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Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Vanity fairendet oder vom Tod eines schlechten Dieners

| 288 Lesermeinungen

Haben Sie schon einmal Journalisten an einem bezahlten Buffet gesehen? Nein? Sie sind zu beneiden. Menschen mit einem derartigen Mangel an Benehmen und Sitten können keinesfalls von sich behaupten, anderen etwas vorschreiben zu dürfen. Besonders für die Kollegen von Hochglanz und niederem Boulevard gilt, dass man eine Begrenzung ihrer Anmassungen nur begrüssen kann.

Mit leerer Tasche und kochendem Blut erregte er sich an der Berührung mit den Strichmädchen, die an den Strassenecken herumlungerten.
Guy de Maupassant, Bel-Ami

Vanity Fair wird eingestellt , und folgt damit ähnlichen Versuchen wie „Rich“ und „Park Avenue“ in das Vergessen nach. Bei allem Mitgefühl für die Mitarbeiter ist das – pardon – erfreulich. Zeigt es doch den anderen Dienern meiner Klasse, welches Schicksal ihnen droht, wenn sie ihre Berufung vergessen und denken, man würde ihnen, deren natürliches Schicksal der Verbleib in demütiger Haltung ist, ein Leben als Herren in Saus und Braus finanzieren. Wie für viele Magazine kann es auch für Vanity Fair keine andere Bestimmung geben, als uns angemessen zu unterhalten. Ich habe mir deren Dienstleistungen einmal angeschaut, und muss sagen: Solche Diener mit Herrenattitüden will man nicht haben. In Bayern sagen wir „Wia da Herr, so as G’scherr“, was in etwa bedeutet, vom Diener kann man auf die Herren – und umgekehrt – schließen. Hätten es die Macher dieser Magazine tatsächlich geschafft, in meinen Kreisen als Speichellecker akzeptiert zu werden, hätte es kein gutes Licht auf uns geworfen. 

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Natürlich hat sich der Gründungschefredakteur Ulf Poschardt schon zu Beginn außerhalb jeder gesellschaftlicher Norm gestellt, als er „Mover und Shaker“ als Zielgruppe ausmachte. Hätte Poschardt sich in seiner Funktion als Diener statt dessen, vom gestohlenen Whiskey betrunken, auf dem Perserteppich übergeben – es wäre für den Ruf des Projekts in meinen Kreisen nicht schädlicher gewesen. Die Pleiten von Park Avenue und Vanity Fair sind also nicht der Wirtschaftskrise zuzuschreiben, denn wir könnten uns solche Magazine ohne Probleme und auch ohne Werbung leisten, wir könnten ihnen jederzeit die vier Dublonen zuwerfen, mit denen sich Don Giovanni die Gefolgschaft seines Leporello erkauft. Es ist vielmehr das grundsätzliche Versagen des Konzeptes, das den Namen der Redaktionssitze hat: Berlin, eine fade Stadt ohne Demut und den Willen, etwas zu leisten. Für den Anspruch, vermögenden, einflussreichen und gebildeten Menschen ein kluges Magazin anzudienen, gibt es jedoch keinen Ort westlich des Urals, der weniger geeignet als Berlin wäre.

Als ich 2004 nach Berlin ging, kam eine gute Bekannte aus München zu Besuch. Sie war zum ersten Mal in Berlin, dessen Bild in unserer Jugend von Mauer, Heinrich Lummer und anderen treffenden, aber wenig erbaulichen Bildern geprägt war. Wir fuhren am Potsdamer Platz vorbei, und das Beisheim Center war noch hässlicher als auf allen Bildern. Wir stauten uns in der Friedrichstrasse, und das Russen quartier 206 der Jagdfeld-Gruppe spuckte unförmige Touristen aus. Weiter vorne warf sich eine sehr dürre Frau, angetan in Schwarz mit goldenem Klimbim, in Eile vor den Wagen, und meiner Freundin entfuhr ein „Mein Gott!“. Ich betonte, dass ich rechtzeitig gebremst hätte, aber sie sagte: „Das war ja ein Mantel Dolce und Gabbana von vor vier Jahren ! Und das tragen die hier noch in der Öffentlichkeit?“

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Vanity Fair und Park Avenue waren nichts anderes: Hässlicher und geschmackloser Klimbim mit grosser Attitüde, der nur in Berlin noch etwas gilt, wo man noch nicht erfahren hat, dass die Geschichte in der Zivilisation und ihrer Helfer weiter gegangen ist. Um Berlin herum ist eine mehrere hundert Kilometer breite Zone des Verfalls und des Niedergangs, die Berliner nur selten überwinden, und aus dieser Abgeschiedenheit heraus kann man sehr viele drittklassige Dienstleistungen erklären, die es nur hier gibt: Den angeblich für elitäre Menschen reservierten China Club im Hotel Adlon etwa, für den manche Leute wirklich bezahlen sollen. Die grottenschlechte deutsche Architectural Digest, deren Chefredakteurin rüpelhafte Titel wie „Think Big“ oder „Let’s work“ zulässt. Die weit verbreitete Kombination aus vopoesker Bedienung und schlechtem Essen, die immer noch DDR-Restaurants ahnen lässt, gerade in angesagten Lokalen. Ich wüsste nördlich des Balkans keine Stadt, in der ich Kakerlaken in der Küche eher erwarten würde.

Die Redaktionen aber überlegten erst gar nicht, was eine ihrem Stand angemessene Haltung und Aufgabe sein könnte, sondern definierten eine Zone zwischen Kanzleramt, Springerhochhaus und Bertelsmann-Stiftung. Was darin anzutreffen war, galt prinzipiell als vorbildlich und abdrucktauglich. Was einflog und halbwegs bekannt war, war ein Thema. Der kosmopolitische Ansatz war nicht mehr als eine durchzechte Nacht in Berlin, getragen von der Hoffnung, der Rest würde akzeptieren, dass dieses Berlin so schick wie New York ist. Die anderen. Die reichen Affen im Westen, die das Geld haben, um das Zeug zu kaufen, das in den Magazinen beworben wurde. Die Hinterwäldler, die froh sind, mal etwas Weltstadt zu erleben, wo die Frauen D&G tragen, vier Jahre alt, und mit dem Bürochef eines Hinterbänklers Essen gehen. Dazu die fertigsten Politiker der 70er, 80er und 90er Jahre, und danach nicht ganz so Prominente wie der halbnackte Sänger, die halbnackte Sängerin, der halbnackte Schauspieler, die halbnackte Schauspielerin von diesem Film da, der ganz toll ist, in drei Kinos in Berlin läuft und bei dem man noch nicht geklärt isz, ob man ihn auf DVD presst, aber sie geht vielleicht nach Hollywood und benutzt nur Kosmetik von […]

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Man muss sich nur die letzte Pressemitteilung von Vanity Fair zur Berlinale vor Augen führen, und die dummdreiste Anwanzung an Leute, die offensichtlich kein Problem damit haben: Da gab es einen Klimbim-Auflauf mit Namen wie Mario Testino Dominic Raacke Julia Dietze Pepe Danquart Leander Haußmann Luca Gadjus Mario Barth Quirin Berg Max Wiedemann Christian Boros Klaus Biesenbach Ingrid Sischy Jeff Goldblum Paul Schrader Moritz Bleibtreu Juliane Köhler Joachim Król Jeunesse Dorée-Clique Maria Theresia Prinzessin von Thurn und Taxis Anna Prinzessin von Bayern Luziah Hennessy Johanna Oliver von Boch Nikolaus Jagdfeld Anne Philippi Anne Maria Jagdfeld. Auf wen, ausser auf Neureiche, soll das sinnbefreite Abfeiern irgendwelcher Namen Eindruck machen? Muss man das kennen? Und tragen die immer noch D&G Anno 2000 auf?

Es ist exakt diese Art, dieses Benehmen, diese übertrieben ostentative Freakveranstaltung, diese Melange aus hohen Preisen und niedriger Gesinnung, die es bei uns unmöglich macht zu sagen „Oh, ich habe in der Vanity Fair gelesen…“ oder „In der Park Avenue stand…“. Man hätte betreten zugehört, auf die Schuhe gesehen und schnell mit der Frage, ob noch jemand Tee möchte, das Thema gewechselt. Man ist in unseren Kreisen wirklich froh, mit solchen Dingen nichts zu tun zu haben, man will auch keinesfalls in die Medien, oder hören, was andere in den Medien so treiben. Das kann man unter den Linden tun, aber nicht im Westviertel und am See . Deshalb sind diese Leute weit weg, und nicht hier. Die Westviertel aber sind die Orte, an dem sich das Schicksal solcher Projekte entscheidet. Nur wer dort dienen darf, gelesen und besprochen wird, wer einen Platz auf den Tischen bekommt und nicht peinlich berührt in das Altpapier geht, bekommt etwas von unserer Wertschätzung ab und wird so begehrenswert für die niedrigere Schichten, die dann dumm genug sind zu glauben, mit dem Konsum der abgebildeten Waren ein Stück des Glanzes erwerben , und zur erstrebten Schicht gehören zu können.

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Dieses Ziel hat man in Berlin nie erreicht. Man hat Hefte für eine Berliner Gesellschaft der Medienfiguren und Adabeis gemacht, für eine Berliner Republik der Drängler und Drücker, die im Westen allenfalls ein deklassiertes Äquivalent besitzt. Das beste, was man über diese Anmaßung sagen kann, ist: Sie kamen zum Glück nie weit genug, um an unseren Stiefeln zu lecken. Wer als Herr verkleidet eine Society im Berliner Stil sucht, sollte sich nicht wundern, wenn er im Westen die bessere Gesellschaft nicht findet. Man hat es dort mit Menschen zu tun, die reich sind, weil sie sparen, und sich nicht jeden hochgeschriebenen Tand kaufen, mit Lesern, die intelligent unterhalten und nicht dumm angequatscht werden möchten. Man wäre sicher erstaunt, das explizit erklären zu müssen, wüsste man nicht, dass dies der Berliner Kardinalfehler ist: Der Glaube, der Westen wäre noch einmal so dumm, sich vom Osten reinlegen zu lassen. Wir haben schon den Solidaritätszuschlag. Eine weitere Idiotensteuer in Form eines Abos für Berliner Unarten der Untertanen lehnen wir ab.

Ich halte mir durchaus eine Zeitschrift aus dem Hause Conde Nast: Die World of Interiors. Es gibt sie nicht auf deutsch, sie hat kein geschwätziges Editorial irgendwelcher Berliner Promifreunde, verlangt aber vom Leser einiges an kulturgeschichtlicher Bildung und Bereitschaft, sich und seine eigene Einrichtung stetig zu hinterfragen. Außerdem halte ich mir die Intelligent Life. Auch dort werde ich gefordert. Ich bin klüger, wenn ich sie gelesen habe. Meist dauert es nicht lange, bis meine Bekannten sie ausgeliehen und nie mehr zurück gebracht haben. So, und nur so kommt man bei uns an, so steigt man auf vom Diener zum geschätzten Gesellschafter. Solange deutsche Magazine das nicht vollbringen, solange sie Herr spielen, aber ihr Dienerhandwerk nicht beherrschen, bin ich leider gezwungen, meine Seelenbildung und Freude allein aus ihrem Ableben zu beziehen. Ich denke, Sie werden mir das nachsehen

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Begleitmusik: Komponisten wussten noch, wie man sich zum Freund aufschwingt. Man betrachte und erfreue sich etwa an den Kantaten, die der junge und lebensfrohe Georg Friedrich Händel in Italien für seinen dortigen Gönner und Freund, den Marchese Ruspoli schrieb. Glossa hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Schatz zu heben, und veröffentlicht eine ganze Serie von Tonträgern aus diesen sehr zu Unrecht kaum bekannten  Liederbüchern. Soeben bekam und hörte ich mit grossem Vergnügen – Sie werden es vielleicht an der Milde der obigen Worte bemerkt haben – den vierten Teil, in dem die neckische Jagd zwischen der schönen Phyllis und dem liebeslustigen Amintas beschrieben wird. Amintas kann Phyllis nicht fangen, aber sie hält an und fordert ihn auf, seine Liebe mit Gesang unter Beweis zu stellen. Vollkommen zurecht endet das Bemühen in den sexuellen Freuden, die man sicher nicht hat, wenn die Angebetete Vanity Fair neben dem Bett entdeckt..

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288 Lesermeinungen

  1. "Die Redaktionen [...]...
    „Die Redaktionen […] definierten eine Zone zwischen Kanzleramt, Springerhochhaus und Bertelsmann-Stiftung.“ Im Zentrum dieser geistigen Sahelzone: Das Borchardt.

  2. Jetzt ist das Berlin-Bashing...
    Jetzt ist das Berlin-Bashing also endlich auch hier angekommen – wenn auch über die Vanity-Hintertür :)
    Grundsätzlich sind Teile erst einmal abzunicken, bloß bleibt mir die bange Frage: Der Seitenschwund beim Don´schen Importmagazin, ist der vorbei? Ich hoffe zwar, glaube es aber nicht. Wäre schade, wenn es World of Interiors auch zwischen den Mahlsteine der Werbeflaute bedingt durch die [allfälliges Schlagwort zur Entschuldigung vieler Mißgeschicke zur Zeit] zerreibt.

  3. FoolDC, man sah sich wohl dort...
    FoolDC, man sah sich wohl dort nur in einer Art Kantine (die Nudeln sind dort übrigens immer verkocht), aber der China Club ist wohl wirklich das Zentrum derer, die meinen, ganz oben im Grundbuch der Republik und nicht nur im märkischen Sumpf zu stehen.

  4. Ich vermisse diese Zeitschrift...
    Ich vermisse diese Zeitschrift dagegen ganz akut. (Sie müssen wissen, dass mein Sohn sich einen neuen MP3-Player anschaffen möchte, und für Vierneunzig gab’s bei VF einen, nur die Hefte aus dem damit verbundenen Probe-Abonnenement musste man dann selber wegtun. Ich sage ihm immer: Das eine will man, das andere muss man.)

  5. Manuel, was gäbe es daran zu...
    Manuel, was gäbe es daran zu kritisieren, wenn man Berlinern Nachhilfe bei der berurteilung ihres Standes erteilt? Es sagt ihnen doch sonst keiner. Irgendjemand muss es tun, und bevor der nächste Verleger wieder 100 Millionen Euro zur Förderung des Beinehochlegens und Buffetabräumens verschwendet, scheint es mir geraten, darauf zu verweisen, wo das Publikum ist, das man möchte: Jenseits der Trümmerzone. Im Westen. Nur im Westen. In Berlin ist nichts. Ausser D&G Anno 2000.
    Es sieht für die WoI nicht allzu gut aus, allerdings muss man auch sehen, dass die 400-Seiten-Exzesse eine Entwicklung der letzten Hypephase waren. Sollten sie die Preise erhöhen, würde ich ohne Nachdenken mehr überweisen, keine Frage. Ich glaube aber, dass es Dinge wie Elle Decoration und ähnliche Peinlichkeiten eher erwischt, als das Zentralorgan der Stadtpalastbewohner.

  6. Was Sie da Beschreiben mag...
    Was Sie da Beschreiben mag kein gutes Licht auf die Stadt Berlin werfen (Ich habe mich jetzt schon mehrfach gefragt, warum Sie Ihre Berlin-Aversion in beinahe jedem Beitrag herausposaunen müssen, und warum dann auch ein Tritt in den Allerwertesten von CondeNast und der Jagdeld-Gruppe nicht fehlen darf), die Passage zu Ihrer Freundin („Das war ja ein Mantel Dolce und Gabbana von vor vier Jahren ! Und das tragen die hier noch in der Öffentlichkeit?“) setzt der ganzen Sache dann aber doch noch die Krone auf. Ob das so gewollt war …. ?

  7. Und was liest man in Deinen...
    Und was liest man in Deinen Kreisen sonst noch außer deinem Einrichtungsmagazin? Unterhalb des Rentenalters? Die amerikanische National Geographic vielleicht? Nördlich des Weißwurstäquators die mare? Wenn das Rentenalter geschafft ist, fällt die Wahl leicht, dann gehört die schweizer „du“ auf den Kaffeetisch, aber vorher?

  8. Lieber Don,
    .
    Gutes Personal...

    Lieber Don,
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    Gutes Personal war ja schon immer schwer zu bekommen; und im seltensten Falle kennt es seinen Platz.

  9. Marc Behrends: Bücher. Man...
    Marc Behrends: Bücher. Man liest Bücher. Und wenn Zeitschriften, dann auch gerne Oberbayerisches Archiv (OA im Bild unten rechts) oder die Zeitschrift für Kirchengeschichte (unten Mitte) oder alte Ausgaben von SAECULUM (unten links).

  10. Sie kommen bei unserer...
    Sie kommen bei unserer Schicht, also derjenigen, der sie glauben anzugehören, bzw. vorgeben anzugehören, mit dieser Schreiberei aber auch nicht weit.
    Respekt bekommen Sie nicht.
    Sie sind zwar auf andere Weise uninteressant und unintelligent, aber stehen doch mit der Vanity Fair und Park Avenue auf einer Stufe.

  11. Faz-Leser, Sie werden...
    Faz-Leser, Sie werden kubikmeterweise Lobpreisungen von Berlin finden, und Tausende von Artikel über die durch das jagdfeldsche Schaffen aufgewertete Zentrum der Republik. Warum sollte man nicht eine Position einnehmen dürfen, die gemeinhin leise, aber weit verbreitet unter denen ist, sich sich nicht von dieser Diktatur beherrschen lassen wollen? Zudem gibt es zwischen dem Dreigestirn Berlin-Conde Nast-Jagdfeld so nahe Verknüpfungen, dass man gar nicht anders kann als alle im Paket zu betrachten.
    Ich gebe zu: Münchner Anwältinnen können manchmal ihre Modebegeisterung übertreiben. Falls diese exakt so vorgefallene Begebenheit schwer erträglich ist, würde ich ihnen raten, gewisse Regionen der Isarstadt zu meiden. In der Residenzstrasse hört man dergleichen öfters.

  12. nnier, ich hoffe, der Player...
    nnier, ich hoffe, der Player hat länger als die Zeitschrift gehalten. Bei der WoI bekommt man übrigens nur die Zeitschrift. Und sonst nichts.

  13. Don,
    .
    hier - ...

    Don,
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    hier – http://www.kress.de/cont/story.php?id=126762 – findet sich dann auch wieder der angekündigte Tod eines weiteren Liebesdieners.
    .
    Der „Macher“ des „Liebling“ (Hallo Markus P., wie kann Dir Dein Ex-Personal derart in den Rücken fallen), einer Publikation aus Berlin, deren Interna alle Vorurteile des Don zum Berliner freien Journalismus weit übertreffen würden, kündigt an meine geliebte „Intersection“ zu verhunzen.
    .
    Fluch, Fluch, Fluch über euch! Auf das auch diese Missgeburt eines qualvollen Todes in einer finsteren Ecke des Blätterwaldes sterbe.

  14. Bierjunge, einer Schicht, die...
    Bierjunge, einer Schicht, die sich den Namen Bierjunge zu geben beliebt, gehöre ich ganz sicher nicht an. Respekt? Von Ihnen? Aber ich muss doch sehr bitten.

  15. Der geistige Berliner...
    Der geistige Berliner Thermometerstand,
    .
    im Spiegel des aktuellen „Titelanzeiger“ im Vergleich mit dem schönen Hamburg und dem najaso München:
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    Die geistige Temperatur in Hamburg:
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    „Werte“, „Werte – Das Magazin für Geist, Geld und Gesellschaft“, „Werte – Das Magazin für Geist, Geld und Genuss“ (Behnken & Prinz, Hamburg).
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    Die geistige Temperatur in München:
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    „ADAC Skimagazin“ (Rechts- und Patentanwälte Klinger & Kollegen, München), „Raus aufs Land“, „Countryside“ (Kanzlei Prof. Schweizer, München), „Alps“, „Alps Magazine“ (Alps Magazine, 80539 München).
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    Und ganz zum Schluss: die geistige Temperatur in Berlin:
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    „Nix wie raus aus Strümpfelbach!“, „Das total verrückte Wochenende“ (Sat.1, Berlin)
    „Der Alimentejäger“, „Die Alimentejäger“, „Der Unterhaltsjäger“, „Die Unterhaltsjäger“ (Medien & Fun, Berlin)
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    .
    Na? Merkt man was? Liegt es an der legendären Berliner Luft?

  16. Haben Sie Dank für die...
    Haben Sie Dank für die ergänzenden Ausführungen. Da ich weder im Hinblick auf CondeNast, noch auf Jagdfeld einen Hund im Rennen habe, wäre ich dankbar, wenn Sie mich im Hinblick auf die genannten (aber leider nicht weiter ausgeführten) „nahen Verknüpfungen innerhalb des Dreigestirns Berlin-Conde Nast-Jagdfeld“ ergänzend aufklären könnten. Wie muss man sich das denn vorstellen ?
    Was die Modebegeisteung Ihrer Freundin anbelangt, so bin ich Ihrem Ratschlag des Fernbleibens von gewissen Regionen der Isarstadt – gewissenmassen in vorauseilendem Gehorsam – bereits in den 90er Jahren gefolgt, als ich mich entschloss, München nach dem ersten Staatsexamen zu verlassen. Gerade Personen wir Ihre Freundin haben mich schlußendlich in meinem Entschluss bestärkt, einer der schönsten Städte Deutschlands (trotz dreier fantastischer Jahre, die ich dort verbringen durfte) den Rücken zu kehren und wieder gen Norden zu ziehen. Könnte man derartige Personen mit einem Fingerschnippen aus München entfernen, ich würde keine Sekunde zögern, nach München zurückzukehren.

  17. Lebemann, in die Klagen über...
    Lebemann, in die Klagen über Personal kann ich nicht einstimmen, die Hausveraltung am Tegernsee ist absolut vorbildlich, von den winterlichen Kränzen am Eingang bishin zu den Blumentrögen im Sommer, von der Wartung der Tiefgarage bis zur Rasenpflege. ich kann wirklich nichts Schlechtes sagen.
    .
    In München lachen wir ja immer noch, dass wir den Berlinern diese maroden TV-Sender aufdrücken konnten. Aber seit wann hat man es nötig, Alimente zu jagen? Entweder wird man alimentiert, oder man arbeitet. Nun, Berlin…

  18. Dieser Artikel setzt der...
    Dieser Artikel setzt der gehässigen Berichterstattung über das Einstellen der deutschen Vanity Fair der letzten Tage wirklich die Krone auf. Sind sie nicht alle dadurch bestimmt, dass nicht nur Verlagsleiter und Co., sondern auch die sonst so „journalistisch neutralen“ Redakteure froh sind, mal wieder einen Wettbewerber weniger zu haben und somit der Arbeitsplatz zumindest für eine Weile wieder sicherer erscheint?
    Die Beschreibung der Vanity Fair in diesem Artikel ist von derartiger negativer Subjektivität geprägt, dass mich dies aus reiner Wut veranlasst zum ersten Mal einen „Leserbrief“ oder Kommentar zu schreiben. Der Titel wird hier völlig falsch dargestellt und als billiges Klatschblatt – aber für die „Elitären“ dargestellt. Ich frage mich ernsthalft, wo hier die journalistische Recherche auf der Strecke geblieben ist…, die Antwort habe ich oben schon gegeben.
    Condé Nast hat mit Vanity Fair endlich einen Titel gebracht, der aktuelle – und ja, auch unterhaltsane – Themen aus einer ganz anderen Sichtweise gebracht hat. Vanity Fair hat sich differenziert und sich somit aus dem Einheitsbrei alle anderen vergleichbaren Titel und auch Tageszeitungen inkl. deren Sonntagsausgaben hervorgehoben. Vergleicht man dort die Artikel zum selben Thema, sind sie teilweise nicht mehr zu unterscheiden, langweilig und die Zeit nicht wert, die man mit dem Lesen verbringt.
    Und was soll man zum Thema Berlin sagen? Vanity Fair gehörte eindeutig nach Berlin, welche andere Stadt – in Deutschland sowieso, aber auch in Europa oder gar weltweit – entwicklet sich auf vergleichbarem Niveau?
    Ich bedauere das Einstellen von Vanity Fair sehr und hoffe bereits heute auf einen gelungen Relaunch in besseren Zeiten.

  19. Ich bin mir nicht ganz sicher,...
    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Ihre engagierte Kritik an der VF (oder auch PA), wirklich trifft. Nach meiner Sicht waren diese Machwerke nie wirklich auf die „Stützen der Gesellschaft“ ausgerichtet (oder sonst jemanden der Bildung, Interessen oder Bücher besitzt). Viel eher auf Doppelverdiener-Pärchen und Berufseinsteiger – mglw. auch Hausfrauen, die die Gala schon „durchhaben“. Das Hineinschnuppern in eine Konsumwelt, die (noch) nicht die eigene ist – die man sich aber insgeheim erhofft – ist doch hier der wesentliche Inhalt gewesen.
    Natürlich legt man sich das nicht auf den Kaffeetisch. Und natürlich interessiert einen das nicht. Aber das war doch vorher klar und sicher auch intern bekannt. Sportler und männliche Models lesen ja auch nicht die Men’s Health. Ich mag Monocle – auch wenn die Positionierung teils etwas diffus ist. BG M

  20. Sagen Sie ruhig: Die...
    Sagen Sie ruhig: Die Dornenkrone. Aber Rich kam noch schlechter weg, und Park Parvenü habe ich auch keinen Anlass zu Beschwerden gegeben.
    Ansonsten: Da oben ist eine Pressemitteilung verlinkt. Die ist von denen. Ich erfinde das nicht, ich verlinke es nur. Mir wäre es ja eigentlich egal, würden es sich solche Magazine nicht explizit herausnehmen, für eine wie auch immer geartete Elite oder gar für Deutschland, das zu 80% der 20% besseren Gesellschaft und nicht Conde Nast gehört, sprechen zu wollen. Das heisst, dass sie versuchen, denen „da unten“, die die Werbung konsumieren wollen, von denen „da oben“ ein Bild zu vermitteln, das für jeden Angehörigen dieser Schicht eine Beleidigung ist. Nicht alle Autoren sind schlecht, es gibt da durchaus auch gute Leute, aber die Attitüde ist das Problem.
    Die Attitüde der Adabeis, der Buffetabräumer, der Diener als Herren der Definitionshoheit. Sie werden damit leben müssen, wenn in der dergestalt missbrauchten Schicht ein gewisser Groll da ist, der gar nicht anders kann, als sich zum Ende in einen lächend hochgezogenen Mundwinkel zu verflüchtigen.

  21. >Die Pleiten von Park Avenue...
    >Die Pleiten von Park Avenue und Vanity Fair sind also nicht der Wirtschaftskrise
    >zuzuschreiben, denn wir könnten uns solche Magazine ohne Probleme und auch
    >ohne Werbung leisten, wir könnten ihnen jederzeit die vier Dublonen zuwerfen,
    >mit denen sich Don Giovanni die Gefolgschaft seines Leporello erkauft.
    Irgendwie habe ich diese Aussage kommen sehen. Aber leider oder zum Glück gibt es kein „Wir“. Es sei denn, sie meinen Porzellansammler, denn den Porzellanherstellern geht es doch prächtig, oder?

  22. Her Dersch, ich teile Ihre...
    Her Dersch, ich teile Ihre Ansicht nicht. Der Autor trifft mit seiner Kritik an der deutschen VF zu 80% ins Schwarze. Dieses Abfeiern von Ferres, Schweiger und Co. (wofür VF zuletzt vorwiegend stand) kann einen nur ankotzen. Ein Unterscheid zu Bunte und Gala war kaum noch zu erkennen.
    Anerkennen will ich, dass man mit einem anderen Anspruch gestartet war (die ersten 5 bis 10 Ausgaben hatten sehr viel mehr Niveau, die politischen und kulturellen Beiträge waren teilweise von hoher Qualität). Poscharts Kommentare waren allerdings von Großkotzigkeit und elitärem Habitus geprägt und meiner Ansicht nach eher schädlich für das Blatt. Am Ende blieb nur noch nichtssagende People-Berichterstattung und Zweitverwertung aus GQ und AD. Schade drum.

  23. Nein, nicht mehr D&G....
    Nein, nicht mehr D&G. Inzwischen aus Lokalpatriotismus Berliner Jungdesigner. Wenn man Pech hat, sieht das aus wie ein dekonstruierter Jogginganzug, wenn man Glück hat, wie ein halbwegs intakter Satinpyjama.
    (Und wenn Du das nächste Mal nach Ffm kommst, darfst Du natürlich Deine Intelligent Life wiederhaben.)

  24. mbiller, natürlich bin ich...
    mbiller, natürlich bin ich nicht deren Zielgruppe. Deren Zielgruppe sind aber Leute, denen man vorgaukelt, mit so einem Blatt und dessen Konsumangeboten dorthin zu kommen, wo sie sich hinwünschen. Und aus dieser real existierenden Zone heraus kann ich nur sagen: Sie irren sich. Kein Hollywoodschauspieler würde hier so interessieren wie die junge Frau Tang, die mit ihren vierzehn Jahren mit ihrer strahlenden Stimme heute schon die Asamkirche erfüllt. Es gibt zwischen der Realitätskonstruktion dieser Zeitschriften und meiner Welt keine Überschneidung. Und darauf hinzuweisen, sollte ab und an gestattet sein.

  25. Was ich nicht ganz verstehe,...
    Was ich nicht ganz verstehe, ist, wie man auf die Idee kommen kann, dass solche Blätter für die kleinen aber feinen Kreise am See gemacht würden. Die VF hatte 1,2 Prozent Leser pro Ausgabe in Kreisen, in denen der Hauptverdiener Geschäftsführer, Direktor oder Freiberufler war, die BILD AM SONNTAG hat dort 10,4 Prozent, GALA 3,7 Prozent, die VOGUE 4,8 Prozent. Der zweite Leserakzent der VR lag im Berufskreis der Leitenden Angestellten und Beamten (aber auch von denen griff nur 1 Prozent zu der Zeitschrift, aber 11,7 Prozent zur BILD AM SONNTAG.)
    Es waren sicherlich nicht die Stützen der Gesellschaft, denen VF dienen wollte, sondern einem Publikum, das – so die Zielgruppenberechnung, die nicht funktioniert hat – das von höheren Welten träumt. CAPITAL wird ja auch nicht für Leute gemacht, die wirklich Geld haben, sondern Geld haben möchten.

  26. Liebe(r) Herr/Frau...
    Liebe(r) Herr/Frau FAZ-Leser,
    dann haben wir wohl sehr unterschiedliche Ausgaben/Artikel von Vanity Fair gelesen und wenn Sie den Unterschied zu Bunte und Gala nicht erkannt haben (Thema Schweiger und Ferres) – tut es mir leid.

  27. Danke, das Lesen von Büchern...
    Danke, das Lesen von Büchern kann ich nachvollziehen. Selbst lese ich gerade eine Facsimile-Ausgabe sämtlicher Sherlock-Holmes-Geschichten. Im original Satzspiegel und mit allen Illustrationen aus dem „Strand Magazine“. Leider ist die Papierqualität nicht angemessen. Die Geschichten stammen aus den Jahren 1887 bis 1927 und jüngere Texte haben ohnehin noch nicht gezeigt, dass sie Relevanz und Bestand haben.
    Das Oberbayerische Archiv werde ich mir bei meinem nächsten Besuch in der Bayerischen Staatsbibliothek mal ansehen, Danke für die Anregung.

  28. meine Güte, es nicht wahr,...
    meine Güte, es nicht wahr, was in Blogs alles veröffentlicht wird.
    Bücher lesen! Dem kann ich nur zustimmen.

  29. "Mir wäre es ja eigentlich...
    „Mir wäre es ja eigentlich egal, würden es sich solche Magazine nicht explizit herausnehmen, für eine wie auch immer geartete Elite oder gar für Deutschland, das zu 80% der 20% besseren Gesellschaft und nicht Conde Nast gehört, sprechen zu wollen. Das heisst, dass sie versuchen, denen „da unten“, die die Werbung konsumieren wollen, von denen „da oben“ ein Bild zu vermitteln, das für jeden Angehörigen dieser Schicht eine Beleidigung ist.“
    Das ist natürlich eine Geschichte, zu der man unendlich nachdenken könnte, um wahnsinnig zu werden. Welche Bilder in den Medien von der Wirklichkeit erzeugt werden. Was sollen Frauen sagen (jedenfalls solche, die noch denken können), wenn sie dem Bild von Frauen in den Frauenzeitschriften begegnen, was sollen junge Leute sagen, wenn sie in Jugendzeitschriften dem Bild von jungen Menschen heute begegnen. Die Besseren schauen besser nicht hin. Und so ringsum, was Du siehst sind Zerrspiegel. Ob sich das Deine „Stützen der Gesellschaft“ in Vanity Fair nicht erkennen können, ist eigentlich nur ein kleines Wehwehchen.

  30. Fonsi, mein Bester, ich nehme...
    Fonsi, mein Bester, ich nehme alles zurück! Dieses Teil ist so verdammt gut, ich weiß nicht, was ich sagen soll. Der Neid frisst mich …

  31. Lieber Herr Dresch. Ich kann...
    Lieber Herr Dresch. Ich kann leider auch nur bestätigen, dass mir in den letzten 12 Monaten im Zusammenhang mit VF auch nur Ferres, Schweiger, Gratis-DVDs und zum Teil wirklich mässig recherchierte Konsumtipps (ähnlich geistreich wie bei Luxury Worlds von der WELT) in Erinnerung geblieben sind. Am Anfang war es zum Teil zumindest unterhaltsam und bemüht. Zum Ende hin einfach nichts. Der Markt hat hier meiner Meinung nach schon sehr klar gesprochen. Und das man mit zielgruppenorientierten Lifestyle-Magazinen profitabel Fuß fassen kann, zeigen ja gerade Monocle, Fantastic Men, Intelligent Life und zum Teil auch Liebling (da bin ich mir in Punkto profitabel nicht so sicher). BG M

  32. Faz-Leser, München war noch...
    Faz-Leser, München war noch nie anders, zumindest, wenn ich den Erzählungen aus meiner Familie glauben darf. Man muss damit können, und wenn man von hier kommt, ist es nicht weiter schwer.
    Was nun die Verknüpfung angeht: ich wüsste keinen eifrigeren Bewunderer des Schaffens der Jagdfelds, als die bei Conde Nast erscheinende AD. Bezeichnenderweise hat dann auch frau Jagdfeld die Einrichtung der oben verlinkten „Lounge“ übernommen. Und wo isst der ehemalige Chefredakteur von Park Parvenü und nach seiner Entlassung Mitarbeiter von Vanity Fair mit der Chefin von AD Mittag? Richtig: Im China Club.
    http://handelsblatt6.blogg.de/eintrag.php?id=223
    .
    AD hatte eine ganz schauderhafte Kategorie „AD bei“, die irgendwelche Möbelhauseröffnungen und deren Gäste abfeierte. Das ist diese Welt. Die kann man nicht trennen.

  33. Nonchalance mein Lieber! Wo...
    Nonchalance mein Lieber! Wo ist die Ihrem Stand zugeschriebene Lässigkeit geblieben? So viel Aggression am frühen Morgen bin ich ja als Berliner nicht einmal gewohnt…. Steigt Ihnen der Erfolg der Internetseite zu Kopf oder gab es persönlich schlechte Erfahrungen in Berlin? Letzteres hoffe ich nicht, könnte ich mir aber vorstellen. Ich kann Sie beruhigen, es gibt die Gesellschaft die Sie vergeblich suchen, allerdings nicht im Borchards und im China Club, und für die Presse ist sie schwer zugänglich, selbst wenn sie „blaues Blut“ besitzt. Das was Sie an München lieben und an Berlin hassen ist vielleicht der Unterschied zwischen einer großen Stadt und einer Großstadt. Aber davon mal ganz abgesehen, ich finde Ihre Artikel hier sehr unterhaltsam und hoffe das Sie die nächsten Zeilen wieder mit Ruhe und Humor schreiben. Weniger Roland Freisler, mehr Walter Serner! …passt besser zu Ihnen, und zur FAZ sowieso!

  34. Lieber Vetter,
    welch...

    Lieber Vetter,
    welch erfreuliches Blog. Besten Dank für den Lesegenuss, den Ihr mir bereitet. Die Beschreibung Berlins trifft den Punkt!

  35. EPE, ich habe sehr lange über...
    EPE, ich habe sehr lange über diese Frage nachgedacht. Zwei Jahre lang. Ich habe mich gefragt, was man da tun kann, wie bürstet man das gegen den Strich, wie wirbelt man diesen Inhaltebrei auf, wie kann man gegen den Sturm der Dummen brüllen, wie notwehrt man sich gegen diee Zumutungen.
    .
    Dieses Blog hier ist eine Antwort darauf.

  36. Ich kann nur hoffen, dass...
    Ich kann nur hoffen, dass dieses Blog pure Ironie ist. Ansonsten: Armes Deutschland.

  37. Faz-Leser, ich fürchte,...
    Faz-Leser, ich fürchte, gerade die Einlassungen von Poschardt waren die Brille, durch die man VF letztlich sehen muss. Nichts als Beiwerk zur Neoliberalala-Weltsicht dieser Herrn, der heute, glaube ich, wieder bei Springer ist, wo er auch hinpasst.
    Andrea, das dritte Bild ist von so einer Berliner Jungdesigner-Modenschau. Es ist das einzige Argument dieser Welt, das mir für Escada einfallen könnte.

  38. Ich finde es schade denn diese...
    Ich finde es schade denn diese Zeitschrift hob sich durchaus aus dem Sumpf der anderen „Bunten“ Zeitschriften. Es gab interessante Storys die zwar viele Bilder – allerdings meistens gute Bilder – beinhalteten und dennoch viel Text hatten. Die Zentrierung auf Europa war ebenfalls interessant. Artikel über Romy Schneider, Aznavour und Jane Birkin waren wirklich gut. Ebenfalls befanden sich Interviews mit Politikern in dieser Zeitschrift was man von vielen „Bunten“ Zeitschriften nicht sagen.
    Auf jeden Fall schade dass diese Zeitschrift verlorgen geht – meiner Meinung nach wohl wegen einer zu hohen Qualität – Armes Deutschland…

  39. Lieber Don Alphonso,
    man...

    Lieber Don Alphonso,
    man stelle sich vor München wäre Regierungssitz für das wiedervereinigte Deutschland geworden.
    Hätte sich das Münchner Flair gegenüber Dränglern und Drückern bewahren lassen?

  40. Noch toller treibt es die...
    Noch toller treibt es die „Vanity Fair“ im Internet mit einer seit Monaten laufenden Umfrage über die „wichtigsten Deutschen“.
    Die meiste Zeit auf Platz 1: Stefan Niggemeier.
    Angela Merkel heute auf Platz 18, knapp vor Susanne Klatten und Anne Will.

  41. Weissgarnix: Danke. Ich finde...
    Weissgarnix: Danke. Ich finde ja, dass man über Tote, über die man nichts Gutes sagen kann, wenigstens gute Texte schreiben sollte. Ausserdem vergessen Medien mitunter wirklich, dass sie wie alle anderen Mächte einer Demokratie auch diese Priviligien nur haben, um den Bürgern zu dienen.
    .
    Josiah, das problem ist eines der wegsterbenden Oberschicht, die zu viel gut erhaltenes Porzellan den Nachkommen hinterlässt, die sich auch nicht vermehren. Schlimm, ich weiss, aber ich habe schon Poerzellan aus drei Jahrhunderten. Was also tun?

  42. Auf dem Jahrmarkt der...
    Auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten werden in regelmässigen Abständen ganze Sau-Horden durch die beliebigen konsumfreudigen Dörfer getrieben. Illustrierte hin oder her. Dass damals die Charité abgehängt wurde, war nur konsequent. Berlin ist nur auf Sand gebaut – und das war es schon immer. In einer Stadt, in der vor 10 Jahren mehr als die Hälfte ihrer heutigen Einwohner eben da gar noch nicht gelebt hat, nicht verwunderlich. Selbst die Majorität der Transferleistungsbezieher senkt das Niveau nicht wesentlich innerhalb der allzeit präsenten Bas Etage. Wurden vor langer Zeit schlägernde Neuköllner SA-Horden im Volksmund auch Ludensturm genannt, bleibt diese deutsche Form der Organisiertheit heute durch einfache Kriminelle meist mit Migrationshintergrund auch noch auf der Strecke. Allein Berlin mit anderen Dörfern dieses föderativen Zwangskonstruktes zu vergleichen – verbietet sich von selbst.
    Eher ein Goutieren einer anflüglichen Dekadenz des Autors – in einem subtilen Bund rektaler Genüsse. Dort wo sich die Schwüle des Oberlands mit der Sprödheit des Nollendorfplatzes kreuzt. Was für ein Eldorado.

  43. Don Alphonso,
    in meiner...

    Don Alphonso,
    in meiner Familie gibt es Professoren, Pfarrer, Lehrer, Ärzte, Staatssekretäre, Abgeordnete, Juristen. Über Generationen gehören wir zum „Bildungsbürgertum“, ja ich möchte fast sagen zum „Bildungsadel“.
    Mit der Zeit kam zur Bildung und Kultur auch der Besitz. Da meine Familie weitgehend im Westen ansäßig war, hat auch der große Bruch 1945 nicht allzu viel an unseren Verhältnissen geändert.
    Ich würde also behaupten wollen, dass ich in etwa zu der „Schicht“ oder „Klasse“ gehöre, zu der Sie sich ebenfalls zählen.
    Ich muss Ihnen aber sagen, dass ihr „Weblog“ eigentlich auch nichts anderes zu sein scheint als das, was VF, PA u.a. ebenfalls versuchten: sich mit (pseudo-)elitärem Habitus an Menschen zu richten, die auch gerne dazugehören würden, aber eben nicht dazugehören (werden), ihnen Projektionsfläche oder (wie in Ihrem Fall) Reibungsfläche zu bieten.
    Das finde ich nicht besonders geschmack- oder anspruchsvoll, sondern, pardon,
    albern!
    Aber Sie sagten ja auch schon mehrfach, dass Sie primär unterhalten wollen und das – schaut man sich die Resonanz an – gelingt Ihnen ohne Zweifel.
    Allerdings gelingt dies auch RTL2, BILD, Heidi Klum u.a.

  44. Sehr gut. Don Alphonso hat...
    Sehr gut. Don Alphonso hat gemerkt, dass die VF nur auf den Friseurtischen der Republik lag und nicht etwa im Grunewald auf dem Kaffeetisch. Vielen Dank für diese geniale Einschätzung. Die Frage bleibt nur, warum das hier als Neuigkeit steht.

  45. Shylock, dieser Beitrag hatte...
    Shylock, dieser Beitrag hatte das Pech, schon vor zwei Tagen fertig zu sein – und ich hatte einiges an Zeit, ihn zu schärfen, zu härten und die Gewichtsverteilung zu ändern. Ih gewisser, nicht jedermann zuträglicher Weise krönt er mein Schaffen in diesem Hause. Ich gebe aber zu, dass ich schon länger angefressen bin durch die Berliner Arroganz, die sich in VF und PP äusserte – das tat gut, das musste einfach mal sein.
    .
    Werter Don Ferrando, stets zu Diensten!
    .
    Nomadenseele, an Stilmitteln gebricht es diesen Worten nicht, und Ironie ist sicher auch dabei.
    .
    Carla, ich fand Bonn sehr nett. Beamtlich. Ruhig. Unaufgeregt. München wäre leider etwas zu dumm für diese Aufgabe.

  46. Mag man solcherlei in einigen...
    Mag man solcherlei in einigen Gegenden der Isarstadt auch hören, so ist genau dieses Verhalten der Freundin, ein gänzlich „neureicher“ Wesenszug. Mag man solcherlei Dinge denken – freilich tue ich das bisweilen auch – so sollte man sich fragen, ob es einem nicht zu gut geht. Natürlich, es geht uns nie zu gut, jedoch vielen anderen Mit(!)menschen zu schlecht. Diese Tatsache, neben all der Huldigung und dem Vanity Fair/Berlin Bashing, durchscheinen zu lassen, würde den ganzen Aufsatz lesbarer machen.
    Herzlichst,
    van Roosen
    p.s. D&G ist sowieso streitbar – rein vom ästhetischen Standpunkt aus. ;-)

  47. Bildungsbürger, die Idee...
    Bildungsbürger, die Idee dieses Blogs ist es, einen Zapfhahn hineinzutreiben in das dicke, runde Fass der Vorstadtbürgerlichkeit und feste daraus einzuschenken. Nicht nur Pappbecher, nein, gleich die grossen Krüge müssen es sein. Ablehnung und Verweigerung werden jederzeit in Kauf genommen und mit sauberer Münze bezahlt, nur die – nun wirklich etwas langweiligen – Vergleiche mit der journalistischen Gosse weise ich zurück. Die können weder so schreiben, noch so unterhalten.
    .
    Allerdings geht es mir eher um Debatten. Und Standpunkte. Und ich hoffe, dass unter all den Scharten und dem Rost einer alten Klinge immer noch genug feine Schärfe ist. Sie dürfen mich gerne der Arroganz zeihen, und mir unterstellen, ich gehörte nicht dazu. Das stimmt sogar in gewisser Weise. In meinem Alter ist es bei uns unabdingbar, eine Karriere jenseits des Literatentums vorweisen zu können, eine Familie zu haben und abfällog über Geschiedene zu reden. Mit all dem kann ich nicht dienen, aber weil ich nicht in diesem Fass schwimme, sondern über dessen Rand gekrabbelt bin, habe ich das Privileg, es anzustechen.

  48. Zur dt. "Vanity Fair" und Ulf...
    Zur dt. „Vanity Fair“ und Ulf „I’m pushing too hard“ Poschardt hat bei der Erstveröffentlichung der unsägliche, aber manchmal brilliante, Niels Ruf alles Nötige gesagt….
    http://www.strimoo.com/video/12506037/Vanity-Fear-MySpaceVideos.html

  49. Lieber Don Alphonso,
    Sie haben...

    Lieber Don Alphonso,
    Sie haben mit der Vanity Fair und den sogenannten Neureichen mehr gemein, als es ihnen lieb ist. DIese gewollt aufgesetzte Art, diese gespielte Überheblichkeit errinnert doch mehr an alte, dicke Frauen in Pelzmäntel bei Polo in St.Moritz als an eine eloquente und gehaltvolle Stimme einer – in irgendeiner Weise – anzustrebenden Schicht.

  50. trefflich, trefflich. Was mir...
    trefflich, trefflich. Was mir besonders zu denken gibt, ist die Pressemitteilung. Ich hab den Blödsinn studiert und auch schon in PR gearbeitet, arbeite jetzt aber als Journalistin – was hier deutlich wird, ist dass die Art & Weise, wie Pressemitteilungen geschrieben werden, sich unbedingt ändern müssen. Das ist keine Pressearbeit, das ist das Verschrecken von Presse und das lächerlich machen einer Veranstaltung, eines Magazins. Es reden doch immer alle von Authentizität? In den meisten Pressemitteilungen vermisst man diese aber, sie sind auf nicht vorhandenen Hochglanz getrimmt und strotzen voll leerer Floskeln. Wenn man bedenkt, wie stark die zusammen geschrumpften Redaktionen und Zeitungen auf PR-Arbeit basieren, wird mir Angst und Bange. Nicht nur um die Fakten, auch um den sprachlichen Stil.

  51. Ach Gott, dieses arme Berlin,...
    Ach Gott, dieses arme Berlin, der ewige Parvenüe unter den Hauptstädten dieser Welt. Immer ganz weit vorn, immer Weltnivau. Aber eigentlich so authentisch wie eine Westernstadt mit den hohen Holzfassaden und den kleinen Baracken dahinter.
    Im Adlon fällt einem der Stuck fast auf den Kopf, die Kronleuchter baumeln vor den Augen (die hingen im Original mindestens 2 m höher) und gegen die Wände bitte nicht klopfen, es antwortet der dezente Charme von Gipskarton. Wer das für die große Welt hält, ist in Berlin richtig. Ganz sicherlich für VT das ideale Umfeld. Ein oberflächiges großmäuliges Magazin weniger ist kein Verlust für Deutschland, eher ein Gewinn.

  52. Rudolph Hasselhoff und andere,...
    Rudolph Hasselhoff und andere, ich denke, eine laute Beteuerung meiner Verortung in Kreisen Neureicher und Russen und VF-Redakteure und Chinaclubgänger ist durchaus ausreichend, um dem werten Publilum Ihre Sicht meiner Person mitzuteilen. Ich plane, hier die ein Hofnarrenpfrund auszugeben: Einer von Ihnen darf das jeden Tag der Welt in einem Kommentar mitteilen. Darf ich fragen, was Sie zu zahlen bereit wären?

  53. Tessa, sie werden lachen, aber...
    Tessa, sie werden lachen, aber daraus wurden Texte in ganz normalen Berliner Medien bereitwillig übernommen. Das funktioniert. Und das ist auch das Schlimme daran.

  54. van roosen, es ging uns lange...
    van roosen, es ging uns lange Zeit zu gut. Das ist wahr. Und bald wird es uns schlecht gehen, aber keiner sollte sich beschweren.

  55. Vielleicht ist meine Familie...
    Vielleicht ist meine Familie doch etwas zu gebildet, zu protestantisch und zu ernsthaft, um sich einen „Zapfhahn hineintreiben“ lassen zu müssen.
    Aber unten an Ihrem See mag das nötig erscheinen.
    Debatten und Standpunkte, das erreichen Sie in der Tat!
    Aber Debatten und Standpunkte erreichen auch die genannten Medien der „journalistischen Gosse“, die m.E. auch ebenso zu unterhalten verstehen wie Sie selbst.
    Sie sagen, Sie könnten schreiben und Sie hätten keine „Karriere jenseits des Literatentums“ vorzuweisen. Haben Sie denn eine Karriere diesseits des Literatentums vorzuweisen?

  56. Polterabende, ich empfehle...
    Polterabende, ich empfehle Polterabende! Warum nicht mal 200 Jahre altes Meißner zerdeppern, wenns denn Glück bringen soll. Nachkaufen kann man´s dann ja immer noch, oder?

  57. Bildungsbürger, die FAZ hält...
    Bildungsbürger, die FAZ hält eine Vielzahl kompetenter und inhaltlich wirklich wichtiger Blogs über Biopolitik, Forschung, Religion, Ausland und anderes vor. Wenn das hier schon die Gosse in Ihren Augen ist, warum schreiben Sie hier, und helfen nicht den wahrhaft – da gebe ich Ihnen absolut recht – bedeutenden Themen den Vorrang? Und glauben Sie tatsächlich, dass die konstant hohen Zugriffe Ausdruck von tausenden von Gossenfreunden sind, die auf FAZ.net lesen? Könnte es nicht gar sein, dass manche Leser in meinen Textes etwas zu finden verstehen, das Ihnen bei der flüchtigen Lektüre entgangen sind?
    .
    Unabhängig davon: Ja, ich habe. Ich habe einen Roman geschrieben,der sogar barocke Kapitelüberschriften hat, ein Buch herausgegeben und in einigen anderen mitgeschrieben. Ich habe in einer Reihe von Zeitungen durchaus Feingeistiges geschrieben, und ich bin bei der FAZ angestellt, um derartig gedrechselte Manierismen zu liefern, auf die ich mich dank eines Faibles für das 16. und 17. jahrhundert durchaus verstehe. Sollten Sie ein Kasterl für schelmenliteratur – Gil Blas, Lozana, Taugenichts und anderes – besitzen, wäre ich dankbar, dort einsortiert zu werden. Mehr will ich auch gar nicht sein.

  58. @Don Alphonso
    Was heißt hier...

    @Don Alphonso
    Was heißt hier Berliner Medien, sie können bis auf wenige überregionale Zeitungen kaum eine Zeitung lesen, ohne auf unkorrigierte und unkommentierte PR-Mitteilungen von Interessenvertretungen, Politiker-Büros, Firmen und Vereinen zu stoßen.
    Im Lokalteil mancher Zeitungen macht dieses Geplapper bis zu 70% des Inhaltes aus. Es ist grauenhaft…
    Diese Texte, sind leicht zu erkennen daran das ein verantwortliches Kürzel fehlt bzw. ein Allgemeines (pk für Pusemuckler Käseblatt) verwendet wird.

  59. Berlin ist für mich...
    Berlin ist für mich persönlich die Rache Honeckers… Aber hätten wir es nicht, müssten wir es wohl erfinden. Allein für die Heerscharen Orientierung suchender Jugendlicher, die sich nicht trauen in ihren Dörfern Ramba Zamba zu machen. In Berlin machen es meisten i.d.R. zwar auch nicht, aber die wenigen Ausnahmen lassen sich schön bestaunen. Damit man sich später wegen mangelnder Perspektiven wieder in die Provinz zurückgekehrt an „die wilde Zeit“ in Berlin errinnern kann, wenn man dann wieder im Gleichtakt der gesellschaftlichen Konventionen tickt. Gerade im Karneval vermisse ich die Bonner Republik, denn die Berliner nehmen sich gern zu wichtig… Aber wer es glaubt, ist selber daran schuld. Bloß wer ist daran Schuld, das wir alle dafür zahlen müssen?!

  60. So, das Mass für...
    So, das Mass für Beschimpfungen des Autors ist für den heutigen Tag voll, und ich bedaure Ihnen mitteilen zu müssen, dass Sie sich für weitere Einlassungen bis zum kommenden Montag werden gedulden müssen. Es steht Ihnen natürlich frei, bei der FAZ anzufragen, ob sie nicht ein Blog zur Herabwürdigung meiner Person kaufen möchte, in dem Sie dann all Ihre Freundlichkeiten für gutes Geld anbringen können. Ich werde Ihnen dann auch sicher nicht neidisch sein, oder feige die Anonymität zuu Widerreden ausnutzen.
    Das Problem der übernommenen Pressemitteilungen ist natürlich kein Berliner Problem, das ist zutreffend. Gerade die Kategorie „Gesellschaft“ ist da gerne bereit zu nehmen, was immer da angeschwommen kommt.

  61. Im ersten Lese-Moment musste...
    Im ersten Lese-Moment musste ich Don zustimmen. Andererseits: Gerade diese grosse Bandbreite von Boulevard- bis Qualitäts-Journalismus, Trash-Klamotte bis Haute Coutur usw. macht ja grad den Reiz aus. Aus genau diesem Grund wird hier so eifrig diskutiert. Eine Stadt, die sich 100% stilsicher und souverän präsentieren würde, fände ich fad.

  62. Ein Lob habe ich...
    Ein Lob habe ich vergessen:
    Das einleitende Zitat von de Maupassant passt ganz hervorragend zur VF!

  63. Danke, aber das erklärt mir...
    Danke, aber das erklärt mir noch immer nicht, warum Sie (wie so viele andere) sich mit Nichtigkeiten wie mir und meinen Plaudereien abgeben, und nicht mit all den wirklich bedeutsamen Themen, die es eigentlich wert wären.

  64. Ihre Wortgewalt zu bestaunen,...
    Ihre Wortgewalt zu bestaunen, nicht nur im triftig treffenden blog selbst, sondern insbesondere auch in dem anschließenden Kommentargemetzel, wie sie feine Nadelstiche hier, grobe Hiebe dort versetzend, wenn geschmeichelt auch sanft streichelnd, die verschiedensten Gäste in die jeweils gebührenden Schranken verweist, Chapeau, das erinnert an Cyrano. Wo wäre denn bei diesem Vergleich dann Ihre Nase zu verorten? Ganz famos . . .
    P.S. Hat Marie-Louise eigentlich das Praktikum bekommen?

  65. na ja, nicht alle haben es...
    na ja, nicht alle haben es nicht geschafft, vom Diener zum angenehmen Gesellschafter aufzusteigen. Herr P*schardt ist doch immerhin mit seinem dünkelhaften und elitären Wesen und mit einem in besseren Kreisen wohlgelittenen Hass auf die Gewerkschaften und natürlich dem Lob der Freiheit gegen das blöde staatsverliebte Volk letzten Endes zum stellvertretenden Chefredakteur der Welt am Sonntag aufgestiegen. Es gibt doch auch noch heutigentags erfolgreiche Bel-Amis wenn sie ein gewisses cGeschick haben.

  66. Berlin ist halt eine...
    Berlin ist halt eine proletarische Stadt, die man halt liebt oder haßt.

  67. Schade, dass für heute...
    Schade, dass für heute Schluss ist mit Schimpfen. Sonst hätte ich gefragt:
    „Porzellanpoet Don Alphonso, oh, Du rodelnde und rasende Silberkannenschwuchtel, bist Du das Ekel Alfred für die wohlhabende Klasse?“

  68. Ganz einfach: ich sitze hier...
    Ganz einfach: ich sitze hier gerade an meiner Dissertation zu einem (zumindest aus meiner Sicht) bedeutsamen Thema und lenke mich zwischendurch sehr gerne mit trivialeren Dingen ab.

  69. nun, da leidet jemand offenbar...
    nun, da leidet jemand offenbar gewaltig unter Proustata-Wucherungen. Wie sonst ist es zu erklären, dass die Möglichkeit einer fehlende Fallhöhe der studierten Objekte so völlig von den Hinweisen auf die plebejischen Anmaßungen als Erklärung für das Ende des Narrenspiegels verdeckt wird?

  70. Was halten Sie eigentlich vom...
    Was halten Sie eigentlich vom Wiener Opernball? Oder anders gefragt: Wo leben Sie eigentlich? Oder: Haben Sie bei Ihren gehetzten Berlin Besuchen registriert, daß es in dieser Stadt egal ist, woher man kommt, was man hat und wohin man will? Sowas nennt man tolerant!

  71. Das Berlin-Bashing ist...
    Das Berlin-Bashing ist inzwischen ganz kleine, schmuddelige Münze. So wie es auch kleingeistig ist, als Bürger jenseits der bayerischen Staatsgrenze auf München, diesem schillernden Kropf voller aggressiver Autokiller aufs Maul zu hauen. Wenn Berlin eins ist, dann uneinheitlich. Ich habe da beste Freunde und Halbverwandtschaft – vertreut zwischen Groß Glienicke, Schmargendorf, Friedrichshain und Pankow. Wenn ich da bin und öffentlich-rechtlich durch die Stadt reise, kommt es mir immer vor wie ganze Welt in zwei Stunden. Natürlich ist die Zone zwischen Po-Platz, Reichstag und Hackfressen-Höfe von höchster Widerlichkeit. Aber der Rest? Um mehrere Ligen lebendiger als ganz München. Insofern fühle ich mein püschologisches Urteil mild bestätigt: Stützen der Gesellschaft haben Angst vor dem Leben mit all seinen Säften, Düften, Fürzen und dem ganzen Krach, den das Leben außerhalb der Mauern so macht. Da hüllt man sich lieber in Watte aus Büldungsbewusstsein. Uhaargh – wenn die Lebenden kommen, um die Zombies in den Westviertel mal so richtig aufzumischen!

  72. Marcel, gegen Proust garstig...
    Marcel, gegen Proust garstig sein, ist alles andere als fein.
    .
    Bildungsbürger, na, das wird mir aber eine lustige Diss werden. Trotzdem: Sind die anderen Angebote der FAZ zu wenig trivial?
    .
    Clemens Catering, das ist wirklich fein, sonst hätte ich geantwortet: Du krumenfressender Hundzfott von den Buffets der Reichen, komm er hier vorbey, und ich gebe ihm meine Stiefelspitze zum kauen in das zahnbefreyte Maul. (Ich höre gerade Gambenmusik vom Hofe Friedrich des Grossen)

  73. Sehr geehrter Don...
    Sehr geehrter Don Alphonso,
    ziemlich geplättet von Ihrer Formulierkunst möchte ich dennoch wagen, mich als Angehöriger des neuen deutschen Proletariats (Kassenarzt) mit einer Frage an Sie zu wenden.
    (Überhaupt war es wohl nur unserer finanziellen Stopfung in den 60er bis 80er Jahren zu verdanken, vorübergehend in jenen Kreisen verkehren zu dürfen, die Sie so schön skizzieren.
    Ansonsten haftet uns vermutlich zu sehr der Makel der permanenten Beschäftigung mit allen möglich und unmöglichen Sekreten des Menschen an)
    Was mich aber jetzt interessiert:
    Wo liegt der tiefere Sinn, und vor allem, wo liegt hier die Differenzierung zum Hinterwäldler, ein Kleid von D&C zu tragen, ob nun von 2005 oder 2008?
    Ist es Manierismus, aus der Kombination einer zu vollen Geldbörse und eines zu leeren Frontalschädels resultierend?
    Wobei sich ein Kleid von D&G von jenem des Hauses C&A wohl nur insoweit unterscheiden dürfte, als die kleinen Mädchen in irgendeinem Winkel der Welt es im ersten Fall mit lackierten Fingernägeln zusammennähen dürfen.
    Gibt es irgendeinen guten Grund zu hoffen, dass München nicht im Rahmen der Wirtschaftskrise dem Weg des antiken Roms folgt?
    MfG
    PG (nicht aus Berlin)

  74. David Johannson, das mag...
    David Johannson, das mag vielleicht für die Fressevents der Landesvertretungen gelten, aber bei der Bertelsmann-Gesellschaft sieht das schon anders aus. Zu Ihrer Information: ich habe dort anderthalb Jahre gelebt und kenne das, worüber ich schreibe, aus eigener Ansicht.

  75. Guten Tag, danke für die...
    Guten Tag, danke für die Bemerkungen zu „Herr“- Attitüden.

  76. Oha,

    ein Bayer versucht...
    Oha,
    ein Bayer versucht Berlin zu verstehen. Vielleicht wird´s beim nächsten Versuch ´was, wenn die Nase nicht in Höhe zeigt, sondern Augen und Herz der Person auf dem Boden geblieben sind.
    Vielleicht liegt es einfach daran, dass Berlin lebendig ist, im krassen Gegensatz zum Eiheitsimmernettlächelnbrei in Wessiland. Aber is´ja auch schwer einzuschätzen, gibbet halt kein richtiges Leben im falschen nicht, gell.
    Also, servus.
    p.s. Zumindest die Rechtschreibfehler hätte ich entfernt, bevor ich mich als oberkluger Bildungschampignon aus Bayern oute ;)

  77. Die FAZ reicht von trivial zu...
    Die FAZ reicht von trivial zu hochanspruchsvoll, von stringent zu zerfahren, von weitschweifig zu prägnant, es ist aus meiner Sicht alles vertreten und mir gefällt es so, inklusive Ihres Weblogs, der zwar Kritik provoziert (wie kaum eine andere Einrichtung der FAZ), aber dadurch eben auch unterhält.
    Und ja, ein Großteil der anderen Angebote der FAZ ist mir im Moment nicht trivial genug, wissen Sie, ich hänge gerade etwas und bin für seichte Ablenkung dankbar.

  78. Don,
    ich finde ihr Gejammere...

    Don,
    ich finde ihr Gejammere über Berlin ist kurzsichtig. Es ist ja als Bestandsaufnahme richtig & zutreffend. Doch mir scheint, daß das Große Übel den meisten in unserem Land gar nicht bewußt ist:
    Die volkommene physische, moralische, ästhetische und institutionelle Zerschlagung der preußischen, norddeutschen und protestantischen Eliten.
    Was blieb waren die Flüchtlingsleistungsträger (In Bayern, nicht zuletzt!) und die Süddeutsch/Katholischen Eliten. Und also ist der eigentliche Schmerz ein Phantomschmerz. Nicht das was in Berlin ist, tut weh, sondern das was fehlt.
    Bitte auch nicht vergessen, wo die Rüstungskonzerne und Elektronikindustrie dann nach kriegsende hinverlagert wurde, so daß auch nicht-ganz-Großbürger in rauen Mengen dort neu gebildet wurden, die hier in der Hauptstadt jede Grundlage genommen wurde. Die Zernichtung der preußischen Eliten haben aber beileibe nicht erst die Alliierten begonnen, wie sie selber ja wissen.
    Dies ist die wahre Tragödie unseres Landes, und unter ihr leiden wir bis heute: Wo ist die norddeutsche Leistungsgesellschaft?

  79. Sicherlich eine treffende...
    Sicherlich eine treffende Beschreibung des heutigen Berlin, nur kommen die vopoesken Kellner und die Faden, Demut- und Willenlosen, die Mover und Shaker, die Drängler und Drücker, die die uns Beisheim Center in unsere Stadt bauen, die Redakteure die rüpelhafte Titel zulassen und auch die die uns von Früh bis Spät anquatschen zu 99,7% aus den Vororten irgendwelcher Weststädte.

  80. "...wüsste man nicht, dass...
    „…wüsste man nicht, dass dies der Berliner Kardinalfehler ist: Der Glaube, der Westen wäre noch einmal so dumm, sich vom Osten reinlegen zu lassen.“
    Ich habe sehr gelacht, und kann dem nur zustimmen. Danke wieder einmal für soviel geistreiche Boshaftigkeit.

  81. nein, ich würde es auch nie...
    nein, ich würde es auch nie tun. Proust realisiert seine Zugehörigkeit zur besseren Gesellschaft aber durch feinsinnige Beobachtungen (die Thomas Mann mit seinem krampfigen Lexikonschwingen travestiert) und nicht durch unfeines Nachtreten auf gesellschaftlich Untenangestellte. Billige Rache ist eine Dorfspezialität…

  82. Es ist immer wieder amüsant...
    Es ist immer wieder amüsant Kommentare von Menschen über Berlin zu lesen, die die Stadt offenkundig gar nicht kennen. Wahrscheinlich halten Sie auch den Potsdamer Platz, oder gar den Alexanderplatz für die City von Berlin. Nun ja, geographisches Gespür haben Sie immerhin bewiesen. Jedoch ist Berlin eben nicht so einfach zu durchschauen wie München oder Hamburg.
    Amüsant finde ich auch die Kommentare der Mitstreiter ihrer Kaste. Das ein dickes Bankkonto und die ach so teure Mitgliedschaft im Golfclub in meiner Stadt nichts Wert sind, muss ihresgleichen wohl wie ein Schlag ins geliftete Gesicht vorkommen. Tja, das ist Fortschritt. Hier regiert noch die Diktatur des Proletariats!
    Daran ändern auch ihre Freunde, die neureichen Schwaben nichts. Eher im Gegenteil. Vor ein paar Jahren zogen sie alle scharenweise ins kosmopolitische und hippe Prenzlberg, kauften für Unsummen Eigentumswohnungen und beschweren sich nun, daß die ganzen Künstler weg sind. Oh Wunder!?
    Wer in Schicki-Micki-Restaurants geht, braucht sich über schlechte Küche nicht zu wundern. Und die beste Currywurst gibt es auch nicht bei Konoppke. Keine Ahnung was ihrer Kaste so mundet, aber gute Restaturants gibt es in Berlin wie Sand am Meer. Man muss halt nur wissen wo. Der Schein trügt oft und hält somit glücklicherweise oberflächliche Neureiche in den für Sie errichteten Touristenzonen.
    Auch der eklatante Unterschied zwischen Ost und West wird von ihresgleichen, meine Herren, komplett falsch interpretiert.
    Nun, was will ich Ihnen damit sagen? Erstens haben Sie keine Ahnung wo von sie schreiben und schnöselige Möchtegerns wird ein echter Berliner sowieso nicht dulden. Und hat ihnen Ihre Mami oder das Kindermädchen nicht beigebracht die kleine Schnute zu halten, wenn man keine Ahnung hat? Ich dachte, ihre Kaste glänzt durch fabelhafte Manieren?
    Und zweitens braucht Sie hier niemand.
    Und wo ich ich gerade genauer darüber nachdenke, braucht man Sie eigentlich nirgendwo.

  83. Eine der drei Anfangs...
    Eine der drei Anfangs genannten Magazin-Titel wurde gratis verteilt, ca. 50m nach dem „Welcome to Hartz4-World“-Schild an der Warschauer Brücke, Berlin.
    Weiter hab ich den Artikel ausnahmsweise nicht gelesen. Schönes Wochenende!
    PS:
    Zum Untergang ein kurzer Nachtrag aus Ihrer bayischen Nachbarschaft.
    Aktueller Wahlkampf in Salzburg, beste Stimmung im dritten Lager:
    http://www.youtube.com/watch?v=vVt7JwgIOOI

  84. Cyrano, man dant, meiner...
    Cyrano, man dant, meiner Familie war das Essen immer viel, wenn nicht alles wert, und zum Aufspüren derselben wäre man ohne solides Organ doch ganz verloren.
    .
    mmaltesen, es gibt eine ganze Reihe von führenden Medienvertretern, die sich in diesem Umfeld lieb Kind machen: Reitz, Döpfner, oder früher Stefan Baron… Poschardt war gewissermassen der Ausleger für eine eher junge, äh, sog. Leistungselite mit Hang zu schnellen Autos und schnellen Aktien. Man sieht, die Krise hat auch ihr Gutes.
    .
    Dr No, diese Frage könnten Ihnen am ehesten Trägerinnen beantworten, ich bin aus diesem Wettlauf Ende der 90er Jahre ausgestiegen, wenngleich ich meine Gaultieranzüge in hohen Ehren halte. Als Erinnerung an meine wilde Jugend im Parkcafe und Babalu.

  85. @ Martin Seyfarth: In Berlin...
    @ Martin Seyfarth: In Berlin muss man die Augen zwingend auf dem Boden haben, um der Hundescheisse auszuweichen.

  86. Und nocheinmal: Vielen dank...
    Und nocheinmal: Vielen dank für all das zuvorkommende Lob.
    Bildungsbürger, wenn Sie ein halbwegs kulturgeschichtliches Fach studieren, lassen Sie es mich wissen, dann bin ich gern bereit, einmal das Arba’a Turim in der Vaticana unter besonderer Berücksichtigung des Einflusses der kynischen Philosophie auf die Ausarbeitung der Halacha und die Folgenf für die hochmittelalterliche Religionsrechtsprechug zu erwähnen. Oder etwas ähnlich nicht ganz so banales.

  87. Nun, über München-Berlin...
    Nun, über München-Berlin kann man sicherlich streiten – es gibt eben einige, die Schmutz und Chaos gepaart mit bulliger, ehrlicher Unfreundlichkeit der geleckten Sauberkeit und gestelzt-arroganten Langweiligkeit vorziehen – das nur aus einer Perpektive von jemandem, der schon in beiden Städten gewohnt und sie wieder verlassen hat. Sicher könnte man das – auf beiden Seiten – auch positiv ausdrücken.
    Inwiefern Polemik und Sarkasmus hier Stilmittel sind oder ehrliche Meinung – es stellt sich wieder die Frage, wie ernst jemand genommen werden will, der beständig seine eigene Großartigkeit beschreit – ist ebenfalls zweifelhaft.
    Was mich jedoch wundert: Während ich einige Ihrer Texte durchaus gern lese und schätze; mir sind die genauen Titel entfallen, ich spreche jedoch etwa vom Ungleichen Tod oder dem Lob der reichen Erben; weil sie auf geistreiche Weise Dinge ansprechen, die sonst so nicht in den Sinn kommen – was ist hier der Sinn?
    Das Thema Vantiy Fair ist nicht nur seit dem Ende des Blattes in allen möglichen Medien hämisch und mit genau den angeführten Argumenten durchgekaut worden, schaut man genau hin, ist dies schon seit Erscheinen des Magazins der Fall gewesen. Was also bewog Sie dazu, nun ausgerechnet dieses durchgeknetete Thema zum hundertsten Mal aufzugreifen, nur um es vielleicht ein wenig polemischer, ein wenig fieser als alle anderen abzuarbeiten? Dazu besteht doch gar kein Anlass. In dieser Form hat es etwas von Nachtreten…

  88. @Bildungsbürger: Haben Sie...
    @Bildungsbürger: Haben Sie eigentlich Freunde?

  89. ""...wüsste man nicht, dass...
    „“…wüsste man nicht, dass dies der Berliner Kardinalfehler ist: Der Glaube, der Westen wäre noch einmal so dumm, sich vom Osten reinlegen zu lassen.“
    Ich habe sehr gelacht, und kann dem nur zustimmen. Danke wieder einmal für soviel geistreiche Boshaftigkeit.“
    Wieso geistreiche Bosheit? Ist es doch ein ziemlich fatales Eingeständnis, wie leicht sich die obergescheite westliche Elite hat über den Löffel balbieren lassen. Was sie allerdings nicht hinderte, mit Erfolg die Versager sowohl der Bürokratie als auch der Wirtschaft, die Macht im Osten übernehmen zu lassen.
    Dass diese jetzt dafür sorgen, dass Berlin ist, wie es ist, wessen Schuld ist das?

  90. Sehr unterhaltsam dieser Blog,...
    Sehr unterhaltsam dieser Blog, vielen Dank.
    Zu den Kommentaren einige Kommentare:
    Der Adel trifft sich auf dem Place de la Concorde, 16.10, 12:00.
    Berlin mit den Adjektiven stilsicher und souverän in einem Satz zu nennen, verkennt die Umstände.
    Wer mit alten, dicken Frauen Polo spielt, wird auch weiterhin vollauf damit beschäftigt sein, den Rasen zu richten.
    99,99% der leser bunter Zeitungsblättchen können gar nicht definierten, was ein Freiberufler ist. Wenn diese nur schon ein Pizzataxi betreiben, wird das Kreuz bei „Freiberufler“ gemacht.
    Die Frage, wie man gegen den Sturm der Dummheit anbrüllt ist sehr wahrscheinlich nicht zielführend.
    Ein vergnügsames Wochende wünschend verbleibe ich in der Hoffnung, bald mehr zu lesen.

  91. Herrlich, Don at his best!...
    Herrlich, Don at his best! Wobei ich mich allerdings frage, ob sich Magazine wie VF tatsächlich an die Westviertelbewohner aller Städte richten, bzw. an die Leute, die da gerne dazugehören möchten. Ich glaube ja eher, dass die Zielgruppe aus denjenigen besteht, die sich wünschen, zu der in den einschlägigen Medien gefeierten Party- und Hauptstadt-„Prominenz“ zu gehören…
    Und an alle Kommentatoren wie Bildungsbürger, die sich hier lang und breit darüber auslassen, wie trivial das doch alles sei: das kann’s ja wohl nicht sein, was euch umtreibt. Wenn ich etwas trivial finde, konsumiere ich es, durchaus mit Vergnügen vielleicht, aber ansonsten verschwende ich doch keinen weiteren Gedanken daran! Wie wär’s mal mit ein bisschen mehr Selbstreflektion, gefolgt von Ehrlichkeit? Interessiert mich übrigens wirklich, was in solchen Köpfen vorgeht, geht mir nicht (nur) ums Meckern.

  92. Sich als Münchner auf die...
    Sich als Münchner auf die Früchte der Nachkriegsgeschichte (Industrie verlässt Berlin und Umgebung und zieht in den Süden) auszuruhen, die es erst einherbrachte, dass Bayern/München ist was es ist: nämlich neureich, lässt tief blicken.
    Und dann diese an den Haaren herbeigezogenen Gleichnisse zu den wirklich miesen Magazinen… ohne Worte.
    Grüße aus Hamburg

  93. Ich mag einen Kaffee nach all...
    Ich mag einen Kaffee nach all diesen vielen Worten. Vielleicht trinkt jemand im Geiste oder real mit?

  94. <p>Markus B. wer sich allen...
    Markus B. wer sich allen Ernstes als "echten Berliner" schimpft und sich damit noch unter das Niveau eines echten Passauers gibt, hat hier jedes Recht, sich selbst zu entblöden, selbst wenn er Ansätze zum strukturellen Analphabetismus zeigt – denn die Ruinenzone aussenrum ist mir mitsamt deren Bewohner, ob klug oder echter Berliner, egal.
    .
    aus dem Büro, ich habe mich damit auch schon früher beschäftigt, insofern ist das der Abschluss und die bestätigung dieser Beiträge:
    rebellmarkt.blogger.de/…/841994
    rebellmarkt.blogger.de/…/1038304
    .
    Alfred Bitchcock, ich glaube, die Flüchtlinge des Westens und die Fussfaulen des Ostens nehmen und geben sich im Mangel an Manieren nicht viel.

  95. Tragen Leute wirklich D&G? Ich...
    Tragen Leute wirklich D&G? Ich dachte das wäre ein Mythos um den Trotteln die weissen Ballonjacken mit dem riesengroßen gelben D&G auf dem Rücken andrehen zu können.
    Man lernt nie aus.

  96. @Don Alphonso: Uih! Jetzt...
    @Don Alphonso: Uih! Jetzt haben Sie es mir aber gegeben. Möge ein wenig ihrer Intelligenz und Erhabenheit auf mich abfärben. – Wie gesagt, Sie haben einfach keine Ahnung. Daran ändern auch ihre so wohlformulierten Beleidigungen nichts.

  97. <p>Ich habe zwar Ahnung,...
    Ich habe zwar Ahnung, schliesslich habe ich dort gelebt, aber im Angesicht derartig echter Berlinern würde ich natürlich lieber darauf bestehen, wirklich keine Ahnung zu haben. Es gibt Wissen, das schändet.

  98. Nun - welch erheiternder...
    Nun – welch erheiternder Schlagabtausch. Das Dünkelhafte ausgenommen eine sehr beredte, gescheite Polemik.
    Warum allerdings so viele zürnende Anfeindungen das vermeintlich Nichtige stigmatisieren und dabei andauernd darauf verweisen, selbst bedeutdam zu sein, macht schmunzeln. Ach und dabei wäre ein lautes, weniger brüllendes Lachen viel angebrachter.
    Das elitäre Gebahren übrigens sei es bildungsbürglich oder geburtlich verortet, ist doch ein alter, abgetragener Hut, der abgesetzt gehört. Dynastische Familienverweise und literarische Standortbestimmungen sind langweilige Limonade.
    Da fand ich den Artikel deutlich erfrischender.

  99. Doch doch, Freunde habe ich...
    Doch doch, Freunde habe ich genügend und zwar quer durch alle „Schichten“.
    Denn mir kommt es gar nicht so sehr auf die Herkunft an, sondern vielmehr darum, ob die mich umgebenden Menschen, ich nenne es mal plump: „Herz und Verstand“ haben.
    Ich schreibe nicht nur meine Diss., sondern ich unterrichte auch an einer „Elite-Universität“.
    In diesem Weblog geht es ja auch um Fragen von Gleichheit und Gerechtigkeit und in meinem täglichen Umgang mit Studenten fällt mir vor allem ein Problem auf, das mir wichtiger zu sein scheint, als die bloße Herkunft: der Verstand!
    Die wahre Ungerechtigkeit der Welt liegt doch darin, dass einige Menschen nicht mit ausreichend Verstand gesegnet sind. Sie sind von vornherein zum Scheitern verurteilt (zumindest im akademischen Bereich und auch sonst in vielen Führungsfunktionen). Das man sich hocharbeiten kann, wenn man Verstand und Ehrgeiz besitzt, beweisen doch Menschen wie Gerhard Schröder. Man wird dann vom alten Bildungsbürgertum oder dem (Geld-)Adel nicht als seinesgleichen respektiert, aber ich schätze, dass das die meisten „Aufsteiger“ verkraften.
    Nochmal: die wahre Ungerechtigkeit im Leben ist nicht, in welches Elternhaus man pekuniär geboren wurde, sondern welche Gene mitgegeben wurden. Sicher, kulturelle Prägung und Förderung kann einiges ausgleichen, aber vieles nicht.

  100. Nun, der Pöbel versteht sich...
    Nun, der Pöbel versteht sich gut darauf, ab und an der herrschenden Schicht, oder auch nur den Klugen, den Genstrang entlang einer Linie durch den Nacken zu teilen. Vielleicht ausgleichende Ungerechtigkeit?

  101. Fulminant, verehrter Don,...
    Fulminant, verehrter Don, ful-mi-nant! Und endlich ist auch in den Kommentaren ordentlich was los! Beste Unterhaltung!

  102. @Bildungsbürger

    Ach herrje....
    @Bildungsbürger
    Ach herrje. Das kam freilich reichlich selbstgfällig daher und zudem erschreckend bieder. Der Himmel ist blau und manchmal auch grau.
    „Die wahre Ungerechtigkeit der Welt liegt doch darin, dass einige Menschen nicht mit ausreichend Verstand gesegnet sind. Sie sind von vornherein zum Scheitern verurteilt (zumindest im akademischen Bereich und auch sonst in vielen Führungsfunktionen). Das man sich hocharbeiten kann, wenn man Verstand und Ehrgeiz besitzt, beweisen doch Menschen wie Gerhard Schröder. Man wird dann vom alten Bildungsbürgertum oder dem (Geld-)Adel nicht als seinesgleichen respektiert, aber ich schätze, dass das die meisten „Aufsteiger“ verkraften.“
    So etwas diskreditiert ein für allemal. Die armen Studenten. Bourdieu wäre eine Leseempfehlung.

  103. @Bildungsbürger: Das ist ja...
    @Bildungsbürger: Das ist ja toll, was Sie alles so treiben! Ich empfehle, die Diss vor Abgabe mal Korrekturlesen zu lassen. Was darf ich mir unter einer pekuniären Geburt vorstellen?

  104. Noch ein Nachtrag:
    Häufig...

    Noch ein Nachtrag:
    Häufig führt erst die Kombination aus Verstand und Ehrgeiz zu (beruflichem) Erfolg und diese Kombination scheint mir gerade bei den „Emporkömmlingen“ häufiger aufzutreten. Sie haben eben noch Ziele, wollen oder müssen sich und/oder ihrer Familie etwas beweisen.
    Da ist es schon eine Leistung, einen Universitätsabschluss zu erreichen.
    Andere haben doppelt promovierte und habilitierte Eltern, haben durch Schenkungen zu Lebzeiten bereits ein Vermögen, von dessen Erträgen sie (selbst in Zeiten der sog. „Finanzkrise“) bequem leben können und fragen sich:
    wie erfülle ich mein Leben mit Sinnhaftigkeit?
    Mich macht die schlichte „Dummheit“ traurig, mich macht aber auch diese Antriebslosigkeit derjenigen Menschen traurig, die meinen, nichts mehr erreichen zu müssen. Sie verschenken häufig ihre Verstandesgaben.
    Ich danke meinen Eltern, dass sie mir Werte mit auf den Weg gegeben haben, die mich befähigen, etwas aus mir zu machen, statt mich nur auf in der Vergangenheit Erreichtem auszuruhen.
    Und damit verabschiede ich mich für heute und wünsche allseits gute Unterhaltung bei nicht zu hohem Blutdruck.

  105. so mancher Schlechte und...
    so mancher Schlechte und Verlierer entpuppt sich hier auch noch als schlechter Verlierer.
    Don Alphonso, genau, wie ich auch oben schon schrieb, die treffen sich zum Ziehen der Linie auf dem Place de la Concorde, am 16.10, high noon. Nicht jedes Jahr, auch nicht unbedingt um die Mittagszeit, aber immer zu diesem Anlass. Nur in Deutschland bisher noch nicht. Doch wer braucht schon altes, inzestuöses Blut, dass sich im Standesdünkel überlegen wähnt?

  106. Interessant mitzulesen, wie...
    Interessant mitzulesen, wie einige Personen hier anfangen „Bildungsbürger“ zu bashen, der es immerhin eine eigene und diskussionwürdige Meinung abzuliefern, während Leute wie Monade und Eisbär darauf beschränken diese auch mit persönlichen Angriffen abzuqualifizieren…
    Man möchte wohl dazugehören zum Kreise der „Don Alphonsos“, na ja das aufsteigerhafte Mitläufertum hat lange Tradition ….

  107. Wo nehmen Redaktion und...
    Wo nehmen Redaktion und Kommentatoren bloß diese ekelerregende Arroganz her? Können Sie alle eigentlich noch in den Spiegel schauen, während Sie D&G-Mäntel der neuesten Kollektion tragen, anstelle der veralteten Dinger, die sich andere durch sparen, statt durch schnorren erworben haben. Wir leben schon in einer verrückten Welt.

  108. <p>"Sie haben eben noch...
    "Sie haben eben noch Ziele, wollen oder müssen sich und/oder ihrer Familie etwas beweisen."
    .
    Das ist allerdings richtig und auch begrüssenswert, solange sie keine rosa Südstaatenhäuser bauen, mit Säulenporticus, dessen kapitelle von Edelstahlreifen gebildet werden, wie der Spross einer Familie, die erst seit einer Generation reich ist und die Strasse im Westviertel runter wohnt.
    .
    Ich finde übrigens das antriebslose Herumhängen gar nicht so arg schlimm. Manchmal wirkt es auch nur von aussen so. Eine Bekannte aus Norddeutschland, die lange Zeit so frei jeder Bemühung wirkte, verbrachte ihre Abende damit, Männer in Ketten zu legen und absurde Dinge in Körperöffnungen zu stecken. Das hätte man eigentlich gar nicht von ihr erwartet.

  109. Jeder ist hier für seine...
    Jeder ist hier für seine Kommentare selbst verantwortlich, ausser diejenigen, die ich erst gar nicht freischalte. Und nicht jede Äusserung hier wäre die meine gewesen.
    Erklärbar, Arroganz ist billig und überall im Übermass vorhanden, nur die Fähigkeit, sie in scharfe und feine Worte zu packen, ist nicht allen zu eigen.

  110. @Bildungsbürger: Schröder...
    @Bildungsbürger: Schröder war jetzt Beispiel für Aufsteiger mit Ehrgeiz aber im „Vorhinein zum Scheitern verurteilt“, ja? Und was für Blüten es treibt, wenn man den selbstempfundenen Makel der Geburt einem ganzen Land zum Problem macht, ja?

  111. <p>Sehr schön polemisch und...
    Sehr schön polemisch und unterhaltsam, aber leider auch flach und einseitig. „Alle in einen Sack, Knüppel drauf, triffst immer den richtigen“ geht leider nicht. Die [Edit: jetzt aber bitte mal mit etwas Mässigung, und zwar alle. Don] aus VF sind zum Glück nur eine Randerscheinung. Wenn es nach mir ginge, hätten die auch gleich in München bleiben können.
    Solange es Menschen gibt die Bunte und Gala lesen, wird auch immer jemand versuchen, noch so einen Mist auf dem Markt zu bringen.

  112. "Die wahre Ungerechtigkeit der...
    „Die wahre Ungerechtigkeit der Welt liegt doch darin, dass einige Menschen nicht mit ausreichend Verstand gesegnet sind.“
    Lieber Bildungsbürger, das Bonmot, daß der Verstand das am gerechtesten verteilte Gut unter den Menschen ist – ein jeder glaubt nämlich, er habe genug davon abbekommen – ist zwar alt, aber immer noch gültig.

  113. Ich finde das eigentlich einen...
    Ich finde das eigentlich einen guten Wechsel. Und er wiederlegt exakt die Thesen, die der wenig analytisch veranlagte Autor des Blogs aufgestellt hat.

  114. Lieber Don,

    auch ich arbeite...
    Lieber Don,
    auch ich arbeite gerade an meiner Diss (postmoderne britische Literatur- was auch immer das sein mag…) und möchte Ihnen herzlich für die bissige Abwechslung danken. Politische Korrektheit ist mir schon eine ganze Weile meines jungen Lebens ein Dorn im Auge- danke auch für den herrlichen Russen-Artikel! Am allerbesten gefällt mir jedoch das liebreizende Gezanke der Möchte-Gern-Bildungsbürger in diesem blog. „Meine Familie gehört seit Generationen zum Bildungsbürgertum“…au Backe. Kenne Sie das Gefühl des Fremdschämens?
    Ihre BC

  115. <b><p>Hinweis: Man reisse sich...
    Hinweis: Man reisse sich bitte etwas mehr am Riemen, denn inzwischen gibt es doch so einiges, was man beim besten Willen nicht freischalten kann.
    Ruhig, also. Danke für die Aufmerksamkeit.

  116. Ich glaube, es wird eher...
    Ich glaube, es wird eher „Suhrkamp geht den Weg, den Vanity Fair schon gehen musste“ heissen.

  117. Sehr geehrter Herr...
    Sehr geehrter Herr Alphons,
    Sie enttäuschen.
    1. Wenn Sie aus der Welt kämen, aus der ich komme, wäre Ihnen Vanity Fair oder Park Avenue nicht die Tinte Ihres Watermans wert, im Idealfall würden Sie diese Titel gar nicht kennen. Fragen Sie ‚mal meine Mutter.
    2. Kurz nach dem Fall der Mauer habe ich meinen Hauptwohnsitz aus Hamburg nach Berlin verlegt und ich gehöre sicherlich zu den kritischen Bewohnern dieser Stadt, in der es übrigens ein Westend gibt, in dem sich in den zwanziger Jahren die Avantgarde ihre Häuser von Mendelsohn und Luckhardt bauen ließen, und nicht von Schmidthenner und Troost, wie in München.
    Leider ist Ihr Berlin-Bild geprägt von der dünkelhaften Kleingeistigkeit, die viele derer vor sich hertragen wie eine Monstranz, die die gemütlichen Kleinstädte im Rheinland und im Süden der Republik verlassen mussten, weil sich Deutschland eben nach dem Fall der Mauer verändert und in seiner Bedeutung nach Osten verlagert hat.
    Diese allgemein gern geäußerte, alberne Berlin-Abneigung der schreibenden Zunft aus dem alten Westen hat sicherlich mit einer gewissen, auch Ihnen zu Eigen seienden Begrenztheit der Menschen, die immer die Berge vor der Nase haben, zu tun, andererseits damit, daß man Sie vielleicht das Quartier 206 kennen mögen und die Jahrgänge zweifelhafter italienischem Modeschöpfer auseinander zu halten in der Lage sind, aber offensichtlich nie eingeladen waren im Salon des Nicolaus Sombart, nie eine Lecture von Julius Posener besucht haben und auch nicht mit Wolf Jobst Siedler durch Dahlem spaziert sind, daß Sie, ich bitte um Verzeihung, schlichtweg ein etwas provinzieller, etwas bemüht dünkelhafter Medienmensch aus einer süddeutschen Mittelstadt sind.
    P.S. So wie Sie über Personal schreiben, keimt in mir die Vermutung, daß Sie nie welches hatten.

  118. @stehenkra

    Schmunzel - als...
    @stehenkra
    Schmunzel – als ob ich einen Säbel in der Hand hätte… Niemand „basht“ und persönlich war es auch nicht gemeint. Du bist ihm wohl ein treuer adliger Freund, hmm?
    Ich bin auch keineswegs epigonal veranlagt. Mich irritiert nur das Gefasel von Bedeutung und inhaltlich Schwergewichtigem, wenn es dann einen derart jähen und trivialen Absturz erleidet und nichts weiter übrig bleibt als elitäres Dröten vom gartengepflegten Landsitz.
    Verstand, so denn er derart einfach überhaupt zu fassen ist, stellt keineswegs ein kulturell und sozial entleertes Gefäß dar, das genetisch determiniert ist. Erfolg hat seinen Ursprung keineswegs in der obligaten Kombination von Verstand und Ehrgeiz. Der Mytos einer meritokratischen Gesellschaft ist doch längst empirisch widerlegt.
    Hierzu sei Prof. Michael Hartmann empfohlen.

  119. Hugoservatius, Sie glauben...
    Hugoservatius, Sie glauben doch wohl hoffentlich nicht, dass ich etwas auf Ihre Enttäuschung gebe. Sie füllen doch so oder so hier die Kommantare, also passt es schon. Ich habe auch nichts gegen Berlin, es ist ein famoses Rückhaltebhecken, um meine Berge freizuhalten, aber den Geruch wird man doch noch bedauern können.

  120. @DonAlphonso

    Sie scheinen ein...
    @DonAlphonso
    Sie scheinen ein Ziehsohn von Claudius Seidl zu sein. Schon bei Ihrem letzten Blog habe ich mich an ihn erinnert gefühlt. Jetzt wird das bestätigt.
    Sie werfen den Berlinern also fehlenden Arbeitseifer vor, gehören aber selbst einer Kaste an (wenn ich das Konzept hier richtig deute), die in meinen, DDR-erzogenen Augen, eher dem Feudalismus und/oder Mittelalter zuzuschreiben ist. Und deren Haupteigenschaft nicht unbedingt Fleiß war, und ist. (ich bin sowieso der Meinung, dass adlige Namen schlichtweg verboten gehören) Auch der Name unseres durchlauchtigsten Wirtschaftsministers gehört auf den Index.
    Komme Ihresgleichen uns Berlinern bitte nicht Kultur oder Kultiviertheit. Sie bewegen sich gerade dort auf dünnem Eis. Vor allem solange Berlin/Potsdam (Preußen) mehr Opern, Theater und Museen hat als Oberbayern.

  121. Liebe Liebelei, ich schäme...
    Liebe Liebelei, ich schäme mich mit. Solchen Figuren möchte man das bisschen Bildung , mit dem sie ihren Diss-Bleistift zerkauen, weil ihnen nichts einfällt…Naja, lassen wir das. Wahrscheinlich reicht Dein „…au Backe“. Alles das, was der Junge über sich von sich gibt, sagt niemand, der auch nur ein bisschen Ahnung von Bildung hat. Elite ist man, aber man spricht nicht drüber. Wer sagte das noch?

  122. Prof. Hartmann, der einzige...
    Prof. Hartmann, der einzige „Elitenforscher“ Deutschlands, pah, ein Sozialdemokrat wie er im Buche steht!
    Sicher rekrutiert sich die „Oberschicht“ primär aus sich selbst, aber wer glaubt, unsere Gesellschaft sei ungeregt, der sollte sich mal im Rest der Welt umschauen.
    Man kann natürlich immer alles besser machen (wollen), aber ich bin schon ganz zufrieden, mit der Durchlässigkeit unserer Gesellschaft (in beide Richtungen!).

  123. Ohne Lob huddeln zu wollen,...
    Ohne Lob huddeln zu wollen, Don: die Entgegnungen sind eine halbe – nein, gar eine Stunde vor dem flimmernden Ding wert.

  124. Lieber Pygmalion, mit Herrn...
    Lieber Pygmalion, mit Herrn Seidl bin ich in meinem Dasein ein paar Mal zusammengekommen, aber ich hatte nicht den Eindruck, dass ihm eine Adoption meiner Person zugesagt hätte. „Hier spricht Berlin“ ist Brause, die Stützen sind Blausäure, wenn es um Berlin geht. „Hier spricht Berlin“ verwässert sich etwas an einer grossen Stadt, ich kenne meine Pappenheimer und halte mich an denen fest.
    Ausserdem war ich konsequent genug, nach Berlin zu gehen, erst dort Bayern lieben zu lernen und dann heimzukehren. Nie hätte ich gedacht, Bayern lieben zu können, bis Berlin. Berlin war für mich wichtig, so wie ein überarbeiteter Manager vielleicht einen Herzinfarkt nötig hat, um sich ein Segelboot zu kaufen und sein Leben zu geniessen.

  125. Der Bildungsbürger wird...
    Der Bildungsbürger wird gedisst (oh welch Wortwitz angesichts der Promotion) oder gebasht und das Kernargument ist: Scham angesichts von Standesdünkel oder Arroganz. Das lässt aber die Gedanken in den Hintergrund treten, die der (vermeintliche) Bildungsbürger hier ganz treffend formuliert hat:
    Was ist denn ungerecht in unserer Gesellschaft? Und komme jetzt keiner mit diesem abgedroschenen Sozialneid, höherer Erbschaftssteuer und Umverteilung…

  126. Mal eine technische Frage an...
    Mal eine technische Frage an den gar nicht stillen Don (Grüße!) von einem Blog-Newbie: habe ich es richtig verstanden, dass sich immer im Anschluss an einen neuen Tagebucheintrag ein Zeitfenster öffnet, innerhalb dessen man seinen Senf dazugeben kann? Irgendwann am Abend oder auch am Folgetag wird dann das Fenster zugemacht und es heißt: warten auf den nächsten Tagebucheintrag? Ich könnte also zum Beispiel nicht mehr heute einen Kommentar zum Neue-Russen-Beitrag abgeben?

  127. @eisbär

    schmunzel zurück,...
    @eisbär
    schmunzel zurück,
    das war die argumentative Auseinandersetzung die ich bisher vermisst hatte.Und adlig? Nein, meine Familie bzw. ich ist eine komische Mischung aus ländlichem Handwerkertum, aufgestiegenen Bildungsbürgertum und einem Schuss Proletariat.
    Zurück zum Thema, ja die meritokratische Gesellschaft ist eine Legende und die Ansätze die in Deutschland dafür geschaffen worden sind, bilden sich leider auch immer mehr zurück, da hat uns Frankreich manches voraus.
    Was in Deutschland stört ist, das jemand der sich „nach oben gearbeitet“ hat, sich Vorwürfe bzw. Gehässigkeiten sowohl von seinen neuen als auch seinen alten „Standesgenossen“ anhören muss, was mir den Eindruck macht das hierzulande eine durchlässige Gesellschaft von fast allen Schichten abgelehnt wird.

  128. Michael Lürmann, die Frage...
    Michael Lürmann, die Frage nach der Gerechtigkeit ist zweifellos relevant, aber gibt es leute, die der Ungerechtigkeit in diesem Lande mehr das Wort reden als die macher solcher Zeitschriften? Hätte man an Reitz, f. Schönburg und Poschardt nicht idealtypisch eben diese Debatte führen können? Die Grundidee dieses Beitrags, die so spektakulär nicht in der Debatte funktioniert hat, war es, den vermeintlichen Herrschern die dienende Rolle zuzuweisen, die sie in den Schichten definieren, die unter ihren Lesern sind.
    Wandfuessl, Sie können jederzeit und überall kommentieren, da gibt es keine Beschränkung. Allerdings muss ich die Kommentare freischalten, was zu einer kleinen Verzögerung führen kann.

  129. Hallo Epe,
    leider wird heute...

    Hallo Epe,
    leider wird heute über alles gesprochen. Über Hämoriden, Intim-Wachsen und auch darüber, wie gebildet man sei. Man werfe einfach ein paar Latinismen in die Runde. Oder ist dies männliche Prahlerei? Ich sehe erstaunlich wenige Frauennamen hier… folgen wir etwa wieder den Traditionen des 18. und 19. Jahrhunderts und schreiben unter Männernamen? Vielleicht ist uns das Gefiederschütteln einfach unbekannt.

  130. @stehenkra: Da sind wir aber...
    @stehenkra: Da sind wir aber doch etwas dünnhäutig.
    @Müller-Lüdenscheid: Ein schöner Hinweis; erinnert mich übrigens an Thomas Hobbes (Warnung an stehenkra: für zart besaitete Mitmenschen vielleicht keine gute Lektüre): „For such is the nature of men that howsoever they may acknowledge many others to be more witty, or more eloquent or more learned, yet they will hardly believe there be many so wise as themselves; for they see their own wit at hand, and other men’s at a distance. But this proveth rather that men are in that point equal, than unequal. For there is not ordinarily a greater sign of the equal distribution of anything than that every man is contented with his share.“
    So, jetzt werd‘ ich mich mal wieder über die Habil beugen…

  131. Dieser Thread zeigt noch...
    Dieser Thread zeigt noch deutlicher als die bisherigen, wo eine der wesentlicheren Grenzlinien verläuft: zwischen denen, die Format und Klasse des Autors anzuerkennen imstande sind, und denjenigen, die angesichts von Don Alphonsos geistiger und sprachlicher Beweglichkeit zornerfüllt in die Tastatur beißen.
    Wir beobachten hier die unangenehme Zeiterscheinung des intellektuellen Sozialneids, welchen der Don stets schon zu erregen pflegte. Es ist erstaunlich, in welch unterschiedlichen thematischen und publizistischen Umfeldern die abziehbildhaft gleichen Charaktere immer wieder hochkommen.
    .
    Von jenen Intellektualneidern hier, deren hochemotionaler Zustand zu ihren Aussagen über Langeweile und Trivialität nicht recht passen will, drängt der Kommentator „Bildungsbürger“ darum stärker mir zu, weil er der Peinlichste ist. Wer von sich selbst als vom „Bildungsadel“ spricht, demonstriert nicht mehr, als seine mentale Verprollung, weil ein gebildeter Mensch die Blöße eines „Ich bin gebildet!“-Krakeels niemals sich gäbe.
    Der leicht großkotzende Bezug auf die Ahnenreihe von „Professoren, Pfarrern, Lehrern, Ärzten, Staatssekretären, Abgeordneten, Juristen“, so, als ob diese Berufe per se Bildung verbürgten, ist maßstabsetzend hinsichtlich dessen, was man bislang für outriert hielt, und taugt allenfalls als Karikatur von Bildung.
    .
    Und nie vergessen, Herr Bildungsbürger: Halbbildung geht der Bildung nicht voraus, sondern folgt auf sie.

  132. Laßt doch das gemeine...
    Laßt doch das gemeine Fußvolk ein bißchen herumkrakelen und ihm dabei die eifrige Sabber aus dem Mund laufen, die mit dem Papiertaschentuch abgewischt wird, weil es für das akkurat gestickte Stofftaschentuch nicht gereicht hat.
    Ist das schon Sozialneid?
    Oder sollte die allzu schlicht entworfene Utopie von Status und Erfolg ganz und gar unerwidert bleiben, hmm ?

  133. Vielleicht sollte man sich die...
    Vielleicht sollte man sich die Frage stellen, ob es hier anstelle des Sozialneides nicht auch ein bisschen um die Frage geht, welchen Verdienst der hohe Herr oder seine Familie daran hatte, dass das Schicksal einst beschloss, Bayern der amerikanischen Besatzungszone zuzuschlagen, und wie er heute vielleicht schriebe, wenn er stattdessen unter kommunistischer Herrschaft hätte aufwachsen müssen?
    Aber es ist leicht über andere zu Spotten, wenn man das Glück auf seiner Seite hatte.

  134. stehenkra,
    ich glaube nicht,...

    stehenkra,
    ich glaube nicht, dass die Durchlässigkeit der Gesellschaft von fast allen Schichten abgelehnt wird. Sicher gibt es Neid von denjenigen, die den Aufstieg aus eigener Kraft nicht schaffen. Aber es träumen doch mehr oder weniger alle Menschen von einem Aufstieg in (vermeintlich) höhere Sphären.
    Diejenigen, die keine Durchlässigkeit wollen, sind doch eher die, die sich vor dem Abstieg füchten, die, die merken, dass ihre Zeit vorbei ist oder dass sie nicht mehr genügend Frische haben, um mithalten zu können. Sie wollen den Status Quo, aber so funktioniert die Welt nicht.
    Unsere Gesellschaft ist aus meiner Sicht beinahe pardiesisch. Arbeiterkinder werden Bundeskanzler oder Professor und ja, Bildungsbürger, das hängt wohl an einer Mischung aus Intelligenz und Biss. Würden mehr Menschen über diese Kombination verfügen, würden auch mehr Menschen aufsteigen.
    Wie schon gesagt: ich halte unsere Gesellschaft insgesamt für durchlässig genug, nach oben, wie nach unten.
    Es gibt keine (gesetzlichen) Privilegierungen mehr qua Geburt. Der eine hat ein „von“ im Namen, der andere erbt ein Einfamilienhäuschen, wieder andere erben ganze Firmen, die sie dann mangels Fähigkeiten an die Wand fahren.
    Aber niemand muss Hunger leiden, die öffentlichen Schulen sind keine völlige Katastrophe, Schulgeld gibt es nicht und wer ein 1er Abi macht, kommt auch leicht in den Genuß von Stipendien aller Art.
    Klingt naiv? Mag sein, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass mehr zu erreichen ist. Wenn ich mir die verunglückten und abstoßenden sozialistischen Staatsformen der (jüngeren) Vergangenheit so anschaue, bin ich froh, in dieser recht-gerechten Gesellschaft zu leben.
    Lediglich die Finanzkrise macht mich ein wenig zu schaffen, nicht so sehr finanziell, sondern ethisch-moralisch. Ich kann sie noch nicht recht einordnen.

  135. Liebelei, kann auch als Mann...
    Liebelei, kann auch als Mann dieses Gefiederschütteln nicht vertragen. Der Don darf es, weil es zum ironischen Konzept der Autorenfigur gehört. Aber wenn dann so kleine Dissertanten daher kommen und meinen, sie müssten sich mit Gebildetheit aufblähen ohne einen Funken Humor, wird es mir übel. Ich höre den Bildungsbürger beten: „Oh, Herr, ich danke Dir, dass Du mich in eine so edle Bildungsfamilie hineingeboren hast. Oh, Herr, ich danke Dir, dass ich so klug bin. Oh, Herr, ich danke Dir, dass ich besser bin als die anderen. Oh, Herr, ich danke Dir für jeden Eisbär, dem mein Getue nicht in der Nase stinkt.“

  136. Geduldiger Beobachter, in...
    Geduldiger Beobachter, in Bayern hat man dazu Papst und Staatsregierung konsultiert und kam zur höchsten Weisheit, dass der Russe für Preussen die Strafe Gottes war.
    Abgesehen davon, da stimmen wir wohl alle überein, ist das alles kein Grund für Skins in Brandenburg, Müll auf Leipzigs Strassen und schlechtes Benehmen in Berlin.

  137. Vanity Fair steht als...
    Vanity Fair steht als Menetekel für die Art von Berliner Mensch, der glaubt Berlin sei gleichzusetzen mit Glamour, 5th-Avenue, Shopping, Hollywood Deutschlands, Das New York Europas, Kulturhaupstadt Bohéme, Berlin sei Weltstadt mit Flair und überhaupt alles andere sei ja wohl Provinz. Vanity Fair hat nichts unversucht gelassen sich dieser Lüge zu bedienen und war daher für aufgeklärte Provinzler (also dem Rest Deutschlands) leider unkäuflich. Der Tod kam schnell und gründlich. Danke Gevatter Tod.

  138. @ Nörgler

    Sehr gelungene...
    @ Nörgler
    Sehr gelungene Diagnose. Entgegen denen, deren in „die Tastatur beißen“ schon fast hörbar ist, musste ich hier schon einige Male laut loslachen – so auch diesmal.

  139. Ich kann mich auf gar nichts...
    Ich kann mich auf gar nichts besonderes berufen, weder auf reiche noch auf besonders gebildete Eltern. Ich bin Lehrer, genau wie meine Eltern. Mein Großvater väterlicherseits war als Pastor überhaupt der erste Akademiker in meiner Familie.
    Mich stört aber nicht, wenn Don Alphonso oder Bildungsbürger hier etwas arrogant auf die Historie ihrer Familie hinweisen. Es sei ihnen doch gegönnt.
    Ich habe keine Minderwertigkeitskomplexe irgendeiner Art, die mich zwingen würden, hier über Dünkel oder Arroganz zu schimpfen.
    Ich sage nur: Glückwunsch, meine Herren! Machen Sie was draus und sehen Sie zu, dass Sie nicht die Generation der Familie darstellen (in rückblickender Betrachtung), die als Knacks in der Historie erscheint und den definitiven Abstieg einläutete.
    Ich halte mich auf – aus Sicht meiner Familiengeschichte – akzeptablem Niveau und strebe nicht nach viel mehr.

  140. Zwinschen einem...
    Zwinschen einem Bildungsbürger und einem Bürger, der deutsche Schulabschlüße besitzt scheint ein großer Unterschied zu liegen.
    Ich bedaure die Angriffe auf Don Alphonso und schließe mich Epe an.
    Scheinbar hat nicht jeder die Intention des Blogs verstanden und arbeitet
    auch hier mit Ellebogen. Ellebogen scheinen die zweite Natur viel zu vieler moderner Menschen zu sein,deren unhöfliche Art das Miteinander verdirbt.
    PS.:Auch in weniger gebildeten Kreisen finden sich sehr höfliche Menschen .
    Höflichkeit- auch beim Kommentar eines guten Blogs – verschönt den Tag.

  141. Vielleicht ist sie das schon,...
    Vielleicht ist sie das schon, in Bayern kam schließlich auch erst der Reichtum und dann die Zivilisation (wohlgemerkt beides recht spät). Sicher wäre Leipzig heute besser im Stande das Müllproblem zu beseitigen, hätten nicht die Kommunisten alle steuerfähigen Bürger und Betriebe ruiniert oder vertrieben.
    Was das Benehmen in Berlin allerdings angeht, so muss ich ihnen rechtgeben, die Bürger dieser Stadt waren noch nie berühmt für ihre Kultiviertheit. Allerdings waren sie auch nie wirklich das, was man wohlhabend hätte nennen können.

  142. Michael,

    danke für deine...
    Michael,
    danke für deine überaus souveräne, nicht minder selbstironische Einlassung. Schön, wenn es jemandem gelingt sich derart einzufügen in die Familientradition.
    Epe,
    du bist mir sympathisch. Oder gehört das hier nicht her?

  143. Erst vor einigen Tagen habe...
    Erst vor einigen Tagen habe ich diesen Blog entdeckt. Und ich amüsiere mich köstlich. Auch und vor allem über die Hardcore- Protestanten mit ihrer sauertöpfischen Landesbischof-Attitüde. Die Ihnen auf den Leim gehen. Machen Sie weiter, solange Ihr scheinbar unerschöpflicher Esprit so gute Unterhaltung produziert. Und der Gerechtigkeit schaden Sie so wenig, wie die Herz-Jesu- Marxisten sie fördern

  144. Sehen Sie, geduldiger...
    Sehen Sie, geduldiger Beobachter, das ist dann auch der Unterschied zwischen einem kritisch-distanzierten Bayern, der man sein muss, will man dort als Mensch und Charakter überleben, und den meisten Berlinern: Ich habe kein Problem damit, die mannigfaltigen Defizite meiner Heimat zu sehen. Amüsanterweise stand in einer Besprechung meines Romans, es sei das böseste Buch, das seit langem über München geschrieben wurde. Trotzdem hat es mir dort keiner verübelt, obwohl mein München nur, ausschliesslich und umfassend mit unerfreulichem Personal gefüllt war. Das ist in Bayern, diesem angeblich so verbohrten Staat möglich. Ich habe hier auch schon Beiträge gegen meine Heimat geschrieben, was kaum einen juckt, im Gegenteil, auf dem Wochenmarkt redet und lacht man über das, was ich berichte. Bayern ist korrupt, reaktionär, aber es kann mit einem wie mir leben.
    In Berlin wäre das undenkbar. Manche Kommentare, die ich nicht veröffentlicht habe, hätte man problemlos zum Anlass für Prozesse nehmen können. Nicht alle, aber manche. Da schlägt einem geballter Hass entgegen. Nicht, dass es mir etwas ausmachen würde, ich war ja dort und kenne diese Liebe der Bewohner zu ihrer Stadt.
    Das hat ein paar spassige Folgen: In Bayern etwa gibt es wirklich zurückgebliebene Regionen, deren Bewohner nur im Dialekt reden können. Aber wenn die beim Radio anrufen und on Air sind, bemühen sich alle, möglichst schriftdeutsch zu sprechen. In Berlin, das mindestens genauso zurückgeblieben ist, wird man ungeniert mit jeder Art Sprachverbrechen belästigt. Sie schämen sich nicht. genausowenig, wie sich irgendjemand in Berlin wundert, wenn da ein stinkendes Sofa auf der Strasse über Monate das Hundeklo ist.
    Das ist für mich vollkommen unbegreiflich. Die sind so, und sie finden das richtig, und wehe man wagt, es im Blog abzubilden. In Bayern darf man wenigstens noch gradraus sagen, wenn etwas nicht stimmt.

  145. Ich finde Bayern, obwohl ich...
    Ich finde Bayern, obwohl ich es nicht kenne, auch gut. Hat was aus der Ferne. Und auch die Bayern, die zu meinem Freundeskreis hier in B gehören (und übrigens nicht wieder zurückgehen wollen), finde ich Klasse.

    Aber Bayern, und vor allem München ist so verdammt nouveau riche. Wenn es dieses Gebaren abstellen könnte, wäre es beides, reich UND noch etwas sympathischer.

    Aus diesem Grund bevorzuge ich aus der Ferne, und unbesehen (ich war in beiden Städten noch nicht, weil erst ab 1990 für mich möglich), auch HH. Und habe eine Aversion gegen M.
    Eigentlich schade, denn M ist bestimmt eine tolle Stadt.

    Warum? Bei Hamburg weiß man, dass diese alte Handelsstadt sich ihren Reichtum selbst erarbeitet hat. Als freie Reichsstadt hat es nie einen Gönner gehabt.
    München dagegen ist Berlin diesbezüglich viel ähnlicher als Sie denken. München kam in den Genuss von Strukturfördermaßnahmen. Der moralische Tiefpunkt der sogenannten Bonner Republik ist die Vergabe der Olympischen Spiele an ausgerechnet die Hauptstadt der Bewegung.

    Noch einmal zu Berlin, denn eigentlich sind mir sowohl HH als auch M egal –
    Die Bedeutung Berlins wächst in dem Maße, in dem es runtergemacht wird.
    Das alles ist ein gutes Zeichen für eine Hauptstadtwerdung.
    Jemand sagte einmal über das gewiss bedeutendere New York – the more they knock N.Y.C., the bigger it gets.

  146. Nun, Herr Alphonso. Da sie das...
    Nun, Herr Alphonso. Da sie das Parvenütum so verachten, zählen Sie sich selbst sicherlich zur Nobilitas. Die Frage ist, warum suchen Sie dann den Kontakt via Reibungsfläche mit Krethi und Plethi? Nichts ist so Nouveau-Niveau wie die Selbstdarstellung.
    Abgesehen davon, so sehr mir Ihre Snarkiness zusagt, so wenig gefällt mir der Tonfall, den Sie so selbstgewiss anschlagen: dieses Herablassend-Säuselige Ihrer Kritik und Gemeinheiten ist unglücklich, vor allem da Sie sich ja offensichtlich auch ernsthafte Gedanken machen können.
    Realitätskonstruktionen von Zeitschriften und deren Dekonstruktion sind natürlich rasend interessant, Ihre eigene, höchstpersönliche Welt mitsamt Ihrer Münchner Anwaltsfreundinnen möglicherweise weniger.
    Im übrigen: Nicht nur Sie schmücken sich mit (hoffentlich!) nicht ganz ernst gemeinten Bildschirmnamen.

  147. Werter Don Alphonso,
    auch...

    Werter Don Alphonso,
    auch wenn Sie mit Ihrer Kritik bezüglich der VF in vielen, nicht in allen Punkten, Recht haben, scheinen Sie doch selbst ein mächtig großer Poser vor dem Herrn zu sein, Zitat: „Ich höre gerade Gambenmusik vom Hofe Friedrich des Grossen“.
    In memoriam Carl Friedrich Abel.

  148. Im Ernst, heute beim Händler...
    Im Ernst, heute beim Händler meiner Wahl erstanden: „Feuer und Bravour“, erschienen bei Ramee, RAM0803, mit der von mir höchst geschätzten Irene Klein an der Viola da Gamba.

  149. Um Himmels Willen, ich hoffe...
    Um Himmels Willen, ich hoffe Sie haben mich nicht missverstanden. Es war keinesfalls meine Absicht Ihre bayrische Heimat anzugreifen. Gerade in den letzten Monaten habe ich immer wieder erleben dürfen wie (für mich zugegebenermaßen bis dato unterwartet) selbstikritisch viele Bayern auch mit ihrem Freistaat umgehen. Es lag mir nur am Herzen Ihnen zu verdeutlichen, um wie viel schlechter es von vorherein um andere Teile Deutschlands – eben besonders den Osten und Berlin – bestellt war nach vierzig Jahren Staatswirschaf; dass Berlin, wie alle Städte auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, nie die Chance hatte eine finazielle Oberschicht, wie es sie in München gibt, (zurück)zugewinnen.
    Sie werden möglicherweise mit mir übereinstimmen, dass sich dies, völlig unabhängig von der Mentalität der lokalen Bevölkerung, im Klima einer Stadt nachhaltig niederschlägt.

  150. Ich muss mich korrigieren, ich...
    Ich muss mich korrigieren, ich strebe doch etwas für die allernächste Zukunft an: Heirat & Vaterschaft.
    Um auf den Titel dieses Gesamt-Blogs zu verweisen: gelingt mir das, fühle ich mich durchaus als „Stütze der Gesellschaft“.
    Mehr kann ich jedenfalls nicht beitragen.
    Ich unterrichte Kinder, gebe mir Mühe, habe Spass an der Arbeit (aber auch an der Freizeit), liebe Kultur und bin bereit, mich zu binden und Kinder in die Welt zu setzen. Das klingt vielleicht bodenständig und langweilig, aber es ist genau das, was ich will und was mir reicht.

  151. Rumstinkende Sofas in München...
    Rumstinkende Sofas in München :-):
    http://the-missinglink.blogs.com/photos/uncategorized/2008/06/03/parksofahausderkunst.jpg
    Sagt jetzt nix.

  152. Mein Nachname endet mit...
    Mein Nachname endet mit roux
    Ich habe den Verdacht, dass ein jemand oder eine jemandin aus Berlin
    mich ärgern will indem sie mir ein Plädoyer für Vanity Fair
    unterstellt und mit meinem Nachnamensende hier kommentiert.
    Zur Erinnerung Kamele können nicht nur spucken, sondern auch kotzen

  153. Herr Lürmann, da kriege ich...
    Herr Lürmann, da kriege ich ja vor Rührung ganz feuchte Augen, wenn ich das lese! Auf jeden Fall sympathischer als der protestantische Profilneurotiker.

  154. <p>Herr Lührmann,[Edit:...
    Herr Lührmann,[Edit: Bitte. Etwas gemächlich. Nicht immer gleich sowas. Danke. Don]! Nett ist, so was zu schreiben wie es gibt keine (gesetzlichen) Privilegien und dann aufzuzählen, dass der Eine eine Fabrik erbt und der Andere ein Einfamilienhäuschen. Äh, es gibt auch viele die bekommen gar nichts. Natürlich fährt ihr Fabrikerbe die Fabrik gegen die Wand, aber in Wirklichkeit werden das halt meistens … reiche Erben. Dass das nichts mit dem Gesetz zu tun hat, aber holla. Ohne Gesetz, Schutz des Eigentums insbesondere plus Erbenrecht, wäre eine solche Differenz von Geburt an wohl nicht zu haben. Und Durchlässigkeit von unten nach oben und umgekehrt setzt ja wohl die Differenz zwischen oben und unten voraus. Schön auch das Argument, das hier niemand verhungert. Fällt Ihnen auf, dass das ein Zynismus ist? Angesichts eines Reichtums, der ein Vielfaches von früher beträgt, muss niemand verhungern. Aha. Ca. 1630 wurde in England ein Armengesetz erlassen, dessen Ziel es war, dass niemand verhungert. Hat auch bis Anfang des 19. Jahrhunderts leidlich funktioniert, bis es abgeschafft wurde – mit dem Argument es würde Armut fördern (kommt einem bekannt vor). Und heute, wo man die monatlich gebrauchten Lebensmittel für einen Menschen in ein paar Stunden produziert, haben diejenigen die kein eigenes Einkommen haben, nicht mehr zu erwarten? Wohl eher ein Rückschritt als ein Fortschritt. Und irgendwie vielleicht auch ein Hinweis darauf, dass von dem ganzen Reichtum für die, die ihn produzieren, doch eher wenig abfällt. Früher hiess es mal "Wohlstand für alle". Wahr ist das ja nie geworden, sonst wärs ja auch kein Versprechen gewesen. Und weil zwar die Arbeit immer produktiver, aber der Wohlstand immer in weitere Ferne rückt, macht man was? Genau, man vergleicht halt die Erträge einer hochproduktiven Gesellschaft mit denen in den ärmsten Regionen der Welt. Und voila, alles wieder im Lot!

  155. Ich weiß nicht,was ich...
    Ich weiß nicht,was ich schlimmer bewerten möchte: Die gute Bekannte des Don,derer hysterischer Ausruf wegen abgelaufenem Haltbarkeitsdatum eines
    D&G Mantels-oder das unwillkürliche Herausheben einer Zeitschrift, die meines Erachtens ihre ersten Auflagen zu einem Euro der grossen Masse anbiederte.
    Wofür sich der kleine Geldbeutel allerdings interessieren sollte, ist für
    das erstklassige Secondhand-Geschäft: hier lernt man einiges über Qualität,
    Preisverfall,Dekadenz, Unzufriedenheit,Suchtpotential, Geschmacklosigkeit…
    und vieles mehr…..
    anschließend geht man strahlend mit einem Mantel von Vivienne Westwood
    für wenige Euros raus, und schert sich den Teufel um Standesdünkel-
    denn der Mantel kleidet genial.

  156. Als von Köln...
    Als von Köln „reingeschmeckter“ Bodenseeanrainer nimmt man die alten Grabenkämpfe zwischen Bayern und Preußen nicht gar so ernst. Wirkliche Kultur gibt ja sowieso – wie diese Tage gerade wieder zeigen – nur in Köln, nah, sagen wir noch: Rom, Madrid und Wien. Wenn Vanity Fair (es ist ja Karneval) der Anlass ist, auch mal über Kultur zu reden, hat es nicht umsonst gelebt.
    Dem Eisbär bin ich noch eine Sympathiebekundung schuldig. Ist das hier erlaubt? Ich meine, wo polemisiert wird, muss man zwischendurch ja auch für gute Atmosphäre sorgen, damit es nicht zu verbittert zugeht. Er hat es getan. Ich würde es gern auch tun.

  157. Ist das Fairenden nicht...
    Ist das Fairenden nicht wenigstens „auch“ der Zahlungsunwilligkeit
    solchen gekeilten/erfundenen Abonnenten zuzuschreiben?
    http://www.oldblog.de/?p=494
    Einige Zeit zuvor schlichen fiese Möp, mit Bautzen-Sprech und vorgeblicher unschuldig erlittener Leidenszeit ebendort, durch unser Dorf und trachteten danach, alten Menschen Abos von Riekelpress bis G&J aufzuhalsen.

  158. Lehrjahre sind keine...
    Lehrjahre sind keine Herrenjahre. In Zeiten in denen „lebenslanges Lernen“ (auch an Elitehochschulen) propagiert wird, wird folglich aus einem Lehrling nie ein Herr. Ebenso wie aus einem Diener nie ein Herr wird, sofern er sich als Herr nicht weiterhin als Diener versteht. Ein Verständnis an dem es nicht nur im (sogenannten) Journalismus oder in Berlin mangelt.
    Sich als Bildungsadel zu outen ist aber auch nicht mehr das was es in der Prä-Pisa-Ära noch war.

  159. Lieber mmaltensen,
    "keine...

    Lieber mmaltensen,
    „keine Privilegien qua Gesetz“ war wohl etwas missverständlich ausgedrückt, Entschuldigung.
    Damit meinte ich, dass es mittlerweile den Gleichheitsgrundsatz des Art. 3 GG gibt und z.B. jeder Mensch bei Wahlen nur eine Stimme hat. Allein eine z.B. „adelige“ Herkunft gibt niemandem mehr irgendwelche (gesetzlich verankerten) Sonderrechte.
    Natürlich haben Sie recht, dass es Gesetze gibt, die die Freiheit und den Wettbewerb ermöglichen und damit (zwangsläufig) zu Ungleichheit führen.
    Aber das ist ja ein uraltes und schwer lösbares Problem: Gleichheit vs. Freiheit.
    Ich verfüge sicher nicht über die intellektuellen oder argumentativen Ressourcen, um diesen Klassiker irgendwie zielführend zu beackern.
    Ich persönlich fühle mich wohl mit den Grundzügen unserer Gesellschaftsordnung.
    Leistung wird nicht zu sehr bestraft, was man erarbeitet, kann man weitgehend an die eigenen Kinder vermachen, das ist doch auch ein schöner Anreiz.
    Eines ist sowieso gewiss (und wird auch vor allem durch die jüngere Geschichte bewiesen): Ungleichheit wird es immer geben. Das mag man bedauern, aber man kann es nicht grundlegend ändern.
    Und Sie wollen mir doch nicht ernsthaft sagen, in Deutschland würden Menschen verhungern. Das ist eine Beleidigung all der Menschen in sog. „Dritten Welt“, die wirklich täglich mit Hunger und Tod zu kämpfen haben.
    Es gibt eine weitgehende Chancengerechtigkeit in Deutschland, jeder, der über halbwegs bemühte Eltern und Lehrer und ein Mindestmaß an Verstand verfügt, kann es in diesem Land zu etwas bringen.

  160. Ach ja, Berlin Winter...
    Ach ja, Berlin Winter 1988:
    Unter den Linden standen alle 20 Meter VoPos vor dem hell erleuchteten Palast der Republik.
    Auf dem Kurfürstendamm standen alle 20 Meter Huren in Pelzmantelimitaten vor den hell erleuchteten Schaukästen.
    Dann kam die Wiedervereinigung

  161. Ich stimme Ihnen 100%ig zu,...
    Ich stimme Ihnen 100%ig zu, dass sich kein Magazin darauf berufen sollte das Leben, die Interessen oder Meinungen einer bestimmten Gruppe von Personen zu vertreten ohne das diese selbst in die Erstellung eingebunden sind. Jedoch, Sie selbst nehmen Stellung für einen größeren Kreis von Personen. Sollte der vorliegende Beitrag wirklich die Meinung dieses Kreises wiederspiegeln so fände ich es höchst bedenklich. Im anderen Fall wären Sie nicht besser
    als die besagten Magazine.
    Sie schreiben über „niedrigere Schichten“,“Untertanen“ sowie „Zivilisation und ihrer Helfer“. Seien Sie gewiss, wir leben in Deutschland in einer Demokratie und da ist jeder frei und niemand untertan, auch wenn Sie dies gerne hätten.
    Sie schreiben: „Man ist in unseren Kreisen wirklich froh, mit solchen Dingen nichts zu tun zu haben, man will auch keinesfalls in die Medien, oder hören, was andere in den Medien so treiben.“ Genau dies aber haben Sie getan.
    Sie schreiben weiterhin: „Man hat es dort mit Menschen zu tun, die reich sind, weil sie sparen, und sich nicht jeden hochgeschriebenen Tand kaufen…“. Offensichtlich ist Ihre Freundin diesem Trend leider erlegen, denn es darf ja nicht D&G von vor 4 Jahren sein.

  162. Lebemann, war es nicht jener...
    Lebemann, war es nicht jener Markus P, der den Liebling des neuen IntersectionMachers leider in die Tonne wirtschaftete? Der Erzeuger von Liebling legte doch den Grundstein für die Qualität des Titels! Wir wissen woran es lag! Götz wird Intersection nicht verhunzen, aber Neid ist ja auch die höchste Güte der Anerkennung! Deshalb: DANKE!

  163. Im Strafgesetzbuch von 1871...
    Im Strafgesetzbuch von 1871 stand in § 130:
    „Wer in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise die verschiedenen Klassen der Bevölkerung zu Gewälttätigkeiten gegeneinander öffentlich anreizt, wird mit Geldstrafe bis zu 600 Mark oder mit Gefängnis bis zu 2 Jahren bestraft.“

  164. Ach, wie schade. Vanity Fair...
    Ach, wie schade. Vanity Fair war das einzige Hochglanzmagazin, das ich mir in den letzten beiden Jahren ab und zu gekauft habe. Ich fands gut.

  165. Thomas, nicht alles, was gut...
    Thomas, nicht alles, was gut und erstrebenswert ist, wurde in der VF beworben.
    .
    Und natürlich ist ein Magazin in einer dienenden Funktion. Es ist auch gar nicht schlecht, zu dienen. Die Frage ist nur, dient man, weil es Sinn macht, oder täuscht man zu dienen vor, weil es um den Reibach geht. Herr Poschardt hat das Magazin in den Dienst einer gewissen Schicht explizit gestellt, und hier gibt es die Antwort eines Vertreters einer Schicht, die keinesfalls mit Herrn Poschardts Schicht in Verbindung gebracht werden möchte, selbst wenn sie vom Vermögen her dieser Schicht entsprechen dürfte. Das ist nur legitim. Ich wäre nicht so doof, den Polante für leute zu machen, die mich nicht wollen. Gerne aber diene ich Projekten, zu denen ich stehen kann.

  166. Michael Lürmann, das...
    Michael Lürmann, das Strafgesetzbuch von 1871 war voller Blödsinn und Schmarrn und Todesstrafen, ich weiss also nicht, was dieses Zitat bewirken soll.

  167. Herr Lürmann, Herr Lürmann,...
    Herr Lürmann, Herr Lürmann, sie sind mir ein Schelm. Aber dem Reinen ist vermutlich alles rein – oder Reim?

  168. Don Alphonso,
    gut, das Zitat...

    Don Alphonso,
    gut, das Zitat ist vielleicht etwas missglückt. Es sollte schlicht das hier spürbare „Klassenkämpferische“ etwas verulken.
    Historische Gesetze müssen aber immer im zeitlichen Kontext betrachtet werden, aus heutiger Sicht wirkt vieles (naturgemäße) anachronistisch oder gar menschenverachtend, macht das Gesetz aber nicht insgesamt zu Blödsinn und Schmarrn.
    Aber das Strafrecht ist sowieso eine moralisch äußerst komplexe Angelegenheit, ähnlich der Frage Gleichheit vs. Freiheit traue ich mich da nicht weiter ran.

  169. @Don
    Dem kann ich nur...

    @Don
    Dem kann ich nur zustimmen. Ich habe das Magazin selbst nie gelesen, aber ich bin überrascht, dass es überhaupt ein solches „Aufsehen“ deswegen gibt. Für mich persönlich hat die Verwendung von Begriffen wie Untertan einen faden Beigeschmack.
    „oder täuscht man zu dienen vor, weil es um den Reibach geht“ –> Ich kann dem auch nichts abgewinnen. Aber andererseits ist es die Art von „Geschäftsmodell“ die vermehrt nicht nur in Magazinen sondern auch in diversen Fernsehsendungen oder Internetforen (z.B. Schwarze-Karte) vorherrschend und beliebt ist. Aus diesem Grund wird meiner Meinung nach schon bald ein anderes Blatt den Platz von VF einnehmen.

  170. Was erwartet der Gemeine von...
    Was erwartet der Gemeine von der Elite? Der ganz Gemeine: eine sichere Führung durch alle Bereiche des Lebens. Er ist sich dessen nicht bewusst und ist zu identifizieren als vorzugsweiser Nutzer des Schmidt’schen sog. „Unterprivilegierten Fernsehens“.
    Der Gemeine: eine Absicherung der Rahmenbedingungen des Lebens im Staate. Er vertraut weiterhin auf das Grundgesetz und ist froh, dass im allgemeinen nicht auf ihn geschossen wird. Er zahlt murrend Steuern, weil ihm das die Sache wert ist. Sein Informationsbedürfnis ist anspruchsvoller, als das Chefredakteursmotto „THEY ARE EIGHT!“ hergibt. Für ihn sind nicht alle Politiker bekloppt, denn die sind in der Lage genau Das zu verwirklichen, was von ihnen verlangt wird. Genau Das, was wir sehen.
    Wem nützt es? Wohin gehen die Geldströme?
    In Interesse der Politiker und „Hochfinanz“ kaufen die Banken Staatsanleihen, bekommen bei der jeweiligen Staatsbank auf notenbankfähige Werpapiere im Verhältnis 1:7 Geld dafür. Das muss raus. Als Immobilienkredit mit 4,5% Marge, Bonität nebensächlich. Das verzögert den banca rotta der Staaten und ermöglicht die Regierbarkeit der Gemeinen. Aber irgendwann ist Schluß. Da kann auch die Euro-Einführung nur verzögernd wirken. Wer beobachtet die Geldströme? Wer zeigt mutig mit dem Finger auf die Blutsauger. Das erwarte ich von Medien-Eliten. „Vanity Fair? Watt?“
    @don
    The problem of leisure, what to do for pleasure ;-)

  171. Vielmals verehrter Michael...
    Vielmals verehrter Michael Lürmann,
    Ihre gut antizipierbare Argumentation krankt daran, daß Äpfel und die Birnen zwar Obst sind, aber unterschiedlich schmecken.
    Das darüber hinaus allgegenwärtige Totschlagargument des Hungers in der Dritten Welt führt per se jedwede Diskussion ad absurdum, ist also nicht zu gebrauchen.
    Trotzdem sind Sie sicher ein guter Bürger, ein guter Mensch. Nur einfallsreich, bunt, heiter undsoweiter sind Sie nicht.
    „Konsens ist diskursiv belanglos.“

  172. ... noch mal so zum ende: die...
    … noch mal so zum ende: die park avenue wurde doch in hamburg gemacht, oder?

  173. der erste Satz kam aus dem...
    der erste Satz kam aus dem China Club bein Adlon, und der letzte Titel waren berühmte Berliner oder was sich dafür hält. Also schon sehr Hauptstadt.

  174. dann doch noch was: wenn man...
    dann doch noch was: wenn man das hier alles so liest, und vielleicht auch, weil man sich gerade im ausland aufhaelt, beschleicht einen das gefuehl, dass es garnicht so sehr um berlin oder muenchen geht, sondern um das anscheinend fuer viele immer noch latent ungute gefuehl, deutscher in deutschland zu sein…
    ps: lebe – fast jeden tag – sehr gerne in berlin, und berlin steht in vielerlei hinsicht einfach auch stellvertretend fuer deutschland 2009…

  175. Na, hier scheinen Sie ja in...
    Na, hier scheinen Sie ja in ein Wespennest gestochen zu haben, lieber Don. Das heißt: Sie liegen richtig.
    Dass Sie Berlin als Erfahrung brauchten, um Bayern lieben zu lernen, finde ich interessant. Mir geht es mit Berlin, wie Kafka mit Prag: Ich komme nicht wirklich raus. Insofern liege ich mit der Nase auf dem Bild (oder in der Hundescheiße, wenn Sie wollen) und bin dankbar für jeden Blick von außen.
    Sie haben Recht: Berlin kennt keine Demut und keinen Willen zur Leistung. Wenn man das zum Leben braucht, ist man hier definitiv am falschen Ort. Meine Erfahrung ist: Leistung lohnt sich nicht. Leistung führt nur dazu, dass einem die Herrschaften mehr Arbeit aufhalsen. Und daran habe ich kein Interesse. Je dümmer man sich anstellt, desto mehr Freiräume hat man.
    Berlin war übrigens auch in der DDR ein beliebtes Hassobjekt. Ich habe mal in Griechenland (1990) ein paar Sachsen getroffen. Die waren sehr freundlich, solange sie mich für einen Wessi hielten. Ich werde nie vergessen, wie denen die Gesichtszüge entglitten, als ihnen dämmerte, dass ich aus Berlin kam. Herrlich!
    Dass auch Sie, werter Don, Berlin als „Feind“ erkoren haben, macht Ihnen Ehre. Und Feinde kann man bekanntlich nie genug haben. Don, Sie sind ein würdiger Feind!
    In Berlin sagt man übrigens: „Jeder echte Berliner kommt aus Breslau.“ Und in der Berliner U-Bahn habe ich vor einiger Zeit ein Werbung der Stadt Breslau gesehen: Da waren ein paar „Berliner“ abgebildet (die hier aus unverständlichen Gründen „Pfannkuchen“ heißen) und darunter stand: „Wir freuen uns auf die echten Berliner!“ Soviel zum Thema „echte“ Berliner.

  176. Kinder, geht doch einfach mal...
    Kinder, geht doch einfach mal wieder raus vor die Tür.
    Das is ja nicht zum aushalten hier….

  177. Die Westdeutschen können mit...
    Die Westdeutschen können mit dem Gedanken nicht umgehen, dass die große deutsche Stadt, die einfach mal mehr Touristen anzieht als München und Hamburg zusammen, eine ostdeutsche ist. Das passt ganz und gar nicht in ihr eltbild und verletzt ihren Stolz.

  178. Sie hörten einen Beitrag zur...
    Sie hörten einen Beitrag zur Serie „Die einfachsten Erklärungen sind die besten“ von pygmalion. Morgen dann „Warum die FDP 18% verdient“ mit Guido Westerwelle.
    Vielleicht fahren sie auch nur nach Berlin, weil sie es sich nur dort leisten können?

  179. Ausländische Besucher...
    Ausländische Besucher 2007
    Berlin 6,6 Millionen Besucher
    München 4,5 Millionen Besucher
    In München rechnet man allerdings „Preissn“ zu den Ausländern, daher gewinnt München locker (und dabei täten wir gern auf ein paar Preissn verzichten)

  180. nom de dieu.. und der Blog...
    nom de dieu.. und der Blog fluktuiert immer noch…
    Vielleicht ist es ja so, dass die Beschaffenheit der meisten Menschen in ihnen permanent die Illusion wachhält, durch Zufall genau an ihrem Platz die beste Stellung der Gesellschaft erwischt zu haben. Nicht im Sinne von Benns „dumm sein und Arbeit haben“ sondern als Verkapselung aller Schichten in ihren schrulligen Kastenkäfigen mit Stacheln für alle anderen? Wird das in in Deutschland eigentlich durch die jahrhundertlangen gehässigen Kleinstaatenverhältnisse nach innen und außen noch verschärft?
    Dann wäre die Abrechnung mit hochfahrendem Schranzentum eine progressive Projektion, leise Enttäuschung über das weitere Ausbleiben sportlicher Klassenkämpfe im Preis inbegriffen. Na wer hätte das gedacht..

  181. Ruhig Blut, Jungs. Zur Nacht...
    Ruhig Blut, Jungs. Zur Nacht vielleicht noch ein bisschen was Erbauliches: „Verlass Berlin, mit seinem dicken Sande/ Und dünnen Tee und überwitzgen Leuten,/ die Gott und Welt, und was sie selbst bedeuten,/ begriffen längst mit Hegelschem Verstande.“ (Heine) „Schön ist der Bellevuegarten, durch den die schlanke Studentin wandelt, indem sie in Spenglers Untergang des Abendlandes liest, und wo der pensionierte Rat still auf der Bank sitzt und sinnt. Nur um Gottes Willen nicht das eiserne Gitter um den Garten herum abreißen, wie jetzt geplant wird. Es wäre aus mit dem Wandeln und Sinnen. Am schönsten aber ist halt doch der Anhalter Bahnhof, von dem die bequemen D-Züge so schnell nach Verona fahren, und wenn man will, weiter nach Florenz; dort ragt jener Turm auf ins ewig Wolkenlose, und die bronzene Sonne steht an der weißen Wand von San Giovanni.“ (V. Auburtin) Berlin ist schön, wenn man will, aber nichts für die Ewigkeit.

  182. Jungs? Ein paar Kleinkinder,...
    Jungs? Ein paar Kleinkinder, die es toll finden, endlich mal anonym stänkern zu können und wenig erbaut sind, wenn sie nicht weiter als zum Löschknopf kommen – sehr zu meiner Erheiterung. Kein bayerisches Kuhkaff liefert derartig verkniffen und verbiestert auf Hinweise, dass es dort nicht zum Besten steht. Und solche Leute wollen Bundenfinanzausgleich? Langsam fange ich an, die CSU zu verstehen, warum die solche Leute vom Finanztropf nehmen wollen.

  183. Ts ts... was manche so in der...
    Ts ts… was manche so in der nacht treiben…
    .
    Bitte haben Sie Verständnis, dass ich nicht jeden ad persona gerichteten Kommentar freischalte. Natürlich finde ich, dass jeder die Gelegenheit haben sollte, sich selbst angesichts der Öffentlichkeit zum Idioten zu machen, aber solange das aus der Anonymität heraus geschieht, haben Sie nichts von diesem erstrebten Ruhm, und hier ist das dem Klima nicht zwingend zuträglich. Auch sehe ich es nicht ein, mir bei einem Beitrag Mühe zu geben, nur um damit Raum zu schaffen für die Idiotiespezialisten, die sich darauf verstehen, ihre Deklassiertheit in einem Satz so umfassend auszudrücken, wie es mir auch in zehn Beiträgen nicht gelingen würde – oder besser angesichts zukünftigen Wirkens – nicht gelingen wird. Sie können aber gern inhaltlich diskutieren.

  184. Noch etwas Schlichtes:
    Ulf...

    Noch etwas Schlichtes:
    Ulf Poschardt hat am 7.2.2006 in der WELT eine Polemik losgelassen, in der er zum Krieg gegen den Iran aufgerufen hatte (wohl wissend, dass man ihn selber nicht einziehen würde):
    http://www.welt.de/print-welt/article196183/Nicht_provozieren_lassen.html?print=yes
    Wenn solch ein Prototyp des schneidigen jungen neoliberalen Reaktionärs die Pest an den Fingern hat kann man sich nur freuen. Zumal er dem Vernehmen nach längst wieder unter die Rockschösse von Friede Springer geschlüpft ist, weshalb man ihn in der betroffenen Region, dem Nahen Osten, sicherlich ,,ibne“ (Stricher) nennen wird. Knallhart, aber immer zu den Anderen, nie zu sich selbst – ach, welch ein Mann!
    gelegentlich

  185. schöne bilder....
    schöne bilder.

  186. Wieder einmal ein vergnüglich...
    Wieder einmal ein vergnüglich zu lesender Blogeintrag! Danke dafür.
    Schlechte Diener gibt es ja wahrlich viele. Fontanes „weites Feld“ kommt da sogleich in den Sinn. Es bräuchte mehr als einen tüchtigen Ackersmann, sich daran abzuarbeiten…
    Dienen steckt in Bedienen. Heutzutage nennt man das vorzugsweise eher Service. Wohl dem, der schreibend sich des Dienens und des Dienstes an seinen Lesern bewusst ist. Welchen Dienst bei der Realitätsvermittlung auch immer Medien leisten könnten (vom Sollen will ich erst gar nicht anfangen), es sollte einer von Nutzen sein. Nutzlose Diener werden letztlich entlassen. Manche früher, manche später.
    Die Reaktion der Freundin in der Anekdote fand ich köstlich. Selbst in einem Schreckensmoment noch soviel Geistesgegenwart! Sehr beachtlich. Da musste ich schmunzeln.
    Das Zitat aus Bel Ami hingegen bleibt rätselhaft. Ein Verweis auf die Bohème? Auf Parvenüs? Das wäre wahrlich provokant. Ist das doch einer der klassischen Unsympathen der gehobenen Weltliteratur schlechthin…
    Nunja, jedenfalls aufmunternde Grüße, Don Alphonso!

  187. Also, auch wenn ich Don...
    Also, auch wenn ich Don Alphonsos Grundgedanken vom Herrenblatt teile, doch Arroganz mit noch mehr Arroganz zu bekämpfen mag lustig sein, aber es bleibt letztlich arrogant. Ich glaube zudem, dass Herr Poschardt Vanity Fair mit dem hochnotpeinlichen „Movers and Shakers“ von Anfang an in eine Fremdschämecke gestellt hat, aus der das Heft zu Recht nie wieder herausgekommen ist. Und auch wenn Vanity Fair auch im Ansatz nie ein gutes Magazin war und vom US-Original soweit entfernt war wie New York von Berlin, muss man den Machern aber auch zugestehen, dass der deutsche Markt extrem undankbar für Neuerungen jeglicher Art ist – wie man an Fernsehen, Kino, Medienlandschaft, Fußgängerzonen etc. pp. sieht. Das mag man bedauern, aber vor allem „Movers ans Shakers“ sollten es wissen.

  188. <p>Reizkoerper, das Zitat...
    Reizkoerper, das Zitat stammt aus den ersten Seiten von Bel-Ami und beschreibt den Zwist des "Helden", der das ganze Buch beherrschen wird, recht hübsch: Er wäre natürlich gerne gross, elitär und gut verheiratet – was er am Ende auch sein wird – aber in seinem Kern ist er nur ein billiger Parvenü, der nicht mal genug Geld für ein Freudenmädchen hat. Er ist zu Beginn in einer absolut desolaten Lage, in der Vanity Fair mit all de Ansprüchen geendet ist.
    Gantenkiel, "mag lustig sein" – es gäbe tausend Ansätze, es unlustig und dennoch so arrogant zu formulieren, dass es keine Angriffspunkte gäbe. Das ist aber nicht die Idee dieses Blogs. Abgesehen davon: Es klingt sicher nicht angenehm, aber die mangelnde Demut dieser Zeitschrift vor denen, die für sie zahlen sollen, ist nun mal das kernproblem gewesen. Wer was will, ist entweder so gut, dass man ihn braucht, oder so zuvorkommend, dass man ihn akzeptiert. Beides haben sie nicht gemacht, in ihrer komischen Lounge mit irgendwelchen Leuten. Jetzt sind sie am Ende. So ist das nun mal. Man könnte es auch netter und unlustiger sagen. Aber wozu? Damit die nächsten glauben, sie könnten es nochmal mit der gleichen Tour probieren?

  189. Also, das klingt mir jetzt zu...
    Also, das klingt mir jetzt zu sehr nach „Schuster bleib bei Deinen Leisten“. Sind es nicht Parvenüs in Form von zugereisten Provinzlern, die Großstädte erst zu dem machen, was sie sind? Die halbe Hamburger Schule kommt aus dem trostlosen Ostwestfalen und im Prenzlauer Berg wohnen auch nur Schwaben (ich habe auch eine Ahnung, warum die sich da so wohl fühlen, eine Ahnung, die echten und Wahlberlinern sicher nicht gefällt :-)) Und waren Andy Wahol oder Horst Janssen, oder Willy Brandt oder Anne Boleyn nicht auch in gewisser Weise Parvenüs, die durch ihren Auftriebswillen die Gesellschaft zumindest in Bewegung gehalten haben?

  190. Och, ich will es ja auch...
    Och, ich will es ja auch garnicht unarroganter :-) Und sie haben ja auch Recht. Fürchte aber, dass es noch ziemlich viele ungebetene Partygäste in diesem Land herumlatschen, die mitmoven und shaken wollen. Es wird wohl noch einiges zu tun geben für diesen Blog.

  191. PS. Um die ganzen losen...
    PS. Um die ganzen losen Stränge einmal zusammenzuknoten: Besser 100 Ulf Poschardts machen irgendwas, im Zweifel sich lächerlich, als dass wir alle bewegungslos in unseren Zünften vertrocknen. Oder so :-) Ich muss jetzt leider auch moven und shaken gehen.

  192. Nur eine Marginalie: der...
    Nur eine Marginalie: der Punkt, meine Damen und Herren. Ist er Ihnen auch aufgefallen? Der Punkt, ein Zeichen von edler Einfalt und stiller Größe, trennt hier nicht nur freistehend auf eigener Zeile Absätze voneinander, sondern auch, donalphonsinisch geadelt, den wahren Lebemann vom eingebildeten Bildungsbürger. In jeder Hinsicht ein punctum distinctionis. Grandios.
    .
    Einmal als solcher erkannt, kann er natürlich nun von jeder dahergelaufenen Pseudostütze der Gesellschaft verwendet werden. Tja, auch das Schöne muss sterben und zum Orkus hinab.
    .
    Quod erat demonstrandum.

  193. Aber, aber, verehrter Herr...
    Aber, aber, verehrter Herr Alphons, wer wird denn gleich beleidigt sein, wenn ihm ‚mal der Ostwind ins Gesicht bläst!
    Berlin-bashing ist mittlerweile ungefähr so witzig wie Mehdorn-bashing und hat etwas bonnerisches, Sie werden sich erinnern, Bürger Bund Bonn: „Umzug bleibt Unfug!“.
    Sie wollen provozieren und lassen sich dann provozieren, etwas mehr standesgemäße Gelassenheit, bitte.
    Aber nichts für Ungut, trotzdem ein schönes Wochenende.

  194. "Nach meiner Sicht waren diese...
    „Nach meiner Sicht waren diese Machwerke nie wirklich auf die „Stützen der Gesellschaft“ ausgerichtet (oder sonst jemanden der Bildung, Interessen oder Bücher besitzt).“
    Wie zutreffend. Der blog ist wirklich köstlich. Seit meiner letzten Bourdieu-Lektüre habe ich selten scharfsinnigere Analysen gelesen und mich seit Austen nicht mehr so gut amüsiert. Ein passender Abgesang auf die Möchtegern-Einpeitscher des neoliberalen Lebensstils, die marktschreierisch ihren freudlos-vulgären Hedonismus in die Welt posaunten und jeden halbwegs intelligenten Menschen mit ihrer Dumpfheit genervt haben. Nur ironische Personenbeschreibungen der Hauptakteure (also Poschardt z.B.) hätten es NOCH amüsanter machen können…

  195. @ wivo,
    Tod den Punkten :-)...

    @ wivo,
    Tod den Punkten :-) immerhin war Don der führende Kopf von Dot.com Tod. Dass man hier keine Absätze machen kann, finde ich in der Tat skandalös.
    Diese Punkte sind wahre Verzweiflungspunkte.
    (Absatz) geht anscheinend hier nicht. Ich probier mal das p-Tag mit genau den gleichen Tags, aber mit “ “ mittendrin:
    Wenn jetzt ein Absatz kommt, dann hats geklappt. Ich schreibe ungern so Textkrautwurst ohne sinnstiftende Absätze. Zur Not könnte man auch sehr unorthodox und nicht sehr löblich den erzwungenen Zeilenfall mit mind. 2 mal dem Tag br in spitzen Klammern probieren, so:

    Wenn dieser Satz jetzt nahtlos kommt ohne Absatz, dann war auch diese Idee Müll und ich hab nie was gesagt.

  196. <p>Das Problem ist insofern...
    Das Problem ist insofern akut, aber auch neu, als, soweit ich erkennen kann, 10 der 10 meistkommentierten Beiträge unter allen knapp 900 Beiträgen, erst in den letzten vier Wochen auf diesem Blog hier entstanden. Wenn es 10 Kommentare gibt, ist das alles nicht so tragisch, aber bei 50 und mehr wird das wirklich zum Problem. Ich höre aber, dass bald Hilfe folgen soll.
    .
    Georgiana Darcy, danke, ich werde versuchen, das zu beherzigen. Zumal es absolut wichtig erscheint, wenn man mal sieht, wie sich da andere in den Abguss der Freundlichkeiten tunken:
    „Ulf Poschardt war der designierte Chefredakteur der deutschen Ausgabe, genialer Kommunikator und selbst ein wandelnder Mythos der Popkultur. Dazu blendend im Aussehen, jung und hochsympathisch. Auch galt Poschardt damals als einer der bestbeleumundeten Journalisten des Landes.“
    Ich weiss schon, warum ich für die taz keinen Cent mehr ausgebe. Geschrieben hat das ein gewisser Berliner namens „Joachim Lottmann“ (oder entgeht mir da die typisch Berliner Ironie?)
    http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/das-warten-und-das-ende/

  197. äh, ein Blick in Wikipedia...
    äh, ein Blick in Wikipedia ergibt „Das herausstechendste Merkmal der Prosa Lottmanns ist seine Verwendung des ironischen Zu-Tode-Lobens im Duktus gespielter Einfalt – ausgeführt etwa anhand der ständigen Verweise auf Christian Kracht in „Deutsche Einheit“ oder in zahlreichen Artikeln über Gerhard Schröder und die SPD in der taz. „

  198. Gut, dann habe ich die Ironie...
    Gut, dann habe ich die Ironie übersehen. ironie ist übrigens auch noch so eine explizite Berliner Unart. Wenn man in Berlin totgefahren wird, hat es der besoffene Lenker eines verrosteten Golfs ohne TÜV auch nur ironisch gemeint.

  199. Nun- da bleibt bei mir ein...
    Nun- da bleibt bei mir ein etwas schaler Nachgeschmack. Wie immer köstlich geschrieben und durchaus geschmackvoll angerichtet muss ich allerdings sagen das München nicht wirklich besser ist als Berlin!
    Im Klartext: Ich finde in München residiert das- sorry an alle Münchner die sich nicht dazu zählen- vielleicht… na… sagen wir diplomatisch „speziellste“ Volk im Bundesdeutschen Vergleich. Alleine diese „Mir san Mir“ Mentalität die noch aus der Zeit des „Kini“ stammt…
    Berlin mag das gegenteil sein und Assig und man trägt den „… Mantel Dolce und Gabbana von vor vier Jahren…“ und man würde ja wirklich zu gern dazugehören zu den adligen. Der verzweifelte Versuch von Poschardt, die Mover und Shaker ködern zu wollen, um sein Blättchen am leben zu erhalten, kann natürlich auch wieder als Beleg dafür gesehen werden, das aus der Bundeshauptstadt niemals etwas kommen könnte das, wie sie so schön schrieben „… den anderen Dienern meiner Klasse“ signalisieren könnte, das ihnen ein anderes Schicksal beschieden wäre „…wenn sie ihre Berufung vergessen und denken, man würde ihnen, deren natürliches Schicksal der Verbleib in demütiger Haltung ist“ als Vanity Fair.

  200. Don, das ist hier zwar nur...
    Don, das ist hier zwar nur eine Tangente, aber die Ironie in Lottmanns Beschreibung hätte man schon erkennen können. Ich erinnere nur an die Kummer-Affäre, die sich sozusagen unter Poschardts Ägide als Chefredakteur des SZ-Magazins ereignete (von wegen Leumund und so). Ansonsten natürlich: weiter so!

  201. [Edit: Ups,...
    [Edit: Ups, Überschneidungsposting mit dem Vorgänger.
    Vielleicht sollte man erwähnen, dass Poschardt nach Berlin kam, weil seine Karriere an Tom Kummer beim SZ Magazin aus München endete. Wie überhaupt sehr viele Medienleute, die jetzt Berlin absolut grossartig finden, München nicht über die grössten Siegesstrassen verlassen haben.
    .
    In Bayern würde man sagen: Do hobds eich wos eigfongt, mei Liaba.

  202. "(oder entgeht mir da die...
    „(oder entgeht mir da die typisch Berliner Ironie?) […] ein Blick in Wikipedia ergibt „Das herausstechendste Merkmal der Prosa Lottmanns ist seine Verwendung des ironischen Zu-Tode-Lobens im Duktus gespielter Einfalt -“
    Mei, der nicht verständliche Berliner Humor (Ironie ist das keine!). Den versuche ich nun auch schon seit geraumer Zeit eher erfolglos zu entschlüsseln, was schwieirger ist als handgeschriebene Manuskripte des 13. Jahrhunderts. Hier gilt ja auch anrempeln und dumm anquatschen als humorvoll, tarnt sich nun auch Salbaderei in der taz als Ironie!? Oder ist das ein Versuch, grotesk zu sein?
    Ein Ansatz postmoderner Ironie? Vielleicht aber ist es einfach nur so platt, wie es dasteht?
    Wirkliche Ironie hingegen ist etwas ganz anderes: sie setzt Subtilität und Reflexion und das liegt beides nicht in der Berliner Luft. Aber das sind nur zwei der (vielen), diese Stadt wieder zu verlassen (zwar erst mal nicht zurück ins schöne Bayernland – Grüße! – obwohl: nach der Gründung des Weltreichs Lotharingien wäre das durchaus wieder eine Möglichkeit… Vorausgesetzt, dort wird die Doktorarbeit wieder zum einzigen möglichen universitären Abschluß.)

  203. Höhere Gesellschaft =...
    Höhere Gesellschaft = oberflächlicher. Jeder, der nur über die Oberfläche waten will, wird früher oder später gesteinigt und gekreuzigt.

  204. ... lustig, es geht - hier...
    … lustig, es geht – hier zwar „nur“ um literaten – immer weiter mit dem grossen deutschen staedte-ranking:
    http://www.sueddeutsche.de/655385/737/2768513/Berlin-ist-ein-Buch-Muenchen-ein-Konto.html
    viele gruesse aus trashy but fabulous south beach…

  205. den ausruf der freundin fand...
    den ausruf der freundin fand ich witzig…
    drei fragen:
    1. sind provinzialität und stillosigkeit nicht ein gesamtdeutsches problem…!?
    2. was weiß jemand, der kein einkommen bezieht und von seinem vermögen lebt, vom solidaritätsbeitrag?
    3. warum muß man immer zu einer bestimmten gruppe/schicht dazugehören (wollen) und um ihre anerkennung ringen?

  206. Don, Gratulation zur...
    Don, Gratulation zur Startseite.
    Die FAZ hat ihren Agent Provocateur.
    Tut mir leid, den Artikel und die Kommentare habe ich nur überflogen. Ich fand meine Erfolge in München genauso wichtig wie meine Misserfolge in Berlin, als Ausländer kann ich die Rivalität emotional nicht nachvollziehen. Nachdem Sie mit den Premium-Illustrierten und der armen Hauptstadt Ihre Hünchen gerupft haben, freue ich mich über neue Themen.

  207. Darf ich bemerken, dass ich...
    Darf ich bemerken, dass ich den Beitrag gar nicht so arg provokativ – und schon gar nicht provokativ für Berlin – finde? Diese ganzen nicht freischaltbaren Kommentare von Leuten, die mit persönlichen Beleidigungen Berlin verteidigen und damit einem Herrn Poschardt den Vorzug geben, dessen sonstiges Wirken eigentlich keinem der Einkommensklasse unter 50.000 Euro/jJahr zusagen könnte, ist wahrhaft erstaunlich. Vielleicht sollte die Initiative Neue Soziale marktwirtschaft eine Pro-Berlin-Kampagne machen, dann müsste sie sich um Unterstützer nicht mehr sorgen.

  208. möchte noch jemand Tee? ;)...
    möchte noch jemand Tee? ;)

  209. Jetzt hab ich es doch noch...
    Jetzt hab ich es doch noch gelesen.
    Die halbe Wahrheit (über B) ist locker so provokativ wie Herrn Poschardt armes Lügen-Motiv. Wäre Ihr Blog-Job nicht Stütze: hellere Stadt-Hälften sind Pflicht – für jene glänzenden Hefte allerdings nicht. Würde die FAZ mich als Hartz-Provokateur honorieren: Don, Sie sind zu provinz-reich um diese Stadt zu kapieren.

  210. Vielleicht bin ich auch...
    Vielleicht bin ich auch einfach nicht verblendet? Immerhin habe ich eine gewisse Distanz zu meiner Provinz, die den typschen Slumbewohnern in Berlin in aller Regel abgeht.

  211. Mensch, ich will auf Tour,...
    Mensch, ich will auf Tour, mein Puls ist aber auf 200! Nur kurz! Leider habe ich eben von einem Freund diesen Link bekommen. Thematik: Berlin Bashing (VF als Begleitproblem)! Werter Herr Don Alphonso, glauben Sie, dass Hartz 4 Empfänger Bücher lesen? Ich kann Ihnen und Ihrer (Schreiber-)Seele nur empfehlen, ein paar Tage und Nächte unter Menschen zu verbringen. Hören Sie zu, schauen Sie sich um! Verlassen Sie Ihre geistiges Gefängnis! Es ist schrecklich beklemmend, wie s/w Sie malen und denken. Herzliches Beileid! Bleiben Sie mal in München, Berlin wird weiter querdenken und handeln und – na und – immer das größte Dorf Deutschlands bleiben. Auf jeht’s!

  212. Und stehen Sie zu Ihren...
    Und stehen Sie zu Ihren Worten! Alles andere ist Kindergarten! Ich weiß, wovon ich schreibe! :o) Tut mir leid, wenn Sie so viel „Kloppe“ einstecken müssen. Mir geht es nicht mal um Berlin, sondern um Ihre gruseligen Ober-, Unterschichten Geschichten und das Verfolgen höherer Ziele: neue D&G Klamotten z.B. Es tut mir wirklich leid.

  213. Vor allem zu solchen Aussagen:...
    Vor allem zu solchen Aussagen: „Vielleicht bin ich auch einfach nicht verblendet? Immerhin habe ich eine gewisse Distanz zu meiner Provinz, die den typschen Slumbewohnern in Berlin in aller Regel abgeht.“ Slumbewohner! Egal wo, ist das nicht schlimm? Und so etwas schreiben Sie als (festangestellter) FAZler? Schämen Sie sich! Sie sollten es besser machen und wissen!

  214. Während Städte wie Hamburg,...
    Während Städte wie Hamburg, München und sogar Köln eine Menge Bewunderer haben, die nicht in diesen Städten leben, wird über Berlin in aller Regel nur von Berlinern und Stuttgartern geschwärmt. Ob es ein Kompliment ist, dass Stuttgart sich mit Berlin vergleicht, naja, das mag jeder selber beurteilen.
    Selbst Städte wie Dresden oder Leipzig finden außerhalb mehr Bewunderung, zu Recht. Berlin hat keinen richtigen Stadtkern und selbst in zentralen Lagen noch unglaublich viel extrem hässlicher Bausubstanz. Aber Einbildung ist halt auch eine Bildung. Es stimmt, die Vanity Fair hat diese Einbildung zumindest mit aller Mühe gefüttert.

  215. <p>Mir sind die...
    Mir sind die Wahrnehmungsstörungen durch Gewöhnung durchaus bekannt, aber








    das hier ist alles im Prenzlauer Berg rund um den Helmholtzplatz, und wenn das kein Slum ist, dann gibt es keinen Slum.
    Bei den Prügeln weiss ich ja, wo sie herkommen; es macht mir weniger Sorge, dass sie kommen, als vielmehr, dass die, die sie austeilen, vielleicht mal Berlin verlassen müssen. Slum ist nicht schön, aber wenn die Leute damit zufrieden sind und dort bleiben, hat es auch seine Vorteile.

  216. Es ist immer wieder schön,...
    Es ist immer wieder schön, dass Bayern = München gesetzt wird und doch so verschieden ist. Gerade das vielzitierte „mir san mir“ ist nun mal mehr bayrisch, während München die Großstadt mit dem höchsten Ausländeranteil in Deutschland ist (ca. 23% im Vergleich zum tollen Multi-Kulti Berlin mit gerade mal 14%). In Bayern wird CSU gewählt, in München regiert die SPD. Man braucht in München auch keine gespielte Toleranz (die man am Ende oft nur zu seinesgleichen hat) wie eben bspw. in Berlin. Oder wie tolerant ist denn der durchschnittliche alternative Berliner und treue Linke-Wähler gegenüber dem Gutbürgerlichen?
    Und in München? Da wird in Haidhausen, ein Bezirk , in dem sich ein rosarotes Lokal an das nächste reiht, auch nicht über die traditionelle Gaststätte und den Biergarten in Lehel gelästert, sondern man geht bei sonne auch dorthin; man lebt eben zusammen.
    Oder setzen Sie einen gewissen Wohlstand mit Konservativ und Intolerant gleich, während die Armut in Berlin mit Tolerant und offen gleichgesetzt wird?

  217. Aha verstehe, sie versuchen...
    Aha verstehe, sie versuchen hier so eine Art Kunstfigur wie Alexander von Eich a.k.a. Christian Ulmen aufzuziehen. Naja da geht es ihnen wie der Vanity Fair, sie müssen noch ein bisschen üben. Der Gag mit der Intelligent Living war schon nicht schlecht. Da fragt man sich, wie doof muss dieser Don Alphonso sein, wenn er sich nach dem Lesen einer Einrichtungszeitschrift klüger fühlt. Aber die Sache mit dem vier Jahre alten D&G Mantel haben sie versaut. Viel zu lange drum rum gelabert, viel zu oft wiederholt. Insgesamt kann man sagen, der Artikel wäre doppelt so witzig, wenn er nur halb so lang wäre. Aber probieren sie es ruhig weiter. Es sollen auch Leute aus der Provinz schon Großes geleistet haben.

  218. <p>Nur weil Sie nicht richtig...
    Nur weil Sie nicht richtig lesen oder nicht richtig abschreiben können, ist der Artikel nicht zu lang. Intelligent Life ist eine Vierteljahreszeitschrift des Economist.
    http://www.moreintelligentlife.co.uk
    Und die World of Interiors ist eine hochklassige Einrichtungszeitschrift aus dem Haus Conde Nast.
    http://www.worldofinteriors.co.uk
    Bei Letzterer geht es mitunter auch um die Genese der Pflanzenmalerei in einem Gartenschloss von Schönbrunn (ein Schloss nahe Wien), um die indische Mogularchitektur oder Palladianismus in England. Oder um ein Taubenhaus im Jemen. Oder Holzkirchen in der Ukraine. Aber das muss man eben erst mal wissen. Wenn man nicht gerade ein Berliner ist, dann verstehe ich das natürlich.

  219. "...Gesellschaft der...
    „…Gesellschaft der Medienfiguren und Adabeis…“
    Das Wort „Adabei“ habe ich als Jugendlicher das erste mal im Lied „Schickeria“ der Münchener Spider Murphy Gang gehört. Geben Sie Berlin doch noch ein paar Jahre Zeit!

  220. Ich danke Don Alphonso für...
    Ich danke Don Alphonso für seinen Blog,sowie den Kommentatoren..für die amüsante Zeit beim lesen.Soviel zum schmunzeln,lachen,an den Kopf kloppen bekommt man selten in der FAZ.
    Nur eines würde ich gerne mal erwähnen….viel träumen von Reichtum,aber nicht zwingend im Zusammenhang mit der Zugehörigkeit zum sogenannten Bürgertum.
    Mancher möchte vielleicht ein Teil davon sein,andere schreckt es eher ab…
    Am Ende bleibt…vor Gott sind alle gleich….schön wäre es auch zu Lebzeiten.
    Respekt gegenüber dem Mitmenschen an und für sich, ist weder eine Geld noch eine Standesfrage.

  221. Da man lateinische Klassiker...
    Da man lateinische Klassiker nicht nur immer wieder mal sondern eigentlich permanent lesen kann, ohne dass sie schlechter werden, mußte ich bisher (33) keinerlei Illustrierte lesen. (Wer dies bezweifelt, dem empfehle ich mit dem mittelmäßigen Buch über Oliven- und Feigenzucht aus der Naturalis Historia Plinius des Älteren zu beginnen.)
    Letzte Woche bekam ich dann also in einem Berliner Hotel zum ersten (und einzigen?) mal die Vanity Fair unter die Augen. Ohne von der Auflösung zu wissen, war ich fasziniert, von der öden Überflüssigkeit des ganzen Produkts. Wie verzweifelt muss man sein, so ein Blatt regelmäßig zu lesen?

  222. Dirk, Adabei ist sehr alt, ich...
    Dirk, Adabei ist sehr alt, ich meine es sogar schon irgendwo in einem Buch über das Schwabing des frühen 20. Jahrhunderts gelesen zu haben. Jedenfalls kannte ich as schon als Kind, also vor Spider Murphy.
    .
    Quallenregen, oh, es lässt sich ganz gut an, und ich glaube, da kommt noch so einiges.Ich glaube auch nicht, dass sich alle im Bürgertum wohl fühlen würden – wenn man darin aufwächst, kennt man das alles nicht anders und hinterfragt auch nichts. Von aussen betrachtet ist es dagegen voller absonderlicher marotten, denen zu unterwerfen sicher keinen besonderen Spass macht. Zumal es ja wirklich nichts über den Menschen sagt, wenn er deim Tee trinken den kleinen Finger abspreizt.

  223. Salzburger, nun, ich habe aus...
    Salzburger, nun, ich habe aus einem Kapuzinerkloster eine kleine Sammlung von Büchern über Bienenzucht aus dem 18. Jahrhundert, und muss sagen: Es geht auch ohne Latein.
    .
    Ich glaube allerdings auch, dass das Faszinosmus der Nichts, der Leere sehr anziehend sein kann. Man kann so etwas lesen, weglegen und das Gefühl haben, diese Zeit einfach nicht existiert zu haben. Aber wenn ich wirklich Exerzitien brauche, spüle ich Geschirr.

  224. Wunderschöne Fotos weiter...
    Wunderschöne Fotos weiter oben, dafür liebe ich Berlin u.a. Ich habe auch mal in München gewohnt und es ist sicher Geschmackssache, aber die Stadt ist mir zu spießig und sauber. Ganz zu schweigen von dem Dialekt… Berlin hat eine Atmosphäre, die mir einfach näher ist, und es interessiert keinen, was man trägt. Da wird die Stadt im Artikel heftig gedisst und dann kommt die Geschichte mit der pikierten Freundin, deren Attitüde einfach nur lächerlich wirkt. Ziemlich kontraproduktiv aus Sicht des Verfassers. Ansonsten bleibe ich gelassen in meinem Slum und rege mich nicht über die Kritik auf. Ich weiß ja, was ich an Berlin hab, und wenn man es darauf anlegt, findet man an jeder Stadt dieser Welt negative Seiten.

  225. Slumbewohner, diese...
    Slumbewohner, diese unaufgeregte Haltung ehrt Sie.

  226. Ach, ihr Großstädter habt ja...
    Ach, ihr Großstädter habt ja Probleme. Aber ich wohne gerne auf dem Land.

  227. Ich verstehe das ganze...
    Ich verstehe das ganze Berlin-Theater hier nicht. In Berlin gibt es (mehrere!) „Westviertel“ ebenso wie in München beispielsweise ein Hasenbergl. Berlins Verdienst ist es, dem Rest der Welt zu zeigen, dass wir Deutschen nicht nur pünklich, sauber, perfekt können, sondern auch zu spät, schmutzig und unvollkommen. Das finde ich nicht unsymphatisch.

  228. Guten Abend,
    Ihre Bilder aus...

    Guten Abend,
    Ihre Bilder aus dem Slum Prenzlauer Berg sind erschütternd! Wohl wahr! Leider kann ich keine Pics einfügen, schicke Ihnen gern ähnliche Fotos aus HH (Ottensen). Diese Art von Bildern finden Sie mit Sicherheit auch von anderen schööönen, sauberen Städten. Die Probleme sehe ich als weniger Städte bezogen, sondern eher gesellschaftlich und vor allem Länder übergreifend. Leider! Ihr heiß begehrtes Magazin The World of Interiors kommt aus UK, Sitz in London, richtig? London???? WOW! Haben Sie Interesse an Bildern aus DER Stadt London? Habe eine ganze Weile dort gelebt und liebe diese dreckige Stadt! Ich glaube, da würden Sie durchdrehen. Dagegen sind „Berliner Slums“ Kinderkram.
    Danijela Pilic – ganz große Nummer von VF online DAMALS. Selten so einen lustigen Blog gelesen. Da können Kürthy und Konsorten einpacken.
    Meine Abschlussworte: Ich wünsche mir, dass gerade Sie als (festangestellter) Redakteur der FAZ Ihr Schubladen-Denken nicht ungefiltert an Ihre Leserschaft weitergeben. Weniger Hass(-Wörter) gegen Berlin und „Unterschichten“, weniger s/w Denken und bitte mehr Vorschläge und Anregungen (durch Berichte über Interessantes, Außergewöhnliches), wie wir Sachen verbessern können! Und bitte, bitte glauben Sie mir: Es gibt noch viele Menschen, die Bücher lesen. Das ist Geldbörsen, Schichtenzugehörigkeit unabhängig, z.B. dank der vielen Bibliotheken. Was machen eigentlich die U-Bahn-Schläger aus München? Den letzten Satz konnte ich mir nicht verkneifen.

  229. "Bahlsen 20. Februar 2009,...
    „Bahlsen 20. Februar 2009, 13:11 Berlin ist für mich persönlich die Rache Honeckers…“ Also dafür jibt’s nen Keks. Gern den mit den 52 Zacken. Das finde ich wirklich lustig formuliert! Und München ist die Rache vom Strauß, na zumindest der gefährliche Bodennebel-Flughafen.
    Danke übrigens für den Kommentar: München = Bayern. Leider kommen wir da nicht mehr raus. Internationales Leitbild Deutschland = Weißwurscht, Oktoberfest und Lederhosen. Mehrfach in London erzählt bekommen. Schrecklich, oder?

  230. <p>Katherl, wissen Sie, was...
    Katherl, wissen Sie, was absolut typisch für Berlin ist? Das ist bei jeder bemerkung sofort die Reaktion, dass es wianders noch schlimmer ist. Statt auch nur ein einziges Mal einzugestehen, dass massenhaft Müll auf der Strasse nicht normal ist, dass es andere auch gebacken bekommen, nicht monatelang dreckige Sofas rumstehen zu lassen oder nicht überall Matratzen liegen zu haben. Und damit auch gleich den besten Grund zu haben, genau so weiterzumachen. Weil es anderswo noch schlimmer ist. Weil anderswo noch üblere Gestalten sind, weil man nicht schlecht ist, solange man irgendwo einen schlechteren findet.
    .
    Und diese Hinwendung zum noch Schlechteren, diese Suche nach der kleinen Differenz, das ist eine typische Slummentalität. Sich mit dem Dreck arrangieren, mit dem Müll zu leben.
    .
    Ich bin weder Redakteur noch fest angestellt. Und ich werde den Teufel tun und zuliebe vion irgendwelchen Relativierern das schreiben, was ist. Zugunsten einer gefälligen Lüge für Berlin-Fans, die Schonung möchten und weitere Zurechtweisung brauchen.

  231. Sie haben es nicht kapiert!...
    Sie haben es nicht kapiert! „Zugunsten einer gefälligen Lüge für Berlin-Fans, die Schonung möchten und weitere Zurechtweisung brauchen.“ Und Sie sind niemals (m)ein Lehrmeister, verzichte dankend auf Ihre Zurechtweisung. Ich bin kein Berlin-Fan. Es geht MIR nicht um Berlin. Ihnen anscheinend. Ich rede von einem gesellschaftlichen Problem und das sollten Sie auch! Indem Sie auf Berlin(-Fans) und deren Bewohner verbal einprügeln, verbessern und verändern Sie gar nichts. Wieso haben Sie sich nicht um die Räumung der Plätze bemüht? Stadtverwaltung anrufen! Obwohl in London durchaus mal KFC-Menüs im Bus liegen, Papierkörbe km weit entfernt sind, haben wir immer brav allen Müll entsorgt und getrennt. Tun Sie was für eine bessere Gesellschaft und ein schöneres Leben. Schreiben Sie über wichtige Dinge, über kleine Menschen, die eine größere Plattform, ein großes Medium benötigen.
    Apropos: Wer sind Sie?

  232. ja, wenn das jeder so könnte,...
    ja, wenn das jeder so könnte, den anderen sagen, was sie sollen… das wär schön.
    .
    Wenn es Ihnen nicht um Berlin geht, was machen Sie dann hier? offensichtlich nicht den Müll wegräumen, sondern nur kaschieren.
    .
    Was geht Sie das an? und wer sind Sie? Haben Sie eine Katze? Heisst Ihre Mutter Franziska?

  233. Ich glaube, ich breche an...
    Ich glaube, ich breche an dieser Stelle ab. Zeit- und Energieverschwendung! Ich verstehe Ihre zerhackten Absatzgedanken nicht. Dass ich Ihren Artikel gelesen habe, sollte Sie doch erfreuen, oder? War sehr anstregend. Ich biete Ihnen nochmals sehr gern Schmuddel-Bilder aus anderen Metropolen (?) an. „Was geht Sie das an? und wer sind Sie? Haben Sie eine Katze? Heisst Ihre Mutter Franziska?“ – Haben Sie Spice intus? Meine Frage kam vielleicht etwas forsch bei Ihnen an: Ich dachte, Sie wären Redakteur. Nun gut, machen Sie sich locker, mehr bleibt nicht zu sagen!

  234. Kompliment, Don... Ihren Job...
    Kompliment, Don… Ihren Job hier würde ich nervlich nicht durchstehen…..

  235. Hat eigentlich niemand den...
    Hat eigentlich niemand den Ausspruch der Freundin mit dem Titel der verschiedenen Zeitschrift in Zusammenhang gebracht?
    Arm, aber sexy, jaja. „Faut pas jouer les riches quand on n’a pas les sous“ singt Jacques Brel.

  236. Werden Sie meine Kommentare...
    Werden Sie meine Kommentare nicht online stellen? „Alle Beiträge werden gegengelesen.“ Nach Ihrem letzten netten Posting bitte ich darum. Oder gilt hier keine Meinungsfreiheit? Viele Grüße aus dem Norden Deutschlands

  237. <p>Ich habe das letzte Ding...
    Ich habe das letzte Ding eigentlich nur freigeschaltet, damit jeder, wirklich jeder versteht, warum ich absolut keine Lust habe, mich weiterhin auf solche – mit Verlaub – irrwitzigen Lachnummern einzulassen, selbst wenn so manche geistige Selbstentleibung witzig wäre.
    .
    Aber dieser Kindergarten, sobald man mal zwei Stunden unterwegs ist, stört diejenigen, die an ernsthaften Gesprächen interessiert sind. Es gibt genug Leute, mit denen man sinnvoll reden kann. Die anderen zensiere ich nicht. Ich erspare ihnen nur die Tragödie, ihre Geisteshaltung der Welt in einem dummen Moment mitzuteilen.

  238. nurmalsozwischendurch, danke,...
    nurmalsozwischendurch, danke, es geht schon, aber bei ein paar anonymen Zeitgenossen, die sich mit einer Beleidigung vorstellen und nicht anders weitermachen, wäre mal ein System ganz nett, das denen das Leben erschwert. Einfach so, zwecks der Gaudi.

  239. Guten Abend,
    gelesen habe ich...

    Guten Abend,
    gelesen habe ich Ihren Beitrag schon am Freitag aber lange überlegt, ob ich hier auch einmal etwas hineinschreibe.
    Zunächst einmal: Gelacht habe ich schon lange nicht mehr so herzlich über die gelungenen Zustandbeschreibungen von Vorbildern. Auch die Kommentare ließen mich hier und da doch zu einigen Erheiterungsausbrüchen gelangen.
    Dennoch möchte ich Sie Don Alphonso und – wenn er denn noch antwortet den Bildungsbürger- etwas fragen.
    I.Zweifellos verorten Sie sich beide in der Elite. Dazu interessiert mich, wo Ihrer beide Grundlage für diese Zuordnung begründet ist.
    II. Sie erwähnten das Wort Demut. Ihre Erklärung dazu würde mir sehr weiterhelfen, hinsichtlich der Wahrnehmung Ihrer Person (en).
    III. Hat sich erledigt, weil Dienen haben Sie mir hinreichend genug beschrieben.
    @ Bildungsbürger. Ich denke ein Journalist soll (muß) Reibungsflächen erzeugen.

  240. Guten Abend,
    was ich so...

    Guten Abend,
    was ich so erstaunlich finde – und davon wird auch der morgigeBeitrag handeln – ist der gleichlautende Wunsch sowohl von der Elite als auch deren Gegner, darüber nicht zu reden, oder darüber nichts lesen zu wollen. sehr erstaunlich, als wollte man die Augen davor verschliessen und nicht in seiner Meinung gestört werden.
    .
    I. Ich bin allenfalls eine Randfigur der „Elite“. Ich entspreche den Anforderungen nur teilweise. Ich denke aber, ich kann für mich selber stehen, und gleichzeitig über Elite erzählen.
    .
    II. Demut ist zu wissen, dass man kein Solitär, sondern nur Teil in einer langen Reihe ist, und sich entsprechend zuverhalten. Demut empfinde ich, wenn ich das Haus sehe, dessen Hüter ich für meine Lebensspanne sein darf, und das noch stehen wird, wenn ich längst vergessen bin.

  241. Vielen Dank für die...
    Vielen Dank für die Antwort,
    ich wußte gar nicht, daß es die Elite nicht wünscht, darüber zu sprechen oder zu reden. Bei den Gegnern ist es mir eher nicht verwunderlich, denn daß hieße doch aussondern und sich bezeugen zu müßen, was bei den gegenwärtigen Auseinandersetzungen bezüglich von Gleichstellung und ähnlichem auf erbitterten Widerstand stoßen würde. Die Gegner müßten sozusagen eingestehen, daß es doch Unterschiede gibt.
    Die, die sich für Elite halten, scheinen sich nach dem, was Sie schreiben dann eher damit zu erklären welcher Klasse sie hinsichtlich ihres materiellen Wohlstands angehören? Dazu fällt mir ein Film ein , den die Elite sich dann vielleicht einmal anschauen sollte, in der Hoffnung, daß sie den tieferen Sinn auch erfassen, was problemlos möglich sein sollte. Ich empfehle >Drei Männer im Schnee< mit Paul Dahlke. I. Sie schreiben von Anforderungen, die an Sie gestellt werden, denen Sie nur teilweise entsprechen. Mich erinnert das wiederum an einen Film. >Titanic< . Die Szene in der Jack zum Essen auf dem Oberdeck eingeladen wird.... II.Ich empfinde Demut vor meinem Großvater, der mit über siebzig Jahren noch seinen Acker mit Pferd und Pflug selber bestellte und anschließend >Schiet seid häd<, wie es hier in norddeutscher Mundart heißt. Und ist Demut nicht auch eine Art des höflichen Umgangs mit Menschen? Ich freue mich auf Ihren Beitrag heute (muß es wohl jetzt schon heißen :-;), zumal ich diesen Blog am Freitag das erste Mal entdeckt habe. Ich wünsche uns zunächst eine angenehme Nachtruhe.

  242. Keine Ursache. Ich glaube,...
    Keine Ursache. Ich glaube, jeder muss Demut für sich selbst definieren, wenn er partout überhaupt möchte. Erschwerend kommt hinzu, dass manche recht schnell sind, Demut nach ihrer Vorstellung einzufordern, was der Popularität des Themas schadet.
    .
    Ich glaube, dass man auf der besseren Seite des Lebens einfach keine Lust hat, sich Neid und Missgunst auszusetzen, und eigentlich ganz froh ist, wenn sich diese Aversion dann an Leuten austobt, die in Schungelcamps komische Dinge tun. Es gibt eine Realitätskonstruktion zwischen den Klassen, mit der beide bestens leben können – die einen, weil sie ihren Hass los werden, und die anderen, weil sie davon nicht betroffen sind. Jeder Versuch, das zusammenzuführen, würde oben als Entblössung und unten als Abschied von lieb gewonnenen Vorurteilen (Armut als Schule des besseren Charakters etwa) wahrgenommen werden.

  243. Mäntel sollten deutlich...
    Mäntel sollten deutlich älter werden als 4 Jahre. Man ist schließlich ein Mensch, der reich ist „weil er spart, und sich nicht jeden hochgeschriebenen Tand kauft“. Entweder der Mantel war vor 4 Jahren schon Müll oder er wird auch in 4 Jahren kein Müll sein. Dazwischen gibt es nichts. Sich über die Kleidung Dritter und insbesondere über das Alter jener Kleidung übermäßig viele Gedanken zu machen ist typisch kleinbürgerlich. Ebenso wie das Gerede von „unseren Kreisen“, das den Sansibar-Aufkleber unter den Formulierungen darstellt.

  244. Den Reiz dieses Blogs und eine...
    Den Reiz dieses Blogs und eine Menge der erbosten, nachgerade hasserfüllten Gegenreaktionen macht es gerade zu aus, dass hier eben doch darüber geredet wird. Sehr spannend, wirklich.

  245. Unter dem Vorwand eines...
    Unter dem Vorwand eines Nachrufs auf eine ganz offensichtlich überflüssige und an Selbstüberschätzung eingegangene Zeitschrift gibt der alles andere als stille Don ein paar Breitseiten auf „Berlin“ und „die Berliner“ ab und schon wird allseits mehr oder weniger beleidigt aufeinander gefeuert. Inzwischen dürften zum Thema sämtliche vorhandenen Worthülsen verschossen worden sein. Interessant zu beobachten ist auch, das sich vor allem die Liebhaber Münchens bemüßigt sehen, die Einzigartigkeit dieses Millionendorfes herauszustellen, indem sie an Berlin kein gutes Haar lassen. Wenn ich zur eigenen Erhöhung andere erniedrigen muss, zeige ich wohl kaum wahre Größe. Echtes Selbstbewußtsein kommt darin nicht zum Ausdruck.
    Nett auch der Versuch so manchen Bloggers, Alphonsos Oberklasse-Attitüde übertreffen zu wollen. Kopisten bringen es nie zu Ruhm. Sie mehren nur den der kopierten.
    Inzwischen hat der Text doch noch reinigende Wirkung entfaltet und ein Nachdenken über „Demut“ ausgelöst. Demut, so scheint mir, ist ein Schlüsselbegriff dieser Krisenzeiten, die uns der Hochmut beschert hat.
    Demut, verstanden als christliche Tugend der humilitas, beugt der Selbstüberschätzung vor. Demut ist aber unspektakulär und deshalb als Thema für diesen auf vordergründige Effekte aufgebauten Blog eigentlich ungeeignet. Ich bin gespannt, ob die eher dem Hochmut verdächtigen „Münchner“ mit dem Begriff überhaupt etwas anfangen können …

  246. Es gibt viele gute Gründe,...
    Es gibt viele gute Gründe, die taz nicht zu mögen + Lottmann zu verachten. Aber dieser Beitrag zum Vanitiysterben von heute ist so arg auch nicht: http://blogs.taz.de/lottmann/
    Ich bin froh, nicht mehr in Berlin zu leben und die bekannten Zumutungen nicht mehr täglich parieren zu müssen. Was mich gleichwohl erstaunt, wenn ich mir Ihre schnöden Müllphotos anschaue: Sind Sie so gänzlich unempfänglich für die melancholische Schönheit großer gerupfter Städte, die doch spätestens seit Baudelaire in Kunst + Literatur + Feuilleton ihren Platz hat? Wenn man andernorts übet Schönheit geradezu stolpert, brauchts halt in manchen Schrummelgegenden ein bisschen gute Beleuchtung, besondere Gestimmtheit + sonstige Zauberei, um Resten + Ruinen ein wenig Poesie anzugewinnen. Wenn man dort lebt, nicht abgestumpft ist + es nicht als besonders angenehm empfindet, permanent zu verachten, hat man eigentlich keine andere Wahl.

  247. Ladyjane, ich muss gestehen,...
    Ladyjane, ich muss gestehen, dass die aufgeworfene Frage so gut ist, dass ich ihr morgen gegen meine Planung und einen halbfertigen Beitrag eine lange Antwort zuteil werden lasse. Die Kurzfassung aber ist: Zerfall ist eine wunderbar natürliche Sache. Asoziale, die andere menschen mit ihrem Dreck belästigen, weil sie zu faul oder zu geizig sind, den Sperrmüll zu holen, lassen keinen Zerfall entstehen, sondern nur Müll.

  248. Einen hab ich noch: Was haben...
    Einen hab ich noch: Was haben Berliner und Müncher gemeinsam? Eine gewisse Arroganz und Egozentrik, denn wenn sie nach ihren Telefonnummern gefragt werden: immer ohne Vorwahlangabe. Tse tse tse!

  249. @Don Alphonso. Wenn jeder für...
    @Don Alphonso. Wenn jeder für sich Demut erklären muß ,und nebenher bemerkt, finde ich es überhaupt außerordentlich wichtig nach Erklärungen zu suchen, ist es dann nicht notwendig ein Einzelner zu sein. Eine Vorstellung von Begriffen zu haben, ist doch jedenfalls nötig, gerade auch um sich zu verständigen, ob man überhaupt von der gleichen Entschlüsselung der Begriffe spricht (schreibt).
    Aber vielleicht ist das genau der Widerspruch. (Gegensatz) Zu wissen, allein im Jetzt zu stehen und gleichzeitig anerkennen müssen, dass andere das Bestehende geschaffen haben, genauso wie im Jetzt ebenso andere neben einem selbst schaffen. – Was sind wir allein – ?
    Ob die bessere Seite des Lebens, wie Sie es nennen, tatsächlich besser ist wage ich zu bezweifeln, denn das würde bedeuten, dass die an Besitzstand ärmeren die Schlechten sind.
    Ich würde eher von einer angenehmen, wohlhabenden Seite des Lebens sprechen, die sich über Ihre Versorgung mit den alltäglichen Dingen, und das sogar im Übermaß, überhaupt keine Sorgen machen müssen.
    @ Elbsegler
    Mich hat, ehrlich gesagt, dieser Streit um Berlin und München gar nicht berührt. Letztendlich ist es mir gleichgültig. Ich kenne beide Städte nur aus Besuchen, die erstens schon länger zurückliegen und es mir zweitens nicht erlauben über das Wesen dieser Städte zu urteilen. Es hätte sicher auch eine andere Stadt sein können, aber ich glaube, dass es D.A. auch insbesondere darauf ankam auf den Hauptstadtzustand hinzuweisen.
    Und Vanity Fair? Habe ich mir einmal vor einigen Jahren gekauft und gelesen. Abgelehnt! Aber wer es mag….
    Ob jemand sein Selbst und das anderer darin widerspiegelt welche >Klamotten< getragen werden, zeugt immerhin von einer gewissen Oberflächlichkeit, die wiederum nicht nur in München zu finden ist . Andererseits zeugt der beschriebene Vorfall von einer hohen Wahrnehmungsfähigkeit. Ob diese Art Menschen dann auch die Perlen entdecken, die sich unter nicht angesagter Kleidung verbergen, bleibt allerdings abzuwarten. Young man says´you are what you eat´- eat well. Old man says´you are what you wear´- waer well. You know what you are, you don´t give a damn; bursting your belt that ist your homemade sham. (Dancing with the Moonlit Knight.- Genesis- ) Mir hat die Art des Schreibens gefallen, sowie die Nennung von Begriffen die nur wenig Zulauf haben. Ich sehe die Beliebtheit, die D.A. anspricht aber allenfalls in wohlfeilen Absichtserklärungen unserer Volksvertreter, die bsplw. den Begriff des Dienens wie Friedrich der Große ihn äußerte, gar nicht zu kennen scheinen. Aber ich schweife ab. Mich interessiert wie Sie Demut, Dienen und Auslese zusammenbringen. Und in diesem Zusammenhang auch der Begriff >humilitas<.

  250. @Grenzgänger
    Vanity Fair und...

    @Grenzgänger
    Vanity Fair und ähnliche „Hochglanzmagazine“ wie auch ihre billigen Schwestern der Klatsch- und Knallpresse bedienen sicherlich Bedürfnisse von Mitmenschen (wenn im Fall von VF wohl auch unterhalb der Rentabilitätsschwelle). Es sind vielleicht auch zutiefst menschliche Bedürfnisse. Ob ein vornehmer Mensch denen allerdings nachgeben darf, muss gefragt werden. Allein schon mit dieser „Die-da-oben/wir-hier-unten Perspektive macht sich der Leser solcher Blätter lächerlich. es ist schlicht peinlich. Noch peinlicher wird es dann, wenn manche glauben, mit dem Kauf des aktuellen D&G-Mantels und des neuesten „It-Bags“ nun auch „dazu zu gehören“. Wozu eigentlich? Diese sogenannte „feine Gesellschaft“ ist eine Erfindung, Einbildung, eine Fata Morgana. Mit dem Stichworten Demut, Dienen, Auslese kann ich bei der Beschreibung dessen, was sich so für „feine Gesellschaft“ hält, wohl kaum etwas anfangen. Wahre Größe erreiche ich nicht durch anmaßende Arroganz gegenüber vermeintlich Geringeren, sondern dadurch, dass ich mir Respekt und Anerkennung erarbeite.
    Mangels anderer Wertmaßstäbe, auf die man sich in unserer und mach anderer Gesellschaft nicht mehr einigen kann, bildet heute das Geld für viele Menschen den entscheidenden Maßstab. Allmählich dämmert vielen beim Tanz um das goldene Kalb, dass dieses Tier hohl ist und bis auf äußerlichen Glanz nichts zu bieten hat. Die vielbestaunten Masters of the Universe haben sich als Hütchenspieler erwiesen, die so geschickt waren, dass sie sich schließlich selbst betrogen haben. Die Zocker sind unter uns. Was wird aus Ihnen? Sind sie zur Umkehr fähig? Zur Demut?

  251. da capo :-)

    thx a lot,...
    da capo :-)
    thx a lot, unterhaltung auf hohem niveau. thx!

  252. Guten Abend.
    Die Karawane ist...

    Guten Abend.
    Die Karawane ist schon längst weitergezogen und unterhält sich über Müll und Verfall.
    Bezogen auf das Weiterziehen verhält sie sich nicht anders, als die meisten Menschen, von denen nicht wenige D+G tragen.
    Und seht nur hin für wen Ihr schreibt! Wenn diesen Langeweile treibt, kommt jener satt vom übertischten Mahle, und, was das Allerschlimmste bleibt, gar mancher kommt vom Lesen der Journale. Man eilt zerstreut zu uns, wie zu den Maskenfesten, und Neugier nur beflügelt jeden Schritt; Die Damen geben sich und ihren Putz zum besten und spielen ohne Gage mit. (Goethe)
    Der Unterschied ist nur zu heute, dass die Damen auch noch Gage nun verlangen.
    Aber sei es drum. Die gesunde Neugier ist nicht zu verachten.
    Doch nun, vielleicht zum letzten Mal, ein paar Bemerkungen zur Demut, zum Dienen und zur Elite.
    Es gibt da einen sehr großen Unterschied zwischen der Demut des Aufrechten und der Demut des Anmaßenden.
    Der Anmaßende tritt nach allem, was er niedriger als sich selbst erachtet und beugt sein Haupt vor allem, was er höher als sich selbst erachtet.
    Der Aufrechte hingegen beugt vor nichts und niemanden sein Haupt, erlaubt aber gleichzeitig niemanden, sein Haupt vor Ihm zu beugen!
    Und genau an dieser Stelle muß die herrschende, sich zu häufig aus materiellen Gründen als Eliteklasse ausgebend, die Verbindung schaffen zwischen den verschiedenen Klassen. Hier, genau hier ist es wichtig allen klarzustellen, dass es Elite überall gibt, in jeder Klasse.
    Die Eliten sind Individuen oder Individuengruppen von spezieller Qualifikation; die Masse ist die Gesamtheit der nicht besonders Qualifizierten. Man verstehe darum unter Masse nicht nur und nicht in erster Linie die >Arbeitermassen.< .... Um eine Elite, sei sie wie immer, zu bilden, ist es notwendig, dass sich zuvor jeder einzelne aus besonderen, verhältnismäßig persönlichen Gründen von der Menge trennt. Sein Anschluß an die Gruppe ist sekundär und nachträglich gegenüber der Tatsache, dass er sich vereinzelt hat, und geschieht darum zum guten Teil aus Übereinstimmung im Nicht- übereinstimmen. .... Masse ist jeder, der sich nicht selbst aus besonderen Gründen – im Guten oder im Bösen – einen besonderen Wert beimisst, sondern sich schlichtweg für Durchschnitt hält, und dem doch nicht schaudert, der sich in seiner Haut wohlfühlt, wenn er merkt, dass er ist wie alle. Man stelle sich vor, ein einfacher Mensch würde sich fragen, ob ihn besondere Eigenschaften auszeichnen, ob er für dies oder das Talent hat, ob er irgendwie hervorragt, und er müsste sich gestehen, dass er in keinem Betracht ungewöhnlich ist. Dieser Mensch wird sich mittelmäßig und alltäglich, schlecht begabt vorkommen; aber er wird sich nicht als Masse fühlen. Wenn von auserwählten Gruppen die Rede ist, pflegt gewohnheitsmäßige Heuchelei den Sinn dieses Wortes zu verdrehen, indem sie tut, als sei ihr unbekannt, dass nicht der Anmaßende, der sich den anderen überlegen glaubt, der auserwählte Mensch ist, sondern jener, der mehr von sich fordert als die anderen, auch wenn er in seiner Person diese höheren Forderungen nicht zu erfüllen vermag. Man kann die Menschheit einteilen – und diese Unterscheidung trifft etwas sehr Wesentliches – in solche, die viel von sich fordern und sich selbst mit Schwierigkeiten und Pflichten beladen, und andere, die nichts Besonderes von sich fordern, die sich begnügen, von einem Augenblick zum anderen zu bleiben, was sie schon sind, ohne Drang über sich hinaus – Bojen, die im Wind treiben. .... Die Einteilung der Gesellschaft in Masse und Elite ist daher keine Einteilung nach sozialen, sondern nach menschlichen Kategorien; sie braucht nicht mit der Rangordnung der höheren und niederen Klassen zusammenfallen... .... Streng genommen gibt es in jeder sozialen Klasse eine echte Masse und eine echte Elite. .... Die Masse vernichtet alles, was anders, was ausgezeichnet, persönlich, eigenbegabt und erlesen ist. Wer nicht >wie alle< ist, wer nicht >wie alle< denkt, läuft Gefahr, ausgeschaltet zu werden. Und es ist klar, dass >alle< eben nicht alle sind. >Alle< waren normalerweise die komplexe Einheit aus Masse und andersdenkenden, besonderen Eliten. Heute sind >alle< nur noch die Masse.1 Und dann ist der Zeitpunkt gekommen über das Suum Cuique nachzudenken, mit dem Dienen am rechten Platz. Mit der Freude spendenden und sinngebenden ausgeübten Tätigkeit, mit dem Auskommen des Einkommen. Diese Art der Arbeit scheint heute jedoch nur einer Minderheit möglich zu sein. Gilt es nicht hier anzusetzen? Diejenigen die aus der Masse herausragen auch entsprechende Möglichkeit der Entfaltung zu bieten. Ausbildungskräfte zu besitzen, die schon früh die entsprechenden Möglichkeiten in ihren Schützlingen erkennen und fördern. Aber schon hat man die Leistungsbereitschaft herabgesetzt, hat sich an schwächere orientiert, hat Abschlüsse verwässert. Keine Frage, dass die Schwachen mitgenommen werden müssen, aber geht das ohne Starke? Ist das der Mutlosigkeit der Elite zuzuschreiben? Und hier kann ich mir einen kleinen Seitenhieb auf eine Blogkollegin von Ihnen nicht verkneifen. Vergleichen ist nicht gleichsetzen und Zweifel ist keine Leugnung. Wer erkennen will, muß vergleichen, es bleibt ihm nichts anderes übrig, denn sonst würde er statt eines Champignons den Knollenblätterpilz verspeisen. Dann allerdings braucht es auch kein Gerede mehr über Eliten, Adel, Demut und Dienen. Dann braucht man schnell einen guten Arzt oder zumindest die Gnade eines schnellen Todes. Und mit dem, aber auch - erst mit dem, sind dann auch alle wieder Masse. 1 Aus >Der Aufstand der Massen< von José Ortega y Gasset Erstausgabe 1930 1 Aus >Der Aufstand der Massen< von José Ortega y Gasset Erstausgabe 1930

  253. Danke für diesen gehaltvollen...
    Danke für diesen gehaltvollen Kommentar. Ich habe heute 100+x Kommentare gelesen, moderiert und beantwortet und würde mir wegen einer gewissen Erschöpfung diesen für morgen aufheben, wenn es keine Umstände macht.

  254. Keine Ursache,
    Ich habe schon...

    Keine Ursache,
    Ich habe schon Achtung, vor dem was Sie hier tun.

  255. Das Scheitern der VF und der...
    Das Scheitern der VF und der PA war von Anfang an vorprogrammiert.
    Ein modernes Gesellschaftsmagazin in deutscher Sprache herausgebracht im
    Franchisemodus oder wie bei der PA mit amerikanisch (NYC) konnotiertem Titel, das konnte nur schief gehen. Die Qualität war banal, der Standpunkt beider Magazine wirkte fremdgesteuert. Weder eine deutsche noch eine europäische Sicht der Dinge oder Personen konnte vermittelt werden. Man hätte ebensogut Disneyland nach Hamburg verpflanzen können. Solche Magazine leben vom Standort und deren authentischer Vermittlung. Berlin war hier zweifellos eher die Promobasis für einige hypegetriebene WestDeutsche.
    Das Eindreschen auf die Metropole Berlin war niedlich aber man hat auch schon gewitztere Dinge gelesen. Es klingt als wenn eine Schülerzeitung aus Bas Homburg den Spiegel wegen seiner schlechtrecherchierten Titelgeschichten herausfordert.
    Berlin ist das Epizentrum von dem aus definiert wird und nicht der Tegernsee.
    Wer das in den letzten 10 Jahren übersehen hat lebt zwar hinter den Sieben Bergen aber gewiss auch hinter dem Mond.
    Lear ist Hauptautor und Erneuerer von Berlin, Germany & European Union @ engl. Wikipedia

  256. Es ist genau dieser...
    Es ist genau dieser pathetische Epizentrumsschrott, warum der Kreis, der Berlin ernst nimmt, an den Grenzen vom Prenzlauer Berg zusammenschmilzt und jenseits von Potsdam nicht mehr existiert.

  257. @Don Alphonso: Ahja !

    Die...
    @Don Alphonso: Ahja !
    Die Kapitale der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt eine Lachnummer ?
    Eines der bedeutendsten Kunst & Kulturzentren des Globus ein Fliegenschiss ?
    Ich vermute, Herr Alphonso hat die letzten 10 Jahre bei Kaptain Nemo auf seiner Tiefseestation verbracht, anders ist die geistige Abwesenheit nicht zu erklären.

  258. Lieber Lear, ich muss sie...
    Lieber Lear, ich muss sie enttäuschen: Nur weil sowas von in der Zitty von hungrigen Praktikanten geschrieben wird, muss es noch lange nicht stimmen. Berlin ist jenseits von Berlin bedeutungslos. Wäre es anders, würden die, die Berlin so toll finden, auch anderswo sein können. Da sind sie aber nicht. Sie sind alle in Berlin, wo einen keiner stört, wenn man sich Unsinn einredet.

  259. Sie haben Recht Herr...
    Sie haben Recht Herr Alphonso.
    Ich lege in Zukunft die New York Times aus der Hand, die mir Jahr für Jahr
    einreden will, dass Berlin ein Weltmagnet für Künstler aller Gattungen ist.
    Ich lege auch alle anderen Schundblättchen aus Toronto, Paris, London und Sydney zur Seite, die mir weiß machen wollen, dass Berlin Europas heimliche
    Hauptstadt sei.
    Viel Vergnügen noch am Tegernsee, musste grad eine Familienfeier dort absagen wegen kosmopolitscher Verpflichtungen in der Kapitale der Republik.

  260. Haben Sie in Ihrer...
    Haben Sie in Ihrer kosmopolitischen Einstellung an der Spree auch mal Bloomberg konsultiert?
    http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601100&sid=auZeM63nrgzo&refer=germany
    Das klingt nicht mehr ganz so toll.

  261. Den Times Artikel kannte ich....
    Den Times Artikel kannte ich. Er verschwindet mit seiner Aussage unter den unzähligen Berlin Hymnen.
    IHT 2008
    http://www.iht.com/articles/2008/06/22/travel/22berlin.php
    NYT 2005
    http://travel2.nytimes.com/2005/03/13/travel/13berlin.html?_r=1&ex=1150862400&en=aa7cfc51a1aa6cbc&ei=5070

  262. Nachtrag, hier das...
    Nachtrag, hier das Original:
    http://www.time.com/time/world/article/0,8599,1881451,00.html
    Bloomberg kam 2 Tage später.
    Jeder kann SEIN Berlin identifizieren, wie es ihm beliebt.
    Zwischen dem Tarantino/Rattle/Merkel Berlin und dem Hartz4/Autoabfackler Berlin ist die Bandbreite unerschöpflich. Das ist Metropole.

  263. Für den Amigo Alphonso und...
    Für den Amigo Alphonso und zukünftigen Berlin Freund
    kommt hier noch ein frischer Bericht aus dem Königreich daher….
    http://www.spectator.co.uk/the-magazine/arts/3409506/part_4/chaotic-centre-of-culture.thtml
    :master:

  264. Das Berlin-Bashing ist man vom...
    Das Berlin-Bashing ist man vom Don doch schon gewohnt. Auch wenn man seine Meinungen nicht teilen muss/will, so liefert er doch immer trefflich unterhaltende und teilweise auch „treffende“ Lektüre.
    Abgesehen von allem Vanity Fair- und Obere-Zehntausend-Gedöns: wer einmal die „reichen Städte“ deutscher Zunge – München, Wien, Zürich – bewohnt und erlebt hat, wie meine Wenigkeit, weiss Berlin zu schätzen.
    Denn gerade das Nichtvorhandensein dieser geschilderten reichen Bürgerlichkeit gibt der Stadt ihre unglaubliche Freiheit und Offenheit. Bei 3,4 Mio Einwohnern fallen solche Bemühtheiten wie „vier Jahre altes D&G zu tragen“ schlicht und einfach nicht auf. Sie sind egal. Man muss eben nur bereit sein dafür.
    Die Friedrichstrasse? Ist für „uns Berliner“ doch nur Durchgangsstation beim Pendeln in den anderen Stadtteil. Das ist eben typisch münchnerisch eine bestimmte (Stadt-)Lage so zu überhöhen. Und das Problem in München ist: dort kann man tatsächlich nicht wegsehen.
    König Lear hat es oben richtig erkannt:
    „Zwischen dem Tarantino/Rattle/Merkel Berlin und dem Hartz4/Autoabfackler Berlin ist die Bandbreite unerschöpflich. Das ist Metropole.“

  265. Beinahe hätte ich Ratte...
    Beinahe hätte ich Ratte gelesen…
    .
    Berlin ist eine Stadt, die aller Nachteile einer Grossstadt mit denen einer Kleinstadt verbindet. Wer glaubt, dass dort alles geht, versuche mal, als LKW-Fahrer mit Bauch in einen schicken Strandclub reinzukommen. Das Kiezspiessertum aller angesagten Viertel zeigt doch, dass es keine Metropole ist, sondern der weltweit grösste schwäbische Slum.

  266. Spüre ich da eine...
    Spüre ich da eine traumatische Berlin Erfahrung die Herr Alphonso noch nicht überwunden hat ? Ist der Don etwa mit seinem Tegernsee Jacket vor den Hauptstadtclubs abgewiesen worden ? Mein Beileid falls dem so geschehen.
    Ein ausgeklügeltes Berlin Bashing sollte aus einer gereiften Beobachterperspektive entstehen. Ansonsten verfiele es nämlich zuleicht in oberflächliches Klischeegeblöke.
    Berlin ist zweifellos eine Weltstadt mit sehr wenig Weltbürgern, das macht sie so angreifbar. Gleichzeitig ist der Mythos Berlin unzerstörbar. Erst wenn man diesen unkaputtbaren Kern erfasst hat kann eine Berlin-Verarsche wirklich gelingen.
    Der weltgrößte schwäbische Slum ist nicht Berlin sondern das ZDF.

  267. Nein. Ich hatte eine...
    Nein. Ich hatte eine Buchpräsentation im knallvollen Roten Salon, ich hatte ein halbes Dutzend Lesungen (oder mehr), ich war bei den Botschaften, der Bertelsmann-Stiftung, ich habe mit französischen Stipendiaten gefeiert und in Hinterhofkellern in verbotenen Diskos getanzt. Ich war der letzte im 103 und der erste, der offen sagte, das das Vuong eine schnelle und schlechte Abspeise ist. Ich habe die Off-Kultur erlebt und kannte eine Frau, deren Vater eine Riva auf dem See vor der Stadt hatte. Was ich mir anschauen konnte, habe ich mir angeschaut, und man wollte mich gern dabei haben. Am Ende fand ich es langweilig, ermüdend und verseucht von Idioten, die meinen, alles verächtlich machen zu müssen, was Berlin nicht so toll findet: Berlinfetifaschisten, die braunalternative Stylybullerei, die Freunde des Mülls und des Gestanks, Dummbratzen, die in Berlin sind, weil man sie andernorts nicht aushalten würde. Versager. Lebenspleitiers. Romanentwurfschreiber.
    .
    Leute, die immer noch dort sind und nicht weiter kommen. Lächerlich.

  268. Ach so, in einem Punkt gebe...
    Ach so, in einem Punkt gebe ich sogar Ihnen recht: „Gleichzeitig ist der Mythos Berlin unzerstörbar.“ So unzerstörbar wie die menschliche Dummheit. Und alle kackbraunen Heilschreier werden da auch nicht nein sagen.
    .
    Mythos… Merken Sie eigentlich noch, wenn Sie sich lächerlich machen?

  269. Lebenspleitiers & ...
    Lebenspleitiers & Romanentwurfschreiber sind unwidersprochen in Berlin gestrandet, korrekt. Streng nach der Sinatra-Antithese: „Wer es in Berlin nicht schafft, der schafft es nirgendwo…..“ Doch auf der Habenseite stehen Chipperfield, Polanski, Obama, Bowie, Dietrich, Kennedy und unzählige weitere. Ich schätze das ist es was das Charisma der Metropole ausmacht. Und das ist es auch was die Welt in Berlin erkennt.

  270. Ich persönlich bin ja der...
    Ich persönlich bin ja der Meinung, dass Berlin im Mai 45 ein schönes Beispiel dafür war, wo diese Welterkennungs-Überheblichkeit Berliner Prägung hinführt: Nie war Berlin ein angenehmerer Ort, und wäre man weise gewesen, hätte man es dabei belassen.

  271. "Ich persönlich bin ja der...
    „Ich persönlich bin ja der Meinung, dass Berlin im Mai 45 ein schönes Beispiel dafür war, wo diese Welterkennungs-Überheblichkeit Berliner Prägung hinführt: Nie war Berlin ein angenehmerer Ort, und wäre man weise gewesen, hätte man es dabei belassen.“
    Wahre Worte.
    Ich erinnere mich ausserdem daran, das in den achtzigern vor allem das Personal nach Berlin stromete, das nicht nur den Wehrdienst verweigerte (verstaendlich) sondern meinte auch den Zivildienst umgehen wollte und sich lieber in dieser Stadt der Forderungen nach anderer Leute Geld, alimentieren lassen wollte.
    Dieser latente Berlin-Groessenwahn ist ein Schlag ins Gesicht fuer alle Leute die dieses in Fass ohne Boden ueber 40 Jahre lang Geld geworfen haben und dann zur Kroenung noch ueber 20 Milliarden fuer einen voellig ueberfluessigen Hauptstadtumzug hinlegen mussten.
    Da ist es das gute Recht eines jeden Berlin kritisieren zu duerfen ohne sich gleich anpoebeln lassen zu muessen.
    P.S.:
    Ich wuensche allen hier ein schoenes und erholsames Wochenende.

  272. Die Austrahlung Berlins wirkt...
    Die Austrahlung Berlins wirkt auf die gesamte Republik und darüber hinaus.
    Deutschlands Image in der Welt war jahrzehntelang von Oktoberfest,
    Stahlhelm und kommunistischem Osten geprägt. Heute wird das Land als modern,
    innovativ und lebhaft eingeschätzt. Berlin hat daran einen erheblichen Anteil. Jeder Cent für den Wiederaufbau der Metropole zahlt sich international aus. Jeder Einwohner der Bundesrepublik kann froh und auch ein wenig stolz sein wie sehr die Kapitale in der Welt angenommen wird und dadurch das Ansehen Deutschlands vermehrt und positiv verändert wird.

  273. Um die eigentliche...
    Um die eigentliche Zielsetzung, vielmehr den Titel, des Blogs zu würdigen kommt man an Berlin nicht vorbei…. Berlin ist ein Eckpfeiler und Aushängeschild der deutschen und europäischen Gesellschaft. Nichts weniger als das ist wahr.

  274. Damit ist dann auch der Punkt...
    Damit ist dann auch der Punkt erreicht, da Verbissenheit in Komik umschlägt. Nachdem man das den Russen nicht mehr verkaufen mag, ist Berlin gerade noch eine Sondermüllkippe für alles, was beim Wiederaufbau des alten Westens stört.

  275. ...
    http://www.luxemburg.diplo.de/Vertretung/luxemburg/de/01/Berlin__Gallerie.html
    Hier steht nichts von Sondermüllkippe.
    Es scheint eher so, als wenn sich die Tegernsee-Samtpfötchen noch nicht in der Realität eingerichtet haben.

  276. Na-tür-lich nicht. Der...
    Na-tür-lich nicht. Der Tegernsee ist reich genug, die Berliner Realität wegzusperren. Dass Berlin real ist, steht ja ausser Zweifel, aber es ist real, weil es bleibt, wo es ist: Berliner hätten anderswo nur zu oft unter Brücken Chancen, einfach nur rumzanteln und unveröffentlichte Romane schreiben geht in keiner Stadt des Südwestens.

  277. Ich wollte noch angemerkt...
    Ich wollte noch angemerkt haben, dass der Text der Deutschen Botschaft eine nahezu eins zu eins Übernahme meines Textes darstellt, den ich für Wikipedia
    kreiert habe. Die Lear Perspektive in bezug auf Berlin trifft, so könnte man es formulieren, selbst in diplomatischen Kreisen auf Zustimmung. Grüße aus der Kapitale der Republik.

  278. Es wäre ja auch erstaunlich,...
    Es wäre ja auch erstaunlich, würde der deutsche Botschafter die Wahrheit schreiben: Billiger käuflicher Sex und billige Döner machen Berlin zu einem idealen Ort für alle, die gerne auf niedrigem Niveau billigen Spass haben. Ihre bessere Karre lassen Sie aber besser daheim, denken Sie an Kondome und gehen Sie nachher unbedingt zum Arzt, weil Berlin für Körper und Geist so gesund ist wie die Kreuzung der Slums von Manila und nigerianische Dschungelsümpfe. Primitive Kunstauffassung trifft auf primitive Sachsen und Leute, denen es in Schwaben wegen der Verwendung von Messer und Gabel zu gespreizt zugeht,
    .
    PR ist halt immer Lüge.

  279. Corrigenda: "Soxn" statt...
    Corrigenda: „Soxn“ statt „Sachsen“

  280. Dem Connaisseur ist nichts zu...
    Dem Connaisseur ist nichts zu schwör, nicht wahr ? Es ist eigentlich kein Geheimnis, dass die Kapitale einen Präsentationsraum darstellt, welcher die feinsten Kunstschätze der Menschheitsgeschichte sein eigen nennt. Umsomehr mag es verwundern, dass Herr Alphonso, diese Pracht bisher nicht in das Berlin Kalkül miteinbezogen hat. Der Don, so ist zu vermuten, hat sich noch kein dickes, geistiges Fell anerzogen, welches nötig wäre um die Auswüchse der Metropole zu ignorieren. By the way, käuflicher Sex ist im Städtchen an Spree nicht relevant, den gibts umsonst und doppelt. Das ist Freiheit wie im Paradies.

  281. Der Pergamonaltar hat es sich...
    Der Pergamonaltar hat es sich nicht rausgesucht, in Berlin zu stehen, wie auch die Objekte der ungleich umfangreicheren Sammlungen von London und Paris. Und nichts könnte dem Berliner mit seinem lässigen Zugang zur Kürperpflege ferner sein als die Leiber der Helenistik. Abgesehen davon: Spätestens seit dem Dritten Reich gilt das Zusammenraffen ander Leute Kultur als nicht mehr ganz angemessen. Oder meinten Sie den Palast der Republik mit seinen finalen Künstleraufläufen Berliner Eventart?

  282. Kunst die das Ereignis sucht...
    Kunst die das Ereignis sucht wie im Palast der Republik hat ihre Berechtigung, auch wenn sie sich eher durch das Umfeld Bedeutung verschafft als aus sich selbst heraus. Nichtsdestoweniger zählen die zeitgenössisch arbeitenden Künstler der Stadt und deren ausstellende Galerien zur Spitze der Zivilisation. Ebenfalls nicht unerwähnt sollten private Sammlungen sein, die Berlin als Plattform suchen. Boros, Bergruen, Flick sind wohl die bekanntesten. Der private Mäzenatenimpuls in der Stadt ausstellen zu können hat die Anhäufungsstrategie vergangener Imperien ersetzt. Letztlich bleibt das Ergebnis dasselbe; Berlin als Weltbühne der bedeutensten Künste zu nutzen. Ein wenig von diesem Glanz strahlt sicherlich bis in die Bergdörfer des Südens.

  283. Zitat Don Al....o "Es wäre ja...
    Zitat Don Al….o „Es wäre ja auch erstaunlich, würde der deutsche Botschafter die Wahrheit schreiben: Billiger käuflicher Sex und billige Döner machen Berlin zu einem idealen Ort für alle, die gerne auf niedrigem Niveau billigen Spass haben.“
    Ihrem Niveau (das meine ich diesmal nicht provokant) und Berlin-Hass entsprechend hätte ich ein solches Verslein erwartet: … Billiger käuflicher Sex und billige Döner machen Berlin auch nicht schöner … Sei’s drum! Witz verschenkt!
    Auf ZDF läuft grad Nachtstudio. Prenzlauer Berg ist der KINDERREICHSTE Bezirk in Europa. Werter Don, wat machen wir nur mit den janzen Slum-Kids! Iss doch beänstigend, in welchem Milieu diese Kinder groß werden.
    Werte Grüße!

  284. Katrin, ich bin kein...
    Katrin, ich bin kein Pausenclown für Leute, die den angemessenen Einsatz von Ausrufezeichen noch erlernen müssen.

  285. Charmant wie immer! Solche...
    Charmant wie immer! Solche Menschen wie Sie gehören wirklich gut versteckt!!!!!!! Extra für Sie -die janzen Ausrufezeichen. Und Sie können nicht mal zwischen den Zeilen lesen, denn ich wollte Sie – im Gegensatz zu Ihnen – nicht persönlich angreifen. Sei’s drum, mal wieder! Berlin wird Ihre Abstinenz verkraften.

  286. ohne lange die kommentare...
    ohne lange die kommentare gelesen zu haben – und gerade nur, weil von gestrig erfreulichem blogexkurs hungrig auf lesestoff, den vf-beitrag gelesen…
    deutsche vf war der durchaus ernstzunehmende und hochgegriffene versuch, ein franchise zu erweitern, ohne sich dabei zu weit von dem – wunderbaren – amerikanischen original lenken zu lassen. der ebenso erfolgreiche wie jaemmerliche italienische abklatsch hatte es vorgemacht. – und die cn-strategen sagten sich: berliner republik macht keiner. also wir. auf geht’s.
    hat nicht funktioniert. warum nicht? – weil eitelkeit keinen glamour hat in berlin. berlin ist flach. berlin ist horizontal. nicht vertikal wie new york. berlin hat keinen klassen- oder schichtendruck. in berlin ist alles gleich. – 4million cultures of one. – jedes moving und shaking verlaeuft sich sofort im flachen sand. die welle suerst du nicht, wenn du direkt neben ihr stehst, weil es garkeine welle gibt. – hier wird nichts zu diamanten gepresst, weil alles froehlich nebeneinander liegt. alles bleibt lustig und bunt – und eben kulturell vollkommen insignifikant. – ich sage nicht, dass das schlecht ist. – ich sage nur, dass es so ist.
    und genau deshalb lieben internationale ‚vips‘ die stadt so. -weil sie hier ihr haar herunterlassen koennen. weil – abgesehen von der teenagertraube vorm hotel – kein kellner irgendwie gesondert notiz von ihnen nehmen wuerde….- weil sie genauso gut – oder besser: genauso schlecht und achtlos – behandelt werden wie jeder andere auch, der irgendwann mal versucht hat, hier ne marke zu hinterlassen. schon der versuch alleine ist strafbar. man findet keinen grund unter den fuessen – man gibt sich nur der laecherlichkeit preis.
    ‚vips‘, denen ueberall auf der welt der hintern nachgetragen wird, entwickeln schnell eine gewisse masochistische liebe zur achtlosigkeit unserer hauptstadt. – alle anderen muessen damit auf andere weise klarkommen.
    fuer glamour magazine, die ihren reiz aus der unterscheidung und den unterschieden schoepfen wollen, ist es schwer abseits der laecherlichen und duennen touristischen bewunderungskorsos.
    vf-berlin war ein portfoliostrategischer versuch, der so gut und so ambitioniert war, wie er eben haette sein koennen. – hat nicht geklappt. so what. – alles andere verlaeuft sich ja auch in diesem flachen land, das kaum unterschiede kennt und keine ernstgemeinte zelebrierung derselben zulaesst, und das unsere hauptstadt ist.

  287. Don Aophonso hat mit Allem...
    Don Aophonso hat mit Allem Recht.

  288. <p>Der liebe Gott ist nicht so...
    Der liebe Gott ist nicht so lieb, daß er denjenigen, die keinen Inhalt haben, auch die Form schenkt.
    Kurt Weideman

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