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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Lob der reichen Erben

| 143 Lesermeinungen

Bitte, tun Sie sich keinen Zwang an. Beschimpfen Sie mich, schärfen Sie Ihre Mistgabel, schreiben Sie weissglühende Briefe an die Redaktion und empören Sie sich im Kreise Ihrer Kollegen über diese Zumutung. Ich bin das gewohnt, ich vergebe Ihnen. Aber vielleicht wollen Sie zuerst sauber und sorgfältig meine Argumentation zum Lobe einer Schicht studieren, die meines Erachtens vollkommen zu Unrecht den Hass der weniger Glücklichen auf sich zieht.

Was ihr errafft an Geld und Gut, Schmuck, Schuh, Gewänder aus den Schränken
Vertut´s, bevor ihr Schlimmres tut, für Wein und Weiber in den Schenken

Francois Villon, Ballade von der guten Lehre

Oder auch: Ein Thema, mit dem man sich wenig Freunde macht, aber, wie der bekannte bayerischen Politikphilosoph Franz Josef Strauss einst so treffend bemerkte: Eveybody´s darling is everybody´s Depp. Natürlich, das sei unbestritten, gibt es gewisse Ressentiments auf reiche Erben. Ich kenne sie nur zu gut, musste ich mich doch einst selbst gegen die Lüge eines vom Schicksal und schlechten Quellen fehlgeleiteten Schreibers wehren, vom Erbe meiner – im Übrigen quicklebendigen und sehr robusten – Vorfahren zu leben. Wie alle aus meiner Schicht bin ich reichlich sensibel, wenn es um Familienbelange geht, aber im Lauf der Diskussion um dieses Vorgehen, das in seiner Schneidigkeit gegen ein sog. „Gesellschaftsmagazin“ aus der sog. „Hauptstadt“ nichts von den Ehrenhändeln des 19. Jahrhunderts missen ließ, stellte jemand eine Frage, die mich seitdem umtreibt: Was wäre eigentlich so schlecht daran, als reicher Erbe ohne die Mühsal einer Erwerbsarbeit seinen Neigungen nachzugehen?

Bild zu: Lob der reichen Erben

Denn die alte, allgemein gültige Weisheit, dass es die erste Generation erwerbe, die zweite erhalte und die dritte verschwende, stimmt so nicht mehr. Dank effektiver Geburtenkontrolle in den 60er Jahren laufen breite Familienbesitztümer heute auf wenige Einzelkinder ohne familiäre Ambitionen zu, und deren Eltern, mit den Früchten ihrer Erziehung konfrontiert, finden heute genügend halbwegs solide Produkte auf dem Bazar der Finanzindustrie, die einer schnellen Verschwendung in Monte Carlo oder Berlin entgegenwirken, wie man sie aus dem 19. Jahrhundert kennt. Ich darf an dieser Stelle zugeben, dass viele meiner geschiedenen oder alleinstehenden Altersgenossinnen in eben jene Kategorie fallen und, von Arbeit gelangweilt oder vom Rosenkrieg zermürbt, für Zerstreuungen aller Art stets erreichbar sind.  

Natürlich gibt es eine Fassade, die diesen Zustand kaschiert: Sie haben in aller Regel irgendeine gesellschaftlich akzeptierte Betätigung, leitende Mitgliedschaft in einem Kulturverein etwa, oder einen staubigen Schreibtisch in einem verschlossenen Büro in der Firma eines Verwandten. Natürlich sähe es die öffentliche Empörung gerne, würde ich hier nun die Makel  dieser Geschöpfe aufzählen, ihre Neurosen, ihre Unsicherheit, der vergebliche Wunsch nach einem Kinde oder das, was der Volksmund stets als penetrierenden Eingriff gerne sehen würde, aber:

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Ich habe wirklich lange überlegt, das Abgründige gesucht und an losen Seelenfäden gezupft, muss aber letztlich gestehen: Ich kenne kaum ausgeglichenere, höflichere, liebenswertere Menschen als reiche Erben. Natürlich finden sich auch Ausrutscher, nicht immer gelingt die Transformation, und man endet bei jenen, die man in den Medien antrifft: Manche prügeln Leute nieder, andere treten im Privatfernsehen auf, wieder andere übernehmen öffentliche Ämter oder gar Ministerposten in Berlin, wo sie dann wirtschaftliche Sachkenntnis vortäuschen und sich Wählern mit einer großen Kinderschar anbiedern müssen, oder schreiben schlussendlich öffentlich gegen den eigenen Stand Romane oder, moderner und niedriger, Weblogbücher bei Zeitungen, die nicht das Heimatblatt sind. 

Im Gegensatz zu diesen Bel Amis und Madame Zizibes jedoch gibt es einen wirklich vorteilhaften Stand schöner, relativ junger Menschen, die in der Provinz bleiben, und der sichere Kernbestand jeder besseren Buchhandlung, des Konzertvereins und der Raumausstatter sind. Sie sind stets auf den Wochenmärkten anzutreffen, keine französische Meersalzbutter ist ihnen zu teuer, und ihr Geplauder mit den Marktfrauen ist reizend und von Respekt geprägt. Sie genießen einen guten Ruf als Gastgeberinnen und würden nie mit nassen Schuhen über den Perserteppich laufen. Entblättert von Prada und Feraud, findet man an ihnen keine künstliche Verunstaltung der Art, wie sie andere Menschen als mit Blauschimmel bemalten Emmentaler erscheinen lässt.

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Sie sind, zugegeben, etwas antrieblos. Manchmal überkommt sie an der Stelle, an der andere über den Chef schimpfen, die Kosten der Scheidung berechnen oder Existenzängste besitzen, ein melancholisches Gefühl der fehlenden Perspektive, der Glaube, dass da noch etwas Spannendes kommen müsste, was aber bitte nicht schreit, der Windeln bedarf oder sich später mit Morbus d´Regierungsviertel der Sekretärin zuwendet. Moralinsäure wird hier nicht siegen: Derartige Bedenken sind nichts substanziell und dauerhaft wie ein Chef oder der Untergang unseres geschätzten Nachbarlandes Österreich, sondern flüchtig wie eine Zusicherung, das Geld sei sicher, und so genügt ein Scherz, eine Anekdote aus der sinkenden Finanzwelt oder der Vorschlag eines Wochenendes am Tegernsee, um die blauen Stunden in vergnügliche Zeiten übergehen zu lassen. 

Manchen, die nicht so sind, erscheint das sicher als unbefriedigend. Würde man ihnen aber zurufen: Mach was aus deinem Leben! – würden sie erstaunt vom Opernprogramm aufschauen und antworten: Tu ich doch, aber heute bringen sie nur Wagner. Würde man ihnen sagen: Alles Vanitas! würden sie eine Bemerkung über das Leben einer Kassiererin, so zutreffend sie auch wäre, rücksichtsvoll hinunterschlucken, auch das „es kann nicht jeder arbeiten“ und anderes aus der ihnen manchmal innewohnenden Boshaftigkeit vermeiden, was man ihnen übel auslegen könnte, und gekonnt das Thema wechseln. Noch etwas Tee?

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Man mag das hassen, aber vielleicht möchte man bedenken: Es ist diese Haltung, die handgedruckte Tischdecken bestellt, es ist dieses Klientel, das Stücke bei Rosenthal nachkauft, sie erhalten das Konditorenhandwerk und werfen für Künstler die 50-Euro-Scheine in die Geldkörbe, wenn die Orgelmatinee begeistert hat. Sie verbringen den Tag nicht damit, weitere Reichtümer aus weniger Begünstigten herauszupressen, sie verspekulieren nicht ihr Geld an andere Zocker, sondern führen es behutsam über viele Jahre wieder denen zu, die Arbeitsplätze in Deutschland schaffen und europäische Traditionen am Leben erhalten. Es kann, gestatten Sie mir die Bemerkung, nicht jeder Schuhe aus Kinderarbeit kaufen. Sie tun damit niemandem weh, die Gleichheitsfanatiker müssen sich nur ein paar Dekaden gedulden, bis das Geld wie ein Maienregen versickert ist. Meine Bekannten fänden es aber  sehr freundlich, wenn sie solange auch nichts bei Ketten kauften, deren Mitarbeiter an den Ketten der Überwachung oder denen des chinesischen Regimes häingen.

Irgendwann werden sie alt, runzlig und trotz aller Pflege nur noch ein Schatten der einstigen Schönheit. Sie werden inkontinent, dement und sterben und bleiben eine Weile als Erbtante in Erinnerung, und vielleicht erfreuen sie noch ein paar Jahrzehnte den Nachwuchs, wenn sie ein Photoalbum mit all den erfreulichen Begebenheiten ihres Lebens als Tradition weitergeben. Sehen Sie, werte Leser, kurz nachdem das Berliner „Gesellschaftsblatt“ die Strafe für meine juristischen Stiefeltritte überwiesen hatte, erstand ich mit eben jenem Gelde in einem Münchner Antiquariat, dessen Besitzer meine Neigung zum öffentlichen Tagebuch kennt, das handschriftliche Diarium einer Dame der Gesellschaft. Sie klebte sorgsam Zeitungsausschnitte ein, die sich mit ihren Kleidern bei öffentlichen Auftritten beschäftigten, und Briefe, in denen ihr Komponisten die Liebe antrugen. Es ist alles sehr eitel, keine Frage, aber selten hatte ich ein entzückenderes Schriftwerk als diese an sich belanglose Kostbarkeit in Händen.

Die Erben, die es für ein paar lumpige Euro an den Antiquar verkauften, arbeiten heute für eine Partei, die sich dem Bestand sozialer Trennung verschrieben hat.

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143 Lesermeinungen

  1. Immerhin eine schöne...
    Immerhin eine schöne Vorstellung, so zu leben, und den Berufswunsch meines Bekannten („Mäzen“) hätte ich mir gerne selber ausgedacht.
    (Den letzten Satz verstehe ich übrigens nicht: „Die Erben, die …“, vielleicht?)

  2. Schrecklich. Sie haben...
    Schrecklich. Sie haben natürlich recht.

  3. ...
    Laaaaaaangweilig!!!!
    Bekommt der Herr Meyer hier für etwa Geld? Kann ich mir kaum vorstellen. Wenn ja, dann muss die FAZ aber wirklich verzweifelt sein, wenn sie dem Suppenkaspar aus Ingolstadt hier ein Forum bietet. Zum Einschlafen langweilig und vor allem irrelev [Edit: und so weiter und so fort. Don]

  4. Am besten fand ich:

    > ..dass...
    Am besten fand ich:
    > ..dass da noch etwas Spannendes kommen müsste, was aber bitte nicht schreit, > der Windeln bedarf
    Ist dieser Artikel jetzt wirklich Lob ?
    Köstliche Ironie ?
    Oder gar Provokation ?

  5. <p>Wissen Sie, wenn ich solche...
    Wissen Sie, wenn ich solche Texte schreibe, dann denke ich auch an solche Leute, die jedes Wort als Stich auffassen und sterben bei der Vorstellung, dass sich dieses Bemühen für den Verfasser auch noch lohnen könnte. Nicht, dass ich mich darum kümmere, aber ich weiss, dass Sie da draussen sind. Und einen schlechten Tag haben.
    Ich bedaure, Ihnen hier nicht mein Mitgefühl heucheln zu können.

  6. Ist es eigentlich bekannt, ob...
    Ist es eigentlich bekannt, ob Alexander Falk die FAZ liest?

  7. Kroesus2, ganz ehrlich: Es ist...
    Kroesus2, ganz ehrlich: Es ist so viel Lob, wie ich zugestehen kann.
    Und der erwähnte Herr Falk zeigt mit seinem rechtlich folgenreichen Beruf doch deutlich, was passiert, wenn man sich nicht den Freuden des Erbes hinzugeben versteht.

  8. "Was du ererbt von deinen...
    „Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen“ Goethe

  9. Danke für die erquickenden 10...
    Danke für die erquickenden 10 Minuten im Mühsal eines erfolglosen aber arbeitsreichen Tages.

  10. Die Einstellung "der Anderen"...
    Die Einstellung „der Anderen“ gegenüber den „Erben“ ergibt sich ganz einfach aus der Tatsache,daß „die Anderen“ eben nichts erben und daraus ihre Schlüsse ziehen !
    Bis auf ganz wenige Exemplare glaubt doch wirklich niemand ernsthaft,jemand – der bsiher die Linkspartei gewählt hat (also auch deren Verpönung des „Erbens“ ansich mitgetragen hat) – würde nun folgerichtig das talerschwere Erbe ausschlagen,das der reiche Onkel hinterlassen hat .

  11. Zu hohem Niveau aufgelaufen,...
    Zu hohem Niveau aufgelaufen, Chapeau!
    .
    Man darf auch bitte den hohen Unterhaltungswert der „höheren Töchter“ nicht vergessen, deren Lebensprobleme, Ängste und deren Art damit umzugehen eine Art satirischer Metaebene der allgemein und breit gelebten Comedie Humaine darstellt.
    .
    Ein solcher Erbe in der weiteren Bekanntschaft beschäftigt in der Werkstatt, die er ausschliesslich für seine (und einige wenige guter Freunde) schönen alten englischen Sportwagen unterhält allein drei hoch qualifizierte Mechaniker, sozialversicherungspflichtig angestellt.
    .
    Es ist eine Freude diesen Künstlern ihres Faches einfach nur bei der Arbeit zuzusehen.

  12. Dieser Effekt, der jetzt hier...
    Dieser Effekt, der jetzt hier nur auf Rosenthal (sprich den Erhalt) beschränkt beschrieben wird, tritt bei Technik (also Weiterentwicklung) auch auf. Die Reichen finanzieren die Weiterentwicklung von fast allem. Wer wissen will, was in 10 Jahren im Golf Serienausstattung ist, muss sich die Aufpreisliste der S-Klasse anschauen. Da stehen die Sachen, die wie vor 10 Jahren (ABS, ESP, Airbags, ….) vom oberen Ende in die Massenproduktion sickern. Wer wissen will, was der 40″ Zoller für 500 Euro in 2 Jahren kann, muss sich den 50″ für 4000 Euro heute anschauen. Etc.pp.
    Die Entwicklungskosten sind üblicherweise sehr schnell bezahlt und zwar von den „Early Adopters“. In dieser Hinsicht wäre es ziemlich schlecht, wenn alle gleich viel verdienen würden, denn dann wäre keiner mehr da, der diesen Spaß bezahlt …

  13. Bill Gates hat übrigens vor,...
    Bill Gates hat übrigens vor, seinen Kindern nicht viel zu hinterlassen. Wobei nicht viel in seinem Fall natürlich relativ ist. Ein paar Millionen, aber keine Milliarden. Und zwar, weil er es nicht gut findet, dass jemand von Anfang an so viel Geld hat. Der Rest seines Millardenvermögens wird er für wohltätige Zwecke verwenden. Also ich habe Respekt vor diesem Mann. Ich glaube, ich würde es an seiner Stelle genauso machen.
    Wenn die Konditorei in Schwabing, bei der ich regelmässig kaufe, nur von reichen Erben leben würde, wäre sie bald pleite. Ebenso der Blumenladen und die Buchhandlungen. Das Szenario, dass Du oben zeigst, kommt mir reichlich verstaubt vor.

  14. Die Frage ist doch: was kommt...
    Die Frage ist doch: was kommt nach den kinderlos bleibenden Erben? Können Sie Kultur geistig weitergeben ohne Nachkommenschaft? Ich vermute nicht. Deshalb steht in einigen Jahrzehnten eine niedere Kultur im Gewand des islamischen Faschismus ins Haus. Vermutlich unvermeidlich, aber unerfreulich.

  15. Wäre es nicht schön, wenn...
    Wäre es nicht schön, wenn jeder die Möglichkeit hätte, eine Haltung einzunehmen „eine die handgedruckte Tischdecken bestellt, das Stücke bei Rosenthal nachkauft, sie erhalten das Konditorenhandwerk und werfen für Künstler die 50-Euro-Scheine in die Geldkörbe, wenn die Orgelmatinee begeistert hat.“ Dann müsste niemand gezwungen werden „Schuhe aus Kinderarbeit zu kaufen.
    Sie vergessen leider ganz und gar eine Vision einer Gesellschaft, in der niemand materielle Ängste haben muss. Der Reichtum liegt doch nur bei wenigen. Auf dem Weg zu dieser Vision von „Gleichheitsfanatikern“ zu sprechen ist Blödsinn, da es dabei ja um Gerechtigkeit geht.
    Auch wenn hier viel Ironie im Spiel ist, in der Ironie ist die Haltung des Autors zu erkennen.

  16. Zu den witzigen...
    Zu den witzigen Begleitumständen hier gehören die rezidivierenden Wutanfälle, deren widersprüchlicher Inhalt dem jeweiligen Paroxysten nicht aufzufallen scheint: Wer wild tobend und fuchtelnd rumpelstilziert, dem glaube ich die behauptete Langeweile nicht.

  17. Sie, Herr Don Alphonso...
    Sie, Herr Don Alphonso beginnen langsam meine Aufmerksamkeit zu erregen. Laufen der FAZ die vermeintlichen Eliten davon oder was ist hier los? Ihre gewählte Sprache in allen Ehren, aber was bewegt sie dazu solch kunstvoll – und sicherlich auch mühsam – ausformulierte Gedankengänge hier zu veröffentlichen?
    Diese Frage ist durchaus ernst gemeint und soll auch nicht sarkastisch belastet sein. Es interessiert mich wirklich. Sie predigen Werte vergangener Zeiten und erfreuen sich anscheinend am Beständigen. Darf man die Beweggründe erfahren? Ist es ein schlichtes Mitteilungsbedürfnis oder verspüren sie den Drang die konsumdurchsetzte und sich schnell wandelnde Welt ein wenig zu korrigieren. Oder es zumindest zu versuchen. Verstehen sie mich nicht falsch. Ich möchte sie hiermit nicht kritisieren oder gar bloßstellen, aber ich stellen den Rahmen etwas in Frage. Die FAZ liest man doch nicht um der FAZ willen.
    Ihnen müsste doch klar sein, dass sich (auch) Schein-Eliten hier äußern und allen anderen Mitlesern ein ähnlich elitäres Wesen vorspielen. Stört sie dieses Anbiedern nicht?
    Ich beziehe mich nicht ausschließlich auf diesen Blog-Eintrag, sondern auch auf die vergangenen. Ich bin Student und konnte mir bisher keinen massiven Sekretär aus dem 19. Jahhundert in meine kleine Wohnung stellen. Darf ich hier trotzdem mitlesen und mich fragen was sie zu diesen Einträgen bewegt? Provozieren auf einer vermeintlichen Meta-Ebene? Ich bin gespannt auf ihre – hoffentlich auch ernst gemeinte – Antwort.

  18. reizende Gespräche auf dem...
    reizende Gespräche auf dem Markt führen zu können, wäre für mich auch traumhaft. Für das melancholische Gefühl einer fehlenden Perspektive, tut’s mir Leid. Obwohl manches seelische Leiden ist dem Menschen einfach so vorbestimmt, weil er ein Mensch ist. (Gurdjieff)

  19. sie erzählen uns, dass die...
    sie erzählen uns, dass die beschriebenen eigentlich ganz liebenswert sind. was sie auf eine recht liebenswerte weise tun. meine skepsis bleibt dennoch, wenn ich höre, dass angehende reiche erben, vorstandsvorsitzender-aufsichtsrat-weiß der geier was-kinder (sie werden in privaten internaten ausgegebildet), auf die frage nach dem berufswunsch lobbyist sagen. ok, jugendliche … und ihr weltbild ist noch beschränkt usw. ich greife mir trotzdem an die stirn. bleibt die hoffnung, daß er vielleicht ein anderes hobby findet. für mich persönlich die zuversicht, nicht versehentlich seiner lobby anzugehören, voreingenommen wie ich nun mal bleibe. (apropos: bildung, schreiben sie darüber mal was?)

  20. Was schlecht dran ist?...
    Was schlecht dran ist? Leistungen erhalten zu wollen, ohne persönlich Gegenleistungen zu liefern. Sicher bekommen andere Personen auch
    Pflegegeld – und offensichtlich zeigt es sich hier, daß die Vorfahren sich
    derart verausgabten, daß ihre Nachfahren eben den Teil von ihnen bilden,
    die sich nicht verausgaben können, da ihre Vorfahren nicht das richtige
    Mittel von Entspannung und Anspannung einhielten. Hier verteilt sich dieses
    Mittel auf zwei Generationen.

  21. Ich stelle mir die Kunstfigur...
    Ich stelle mir die Kunstfigur Don Alphonso als reichen Erben vor. Ist das schlimm? Der Herr M. aus I. interessiert mich nicht.

  22. Vielen Dank für all die...
    Vielen Dank für all die freundlichen Worte.
    arathorn, man kann über die Linkspartei sagen, was man will, aber sie ist eine famose Drohkulisse gegen allzu dreiste Bereicherung.
    Lebemann, meine Hochachtung für den Bekannten. Die höhere Tochter ist ihnehin noch ein gegenstand späterer Darstellung, denn sie gehört zu den bedrohten Arten und sollte nicht ohne Würdigung abtreten.

  23. In Zeiten des wirtschaftlichen...
    In Zeiten des wirtschaftlichen Niedergangs die ja bekanntermaßen auf die moralischen Verfehlungen der Eliten zurückgeht, wirkt ein Blog wie dieser in einer Zeitschrift wie dieser nur noch daneben. Würden Sie in der TAZ oder der Jungen Welt publiziert, hätten sie wenigstens einen ironischen Charakter, welcher die schleimigen Abgründe unserer Zivilisation karikiert. An dieser Stelle wirken sie einfach nur schmierig und am Zeitgeist vorbei geschrieben. Sie stehen der FAz gar nicht gut zu Gesicht.

  24. Ich halte es für ein...
    Ich halte es für ein Gerücht, daß die heutige Erbengeneration bereits die dümmste aller denkbaren sei. Es werden noch dümmere nachkommen. Zugestanden, der Autor versucht, das beste draus zu machen…

  25. Köstlich, ganz und gar...
    Köstlich, ganz und gar köstlich dieses Lob der Nutzlosigkeit!
    Endlich einmal eine ausgezeichnete Sorglosigkeit gegen
    das Schicksal der sich mühenden Masse.

  26. Nennt man diese...
    Nennt man diese gesellschaftlich bedauernswert kleine Gruppe des kulturell hochstehenden Müßiggangs nicht „Privatiers“ ? Gut, wenn man „pro forma“ noch einer Beschäftigung nachgeht, ohne zeitlich in irgendein „Korsett“ geschnürt zu sein, also nach „Lust und Laune“ im Büro „vorbeischaut“, dann ist diese Form der „Nichtsnutzigkeit“ gesellschaftlich akzeptiert. Denn der „minimalste“ „Charity-Einsatz“ oder weitestgehend der „minimalste“ „Einsatz für’s Gemeinwohl“ legitimiert einen ansonsten von Neidern als „neofeudalen Lebensstil“ bezeichneten Lebenswandel.
    Ganz böse Linke sprechen dabei auch von „Schmarotzern“, „Ungeziefer“ oder ähnlich biblisch-animalischen Plagen, ganz in Unkenntnis der Tatsache, dass es sich hier nicht um „Sozialhilfeadel“, sondern um distinguierten, menschlich-angenehmen „Geldadel“ handelt. Gute gesellschaftliche Umgangsformen kombiniert mit dem Fehlen einer ausgeprägten „Ellenbogenmentalität“, wie man sie nur in der Hühnerstall-gleichen Angestellten-Karriere erlernt.

  27. Der Autor spricht mir aus der...
    Der Autor spricht mir aus der Seele. Obwohl ich der Nachkomme von Proletariern bin. Mein Erbe wird derzeit von der Erblasserin in spe regelmäßig in Kleinbeträgen an die dritte Generation verteilt, damit die auch die Oma besuchen. So wird da nicht viel bleiben. Aber manchmal wird man auch zum Nutznießer anderer Erben. Irgend jemand muss die Ferraris kaufen. Manche von den Erben, da unterscheide ich mich von Don Alphonso, sind ja auch nicht so gediegen, wie er sie beschreibt. Der Erbe den ich kenne, ist derzeit Pensionsgast in einem staatlichen Resozialisierunginstitut. da braucht er nur wenig von seinem vielen Geld. Derweil darf ich auf dieses Geld aufpassen, so bin ich auch nicht arbeitslos. (Dem einen sein Uhl…) Und insofern bin ich wieder ganz nah bei Don Alphonso. Und mit dem Neid kann ich wunderbar leben

  28. egghat, das ist durchaus...
    egghat, das ist durchaus richtig Allerdings reissen sich auch die anderen darum, Entwicklungskosten mitzutragen, wenn sie zu Rennen fahren und dort Bier aus Dosen trinken, oder wenn sie als Prekariat für das iPhone ihren Dispokredit strapazieren.
    Loreley, Bill Gates hat sicher recht, drei Millionen Startkapital sollten für das Leben leicht ausreichen. Und natürlich gibt es zu wenige Erben, um alle schönen Läden zu erhalten, aber dadurch, dass Erben ebenfalls dort einkaufen, sieht man dort angenehme Menschen mit erfreulichen Umgangsformen und kauft dort auch ein. Allerdings rate ich: Bei Torten folge man den alten Tanten!

  29. Amüsant !...
    Amüsant !

  30. Mich macht dieses Blog immer...
    Mich macht dieses Blog immer traurig, weil ich nicht so reich bin.
    Mal sehen, ob Arbeiten dagegen hilft, Gerüchten zufolge kommt man damit nur bis zu einem gewissen Punkt.
    Sozialer Aufstieg muß man wohl als Mehrgenerationenprojekt in Angriff nehmen.
    Danke für die tägliche Motivationslektüre, deren Ironie der romantischen Verklärung die Unanständigkeit nimmt. Wie bei den Buddenbrooks.

  31. calistro, das mit dem...
    calistro, das mit dem Islamismus, ist das ein Tick? Das ist jetzt schon der zweite Kommentar, der versucht, dieses Thema hier auf die Tagesordnung zu setzen, und das in nicht wirklich höflicher Weise. Für derartige Propaganda sehe ich hier offen gesagt keinen Platz, denn weder geht es hier darum, noch ist so eine platte Argumentation hilfreich. Und ich hoffe doch arg, dass so ein Benehmen nicht an andere weitergegeben wird.
    Marx, ich finde Wohlstand unumwunden gut. Ich glaube nicht, dass aus der Abschaffung des Wohlstandes das Ende der Armut folgt. Ich sehe mit Freuden, wenn Reiche das Vermögen sinnwoll einsetzen, aber gehen Sie mal auf das Oktoberfest, geben Sie jemandem in einem Bierzelt 500 Euro und schauen Sie, was passiert. Ich glaube, dass es eine Art langfristiges Denken gibt, das einen zur Qualität greifen lässt, und es ist nicht nur Dummheit, wenn deutsche Proletarier die Sklavenarbeit aus China aus den Billigkleidungsläden tragen, sondern auch der Wunsch, gleich drei Tüten zu kaufen.
    Worum es mir im Kern geht, ist wegzukommen von der Gleichung, dass reich schlecht und arm gut ist. Sie finden unendlich viele Beiträge, die sich über Erben beschweren, und unendlich viele dummdreiste Beiträge des Kaufjournalismus, der, auf bayerisch gsagt, da fettn Sau an Oasch schmiert. Ich versuche es anders. Man muss es nicht mögen. Aber danke für das Lesen und Mitreden.

  32. Solange man zugibt Erbe zu...
    Solange man zugibt Erbe zu sein, anstatt Leistung, Fleiß & Klugheit als Quelle von SUV und Loft vorzutäuschen, solange sei euch mein Lob sicher (also fast nie).
    Zu Ihrem Link, Don: Einer der Crash-Freaks erbte sein Bank-Geschäft, in Anbetracht dieser Ergebnisse kommt Zweifeln auf, er hätte auch das Talent geerbt. Doch was er gestern zur Lage des Alpenlandes in die staatlichen TV-Kameras sprach, klang alles nach einem sehr optimistischen Erfolgsplan, gegenteilig Ihrer apokalytischen Analyse. Meine Großeltern werden beruhigt zu Bett gegangen sein, dafür bin ich ihm fast dankbar, das hätte ich, hier aus der berliner Hartz-Gosse, nie so gut hinbekommen. Da ist es dann zweitrangig, wenn solche Profis mein bescheidenes Erbe im wilden Osten mittels nur am Computer gebauten Einkaufzentren vernebelt haben.

  33. Die Frage ist aber doch noch...
    Die Frage ist aber doch noch mehr, Calistro: Was kommt nach den nicht kinderlos bleibenden Nicht-Erben, wenn doch nur Erben, so verstehe ich Sie, „Kultur geistig weitergeben“ können? Wenn dann, um in Ihrer Logik zu verbleiben, die schon aktuelle einheimische niedere Nichterbenkultur mit der „niederen Kultur im Gewand des islamischen Faschismus“ sich verbindet, au weia, dann aber!
    Es könnte jedoch auch sein, dass es wieder mal nichts wird mit der Bedrohung von außen, so wie in den 60ern, als „dann steht der Russe vor der Tür“, um uns die Armbanduhr und das Häusle wegzunehmen, eine glatte Fehlprognose war.
    Offenbar ist es vornehmlich die Paranoia-Kultur kleinbürgerlich-verpienzter Windelfüller, die ihren Pampers-Inhalt „geistig weitergeben“.

  34. Nörgler, solche Leute sind...
    Nörgler, solche Leute sind für mich ein Quell steter Freude. Die dürfen sich entblöden.
    Hans Meier, ich schreibe vollkommen problemlos so, wie es hier steht – ich lese, soweit möglich, ja auch Literatur vor dem Jahre 1914. Schnitzler und Mirabeau färben ganz grässlich ab.
    Ansonsten schreibe ich seit 9 Jahren in das Internet, und es war schon immer so. Es ist Gewohnheit. Als die FAZ fragte, ob ich bei ihr bloggen möchte, habe ich gesagt: Ja. Über diese Welt, von der es nur zwei Meinungen gibt – Ablehnung von unten und Bekriechung von der Seite. Sie finden jede Menge Verächtliches über die bessere Gesellschaft, und entsetzlich viel Unterwürfiges. Ich verabscheue die Ansätze von AD, Vanity Fair, Park Avenue und anderen, die vorheucheln, die Türe nach oben zu öffnen. Ich möchte oben die Tür aufmachen und das schreiben, was man denkt, tut und ist. Das ist mitunter überspitzt und manchmal noch abgefedert. Das kann amüsieren und manche entsetzlich insultieren (mit Anachronismen habe ich es), aber es ist etwas, das gefehlt hat. Das gab es mal bei Waugh und Balzac, und das finde ich gut. Dieses Blog will bretthart sein, es will sich keinem andienen, es hat nichts zu verkaufen, und es hat kein Problem damit, wenn es manchem nicht gefällt.
    Ich glaube, dass Anbiedern erheblich anders aussieht. Anbiederung finden Sie in der Vanity Fair, in der Welt und was sozial und geistig weniger Begünstigte sonst noch so lesen. Ich biedere mich sowas ganz sicher nicht an.

  35. Wie man aus den zum Teil...
    Wie man aus den zum Teil giftigen Kommentaren ersehen kann, ist hier die „Eigentum-verpflichtet-Fraktion“ deutlich in der Mehrheit und glaubwürdig insultiert.
    Aber dem Don war sicherlich klar, dass dieser Beitrag „Lob der reichen Erben“ zu einem buchstabengewordenen Aufschrei einerseits der „Sich-benachteiligt-Fühlenden“ und „bedingungsloses-Grundeinkommen-Fordernden“ und andererseits der ethisch-moralischen „Calvinisten-Fraktion“ mit ihrem Motto „wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen“ führt. Mithin der größte Affront, die unverschämteste Entgleisung gegen die Poilitical Correctness so far, zu toppen eigentlich nur noch durch die Legitimation von „Steuervermeidung“ a la Zumwinkel. Auf die moralische Exkulpation oder die zumindest empathisch-mitempfundene „Motivationserklärung“ warten wir dann in einem künftigen Beitrag dieses Blogs, etwa bei dem versprochenen Blogbeitrag über die Schwarzgeld-Exkursion ins südliche deutschsprachige Ausland. Die „Ich-Form“ des Erzählers, die „Vermenschlichung“ und „Sympathischmachung“ des Steuervermeiders steht noch aus, als Exkulpator würde ich Herrn Konrad Hummler vom ältesten schweizerischen privaten Bankhaus Wegelin im idyllischen St. Gallen empfehlen.
    Mithin motzt hier die große Koalition der Neider (ob offen oder unterschwellig), die in jedem Fall den philosophisch unbestimmten, aber zur politischen Erstschlagwaffe mutierten Begriff der „Gerechtigkeit“ im Schilde führt. Ich verweise hier auf den Beitrag „der Tod als großer Gleichmacher“ ganz im Sinne des christlichen Glaubens, der alle Zukurzgekommenen und unrechtmäßig Nicht-Beerbten in diesem Leben auf die letzte und höchste Instanz der Gerechtigkeit verweist.

  36. Seltsam, das Insultieren hatte...
    Seltsam, das Insultieren hatte ich aber jetzt nicht beim Don aufgeschnappt, ganz ehrlich nicht, Ehrenwort ;-)

  37. Gibt es die noch? Die...
    Gibt es die noch? Die Lokalisten (pun intended), die sich in das örtliche Netzwerk des Geldflusses eingliedern und so den Fortbestand städtischer, provinzieller und menschlicher Strukturen sichern?
    Auch in Helvetien gibt es superreiche Quartiere, wo einer gut und gerne eine 100qm-Bibliothek als „Salon“ anpreisen kann – aber diese Menschen sind doch alle altersheimreif.
    Dieses bildliche Sprichwort der Erarbeitung, des Ausbaus und des Verprassens durch die Enkel ist heuer wohl eher auf Kohortenstufe zu verstehen. Die Babyboomer wollen sich pensionieren lassen – und dann krachts wirklich.

  38. bluecotton, man weiss nie, wie...
    bluecotton, man weiss nie, wie es weitergeht. Nie. Danke für das Zitat.
    kopfschuetteln, wie oben schon erwähnt: Gesellschaftlich sinnvoll ist so ein Erbe nur, wenn er nicht arbeitet. Ein Reicher Erbe ist kein Wirtschaftsminister und keine Familienministerin und kein Vorstand, er ist Reicher Erbe. Lassen Sie einen Reichen Erben um himmels willen nichts anderes als feines Porzellan anfassen, zu etwas anderes taugen die nicht. Alles andere endet im kauf von Opel durch den Staat, in verlogenen Internetblockaden der Geistesfeinde und Wirtschaftskrisen. Man würde ja auch keinen österreichischen Berghougl zum Gouverneur eines Staates machen, wenn man nicht gerade Amerikaner ist.
    Bildung kommt sicher auch noch dran.

  39. Mir gefallen Themen, Stil und...
    Mir gefallen Themen, Stil und Inhalt Ihrer Invektiven! Das war allerdings auch schon zu den Zeiten des Toten Punkts. Auch ich, obwohl nicht zur Erbengeneration gehörend, kann keinen klassenkämpferischen Standpunkt entwickeln, der dem Oben neidet, was das Unten beständig anstrebt. Die eigentliche Tragik aber eines Erben, die Sie nur kurz andeuten, besteht doch darin, seinem Leben einen nur noch künstlerischen Sinn zu geben. Der ist eben nicht damit befriedigt, wunderliche Tagebücher zu sammeln, sondern selbst kreativ und schöpferisch zu sein. Dazu haben Sie die Gabe, aber die meisten Ihrer Artgenossen meiner Erkenntnis nach nicht.
    Ben

  40. kroflin, wenn wir mal die...
    kroflin, wenn wir mal die Weltrevolution ausschliessen, dann ist der reiche Erbe die einzige Option der besseren Gesellschaft, das Vermögen wieder der Alggemeinheit zugänglich zu machen. Jede Betätigung im Sinne der Eltern würde nur das Raffen vermehren. Ohne reiche Erben oben gäbe es viel weniger Aufstiegschancen von unten. Man sollte also jenseits kleinlicher Bedenken begrüssen, dass es sie gibt.
    Karikatur eines Kommentators, die Vorstellung ist frei, und ich darf versichern, dass ich, so es mir möglich wäre, ihnen nachzukommen trachtete. Leider bin ich ganz sicher kein reicher Erbe. Reiche Erben würden diesen Nachmittag nicht mit dem Beantworten von Kommentaren zubringen.

  41. Aber Don Alphonso! Ich bin...
    Aber Don Alphonso! Ich bin entzückt und -obwohl ich dies wahrscheinlich sowieso gelassen hätte – werde den Teufel tun und die übrigen Kommentare studieren zu der geglückten Selbstdarstellung. Sehr fein und extrem nobel. :-) Ano(tatta)

  42. Die Islamisierung und der...
    Die Islamisierung und der damit einhergehende Kulturverlust ist sicher ein unerfreuliches Thema. Für mich unerfreulich ist auch die Verdrängung des Problems sowohl in Kreisen reicher Erben als auch in Kreise der Berliner Boheme. Mich erinnert das an den Roman “ Die Gärten der Finzi-Contini“ von Bassani, unser Ende wird bedauerlicherweise dem Ende der Romanfiguren ähnlich sein, weil wir im Hedonismus gefangen sind und nicht kämpfen wollen für den Erhalt der Aufklärungskultur.

  43. F.P., wollen Sie sich...
    F.P., wollen Sie sich vielleicht erst mal schlau machen? Die Subprime-Kredite heissen so, weil sich Leute mit nicht existenter Bonität jahrelang mit Schulden überhäuft haben. Andere haben auch dabei bedient, aber diese Krise betrifft ursächlich alle Schichten. Und wenn wir hier schon über schleimige Abgründe reden: was ist dann bitte diese kleine, verhuzelte Doppelmoral, nur weil jemand ein paar Gedanken hat, die Ihnen und Ihrem selbstgebastelten „Zeitgeist“ offenkundig zu hoch sind?
    Gastleser, man sollte sich damit abfinden, dass die Menschheit als solche nur begrenzt lernfähig ist. Es ist ein ewiges Auf und ab mit hoher Volatilität. Aber kein durchgehender Sturz ohne Boden.

  44. <p>Calistro, ich verdränge...
    Calistro, ich verdränge gar nichts. ich sehe das alles als wohlfeile Verschwörungstheorie von Leuten wie Broder, Herre und anderen, die sich ein paar Indiszien so hinlegen, wie sie es für ihre Blogs, Bücher und Parteien brauchen. Für diesen Blödsinn gibt es massenhaft Plattformen im Netz, aber dieses Blog war es zum letzten Mal. Falls Sie recht haben, können Sie mich auslachen, falls nicht, fühlen Sie sich jetzt schon verlacht und vor die Tür gesetzt. Und lassen Sie sich dabei was anderes einfallen als den Missbrauch eines toleranten jüdischen Autors für diese Form der kaschierten Xenophobie.

  45. Jaaaa, ich habe den Artikel...
    Jaaaa, ich habe den Artikel genossen. Obwohl ich eher finanziell gesehen zu den Hungerleidern gehoere, taeglich schlecht bezahlter Arbeit nachgehe….
    Ich goenne diesen Reichen Erben das suesse Leben. Warum auch nicht.
    Ich wuerde das genau so geniessen. Und tatsaechlich – diese Leute besitzen wirklich meist ein liebenswuerdiges Wesen.

  46. Giacomo, Reichtum heisst nicht...
    Giacomo, Reichtum heisst nicht unachtsam gegen den Rest der Welt.
    Umverteiler, Privatiers sind ursächlich Leute, die genug verdient haben, um sich aus den Mühen des Geschäftslebens zurückzuziehen (wir hatten sowas in der Familie, aber das ging 1924 nicht gut aus). Mei. Er hatte halt keine Lust mehr und war´s zufrieden, beim Kürzinger gegenüber vom Rathaus seine Zeitung zu lesen. Vielleicht ist das keine Umverteilung, wie sie der Linken gefällt, aber doch: es ist auch Umverteilung. Langsam und beständig.

  47. Wie immer, sehr schön....
    Wie immer, sehr schön.
    Vielleicht sollte man auch nicht ganz außer Acht lassen, das diejenigen in der von Ihnen beschriebenen Gesellschaft, die versucht haben mit dem Erbe ‚große Geschäfte‘ zu machen, als abschreckende Beispiele in Kindergeschichten benutzt werden. (…und nachdem die Bank Pleite und die Strafe abgesessen war lebte er fortan bettelarm auf seiner Farm in Amerika…) Dies hilft dem Ehrgeiz nicht unbedingt sonderlich viel weiter, vor allem weil – wie in allen Geschichten – auch hier sehr viel Wahrheit gefunden werden kann.
    Schuster bleib bei deinen Leisten – bzw folge deinen Genen- und die beinhalten kein kaufmännisches Kalkül.
    Einzig beim Ministerposten in Berlin kann ich der Argumentation nicht ganz folgen. Jeder, der die Politik und die Wirtschaft im letzten Jahr beobachtet hat muss sich im Klaren sein, dass die angenommene Position mit dem Vorstand einer karikativen Stiftung gleichzusetzen ist. Vielleicht eine Stiftung, die ein zerfallendes Theater unterstützt, in dem früher hauptsächlich Komödien aufgeführt werden, die sich nun langsam zu Tragödien entwickeln.

  48. Wer in "Kreisen" erlebt, wie...
    Wer in „Kreisen“ erlebt, wie die adoleszierende Nachkommenschaft der „besseren Gesellschaft“ doch recht häufig mit ignoranter Selbstgefälligkeit aufzufallen weiß, die mit ihrer Attitüde der bornierten Unangreifbarkeit (Eltern haften schließlich für ihre Kinder) selbst noch in einem Stein Ressentiments zu entzünden vermag, kann sich dem obenstehenden alphonsinischen Lob nicht ohne weiteres anschließen.
    Also muß eine Unterscheidung her. Dons Zuschreibung der ausgeglichenen und liebenswerten Höflichkeit kann so undifferenziert nicht auf „reiche“ Erben allgemein angewandt werden. In der Tat sind es zumeist Kinder des (alten) Adels, die mit einer gewissen Imprägnierung von Pflichtbewußtsein, Selbstvergessenheit und persönlicher Bescheidenheit aufzutreten und zu punkten vermögen.
    Was soll andererseits schon aus den Kindern neureicher Kommerz- und Webzwonullpotentaten werden? Schließlich gilt auch hier die güldene Erkenntnis, daß in der Regel der Apfel nicht weit vom Roß fällt.

  49. Peterausdem Wald, Gratulation...
    Peterausdem Wald, Gratulation zu so einer Oma! Es gibt fraglos solche und solche Erben. Einen von dieser Art kenne ich flüchtig; er bekam zum 18. einen Porsche, aber für uns (ich, die Töchter des Chefs der Dresdner Bank vor Ort und der Sohn des Gartenkünstlers) war der nicht gesellschaftsfähig. Heute hat vder leerstehende Wohnblocks mit Geschäften ohne Mietern, die Mädchen dagegen wurden gute Ehefrauen, und der Sohn hat einen Boxter und lebt in Italien. Aber sie sind alle wirklich reizend.
    Stefan, gern geschehen. Die Zeiten sind zwar nicht gut, aber die Verluste oben sind so hoch, dass es in Zukunft nicht schwer sein wird, dieses Niveau zu erklimmen. Sie werden in den nächsten Monaten viele Richtung Orkus vorbeistürzen sehen.

  50. Mir hats sehr gefallen und aus...
    Mir hats sehr gefallen und aus der Seele gesprochen. Habe meine langweiligen reichen Freunde erkannt :-) Mehr davon!

  51. Ich bin über diesen Blog sehr...
    Ich bin über diesen Blog sehr erfreut, denn es ist für die Entwicklung zu einem ästhetischen Menschsein von grosser Bedeutung solche Biographien wie Sie sie beschreiben zu tolerieren. Das 20igste Jahrhundert war wohl geprägt durch die Massenvernichtung des ideologisch deklarierten Feindes. Viele der Blogger scheinen daran anknüpfen zu wollen? Es wäre interessant das Erbe des 18. und 19. Jhrdt. genauer zu untersuchen und die Bedeutung der reichen Müssiggänger für unsere Zeit zu beleuchten. Literatur verfasst von Adeligen (z.B. Puschkin, Tolstoi, Tchechov): Ueberragend!
    Ausserdem; Geschmack lässt sich nicht am Mittelmässigen bilden sondern nur am Allervorzüglichsten.

  52. Was schlecht dran ist?...
    Was schlecht dran ist? Leistungen erhalten zu wollen, ohne persönlich Gegenleistungen zu liefern.
    > Das ist ja fast schon wie Sozialhilfe. Sollten wir zusammen mit der nächsten Erbsteuererhöhung auch gleich abschaffen, diese Sozialschmarotzer haben dafuer naemlich genausowenig geleistet wie die reichen Erben.

  53. den stil und wortschatz lasse...
    den stil und wortschatz lasse ich mir schon seit wochen bestaunen (bewundernd). weiter so, bitte!
    ganz am rande gesagt, verstehe ich nicht, warum vermoegen so viel emotionen beim voolk erwachen laesst.
    gruesse aus polen

  54. Wo ist der "tolerante...
    Wo ist der „tolerante jüdische Autor“ zu finden, von dem Sie schreiben?

  55. Die deutsche Ausgabe von...
    Die deutsche Ausgabe von „Vanity Fair“ wird eingestellt. Schön! Ein sinn- und niveauloser Titel weniger. Vielleicht ergeht es diesem Blog ja bald ähnlich?
    Anders als Vanity Fair ist dieser Blog zwar „meistgelesen“, aber kann das hier wirklich das Kriterium für die FAZ sein?
    Ein Sprichwort sagt „Lieber unter Niveau amüsiert, als über Niveau gelangweilt“, aber hier amüsiert man sich nicht, nein man langweilt sich und das auf niedrigem Niveau.
    Einige echauffieren sich hier aber anscheinend prächtig auf genau ihrem Niveau, wie bitter für die FAZ.
    Liebe FAZ, seit Jahren schätze ich Sie sehr, aber das hier, das ist ein Grund, von der weiteren Lektüre Ihrer Zeitung abzusehen. Selbst im belangloseren Internetauftritt muss man sich manche Dinge einfach sparen!
    Gäbe es eine brauchbare Alternative, wäre ich schon weg…

  56. Don Alphonso, hat Ihr Stand in...
    Don Alphonso, hat Ihr Stand in letzter Zeit nicht genug Aufmerksamkeit abbekommen? Sie werden es verneinen, da Sie vorgeben „dort oben“ in Ruhe leben zu wollen. Sie muessen sich aber sich die Frage nach dem Sinn Ihres Blogs stellen lassen. Letztendlich ist es doch nur in eine Reihe zu stellen mit anderen Massnahmen Ihres Standes, denen „da unten“ den Mund waessrig zu machen, da ohne die Bewunderung der Massen das von Ihnen beschriebene Treiben doch nur halb so schoen waere, oder?
    Ueber den Titel des Blogs koennte man auch Ueberlegungen anstellen. Welche Gesellschaft glauben Sie denn da genau zu stuetzen? Was bringt es der Gesellschaft denn genau eine gewisse Reihe von Produkten zu kaufen, die sich der Rest eh nicht leisen kann? Nennen wir die Dinge doch beim Namen. Was sie wollen ist sich abzugrenzen, das ist in Ordnung, aber das als Gesellschaftstuetze zu verkaufen ist laecherlich, es sei den man verwendet den Begriff Gesellschaft so wie wir in Bayern, mit einem leicht herabwuerdigenden Unterton der sich auf „die da oben“ bezieht. Eine Stuetze Ihres Standes selbst also, sozusagen. bravo!

  57. Danke, Don. Und ich hatte...
    Danke, Don. Und ich hatte schon geglaubt, Sie hielten sich für so ein Exemplar.

  58. <p>Treuer Leser der FAZ, aber...
    Treuer Leser der FAZ, aber sicher, deshalb sind Sie auch nicht dei FAZ.net angemeldet. Wissen Sie, wenn man Bücher schreibt, bekommt man auch dauernd Blödsinn wie „ich würde das ja gerne weiterempfehlen, aber so, wie Sie in Ihrem Blog mit Wasauchimmer umgehen“ – mit Verlaub, aber geben Sie sich wenigstens mit ein paar Beleidigungen Mühe, statt hier den Intellekt des Autors und der Leser zu unterfordern. Und wenn Sie schon Niveau einfordern: Es heisst DAS Blog. Das Weblogbuch, das Weblog, das Blog. Persönlich möchte ich hier meiner Hoffnung den Ausdruck geben, dass Sie trotz allem eher als mein Blog eingestellt werden.
    Kurt hectic, ich muss gar nichts. Für schräge Fehlinterpretationen bin ich nicht verantwortlich. Ich schreibe, was ich mir denke. Ich wäre überrascht, wenn jetzt jemand losziehen und meinen Bekannten einen Heiratsantrag stellen sollten. Falls doch: Tun sie es nicht. Sie sind ein Höllenspass für ein Wochenende, aber die Hölle, um damit ein Leben zu verbringen.

  59. Die erste Generation verdient...
    Die erste Generation verdient das Geld,
    die zweite verwaltet das Vermögen,
    die dritte studiert Kunstgeschichte
    und die vierte verkommt vollends.
    Otto von Bismarck
    Ja, Otto, 15h auf dem Golfplatz…

  60. Golf finde ich ja entsetzlich....
    Golf finde ich ja entsetzlich. Kennen Sie die derben Witze, die man über unseren 9-Loch-Ärzte-Golfclub reisst? 18 Löcher – neun im Rasen und neun mit Schlägern.

  61. Auch ich bin ein "treuer...
    Auch ich bin ein „treuer FAZ-Leser“ und gedenke, es zu bleiben. Trotz „Niggemeier“ und „Don Alphonso“.

  62. Auch ich bin ein treuer...
    Auch ich bin ein treuer FAZ-leser und gedenke, es zu bleiben. Trotz „treuer FAZ-Leser“ und „Karikatur eines Kommentators“ (man fühle sich hier mit einem emoticon versehen)

  63. Umverteiler, was die Struktur...
    Umverteiler, was die Struktur der werten Leserschaft angeht: Es ist schon erstaunlich, was sich bei der FAZ alles findet. Vielleicht sollte es die FAZ einmal mit einem roten Stern in der Überschrift versuchen, denn es scheibt, es gäbe Bedarf für eine Zeitung, die die FAZ, aber ansonsten links ist. Ich glaube aber, dass es kein Widerspruch ist, reiche Erben zu mögen und Gerechtigkeit zu fordern: Könnte man das Gen der sich nicht fortpflanzenden Reichen allen Reichen verpassen, wäre in einer Generation jeder Raum für den Aufstieg einer neuen Elite da.
    Die dann hoffentlich nicht Plastigeschirr präferiert.
    Oelsen „Gibt es die noch? Die Lokalisten (pun intended), die sich in das örtliche Netzwerk des Geldflusses eingliedern und so den Fortbestand städtischer, provinzieller und menschlicher Strukturen sichern?“
    Es geht doch gar nicht um Superreiche, sondern einfach um die 10% der bevölkerung. die… eine Kollegin meiner Mutter hat mal öffentlich gesagt, sie arbeite nur des Taschengeldes wegen. Solche Leute. Reich, aber nicht richtig reich. So reich, dass man in einer Provinzstadt mit 120.000 Einwohnern etwas gilt. Mehr nicht. Das reicht auf alle Fälle.

  64. Nein, diesen derben Witz...
    Nein, diesen derben Witz kannte ich noch nicht. Und ich hätte auf ihn verzichten können. Sie enttäuschen mich ein wenig. Und so eng sollte man doch auch nicht Pauschalisieren, das beschränkt das Kaliber auf Erb(s)engröße und in selben Maße dessen schlagkräftigen Eindruck.

  65. hannelore, der verehrte...
    hannelore, der verehrte Villon, dessen Zitat sie oben finden, sagte einmal:
    „In unserm Puff kriegt jeder, was er braucht“
    Und wenn Ihnen das nicht gefällt, würde ich empfehlen, hier nicht zu lesen, wenn ich mich mal mit Golf beschäftige. Ich habe da ernsthafte Vorurteile, und keinen Anlass, sie zu hinterfragen, nachdem vor mir zu oft mit Eisen gewedelt wird.

  66. Oh je. Ich gebe es zu, ich...
    Oh je. Ich gebe es zu, ich habe die Kommentare doch überflogen. Liebe Leute, ihr müsst hier nicht eure monströsen bis desaströsen extralangen Kommentare absondern, die ohnehin keiner studieren wird.Wenn ihr euch etwas in der Hinsicht beweisen wollt, belegt doch Volkshochschul- oder Häkelkurse mit Diplom. Ansonsten ist das nämlich nur peinlich und penälerhaft. GRUSS VON ANO(TATTA)

  67. Und nochmal die ganz deutliche...
    Und nochmal die ganz deutliche Ansage: Islam, Koran, Islamismus und alles, was an Szenarien aus dieser Ecke kommt, haben hier nichts, null, nada verloren. Man kann das gerne woanders machen. Hier nicht. Ich hoffe, ich habe mich deutlich ausgedrückt.
    Anotatta, das gehört nun mal zum Bloggen. Es ist wie überall: oft nicht brilliant, aber zur Erheiterung geeignet und manchmal eine echte Bereicherung. Ich mag Kommentare.

  68. <p>Wenn eine Familie in einem...
    Wenn eine Familie in einem Provinznest wegen des vorhandenen Geldes und des bürgerlichen Lebenswandels „etwas gilt“, dann vererbt sich diese „Geltung“ nicht unbedingt auf jeden ihrer Sprösslinge, insbesondere dann nicht, wenn der Sprössling den üblichen, vorgegebenen Lebensweg nicht geht.

  69. Wie heisst es nicht so schön...
    Wie heisst es nicht so schön im Einführungstext deses Blogs?
    „Willkommen im Blog der besseren Gesellschaft oder dem, was heute davon übrig ist“

  70. Verehrter Don Alphonso,
    dem...

    Verehrter Don Alphonso,
    dem Wedeln von siebener Eisen können Sie sich leicht entziehen, indem Sie das Aufsuchen von Golfplätzen im Allgemeinen meiden. Nach ähnlichem Prinzip handle ich als Vertreterin der von Ihnen heute beschriebenen Personengruppe, wenn ich den Feinkostladen dem Discountsupermarkt vorziehe.
    So kann ich Ihrer Empfehlung leider nicht nachkommen und werde mich weiterhin fragen müssen, ob Sie nicht nur Zaungast der von Ihnen beschriebenen Situationen sind.

  71. <p>Liebe...
    Liebe Hannelore,
    zwei lebensechte Vorbilder der obigen Zeilen sind Besucherinnen dieses spezifischen Golfplatzes, und von einer – der Vater ist Besitzer eines hochspezialisierten Medizinzulieferers – stammen eben jene kritisierten Zeilen. Es gibt noch eine andere Version, aber…
    Wie auch immer: Golf ist einfach nicht meines. Zumindest nicht die Art Golf, die auf den 9 Löchern gespielt wird, oder auch bei denen, die dös zü klön finden und deshalb partout zu dem 18-Loch-Platz dös Hörzögs föhren müssen.
    und natürlich bin ich Zaungast! Glauben Sie mir, man kann mit solchen Leuten wunderbare Tage verbringen, aber im langfristigen Umgang ist es doch zu anstrengend und ermüdend – insofern glaube ich Ihnen sofort, dass Sie auch dazu gehören. Sie werden also verstehen, wenn ich für dergleichen Personen die Türen meiner kleinen Wohnung am Tegernsee nicht stets geöffnet habe.

  72. (Abgesehen davon ist es...
    (Abgesehen davon ist es natürlich fein, von selbsternannten pseudobesseren Leuten und selbsternannten Sozialneidern gleichermassen mit Verwünschungen verfolgt zu werden – irgendetwas mache ich nicht ganz falsch)

  73. Lieber Don,
    wie kann man denn...

    Lieber Don,
    wie kann man denn „selbsternannt pseudobesser“ und „selbsternannter Sozialneider“ sein?
    Entweder man ist „Pseudobesser“ oder „selbsternannt besser“, sondern wäre es doch irgendwie doppeltgemoppelt, oder?
    Und entweder man hat Sozialneid, oder man hat ihn eben nicht.
    Viele Grüße aus einer Provinzstadt mit 120.000 Einwohnern, in der man genau der besagten Schicht angehört und NICHT Golf spielt.

  74. Don,
    .
    Gott muss die Narren...

    Don,
    .
    Gott muss die Narren lieben, warum sonst hat er so viele von ihnen gemacht?

  75. Max, was Österreich angeht...
    Max, was Österreich angeht (und entschuldigung für die durch Übersehen verursachte Verspätung, hier ist ziemlich viel los):
    Am 10. September musste in Wien die Börse geschlossen werden, und ich habe nach allem, was ich so aus Nichtmedienquellen durchaus den Eindruck, dass ex knackst und kracht. Wenn man sich vor Augen hält, was für ein gschlampertes Land Österreich ist – jetzt erst wird grad wieder beim Meinl durchsucht, oder denken Sie an die Medici Bank, oder an die Kehrtwende der Ersten – schaut das alles wahrlich nicht gut aus. Österreich ist allein schon wegen der ganzen Filzaltlasten hochgradig anfällig für Krisen, in denen die Wahrheit irgendwann nicht mehr vertuscht werden kann. Und gerade bei Carry Trades im Osten frage ich mich schon, ob der Hypo Alpe Adria Skandal in Kroatien nicht mehr als nur eine Ausnahme war.

  76. Verständnisfrage, weil in...
    Verständnisfrage, weil in diesem Fall das Selberernennen nicht weiter führt, als bis zum Pseudo. Napoleon hat sich zwar auch selbst zum Kaiser ernannt, aber das war er dann auch.
    Lebemann, ich liebe es ja auch, wenn sie unten an die Mauern rennen im Bemühen, mein Ende herbeizuführen. Putzig.

  77. Spielen wir mal den "advocatus...
    Spielen wir mal den „advocatus diaboli“: ein Blog, das vordergründig „off the beaten path“ ist, den Mainstream verleugnet, Political Correctness als das darstellt was sie ist, nämlich pure Heuchelei, und „reiche Erben“ als zumeist liebenswürdige Mitmenschen bezeichnet, das ist schon ein ungeheuerlicher Affront gegen die „Wertmaßstäbe“ dieser Gesellschaft.
    Der „common sense“ in dieser Leistungs-Gesellschaft besagt, dass wer nichts tut, auch ein „Nichtsnutz“ und „Parasit“ ist, und zwar gleichgültig, ob er dem „Sozialadel“ angehört oder vom Ererbten seiner Vorfahren „zehrt“. Das ist ja das bekannte Argument, warum die Erbschaftsteuer so „zuschlagen“ soll, dass der Nachwuchs nicht lebenslang „gepampert“ werden darf, Stichwort „Leistungsgerechtigkeit“.
    Der „common sense“ in dieser Neid-Gesellschaft besagt andererseits, dass vererbtes Vermögen „leistungloses Einkommen“ ist. Wenn die Erblasser schon auf gesellschaftlich zweifelhafte Weise zu Reichtum gekommen sein MÜSSEN (denn irgendwer muß ja „ausgebeutet“ worden sein, damit sich Kapital woanders akkumulieren kann), dann haben zumindest deren Nachfahren, also die reichen Erben, nun gar kein zweifelhaftes moralisches Anrecht auf dieses „Diebesgut“ am „gemeinen Volke“, das sie noch nicht einmal selber moralisch fragwürdig „ergaunert“ haben, sondern das ihnen geschenkt wurde. Eine weitestgehende Enteignung ist also im Sinne einer „Umverteilungsgerechtigkeit“ zwingend erforderlich.
    Und jetzt noch das hohe Lied auf den „liebenswürdigen, reichen Erben“ „singen“, das schlägt doch dem Faß namens „gesellschaftlicher Grundkonsens“ den Boden aus.

  78. Lieber Umverteiler,
    .
    Es sind...

    Lieber Umverteiler,
    .
    Es sind Wortbeiträge wie dieser, die mich am freien und gleichen Wahlrecht zweifeln lassen.

  79. <p>Was mich ja ein wenig...
    Was mich ja ein wenig wundert ist, dass manche in diese Plauderei wirklich etwas anderes sehen, als das Vergnügen, ein wenig am Lack aller möglichen Überzeugungen zu kratzen, und zwar aus einer wohldefinierten Tortenperspektive (Ja, Torte, Skandal, wie kann er nur. I´m sorry). Ich hatte ja einiges erwartet, da es um die bessere Gesellschaft geht, aber manche Reaktionen sind wirklich erstaunlich – ohne dass ich deshalb betroffen wäre, schliesslich vergeht kein Tag, da nicht jemand nach meinem Kopf und dessen Abtrennung vom Rest ruft. Das problem ist wohl vielschichtig, und deshalb sehe ich es als notwendig an, diese Geschichten genauer zu betrachten.
    Das Problem, das ich mit Umverteilung habe ist, dass ich… sehen Sie, ich habe mich mal an Büchern überkauft. Es gab den Corpus Vitrearium Medii Aevi zum Sonderpreis von 128 Mark pro Band. Ich hatte die Wahl, sie einem anderen zu überlassen – undenkbar! – zu meinen Eltern zu gehen – aber das tut man nicht – oder bis zur nächsten Überweisung die Vorräte zu essen und ein paar tage zu hungern. Ich habe dann den Fehler gemacht, mich für das Hungern zu entscheiden.
    Und würde ich jetzt meinen CVMA verkaufen und das Geld verschenken – wer könnte mir garantieren, dass die Bedürftigen dieses Landes den Kühlschrank mit guten Nahrungsmittel füllten, anstelle sich die neue Glotze und einen Kasten Bier zu kaufen? Ich habe mal eine Statistik der Einkommensgruppen gesehen, die bei 9live anrufen. Seitdem bin ich etwas vorsichtig, wenn es um das Umverteilen geht – ich möchte nicht, dass mein Geld letztlich bei solchen Firmen landet.

  80. Der wirklichkeitsfremde, nur...
    Der wirklichkeitsfremde, nur projektive „Neid!“-Krakeel der Wohlstandsrassisten ist das letzte Argument, das auch Sie noch haben, Umverteiler. Es ist bloß eine Killerphrase. Denn neidisch sind nicht die Armen auf die Reichen. Die Vermögenden sind neidisch auf die Reichen, und die auf die noch Reicheren.
    Wer sich in den unteren Lohngruppen oder gar als Hartz-Vierer durchschlagen muß, hat andere Probleme als Neid. Das ‚bessere‘ Viertel in dem ich aufgewachsen bin, hat mich gelehrt, wo der Neid herrscht.
    Der A6-Fahrer ist neidisch auf den A8-Fahrer, und der auf den Bentley-Fahrer, der wiederum, da er nur die 240.000 Tacken für den Bentley aufbringen konnte, es dem Rolls Royce-Fahrer neidet, der 480.000 Euronen hinlegen konnte.
    Das wird übrigens durch ein internes Papier von Bentley Motors bestätigt. Strategische Grundlage des Verkaufens von Bentley ist die Abgrenzung nach unten (gegen die soziale Schicht, die 500er Benz, 7er BMW und A8 fährt), sowie das Vermitteln der Illusion, man spiele, wenn man Bentley kauft, mit den RR-Fahrern in der gleichen gesellschaftlichen Liga.
    Sie können sich daher, Umverteiler, Ihr „Neid!“-Gefuchtel gerne dort hinschieben, wo es keiner mehr zu hören braucht.

  81. Ist das Absicht, dass das "Lob...
    Ist das Absicht, dass das „Lob des reichen Erben“ seit einer Stunde nicht mehr unter „Blogs“ bei der FAZ zu finden/verlinkt ist? Und auch nicht mehr als neuester Beitrag in „Stützen der Gesellschaft?“ Null, nada, wech, perdu…?

  82. Ja, ist denn das nicht Hybris...
    Ja, ist denn das nicht Hybris pseudointellektueller Bessergestellter, von ihrem verschenkten bzw. progressiv versteuerten Geld den „Bedürftigen dieses Landes den Kühlschrank mit guten Nahrungsmittel füllen“ zu wollen, „anstelle“ dass diese „sich die neue Glotze und einen Kasten Bier kaufen“ ? Ist nicht 9live ein Erfolgssender, der die Bedürfnisse offensichtlich breitgefächerter Einkommensschichten befriedigt und insofern in jeder Hinsicht unterstützenswert ist ? Ist nicht „des Menschen Wille sein Himmelreich“, wer sind wir, das „Proletariat“ zu „seinem Glück zwingen“ zu wollen ?
    Was mich letztens schon in der Kindergeld-Diskussion sehr irritiert hat, war diese hochnäsige Einlassung unseres werten Herrn Finanzministers, der das Kindergeld nicht erhöhen wollte, weil es von „gewissen bildungsfernen Schichten“ nicht in Bildung und Unterstützung des Nachwuchses, sondern in Kippen, Bier und Flachbildfernseher investiert würde ? Sehr irritierend, solcherlei Polemisierungen gegen das vermeintlich eigene Wählerpotenzial auszustoßen, oder ?
    Ja, was wollen wir nun, Abwrackprämie und direkte Geldzuwendungen, z. B. als erhöhtes Kindergeld an die, bei denen man sicher sein kann, dass sie qua Konsum die Wirtschaft ankurbeln, weil sie 1:1 das Geld, was reinkommt, auch gleich wieder verkonsumieren zuzüglich diverser Anschaffungen auf Ratenkredit, die sie sich gar nicht leisten können ? Oder wollen wir noch die direkten Steuen senken, wo doch nur eine deutliche gesellschaftliche Minderheit überhaupt nennenswerte direkte Steuern zahlt und diese Minderheit die möglicherweise gesparten Steuerzahlungen nicht verkonsumiert, sondern gar letztlich auf verschwiegenen Landtsrassen ins südlich gelegene deutschsprachige Ausland kutschiert, um sie dem deutschen Volksvermögen bzw. „Steuersubstrat“ (um im Duktus des Finanzministers zu bleiben) zu entziehen ?

  83. Ist mir auch gerade...
    Ist mir auch gerade aufgefallen. es gibt hier eine Art WordPress-Einstellung, mit der man den Zeitpunkt der Veröffentlichung einstellen kann, und aus welchen Gründen auch immer stand dieser zeitpunkt plötzlich auf 17.30 Uhr. Deshalb war der Beitrag weg. Keine Ahnung, warum.

  84. Das war heute schonmal! Und...
    Das war heute schonmal! Und ich habe schon befürchtet, dass machen Sie, damit Sie auf der FAZ-Seite in der Blogliste wieder ganz oben stehen. Das hätten Sie ja nu wirklich nicht nötig …

  85. Ich habe das schon ein paar...
    Ich habe das schon ein paar mal auch bei anderen gesehen, es kann sein, dass es was mit der Zeiteinstellung des Servers zu tun hat, oder auch mit dem Unmschichten innerhalb des CMS, wenn ein Beitrag auf die Frontseite gehoben wird.. Ich habe jetzt die Uhr zurückgestellt, aber der Beitrag ist immer noch oben in der Blogliste (?).
    Trotzdem war es ganz nett, eine halbe Stunde Ruhe und Zeit für Tee undTorte zu haben. Es gibt Rituale, die gebe ich nur sehr ungern auf.

  86. Mmmh, Torte, hätt ich jetzt...
    Mmmh, Torte, hätt ich jetzt auch gerne. Gehen Sie tatsächlich täglich zum Konditor, oder auf Vorrat? Oder erledigt das Ihr Alter ego für Sie?

  87. Werter Umverteiler,
    .
    9Live...

    Werter Umverteiler,
    .
    9Live als unterstützenswert, weil oftgenutzt und damit ja per Akklamation erwünscht, zu bezeichnen ist im Zeitalter der vielfach herbeierwünschten Basisdemokratie ja eigentlich nicht falsch.
    .
    Es wäre quasi demokratisch, die Leutchen haben ja nicht nur per Kreuzlein sondern sogar per kostenpflichtigem Anruf abgestimmt.

  88. Normalerweise hole ich am...
    Normalerweise hole ich am Nachmittag die Torte, aber Mittwoch ist Wochenmarkt, und dort gibt es einen Bäcker, der eine ganz famose Kirsch-Mandeltorte und einen nachgerade nach Landlustimheu schmeckenden Birnen-Baiser-Kuchen fertigt, so dass ich nur einmal gehen muss.

  89. Das Problem mit dem...
    Das Problem mit dem Verschwinden des aktuellen Blogeintrags gab es heute früh auch schon. Kann es sein, dass beim Freischalten von Kommentaren die (Veröffentlichungs-) Zeit manchmal mitgeändert wird?

  90. @Nörgler: immer locker...
    @Nörgler: immer locker bleiben
    Wenn ich jetzt wüsste, was ein „Wohlstandsrassist“ ist, dann könnte ich vielleicht qualifiziert und argumentativ auf ihre weiteren Einlassungen eingehen, die profunde Kenntnisse des Autoverkauf-Gewerbes offenbaren.
    Und – da kann ich Sie beruhigen – wer sein Selbstvertrauen aus der Größe seines Aufpuffs und der Klangfarbe seines Einspritzers bezieht, gehört sicher nicht zum Zielpublikum des „reichen Erben“, den der Don hier „glorifiziert“. Ich sehe den gutsituierten „Sich-über-sein Auto-Identifizierer“ in direkter Linie mit gewissen MiHiGru-Kreisen, die mit ihren aufgemotzten „Pimp-Up-O*els“ nicht vorhandenes Selbstbewußtsein vermittels Zusatz-Spoiler und „Breitreifen-Tieferlegung“ zu kompensieren trachten.
    Wie der Don hier schon richtig schreibt, wird kein „reicher Erbe“ sich in die Niederungen fruchtlosen Bloggens hinablassen, um sich anzuhören, er solle sich was auch immer wo auch immer hinschieben. Es gibt nun wahrlich delektierlichere und erbaulichere Zeitvertreibe, als sich den Nachmittag lang unappetitliche, geistlose Pseudo-Argumente von „Sich-übers-Auto-Identifizierern“ anzuhören.

  91. Darf ich die Herren...
    Darf ich die Herren bekanntmachen?
    .
    Umverteiler, das ist Nörgler, ein sehr alter und guter Freund aus den schwärzesten Tagen.
    .
    Nörgler, das ist Umverteiler, ein neuer Kommentator von der FAZ, mit dem man viel Spass haben kann.
    .
    Ich wünsche viel Vergnügen – und wenn etwas härtere Worte kommen, sehe man uns das nach. Wir alte Dotcomtodler kommen direkt aus der Hölle, und den schwarzen Staub wird man nie wieder los.

  92. Ich haette nicht gedacht, dass...
    Ich haette nicht gedacht, dass ich hier Umverteiler zustimmen wuerde, aber insofern hat er Recht: Erinnere ich mich doch sehr gerne an die Anekdote in der ich als kleiner Junge mit meinem Vater zum nahegelegenen Golfplatz fuhr (nicht zum spielen, keine Angst – es war irgendeine Sitzung die aus Platzgruenden dort stattfand) und ich – auf den Parkplatz schauend – fragte, warum die alle so grosse Autos haben (mein Vater fuhr einen alten Passat) – worauf er mir nur antwortete „Weil die alle so kleine Haeuser haben“.
    De facto hat der sich seines Stand bewussten reichen (oder auch nicht so reichen) Erben nicht die notwendigkeit, sich ueber sein Fortbewegungsmittel zu identifizieren. Das ueberlasen wir Leuten die sowas noetig haben.

  93. MiHiGrus?
    .
    Autos?
    .
    Da hab...

    MiHiGrus?
    .
    Autos?
    .
    Da hab ich was : http://www.ulujain.org/images/tintintehran.jpg

  94. Formvollendet, wie Don das...
    Formvollendet, wie Don das macht. –
    Herr Umverteiler, angenehm.

  95. Meine vorzügliche...
    Meine vorzügliche Hochachtung, Herr Nörgler ! Wenn uns der Don einander schon früher vorgestellt hätte, wäre es sicher nicht zu solchen unnötigen Stillosigkeiten gekommen. Persönliche Bekanntschaften befördern immer, dass man miteinander spricht, anstatt, dass man übereinander spricht.
    Wenn ich dereinst Bedarf habe, mein bescheidenes Ego über meine Karosserie aufzuwerten, werde ich mich vertrauensvoll an Sie wenden, da ich mich in PKW-Prestigefragen bei Ihnen in besten Händen wähne.

  96. Vielen Dank für diese...
    Vielen Dank für diese herrliche Kolumne! Bei der ein oder anderen Zeile fühlte ich mich ertappt, musste bisweilen geniert erröten – vor allem, als ich über artig-respektvoll mit den Marktfrauen parlierende Käufer las, die ganz nebenbei ihre hochwertigen Einkäufe in der Tasche verstauen.
    Ein Hoch auf Ihre derart scharfe Beobachtungsgabe, die Sie gekonnt zu verbalisieren verstehen.
    Sie kündigten an, bald würden Sie sich der aussterbenden Gattung der „höheren Tochter“ widmen. Wann wird es diesen Text wohl zu lesen geben? Bin gespannt.

  97. Die schauderliche Diskussion...
    Die schauderliche Diskussion hier ermuntert zu Bekenntnissen, die eigentlich keinen etwas angehen: Meine Familie mütterlichseits sind Flüchtlinge, mein Vater wurde Soldat, nachdem sein Vater die Familientischlerei versoffen hatte. Der Wohlstand, den sich meine Eltern seither aufgebaut haben, kann in jeder Hinsicht als bescheiden bezeichnet werden. Zu erben gibt es da nicht viel. Ich bin nun recht froh, in einer Gesellschaft zu leben, in der eine solche Herkunft keine Stigmatisierung, keinen unablegbaren Makel bedeutet. Sondern in der das schlichtweg keinen interessiert.
    Insofern ist es mir völlig unverständlich, warum nun stattdessen die Herkunft als reicher Erbe in irgendeiner Form stigmatisierend sein soll oder ein offenherziger Umgang mit dieser Herkunft von vielen als Provokation empfunden wird. Ich finde, man sollte diesen Menschen in unserer Gesellschaft eine faire Chance geben. Über Wohlstand nicht sprechen zu können ist doch schon eine ziemlich affige Art der Verklemmtheit.
    Meine Milde gegenüber diesen Ständen mag nun mit dem Umstand zu tun haben, selbst mittlerweile ein auskömmliches Einkommen erlangt zu haben (das sich allerdings leider nicht ausreichend selbst vermehrt). Den Vorwurf muss ich mir gefallen lassen. Sie mag aber auch daher rühren, dass ich schon in Schulzeiten durchaus ein Faible für sog. höhere Töchter hatte. Die sahen oft sehr betörend aus, wenn sie im Schulorchester das Cello strichen oder die Klarinette bliesen, und der Zugang war nicht so schwierig herzustellen, wenn man die richtige Klaviatur beherrschte.
    Später stieg ich dann allerdings um auf Gitarre.

  98. P.S. Ich liebe überteuerte...
    P.S. Ich liebe überteuerte Meersalzbutter

  99. Danke Don Alphonso, werde die...
    Danke Don Alphonso, werde die Gratulation an die Oma weitergeben, die von 860 Euro Rente im Monat 11 Enkel und 5 Urenkel sponsert. Mit 88 Jahren hat sie das Glück der Bescheidenheit. So fühlt sie sich nicht arm, weil sie alles hat, was sie sich wünscht. Reichtum ist also etwas Subjektives. Armut aber auch.

  100. Verblüffend, wie wütend...
    Verblüffend, wie wütend manche Leser auf etwas „A Rebours“ reagieren. Die Dinge mal „gegen den Strich“ zu präsentieren, was kann daran falsch sein?
    Und ohne höhere Töchter wäre die Welt wirklich ärmer. Besonders in meinem… äh, ok, das tut jetzt nichts zur Sache.

  101. Marie-Louise, ich habe eine...
    Marie-Louise, ich habe eine sehr lange Themenliste, ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll, und immer gibt es Aktuelles. In zwei Wochen? Ich kann es nicht garantieren.
    qtr, ein wenig liegt es natürlich auch daran, dass kein reicher Erbe, der seine 5 Sinne beisammen hätte, das öffentlich verkündete. Zum einem weiss das ohnehin jeder – und jede Schweigermutter in spe ganz besonders -, zum anderen macht man sich damit nur Feind & Ärger & Neider, und das alles ganz ohne Not. Also sagt man nichts.

  102. @Don
    Keine Entschuldigung,...

    @Don
    Keine Entschuldigung, ich danke Ihrer unermüdlichen Antworten. Wie ich schon vor Beginn dieser Serienbloggerei ahnte, verbindet den nonkonformen Wasser&Brötler mit dessem bedingungslos Grundvermögenden Gegenbild viel zu viel, nicht nur massig Zeit fürs Lesen und Schreiben (während von den untersten Sklaven bis zu den goldenen Managern ein sich halbtod zerarbeiten um sich danach halbleben zu hedonisieren).
    Ich nehme Ihre Klassenboxereien zu gerne an, spätestens seit der entmonetisierte Überlebenskampf nichts anderes mehr zulässt. Gerade Leute wie Sie haben mir den Absprung aus der gesellschaftlichen Mitte besonders schmackhaft gemacht. Nur wenn Sie ihre zukünftigen Artikel hier weiter mit Low-Fi-Eskapaden aufkaschieren und dabei mit den echten Sauereien geizen, werden wir noch zu Freunden. Das wäre, solange die gemeinsamen Feinde links wie rechts des Schlachtfelds schwächeln, mehr Drohung als Angebot.
    Die Homestory Österreichs: Neben dem 24/7-Musikantenstadel-Style, Spezialisierung auf produktionstote Spass-, Finanz- & Touristen-Wertschöpfungsmodelle, 30% Stimmen für Parteien über die man hierzulande mit Verboten diskutiert, Reflex-Polizei ausgebildet durch C-Movies muffliger Videotheken, Justiz in Rollenrotation mit rotbeleuchteten Szeneclans, staatlicher Rundfunk nach kasachstanischem Vorbild, Minister als Seite-1-Girls der Krone (= Bild, nur ernstgemeinte mit 10mal höherer Auflage in Relation), Kirchenköpfe neben denen Ratzi zum Freigeist mutiert und eine Fußball-Nationalmannschaft, deren Völkerball-Erfolge ich in Germanien nicht näher vorstellen brauche. Diese Bankengeschichte ist da maximal ein verbogenes Puzzle-Teil, das juckt uns wie den Franzosen ein unpolitischer Politiker, nämlich null. Die Hausdurchsuchung der Meinl-Bank, dem Arbeitgeber des Ex-Finanzministers, kommt 2 Jahre nach ersten Kopfgeldern der Anleger, die Mutti der Madoff-Medici-Bank bekam von der Staatsanwalt einen fairen Fluchtvorsprung um sich vor lynchenden Oligarchen zu exilieren, Raiffeisen und Erste waren vor 6 Monaten noch auf jeder Party Ehrengäste um dort beschwippst in die Seitenblicke-Kamera zu lallen, nur über ihre dicken Leichen staatliche Hilfe anzunehmen, weil wir Österreicher nämlich viel toller als der Rest-Welt sind.
    Diesem Land, das im chronischen Untergang lebt wie liebt prophezeien Sie den Untergang? Wenn jemand die Krise kennt dann wir (und Berlin). Sie mögen viele Untergänge herbeischreiben, den der Protz-Bayern, der Angel-Hessen, der Brav-Würthenberger oder den der Handels-Hansen. Aber den meines Landes sicher nicht, was sind schon ihre vernuftverzierten Fakten auf Internet-Papier gegen kleinterriotalen Übermut.

  103. A propos "höhere Tochter",...
    A propos „höhere Tochter“, habe eben die herzerweichenden Bilder der zu Tränen gerührten „höheren Tochter“ Maria-Elisabeth Schaeffler in der FAZ gesehen. Offiziell wird sie noch als eine der reichsten höheren Töchter Deutschlands geführt, tatsächlich dürfte der Besuch von Herrn Peter Zwegat unmittelbar bevorstehen. Es ist davon auszugehen, dass die 4,5 Mrd. „Privatvermögen“ wohl gänzlich im Unternehmen „stecken“. Und nun erscheint uns der im Palast der sozialen Gerechtigkeit wohnende Ex-Wirtschaftsminister Lafontaine gänzlich als Unhold, der noch vor kurzem im Fernsehen polemisierte, dass die Schaefflers alle bis auf eine Fabrikhalle an ihre Beschäftigten abzugeben hätten. Die Arbeiter solidarisieren sich stattdessen mit der vermeintlichen Ausbeuterin und höheren Tochter und wollen gar keine eigenen Fabrikhallen, nur den regelmäßigen monatlichen Gehaltsscheck, so anspruchslos können Menschen sein. Lafo möge sich beruhigen, auch die letzte Fabrikhalle gehört jetzt nicht mehr der höheren Tochter, sondern der Royal Bank of Scotland und anderen „Finanzindustriellen“.
    Wenn Frau Schäffler natürlich einigermaßen vernunftbegabt ist, wird sie getreu den Empfehlungen des Don noch ein paar Schweizer Franken in einem Schließfach „südlich der Pfändungsgrenze“ haben, an das die gierigen Banken, die die Conti-Übernahme finanziert haben, nicht rankommen.
    Was mich wiederum zu dem Verdacht bringt, der Michel Glos als Wahlkreisabgeordneter des Wahlkreises Schweinfurt hätte sich durch seinen vorzeitigen Rücktritt als Wirtschaftsminister aus dem Schußfeld bringen wollen, er habe bei der nun zwangsweise erfolgenden staatlichen Unterstützung für die Schäffler KG seine Hände im Spiel gehabt. Hat er natürlich nicht. Die staatliche Unterstützung kommt jetzt vom jungen dynamischen neuen WiMi von und zu Guttenberg, dem ich zuletzt fälschlicherweise in einem anderen Blog die Abstammung aus einer Trockenbau-Dynastie angedichtet habe, wovon sich der entsprechende andere Zweig der Familie (der Trockenbau-Zweig) mit allem Nachdruck distanziert hat.
    Somit bleibt als besondere Qualifikation des neuen WiMi die aus der Werbung überlieferte Floskel, in der die junge Mutter von sich als „Managerin eines dynamisch wachsenden, kleinen Familienbetriebs“ spricht und damit ihre Familie zu Hause meint. Ganz ähnliche Qualifikationen dürfte der Herr von und zu Guttenberg mitbringen, der sicherlich mehr als 2 Förster, einen Stallmeister und diverse weitere Bedienstete des Schlosses in Guttenberg gemanagt hat. Dass so ein ausgewiesener Mittelständler einer Zwangsenteignung der HRE-Aktionäre zustimmt, macht dann aber schon wieder irgendwie nachdenklich, da die Notwendigkeit der 95%igen Aktienmehrheit des Staats bei der HRE wohl nur eine unausgegorene fixe Idee des allseits geliebten FiMi ist. Welchen staatlichen „Topbanker“ will denn Genosse Steinbrück bei der HRE dank alleinigen staatlichen Sagens zur Sicherstellung von mehr als 102 Mrd Euro Staatsbürgschaften „installieren“, die „wiederentdeckte“ Genossin Frau Matthäus-Maier, die schon so verdienstreich die KfW „saniert“ hat ? Aber lieb‘ Vaterland, magst ruhig schlafen, wenn schon der Adel die Enteignung des „aktionären Proletariats“ durchsetzt, muß das schon seine Richtigkeit haben.
    Irgendwie bringt mich die Herrscherin über Deutschlands Kugelläger jetzt ganz unvermittelt und zusammenhanglos zum Ableger eines großen amerikanischen Auto-Herstellers, dessen deutsche Marke der Don immer mit „Anti-Diskriminierungs- bzw. Anti-f*ck-sternchen“ zu diskriminieren pflegt.
    Irgendein böser Kommentator schrieb heute, man solle nur mal eine Nacht darüber schlafen, was einem am nächsten Tag wirklich fehlen würde, wenn es diese Marke nicht mehr gäbe. Was der Don darauf antwortet, wissen wir, allerdings denken Arbeiterführer Rüttgers und der wiederauferstandene brutalstmögliche Irgendwas vollkommen anders darüber. Böse Zungen spotten bereits über den „VEB Autobau“, und die Amis geben ihre deutsche Tochter gern ab, wenn der Preis stimmt und dem Wagenbauer Wagoner ein Vierteljahr Überlebenszeit geschenkt wird.
    P.S. Ich lege ganz besonderen Wert darauf, dass sich der obige Text nicht reimt und somit auch nicht in die Kategorie „Büttenrede“ fällt.

  104. Umverteiler, aus gewissen...
    Umverteiler, aus gewissen Kreisen wird gemunkelt, dass gewisse Leute eine gehebelte Währungswette gegen den Euro laufen hatten, was gar nicht so dumm und besser als ein Bankschliessfach ist, wenn es die richtigen Währungen waren, als Dollar, Yen und Schweizer Franken.
    .
    Max, dank EU ist das alles nicht mehr so einfach wie früher, und diesmal hilft auch kein blockierender Mascherlfaschist oder eine Opferrolle mehr.

  105. Das mit der Währungswette...
    Das mit der Währungswette kommt hin, gerade ist der Euro sang- und klanglos durch die 1,26er Marke gerauscht mit Potential nach unten. Natürlich folgt er damit nur den Theorien der Charttechniker, die ihn bis auf 1,18 durchsacken sehen (siehe Link zur Konkurrenz). Oder sollte das die Theorie vom Schwanz sein, der mit dem Hund wedelt ?
    Es ist halt mal wieder Zeit für eine Wette gegen Österreich und das „neue Europa“ im Unterschied zum „alten Europa“, wie der frisch ausgeschiedene amerikanische Präsident gesagt hätte.
    Oder sagen wir es so, den Amis hat man ihre gigantischen Staatsschulden schon immer abgekauft, den Japanern auch, aber wird man auch Slowaken, Polen und Ukrainern die Staatsschulden „abnehmen“, für die im Zweifel der „europäische Steuerzahler“ haftet ? Das „Momentum“ stimmt auch, Monsieur Trichet wird noch auf Nullzinspolitik und „Quantitive Easing“ einschwenken müssen, die Amis, Japaner und SCHWEIZER haben das schon, könnten also früher aus der Krise rauskommen als das „alte Europa“. An der Börse werden Zukunftswerte bzw. Hoffnungen gehandelt. Wenn es eine wirtschaftliche Erholung gibt, die mehr ist als das berühmte Licht am Ende des Tunnels und nicht etwa der entgegenkommende Deflationszug, dann könnten folglich Yen, Dollar und Schweizer Franken am schnellsten profitieren. Aber es handelt sich nur um ein Wettrennen, welche Währung noch schneller schwach wird als die übrigen, wenn man sie an einem anderen Standard mißt.
    Das Krisenmetall dieser Tage ist Gold, in Euros gerechnet auf Allzeithoch, bisher wurden nur 2 Olympiaschwimmbecken voll im Laufe der Menschheitsgeschichte ausgebuddelt, eigentlich das Metall mit dem größten Seltenheitswert, wenn auch größtenteils industriell vollkommen unnütz, nur dann von industriellem Wert, wo in der Elektrizität Kupfer zu schlechtleitend ist. Deflation spricht gegen Anlage in Gold, folglich eigentlich vollkommen unlogisches Verhalten der Anleger, ergo rechnen zunehmend mehr mit anschließender Hyperinflation oder totalem Kollaps, wenn Papiergeld wieder in seinen ursprünglichen Nutzwert zum Heizen von Öfen zurückfindet.

  106. "Was wäre eigentlich so...
    „Was wäre eigentlich so schlecht daran, als reicher Erbe ohne die Mühsal einer Erwerbsarbeit seinen Neigungen nachzugehen?“
    nichts, zumindest nicht, wenn an den neigungen nichts schlechtes ist. reiche erben werden immer neid auf sich ziehen, egal ob sie nun einer erwerbsarbeit nachgehen oder nicht.
    wie sieht das eigentlich aus, wenn man materiell (und von mir aus auch kulturell) auf augenhöhe mit den reichen erwerbsarbeitslosen steht? genauer: wie werden diese von den reichen erwerbstätigen gesehen? immerhin ist doch recht fraglich, ob diese monetäre boheme eine stütze der gesellschaft darstellt…

  107. Sandman, Sie verengen das...
    Sandman, Sie verengen das Thema wieder auf rein monetäre Aspekte wie jeder sich als „neureich“ Bezeichnende (mich eingeschlossen, siehe mein tiefschürfender Beitrag mit Stichwort Olympiaschwimmbecken). Wir sind da leider durch den kulturellen, moralischen und materiell sehr tiefen Fall gegen Mitte des letzten Jahrhunderts vorgeprägt, „sozialisiert“ würde der gesellschaftswissenschaftlich Studierte sagen. Moralische Vorbilder, Kultur und Vermögen gingen bis 1945 vollkommen zum Teufel, mit ganz wenigen Ausnahmen, eine flimmert gerade durch deutsche Lichtspielpaläste. Bis 1968 hat sich die Republik über wirtschaftlichen Erfolg definiert, zwangsweise wurden die, die es zu was brachten, Neureiche, der alte „Geldadel“ war tot. 1968 wurde dann die große moralische Frage gestellt und grundsätzlich alles angezweifelt bzw. das Gegenteil zu früher idealisiert. Nach der wirtschaftlichen Boomzeit also Sinnkrise, Infragestellung der „Neureich-Ideologie“, davon haben sich die meisten bis heute noch nicht erholt. Vor allen Dingen gibt’s keine nicht-gebrochenen Traditionen, keinen allgemein akzeptierten Standard von Kultur, hier „Feuchtgebiete auf der Bühne“, dort Wagners Ring für die Polit-Boheme.
    Und dann kommt wieder die Selbst-Infragestellung „wie wird man von anderen gesehen“, keiner traut sich einen unabhängigen Standpunkt zu und sagt sich „was kümmert mich, ob ich von anderen Bettnässern als Stütze der Gesellschaft“ gesehen werde ? Da lob ich mir den Udo Lindenberg, der macht sein Ding, egal was die anderen Schwachmaten einem so raten ;-)

  108. Sandmann, ich kann schlecht...
    Sandmann, ich kann schlecht was zum täglichen sagen, weil ich aus dem Umfeld komme und das Leben in diesem Kontext als normal erachte. Wie soll es schon sein? Vermutlich auch nicht recht viel anders als anderswo. Möglicherweise etwas traditioneller, sicher etwas steifer, aber auch mit genügend Bereichen, in denen man ausweichen kann, es gibt gewisse Regeln, die man aber so beachtet, wie man nach 20 Jahren im Auto schaltet. Die mitunter ausgesuchte Boshaftigkeit macht es amüsant, gewisse Anspruchshaltungen machen es manchmal sehr schwer. A hell of a fun to be with, a hell to live with.
    Heiraten würde ich die ganz sicher nicht.

  109. Um mal die Diskussionen über...
    Um mal die Diskussionen über das Warum und Ob dieses Blogs zu beenden, finde ich nichts passender als Adorno zu zitieren:
    „Kunst soll irritieren und nicht harmonisieren“!
    Das ist vielleicht ein bißchen viel des Lobes für Don Alphonso, erklärt aber die Daseinsberechtigung dieses Blogs hier!!!!

  110. "Lob der Reichen Erben"... der...
    „Lob der Reichen Erben“… der ganze Artikel beschäftigt sich mit einer Lobhuddelei für’s Nixtun, dafür allerdings in einer sehr schönen Schreibweise, dass man hinterher sogar geneigt ist dem zu folgen.
    Irrtum: Man könnte auch „reiche Erben“ im ganzen Artikel durch „Profi-Hartz4ler“ ersetzen und könnte mit entsprechender Analogie zur gleichen „großartigen“ Erkenntnis gelangen: Gibt es auch welche die ganz „nett“ sind. Die sich auch entsprechend für „Soziale Zwecke“ engagieren. Und die ebenfalls die lokale deutsche „Wirtschaft“ unterstützen.
    Der einzige Unterschied ist, wo das Geld für derartigen Lebenswandel herkommt, die Person ansich ist jedoch in ihren Charakterzügen die gleiche.

  111. Wurmstich: Auch übergrosses...
    Wurmstich: Auch übergrosses Lob wird hier dankend angenommen.
    .
    hebenfertig: Ja, man könnte es auch anders ausdrücken. Aber ich glaube nicht, dass man es in Gegenwart dieser wirklich liebenswürdigen Menschen tun würde.

  112. Don, ist die bessere...
    Don, ist die bessere Gesellschaft, die klassischerweise ihr Geld in Koffern südlich der Hoheitsgrenzen des deutschen Steuervogts aufbewahrt, schon in Alarmismus ausgebrochen ?
    Sind die Pferde ins Geschirr genommen, die Kutschen angespannt, um die Verletzung der letzten Grenze persönlicher Diskretion, den Verlust des Bankgeheimnisses, zum Anlaß zu nehmen, den treulosen Gnomen die im Bankerjargon „Kisten“ oder „Tonnen“ genannten Millönchen zu enziehen ?
    So ein unverschämter Vertrauensbruch wie das Ausplaudern der Namen von ca. 3000 schutzbefohlenen amerikanischen Kunden und deren Auslieferung an den amerikanischen Steuervogt weckt sicherlich Begehrlichkeiten des hiesigen Finanzministers, der sich ja schon vor nicht allzu langer Zeit öffentlich entblödet hat, das Zahlen von 5 Millionen Euro an Steuergeldern als Hehlerlohn an einen verurteilten ausländischen Betrüger als „das beste Geschäft seines Lebens“ zu bezeichnen getreu dem Motto „der Zweck heiligt die Mittel“.
    Es könnten sich also durchaus in der Nachbarschaft am Tegernsee einige verdiente Mitbürger ernsthafte Sorgen machen, die Sie im Tagesgespräch auf dem Wochenmarkt oder beim Fleischer um die Ecke sicher aufschnappen werden.

  113. Wenn man die selbst verlinkten...
    Wenn man die selbst verlinkten Artikel auch genau lesen würde, wüßte man, dass es sich nur um 300 bedauernswerte amerikanische Mitbürger handelt, was die Ungeheuerlichkeit des Vorgangs aber in keiner Weise relativieren oder verharmlosen soll. Die Schleusen sind geöffnet, wer soll den Drang des Stromes aufhalten ?

  114. <p>3.000? 19.000! Aber:...
    3.000? 19.000! Aber: Amerikaner.
    Zwei Dinge: Der UBS blieb nichts anderes übrig. Hätte es eine Verurteilung gegeben, hätten sie entweder Amerika ganz aufgeben oder Insolvenz anmelden müssen. Es hätte exorbitant teuer werden können.
    Aber: Die echten Steuerhinterzieher bevorzugen andere Konstruktionen, als ein Konto bei der UBS. Insofern finde ich auch die 5 Millionen sehr gut angelegtes Geld. Und auch wir hier reden nur über legale Konten in der Schweiz und nicht über Steuerhinterziehung. Es ist natürlich etwas schade um den einzigen Aspekt, der der Schweiz etwas leicht verruchtes gibt. Andererseits wird diese Veränderung zur Folge haben, dass man eben doch sich selbst wird in die Schweiz begeben müssen, wenn man was will. Es wird nicht aufhören, aber ganz anders sein.

  115. Drr Din beweost, dsss man Wrte...
    Drr Din beweost, dsss man Wrte aich erkwnnt, wnn man di Tsten sekten triggt.

  116. Hallo Don, tolles Blog!

    Eine...
    Hallo Don, tolles Blog!
    Eine Bitte am Rande, sicher verständlich für jemanden, der sonst so gut mit Sprache umzugehen weiß:
    Verwenden Sie doch bitte den normalen Apostroph (‚), der sich auf deutschen Tastaturen als Shift+# findet, anstelle ihrer Akzente (´). Die Akzenttaste ist zum Verzieren von Vokalen mit Akzenten gedacht.
    Daß ein solcher Akzent nicht alleine stehen soll, merkt man unter anderem daran, daß die Taste ein „dead key“ ist — eine Taste, die erst nach dem Drücken einer weiteren Taste ihre Wirkung entfaltet.
    Vielen Dank!

  117. A propos "es wird nicht...
    A propos „es wird nicht aufhören, aber ganz anders sein“. Im Blog „Fluchtwährung für viele Reiche“ wurde ein Link zu den „Börsenbloggern“ eingestellt, nach der jetzt auch die Schweizer Grenzer ab 1. März Bargeldkontollen vornehmen, hier ist man schon mit 10.000 Fränkli dabei.
    Ja soll man denn nackt und ohne Taschengeld in den Wintersport fahren ?

  118. Ihr habt ja alle recht.

    Suche...
    Ihr habt ja alle recht.
    Suche Praktikantin zwecks Kommentarschlussredaktion, ein neuer, nicht eben lustiger und von Jihadis geprägter, jedoch aufstrebender Berufszweig in einer Welt, da kein Beitrag unter 100 Kommentaren bleibt.

  119. Man sollte sich nicht wundern,...
    Man sollte sich nicht wundern, wenn nach dem Ende des Schneefälle und vor dem 1. März, also gegen Ende der nächsten Woche, noch so mancher Mercedes die Pässe erklimmen wird. Und ich bin mir sicher, dass die Deutschen das wissen und auf Raubzug gehen.

  120. Mutti und Steini haben ja vor...
    Mutti und Steini haben ja vor nicht allzu langer Zeit für alle Einlagen der deutschen Sparer rechtsunwirksam vor laufender Kamera gebürgt, das war eventuell die Zeit, als Steini mehrfach in den Abgrund geblickt hat, gewissermaßen eine transzendentale Nah-Todeserfahrung.
    Heute kam das entsprechende Gesetz zum Schutz des Sparers raus, Änderungen Fehlanzeige.
    Vielleicht liegt der deutsche Exodus nach dem Ende der Schneefälle auch daran, dass die Schweizer Einlagensicherung im Zweifel mehr zahlt ? Oder fürchtet man gar, dass die Fluchtbewegung zu einem weiteren großen Kapitalimport und einer unerwünschten weiteren Aufwertung des Fränkli führt, wo die Schweizer Wirtschaft doch so exportabhängig ist ? Man hat ja inzwischen mit der Summe von 10.000 und der legalistischen Rechtsauslegung auf deutscher Seite ein gutes Vorbild, was offensichtlich qua Rechtsverordnung „machbar“ ist. Und wo kein Kläger, da kein Richter, der diese Rechtsverordnung „kassiert“.

  121. Parteienwerbung und...
    Parteienwerbung und notorisches Nerven unter wechselnden Namen kann man sich hier bitte sparen, ich schalte das ohnehin nicht frei.
    .
    Man muss Steinmeier zugestehen, dass er einen Bank Run gebremst hat – mit welchen Mitteln, ist erst mal egal, und ich glaube nicht, dass jemand in einem Land leben wollte, in dem sich ab Montag, den 13. Oktober Schlangen gebildet hätten. Immerhinhat man es schon mal bis in den Februar geschafft, selbst wenn jetzt wieder alles wackelt.
    .
    Die Einlagensicherung der Schweiz ist bestenfalls als rudimentär zu bezeichnen:
    http://www.einlagensicherung.ch/bankkunden-link/bankkunden-faq.htm#frage2
    Das hat man sehr schön bei der beinahepleite der Berner kantonalbank gesehen, die für die Kunden kein Spass war. Aber konservative Häuser wie die genossenschaftlichen Raibas, bei der viele Genossenschaftler tatsächlich haften. sind etwas vollkommen anderes.

  122. Vielleicht bietet sich in...
    Vielleicht bietet sich in Don’s geschlechtsspezifischer Jobausschreibung der höheren, nur gelegentlich melancholischen Tochter die so lang herbeigesehnte Perspektive, auch außerhalb von klassisch karitativen Tätigkeiten aktiv zu werden.

  123. Nur um der Rechthaberei...
    Nur um der Rechthaberei willen, die Todesnaherfahrungen hatte nicht der Steinbeißer, eh Steinmeier, sondern der Steinbrück. Ist aber auch wirklich schwer die „Stones“ auseinanderzuhalten. Die SPD hat sich ja intern schon darauf geeinigt, den potentiellen Wähler künftig weder mit Doppelvornamen, noch mit verwechselbaren „Steindingsbums“-Nachnamen zu verwirren. So heißen die Leute fortan Genosse Frank und Genosse Peer, das muß reichen, alles andere ist schmückendes Beiwerk.
    Am Ende kommen wir noch zu Doppelvornamen und Dreifachnachnamen oder rufen den neuen Wirtschaftsminister mit seinen 11 Vornamen, wo „von und zu Guttenberg“ auch schon viel zu lang und alles andere als republikanisch klingt.

  124. (Es war eine lange Nacht)...
    (Es war eine lange Nacht)

  125. Sehr geehrter Herr...
    Sehr geehrter Herr Alphons,
    ich verstehe Sie immer noch nicht richtig!
    Entweder Sie wären nur gerne in der Welt zu Hause, über die Sie zu schreiben vorgeben. Dafür spricht einiges, aber wer weiß?
    Oder Sie leiden unter verzerrter Wahrnehmung. Die mir bekannten „Reichen Erben“ sind teilweise wirklich reich und nicht aus Ingolstadt, aber sie durchgängig als kultivierten und angenehmen Menschenschlag zu bezeichnen, wäre mir nicht in den Sinn gekommen.
    Wie in allen Berufsgruppen, Nationalitäten und sozialen Schichten gibt es solche und solche, es gibt ja sogar sympathische Studienräte.
    Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, reiche Erben kennenlernen zu müssen, bei denen es sich um veritable Vollidioten mit einem ausgesprochen unangenehmen Wesen handelt, ebenso wie ich sehr sympathische reiche Erben kenne, es ist halt bei den Erben nicht anders als bei den Arbeitern. Aber vielleicht habe ich als Hanseat Ihre süddeutsche Ironie nicht verstanden.
    Herr Nörgler, von Autos verstehen Sie echt nichts!
    Als einigermaßen kultivierter Automobilist fahren Sie nur einen älteren Bentley, keinen neuen. Und auf einen Rolls-Royce-Fahrer sind Sie bestimmt nicht neidisch, denn wie sagte mein Großvater: „Junge, fahre niemals einen Rolls-Royce, immer nur einen Bentley, ein Rolls-Royce ist ein Auto für Beat-Musiker und Drogen-Händler!“
    Herr Umverteiler, ein denkender Mensch wird sich sicher nicht über gespoilerte, tiefergelegte oder sonstwie „gepimpte“ Autos definieren, eigentlich wird er sich garnicht über Autos definieren, aber natürlich ist die Wahl des Fortbewegungsmittels ebenso ein persönliches Statement wie die der Wohnungseinrichtung, des Schuhwerks oder des Schreibgerätes. Passat fahren ist halt ebenso peinlich, wie Ferrari fahren.
    Eines noch, Herr Umverteiler. Nun lassen Sie doch den Herrn Gutenberg erstmal machen, viel zu sagen hat er dank der Beschneidung der Kompetenzen des Wirtschaftsministeriums durch den gelernten Physiker und Demagogen Lafontaine sowieso nicht, und Gutsverwaltung hat jedenfalls mehr mit Wirtschaft zu tun als Physik. Eichel war übrigens Studienrat, Rühe Realschullehrer, Clement Journalist, Glos Müllermeister, viele andere Minister haben außer Politiker sein gar nix gelernt, da ist doch ein gutsituierter Jurist mit Ländereien schon gar nicht so schlecht, nur das alberne Gel sollte er weglassen.

  126. Ich kenne auch viele...
    Ich kenne auch viele unangenehme Erben. Zum beispiel den Spross einer Elektrofachmarktkette, die aus einem anständigen, später aber bankrottieren Radlgeschäft hervor ging. Der ist berulich tätig und war mir schon immer ein Graus. Ich weiss auch von einem Sohn eines gewissen Juristers, der auch bloggt und keinen echten Job hat, der aber sehr unangenehm wirkt – nur kenne ich den nicht persönlich.
    Die meisten aber, die geerbt haben und NICHT einem beruf nachgehen, sind wirklich sehr freundliche Menschen. Die generellen Vorbehalte kann ich verstehen, ich hatte sie auch, aber mit etwas Gedankenwälzen komme ich zu obigen Schlüssen. Warum sollten sie auch miese Charaktere sein, wenn das Leben engenehm ist?

  127. Nachsatz zu Alexander Falk
    Ob...

    Nachsatz zu Alexander Falk
    Ob er die FAZ liest, weiß ich nicht.
    Aber geerbt hat er definitiv, allerdings hat er den Satz Ferdinand Piech’s „Erbe hat man nicht, um es auszugeben, sondern um es zu vermehren“ auf eine etwas unkonventionelle Art und Weise doch sehr ernst genommen…
    Nicht absprechen hingegen kann man ihm guten Geschmack, selbst die Vertreter der großen Segel-Nation England waren von den Auftritten seiner Flotte nicht unbeeindruckt.

  128. Jetzt hat der Umverteiler aber...
    Jetzt hat der Umverteiler aber alle Schleusen geöffnet! Will er das Blog übernehmen oder was? Ich hab’s gezählt: 15 Beiträge so far. Und das häufig in Überlänge. Ich will hier Don Alphonso lesen!

  129. Der aktionäre Pöbel wendet...
    Der aktionäre Pöbel wendet sich gegen die „gefühlte Teilenteignung“ im Vorlauf der „Lex HRE“, die einen verfassungsmäßig sehr wackligen Korridor für die Enteignung allein der HRE-Aktionäre, speziell eines Herrn mit sehr blumigen Namen, bis Herbst 2009 aufmachen soll. Konkret geht es jetzt jedoch um die 10 Mrd Euro Einlage des Bundes bei der Commerzbank, für die sich Genosse Peer 25% plus eine Aktie an dem neuen „VEB Mittelstandsbank“ gesichert hat, um ein gewichtiges Wörtchen mitzureden bei allen Entscheidungen des neuen „zweiten nationalen Champions“.
    Die 25% Aktienanteil könnten schon reichen, um auf der kommenden Hauptversammlung den Ton anzugeben und mehr als 50% der anwesenden Stimmen auf sich zu vereinigen, weil in der Regel kaum mehr als 50% der Aktionärsstimmen auf so einer Hauptversammlung anwesend oder vertreten sind.
    Die mangelnde Hauptversammlungs-Präsenz, die die Politik zwar offiziell beklagt, für die sie insgeheim aber sehr dankbar ist (s.o.), hängt, wie ich aus eigener leidvoller Erfahrung weiß, auch ganz wesentlich mit der dargebotenen Naturaldividende zusammen, die zunehmend werthaltiger ausfällt im Vergleich zur aufs Konto überwiesenen „Bardividende“, sich aber dennoch in Bockwürsten, trockenen Sandwiches und kaltem Kaffee (jetzt nicht nur hinsichtlich der Qualität der Redebeiträge auf der Bühne) bemißt. Dennoch sieht man viele Rentner unter der Woche bei Hauptversammlungen der DAX 30 Unternehmen tütenweise diesen Junkfood aus dem Auditorium bzw. Backstage-Bereich schleppen. Zur Verbesserung der Volksgesundheit gerade älterer Mitbürger und zur Vermeidung unter vermeintlich reichen Rentnern beliebter Werbungskosten für Hauptversammlungsbesuche hat Ulla Schmidt erfolgreich beim Kabinettskollegen Peer interveniert und anstelle einer vernünftigen Gesundheitsreform die Abgeltungssteuer durchgesetzt. Die Argumentationskette „Abschaffung von Werbungskosten bringt durch leere Hauptversammlungen gesündere reiche alte Rentner, ein höheres Steueraufkommen des Bundes und leicht gewinnbare Abstimmungsmehrheiten auch bei Beteiligungsanteilen des Bundes von schon 25%“ hat dann den Genossen Peer endgültig überzeugt.
    Die Abgeltungssteuer ward geboren, auch in der Hoffnung, die anonym abgeführten 25% plus Soli plus Kirche von X seien besser als in der Spitze 50% plus Soli plus Kirche von Nix, weil die Differenz von X zu Nix über die südliche Hoheitsgrenze des deutschen Steuergebietes entweichen könnte. Es gab sogar hehre Erwartungen, das flüchtige Reh bzw. das flüchtige Geld deutscher Steuerzahler könne auf diese Weise repatriiert werden. Aber wie man so das scheue Reh gerade deutscher Provinienz im Finanzministerium aus des „blanken Hans‘ Zeiten“ kennt, hat man die Erwartungen an die Wiederansiedlung deutschen Wildbestands in heimischen Revieren deutlich herunterschrauben müssen, wo weder Steueramnestie noch ausländische Quellensteuer auch nur im entferntesten die Erwartungen erfüllt haben, die sich die deutschen Wildhüter erhofft hatten. Andere drücken das auch unfeiner aus, so der oberste deutsche Finanzbeamten-Berufsverband-Vertreter Dieter Ondracek: „der Steuerspartrieb der Deutschen ist stärker als ihr Geschlechtstrieb“. Wer wollte ihm da ernsthaft widersprechen, wenn man gerade ihn dies in einer Fernsehdiskussionsrunde sagen sieht ? Und UvdL, die „Altadlige“ in unserem Kabinett, weiß ein Lied davon zu singen, den Deutschen ihren Geschlechtstrieb wieder in Erinnerung zu rufen, so viel Medienpräsenz, persönlicher Einsatz (ja natürlich, auch ganz individueller Einsatz der Ministerin, an dieser Stelle wird weder gelacht noch gelächelt), 14 Monate Kinderdingsbumsgeld, wenn der Erzeuger auch 2 Monate seinen Nachwuchs betreut, Wiederaufnahme der „Vollzahlung“ für künstliche Schwangerschaften, wenn der Steuerspartrieb den Sexualtrieb schon chronisch ausgeschaltet hat. Selbst Kerner und Konsorten stellen sich freiwillig in den Dienst der guten Sache, denn wer Kinder in die Welt setzt, hat weder Zeit noch finanzielle Ressourcen, sich anderen kontraproduktiven und nicht-staatstragenden Trieben hinzugeben. In welche Kategorie fallen in diesem Zusammenhang Rauchen und Trinken, staatstragend, weil Alkohol- und Tabaksteuer die Rente der anderen (nicht die eigene, die könnte kürzer ausfallen) finanzieren ?
    Wie bekomme ich jetzt schließlich wieder den Bogen zur Lex HRE, richtig, der Kollege Schluckebier aus dem BVG hilft mir über die Brücke, ob es zu einer mündlichen verhandlung kommt, sagte er, sei offen, wie so vieles in diesem unserem Lande.

  130. Hugoservatius, der neue Mann...
    Hugoservatius, der neue Mann im Amt ist halt anfangs noch interessant und unverbraucht, wie er dynamisch ins Finanzministerium die Treppen hochstürmt, während andere zum Jagen getragen werden müssen, aber lassen wir das. Und was die Qualifikation seiner Vorgänger anbetrifft – da sind wir uns einig – da kann er allen seinen Vorgängern sicher das Wasser reichen. A propos Wasser, wer gießt denn hier mit seinem letzten Satz über nebensächliche Oberflächlichkeiten Wasser in den Wein, eh, Gel ins Haar ?

  131. Herr hugoservatius, Sie...
    Herr hugoservatius, Sie sagten, dass ich von Autos „echt nichts“ verstehe, und: „Als einigermaßen kultivierter Automobilist fahren Sie nur einen älteren Bentley, keinen neuen.“
    Sie hängen den alten Zeiten nach, und das tue ich doch auch. Bentley war im Vergleich mit RR immer die feinere Marke – Betonung auf „war“.
    Nun ist aber, wie Sie als Autoversteher sicherlich wissen, Bentley Motors kein Gebrauchtwagenhersteller. Vielmehr werden neue Automobile produziert, die man auch verkaufen möchte, und dies mit großem Erfolg tut. Es gibt, wie auch die Bentley-Marktforschung weiß, die altfühlenden Bentley-Freunde vom Schlage Ihres Großvaters, die aber nicht die Klientel des Herstellers sind, und in deren Reihen zudem Schnitter Tod bevorzugt aktiv ist. Als Autoversteher werden Sie mitvollziehen können, dass Bentley Motors lebende Zielgruppen präferiert.
    Selbstverständlich gehört es zu den bedrückenden Indizien für die Entbürgerlichung der Bürgerwelt, die Bentely-Markenpräsentation in Wolfsburg zu sehen, oder die juvenilen Verkäufer zu erleben, die nicht „britisch“, sondern wie unter Speed op*lanisch verkaufen. Vollends die aufwendigen und nur auf Einladung besuchbaren Verkaufsveranstaltungen, auf denen Mittelreiche sich fühlen dürfen wie ganz Reiche, hätten Ihren Großvater entsetzt. Allein die Tatsache des Stattfindens solcher Events hätte ihm wohl die polemische Frage aufgenötigt, ob man einen Bentley inzwischen verkaufen müsse wie eine Rheumadecke.
    All dies zeigt uns, wie das bürgerliche Wirtschaften selbst es ist, wodurch das Bürgerliche zerstört wird.
    Auch davon verstehe ich etwas.

  132. @wolfram: Warum sollte der Don...
    @wolfram: Warum sollte der Don nicht mal ein bißchen kürzer treten nach der letzten langen, eh kurzen Nacht.
    Um etwaigen vorschnellen Vermutungen vorzubeugen, der Don und ich sind uns nicht näher bekannt, wir haben uns nur kurz gesehen anläßlich der persönlichen Vorstellung zwischen Herrn Nörgler und mir, die er so lieb war zu übernehmen gestern gegen 18:20 Uhr (wie Sie übrigens weiter oben nachlesen können).
    Dies diente natürlich nur der Aufrechterhaltung einer objektiven, von persönlichen Verunglimpfungen freien Blogatmosphäre. Wie Sie wissen, verkehren die besseren Kreise grundsätzlich stilsicher und niveauvoll, ohne sich eines effektheischenden Sprachniveaus bedienen zu müssen.

  133. .. schöner Text über nette...
    .. schöner Text über nette erben.
    Und jetzt erhoffe ich einen bitterbösen Folgetext über die böse Erben, etwa jene schnellebigen Adeligen hier und dort, die das kulturelle Erbe ihresw Stammes verschleudern ;-D

  134. Sehr geehrter Herr...
    Sehr geehrter Herr Nörgler,
    ich ziehe meine Kritik an Ihrer Person zurück!
    Ich konnte doch nicht wissen, daß Sie genauso denken wie ich!
    Natürlich hat sich das Image von Bentley gewandelt und die derzeitige Klientel besteht – insbesondere in der Hauptstadt – mittlerweile leider vorwiegend aus zu Wohlstand gekommenen Gerüstbauern, Mäklern und Mitbürgern aus den GUS-Staaten.
    Nevertheless ist ein dunkelgrüner Bentley, gefahren in einem etwas zu engen Tweed-Jackett mit angestoßener Doppelmanschette darunter immer noch um Klassen besser als jeglicher Rolls-Royce.
    Mit den Verkaufsveranstaltungen haben Sie allerdings den Nagel auf den Kopf getroffen, beim letzten Mal hier in der Hauptstadt bekam das Ganze etwas derart unfreiwillig komisches, daß es der Weihnachtsfeier des Ortsverbandes City-Kurfürstendamm der Berliner CDU in nichts nachstand… Nur der Sekt war bei Bentley besser.
    Aber zurück zum Thema: Natürlich kann man am Verfall einer Automarke immer auch den Verfall der Gesellschaft ablesen, die diese Marke früher präferierte, das gilt aber für alle Assecoires des Luxus und der Moden, nicht hingegen für die Bereiche, die wirkliche Kennerschaft und ein gewisses Maß an Bildung verlangen, so daß die Unterscheidung doch immer noch ganz gut funktioniert.

  135. verehrter Don,

    nun bescheren...
    verehrter Don,
    nun bescheren sie mir in Ihrem Blog seit einiger Zeit ein beträchtliches Lesevergnügen. Eigentlich wollte ich es beim Schmunzeln im Stillen belassen, mich nicht in den Unbequemlichkeiten des Kommentierens ergehen. Was sollte ich Don Alphonso auch nützliches beibringen wollen?
    Mit „Sollen“ oder „Dürfen“ im Einzelnen ist ihm vermutlich ebenso wenig gedient, wie mit „großer Politik“ im Allgemeinen. Das alles – so wie ich ihn lese und verstehe – ist nicht wirklich sein Thema, zielt an der Torte vorbei und gehört allenfalls in die Schmuddelrubriken von „Politik und Wirtschaft“, nicht aber ins Blättchen.
    So erstaunen mich die in manch einem Kommentar häufenden Distanzverluste. Als Pächter der Wahrheit und des Wissens kommen scheinbar zunehmend auch kostenfreie Wanderprediger und Freizeitrichter daher, die ihre ganz eigenen Vorschriftsmäßigkeiten erfinden und eben diese auf sonderbar zwanghafte Weise entgegen stellen müssen.
    Die Hoffnung, an dieser Stelle auch weiterhin im Zweitagesrhythmus auf so vergnügliche Weise unterhalten zu werden, entlockt mir nun also doch ein ganz ausdrückliches Lob für Ihre humorvoll vorgetragene Lebensfreude, die Ein- und Ansichten einer besseren Gesellschaft mit ihren ganz eigenen Problemen. Ihr Blog ist mir binnen kurzer Zeit zur angenehm müßigen Gewohnheit geworden.
    Ihre Bühne, verehrter Don!

  136. "Warum sollten sie auch miese...
    „Warum sollten sie auch miese Charaktere sein, wenn das Leben engenehm ist?“
    Eine üble Schlussfolgerung, von einem Umkehrschluss gar nicht zu sprechen. Gerade die aktuelle Finanzkrise zeigt, dass es jene die es sich zu angenehm gemacht haben, ziemlich miese Charaktere sind – und das meine ich Geld-Klassen-Übergreifend.

  137. ja Transferempfänger können...
    ja Transferempfänger können angenehme Menschen sein. Fehlen also den Hartz-IV- Empfängenern nur Manieren und sie wären wohlgelitten? Auf den Fluren der Arbeitämtser ein Scharwenzeln und Hofieren. Wär es das? Natürlich gibts bei Ersteren auch schon eine Schattenseite. Schließlich lässt man sein Geld „arbeiten“. sonst gäbs ja nichts zum Transferieren. Und die, die das erledigen sind gar nicht so nett. Das kann man seit Jahr und Tag so lesen. Und derzeit siehts nach einem gewissen Finale aus in dem auch der Rest der Menschheit für das Treiben dieser Herrschaften in Haftung genommen wird. Augenblicklich dürften deshalb wohl in den Haushalten der reichen Erben eher der Kurszettel intensiv studiert werden als das Opernprogramm.

  138. Max: Sicher - aber doch nur...
    Max: Sicher – aber doch nur die, die wirklich irgendwo in derartigen Berufen arbeiten. Die schönen Nichtstuer, um die es hier geht, sind unschuldig.

  139. Lieber Don,

    danke für die...
    Lieber Don,
    danke für die Zeilen über das Pressen, über die Kinderarbeit – ich denke aber, diesen Grad der Vornehmheit, diesen Adel kann sich selbst der Mensch im Stande des weniger Begüterten leisten, ja, ich bin schon seit langem der Meinung, dass jeder Mensch sich unbedingt den Luxus gönnen sollte, nur Waren zu erstehen, die unter menschenwürdigen Bedingungen entstanden ist, sowie den Luxus, anständige Löhne, Trinkgelder, Preise zu zahlen. Hat – wie gesagt – nur sekundär mit den wirtschaftlichen Verhältnissen zu tun.

  140. Habe ich es übersehen, das...
    Habe ich es übersehen, das Korrigendum?
    Auch wenn die FAZ-Heroen einknickten und sich der „neuen“ Rechtschreibung anschlossen, vulgo „Deppen-Deustsch“, sollten sie doch Namen respektieren:
    Franz Josef Strauß ist halt doch etwas anderes als der Strauss, oder?

  141. Notamused, in Fällen wie...
    Notamused, in Fällen wie diesem Blog ist die FAZ so gnädig, Autoren eine gewisse Freiheit bei der Verwendung von ss und ß zu gestatten.

  142. immer wiederköstlich welch...
    immer wiederköstlich welch Emotionen hochkommen wenn mal ein bißchen hier und da gekratzt wird. Ein tag ohne diesen Blog ist wie Suppe ohne Salz fad

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