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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Menschenjagd in den Bergen – Epilog

| 75 Lesermeinungen

Es gibt keine Börse in den Bergen. Ist Ihnen das schon mal aufgefallen? Alle Börsen sind weit weg von Bergen. Und Berge sind meist auch reichlich weit entfernt von exotischer Geldwirtschaft. Die wenigsten Bergbewohner wissen überhaupt, was Derivate sind, und dann ist es gut, wenn es heisst: Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht. Es ist also gar nicht so dumm, die Berge in Zeiten der Krise zu mögen.

We fought him hard we fought him well
Out on the plains we gave him hell
Iron Maiden, Run to the hills

(Teil 1, Teil 2, Teil 3)

Man bekommt dort nichts mit von der Welt jenseits der Berge. Absolut nichts. Man geht hinunter in die Stube, legt die Hände an den Kachelofen, das Knistern des Holzes ist Sensation genug. Man redet über diese besondere Wärme, die alte Öfen machen, über Metallringe über dem Feuer, über den Geruch und die Leichtigkeit, mit der hier das Holz beschafft werden kann. Die Moderne ist hier reichlich neu, es ging 600 Jahre ohne Strom und Heizung, es würde auch wieder gehen. Ich erzähle das, was mir Louis Nussbaumer als Kind vom Tod seines Vaters erzählt hat, oben in den Bergen über St. Andrä, den sie an seinem letzten Tag nicht ins Krankenhaus nach Brixen gebracht haben, sondern auf den Ofen gelegt haben, und am nächsten Tag war er tot, aber immer noch warm wie der Ofen unter ihm, das Leben war erloschen, aber die Glut war noch im Körper.

Bild zu: Menschenjagd in den Bergen - Epilog

In China bereitet der Chef eines abstossenden Regimes eine Rede vor, in der er Zahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung schönlügt, in Frankfurt und Neu York warten Börsenmenschen mit teuren Anzügen und billiger Bildung auf die Gelegenheiten, Kurven nach oben zu treiben, in Rüsselsheim haben sie Angst und in Berlin beten sie, dass die Menschen nicht zu viel nachdenken, und ich warte auf den Gewürzkäse und achte nur auf das Knacken aus dem Ofen. Ich bin erstaunlich ruhig und gelassen, aber das ist in den Bergen meistens so. Berge strahlen diese angenehme Gewissheit aus, dass nichts wirklich Grosses je geschaffen würde, man könnte Manhatten abreissen, und all der Schutt wäre nicht mehr als ein Geröllfeld an einem der vielen Zweitausender oberhalb von Müstair, wo kaum ein Mensch sich im Sommer hinverirrt, und im Schnee die Geister unter sich bleiben. Nach ein paar hundert Jahren hätte das Wetter die Trümmer so verwaschen, dass man sich allenfalls über die fremdartigen Steine wundern könnte, die ein launiges Schicksal hier vergessen hat. Frankfurts Türme sind hoch, aber an jedem Berg kleben hier Bauernhäuser, die seit Jahrhunderten auf die Frankfurter hinunterspucken könnten. Da oben können sie noch kochen, da würde keiner verhungern, wenn die Supermärkte keine Waren mehr haben, weil irgendwo eine Bank ihre lange bekannte Insolvenz eingestehen muss, oder ein Zocker aus London in Bangkok eine Währung ruiniert.

Bild zu: Menschenjagd in den Bergen - Epilog

Natürlich würde man einen Kollaps in den Bergen merken: Es gäbe keine Spielekonsolen mehr und kein Benzin, man müsste die alten Kraxn wieder aus den Schuppen holen und öfters in der Stube zusammensitzen. Die Weinkarte würde sich auf heimische Gewächse reduzieren, und die besseren Lokale müssten sich etwas anderes als Hummerschaum einfallen lassen. Aber als ich daheim bin, befreie ich meinen Wagen vom fettigen Gestank der toten Hirsche in den Würsten, ich packe das würzige Brot aus, den Bergkäse und die Nudeln mit der Steinpilzfüllung. Das alles machen die dort, die leben darin, das ist keine Feinkost, sondern vollkommen normal, und sie würden auch bruchlos so weiter machen, wie man das in den Bergen tut: Schicksalsergeben, demütig, ohne Gejammer und all die Schreihälse aus PR und Medien, die das Geflenne in die Welt tragen. Irgendwo bei München und Verona wird der Krise die Puste ausgehen, sie wird die Ferienhäuser noch erreichen und vergeblich bei den Bauern in den Bergen an der Tür kratzen, während man in den Städten erst mal lernen muss, was das heisst: Zurückstecken. Reduzieren. Zufrieden sein.

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Das Wetter am Tegernsee ist immer noch schlecht wie bei der Abfahrt, und in all dem Schnee und Regen steht Thomas Mann am Ufer, mit seinem Hund in Bronze gegossen. Mann hält ihm ein Stöckchen hin, und der Hund hechelt freudig. Das Denkmal erinnert an die vorvorvorletzte grosse Krise nach dem ersten Weltkrieg, als in München der Hunger wütete und die Bauern aus Gmund Thomas Mann und seine Familie durchfütterten. Mann hat über diese Region und die nahen Berge das Buch „Herr und Hund“ geschrieben und sich damit abgelenkt von all den Sorgen und Nöten dieser schlimmen, schlechten, alten Zeit. Ein reichlich frohes und lebenslustiges Buch über Landschaft und das Leben, so gar nicht depressiv und furchteinflössend, wie die Zeit im Rückblick erscheinen mag. Es wird kein tiefer Sturz wie damals, die Gesellschaft ist technisch weiter und unfassbar reicher, sie hatte eine gute Zeit und viel, sehr viel Fett am Körper, in den Tiefkühlfächern und in den Hirnen, das sie erst mal schmerzfrei los werden kann. Das ist alles noch kein Unglück hätte meine Grossmutter, die noch unter dem Prinzregenten geboren wurde, den fallenden Herren der Welt im Vorbeistürzen zugerufen, und sie hätte damit recht gehabt. Was stört es die Berge und die Menschen darauf, wenn sich ein Mensch in Frankfurt keinen Maserati kaufen kann, was schmerzt es, wenn in China das Volk ein paar Bonzen aufknüpft. Man sagt, die Welt sei viel zu verwoben, als dass nicht alles alle beträfe, aber es reicht eigentlich, kein Internet und keine Zeitung, sehr wohl aber einen Berg zu haben.

Bild zu: Menschenjagd in den Bergen - Epilog

Das ist der Berg, den Thomas Mann mit seinem Hund bestieg, gleich vor meinem Haus, nicht hoch, nicht steil, üppig bewaldet und an Spätwintertagen wie heute voller Schnee, ein Wunder wie eine Grisaillemalerei der französischen Hofkunst um 1420. Hier oben gibt es keine Krise, nur einen Weg, der die Geschwindigkeit und die Atmung diktiert, und Wolken, die den Blick in die Ebene versperren, wo Politiker und Eliten schwitzend und fluchend an der Änderbarkeit des Unabänderlichen feilen. Man ist allein mit den Bäumen, dem Schnee und seinem angemessenen Weg hinauf zur Spitze, es hat alles seine Richtigkeit, und wenn man umdreht und auf dem Rodel in das Tal hinabschiesst, gibt einem der Berg nur das, was man an ihm geleistet hat. Nicht mehr, nicht weniger. Man kann in diesen Bergen Geld verstecken und Steuern hinterziehen, man kann der Krise entgehen und sein Leben in Kurven lassen, man kann seinem Glück hinterher jagen und eine gewisse Art Menschlichkeit finden, und die vielleicht auch die erfreuliche Gewissheit, dass eines Tages der Schnee nicht schmelzen wird, sondern liegen bleibt, sich wieder zu Gletschern auftürmt und unaufhaltsam alles Kleinliche beiseite schieben wird, was da unten im Tal geschaffen wurde. Der Berg, der weiss schon, was er macht, und warum er die Menschen in den Tälern jagen wird.

Begleitmusik: Wenn Sie in die Berge fahren, und wirklich in die Berge, also über Pässe und nicht nur im Strom der minder Klugen über die Autobahn, müssen Sie sich unbedingt die Ouvertüren von Johann Friedrich Fasch beschaffen, einem völlig zu Unrecht vergessenen Zeitgenossen von Bach. Besonders die Ouvertüre in G-Moll beginnt trist wie ein Nebeltag in Frankfurt, und reisst dann auf wie die Wolken im Fönsturm in den Bergen, die man hinaufjagt über enge Strassen zu den Höhen der Joche mit dem weiten Blick, fern aller Belästigungen des Alltags und seiner Lügen.

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75 Lesermeinungen

  1. (Don Alphonso nach Diktat...
    (Don Alphonso nach Diktat verrodelt)

  2. Solange es die einfachen...
    Solange es die einfachen Freuden gibt, übersteht man jede Krise. Wohl dem der sich an Einfachem erfreuen kann. Ich wünsche jedem seinen ganz persönlichen Bauschan selbst wenn er in Form eines Schlittens daher kommt.

  3. Iron Maiden als Eingangszitat...
    Iron Maiden als Eingangszitat für einen Berghüttenbeitrag? – Ich vermute mal, sowas in der Richtung wird Nietzsche gemeint haben, als er Literatur-Aspiranten empfahl: „Althergebrachtes in einen neuen, ungewöhnlichen Kontext setzen“…
    Gefällt mir. Weiterrodeln!

  4. Dazu fällt mir nur das...
    Dazu fällt mir nur das ein:
    „Ueber allen Gipfeln ist Ruh,
    In allen Wipfeln spürest du
    Kaum einen Hauch.
    Es schweigen die Vöglein im Walde;
    Warte nur, balde
    Ruhest du auch.“
    J.W. Goethe auf dem Kickelhahn in Ilmenau (auch ein sehr schöner Ort!)

  5. Grundsätzlich mal d'...
    Grundsätzlich mal d‘ accord.
    Um den Text stimmig zu halten, muß man dann aber etliches ausblenden. Es geht eben in der Krise nicht mehr nur um Maseratis, sondern auch schon um Corsas. Die Krise ist weiter unten angekommen, sicher wegen der Maseratis, aber eben doch schon drunter. Und ob da soviel zum Zusetzen vorhanden ist, wage ich zu bezweifeln. Womöglich auch wegen Außerachtlassens fundamental bergrichtiger Weisheiten („Spare in der Zeit, ..“), aber das ändert nichts an der Tatsache.
    Ansonsten: Welche Art von Gefährt verwenden Sie denn zum Rodeln?
    Harry S.

  6. Schön!
    Danke für das...

    Schön!
    Danke für das schöne Wurst- und Käsebild.
    Werde für eine Woche auf totes Getier verzichten als Annerkennung für diesen Text.

  7. Sehr schön, ein ganz...
    Sehr schön, ein ganz wunderbarer Text!

  8. donnerwetter, was für eine...
    donnerwetter, was für eine steigerung!

  9. "das würzige Brot , den...
    „das würzige Brot , den Bergkäse und die Nudeln mit der Steinpilzfüllung“ . Nun haben Sie es aber wirklich geschafft,einem das Wasser im Mund zusammenlaufen zu lassen.
    Ob die Frankfurter Banker die Finanzkrise vielleicht insgeheim und gerade deswegen ausgelöst haben,damit – mangels nun zusammengeschmolzenem eigenen Kapital -niemand mehr die Turmlandschaft verlassen kann und nur noch sie ganz allein das Brot,den Käse und die famous schmeckenden Nudeln nebst einem guten Glaserl Wein geniesen können ?

  10. Lieber Don Alphonso,
    wirklich,...

    Lieber Don Alphonso,
    wirklich, ganz ernsthaft und ohne jede Ironie: wunderschön. Das schreibe ich als ein ins Hamsterrad Verdammter der sich immer noch nicht klar geworden ist über das Ziel. Eine Sache habe ich aber immer noch nicht verstanden in Ihrer Konstruktion (und vielleicht verstehe ich ganz generell diesen Bruch noch nicht in der Gesellschaft): sie beziehen eine großbürgerliche Position die sich dezidiert vom Adel abwendet und verachten den Parvenü. Aber gleichzeitig verachten Sie das Gerenne und Geschiebe das den sich im vertikalen Übergang (nach oben wie unten) abmühenden Bürgerlichen kennzeichnet. Aber diese Haltung ist doch eine zutiefst adlige, oder etwa nicht? Gerade das Ethos der großen mittelständigen Gründerfamilien ist doch ein ganz anderes, oder? Oder ist es die etwas morbide Lust an der Perspektive, dass der bürgerliche Glanz ohne das Hamsterrad und ohne die gewisse Fortune dahinschwindet wie bei den Buddenbrooks? Dann wären Sie aber nicht zentraler Teil der Stützen, sondern ein bisschen eine Randfigur mit quasi-adliger Attitüde. Meine ich ganz ohne Klugscheißerei, eher so ein bisschen generell rätselnd über die Ansichten des Großbürgertums, die gemessen an denen des Adels in diesem Punkt häufig inkonsequent sind.
    Herzliche Grüße,
    die Goldammer

  11. Schöne Bilder, hübsch...
    Schöne Bilder, hübsch anmutender Text, aber letztlich Albernheiten. Mit dem Auto über Pässe zu fahren ist kein Zurück zur Ursprünglichkeit.

  12. Madrisa, mein Bauschan sind...
    Madrisa, mein Bauschan sind zwei Katzen. Der Rodel ist nur das Ding, auf dem wir auf dem Schnee talwärts fahren, den heute jedes Kind kennt.

  13. Thomas Strobl, danke....
    Thomas Strobl, danke. Eigentlich wollte ich ja was von Marie Antoinette über ihr Hameau bringen, aber leider habe ich das passende Buch nicht parat. Iron Maiden tut es aber auch, und drückt meine Gefühle für notleidende Banker adäquat aus.

  14. tf14, ich komme grad vom...
    tf14, ich komme grad vom Wallberg runter, und ich kann sagen: 5 Windstärken, pfeifende Luft und eisig prickelnder Schnee. Allerdings bin ich an einem Stück runtergekommen: Im Sanka war jemand anderes.

  15. Harry S.: Einen Oldtimer von...
    Harry S.: Einen Oldtimer von Köck, Modell Weltmeister von ca. 1965. Schwer zu lenken, aber da treffen zwei sture Böcke aufeinander.
    .
    Und auch den Corsas, wenn ich ehrlich bin, kann ab und an etwas Besinnung nicht schaden. Was das überteuerte Luxusessen dem Banker, ist ein paar Schichten darunter der Anruf bei 0live oder das Abo der Bildzeitung. Jeder ist fett geworden, ich will mich da gar nicht ausnehmen, fett nicht nur im kommerziellen Sinn, und wenn die Krise einen nur zum Nachdenken bringt, was eigentlich das Fett ist, hat es auch schon sein gutes.
    .
    So, ich muss zum Kuchen kaufen!

  16. Literatur erzielt ihre Wirkung...
    Literatur erzielt ihre Wirkung ja immer auch durch Konstruktion von Gegensätzen. Wie könnte es bei diesem schönen Stück der Kunstfigur Don Alphonso anders sein: Der Berg ist ewig, ursprünglich, kraftvoll, standhaft, über den Dingen – das Flachland wechselhaft, oberflächlich, schwächlich, im Absturz. Das wirkt.
    Die Literatur kann auch ganz anders: Bei Thomas Mann (da er nun schon mal erwähnt wurde) gibt es ja auch den Zauberberg – das ist die Welt des Mythischen, Zeitlosen, des Verfalls, des Todes, des Teuflischen (Blocksberg), der alles in seinen Bann zieht und nicht wieder los lässt. Alles nicht so erstrebenswert. Fasch geht da gar nicht.
    Und dann gibt es ja auch noch (obwohl: wer weiß?) die Realität.
    Hier jedenfalls: ein schönes Stückchen Literatur. Merci.

  17. Seas Ganghofer!...
    Seas Ganghofer!

  18. Eine sehr individuelle Form...
    Eine sehr individuelle Form von „Peregrinatio religiosa et monetosa“ haben Sie sich da geleistet, verehrter Don – statt Tagesgebeten steht nun ein vergnügliches Befindlichkeitsdiarium, vordergründig selbstreferentiell, bei näherem Hinsehen aber doch mit starkem Appellcharakter. In spätmittelalterlichen Krisenzeiten gab es das schon einmal so – die Devotio moderna. Intendiert war hiermit eine neue Moralität (conversio morum), verbunden mit einem anderen Lebensstil (correctio vitae). Das wollte man verwirklichen in einem gemeinschaftlichen Leben (vita communis). Tja, und genau da setzt dann Ihr Blog wieder ein … Sie haben eine stark divergierende Gemeinde hier versammelt, die nur eines verbindet: Ich muß mich jetzt beim Don mitteilen. Q.e.d.
    .
    Übrigens Respekt für das Wallberg-Rodeln. Auf diesen Berg traue ich mich nur zu Lift und Fuß an einem spätherbstlichen Sonnentag, wenn ich in Wiessee die Internationalen Bayerischen Klötzchen geschoben habe.

  19. Kleine Besserwisserei am...
    Kleine Besserwisserei am Rande: Der Mann’sche Hund aus „Herr und Hund“, ein Buch, das jedem Hundehalter und/oder -freund ans Herz gelegt sei, war der Bauschan. Dessen real existierendes Vorbild lebte im Hause Mann im Münchner Süden und war – jedenfalls soweit es die Quellen (besagtes Buch, Manns Tagebücher…) hergeben – nie am Tegernsee. Falls Mann tatsächlich mit Hund einen Berg am See erklommen hat, da war das ein anderer Köter. Ich finde aber auf die Schnelle keine Quelle, die etwas über Mann und Hund auf Berg hergibt. Bitte um einen Hinweis…

  20. Ja, das beeindruckt mich auch,...
    Ja, das beeindruckt mich auch, die moralische Wucht, die hier einschlägt + die literarischen Mittel, die Sie in Anschlag bringen, Don Alphonso. Aber vergnüglich, Kampfstrampler? Mich schaudert.

  21. Ist ja nun alles schon gesagt...
    Ist ja nun alles schon gesagt worden, aber sie werden wirklich immer besser, im Stil eigenständiger, stilistisch ausgefeilter und weniger polemisch – obwohl das auch ein Spaß war. Ich bewundere ihre kreative Energie.
    .
    Und daß sie mir die Torta vorenthalten haben vergebe ich Ihnen gerne.

  22. ...und dennoch brauche ich...
    …und dennoch brauche ich manchmal die schmutzige, ungehobelte, chaotische Großstadt!

  23. @ladyjane: Oh, da habe ich...
    @ladyjane: Oh, da habe ich wohl doch die Abgründigkeit des Wortes „vergnüglich“ nicht recht rüberwachsen lassen. ich meinte: so im Sinne „Mich faßt Verzweiflung, foltert Spott“ (Max im „Freischütz“). Persönlich halte ich aber den zwielichtigen Antipoden Kaspar für spannender: „Ohne dies Trifolium gibt’s kein wahres Gaudium seit dem ersten Übel“.

  24. Falls Sie dazu etwas zu...
    Falls Sie dazu etwas zu erzählen wissen, schreiben Sie doch mal einen Beitrag über das Reichen-Internat auf Schloss Neubeuern… Das würde hier so gut reinpassen.

  25. Danke für all die warmen...
    Danke für all die warmen Worte.
    .
    arathorn, ich bezweifle, dass die Banker noch lange das bessere Ende der Wurst für sich haben werden. Da werden sich einige bald mit Zipfeln begnügen müssen, und andere können froh sein, wenn ihre Därme nicht einschlägig verwendet werden, im kommenden schwarzen April.

  26. Goldammer, ich bin ohne Frage...
    Goldammer, ich bin ohne Frage eine Randfigur, denn ich werde mich nie mehr zu den erwarteten Höhen meiner Gesellschaft aufschwingen, gleichzeitig aber stehe ich als Chronist ihrer Marotten und Dünkel etwas über ihr. Ich bin auf allen Seiten der falschen Wege, ich erfülle keine Anforderung der Moderne richtig und übererfülle veraltete Traditionen. Ich bin als Blogger im 21. Jahrhundert und im Geiste im 18. Jahrhundert zufrieden. Aus mir kann einfach nichts mehr werden. Also bleibe ich am Rand. Schlimm – ist das nicht.

  27. RB, natürlich sind das hier...
    RB, natürlich sind das hier Albernheiten. Was denn sonst. Geplauder eines Halbgebildeten, der von den oberen 10.000 einer Stadt abstammt, die nur 5000 Einwohner hat, aber 125.000 Zugezogene und andere preussische Wirtschaftsflüchtlinge beherbergt. Aber auf das Passerlebnis lasse ich nichts kommen.

  28. sie haben uns in jedem fall...
    sie haben uns in jedem fall mitgenommen. ich weiß nicht, was ich davon halten soll, unterhalten hat es. denn, das beste kommt meistens am schluss.
    ähm, ein zweifel bleibt noch, verzeihen sie: haben sie wirklich einen aufkleber an ihr automobil geklebt?

  29. Ich hoffe, Sie bleiben mir...
    Ich hoffe, Sie bleiben mir gewogen, wenn es im April nochmal nach Norditalien und im Mai dann zur Mille Miglia geht. Und seien Sie nicht allzu hart mit den Ansprüchen, das hier ist mittelseichte Unterhaltung, mehr nicht, Zumindest nach meinen Begriffen.
    .
    Und ja: Ich habe wirklich einen Graubünden-Aufkleber am Wagen befestigt. Ich schätze Graubünden. Und ich werde nicht der einzige sein, der das hat.

  30. ...
    Rainersacht:
    .
    http://www.gmund-evangelisch.de/458.php
    .
    Darin Literaturverweise.

  31. Was soll man da schreiben...
    Was soll man da schreiben lieber Don….
    Zum einen bekommt man Lust auf was Herzhaftes ,zum anderen sind mir die Mühen am Berg bekannt….da kanns einem dann schon wieder vergehen.
    Ein Acker in der Ebene hat schon so seine Vorteile beim Arbeitsaufwand.
    Insgesamt ein schönes Stück Weg,von der Menschenjagd in den Bergen bis zum Berg der die Menschen in die Täler treibt….was einen so umtreibt,schon ein starkes Stück Unterhaltung.

  32. Danke für die 10 Minuten...
    Danke für die 10 Minuten Text, und der Sehnsucht nach dem Einfachen.

  33. Lieber Kampfstrampler,...
    Lieber Kampfstrampler, verstehe. Aber oje, vita communis, wohin dann mit dem Kaspar? Das wird eine Gaudi …

  34. Fast völlig ohne Zusammenhang...
    Fast völlig ohne Zusammenhang mit diesem Beitrag: Danke für die Anregung mit dem „Oberbayerischen Archiv“. Die Bände sind wirklich eine wunderbare Fundgrube der Kulturgeschichte.

  35. Oh, gern geschehen. OA ist...
    Oh, gern geschehen. OA ist leider viel zu unbekannt, aber eine wahre Wundertüte durch alle Epochen.

  36. Wivo, das Flachland hat ja...
    Wivo, das Flachland hat ja auch so seinen Reiz. Aber ich bin sehr bewusst an den Tegernsee gezogen, als die Krise gerade ihren Höhepunkt erreichte und man sie deshalb allenthalben für beendet erklärte. Man wird sicher wieder in die Täler ohne Sorgen zurückkehren können, aber im Moment halte ich es eben mit Thomas Mann, der sich seine Lebensfeude bewahren konnte, weil er 1918 hier problemlos – so gut es eben ging – durchkam. Und ich bleibe dabei, selbst wenn wir gerade 15 Zentimeter Neuschnee haben.

  37. Kampfstrampler, ich wäre der...
    Kampfstrampler, ich wäre der letzte, der behaupten würde, dass man die Ars Moriendi und die Biblia Pauperum zum alten Eisen tun sollte – ich glaube, sie leben auch in unserer Zeit fort, nur macht es der eine deutlicher, und der andere täuscht damit weiter die Leser. Natürlich folge ich alten Riten und Grundsätzen, sie sind so schlecht nicht, und wenn man sich nicht am Berg erfährt, wo sollte man sich erfahren. Jesus trifft auf dem Berg den Teufel, er betet in der Nacht vor seinem Tod und liefert den Beweis, dass er nicht der Messias ist, auf den unsereins wartete, ebenfalls auf einem Berg, Moses bekommt dort die Tafeln und kann von dort aus Israel schauen, und genauso tritt in den Bergen alles andere zurück, man ist einsam, aber man findet sich auch. Angenehm ist natürlich, dass es dort im zweifelsfall auch reichlich zu essen gibt, und man kann an den Menschen dort viel lernen. Über Louis Nussbaumer, und was ich da als Kind lernen durfte, von der Preiselbeermarmelade bis zum Betrügen beim Rommee, ein ander mal.

  38. Ladyjane, was die moralische...
    Ladyjane, was die moralische Wucht angeht: Das legt sich wieder beim Anschneiden der Nusstorte. Aber manchmal ist mir halt danach. Altes Übel meiner Herkunft, dauernd irgendwelche Messiase.

  39. Homo S., mit solchen...
    Homo S., mit solchen Zuschreibungen bräunlicher Art wäre ich sehr vorsichtig, wenn ich Ösi aus der Umgebung von Braunau wäre.

  40. Gewiss kann man in den Bergen...
    Gewiss kann man in den Bergen sich selbst, Gott, dem Tod und dem Teufel und was weiß ich nicht wem alles noch begegnen. Meinetwegen auch besser als im Flachland, im Kloster oder auf hoher See. Die Beispiele wurden ja genannt. Aber wenn’s um die nackte Existenz geht, ums Fressen, dann ist wohl nicht so sehr die Berg-Flachland-Differenz entscheidend, sondern die zwischen Stadt und Land. In fruchtbaren Ebenen findet man mehr zu fressen als im Hochgebirge. Ich weiß es nicht, aber vielleicht war Thomas Mann heiter gestimmt, weil er aus der Stadt raus war, und nicht, weil er den Berg rauf kam? Tegernsee also als pars pro toto für Land (contra Stadt) und nicht für Berg (contra Flachland)?

  41. Es hängt halt auch davon ab,...
    Es hängt halt auch davon ab, ob einen der Berg ruft, oder nicht. Ich weiss, dass es komisch klingt, aber mich ruft der Berg. Selbst heute, trotz eines formidablen Schneesturms, werde ich nachher auf den Berg gehen. Ich ertrage es nicht, ihn anzuschauen und zu sagen: Nö, du, is nich. Ich bin am Berg ein anderer Mensch, und wenn ich nicht dort bin, und es geht mir nicht gut, dann mache ich einfach die Augen zu und denke an den See, die Berge und den Himmel, und es geht mir besser.
    .
    Ansonsten wohne ich exakt auf dem allerersten Teil des Gebirges gleich über dem Fluss, der die Grenze bildet. Im Flachland ist man mit dem Auto in 15 Minuten, wenn es sein muss, und hier oben bei mir ist es alles andere als karg. Als Fleischfresser kann man die Kühe auf der Weide gegenüber geniessen. Von der Terrasse sind das 10 Meter.

  42. Luis Trenker, a jeda, wiara...
    Luis Trenker, a jeda, wiara mog. Aber wenn die Stadt zu chaotisch wird, kann man sich ja mal überlegen, für ein paar Monate dem Berg den Vorzug zu geben. Die nächste Metropole (und nicht nur Berlin) ist von hier aus in 35 Minuten mit dem Auto zu erreichen.

  43. Kaffetrinker, danke. Das mit...
    Kaffetrinker, danke. Das mit dem Schreiben, dafür kann ich nichts, denn ich schreibe nicht – es schreibt mich. Ich weiss nicht, wie man schreibt. Ich mache Word auf und dann steht es da.
    .
    In dem Bild mit den Spezialitäten sind links goldene, runde Packerl. Das ist die Nusstorte.

  44. Ach, ist das herrlich. Der Don...
    Ach, ist das herrlich. Der Don ist nicht verantwortlich für sein Geschreibsel. Und die FAZ auch nicht. Vielleicht ist er ein Prophet und aus ihm spricht Mammon, der Gott der Reichen.

  45. Was mich ja mal interessieren...
    Was mich ja mal interessieren würde, nachdem alle 40, 50 Kommentare so ein „Boah ich bin angekotzt und finde es ganz gemein dass der Geld dafür bekommt obwohl ich recht habe wenn ich sage dass der absolut nichts kann“-Beitrag aufläuft: Glauben Sie ernsthaft, dass das irgendjemand beeindruckt?

  46. Also, ich bin auch etwas...
    Also, ich bin auch etwas neidisch. Aber ich sehe auch die jahrelange Arbeit dahinter. Manchmal fühle ich mich wie Gneisenau auf den Spuren von Napoleon.

  47. Ich finde es überhaupt nicht...
    Ich finde es überhaupt nicht gemein, dass Sie Geld von der FAZ bekommen, weil Sie für sie schreiben. Ich behaupte auch nicht, dass Sie nichts (oder nicht schreiben) können. Ich möchte auch niemanden beeindrucken.
    Sie sind für mich mit Ihrer hier dargestellten Lebenseinstellung lediglich das, was für Sie „Berliner Abschaum“ zu sein scheint. Und da man hier eingeladen wird, sich zu Ihren Beiträgen zu äußern, tue ich es einfach. Oder soll man in den Kommentaren nur schreiben, wie toll Sie sind. Das wissen Sie doch längst.

  48. Was Don 15:26 sagte, hat Karl...
    Was Don 15:26 sagte, hat Karl Kraus mit den Worten „Meine Sprache macht mit mir, was sie will“ formuliert. Das Thema Verantwortlichkeit gehört garnicht hierher, Dukatenesel; das spielt gerade auf einem anderen Planeten. Kunst ist hier das Thema, aber davon muß nicht jeder etwas verstehen.

  49. <p>Sehen Sie, es gibt da einen...
    Sehen Sie, es gibt da einen Unterschied zwischen mir und Ihnen: Wenn ich so etwas sage, habe ich dafür auch eine tiefergehende Begründung, die ich auch stets vortrage – schalten Sie also auch am Montag wieder rein. Und sollte sich jemand davon beleidigt fühlen, bin ich jederzeit greif- und verklagbar. Sie dagegen nutzen einen anonymen Kommentar, um das reichlich kurz vorzutragen, und sind auch noch feige geniug, das in einer Art indirekt zu tun, die kein besonders angenehmes Licht auf ihre moralische Disposition und Ihre Konfliktfähigkeit scheinen lässt. Ich darf Sie hier belehren, dass ich kein Berliner bin, sondern Miesbacher, und dass so mancher es absolut nicht verträgt, dass es mir gut geht, meine Katzen Knuspertaschen bekommen und ich nachher feine Himbeertorte esse – mei, es kann zwar der Beste nicht in Frieden leben, wenn es feigem Abschaum nicht gefällt, aber mir macht das alles keine Sorgen. Deshalb schreibe ich hier weiter, und Sie… nun ja, was auch immer. Keine Himbeertorte, nehme ich an.

  50. Eine faire Diskussion ist hier...
    Eine faire Diskussion ist hier nur schwer möglich, weil Sie jederzeit Ihnen nicht genehme Kommentare unterdrücken können.

  51. Niemand ausser Ihrer Feigheit...
    Niemand ausser Ihrer Feigheit hindert Sie daran, eine Domain anzumelden und das dort zu tun – Sie werden sicher Freunde mit ähnlichen Charakterzügen finden, aber ansonsten haben Sie natürlich recht: Ich glaube nicht, dass es hier gesteigertes Interesse an einer Debatte mit Ihnen gibt. Warum auch sollte man sich länger mit sowas abgeben?

  52. So einen alten Ofen gibt es...
    So einen alten Ofen gibt es auch in neu, meiner ist jetzt 15 Jahre alt. Steht zur Renovierung an. Aber mal im ernst : was wenn das alle wollten ?
    Mein alter Herr hat mal in Lech an der Theke behauptet er hätte den Gipfel gekauft und würde ihn abtragen und in der Heide wieder aufschlichten, damit die Heidschnucken besseres Fleisch bekommen.
    Da fällt mir gerade noch ein : Hat jemand der Kommentatoren eine Idee wie man an ein zu beerbendes Nummernkonto in der Schweiz ausfindig macht.

  53. Wenn jemand ein Nummernkonto...
    Wenn jemand ein Nummernkonto weiß, das ich beerben könnte, bitte die Nummer hier mitteilen!

  54. Paulchen: Das ist nur meine...
    Paulchen: Das ist nur meine Aufgabe. Gern geschehen.
    .
    Körbchengrösse: Diese Erfahrung fehlt mir völlig. Da, wo ich herkomme, hätte man das Internat als Versagen der Eltern angesehen, also gab es das einfach nicht.

  55. Ich lese hier immer, die Krise...
    Ich lese hier immer, die Krise sei angekommen. Auch bei den Corsas. Also ich sehe noch nichts davon.
    Wenn wirklich die Krise angekommen ist, dann fahren die Leute auf den Trittbrettern der BOB ins Oberland, um bei den Bauern ihre i-phones gegen Butter einzutauschen; dann stopft man sich Pappe in die Schuhe, weil es keine Ledersohlen mehr zu kaufen gibt, dann muss man ins Theater Brennmaterial mitbringen, wenn man etwas Wärme bei Cosi fan tutte haben will.
    Alles andere ist doch keine Krise, sondern nur eine kleine Atempause!

  56. Das ist richtig. Aber wenn man...
    Das ist richtig. Aber wenn man sich unterstellen möchte, ein wenig mehr Voraussicht als andere zu haben, muss man sich eingestehen, dass wir auf dem Weg zu einer dicken Krise sind, und das, was heute schon angelegt ist, in Zukunft heftige Folgen haben wird. Wir haben noch gar nichts gesehen.
    .
    Ich denke aber, dass es nicht dumm sein kann, heute schon zu überlegen, was man aus der Zeit nach dem Krieg für sich neu zu entdecken.

  57. Kleiner Nachtrag zu...
    Kleiner Nachtrag zu RainerSacht und Bauschan: Thomas Mann lebte bis 1933 in München in seiner Villa in der Poschinger Straße (Die ‚Poschi‘). Von das aus ging er mit Bauschan durch die Isarauen in den Herzogenpark.
    Thomas Mann hat München und seine mediokre, geltungssüchtige und oberflächliche Gesellschaft sehr gehaßt, nachdem er im Februar 33 die Stadt verlassen hatte. Er hat dieser Gesellschaft ein literarisches Denkmal im ‚Doktor Faustus‘ gesetzt. Wunderschön, bissig und zeitlos gültig.

  58. Egregio Don - seienS doch...
    Egregio Don – seienS doch bitte sehr nicht gleich pikiert, des Bräunlichen zieh ich Sie gewiß nicht.
    Gewiß hätte ich auch Stifter oder ein anderes Mitglied der Kurie der Gfühligen nennen können, aber sind Sie sich noch niemals der Parallelen bewußt geworden ? Ganghofer und Sie: Beide entstammen ordentlichen baierischen Familien, auf eine Jugend im baierischen Flachland (Augschburg bzw. Ingo) folgen das Studium in der Hauptstadt und literarische Betätigung, Ausflüge ins preussische und schließlich die Hinwendung zur Bergwelt. Fand nicht G. seine letzte Ruhe am Tägernsee? Unweit Ihrer Wohnstatt ? Und dann Ihr letzter Text!!

  59. Junge, Junge, sind das...
    Junge, Junge, sind das Kriterien. Krise ist erst, wenn 60 Jahre Arbeit und Wachstum und Produktivitätssteigerung in etwa das gleiche Resultat haben wie die mit Wille und Absicht ins Werk gesetzte Zerstörungen eines Kriegs. Hier wird über die Freuden eines „gehobenen“ Lebenstils geschwelgt, der ja offen legt, wie differenziert und himmelweit vom blossen Überleben die Bedürfnisse der heutigen Gesellschaft vom „genug zu Essen haben“ entfernt sind. Und der Witz ist ja auch, doch deshalb, weil diese Gesellschaft es auch „hergibt“. Damit meine ich, dass der Stand dessen, was heute an Produkten produziert werden kann, dank der Arbeit und des Erfindungsreichtums von Generationen weit von dem entfernt ist, was früher zustande gebracht wurde. Lebensmittelproduktion ist heute zum Beispiel kein Vabanquespiel mehr mit der Natur sondern kontrollierte Produktion. Und dafür reichen zwei Prozent Arbeit aus, was früher 50 Prozent brauchte. Warum sollte man nicht das, was einem fürs Leben bleibt an diesem Stand des Reichtums messen? Was da drin ist, das schildert Don Alphonso mit seinem Genüssen doch recht drastisch. Und gemessen daran, ist das Leben des „Corsa-Fahrers“ doch schon lange in der Krise. Seit Jahr und Tag nimmt sein Einkommen ab und die Arbeitslosigkeit zu. Auch wenn das in der Beletage nicht zur Kenntnis genommen wird. Stattdessen schwingt man sich gerne zum Richter über das, was der „Corsa-Fahrer“ sich zu wünschen hat und was nicht, wann er also in der Krise ist, auf. Aber das sind dann nicht „überzogene“ Ansprüche. Wie wäre es denn, das Urteil, wie es ihm geht, dem „Corsa-Fahrer“ zu überlassen? Was qualifiziert denn ausgerechnet die Beletage dazu, dies statt seiner zu tun?

  60. shlomo s., ach was: Das...
    shlomo s., ach was: Das gleiche mit ordentlicher Familie und bayerischem Flachland kann man auch über den hier wohnenden Ludwig Erhard sagen, und Heinrich Himmler, der ebenfalls privat am Tegernsee wohnte. Was sagt uns das? Nichts. Insofern sind solche Anspielungen im besten Falle überflüssig.

  61. Settembrini, da hatte Mann...
    Settembrini, da hatte Mann sicher recht, das zu tun.

  62. mmaltensen, ich stimme dem zu,...
    mmaltensen, ich stimme dem zu, möchte aber behaupten, dass wir es bislang vor allem mit einer Krise der Reichen zu tun haben. Das ist in den USA, Irland und England schon sehr anders, aber die Wertberichtigungen bei Anlegern sind inzwischen enorm. Dann vielleicht noch ein Kredit, den man bisher von der Rendite abzahlte, und schwups geht es runter zur Corsaklasse. Viele Assets der Reichen sind im Moment so gut wie unverkäuflich, vom Sofa von Werther Classic bis zum Emerging-Markets-Papier.
    .
    Man wird mich hier darob nicht weinen eehen, aber oben herrscht gerade die blanke Angst, auch vor einer Hyperinflation im Nachgang, was dafür sorgt, dass man momentan versucht, Wohnungen in AA und AAA-Lagen zu kaufen, sie mit Schulden finanziert und das sich dann hofentlich auszahlt. Natürlich sind diese Probleme ganz andere als „unten“, aber die Zeit, da man sich sicher war, dass es einen nicht trift, sind seit einem Jahr vorbei.

  63. <p>(Nachtrag: Es gibt da...
    (Nachtrag: Es gibt da beispielsweise einen in den Medien sehr präsenten Fondsverwalter, der die Leute mit seinem recht breiten Portfolio stark an sich gebunden hat: Rendite immer, immer immer über dem Durchschnitt, reichlich intransparent, aber für jede Nische ein Angebot, da kann man also sein ganzes Geld unterbringen und sich auch gut mit Krediten hebeln: Die Rendite war immer besser als das, was gut Betuchte an Zinsen zahlen. Ich habe aufgrund einer praktisch unmöglichen Performance, die alle, wirklich alle Steigerungen übertrifft und den Verlusten kaum folgt, obwohl man in diesem Sektor nicht einfach raus kann wie bei Aktien, bei dem den Verdacht, dass er mit all seinen iim Ausland sitzenden Fonds so eine Art Ponzi-Schema betreibt, und es würde mich gar nicht wundern, wenn diejenigen, die dort über Kredite eingestiegen sind, bald froh wären, überhaupt noch einen Korsa zu haben. Dieser Kommentar wird sicher nochmal nach vorne gezogen, und es wird nicht lange dauern. Merkt Euch meine Worte.)

  64. Ein Madoff in good old...
    Ein Madoff in good old germany?

  65. Möglicherweise noch nicht so...
    Möglicherweise noch nicht so arg lange, nicht in dem Umfang, aber ich habe den Eindruck, als hätte man in guten Tagen da die Ergebnisse etwas geschönt, und muss nun in schlechten Zeiten dringend weitermachen. Die Struktur ist dafür reichlich geeignet.

  66. Getroffene Hunde schreiben...
    Getroffene Hunde schreiben gefühlsduselige Texte und bellen laut.

  67. <p>Und feige Trolle geilen...
    Und feige Trolle geilen sich an jüdischen Namen auf und haben ein Problem mit dr Körperhygiene.

  68. Was ist denn hier passiert?!...
    Was ist denn hier passiert?! Das war doch mal ein ganz nettes Plauderstündchen. Jetzt habe ich zwei Tage mal nicht reingeschaut, und auf einmal fliegen hier die Fetzen.

  69. "aber ich habe den Eindruck,...
    „aber ich habe den Eindruck, als hätte man in guten Tagen da die Ergebnisse etwas geschönt, und muss nun in schlechten Zeiten dringend weitermachen.“
    So hat es schon des öfteren angefangen und dann irgendwann ein böses Ende genommen. In der Tat. Da werden wohl einige innerlich zusammenfahren und anfangen sich Gedanken zu machen, wenn sie nach den New Yorker Ereignissen nicht ohnehin schon unter Schlafstörungen leiden…

  70. Don Alphonso, was den...
    Don Alphonso, was den bisherigen Verlauf der aktuellen Finanzkrise betrifft, stimme ich Ihnen hinwiederum zu. Das ist ja vielleicht auch der kleine Treppenwitz, dass diesmal zuerst die Vermögenden einen Teil ihres Vermögens verlieren, statt dass sie – wie in den letzten Jahren bis Jahrzehnten – die Gewinner sind, durchaus auf Kosten der „Corsa-Fahrer“. Die „Corsa-Fahrer“ wird diese allerdings auch noch treffen und zwar sehr, sehr hart – ich glaube auch hier d’accord.

  71. Kaffeetrinker, manchmal ist...
    Kaffeetrinker, manchmal ist man Trollen mit wechselnden Namen gegenüber relativ machtlos. Ignorieren Sio einfach solche Spinner, dann bleibt die nette Diskussion, und ich werde einfach etwas restriktiver dreischalten. Es bleibt leider das unschöne Gefühl, dass ein paar Stalker jeden Versuch unterlaufen, das Kommentieren hier zu erleichtern.

  72. Was Vorahnungen angeht, sind...
    Was Vorahnungen angeht, sind die meisten eher schlecht. Investoren tendieren dazu, sich für klüger zu halten, und negieren das Offensichtliche erstaunlich lange.
    .
    Was die Folgen für Corsa und Co. angeht, bin ich mir gar nicht mal so sicher, zumindest was Deutschland angeht. Vermutlich wird man nach der Wahl ein paar Beschlüsse treffen, die Reichen keinesfalls zusagen werden: Aber wenn man was holen will, lohnt es sich dort und nur dort.

  73. Don Alphonso, das mit der...
    Don Alphonso, das mit der mangelnden Klugheit der Investoren ist nun wirklich nichts Neues. So mancher spricht heute von der Verantwortungslosigkeit moderner Eliten. Es wäre jedoch passender, von der Ahnungslosigkeit moderner Eliten zu sprechen.

  74. Nun, für solche hochkomplexen...
    Nun, für solche hochkomplexen Dinge hält man sich ja entsprechende Spezialisten, und natürlich ist da ab und an auch jemand dabei, der sich bereichert. Ansonsten habe ich nicht den Einruck, dass die „Eliten“ geistig beschränkt sind. Sie unterliegen ab und zu Fehleinschätzungen.

  75. Don Alphonso, ich hoffe mit...
    Don Alphonso, ich hoffe mit Ihnen, dass es so ist. Nun bin ich allerdings seit meinem Abschied aus der ostfaelischen Provinz etwas in der Welt herumgekommen. Und mein starker Eindruck ist, die Eliten sind ahnungsloser als gedacht. Ab sie allerdings vor 30 Jahren bereits genauso ahnungslos waren, vermag ich nicht mit Sicherheit einzuschätzen. Gespräche mit Leuten die 30 bis 40 Jahre älter als ich sind, geben jedoch gewisse Hinweise in diese Richtung. Deshalb meine Arbeitshypothese, die Eliten vor 30 oder 40 Jahren hatten mehr gesunden Menschenverstand. Um es mal so zu sagen.
    Gruß aus dem einmaligen Baku
    Ernst Wilhelm

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