange verboten sind und
    4) Es stammt zum Teil aus Ländern, in denen eine zumindest labile Nahrungsmittelversorgung herscht
    Oder ist das einfach nur Vertrottelung?
    Fragt sich der HH.

  18. andreaffm16. Februar 2009,...
    andreaffm16. Februar 2009, 12:05 http://gig.antville.org
    Zitat:
    „Entschuldigung, was besitzen diese Menschen denn für einen Haufen Zeug, daß die unter 90qm nicht leben können? (Ich hab 55. Zu zweit. Das ist eng, aber es geht. Auch ohne Einbauschränke und mit hunderten Büchern.)“
    Da muß man sich aber sehr sehr lieb haben! :-)

  19. ß-Taste defekt? oder fehlt?...
    ß-Taste defekt? oder fehlt? oder ist das einfach cool?

  20. Das ss ist eine durch...
    Das ss ist eine durch Schweizer Gastarbeit vertiefte, aber schon früher anwesende Marotte meiner selbst. Ist es arg schlimm? Falls ja, kann ich mir auch Mühe geben und meine Eszet-Kenntnisse aktivieren, obwohl ich persönlich überzeugt bin, dass diese nur ein paar Jahrhunderte gebräuchliche Modeerscheinung eigentlich keine Berechtigung hat. In der Schweiz ist durch das Fehlen jedenfalls niemand nachweislich verblödet.
    Uwebus, die Zeiten, da ein Mensch im Durchschnett weniger als 20 Quadratmeter hatte, sind noch nicht so arg lange her. Ein paar Jahrzenhte, allenfalls.
    hansimglueck, ich bin beschämt. Das kommt davon, wenn man so etwas in der Nacht schreibt. Danke für die Zurechtweisung.

  21. uwebus, ich würde es eher...
    uwebus, ich würde es eher andersherum sehen: wenn man sich nicht liebhat, kann die wohnung noch so groß sein.

  22. Wenn ich die...
    Wenn ich die Lebensverhältnisse Deutschlands, der Schweiz, Dubais, Kameruns, Äquatorial-Guineas und des Sudans nebeneinanderhalte und die Tatsache, dass der europäische Lebensstandard teilweise direkte Ursache von Not und Elend in Schwarzafrika ist, dann lässt sich schon fragen, ob es jemals dekadentere Zeite gegeben hat als gerade jetzt. Übrigens bedeutet der Begriff ursprünglich dekadenweise auftretende Agrarkrisen.

  23. Meine Vormieter haben es rund...
    Meine Vormieter haben es rund 50 Jahre in dieser Wohnung ausgehalten. Da war die Toilette noch auf halbem Stock. Die Ansprüche waren eben andere. Und wenn es irgendwo ein großes Zimmer gab, dann war das die gute Stube, die nur für Besuch oder Feiern genutzt wurde – im Prinzip die kleinbürgerliche Fortsetzung der Beletage.

  24. Und in der Schweiz ist sowieso...
    Und in der Schweiz ist sowieso alles besser!
    Danke für das Lesevergnügen! Deutschunterricht gehört in die Schule und Zurechtweisungen kommen komischer Weise immer von denen, deren Herz nicht besonders groß ist. Die Gedanken in Ihrem Beitrag sind größer und werden durch stilistische Imperfektionen nicht geschmälert.

  25. Ein meiner Meinung nach...
    Ein meiner Meinung nach wesentlicher Teil der Dekadenz ist bisher zu kurz gekommen.
    Für mich wird es in wenigen Jahren aktuell, wenn meine Kinder entdecken, dass Kleidung nicht einfach Kleidung ist. Wenn sie in der Schule und in der Werbung mitbekommen, dass einige wenige (teure, nicht wertvolle) Buchstaben über die Tragbarkeit oder nicht Tragbarkeit von Sachen entscheiden.
    Gerne würde ich das von Vornherein verhindern, ich kann mir aber keinen Weg vorstellen, wie das gehen soll.
    Ich musste gerade vor ein paar Wochen mit trändenden Augen einen alten Echtholzschrank beim Ausräumen eines alten Hauses weggeben, da er mit einer Höhe von 3 m viel zu groß für unser Haus war.

  26. ... dekadent finde ich hier...
    … dekadent finde ich hier die vielen Rechtschreibefehler, zumal beim Don selbst. Dann lieber korrekt schreibend an einer einfachen Massivholzplatte als unkonzentriert an einem edlen Sekretär aus der frühen Steinzeit …
    Hoffentlich habe ich jetzt bei mir keinen Fehler übersehen…

  27. JanChris, ich habe oben schon...
    JanChris, ich habe oben schon mein Bedauern ausgedrückt, bin aber gerne nochmal bereit, mich dafür auch bei Ihnen zu entschuldigen. Bei Ihnen fehlt ein Komma, und man kann durchaus an einem Sekretär schreiben, wenn man das Papier senkrecht hält. Ich allerdings schreibe auf einem Kartentisch des späten Biedermeier.

  28. Don Alphonso,
    ...."die Zeiten,...

    Don Alphonso,
    ….“die Zeiten, da ein Mensch im Durchschnett weniger als 20 Quadratmeter hatte, sind noch nicht so arg lange her. Ein paar Jahrzenhte, allenfalls“……
    Ich kenne diese Zeiten, bin selbst kurz vor dem Abnippeln, möchte deshalb NIE WIEDER auf ein eigenes Zimmer verzichten, in dem ich schnarchen, bei offenem Fenster schlafen, nachts das Licht anmachen und im Bett lesen oder Musik hören kann. Und um das zu gewährleisten, reichen 55 m² für eine Wohnung für 2 Bewohner halt nicht aus, sonst sind die Zimmer so klein, daß man die Betten senkrecht stellen muß.

  29. Sich wie im aktuellen Blog...
    Sich wie im aktuellen Blog geschehen an eine angebliche „wirkliche“ Bedeutung von Dekadenz im eigentlichen Wortsinne zu klammern, um damit unethische Exzesse und maximale soziale Ungleichheit zu relativieren oder gar zu rechtfertigen, finde ich einfach nur grotesk. Die Tatsache, dass ein Missstand über Jahrzehnte anhält und eben nicht „zerfällt“, macht ihn nicht im Geringsten weniger dekadent. Und dass das barocke Schlösschen aus Gold und Marmor auch 300 Jahre später noch astronomische Summen wert ist, hilft keinem, der nicht weiß, ob er lieber verhungern oder erfrieren soll.
    Denn Dekadenz bedeutet, zumindest im modernen Sprachgebrauch, und auch der Blogautor dürfte sich selbst wohl in der Moderne verorten, genauso oder noch viel mehr ein sozial schädliches Übermaß von Besitz und Konsum. Das sollte man weder verkennen noch relativieren. Es geht nicht um Schale oder nicht Schale. Oder um Stuhl oder nicht Stuhl. Es geht um die Relationen. Und nicht zuletzt geht es um die Attitüde und die Selbstherrlichkeit, die in den fraglichen Kreisen vorherrscht.
    Völlig fehlgeleitet ist der Bogenschlag zum oft zitierten Hartz-4-Präkariat und dessen Konsumstilen. Call-in-Shows zu bevölkern, sich für Glitzerhandys zu verschulden, die BILD-Zeitung als Bildung zu verkennen, das ist nicht trottelig und dekadent. Das ist einfach nur trottelig. Dekadent, und hier läuft der Autor in seine eigene Falle, ist es freilich nicht. Denn auch wenn manche Apologeten dies gerne prophezeien, verdummendes Fernsehen markiert nicht die Endzeit. Glitzerhandys lassen die Gesellschaft ebenso wenig zerfallen wie silberne Schalen.
    Der im Blog unternommene „Versuch“ misslingt vollends durch die scheinheilig zur Schau gestellt Toleranz (gepaart übrigens mit Arroganz) gegenüber Kritikern wie Sodann. Natürlich würde im Umfeld des Autors „niemand treten“. Nicht mit Füßen zumindest. Aber „Anregung eigener Gedanken“, die er den Gesellschaftsverlieren ans Herz legt, kann ich beim Autor selbst, der sich den Tretern ja intellektuell überlegen fühlt, ebenso wenig erkennen.

  30. Die vielen Vertipper des Don...
    Die vielen Vertipper des Don stören mich weniger.

  31. Orthografie-Decadence: Es kann...
    Orthografie-Decadence: Es kann auch sehr dekadent sein, auf Kommata herumzureiten. Mein Lieblingsspruch aus M.A.S.H.: Verschwinde, oder ich mach dir einen Knoten in dein Komma! :-)

  32. Es wird viel vom Verfall, der...
    Es wird viel vom Verfall, der Dekadenz, der „oberen“ Schichten gesprochen. Dabei sehe ich vielmehr einen Verfall bei den „unteren“ Schichten, einen Verfall des Willens durch Leistung nach „oben“ zu kommen – oder zumindest aus der jetzigen Lebenssituation.

  33. Dekadenz ist der Niedergang....
    Dekadenz ist der Niedergang. Von daher fällt es auch jedem Trottel leicht, dies zu goutieren. Denn er ist ein me-too (Das Wort hat Ron Sommer mal gesagt als er die x-te Tranche seiner Volksaktien unter dasselbe brachte). Da jeder Mensch mit zunehmenden Alter darniedergeht (siehe z.B. durchschnittliche Erholzeit nach erfolgreichem (!) Koitus und dessen Wiederholung – damit meine ich die Männer), wird auch dem letzten Trottel klar, dass er bestenfalls subtil dieser Dekadenz frönen kann. Oder wie M. F. einmal sagte: „Ab jetzt sage ich nur noch die Wahrheit“.

  34. Mein bester Freund hat mir mal...
    Mein bester Freund hat mir mal einen Spruch seines Vaters weitergegeben: „Junge, ich bin zu arm, um mir billige Sachen zu kaufen“ sprich: Lieber ein wenig mehr investiert zugunsten längerer Haltbarkeit. Das klingt manchmal arrogant, führt bei mir aber zumindest dazu, dass ich weder bei „nur nackt ist billiger“ einkaufe, noch sogenannte „Lifestyle“ Artikel kaufe, die bei „made in China“ Qualität absurdeste Preise haben. Dazu fällt mir allerdings beim schreiben Spinosa ein: „Wir begehren eine Sache nicht, weil wir sie für gut halten, sondern wir halten sie für gut, weil wir sie begehren“ …

  35. als ich den Artikel zum ersten...
    als ich den Artikel zum ersten Mal las, war mir nicht gleich bewusst, um was geht’s eigentlich. War vielleicht auch nicht mehr so frisch, heute um 12.00. mit den kommentaren wird es mir klar: es geht um Wohnungsgrößen, zerlegbare Bauernschränke und Rechtschreibfehler. Da wäre ich freiwillig nicht drauf gekommen.

  36. Die wahre Dekadenz besteht...
    Die wahre Dekadenz besteht doch darin, dass wir hier die Zeit haben, dem Müßiggang zu frönen während das Land draußen vor die Hunde geht, Menschen entlassen werden oder zu einem menschenunwürdigen Lohn bei den Discountern schuften.

  37. Don Alphonso, es wäre zu...
    Don Alphonso, es wäre zu dekadent einen längeren Kommentar zu hinterlassen, geht es doch letztendlich zu Lasten der produktiven Arbeitszeit, aber ich finde ihre …. Art (passende und treffsichere Adjektive rauszusuchen würde auch zu lange dauern) witzig und erfrischend.

  38. <p>Donna Nutella, ich werde...
    Donna Nutella, ich werde heute um drei Uhr Holz hacken gehen, und mich um Rohrleitungen kümmern. Unkündbar, aber auch nicht bezahlt. Ich bin also dekadenzbefreit, bis zu Tee und Torte.
    Nur, und das betrifft auch die Presziosen, es hätte niemand etwas davon, wenn ich dies alles wegwerfen würde. Es würde nichts ändern. Ich versuche, so gerade wie möglich durchzukommen, und kaufe nichts, was Elend fördert. Ich denke, das ist ein Ansatz, mit dem man etwas bewegen kann. Würden alle ihre Kleider aus chinesischen Sweat Shops und das Essen vom ausbeuterischen Discounter kaufen, sähe es auch nicht fein aus.

  39. korrekt schreiben finde ich...
    korrekt schreiben finde ich dekadent
    weil der inhalt ist das was zählt, und nicht kommata,ss/ß oder groß und kleinschreibung.
    aber sehr schön zu lesender beitrag.

  40. @ Dona Nutella : Du hast...
    @ Dona Nutella : Du hast Recht! Zumal während der „Arbeitszeit…“ (Ich meine das völlig ironiefrei). Manchmal denke ich, die Möglichkeit Kommentare zu verfassen sollte während der Kernarbeitszeiten gesperrt sein. Aber dann würden die zwängigen Kommentierer entweder Pornosüchtig werden oder die ganze Zeit dieses Windowskartenspiel zocken….

  41. Wenn die nicht-trotteligen...
    Wenn die nicht-trotteligen Dekadenten mal auf die ein oder andere Silberschale verzichten könnten, wären die Dekandenztrottel vielleicht in der Lage sich soweit zu bilden, um die von den nicht-trotteligen Dekadenten suggerierten Bedürfnisse, welche besagen unbedingt das neuste iPhone+ zu erwerben, zu durchschauen. Leider würde den nicht-trotteligen Dekandenten dann bald keine Silberschale mehr bleiben. Daher lehnen sie sich lieber zurück und freuen sich, dass diese Dekandenztrottel so dumm geboren wurden und das bekommen was sie verdienen.

  42. Danke für alle das...
    Danke für alle das Lob.
    Misterkite, ich versuche natürlich, mit diesen Texten auch zu stilvollem Benehmen, gepflegter Konversation und Allgemeinbildung beizutragen, was natürrlich auch die Mitarbeiter der Konzerne adelt. So gesehen nehme ich durchaus für mich in Anspruch, selbst bessere Pornographie ersetzen zu können. Aber vielleicht schreibe ich demnächst auch etwas über die Pornographie der besseren Gesellschaft.

  43. Nein, schlimm ist das gewiss...
    Nein, schlimm ist das gewiss nicht, kein bisschen, aber schade um diesen hübschen und kugeligen, seltenen und ungeliebten Buchstaben. Hach, mein Herz so klein, Dona Nutella: Ist ein Kuss noch ein Kuß? Immerhin ist er noch süß! Soll heißen, zur Zeit gilt: Nach kurzen Vokalen nur noch ss, aber nach langen dürfen wir noch ß. Und nach Doppellauten auch. Wunderbar unlogisch, wie so manches in Grammatik + Rechtschreibung. Wie gesagt, weder schlimm, noch gar dekadent. Auch Fehler können durchaus was Nettes haben. Und Meister dürfen die Form sowieso zerbrechen. Ich finds nur ein wenig betrüblich, dass Sprache nur noch praktisch sein soll. Und dazu gehört halt auch das umstandslose Doppel-S. Wenn sich nur halb so viele Leute ums schöne Schreiben kümmern würden wie ums gute Essen. @Hiwwelhuber. Also nicht Missverstehen: Ich kaufe gute Lebensmittel aus der Region + koche gerne + gut. Aber dieses Gewese ums korrekte Kaufen + Kochen in manchen Kreisen, auch in einigen Blogs und jetzt auch auf der Berlinale, geht mir auf den Geist. Politikersatz? In der Hoffnung, nicht allzu heftig abgeschweift zu sein.

  44. ,...
    ,

  45. Respekt, der Beitrag gefaellt...
    Respekt, der Beitrag gefaellt mir, auch wenn Sie mich nicht moegen. Er hat den flair der Weltstadt Muenchens, was uebrigens nah an Noerdlingen liegt.

  46. Menschenbild, ich bin immer...
    Menschenbild, ich bin immer aufs Neue erstaunt über den Glauben an die Vorteilhaftigkeit der Armut bei der Seelenbildung des Menschen. Es gibt nachgerade unendlich viele Angebote, sich zu bilden, es gibt Büchereien und verbilligte Karten für das Theater, Bücher sind steuerlich begünstigt, und im Netz sind famose Wissensangebote. Und dann besuchen Sie einfach mal einen Elektrofachmarkt. Hauptsache, der Bildschirm ist gross und es sind 8 Meter Platz für teure DVD. Jeder könnte das hier lesen und sich Gedanken machen, ich insistiere ja gerade zu darauf, wie wichtig es ist. Glaiuben Sie ernsthaft, es würde ein Fernseher gegen 50 Bücher eingetauscht, wenn ich das Erhalten von Silber aufgebe?
    shaerer, ich gestehe: Meine Schränke sind übervoll mit Porzellan. Ich sammle Silberkannen. Ich habe ein Faible für Wohnungen, derer ich vier besitze. Man könnte das als dekadent bezeichnen. Aber warum? Ich schade damit niemanden. Ich überziehe mein Konto nicht, ich saufe mir nicht die Hucke voll, ich ernähre mich gesund und treibe Sport, ich bin höflich und trete keine Katzen. mein bestreben ist es, eine schöne Bibliothek und einen reichen Haushalt zu hinterlassen für die, denen es gefallen mag, und die dort anzusetzen bereit sind. dann möchte ich verschwinden im Wissen, die welt ein wenig geordnet und konserviert zu haben. Ist das dekadent?

  47. "Denn hier ist der Kern der...
    „Denn hier ist der Kern der Dekadenz: Etwas verschleudern, was man sich nicht leisten kann; etwas vernichten, das man brauchen könnte, etwas tun, was einen erniedrigt und verblödet. Das ist Dekadenz für alle, unabhängig von Besitz und Stand. “
    Zu dieser Definition und dem Beitrag von AnKro ist mir neulich etwas aufgefallen: in der Tagesschau wurde das traurige Schicksal einer thüringischen Hartz IV Familie mit viel Nachwuchs thematisiert – es fehle schon allein am Geld die Kinder zum Sportverein zu schicken, und in der Wohnung sei nun wirklich extrem wenig Platz (Liebe hin oder her). Dann sah man die Familie beim gemeinsamen Abendwurstbrot und mir fielen die Augen aus dem Kopf: im Hintergrund war ein sehr schicker, sehr neuer, sehr großer Flachbildfernseher zu sehen (so ein Teil hätten sich meine alten Eltern beinahe nach 30 Jahren Arbeit wegen der schlechten Augen usw geleistet – die kleinere Variante hat dann auch genügt). Auch wenn sehr viele Leute zusammen fernsehen frage ich mich doch ob es eine größere Dekadenz gibt als die, sich Barbara Salesch und das gesamte andere Nachmittagsprogramm wechselnder Güte reinzuziehen, den Kindern aber die körperliche Ertüchtigung zu versagen – zu meiner Zeit (ich bin unter 30) war das noch ziemlich kostenfreier, von der Schule angebotener Sport: Rudern, Handball etc. Ich brauchte nur meine Beine und eine Uhr um nicht schon wieder zu spät zu kommen.
    Zudem kann man die böse Vermutung anstellen, dass den Kindern nicht nur auf bösartige Weise physisch geschadet wird, sondern auch die intellektuelle Entwicklung bei der Auswahl des Programms und die sich ständig über die Ungerechtigkeit der Welt beklagenden Eltern enorm geschadet wird.
    Ist das etwa etwas, was man sich leisten kann, etwas, was man brauchen kann, etwas, was man tut und was einen nicht erniedrigt und verblödet?
    Was für Dekadenz ist akzeptabel (da nicht weiter schädlich als für den/die dekadente Person) und welche nicht (da gesellschaftsschädigend)? Wie bemisst man den Schaden von Dekadenz und wer bezahlt ihn? Gibt es einen Nutzen der Dekadenz (z.B. Dauerhaftes importieren auch wenn die Bauern sterben, sich bilden auch wenn die Familie hungert)?

  48. Ich habe keine Website. Falls...
    Ich habe keine Website. Falls Sie eine Adresse wollen: franziska.ermer@web.de
    Vielen Dank!

  49. Ach was! Die kleinen,...
    Ach was! Die kleinen, schnellen Fehler im Schreiben bringen die Gedanken hier nicht zu Fall, zeigen sie doch auch eine gewisse Menschlichkeit: „Danke für alle das Lob“.
    Wir haben zu Danken.
    @ Dona Nutella:
    Das ganze Land geht doch nicht gleich vor die Hunde. Wenn Sie ein schlechtes Gewissen haben, ob des „falschen Lebens“ in unserer fortgeschrittenen Gesellschaft, dann können Sie hier etwas Neues denken und vielleicht auch ausprobieren: http://www.unternimm-die-zukunft.de
    Ich schätze, ein Diderot und sein Werk „Rameaus Neffe“ würden sich heutzutage auch mit solchen Gedanken über die Gesellschaft befassen.

  50. @ Ladyjane:
    "Ich kaufe gute...

    @ Ladyjane:
    „Ich kaufe gute Lebensmittel aus der Region + koche gerne + gut“
    – aber dann sind Sie doch von der geschilderten Dekadenz eben gerade nicht betroffen!

  51. "Man sollte entweder ein...
    „Man sollte entweder ein Kunstwerk sein, oder eines tragen.“ Oscar Wilde

  52. Don Alphonso, wer die Dekadenz...
    Don Alphonso, wer die Dekadenz rein aus ökonomischer Sicht beschreibt, greift zu kurz. Weiterhin wurde und wird Dekadenz nun einmal in der Regel Eliten zugeschrieben. Sich so einfach darüber hinwegzusetzen, wirkt doch etwas bemüht. Warum könnte nun das deutsche Großbürgertum dekadent sein? Zum einen funktioniert es nicht mehr als gesellschaftliches Vorbild, das bei Verlust des Willens und des guten Benehmes der Unterschicht zur Seite stünde. Weiterhin, diejenigen, die heute auch in Ihren Kreisen das Sagen haben, tun dies mit einem wesentlich geringeren kulturellen, moralischen und geistigen Anspruch als noch vor 100 oder 50 Jahren. Sie mögen ja eine löbliche Ausnahme sein. Jedoch fehlt die kritische Masse. Wie sagt Theodore Dalrymple: „If the powerful do not care about the world, why should the powerless?“

  53. @ don alphonso: Mein Konto ist...
    @ don alphonso: Mein Konto ist andauernd in den Miesen, ich betreibe das gepflegte Besäufnis, finde Entspannung beim Proletensport im TV (zu später Stunde hat Verkaussender glotzen etwas sehr meditatives). Dennoch besitze ich eine stattliche Bücherwand, die nicht mit rosa einbundenen Paperbacks bestückt ist, meine Plattensammlung hat mindestens den Gegenwert eines gehobenen Mittelklassewagens und mein Weinregal ist auch nicht mit Tetrapacks aufgefüllt. Ich rede nur nicht andauernd darüber, um mich bewusst von der Masse der Trottel abzuheben. Ich meine, sich das „sowohl als auch“ leisten zu können ist „heutzutage“ dekadent.
    Ansonsten freue ich mich auf den Pornographieartikel!

  54. @ ErnstWilhelm: GUT!! (wenn...
    @ ErnstWilhelm: GUT!! (wenn Sie das Kompliment annehmen wollen)
    Falls ich dazu ein Popzitat beitragen darf:
    „…and I don’t care about morals, because the world’s insane and we’re all to blame, anyway…“ (Paul Weller, The Butterfly Collector)

  55. Man ist sich also einig:...
    Man ist sich also einig: Dekadenz gibt es in allen sozialen Schichten, für jede Schicht auf ihrem eigenen Niveau. Die Sache ist allerdings: Die einen können es sich leisten dekadent zu sein, die anderen nicht. Den entscheidenden Unterschied macht also die Frage: Trottel oder nicht-Trottel – also bewusste oder unbewusste Dekadenz.
    Dabei ist zu beachten:
    1. Ob trottelig oder nicht, dekadenz sorgt für Konsum, sorgt für Arbeit (wenn auch nicht notwendigerweise würdige) – ist also gerde im aktuellen Kontext für die Wirtschaft gut.
    2. Die wenigsten Menschen werden dumm (trottelig) geboren. Es hängt also davon ab, wie gut das vorhandene Potential des Menschen ausgenutzt wird, ob er später Pressspan- oder Vollholzschränke kauft, bzw. sich überhaupt des Unterschiedes bewusst ist.
    3. Die Dekadenten heute, ähnlich wie die Dekadenten aus der Zeit so manch diskutierten Möbelstücks, sorgen doch erst dafür, dass es so viele trottelige gibt, denn sonst würden sie, die an der Macht und dem Geld sind, die Systeme anders auslegen (siehe PISA). Dazu müsste nichtmal auf die Silberschale verzichtet werden, sondern nur der Wille bestehen dem Prekariat Bildung zu ermöglichen oder bei Bedarf es dazu anzuregen.
    Ich stimme also, auch wenn ich den Artikel als Ganzes loben muss, Ihrem Satz „nichts wäre je so dekadent wie die Dummheit derer, die nicht denken wollen.“ NICHT zu. Denn „wollen“ unterstellt eine Wahlmöglichkeit und diese zu unterstellen halte ich, ehrlich gesagt, für dekadent. Mindestens aber für falsch und unehrlich, denn sie Missachtet die Situation in die ein Mensch hineingeboren wird und zeugt von Unkenntniss in diesen Fragen.

  56. Liebe...
    Liebe Mitbesserverdienende,
    lassen Sie sich von Texten wie diesen nicht unnötig verblöden. Brauchen Sie wirklich derartig peinlich zusammengeschraubte Rechtfertigungen für Ihr Leben? Ist es nicht stattdessen besser, anzuerkennen, dass das eigene Leben manchmal wirklich – im landläufig verstanden Sinne – dekadent ist? Meiner Erfahrung nach lebt es sich mit dieser Erkenntnis ganz gut.
    Es erfordert sicher etwas Mut anzuerkennen, dass das eigene Leben voller Widersprüche ist, man gewinnt dafür aber ein gerüttet Maß an Bodenständigkeit und – wenn ich das sagen darf – Demut gegenüber dem Leben und denen, die es nicht so gut getroffen haben.
    Und über, wie gesagt, nichts als peinliche Rechtfertigungen wie diese hier, nach dem Motto „Wenn die Welt schon hässlich ist, dann lügen wir sie uns wenigstens schön.“ kann man dann wirklich herrlich lachen.
    Viele Grüße
    Mork vom Ork

  57. Offenbar ist mein Kommentar in...
    Offenbar ist mein Kommentar in der Zensur hängen geblieben. Da ich jedoch der Meinung bin, dass ein Blog-Autor, der wahllos ihm völlig unbekannte Menschen als Trottel bezeichnet, durchaus ein wenig Kritik vertragen können sollte, hier noch ein zweiter Versuch:
    Liebe Mitbesserverdienende,
    lassen Sie sich von Texten wie diesem nicht unnötig verblöden! Brauchen Sie wirklich derartig peinlich zusammengeschraubte Rechtfertigungen für Ihr Leben? Ist es nicht stattdessen besser, anzuerkennen, dass das eigene Leben manchmal wirklich – im landläufig verstanden Sinne – dekadent ist? Meiner Erfahrung nach lebt es sich mit dieser Erkenntnis ganz gut.
    Es erfordert sicher etwas Mut anzuerkennen, dass das eigene Leben voller Widersprüche ist, man gewinnt dafür aber ein gerüttet Maß an Bodenständigkeit und – wenn ich das sagen darf – Demut gegenüber dem Leben und denen, die es nicht so gut getroffen haben.
    Und über, wie gesagt, nichts als peinliche Rechtfertigungen wie diese hier, nach dem Motto „Wenn die Welt schon hässlich ist, dann lügen wir sie uns wenigstens schön.“ kann man dann wirklich herrlich lachen.
    Viele Grüße
    Mork vom Ork

  58. Ich bin nicht so reich, daß...
    Ich bin nicht so reich, daß ich mir etwas billiges leisten könnte.
    Dieser Spruch wird meines Wissen den Engländern zugeschrieben. Es hat ein paar Jahre gebraucht, um mir die Sinnhaftigkeit dieses Spruchs eingehen zu lassen. Ob meiner handwerklichen Fähigkeiten wurde ich des öfteren gebeten, doch mal diese oder jene schwedische Presspappe zusammen zu schrauben. Anfangs bin ich bei dieser Tätigkeit noch in schallendes Gelächter ausgebrochen ( entdecke die Möglichkeiten !). Heute scheue ich mich nicht, auf die entsprechenden Internetseiten bei E-kauf hinzuweisen, wo wunderbare, wie von Anderea aus Frankfurt beschriebene, Schränke und andere Möbel feilgeboten werden. Da helfe ich dann auch gerne beim Transport und Aufbau.
    Und, stimmt, es ist Zeit zum Holzhacken…
    p.S.: Aus Umweltgründen ist es auch nicht angeraten die Presspappe einzuschüren.

  59. Die Frage ist doch auch: Ist...
    Die Frage ist doch auch: Ist Dekadenz abhängig davon, ob dem „Täter“ sein Tun bewusst ist? Oder reicht es schon, von draußen draufzuschauen und zu sagen: „Was für ein dekadentes Verhalten!“
    Wenn die junge Dame, die damals bedenkenlos ihre Schokolade aus der Silberschüssel nahm, gar nicht wusste, was man mit dem Gegenwert anfangen könnte, was sogar sehr wahrscheinlich war, war das dekadent?
    Von außen gesehen vielleicht. Sie wäre aber sicherlich erstaunt darüber und wenn sie zart und empfindsam gewesen wäre, dann hätte sie vielleicht sogar Mitleid mit der Bauersfamilie empfunden.
    Ein russischer Neureicher, der sich seine Zigarre mit einer 500 € Note anzündet, der ist meiner Ansicht nach dekadent.
    Was ist der Unterschied zwischen Dekadenz und Verschwendung oder Reichtum?
    Ich denke wenn jemand sich darüber bewusst ist, dass er verschwendet und das als gut und richtig empfindet, vielleicht sogar noch stolz darauf ist, dann ist er dekadent.

  60. Echte Dekadenz kommt in der...
    Echte Dekadenz kommt in der Geschichte nur gelegentlich vor. Man erkennt sie am Geburtenstreik der Gebildeten. In wenigen Jahrzehnten ist Europa islamisiert, die jüngeren Gebildeten sollten in die USA fliehen, die schon älteren können die Anfänge dieser Entwicklung in der Provinz ( Tegernsee) sicherlich komfortabel überstehen. Ab 2040 aber sollte man als Liebhaber der Aufklärungskultur Europa verlassen haben.

  61. @ErnstWilhelm
    danke für das...

    @ErnstWilhelm
    danke für das Zitat: „“ If the powerful…““ genau das wollte ich auch so schreiben.

  62. @ don alphonso: vielleicht bin...
    @ don alphonso: vielleicht bin ich etwas über´s Ziel hinausgeschossen. Der ein oder andere persönliche Anwurf hat sich wohl in meinen Text geschlichen. Sie werden es mir bitte verzeihen. Ihre Silberkannen seien Ihnen gegönnt. Ebenso ihr Porzellan und die vielen Bücher schon sowieso. Und wenn Sie noch vier Wohnungen damit vollstellen – kein Problem.
    Es ist wahrlich nicht Ihre kleine Dekadenz – oder eben auch Nicht-Dekadenz, die mich ankotzt. Da gibt es ganz andere Dinge, die in der Welt schief laufen, aber dafür ist dieser Blog nicht der richtige Ort. Also, nichts für Ungut…

  63. So, so. Nur alles Reden nützt...
    So, so. Nur alles Reden nützt nicht viel, wenn man zur Generation 1000 Euro gehört. Vielleicht ist dann die Ratenzahlung fürs iPhone die einzige Art von Dekadenz, die man sich gönnen kann. Teure, werthaltige Sachen kann man sich eh nicht leisten.
    Im Übrigen, wieso erwartet man gerade von denen, die eher unten auf der Leiter anzutreffen sind, ein besonders hohes Maß an rationales Handeln?

  64. @ misterkite - die...
    @ misterkite – die „Kernarbeitszeit“ kann doch sehr variieren. Ich jedenfalls kann es mir heute in der Tat leisten, hier ganz dekadent ein paar sinnfreie Kommentare zu hinterlassen.
    @ Don Alphonso – körperliche Ertüchtigung hat noch keinem geschadet und Sie werden es wohl überleben bis der High Tea sie wieder hat. Für die Rohre könnten Sie sich allerdings wirklich einen Fachmann leisten, finden Sie nicht?
    @ John – Es ist ja schön, dass die Finanzkrise in ihrer Dekadenz an Ihnen vorbei geschrammt ist. Mit schlechtem Gewissen hat das allerdings nichts zu tun. Mein Herz ist klein und ich bin stubenrein. Vielleicht wollen Sie doch noch ein Psychologiestudium aufnehmen?

  65. Was willst du mit dem Dolche,...
    Was willst du mit dem Dolche, sprich,
    die Stadt vom Tyrannen befreien.
    Aber das die oberen 10000 gleich dem Tyrannen und dem dekadenten entsprechen mag ich doch bezweifeln. Allerdings graust es mir vor den Verallgemeinerungen wie Gretchen Sie äußert. Nischt zu fressen, aber nen Flachbildfernseher. Präsentiert von eben diesem verteufeltem Medium. (auch wenns die Tagesschau war). Schön einfach. Auch sehr amusant, wie einige versuchen armen Menschen den dekadenz-Peter in die Schuhe zu schieben. Ich glaube Ursache und Wirkung werden manchmal vertauscht. Die Mutter (vermutlich eine von den 660000 heute angesprochenden Alleinerziehenden) kann es sich nicht immer leisten Ihre Kinners auf teure Schulen zu schicken. Die Bildung ist in diesem Land leider eben nicht kostenfrei, denn wenn Sie in Berlin-Neukölln, oder im bekannten Marzahn in den Genuss von Bildung kommen wollen, müssen Sie investieren. Raus aus dem Block. Ohne Geld nicht machbar. Und schon gar nicht wenn ich mehr für Möbel investieren soll, weil schwedische Kettenprodukte nicht lange halten (wer billig kauft, kauft zweimal….). Das Fußvolk bleibt Fußvolk. Und nicht weil es dekadent lebt oder andere dekadent leben ( die bringen die Kohle dadurch wenigstens in Umlauf). Wir können jetzt natürlich über umverteilung reden, aber das führt ins unendliche..
    Aber warum verfällt die Kultur, warum Falt-TV, warum Barbara Salesch? Ist das Verfall? Verdummung, klar, aber Verfall? Da mache ich mir viel mehr Gedanken um moralische Zweifelhaftigkeiten in der Wirtschaft, die Fußvolk wie ich, sich auch noch ohne groß zu murren gefallen lässt..
    Nun gut, nach mir die Sinnflut…
    (wer Fehler findet darf Sie behalten)

  66. Ich habe mich sehr gefreut,...
    Ich habe mich sehr gefreut, diesen Artikel zu lesen. Schöne Bilder. Diese Art von Beiträgen schätze ich sehr. Vielen dank.

  67. Misterkite: Abwarten,...
    Misterkite: Abwarten, Bürgerporno ist im historischen Vergleich weniger spassig, als es klingen mag.

  68. Werter Erbe! Das der von Ihnen...
    Werter Erbe! Das der von Ihnen geschaffenen Kunstfigur in den Mund gelegte Bestreben, „die Welt ein wenig geordnet und konserviert“ zurückzulassen, scheint – unbeachtet der Tatsache, ob Sie nun Lust haben darüber zu schreiben oder nicht -, angesichts der sich anbahnenden Entwicklungen nach Lage der Dinge zum Scheitern verurteilt. Auch wenn die Theorie, von der Marx noch hoffte, daß sie zur materiellen Gewalt werden würde, sobald sie die Massen ergreift, nach Lage der Dinge eine durchaus weniger humane, fortschrittsgläubige und massenbeglückende sein wird, als es sich zahlreiche belesene Freunde des idealisierten Proletariats wohl stets vorgestellt haben, wird sich doch so etwas wie ein Grundkonsens in einer entschlossenen Minderheit herausbilden, welche die von Ihnen verspotteten Trottel in Bewegung setzten wird. Und das wird geschehen, bevor diese das von Ihnen evozierte Schicksal nicht weniger ihrer Vorfahren erleiden, wo bisweilen, wie Sie es so launig formulieren, in harten Zeiten „halbe Sippe verenden“ mußten. Ich vermute, daß Ihnen dann auch die in einem anderen Ihrer feuilletonistischen Ergüsse erwähnten Schießscharten Ihres gewiß gepflegten Heimes dann nicht mehr viel helfen werden…

  69. MorkvomOrk, der Sie sich nicht...
    MorkvomOrk, der Sie sich nicht entblöden, Ihren Namen der Glotze zu entlehnen: Wenn ich hier einen Kommentar nicht freischalte, so ist das keine Zensur, sondern schlichtweg mein Hausrecht, oder gar eine Gnade, Idioten vor der öffentlichen Selbstbefleckung zu schützen. Informieren Sie sich gefälligst, bevor Sie hier solche Sprüche ablassen. Wenn Ihnen was nicht passt, halten Sie den Mund und machen Sie ein eigenes Blog auf, statt hier den Rächer der Verderbten zu spielen. Generell aber ist es so, dass ich hier jeden Kommentar freischalten muss, was ich zu Beginn als lästig empfand, aber dank Nögelbrocken wie Ihnen inzwischen als sinnvoll erachte.

  70. Gegenstandpunkt, natürlich...
    Gegenstandpunkt, natürlich ist kein Geschlecht der Welt so alt wie das der Trottel, aber seit nunmehr doch einigen Jahhunderten ist mein Clan in der Lagem, den kleinen Nachen durch die Sintflut der Deppen zu steuern. Leute etwa, die als Erbe erkennen, was selbst erworben ward, haben wir schon mit gerichtlichen Mitteln das Mundwerk stopfen lassen. Sie dürfen also glauben, dass unsereins einiges an Erfahrungen mitbringt. Wir sind mit allem fertig geworden, wir packen auch das hier, und man sehe es mir nach, wenn ich keine Träne verschwende, wenn sich die Zusammenrottung im märkischen Sand am Ende entschliesst, auch ohne iPhone dort zu verweilen, weil im schlimmsten fall einfach keine Busse mehr gehen. Sie glauben ja wohl nicht ernsthaft, dass der moderne Hool zu Fuss geht oder radelt. Spätestens bei Dessau wären die Horden ohnehin fertig, und bei uns in Bayern gibt es sowas nicht.

  71. Ladyjane "Aber dieses Gewese...
    Ladyjane „Aber dieses Gewese ums korrekte Kaufen + Kochen in manchen Kreisen, auch in einigen Blogs und jetzt auch auf der Berlinale, geht mir auf den Geist.“
    Sehen Sie es mir nach, in Bayern kann man stunden- und tagelang über nichts anderes als über das Essen reden, nur unterbrochen von Nahrungsaufnahme natürlich. Das ist hier fast französisch; Essen steht im Mittelpunkt des Lebens.

  72. John, irgendwie sind die...
    John, irgendwie sind die Grundeinkommenfreunde recht aktiv, also nochmal in der FAZ-Fraktur: Ich kenne viele Leute, die die Idee gut finden. Kluge Leute, denen ich gerne zuhöre. Aber keiner konnte mich bislang überzeugen. Um ehrlich zu sein: Ich glaube nicht, dass das geht. Ich bin für Mindestlöhne und Austrocknen von mieser Bezahlung; wenn das gelingt, kann man sich das Grundeinkommen sparen.

  73. Don Alphonso, es wäre...
    Don Alphonso, es wäre töricht, an Erfahrung oder Entschlossenheit der Vertreter Ihrer Klasse zu Zweifeln, alle zu Gebote stehenden Mittel einzusetzten, das eigene, immer noch reichlich komfortable, Dasein zu schützen, einschließlich all jener angenehmen Privilegien, an die man sich so gewöhnt hat (einschließlich der nicht selten aus Standesdünkel und Halbbildung resultierenden Arroganz und Hybris den Konsumenten des Unterschichtsfernsehens gegenüber, insbesondere wenn diese in ihrer Passivität noch völlig ungefährlich scheinen). Desweiteren, ohne daraus große Folgerungen für die Zukunft abzuleiten, läßt sich doch feststellen, daß es mit der Räterepublik auch in Bayern eine soziale Bewegung gab, die sich anschickte die Macht- und Wohlstandsverteilung zugunsten der deprivierten Mehrheit zu ändern. Sollten sich in der bundesrepublikanischen Gesellschaft nach dem Zusammenbruch des Casino-Kapitalismus unter denjenigen, die heute als Prekariat bezeichnet werden, eines Tages tatsächlich so etwas wie „Horden“ bilden, die den offensiven Klassenkampf gewiß auch an den Tegernsee tragen werden, dann ist Schluß mit lustig. Es scheint mir ein großer Irrtum zu sein, zu meinen, daß die oft als „Bürgerkriegsähnliche Zustände“ apostrophieren Bilder, auf immer nur mehr oder weniger entfernte Weltgegenden beschränkt bleiben werden. Und wenn Sie schon nach meinem Glauben fragen – mit dem es nicht weit her ist -, dann kann ich Ihnen ja wenigstens mitteilen, daß ich denke, daß im Falle des Falles sicher auch der Freistaat nicht verschont bleiben wird von den Folgen einer hilflosen und ohnmächtigen Eruption eines Zorns, der ohne große Differenzierungen „die Reichen“ treffen wird…

  74. Ich selbst tendiere immer...
    Ich selbst tendiere immer wieder zu genau der Geisteshaltung, die in vielen Kommentaren erkennbar ist: Arroganz gegenüber denjenigen, die nicht so klug und gebildet sind wie ich. Dabei finde ich diese Seite an mir eigentlich widerlich. Als großzügiger Mensch hätte ich es nicht nötig, auf andere herabzusehen und mich immer wieder meiner Leistungen zu versichern (die im Grunde genommen größtenteils aus meiner privilegierten Erziehung erwachsen sind – also gar nicht mein Verdienst). Wollte ich konstruktiv sein, würde ich mir einige Hauptschüler suchen und denen ehrenamtlich Nachhilfe geben. Oder zumindest (wie der Don) einen konsequent sozialverträglichen Lebensstil pflegen. Weil mir das alles aber zu anstrengend ist, kaufe ich doch gelegentlich in normalen Supermärkten ein und beschränke mich darauf, ein halbwegs anständiger Mensch zu sein, indem ich mich täglich bemühe, anderen – egal wes Geistes Kind sie sind – mit Respekt zu begegnen, und nicht mit Verachtung, egal ob es um Rechtschreibfehler, Eßkultur oder Medienkonsum geht.

  75. Liebes Fussvolk, vielleicht...
    Liebes Fussvolk, vielleicht hier noch was zur Klarstellung – evtl. hat Don Alphonso das Thema verfehlt (Gott behüte!)? Ein Titel a la „Erlaubt ist was gefällt bzw. Gefällt nur, was erlaubt ist?“ (und alles andere ist dekadent) scheint das Thema der meisten Debatten zu sein hier (Pressplatte vs Massiveiche, Biokochen etc.).
    Ich war auf die Definition der Dekadenz angesprungen – und sehe hier die größte Dekadenz in der Tatsache, Güter zu verschwenden und/oder nicht zu nutzen, die man vor der Nase hat.
    Soweit ich weiss ist weder in Berlin Marzahn, Thüringen oder Bayern der Schulbesuch gebührenpflichtig. Somit ist der größte Luxus (=Wissen) kostenlos und wird teilweise verschleudert durch standhaftes Ignorieren. Dies wiederum bedingt die Herausbildung einer Spezies namens Trottel über den sich alle beschweren aber keiner sein will.
    Es braucht vielleicht manchmal mehr Mut als gedacht um als Aussenseiter zu überleben, aber Intelligenz und eine gewisse Grundbildung hat relativ wenig (zumindest zu Zeiten von Internet, Stadtbibliotheken und kostenlosen Schulen) mit der monetären Ausstattung des Elternhauses als mit den vermittelten Werten zu tun. Und das wiederum führt zu den (moralischen) Misständen in der Bankenwelt…? Ein Teufelskreis!

  76. @ roobr
    Nur so recht einordnen...

    @ roobr
    Nur so recht einordnen kann ich das Ganze noch nicht. So mancher spricht von der Verantwortungslosigkeit moderner Eliten. Oder ist es eher Ahnungslosigkeit?
    @ misterkite
    Danke für das Kompliment. Jedoch bilde ich mir ein, über Paul Weller bereits hinaus zu sein.

  77. Pardon, Don Alphonso, ich habe...
    Pardon, Don Alphonso, ich habe altbayerische Wurzeln + bin im nördlichen Bayern ansässig, wo man bekanntlich auch gesteigerten Wert auf gutes Essen legt. Trotzdem sagen mir meine Erziehung + auch einige Frankreichbesuche, dass man zumindest während des Essens nicht unausgesetzt über selbiges plaudert. Oder irre ich da? Indes, das hatte ich mit dem Gewese gar nicht gemeint, sondern die mir eher aus Berlin bekannte Beflissenheit? Selbstzufriedenheit?, mit der man in Fairtrade-Supermärkten + korrekten Bioläden einkauft, um sich dann schon als halber Attac-Aktivist zu fühlen. Aber ganz so pietistisch will man ja auch nicht rüberkommen und kultiviert dann in zumeist kargen Altbauwohnungen mangoldsche Kochlust, zum Nachtisch noch ein Pralinchen aus dem schnuckeligen Lädchen um die Ecke? Da gibt’s nur handgemachtes Konfekt, beste Zutaten! Ich kanns nicht besser erklären, ich hab ja nichts gegen politisch korrektes Konsumieren, aber bitte einfach tun, das im besten Fall sichselbstundgegenseitigbestätigende bis selbstzufriedene Gewese, das im ganz ungenießbaren Fall Missionarische drumherum, das regt mich halt auf. So, jetzt hab ich Hunger.

  78. Herr Sodann ist keine Trottel....
    Herr Sodann ist keine Trottel. er ist ein nützlicher Idiot. Das ist ein Unterschied, auf den ich Wert lege.
    Bitte nicht vergessen, dass die Kundschaft der ARGE auf ihre Weise rational handelt, wenn sie vermeidet, Vermögen zu erwerben.
    Schopenhauer dankte seinem Vater von Herzen, dass sein Vermögen ihn in die Lage versetzte, die Philosophie als Leidenschaft und nicht als Brotberuf zuu betreiben. Übrigens sind es die Genossen des Herrn Sodann, die das Erben teurer machen wollen.

  79. Lieber Don Alphonso,

    ich...
    Lieber Don Alphonso,
    ich möchte einer Formulierung in Ihrem sehr lesenswerten Beitrag widersprechen, die sich unseligerweise gleich am Anfang findet: „Viele verbitterte, alte Philosophen und Kulturtheoretiker sahen sich von einer dekadenten Endzeit umgeben, (…)“.
    Da Sie ausweislich des weiteren Textes nicht an die ewiggestrigen Gesinnungsgenossen Sodanns denken, die sich in der Tat eines mittlerweile marbellareifen Alters erfreuen, eine kurze Anmerkung: Spengler hat den „Untergang“ mit 38 veröffentlicht; Nietzsche hat sein Lebenswerk bis zu seinem 44. Lebensjahr vollendet. Ernst von Salomon, um einen weniger bekannten, mir aber sehr am Herzen liegenden Autor zu nennen, veröffentlichte sein Erstlingswerk mit 28. Kritik an einer dekadenten Gesellschaft ist eine Sache der Jugend, nicht des Alters.
    Außerdem, damit unzusammenhängend, bin ich der Auffassung, daß eine ehrliche Uhr von Poljot (oder, wenn es denn unbedingt ein Neidprodukt sein muss, die Breguet Transatlantique) gegenüber jeder Rolex zu bevorzugen ist; bei letzterer zahlen Sie einen m.E. unvertretbaren Markenaufschlag, anstelle dessen Sie sich ebensogut bunte Markenkleidung zulegen könnten.

  80. tberger, ich hatte mit dem...
    tberger, ich hatte mit dem ersten Weltkrieg beispielsweise Henri-Louis Bergson im Sinn, der damals schon recht alt war und dann auch noch den 2. Weltkrieg erlebte, den alten Mao oder Wilhelm Stapel. Vielleicht hätte ich gerade die Sonderfälle Nietzsche und Spengler, ohnehin ein schwerer Fall, ausschliessen sollen. es geht mir weniger um diejenigen, die sich echte Gedanken machten, sondern mehr um Zündler, Suppenköche und Brandstifter.
    Ich habe eine Rolex geerbt und die andere… sehen Sie, ich war einer der wenigen, die keine Rolex hatten. Ich hatte ein Gruen Curvex, und als sich die Gelegenheit in Berlin bot:
    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/154209/

  81. ErnstWilhem "Weiterhin wurde...
    ErnstWilhem „Weiterhin wurde und wird Dekadenz nun einmal in der Regel Eliten zugeschrieben.“
    Ach so, diese Regel kannte ich noch gar nicht. Vielleicht, weil man das bei uns anders sieht, was nicht überraschen würde.
    Spass beiseite, die Untenansicht der Elite hat oft etwas Dekadentes, aber wer sagt denn, dass das stimmt? Dekadenz kenne ich aus meinem Umfeld vor allem, wenn es um neureiche geht, die sich als Elite mit Verschwendung definieren. Eine gewisse Dekadenz der unerfreulichen Art findet sich bei TV-Stars, aber das hat mit meiner Klasse zum Glück nichts zu tun. Der Berliner Kreative jedoch sieht sich sicher als Avantgarde und Elite, und der Anrufer bei Trashsendern denkt, er sei schlauer als das System. Die Frage also ist: Wer verschwendet im Bemühen, vorne dabei zu sein? Jemand, der Möbel für kommende Jahrhunderte erwirbt, ganz sicher nicht.
    Natürlich kann man es so definieren: dekadenz kommt nur oben vor. Dann definiere ich eben: Unten gibt es keine Dekadenz, nur Trottel. Ist das fein so?
    (Vermutlich werden dann manche sagen, es sei arrogant, und ich hätte das Thema für Mittwoch)

  82. Plädoyer für ein gänzlich...
    Plädoyer für ein gänzlich unter die Füße der Umgangssprache geratenes Wort: Ein „TROTTEL“ war ursprünglich der Mensch, der in der Kelter (Drotte/Trotte; bereits im Althochdeutschen trota = calcatura) die Reben zu treten hatte. Tatsächlich kommt der „Trottel“ zunächst nur im oberdeutschen Sprachraum vor – die vinologische Diaspora im Norden kennt diesen Begriff sehr lange nicht, versteht sich. Allerdings erscheint der Trottel nicht erst seit 1800 aus dem Burgenland oder der Steiermark (wie uns die etymologischen Lexika weismachen wollen). Die ältesten Drotli-Belege (15. Jh.) stammen aus Zürich und Basel, sie sind durchaus nicht pejorativ gemeint. In der vinökonomischen Praxis war „den Trottel machen“ gewiß eine stumpfsinnige Tätigkeit (unablässiger Stampfschritt in der Kelter), für die man auch die Dorfdeppen heranziehen konnte. Aber wehe, wehe, wenn ich auf den ersten Trottel sehe! Es war im AT (Jesaja, Klagelieder) der HERR persönlich, der der Jungfrau Juda in der Kelter ein rotes Kleid verschaffte. Heilsgeschichtlich wird die schreckliche Prozedur sodann auf den Heiland übertragen: „Torcular calcavit dominus rubrum sibi vendicans amictum“ – so sieht man in einer Miniatur der Biblia pauperum des frühen 15. Jh. (Cod. Palat. lat. 871, fol 22 recto) Christus im roten Umhang auf der Kelter stehen. Also bitte beachten – ein „Trottel“ ist jemand, der sich ohne großes Nachdenken einer notwendigen Aufgabe unterzieht. Auch heute braucht es offenbar die Trottel, damit man sich spottend von ihnen fernhalten kann – von „Erlösung“ durch die Armen im Geiste freilich keine Spur mehr.

  83. Lieber Don Alphonso,
    für mich...

    Lieber Don Alphonso,
    für mich drückt sich Dekadenz nicht in Besitztümern aus, sondern in
    einer Geisteshaltung verwöhnter Eliten gegenüber den Normalos.
    (Beispiele: Nero, die Renaissancekirche, Marie Antoinette usw.)
    Und wie ist es heute? Schaun unsere Eliten dem Volk aufs Maul oder
    stellen die Säulen der Gesellschaft eine verantwortungslose Selbstlveriebtheit zur Schau.
    Die Lebensweise Neureicher darf nicht zur Normalität der gehobenen Schichten werden.
    Dekadenten Menschen fehlen soziale Verantwortung und Vorbildfunktion. Sie
    leben weder Moral noch Anstand . Gälten dies Werte bei unseren heutigen globalen Eliten, steckten wir vielleicht nicht in dieser Finanzkrise.

  84. Ich bedaure, aber die...
    Ich bedaure, aber die Finanzkrise wurde nicht von der Elite, sondern von vielen kleinen amerikanischen Banken und kleinen, konsumgeilen Amerikanern und dem Zocken dieser Leute auf dem Immobilienmarkt haptsächlich mitverschuldet. Natürlich hat man oben mitgeholfen und kassiert, aber diese Systemkrise betrifft alle und kommt von allen. Differenzierung ist da schon hilfreich.

  85. ... irgendwie verstehe ich die...
    … irgendwie verstehe ich die Aufregung von L*Jane nicht!

  86. liebes Gretchen,
    sicher ist,...

    liebes Gretchen,
    sicher ist, dass manche die Ihnen gebotenen Ressourcen nicht optimal nutzen. Aber woher sollen Sie das auch lernen?. Und daraus abzuleiten dass viele selber Schuld sind finde ich widerum etwas einfach. Denn sicher ist die Bildung auch in Marzahn und Neukölln kostenlos, aber versuchen Sie mal ein Kind, dass Ihre Sprache nicht spricht in einer Klasse mit 30 Leuten über seine Aufstiegschancen aufzuklären. Bzw. versuchen Sie die anderen Kinder dann noch optimal zu fördern. Da siehts in anderen Landstrichen ganz anders aus. Das ist kein Vorwurf an die besseren Landstriche. Über Trottel brauchen wir uns also nicht wundern. Und das diese Trottel dann nicht fähig sind die Ihnen gegebenen Mittel zu nutzen brauch uns dann auch nicht wundern. Seid mir nicht böse, aber ich denke das viele ach so sich aufregende Leute der oberen 10000 die arrogant auf das Trottelvolk schauen gar nicht traurig sind, dass es dieses gibt. So kann man sich besser, gebildeter fühlen und das wissen, die Trottel sind selber Schuld beruhigt zeitgleich das Gewissen. Das Trottelvolk lässt sich doch mit Hartz 4 abspeisen. ie Fronten sind also geklärt, der Klassenkampf vorbei.
    Alle sind glücklich. Wir reden von Verfall der Kultur… aber das ist doch schon durch… solange keiner aufsteht ist doch alles in bester ordnung. Die wenigen Mittel die dem Trottelvolk zur verfügung gestellt werden landen über den Flatscreen wieder bei den oberen 10000. Was solls. Regt euch nicht auf, freut euch, keiner von euch zählt zu den Verlierern und keiner muss befürchten jemals beim Trottelvolk zu landen… so, seid nicht böse… bis denne

  87. "Seid mir nicht böse, aber...
    „Seid mir nicht böse, aber ich denke das viele ach so sich aufregende Leute der oberen 10000 die arrogant auf das Trottelvolk schauen gar nicht traurig sind, dass es dieses gibt.“
    Fussvolk, dann komm mal bei uns vorbei und sage „Solidaritätszuschlag“ – Du wirst sehen, dass dem nicht so ist. Wer keinen ganz extremen Knick in der Optik hat, weiss durchaus, dass man mit Verelendung und Niedergang extreme Folgekosten haben wird. es gibt ein hohes Eigeninteresse, dem entgegenzuwirken. Neben der gar nicht so seltenen sozialen Engagements.

  88. warum nur muss ich bei einem...
    warum nur muss ich bei einem der ausgangspunkte dieses beitrags, hinter den glasfenstern des landsitzes, nur beständig an poes „maske des roten todes“ denken?

  89. Es ist schwer zu ertragen,was...
    Es ist schwer zu ertragen,was auf dem Markt angeboten wird.Da gibt es einen
    wahnsinnig erfolgreichen Firmeninhaber,der ausschließlich mit Eineuroprodukten
    Millionenumsätze macht.
    Rotarierfrauen wurden im Rudel durch das computergesteuerte Lager geführt,
    und waren beeindruckt.
    wie kann sowas sein?
    Das Volk wird mit Müll gemästet, mit Ratenzahlung ausgezogen, und die Kinder
    wechseln häufiger ihre Handys als ihre Unterhosen.
    Wer das mitansieht,behält natürlich seine Silberschale und seinen Rokkokostuhl-
    denn die sind kostbar weil rar und Überlebenskünstler.
    Das Blog ist sehr gut.Danke.

  90. Bildungsfrage, genau so würde...
    Bildungsfrage, genau so würde ich das nicht sehen wollen: „Dekadenz gibt es in allen sozialen Schichten, für jede Schicht auf ihrem eigenen Niveau.“
    Es gibt welche, die fallen, und andere, die es nicht tun. In jeder Schicht kann man sich ins Koma trinken, und bei der Privatinsolvenz reicht es in beiden Fällen aus, nur einen ebtscheidenden Euro nicht auftreiben zu können. Allen Schichten dürfte auch die Leck-mich Haltung gemein sein, mit der man in so etwas steuert.
    Und im Ende sind sie dann alle gleich unschön, wenn es denn soweit kommt. Allerdings würde ich denen oben keine Verblödungsstrategie für die unten nachsagen. Solche Probleme fängt man sich nicht beim Klassenfeind, sondern bei den eigenen Eltern und Freunden. Die hools, die hier am Wochenende besoffen durch die Strassen plärren, wurden ganz sicher nicht von den hier Residierenden angefordert.

  91. chapeau! ich verfolge ihre...
    chapeau! ich verfolge ihre blog-gednken seit ein paar tagen mit sehr viel amusement und auch nachdenklichkeit. suchen sie sich einen verleger und geben sie nach einem jahr oderso das ganze als textsammlung heraus. einen käufer haben sie bereits :)

  92. "Natürlich kann man es so...
    „Natürlich kann man es so definieren: dekadenz kommt nur oben vor. Dann definiere ich eben: Unten gibt es keine Dekadenz, nur Trottel. Ist das fein so?“
    Ich würde es anders formulieren aber ansonsten grundsätzliche Zustimmung meinerseits. Das sagt aber natürlich nichts über die Verantwortung. Weiterhin wäre zu fragen, ob es oben relativ mehr Dekadente als unten Trottel gibt.
    Gruss aus Baku
    Ernst Wilhelm

  93. <p>Diesen Artikel...
    Diesen Artikel (+Kommentare) genüsslich zu lesen, um 5 in der Früh, obwohl ich mir dringend eine Wohnung suchen muss…frage mich, ob das noch Dekandenz oder schon Selbstzerstörung ist…
    @Grundeinkommen
    Eine wundervoll naive wie logische Vision (wer sowas hat, muss bekanntlich zum Arzt). Den Widerspruch, dass es von den Oberen als unleistbares, post-kommunistisches Schlaraffenland und von den Unteren als neo-liberales, nicht-umverteilendes Monstrum kritisiert wird, finde ich geradezu sympathisch.
    In 2 Generationen spätestens ist es da, außer Geld wird wie in Startrek komplett abgeschafft. Auf Mindestlohn kann ich persönlich verzichten, zugegeben viele 400€-Jober leider nicht. Denn wenn ich für Dritte (also Nicht-Freunde) arbeiten soll, dann entweder für mehr oder eben gar nicht. Zweiteres hat mir mit derzeitiger Gesetzeslage, ersteres zunichte gemacht.
    Als Freund der ökonomischer Fiktion, post-kapitalistischer Dekadenz und neo-humanistischen Moral, habe ich diese skurile Petition unterzeichnet:
    [Edit: jetzt reicht es aber mit den Spammassnahmen für diese bescheuerte Petition. Meine Meinung steht hier:
    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/1339712/
    Jede weitere Spammerei in der Sache wird gelöscht. Don]
    @Don
    Ich bin gespannt, beim echten Sex ist (Geld-)Klasse fundamental – zB. hier nachzulesen: http://www.edition-a.at/die_nackte_elite.html
    Nur Porno, dachte ich, ist so wie der Tod für alle gleich…

  94. sehen Sie,...
    sehen Sie, Gegenstandpunkt
    „Es scheint mir ein großer Irrtum zu sein, zu meinen, daß die oft als „Bürgerkriegsähnliche Zustände“ apostrophieren Bilder, auf immer nur mehr oder weniger entfernte Weltgegenden beschränkt bleiben werden. Und wenn Sie schon nach meinem Glauben fragen – mit dem es nicht weit her ist -, dann kann ich Ihnen ja wenigstens mitteilen, daß ich denke, daß im Falle des Falles sicher auch der Freistaat nicht verschont bleiben wird von den Folgen einer hilflosen und ohnmächtigen Eruption eines Zorns, der ohne große Differenzierungen „die Reichen“ treffen wird…“
    Sie haben insofern recht, als dass es eine grosse Verbitterung. Auch in meinem Umfeld ist man für die Verstaatlichung von Banken, ein Ende des Bonusirrsinns und der Raffkes. Aber: Das problem am System ist, dass es alle erhält, und eine grosse Mehrheit die Sicherheit des Besitzes über das Wagnis des Plünderns stellt. Ausserdem bezweifle ich, dass ein Mob mit dem, was Reiche ausmacht, etwas anfangen könnte. Und ohne der Stadt zu nahe treten zu wollen: Die Art, wie die Berliner ihre Kloakenstadt verunstalten, ist die beste Begründung, warum gerade diese Leute ganz sicher keine Lösung unserer Probleme sein können. In meinen Augen ist der antisoziale Banker, der auf seinen Bonus aus Staatsgeldern klagt, genauso zu verachten wie der antisoziale Transferleistungsfreund in Berlin, der keine Lust auf Arbeit hat und ein Grundeinkommen will.
    Wenn also jemand Anlass hat, mit der fackel loszuziehen, dann sind es die Bürger, die das bezahlen. Und das Ziel ist dann nicht der Tegernsee.

  95. Calistro ". In wenigen...
    Calistro „. In wenigen Jahrzehnten ist Europa islamisiert, die jüngeren Gebildeten sollten in die USA fliehen,“
    Aber, aber, warum denn gleich so dystopisch? Von einem Geburtenstreik der Gebildeten sehe ich gar nichts, so modern wie gerade war das Kinderkiegen in meinem Leben noch nie, und was die Islamisierung angeht: Wenn es sogar Bayern schafft, die CSU aus der mehrheit zu wählen, sollten es auch andere schaffen.
    Vielleicht ein Beispiel: Mitte der 60er jahre wurde in meiner Heimat das Stadttheater gross ausgebaut, und viele neue Mitarbeiter kamen aus dem ganzen Land. Darunter auch Schwule. Es gab in der gesamten Altstadt nur eine Vermieterin, die sie aufgenommen und sogar für sie ausgebaut hat: Meine Grossmutter. Und die hatte dann jahrelang das Gerede. Heute wäre das unvorstellbar, selbst in der Kirche bekommen Priester Druck, wenn sie sich schwulenfeindlich äussern. Das hat 40 Jahre gedauert, und ich denke, man sollte diese Zeit, die wir selbst gebraucht haben, auch anderen einräumen.

  96. Gut gemacht, Familie FAZ....
    Gut gemacht, Familie FAZ.

  97. Damenwahl, ich denke, einer...
    Damenwahl, ich denke, einer der wenigen Aspekte, auf die man sich wirklich etwas einbilden darf, ist Bildung – selbst wenn sie einen eigentlich dazu bringen sollte, es nicht zu tun. Weil wir aber in einem entbildeten Zeitalter leben, mit sagenhafter Verdummungsmechanismen und nicht wirklich einer weit verbreiteten Überzeugung, dass man mehr lesen könnte, ist sie vielleicht auch gar nicht so schlecht, um andere anzuspornen. Meine Zitate über den Artikeln jedenfalls will ich nur als Anregung verstanden wissen, einfach mal wieder ein Buch mehr zu bestellen. Wenn möglich beim Buchhändler.

  98. Lieber Don, ich kaufe meine...
    Lieber Don, ich kaufe meine Buecher am liebsten im Antiquariat und Ihre Zitate sind grossartig! – darauf wollte ich aber gar nicht hinaus. Ich stimme auch durchaus zu, dass man auf seine Leistungen oder Werte stolz sein kann und soll. Wenn man aber nur auf sich stolz sein kann, indem man gleichzeitig andere klein macht und herablassend behandelt, halte ich das fuer eine eher unschoene Eigenschaft – ein Unterton, den ich vor allem in einigen Kommentaren wahrgenommen zu haben meine. Und Arroganz als Stilmittel ist ohnehin ein anderes Thema. Aber korrigieren Sie mich, bitte, wenn ich das falsch verstanden habe.

  99. »...einfach mal wieder ein...
    »…einfach mal wieder ein Buch mehr zu bestellen. Wenn möglich beim Buchhändler.«
    Mittlerweile kein leichtes Unterfangen mehr. Der Buchhändler vor Ort führt nur die Bestseller; zu den exotischsten Sachen gehören da z.B. die Biographie eines Lang Lang, oder die Schundliteratur von Richard Dawkins. Man hat schon kaum Lust einen solchen Laden zu betreten.
    Wer sich denkt, ‚der kann sich ja nicht-vorrätiges bestellen‘ : falsch! Viele Titel, die ich bestellen wollte, konnten beim Zulieferer schlichtweg nicht geordert werden. Dieser hat sich offensichtlich auf just diejenigen eingestellt, die Elke Heidenreich empfiehlt und beliefert damit dann nicht nur meine Buchhandlung, sondern auch die anderen in der nächstgrößeren Stadt. Von anderssprachiger Literatur völlig zu schweigen!

  100. Dekadenz muss man sich leisten...
    Dekadenz muss man sich leisten können. Wir brauchen Dekadenz als Gesellschaft um erkennen zu können ob es uns auch wirklich gut geht. Und damit meine ich nicht nur die individuelle Dekadenz sondern die Dekadenz, die wir uns als Gesellschaft leisten. Von gigantischen Denkmälern bis zu 16 Landesparlamenten und der Flugbereitschaft der Bundesregierung.
    Die Dekadenz funktioniert hier als wertvolles Meßkriterium unseres kulturellen Wohlstands. Schlussendlich ist alles was man nicht zum Leben zwingend braucht entweder KULTUR oder DEKADENZ.

  101. Ziemlichgut hat recht. Es...
    Ziemlichgut hat recht. Es sollte von solchen Blogs zumindest Kleinstauflagen für die (U-)Bilbiotheken geben.
    Wenn einmal das gesamte Internet wegzensiert wurde und nur noch Banken und Pornochannels es benützen dürfen, Altersverifizierung vorausgesetzt, dann hätten wir etwas für unsere Enkel:
    „Lies mal, so war das früher mit der Meinungsfreiheit im Internet“…

  102. The problem with Don Alphonso...
    The problem with Don Alphonso is, that he obviously had to buy the most of his own furniture, tea-pots etc. 160 years of living in one house is by the way not really a long time, especially if one’s ancestor had to buy that house.

  103. The "problem" with my parents...
    The „problem“ with my parents is that they are not willing to offer me anything of the old china, furniture or rugs. They think everyone should start his own collection, and I hate to say but I think they´re right.

  104. Chapeau! Ça c'est un point de...
    Chapeau! Ça c’est un point de vue véritablement bourgeois.

  105. Die Stuhllehne - ein...
    Die Stuhllehne – ein Augenschmaus es ist das Entschleunigen der Zeit kein Meditationskurs kann da mithalten stimmt jede Generation soll ihren eigenen Stil
    herausbilden und hegen

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