Home
Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Klassengesellschaft für die Kleinen

| 169 Lesermeinungen

Man sagt, Kinder wären noch nicht so dünkelbeladen wie ihre Eltern, sie könnten sich frei entwickeln und würden zu selbstständige Menschen heranreifen. Nette Hoffnungen, die man haben kann, solange man nicht den vermutlich schönsten Spielplatz Deutschlands und dessen Klassenschranken kennt.

Your Daddy´s rich, and your Ma is good looking
DuBose Heyward, Summertime

Theoretisch sind alle Menschen in Deutschland gleich. Solange sie sich an die Gesetze halten, können sie tun, was sie wollen. Jedem stehen alle Leistungen des Staates ungeachtet der Herkunft offen, es gibt Reisefreiheit, es gibt Bildung, Bibliotheken und ein Sozialsystem, und jede Menge Förderung für die Kleinen, deren frühkindliche Entwicklung dem Staat stets und überall am Herzen liegt. Zukunft des Landes, oder so. Theoretisch.

Praktisch ist der vermutlich schönste Kinderspielplatz des Landes aber nicht überall, sondern nur ein paar Minuten zu Fuss von meiner Wohnung am Tegernsee entfernt. Spielplätze gibt es viele, aber die meisten sind irgendwo in Siedlungen, eingepfercht zwischen Mauern und Alibigrün. Der hier ist anders. Er liegt direkt im Park. Am See. Gleich oberhalb des Badestrandes. Umrahmt von Bäumen. Gegenüber der Berge. In einer der reichsten Gegenden des Landes. Und er ist so gleich und egalitär wie die Königsloge in der Münchner Staatsoper.

Bild zu: Klassengesellschaft für die Kleinen

Auch wenn der zinnenbewehrte Turm der Rutsche einen anderen Eindruck entstehen lassen könnte, gibt es hier keine Umzäunung. Man muss keinen Eintritt zahlen, der Spielplatz ist für jeden frei zugänglich, der mit seinen Kindern hierher laufen kann. Das sind zwei, dreihundert Familien. Und er ist für alle offen, die hierher fahren können. Für Eltern aus St. Quirin und Tegernsee ist das einfach, für alle anderen ist das schon ein erheblicher Weg. Aus Münchnen bräuchte man 45 Minuten, das macht man nicht mal eben so. Auch wenn der öffentliche Nahverkehr ganz in der Nähe hält, bringt er nur selten Familien von Auswärts. Also bleiben die Mütter vom Tegernsee mit ihren Kindern meist unter sich.

Sie können recht lang bleiben. Nebenan gibt es eine öffentliche Toilette und ein Restaurant mit Seeterrasse und gransiosem Ausblick, sie können dort etwas zu trinken kaufen und alles, was Kinder gerne haben. Gleich dahinter ist ein grosser Parkplatz, für die grossen Geländewägen und Kleinbusse, die Mütter vom Tegernsee fahren. „Ann-Sophie auf Tour“ steht hinten drauf.

Bild zu: Klassengesellschaft für die Kleinen

Ich bin fast täglich hier unten, denn es ist quasi mein Weg zum Bäcker, und ich kann mich nicht erinnern, hier je eine Mutter gesehen zu haben, die dick oder nicht ausgehfertig gewesen wäre. Die Mütter, die ich hier kenne, sind allesamt Joggerinnen oder, gleich richtig, Bergläuferinnen, sportlich und durchtrainiert. In jeder Hinsicht vorzeigbar. Frauen, die auf sich achten. Dort unten geht es im Frühling wie auf dem Laufsteg zu. Es ist dort nie zu bewölkt, um nicht eine Sonnenbrille in den Haaren zu tragen. Es mag der Konkurrenzdruck sein, oder schiere Eitelkeit. Sie sind die perfekte Ergänzung zur Bilderbuchatmosphäre dieses Ortes.

Kinder und Hunde machen keine Ausnahme. Für einen Spielplatz ist die ganze Angelegenheit erstaunlich ruhig und disziplniert. Die Kinder sind mit aller Begeisterung bei der Sache, aber insgesamt weniger auftragend und quiekend. Vielleicht, weil sie strenger erzogen sind als anderswo. Vielleicht, weil sie all die schönen Dufflecoats aus den Boutiquen nicht beschmutzen wollen. Vielleich aber auch, weil sie nicht so viel Stress abbauen müssen. Es gibt in dieser Gegend wenig, was Kinder unter Druck setzen könnte. Schon gar keine Gewalt, Rowdies und sozial weniger Begünstigte.

Bild zu: Klassengesellschaft für die Kleinen

Der Park am See ist gross. Das entzerrt auch die Aktivitäten. Wer älter ist, muss nicht am Spielplatz sitzen, weil es wie in vielen Stadten und deren unerfreulichen Vierteln der einzige Freiraum wäre. Weiter hinten gibt es eine Torwand und Rasen für Ballspiele. Noch weiter vorne ist ein Pavillon, in dem die Skater und BMXer trainieren können. Es ist immer noch genug Platz für Rentner, Hunde, Enten und Radler da. Selbst im Hochsommer wird es nie richtig voll. Denn im Sommer wird der Parkplatz gleich am Morgen von jenen gefüllt, die in der Nähe wohnen. Münchner oder noch Ärmere können dann mit dem sprichwörtlichen Ofenrohr ins Gebirge, hier auf den Wallberg, schauen.

Es sind diese banalen Umstände, eine Mischung aus guter Lage und einer bestimmten Haltung, die unsichtbare Mauern um den Spielplatz zieht. Wäre man unterprivilegiert, würde man sich nicht wirklich begeistert willkommen fühlen und vermutlich mit Hass reagieren. Und weil sich die meisten Mütter hier kennen und verabreden, bliebe man auch in jeder Hinsicht draussen. Auch die Kinder kennen sich schon. Da ist für Aussenseiter wenig zu holen.

Bild zu: Klassengesellschaft für die Kleinen

Das alles ist nicht gemein, böse oder ungerecht, es ist einfach so. Es ist keine Ausgrenzung oder Diskrimierung, sondern eine gewachsene Struktur, die sich den Platz nimmt, den sie braucht. Die Mutter aus Bremerhaven wäre hier so verloren, wie die Tegernseemutter in Bremerhaven zwischen Fixerbesteck und Punks mit Dosenbier. Hin und wieder macht man es sich bewusst, wenn doch jemand vorbeikommt, der nicht ideal hineinpasst, und der dann, von einigen Augen verfolgt, erfreulicherweise weiter geht. Es ist immer noch Deutschland, es ist ein freies Land, hier ist alles öffentlich, und trotzdem Menschen vorbehalten, die zu einer bestimmten Klasse gehören; nicht unbedingt die Superreichen, die in St. Quirin ihre Enkel in kleinen Parks spielen lassen, aber sehr wohl die besitzende Schicht. Von unten aus gesehen ist das alles so oder so mit einem Wort „reich“. Und unerreichbar.

Man merkt das an den Details. Die Geräte wurden in der Region gefertigt. Hier liegt kein Müll herum, denn die Gemeindearbeiter machen alles sauber. Es gibt hier keinen Vandalismus und keine Sprayer. Es ist nichts beschädigt. Es ist ein Ort nur für Kinder und Mütter. Um sechs kommt dann der Vater nach Hause, die Mütter verstauen die Kinder in den Geländeautos, ziehen den Lippenstift nach, und fahren zurück in Tiefgaragenstellplätze, die ab 12.000 Euro zu haben sind.

Bild zu: Klassengesellschaft für die Kleinen

Wer direkt hier wohnt, kann noch etwas bleiben, den Sonnenuntergang betrachten, und sich Gedanken machen. Über die Kinder, die hier leben. Die keine Ahnung haben, dass es auch noch eine andere Welt gibt, in der Mütter zur Flasche greifen und Junkfood in sich hineinstopfen. Die nichts von Hartz IV wissen, und von gebrauchten Kleidern. Dieser Spielplatz filtert mindestens 2/3 der deutschen Gesellschaft komplett aus, es gibt keine Altersgenossen aus einem Plattenbau oder Block, keine Mütter aus billigen Mietwohnungen, keine sozialen Brennpunkte und die Gefahr, später in die Realschule zu müssen. Vater ist immer reich, und Mutter sieht immer gut aus. Auf dem Steg sitzt jemand mit Kamera und bespricht seine nächste Italienreise, die Enten sind fett und das Licht funkelt auf dem Wasser.

Ich, der ich mir solche Gedanken auf dem Steg mache, müsste hier eine Moral aufschreiben, etwa, dass es Unrecht ist, wenn die, die ohnehin schon den Grossteil des Landes besitzen, ohne Mühe und Recht den Spielplatz für sich beanspruchen, eine Klage über das Problem der Klassengrenzen, aber so einfach ist das nicht. Ich bin heilfroh, dass ich ähnlich abgeschirmt aufgewachsen bin, und jenen Freundinnen, die sich leider für Kinder entschieden haben, wünschte ich dringend, dass sie diesen Job hier am See machen könnten. Natürlich ist es ungleich und ungerecht, natürlich determiniert es die Kinder nicht weniger als eine Jugend im Block oder in Berlin, wo sie das Haus am See nur aus populären Liedern kennen. Wer hier spielt, für den sind die Weichen in die bessere Richtung gestellt, und wenn man schon geprägt wird: Dann nur so. Es ist nicht gut, dass es so ist, aber es immer noch die beste aller möglichen Welten.

Begleitmusik: Eigentlich diese wunderbare Stille nach dem Sonnenuntergang, wenn das letzte Kindergequengel auf 245er Breitreifen von acht Zylindern entfernt wurde, aber sollten sich ein paar Mütter über die neuen Burberry Kids Collection verratschen, empfehle ich mit  L’Incoronazione di Poppea von Claudio Monteverdi, erschienen bei K617, eine erfreulich ehrliche Vorstellung von Partnerschaft und Zuneigung.

0

169 Lesermeinungen

  1. Kann es auch in der Großstadt...
    Kann es auch in der Großstadt geben – vielleicht nicht gerade in Berlin. Auf den Spielplatz in den Wallanlagen in Hamburg passt mit den Tegernseer Einschränkungen vieles, was oben beschrieben worden ist. Möglicherweise wäre die Bremenhaverner (mit v) Mutter auch dort verloren. Aber dazu muss sie nicht an den Tegernsee reisen.

  2. Das "f" bitte ich als...
    Das „f“ bitte ich als Lokalkolorit aus dem Süden zu betrachten.
    .
    Wenn ich das hier allerdings mit der auch alles andere als schlechten Münchner Maxvorstadt vergleiche, gibt es schon sehr deutliche Unterschiede. Am See ist das alles extrem auf Linie, da gibt es keine Pluralität und kein Nebeneinander, wie man es in Städten, Stichwort soziale Städte, immer irgendwie hat.

  3. Nur 12.000€ für den TG...
    Nur 12.000€ für den TG Platz ???
    Wenn Wohnraum ähnlich günstig ist, erwäge ich einen Umzug an den See!

  4. zwischen tegernsee und...
    zwischen tegernsee und fixierbesteck mit junkfood gibt es wohl noch eine ganze menge. liegt wahrscheinlich an der unsichtbaren mauer, dass bei mir nur eine schwarz-weiss malerei ankommt, wenn ich das lese.
    zu kindern kann ich aus eigenen erfahrungen nur sagen: das wichtigste, was sie brauchen, ist zuwendung in form von zeit. zeit zum spielen, zum vorlesen, für rituale. für all das, was eine reiche und unbeschwerte kindheit ausmacht.
    und ich hoffe, dass es mir gelingt, meinen kindern einen neidlosen blick nach oben zu vermitteln (obwohl: nicht unterprivelegiert aufgewachsen). denn die beste aussicht ist es kaum, wenn auch in bester weichenstellung, an seinem eigenen dünkel zu ersticken.
    beste grüße.

  5. <i>Es sind diese banalen...
    Es sind diese banalen Umstände, eine Mischung aus guter Lage und einer bestimmten Haltung, die unsichtbare Mauern um den Spielplatz zieht.
    Ja, aber man mache sich nichts vor: Als jemand, der da nicht hingehört, bleibt man mit seinem Kind auch auf Spielplätzen in diversen Berliner Bezirken (um jetzt einfach mal die Kurve ins Konstrastprogramm zu kriegen) irgendwie außen vor. Ich war voriges Jahr mit der Kleinen zwei Tage dort zugange, während meine Frau auf einem Kongress war. Wir waren auf Spielplätzen auf dem Prenzelberg, in Friedrichshain, Wedding und Kreuzberg unterwegs, und da kennen sich die Mamis und die Kids, die regelmäßig da sind, auch überall. Man kann also nicht sagen, dass es da keine unsichtbaren Mauern gäbe.
    Und wo ermahnten Eltern ihre Kleinen, doch auch das Mädchen mitspielen zu lassen, dass so alleine ist auf dem Spielplatz? Das war nicht auf dem hippen Spielplatz neben der Tapasbar am Senefelder Platz, sondern in Kreuzberg, und es war eine junge türkische Elternclique, die mich einlud, mich doch dazu zu setzen und der Kleinen ein Wassereis aus der Kühltasche spendierte. Tja.

  6. Don Ferrando: Ab 3000 pro...
    Don Ferrando: Ab 3000 pro Quadratmeter kann man hier spielen. Tendenz in letzter Zeit aber wieder steigend. Nach oben gibt es wenig Grenzen. Es ist kein Käufermarkt. Und 12.000 für eine Garage in der de facto Pampa ist schon einiges.

  7. Lieber Don,
    als Wahl- bzw....

    Lieber Don,
    als Wahl- bzw. Zwangsnorddeutscher muss ich Sie korrigieren. „Bremerhafen“ ist noch nicht erfunden, auch nicht im Netz. Vgl. „Bremerhafen.com“, da ist es auch nur eine einzige Baustelle.
    Ansonsten stimme ich der Breitreifen/Kleinlaster/Minivan/SUV-Ideologie voll und ganz zu. Wem die Autobahn gehoert, der darf auch die Spielplaetze besetzen. Den Kindern goenne ich alles, nicht nur den chinesischen Spielzeugmuell (der ueber Bremerhaven ins Land schwappt), sondern auch die schoensten Musikinstrumente (in HH werden nur 400 Fluegel im Jahr gebaut, damit lassen sich alle SUV-Fahrer allerdings nicht versorgen). Lieber reich und gesund als arm und krank.
    Nur gelegentlich kann ich mir einen Rest an Haeme/Klassenbewusstsein/Kritik nicht verkneifen, naemlich wenns einer dieser Kids nicht ans Gymnasium schafft oder wenn die Sportwagen/SUV-Ehen im Drama enden. Als letzter Vertreter der aussterbenden Mittelschicht frage ich mich, ob die trainierten Muttis sich ausser ueber die Kid Collection auch ueber Ehevertraege, Scheidungsvereinbarungen und „Boys over Flowers“ unterhalten koennen.
    P.S. bzw PS: Reden Sie nicht so viel ueber Autos und ihre Accessoires!

  8. Dafür ist Bremerhaven...
    Dafür ist Bremerhaven wenigstens interessant – und der Tegernsee so langweilig wie seine Anwohner:
    http://werften.fischtown.de/archiv.html

  9. Kopfschuetteln, natürlich...
    Kopfschuetteln, natürlich gibt es diverse andere Ausprägungen. Aber das hier ist schon, vorsichtig gesagt, reichlich speziell.
    .
    Das, was daraus entsteht, würde ich aber nicht als Dünkel bezeichnen. „Unkenntnis“ ist besser. In gewisser Weise ist es sogar irrelevant, denn bis so ein Kind dann das „draussen“ kennenlernt, vergehen fast zwei Jahrzehnte. Das Problem beim Thema „Zuneigung“ hat ein Kommentator in meinem normalen Blog mal so umschrieben:
    .
    „Vor allem, wenn ich höre, dass Altergenossen meiner vierjährigen Tochter bei Autofahrten von mehr als 20 Minuten schon mit tragbaren DVD-Playern bespaßt und ruhiggestellt werden müssen. “ http://rebellmarkt.blogger.de/stories/1359922/#1360113
    .
    Brrr. Da schreibe ich doch glatt ein Lob auf die Tegernseemutter. Ich weiss nicht, wie stark welche Richtungen vertreten sind, natürlich hofft man, dass es gut ist, aber besser mit Dünkeln erzogen, als gar nicht.

  10. Lieber Don, einen wirklich...
    Lieber Don, einen wirklich schönen Spielplatz kennst Du nicht, oder? Es sieht – mindestens auf den Bildern – sehr kalt und abweisend aus. Wenn ich an eine andere eher gute Gegend (zugegeben, auch im Süden) denke, da sind die Spielplätze aber schöner und spielfördernder).
    Ob an Deinem Strand die Probleme wirklich draussen bleiben … naja, da habe ich so meine Zweifel. Fängt da nicht die Diskriminierung schon an, wenn es doch den einen oder anderen so trifft, dass der Q5 statt des Q7 gekauft werden muss? Dass ev. doch nicht so häufig die Kleidung der Kinder gewechselt wird, wie „üblich“? Dann wird nicht nur die Mutter aus München, die sich tatsächlich dorthin verirrt, „weggestarrt“, sondern auch die bisher „Dazugehörige“.
    Aber ob wir – mit der Entwicklung, auf die wir hinsteuern, und die auch die sogenannten „Stützen“ nicht wirklich verschonen wird – solche Kinder brauchen, die weder Empathie noch Unterschiede kennenlernen, das bezweifle ich. Nein, eigentlich bezweifle ich das nicht. Ich weiss, dass wir solche Kinder nicht brauchen. Wir – das ist die Gesellschaft.

  11. Mark, dieses Berliner...
    Mark, dieses Berliner Hipsterproblem ist bekannt, und trotzdem wäre der Helmholtzplatz in meinen Augen nicht der akzeptable Ort. Einerseits, weil Kinder dort in meinem Lieblingscafe stören, andererseits, weil ich finde, dass einer Kindheit ohne See in der Nähe einfach etwas fehlt. Das spezifische Publikum dort ist schlimmer und eingebildeter als Rottach-Egern, keine Frage.

  12. <p>Spätburgunder, bei 2 Grad...
    Spätburgunder, bei 2 Grad plus und dichten Wolken im Spätwinter ist kein Spielplatz der Welt richtig schön. Aber so sieht die Badewiese daneben im Sommer aus:
    rebellmarkt.blogger.de/…/kindersee.jpg
    .

    Mein Eindruck ist, dass die Gesellschaft hier bis zu einem gewissen Punkt sehr locker mit kleinen Ausdifferenzierungen umgeht. Vielleicht, weil man in Bayern so etwas wie eine allgemein gültige Kultur des Zusammensitzens aus dem Biergarten hat. Es gibt Dinge, die nicht gern gesehen werden, aber das ist nicht der Unterschied zwischen zwei hässlichen Autos.

  13. In Düsseldorf gibt es in...
    In Düsseldorf gibt es in einem Park in der Karlstadt einen versteckten Spielplatz der auf einer Halbinsel in einem kleinen See liegt. Sehr nett und vollkommen pöbelfrei.

  14. Klaus Jarchow, noch spannender...
    Klaus Jarchow, noch spannender ist die Reeperbahn, nur ist spannend weniger das Kriterium, das ich für Kinderaufzucht als relevant erachten würde. Man kann, wenn es um Häfen geht, mit den Kindern mal nach Kroatien. Ist nicht weit von hier aus.
    .
    Driver, ein wenig Gelassenheit im Umgang mit diesen Strukturen gehört einfach dazu. Es ist so, es gäbe auch keinen Grund, das zu ändern. Und schliesslich sind da noch Grosseleltern, die den Scheidungsfall abfedern. Ich kenne nur einen aktuellen Fall, in dem ein Kind nach der Scheidung dem brutalen Vater nachgeriet und nun am Chiemsee eine spezielle Schule, äh, aufsucht.
    .
    Tasteninstrument musste ich auch. Ich fand es schrecklich.

  15. @kopfschuetteln:
    .
    Nicht nur...

    @kopfschuetteln:
    .
    Nicht nur Reiche können ihren Kindern Zeit schenken, das fängt einkommenstechnisch schon deutlich weiter unten an.
    .
    Wenn, ja wenn diese Leute nicht im Übermaß damit beschäftigt wären, reicher zu werden.

  16. Etwas off topic: Ich war diese...
    Etwas off topic: Ich war diese Woche mal auf deutschen Autobahnen unterwegs – nach Langer Zeit das erste Mal. Irgendwie habe ich das Gefühl, es hat sich was geändert: Vor einem Jahr noch bin ich sehr zügig gefahren und konnte an einer Hand zählen, wieviele Autos mich überholt hatten. Und nur mit viel Motorkraft konnte ich Stuttgarter oder Münchener SUVs hinter mir lassen (sonst stehen sie in Kurven vor mir auf der Bremse…..)
    Diese Woche: Nichts dergleichen… In einer Woche haben mich gerade mal zwei X5 überholt. Und ich bin echt zahm mit 6,2 LIter Durchscnittsverbrauch dahingezuckelt.
    Selbst die Kindergartenmuttios mit Ihren Cayennes hier in der Stadt fahren nicht mehr mit Schmackes zur nächsten Ampel.
    Es scheint mir, als gingen die Spritrechnungen plötzlich nicht mehr auf Papis Firmen-Kreditkarte. Oder so.

  17. fahren sie denn gelegentlich...
    fahren sie denn gelegentlich mit? mit den tegernseemüttern? sie wissen genau, dass die ihre kinder nicht bespaßen? ok, ich verstehe sie womöglicherweise nicht.
    nur ein beispiel noch. ja, es gibt menschen unterhalb des tegernsees, die sich fragen, wie man auf die idee kommt, einen kindergeburtstag bei mcjunkfood ausrichten zu lassen(!) für die so was ein furchtbar geschmackloser geigel ist. der jeden tag neu „bekämpft“ werden muss.
    beste grüße nochmals.

  18. Das ist nun wirklich der...
    Das ist nun wirklich der dümmste Artikel, den ich seit langem gelesen habe.
    Ausser blankem Sozialneid und Missgunst kann ich darin nichts erkennen.
    Hier werden Tatsachen beschrieben, die dem letzten Depp klar sein sollten – in einer wohlhabenden Region gibt es wohlhabende Kinder und Mütter – welch Wunder. Die Versager die nicht am Tegernsee wohnen, sollten sich einmal Gedanken machen warum es bei ihnen nur für Hartz IV gereicht hat.

  19. @ Mark: glaube, dass es da...
    @ Mark: glaube, dass es da nicht nur ein Klassen- sondern auch ein kultureller Unterschied eine Rolle spielt: das Verhältnis zu Kindern und die Gewohnheit der Mehrsamkeit, bzw. das was für wünschenswertes Sozialverhalten gehalten wird.
    Und ohne jegliche anthroposophische Studie: Das einzige, was ich nach Wegzug aus der Gegend meiner Studentenbude in eine (etwas) feinere, überwiegend von Eingeborenen bewohnte Gegend bedauert habe, ist dass die hiesigen Einzelkinder nicht an kleinere Geschwister und grosse Scharen von miteinander spielenden Kindern verschiedenen Alters gewöhnt sind. Sie sind egozentrischer, rücksichtsloser und das soziale Verhalten (jetzt bitte nicht alles lieb und nett denken) rudimentärer.
    Und PS: Berlin, am Wannsee, gegnüber von Loretta, ist der Erinnerung nach auch nicht so schlecht.

  20. Narzißmus, gepaart mit...
    Narzißmus, gepaart mit Provinzialität, ist in Deutschland recht weit verbreitet und gibt es in derselben Ausprägung wahrscheinlich schon im Nachbarort des Autors, ob nun begründet oder nicht. Mit dem einzigen Unterschied, daß die darüber keine Kolumne schreiben. An sich sind Heimatverbundenheit und die damit verbundenen Gefühle der Zufriedenheit und Zugehörigkeit für jeden erstrebenswert. Nur: Warum geht auch das nicht ohne Wettbewerbsgedanken und Herabsetzung von anderen? Warum diese ständige Selbstvergewisserung, daß anderes Leben minderwertiger ist? Es gibt Gegenden auf dieser Welt, die schöner sind, in denen die Frauen besser aussehen (und keine zu kurzen Hosen tragen wie oben; irgendwo hab ich mal gelesen, man trägt die hosen leicht zu kurz, weil das energischer wirkt), in denen mehr Zaster zirkuliert. Deren Bewohner aber weit weniger Aufhebens um ihr Dasein machen. Vielleicht sollte das Grundgesetz den deutschen Kleingeist verbieten…

  21. Hallo Don Alphonso,

    Eine...
    Hallo Don Alphonso,
    Eine wirklich schöne Idee dieser Spielplatz und gut zu wissen, dass es ihn gibt. Es wird eine Zeit kommen in denen alle Kinder auf so unbeschwerte Weise spielen werden können, es müssen nur alle wollen …. alle. Ja, diese Welt die du beschreibst ist besser doch es bedarf keines Reichtums im herkömmlichen Sinne diese herzustellen. Es bedarf Bildung und die Augen und das Herz weit zu öffnen…. ein langer Weg liegt da vor uns allen, aber wir kennen ja das Ziel, du hast es in deinem Artikel beschrieben, der Kinderspielplatz den du beschreibst ist eine herrliche Metapher für eine Welt wie ich sie ersehne… ich glaube wir können das schaffen. Langsam aber sicher, Schritt für Schritt.
    bis denne
    Alex

  22. Danke. Wirklich, danke. Jetzt...
    Danke. Wirklich, danke. Jetzt werde ich mit einem Laecheln dieses Wochenende zu meinen Eltern fahren, und werde vielleicht ein paar Minuten an dem alten Spielplatz vorbei gehen (nicht ganz so pittoresk wie der hier beschriebene, aber aehnlich), und mich mit melanchonischem Blick meiner Kindheit errinnern.
    Schoenes Wochenende.

  23. Netter Beitrag, allerdings...
    Netter Beitrag, allerdings Widerpsruch in einem Punkt:
    „Die nichts von Hartz IV wissen, und von gebrauchten Kleidern.“
    Gebrauchte Kleider sind also Ausdruck von Armut? Ich habe als Kind fast nur gebrauchte Sachen getragen, gleichwohl meine Pflegeeltern genügend Geld hatten, das haben sie mir aber für Bildung zur Verfügung gestellt.
    Und auch meine Tochter – 5 Monate – trägt gebrauchte Kleidung.
    Nein, ich schäme mich nicht dies zu sagen. Ja, wir könnte uns Designerklamotten für sie leisten. Doch wozu? Um vor anderen Eltern anzugeben?
    Wenn die nichts besseres zu tun haben…

  24. Wir sollten die...
    Wir sollten die Ständegesellschaft nicht allzu verwässern. Ohne charmantes Wachpersonal wird das Leben sonst zu unpersönlich.

  25. User, mal ganz abgesehen von...
    User, mal ganz abgesehen von der Hartz IV Einlassung in Ihrem Einwurf, auf den man nicht weiter eingehen muss: „Ausser blankem Sozialneid und Missgunst kann ich darin nichts erkennen. “
    .
    Können Sie mir mal erklären, wo ich als Bewohner dieser Region mit Bergblick und Alm vor dem Garten blanken Sozialneid empfinden sollte? Auf mich selbst?

  26. c. cramer, ich bin mir...
    c. cramer, ich bin mir reichlich sicher, dass viele nicht davon angetan sind, wenn hier Kolumnen dieser Art geschrieben werden. Natürlich ist es so, natürlich hat man eine vage Ahnung, wie es sein muss, aber die deutsche Medienlandschaft gefällt sich darun, solche Klassenprobleme aussen vor zu lassen. Dabei sagt das alles sehr viel über die gesellschaft aus, in der wir leben. Ich sehe also gute Gründe, genau so weiterzumachen. Durchaus im Wissen, dass ich mir damit keine Freunde mache.

  27. Boooster, den Eindruck hatte...
    Boooster, den Eindruck hatte ich zwischenzeitlich auch, als das Benzin bei über 1,40 lag. Inzwischen scheinen die Firmen tatsächlich auf die Ausgabendisziplin zu achten, was der Freude am Fahren nicht wirklich schadet. Vermutlich könnte man Tempo 130 einführen, und die Welt bräche nicht zusammen.

  28. Völlig an den Haaren...
    Völlig an den Haaren herbeigezogen. Die Wohlhabenden sollen genauso von öffentlichen Erholungs- und Abenteuerplätzen profitieren wie die weniger Reichen.
    Der Artikel ist ein Paradebeispiel für künstliche Aufregung. Wir haben in Deutschland andere Probleme.

  29. Kim, möchten Sie vielleicht...
    Kim, möchten Sie vielleicht Ihre Kritik ein wenig begründen? So ist Ihr Kommentar ein wenig, hm, platt. Um es noch schonend auszudrücken.

  30. <p>Ganz das Spießer-Millieu...
    Ganz das Spießer-Millieu aus dem dann die kleinen Rambos kommen, die mit Papas Waffensammlung mal eben [edit: Ich schalte das hier in dieser Form nur frei, um ein klares „SO NICHT“ anzubringen. Don]

  31. Lustig, Herr oder Frau Cramer,...
    Lustig, Herr oder Frau Cramer, das mit den leicht zu kurzen Hosen merk ich mir. Ich hatte mich schon gefragt, woher die patente Ausstrahlung. Die Körperhaltung + der in die gleiche Richtung starrende Hund (brrr) unterstützen diesen Eindruck noch. Fesch!

  32. GRS2, von der moralischen...
    GRS2, von der moralischen Unzulänglichkeit jeder Art Kind muss man mich nicht mehr überzeugen. Schliesslich war ich auch mal jung. Und wenn ich schon als gut geraten gelten darf, dann will ich nicht wissen, was andere…
    .
    Kopfschuetteln, die Tegernseemütter und ich haben den gleichen Haus- und Rodelberg vor der Tür. Man entgeht sich also gar nicht, wenn man einen gewissen Tagesablauf hat. Und weil man am Gergsowieso dauernd mit den Leuten ratscht, oder angeratscht wird (Ist noch genug Schnee zum Rodeln? Schönes Wetter heute. Mein Sohn würde ja auch mal gerne so einen Rennrodel auspobieren blabla), lernst man das Umfeld schneller kennen, als es dem Kinderhasser lieb ist.
    .
    Was ich hier bislang noch nicht erlebt oder wahrgenommen habe, sind übrigens Patchworkfamilien.

  33. Ldyjane, schön, dass es...
    Ldyjane, schön, dass es jemandem auffällt. Die meisten haben sowieso so eine „Ich mache jetzt Pause für mein Kind aber wenn das Au pair übernimmt, wechsle ich gleich wieder zurück ins Management das ist doch klar“-Ausstrahlung. (Vielleicht ist es ganz gut, dass dieser Beitrag nur online steht, wäre es in der gedruckten FAZ, müsste ich mir vielleicht einen anderen Weg zum Bäcker suchen)

  34. »Vielleicht ist es ganz gut,...
    »Vielleicht ist es ganz gut, dass dieser Beitrag nur online steht, wäre es in der gedruckten FAZ, müsste ich mir vielleicht einen anderen Weg zum Bäcker suchen.« (D.A.)
    Herr Alphonso, jetzt übertreiben Sie aber; fürchten Sie, mit Torten beworfen zu werden? (keine rhetorische Frage)

  35. Edelspiesser. Um nichts...
    Edelspiesser. Um nichts anderes geht es doch.
    .
    Alex, ich habe da meine argen Zweifel. Seit meiner Jugend hat sich extrem viel verändert, und nicht zum Besseren. Obwohl ich als Feind der Ehe Scheidungen als erfreulich betrachte, sehe ich das bei vorhandenen Kindern grundsätzlich anders. In meiner Jugend war es undenkbar, sich scheiden zu lassen, wenn Kinder da waren. Der an und für sich kreuzkonservative Herr P., der in jungen Jahren einen Moment unachtsam war und eine wahrhaft heftige Walkküre schwängerte, stand und steht die Tortur der Ehe bis heute durch. Erst wegen der Töchter, dann wegen der Enkel, dann, weil es eh zu spät ist. Ich glaube, solche Helden braucht das Land. Und weniger die zusammengeflickten Konstrukte voller Onkel und Tanten, die gar keine sind (klinge ich etwas reaktionär?)

  36. Bestärkt mich in meiner...
    Bestärkt mich in meiner Haltung, das Kindergeld als totale Fehlentwicklung des aufgedunsenen Sozialstaats zu betrachten. Stattdessen streichen und besser die Einkommenssteuer pro Kind reduzieren. Dann werden Kinder endlich nicht mehr gezeugt, um das Kindergeld anschließen im Elektronikmarkt oder für den Alkoholkonsum der Eltern zu verballern. Wir müssen nicht nur mehr Kinder haben, es kommt vor allem darauf an, wer sie bekommt. Sonst erleben wir nur noch mehr HartzIV Dynastien in Deutschland…aber den meinungsbildenden Patchworkfamilien und den alleinerziehenden Müttern als Heilige Madonna das sekulären Sozialstaats dürfte das wohl egal sein.

  37. Don, sorry aber - die Dame auf...
    Don, sorry aber – die Dame auf dem Foto sieht ja wohl eher abgerissen aus (soweit man das erkennen kann – muss man nur mal auf die Schuhe achten).

  38. Freunde hin oder her. Ich...
    Freunde hin oder her. Ich finde es ja ganz gut, daß Sie zumindest in diesem Forum soviel Charakter zeigen und sich nicht allzusehr um die medial vorgeprägten Meinungen kümmern. Was manchem sicher provokativ erscheint. Meine Meinung ist bloß, daß es sich bei dem oben beschriebenen Sachverhalt nicht um ein Klassenproblem handelt, sondern eher um einen allgemein verbreiteten, und auch völlig normalen, sozialpsychologischen Sachverhalt, nämlich soziale Abgrenzung von Gruppen gegenüber anderen (Einzelpersonen oder Gruppen; in diesem Fall wohlhabende Eltern eines bestimmten Lebensraumes gegenüber weniger wohlhabenden Eltern anderer Lebensräume, aber es könnten halt auch andere Symbole sein). Wenn Ihre obige Beschreibung allerdings symbolisch gemeint ist – z.B. der Spielplatz synonym für Arbeitsmarkt/gesellschaftliches Leben in Deutschland überhaupt steht, dessen Zugang nur durch ‚Reichtum‘, synonym für den Zugang zum Arbeitsmarkt/gesellschaftlichen Leben fast nur durch Zugehörigkeit zu bestimmten Ständen, Kammern, Vereinigungen oder über Beziehungen, zu erreichen ist – , dann beschreiben Sie in der Tat ein Klassenproblem, das öffentlich weitgehend abgestritten wird, sich aber immer mehr verschärft. Vielleicht sollten Sie das ja in dem einen oder anderen Nebensatz mal anklingen lassen. Nicht, daß Sie der Pöbel beim nächsten Aufstand aus diesem Mißverständnis heraus – und auch völlig zu Unrecht, denn Sie sprechen ja die Mißstände eigentlich erst an, wenn auch stark und für viele bis zur Unkenntlichkeit verklausuliert – als überheblichen Provokateur ‚an der nächsten Laterne hochzieht‘. Das wäre echte Tragik…

  39. Säzzer, ich fürchte ein...
    Säzzer, ich fürchte ein wenig um meine Position als stiller Beobachter. Es ist ja jetzt schon komisch, wenn mich die Tochter des Konditormeisters fett angrinst und ich weiss, dass ich nie über ihre Piercings werde schreiben können, und darüber, dass sie sofort eine umwerfende Schönheit isr, wenn die Berliner Fransen für ein paar Tage bis zur nächsten Verschandelung so lang werden, dass sie sie zurückbinden muss. Diese Welt mag Journalisten nicht besonders, egal von welchem Medium, und ich frage mich schon, ob man sich mit zu deutlichen Geschichten hier nicht schneller zum Paria macht, als mit Opferstockaufbruch, Gründung einer Ortsgruppe der Piratenpartei und Wochenendentführung der Reformhausbesitzerstochter zusammen.

  40. N.W. gestern hatten wir...
    N.W. gestern hatten wir meterlange Pfützen, 2 Grad plus, mitunter Schneetreiben und sehr viel Morast am Ufer, wo man sich mit dem Hund vergnügte. Ich gehe da aiuch nicht mit was anderem als meinen ältesten Schuhen runter, wenn das Wetter gräuslich ist.

  41. Brilljante Analuese, Zivilist...
    Brilljante Analuese, Zivilist Don! Spaeter allerdings beim Muelltrennen im Kosovo sind die v e r w e i c h l i c h t e n SeniorenSeeGoeren janz klar im Nachteil – waehrend die Fixerbesteckausweichmanoever gestaehlten Bremerhavener Juenglinge elegant durch die Minenfelder balletieren erwischt es ueberproportional viele SSGs (siehe oben) beim Weg zum Sammelcontaener und der ein oder andere Unterschenkel bleibt in der rauhen Bergwelt des Balkans zurueck.
    .
    Je nun – dann reihen sich die SSGs halt schon in jungen Jahren in die den den See bewohnenden Rentnerkohorten ein … hamse immerhin jedient!
    .
    Stehnse bequem. Zivilist Don!

  42. Die von Ihnen angesprochene...
    Die von Ihnen angesprochene unsichtbare Mauer solch eines Spielplatzes kann ich leider nicht erkennen. Vielmehr ist es meiner Meinung nach eher so, dass sich Ortsfremde bzw. sozial unterschichtigere Menschen diese Mauer selbst aufstellen. Wer von Vorurteilen Besserverdienender geprägt ist sollte sich bewusst machen, dass jeder es selbst in der Hand hat einmal in solch einer Gegend und wie Sie es nennen „innerhalb der unsichtbaren Mauer“ zu leben. Jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich, das gilt für alle Menschen, nicht nur für die besser gestellte Schicht.
    Sie schreiben, die Kinder die dort leben hätten keine Ahnung, dass es auch noch eine andere Welt gibt, in der Mütter zur Flasche greifen und Junkfood in sich hineinstopfen. Die nichts von Hartz IV wissen, und von gebrauchten Kleidern. Aber ist es nicht auch umgekehrt der Fall? Wissen denn Kinder aus Hartz IV Familien die in einer ärmlichen Großstadtgegend aufwachsen, dass Sie so viel mehr aus Ihrem Leben machen können?
    Ralph

  43. Ob Sie reaktionär klingen? Hm...
    Ob Sie reaktionär klingen? Hm – gemessen am Parteibuch vermutlich schon, aber auch Herr Schmidt durfte ja jubiläumsanlässlich über unseren Vielehenaltkanzler und dessen insoweit noch verdienteren Aussenminister (jeweils sukzessive, versteht sich) ungestraft lästern. Aus der SPD wird man ja heutzutage aus vielen Gründen ausgeschlossen, aber konservative Ansichten zur bestmöglichen Ehedauer und Scheidung gehören noch nicht dazu…
    Vielleicht noch ein Gegengedanke: könnte das Durchhaltevermögen in Ehefragen in den besseren Kreisen ggf. an der Angst vor den vermögensrechtlichen Folgen der Ehescheidungliegen ?

  44. c. cramer, ich möchte gar...
    c. cramer, ich möchte gar nicht mehr als eine Projektionsfläche liefern. Ich glaube nicht daran, dass man viel ändern kann, aber noch weniger glaube ich, dass Distanzierung oder Propaganda etwas bringen würde. Ich weiss ja selbst nicht, wie ich mit dieser Welt umgehen soll. Das Blog ist nur der Versuch, eine Debatte darüber in Gang zu bringen, gerade weil es so gerne vertuscht und verschwiegen wird. Und auf der anderen Seite so viele Vorurteile und Gerüchte da sind. Also leistet sich die FAZ jemanden, der loszieht und, das ist natürlich problematisch, wenig distanziert davon erzählt, weil er die Welt selbst nur zu gut kennt. Und im Kern eigentlich das Produkt dieser Welt ist. Natürlich ist es schlecht. Aber was wäre besser, wenn hier Ballonseide und Grafitti Einzug halten würden?
    .
    Ich glaube nämlich auch nicht an charakterliche Besserung durch Reichtum. Um es ganz hart zu sagen: Entweder, man wir hier reingeboren, oder man wird „adoptiert“, was oft gut geht und gar nicht so selten ist, oder man bleibt draussen. Vermutlich ist es so für alle am Besten. Aber ich lasse mich auch gern vom Gegenteil überzeiugen. Ich habe keine Lösungen und keine Vorschläge. Ich kann nur beschreiben.

  45. Merci. Deine sozioanalytischen...
    Merci. Deine sozioanalytischen Beiträge haben einen wunderschönen ökonomisch-rationalistischen „spin“: second best statt Nirvana fallacy – da könnte sich so mancher – und so manche, ist ja equal pay day heute ;o) – eine Scheibe abschneiden. Habe die Ehre.

  46. Vergessen wir einen Moment die...
    Vergessen wir einen Moment die Orthographie und wenden uns dem „Freudian slip“, dem Unterbewussten sowie der Freudschen Gleichung vom Geld zu. Hier gibt’s was zu Lachen:
    http://www3.ndr.de/sendungen/extra_3/media/extra860.html
    Gibt’s solche Probleme auch am Tegernsee oder sind wir da alle sauber (bis aufs Schwarzgeld)? Ich glaube, wir haben ueberall „Berliner Verhaeltnisse“ und werden alle auf den Hund kommen.

  47. Ralph B., mir hat jemand...
    Ralph B., mir hat jemand gestern einen Link zu einem Video eines gewissen Herrn Fox geschickt, der in Berlin Musik macht. Da gibt es ein Stück mit dem Titel „Haus am See“. Doch, ich glaube, die wissen das. Sie kommen ja ab und zu an solche Orte. Und das obige Zitat aus „Porgy and Bess“ ist nicht ein Wiegenlied für eine bessere Tochter, sondern für ein Kind, das nie eine Chance haben wird. Es ist nicht schön, das zu sagen, aber die Mütter hier müssten schon verdammt schlecht sein, um ihren Kindern Bedingungen zu liefern, die im Endeffekt so schwierig sind wie die der besten Mütter in sozialen Brennpunkten. Aber wer zu dieser zweiten Sorte gehört, weiss auch, dass es hier so ist.

  48. Don, nach meiner Erfahrung...
    Don, nach meiner Erfahrung (fast alle meiner bisherigen Partnerinnen kamen aus dem von Dir beschriebenen Milliöh) würden sich solche Damen eher eine Hand abhacken als so auf die Strasse zu gehen wie auf dem Bild (rudimentär) sichtbar. Und es gibt übrigens auch gute Optionen für schlechtes Wetter (handgemachte englische Feldschuhe, z.B.). :-)
    Aber jetzt mal im Ernst: kann es sein, dass Du den Lebensstil der von Dir geschilderten Schicht durchaus schätzt, Dich aber von den Menschen dieser Schicht teilweise eher abgestossen fühlst? Ansonsten ergeben Deine teilweise schon ans schizophrene grenzenden Beiträge eher wenig Konsistenz.

  49. Messerscharf beobachtet und...
    Messerscharf beobachtet und 100% richtig gefolgert. Ich war auch schon dort und habe mich genauso unwohl gefühlt. Pssend zu dem Spruch „alle Menschen sind gleich nur manche sind etwas gleicher“
    Ein armer Schlucker aus der Gegend (die gibt es dort auch!)

  50. Ansprache an Millionäre
    von...

    Ansprache an Millionäre
    von Erich Kästner
    Warum wollt ihr so lange warten,
    bis sie euren geschminkten Frauen
    und euch und den Marmorpuppen im Garten
    eins über den Schädel hauen?
    Warum wollt ihr euch denn nicht bessern?
    Bald werden sie über die Freitreppen drängen
    und euch erstechen mit Küchenmessern
    und an die Fenster hängen.
    Sie werden euch in die Flüsse jagen.
    Sinnlos werden dann Schrei und Gebet sein.
    Sie werden euch die Köpfe abschlagen.
    Dann wird es zu spät sein.
    Dann wird sich der Strahl der Springbrunnen röten.
    Dann stellen sie euch an die Gartenmauern.
    Sie werden kommen und schweigen und töten.
    Niemand wird über euch trauern.
    Wie lange wollt ihr euch weiter bereichern?
    Wie lange wollt ihr aus Gold und Papieren
    Rollen und Bündel und Barren speichern?
    Ihr werdet alles verlieren.
    Ihr seid die Herrn von Maschinen und Ländern.
    Ihr habt das Geld und die Macht genommen.
    Warum wollt ihr die Welt nicht ändern,
    bevor sie kommen?
    Ihr sollt ja gar nicht aus Güte handeln!
    Ihr seid nicht gut. Und auch sie sind?s nicht.
    Nicht euch, aber die Welt zu verwandeln,
    ist eure Pflicht!
    Der Mensch ist schlecht. Er bleibt es künftig.
    Ihr sollt euch keine Flügel anheften.
    Ihr sollt nicht gut sein, sondern vernünftig.
    Wir sprechen von Geschäften.
    Ihr helft, wenn ihr halft, nicht etwa nur ihnen.
    Man kann sich, auch wenn man gibt, beschenken.
    Die Welt verbessern und dran verdienen –
    das lohnt, drüber nachzudenken.
    Macht Steppen fruchtbar. Befehlt. Legt Gleise.
    Organisiert den Umbau der Welt!
    Ach, gäbe es nur ein Dutzend Weise
    mit sehr viel Geld…
    Ihr seid nicht klug. Ihr wollt noch warten.
    Uns tut es leid. ihr werdet?s bereuen.
    Schickt aus dem Himmel paar Ansichtskarten!
    Es wird uns freuen.

  51. N.W., ein Blick auf den Hund...
    N.W., ein Blick auf den Hund sollte eigentlich alles sagen. Und ich darf hier versichern, dass das im Ausschnitt sichtbare Einzelkinderidyll nicht von Armut geprägt ist. Man frage nicht gross. Ich weiss es einfach. Ich hätte auch nach andere Bilder, aber die sind leider alle ohne so einen schönen Hund.
    .
    Villon hat einmal etwas sehr schönes gesagt, mit dem ich antworten möchte:
    Herr, alle Tiefen, allo Höhen,
    Erröten kenn ich, und Erblinden.
    Ich hab dem Tod ins Aug gesehen.
    Mich selbst nur kann ich nicht ergründen.

  52. Driver, der Berliner Druck...
    Driver, der Berliner Druck wird dafür sorgen, dass sich die anderem am See versammeln.
    .
    Profi Lneurotiker, früher war eine Scheidung das gesellschaftliche Ende. Das konnte man machen, wenn man wegzog. Und nachdem ich in meiner Heimat von Geschiedenen umgeben bin, kann ich auch sagen, dass es sich nur teilweise gebessert hat. Jede Scheidung spaltet die Gesellschaft. Im Fall von Herrn P. hätte das sicher auch seine Karriere bei der Bank negativ beeinflusst. Die Folgekosten sind nicht so tragisch, dafür gibt es ja Eltern.

  53. Schön, dass es noch ohne bzw....
    Schön, dass es noch ohne bzw. mit unsichtbarer Mauer funktioniert. Meiner Prognose nach, werden wir mittelfristig Mauern bauen müssen, weil Gewalt, Dreck und Armut immer mobiler werden.

  54. mir gefaellen ihre beitraege...
    mir gefaellen ihre beitraege immer ganz gut. den widerspruch der anderern kalkulieren sie ja raffiniert mit ein um sich dann auf die subjektivitaet der einlassungen zu berufen.es faellt mir bei ihnen immer wieder auf, dass sie eigentlich interessanten themen damit die ernsthaftigkeit nehmen, die ihnen zukommen koennte. aber vielleicht ist das der spontaneitaet geschuldet? provokant – ja. aber ist das persoenlicher stil oder dem online diskussionsformat geschuldet? was schreiben Sie denn sonst so?
    gruesse
    william

  55. Zitate:
    .
    Ich sehe also gute...

    Zitate:
    .
    Ich sehe also gute Gründe, genau so weiterzumachen. Durchaus im Wissen, dass ich mir damit keine Freunde mache.
    .
    (Vielleicht ist es ganz gut, dass dieser Beitrag nur online steht, wäre es in der gedruckten FAZ, müsste ich mir vielleicht einen anderen Weg zum Bäcker suchen)
    .

    .
    Wie müssten wir uns das vorstellen, wenn so eine „Stütze der Gesellschaft“ mal aus der Haut fährt? Würden Sie dann nur zur persona non grata erklärt oder gleich mit dem SUV (Q5? Q7? jetzt weiss ich wo Intel neuerdings die Bezeichnungen für die Prozessoren hernimmt *schmunzel*) in einem unbeobachteten Moment von der Strasse gedrängt? Es interessiert mich doch a bisserl, wie das in dortigen Kreisen läuft.

  56. DHLS und...
    DHLS und Transferleistungsfinanzierer, mal abgesehen davon, dass die Zahl der Automobile in Berlin abnimmt: Wäre man in anderen Schichten wirklich unzufrieden, würde man sich mehr Mühe geben, etwas zu ändern. Tit man aber nicht. Im Gegenteil, amn erklärt diese Art zum Kult. Der eine nennt das digitale Schnorrertum Avantgarde des Berufslebens, Popliteraten verfassen ein Credo auf familiäre Flickschusterei – es gibt nichts, was nicht zu einer hippen Lebenseinstellung erklärt werden könnte. Diese Leute sind stolz darauf, mit ihrem Blog Fussabstreifer zu vermarkten. Die bleiben, wo sie sind, und die werden den Teufel tun, das alles zu hinterfragen. Die finden das andere schlecht, aber solche Eigenbetrachtungen wird es nicht geben. Und deshalb auch keinen Ausbruch oder einen Export von Gewalt.

  57. Ein Fragerl hätt ich no,...
    Ein Fragerl hätt ich no, nachdem man mich nicht ausschliessen kann – man kann nämlich diese Kreise nicht einfach so verlassen, man ist ja nicht nur am selbst, sondern Jahrhunderte der Vorgeschichte und Tratsch und Taxierung als potenzieller Aufheirater geschiedener Töchter – würde man mich in Watte packen, mit Relativierung fesseln und anschliessend in Charme ersäufen. Und das Schlimme ist: Es würde funktionieren. Diesen Beitrag schleppe ich jetzt seit über einem Monat mit mir rum, und ich musste mir gestern wirklich anschauen, wie eine Mama mit dem neuen X6 auf die Strasse preschte, um das, was diesem Beitrag entgegenstand, zu überwinden. Ich bin einer von denen, und so relativ das alles klingen mag: Vielleicht mache die ja wirklich alles, alles richtig?

  58. Der Hund ist in der Tat...
    Der Hund ist in der Tat schön. BTW: aus anderen europäischen Ländern und den U.S.A. kenne ich sehr viel heftigere Formen der sozialen Segregation. Ich finde Deutschland in dieser Hinsicht nicht so schlimm – das Problem ist eher die generell mangelnde Kommunikationsbereitschaft durch ALLE Gesellschaftsschichten hindurch in Deutschland. Wir sind ein Volk von Stoffeln, ist leider so.

  59. Ich wünsche mir, Don...
    Ich wünsche mir, Don Alphonso, dass Sie Recht behalten werden, allein mir fehlt der Glaube. Sicher, wir geben uns alle Mühe, dass die weniger Begüterten sich wohl fühlen. Das von Ihnen beschriebenen Etikettieren sind ja nur ein kleiner Teil. Die Tabak-, Alkohol- und vor allem die Unterhaltungsindustrie erbringt ständig neue Höchstleistungen, um Ausbrüche von Gewalt zu verhindern. Da sind wir in Deutschland wesentlich erfolgreicher als z. B. in Frankreich.
    Nun gebe ich Ihnen Recht: selbst der Pariser Pöbel hat vorwiegend die eigenen Siedlungsräume verwüstet. Aber es gehört eben wenig dazu und wirwerden die von mir prognostzierten Zäune, Gräben und Mauern brauchen.

  60. Ad ' Ich habe keine Lösungen...
    Ad ‚ Ich habe keine Lösungen und keine Vorschläge. Ich kann nur beschreiben.‘ Das ist einfach fehlende Ernsthaftigkeit. Jeder darf hier mal die sau rauslassen und was politisch unkorrektes raushauen. Schade – ist eigentlich eine super sache. Liegt aber vielleicht auch an der peer group des forums die wohl ausreichend zynismus akkumuliert hat. Einige geben das zu (z.B. der Moderator um sich unangreifbar zu machen, das ist dann der naechste level), andere nicht.

  61. william, ich sehe das hier als...
    william, ich sehe das hier als intelligente Plauderei, alles andere wäre zu viel, und würde in der FAZ von vielen anderen schon behandelt werden. Ich bemühe mich ja auch gezielt um Irrelevanz. Vielleicht liegt es daran, dass ich keine Ahnung von Journalismus habe – das kann ich auch beweisen, ich habe noch nie von jemandem was gelernt, oder ein Praktikum gemacht. Vielleicht liegt es auch daran, dass man das Thema Klassenkampf, das hier ja über allem schwebr, am besten so locker und distanziert bespricht. Das hält sie superharten Gutmenschenhasser draussen, die mit sowas nicht können, und schützt zugleich vor Vereinnahmung. Das wäre mir nämlich sehr unangenehm. Sie sehen ja: ich lasse mich in dem, was ich tue, von nichts und niemandem beeinflussen, ich möchte kein Spielball werden und mich nicht festnageln lassen.

  62. Vielleicht werden aus den...
    Vielleicht werden aus den Kindern,die gerade jetzt im selbigen Augenblick dort spielen (vielleicht noch ein wenig im letzten Schnee,aber schon von oben ,von der Sonne aufgefordert,die Mütze abzuziehen und die Handschuhe im Wasser zu versenken) oder übermorgen am Sonntag oder am OSterwochenende eines Tages Menschen,die dafür sorgen möchten ,daß auch andere Kinder -alle Kinder wenn möglich- solche SPielplätze bekommen.
    Es gibt ja doch auch Menschen ,die -zu Geld gekommen- sich für die Besserung der kleinen oder auch großen Welt einsetzen.Prominente ,Schauspieler,Sänger oft,aber auch weniger Bekannte. Shakira etwa -obwohl durch ihr Können sicherlich heute „reich“ – hat die kolumbianischen Kinder wiewohl nicht vergessen.
    Das müßte man dem Spielplatz von Herzen wünschen,daß er aus den darauf einst spielenden Kindern Erwachsene macht(e),deren Herzen nicht auf dem Spielplatz zurückgeblieben sind,sondern mitgenommen wurden.Nicht wahr ,Don Alphonso ?!

  63. Die Bildauswahl erscheint mir...
    Die Bildauswahl erscheint mir nicht recht geeignet, die Beschreibungen dieses prächtigen Fleckens Erde zu verstärken. Es wirkt alles eher öde und abweisend, kreuzbrav und steril. Letzteres könnte der Hund auf dem Spielplatz vielleicht inzwischen geändert haben. Das von der nicht gerade ausgehfein gekleideten, sonnenbrillenlosen Frau (Au-pair aus Weißrussland?) beaobchtete Kind trägt v i o l e t t e Gummistiefel, wie man sie angeblich bei Aldi auf den wöchentlichen Aktionswühltischen finden können soll. Shocking! So weit ist es also mit der Upper Class am Tegernsee gekommen, dass sie ihre discount-gekleideten Kinder auf öffentlichen Spielplätzen herumturnen lassen muss? Ist im eigenen Park kein Platz mehr? Hat Vater im Finanzwahn vergangener Tage das Grundstück optimiert und den hinteren Teil mit drei Reihenhauszeilen bebauen lassen und zum Höchstpreis an Zugereiste verhökert? Jedenfalls ist Papi zurzeit auf Kurzarbeit, denn der kommt schon um sechs nach Hause. Er ist also schon um kurz nach fünf in München losgefahren. Da landet der Topmanager gerade von seiner zweiten Geschäftsreise an diesem Tag zurückkehrend im Erdinger Moos um anschließend kurz ins Büro zu eilen damit er zwischendurch schon mal die Unterschriftsmappen abgearbeitet hat. Wenn Vater nach hause kommt, schlafen die lieben Kleinen schon seit zwei Stunden. „Wie war dein Tag, mein Schatz?“, fragt die Gattin ohne eine Antwort zu erwarten. Der große Hund, der wie jeden Abend um diese Zeit auf ihren Füßen liegt und döst, öffnet gelangweilt kurz ein Auge, um sich sofort wieder seinen Träumen von einem wirklich aufregenden Leben hinzugeben.

  64. Vielleicht noch eine Sache,...
    Vielleicht noch eine Sache, William: Ich schreibe hier mit Vorliebe über Dinge, für die ich auch keine Lösung habe. Den Rest können ja Kommentatoren beitragen, die es besser wissen und eine klare Meinung haben. Ich kann wirklich nicht entscheiden, was besser wäre. Aber man kann ja mal drüber reden. Das ist mehr, als sich die ewig gleichen Schlagworte der sozialen Gerechtigkeit um die Ohren zu hauen.

  65. Ihrem "edit" möchte ich...
    Ihrem „edit“ möchte ich entgegen halten: „Wenn ihnen etwas zu nahe geht, rufen sie: Das geht zu weit!“ (Erich Fried) et „Gewalt lebt davon, dass sie von den Anständigen nicht für möglich gehalten wird.“ (Jean Paul Sartre) Mein Punkt, und ja, ich habe einen, ist, dass derlei Massaker (fälschlicher Weise Amoklauf genannt) eben nicht in den Brennpunkten geschehen, sondern in der Provinz auf die Sie hier ein peinliches Hohelied dichten.

  66. <p>elbsegler, ich hätte hier...
    elbsegler, ich hätte hier packenweise Glanzbilder aus dem Sommer mit untergehender Sonne von exakt jener Stelle:
    http://rebellmarkt.blogger.de/static/antville/rebellmarkt/images/sounseegla.jpg

    Aber so, wie es jetzt ist, passt es zu meiner Stimmung.

  67. don alphonso. nun denn -...
    don alphonso. nun denn – unterhaltsam ist es allemal. weiter so! aber bemuehen sie sich doch mal gezielt um relevanz.

  68. Sonya Kraus, ich lasse hier...
    Sonya Kraus, ich lasse hier keine dummen Provokationen auf dem Rücken von Toten zu. Wenn Sie das tun wollen, versuchen Sie es mal mit ihrer eigenen Leiche. Wenn Sie das hier als Hohelied auffassen, möchte ich ihnen raten, den Text nochmal genaun zu lesen und auf Kontraindikatoren zu achten. Da gibt es welche.

  69. Ach, Gott mit dir, du Land der...
    Ach, Gott mit dir, du Land der Bayern! Welch ein Sonnenuntergang! Mich irritiert nur die schmale Gestalt, die schweren Schrittes dem Untergang entgegen läuft. Der Kini kann es nicht sein. Wer sucht da sein Ende im goldenen Schimmer des Tegernsees? Ist es das gekündigte Kindermädchen? Der Patron selber – nach letzten Blick ins leere Portefeuille? Oder ist mal wieder alles ganz anders und ich habe mich nur von Ihrer Stimmung anstecken lassen?

  70. arathorn, man kann es nicht...
    arathorn, man kann es nicht sagen. Vielleicht haben sich dann die Probleme schon durch die Überalterung vollkommen verschoben, und so ein Spielplatz ist sicher leichter, als die Beschäftigung mit unheilbaren Krankheiten. Wer weiss es also schon.

  71. Verlust von Freiheit
    Auch wenn...

    Verlust von Freiheit
    Auch wenn ich jetzt befürchten muss, dass ich da was ausplaudere, was eigentlich nur für meinen Psychotherapeuten bestimmt ist – es muss halt raus:
    Also die schönen Erinnerungen an meine Kindheit habe ich eigentlich nur, weil es zu meiner Zeit nirgendwo einen Spielplatz gab. Für uns Kinder war alles Spielplatz. Des Nachbars Obstgarten ebenso wie die Erdbeerfelder des einzigen Millionärs (weil er das Zeugs überteuert an die Städter verkauft hat) in unserem Dorf, zu meiner Zeit. Wir suchten uns Baustellen – und davon gab es in den 50ern und 60ern noch mehr als genug -, und die waren unsere Burgen. Wenn wir über die Strenge schlugen, war immer einer da, der das sah, die anschließende Tracht Prügel war wohl gewiss, aber verschmerzbar. Es gab keine verschlossene Haustüren und schon gar keine Zäune, es sei denn, die elektrischen Drähte um die Rinder oder Pferde auf manchen Weiden. Da machten wir uns aber auch unseren Spaß daraus: Details lasse ich jetzt mal weg. Freiheit war unsere Vorstellung von Kindheit, ich weiß nicht, ob diese Kids hier überhaupt eine Ahnung v on haben.
    Und vielleicht bin ich deswegen Marxist, weil ich den Verlust der Freiheit nicht ertrage, nach der Kindheit.
    Villon ist übrigens auch mein Favorit.

  72. Elbsegler: Eine klatschnasse...
    Elbsegler: Eine klatschnasse Bekannte, die ihr Einverständnis gegeben hat, dass ich das bringen darf. Weitere Spekulationen sind allerdings haltlos.

  73. Es wird Zeit, dass die...
    Es wird Zeit, dass die Weltuntergangsstimmung, die (nicht nur) hier in vielen Kommentaren durchbricht, einer nüchternen Betrachtung der Wirklichkeit weicht.
    Bis jetzt ist die erwartete Katastrophe noch nicht bei uns angekommen, man liest es aber weithin so, als sei die Welt bereits untergegangen.
    Es kann sein, dass sie das noch tut. Sie ist es aber noch nicht. Allen, die hier (und anderswo) dazu raten, Selbstmord aus Angst vor dem Tode zu begehen, schleudere ich ein entschiedenes „wartet es doch ab“ entgegen.
    .
    In diesem Kontext und aus diesem Blickwinkel verliert das Thema „Klassenkampf“ durchaus an Aktualität. Nicht, weil es nie einen gäbe, sondern weil es derzeit definitiv keinen gibt, auch keinen Grund dafür, es sei denn „Neid“.
    .
    Man kann nicht überall dazugehören, wo es schön ist. Manche nirgends, das sind die wirklich bedauernswerten Menschen. Manche Leute neigen deshalb dazu, das Schöne abzuschaffen. Aber davon wird es nicht besser, nur hässlicher. Soll ich mich blenden lassen, weil es Blinde gibt?
    .
    Und wenn hier jemand allen Ernstes Kästner zitiert, der diese Zeilen in wahrhaft dunkleren Zeiten als heute geschrieben hat, dann ist dem die Balance und die Übersicht entglitten und diesem Menschen nicht zu helfen…

  74. Netter Artikel, aber...
    Netter Artikel, aber ausnahmsweise fühle ich mich intellektuell nicht stimuliert, liegt wohl inzwischen an meiner ziemlich hohen Erwartungshaltung ihnen gegenüber verehrter Don.
    Dafür „freue“ ich mich darüber das anscheinend mehr Leute von der FAZ Hauptseite ihren Weg hierhin finden. Bei Kommentaren, die davon sprechen, das die falschen Leute Kinder bekommen und das sich das ändern muss, kann man sich schön über manch (noch) vorhandene Geisteshaltung in diesem Land gruseln.
    @Transferleistungsfinanzierer
    Beschweren sie sich doch nicht soviel, in diesem Land ist jedermann seines eigenen Glückes Schmied, jeder kann zu dem Wohlstand bringen den er sich erträumt, dafür gibt es genügend Beispiele und auch gut bezahlte Arbeit ist genügend vorhanden…

  75. Naja Don, es ist vielleicht...
    Naja Don, es ist vielleicht tatsächlich besser, dass du keinen großen Wunsch verspürst, Daddy zu werden :-) Ich respektiere diese Selbsterkenntnis, das hat Größe. Jedoch: Der von dir als schöner Spielplatz bezeichneter ist kein guter für Kinder. Kinder interessiert erst mal überhaupt nicht die schöne Aussicht, die Berge, das schön Lackierte ohne Rostfraß oder dass da kein Müll rumliegt. (Solche Interessen kommen wesentlich später; wandern wollende Väter können da über große landschaftsunwillige Unbill mit ihren Sprösslinge berichten…) Kinder wollen einfach experimentieren, mit Wasser, mit Dreck – schön hergerichtetes interessiert die überhaupt nicht. Egal ob aus „gutem Stall“ oder aus einfachen Verhältnissen. So ein Spielplatz, der auch noch leer ist (iehh) ist für die einfach: langweilig, leer. Kein Wunder, dass Eltern ihre nölenden Kinder allzurasch mit DVD-Playern und sonstigem ruhigstellen „müssen“. Wenn meinereiner noch Kind wäre heute, müsste man mich auch ruhigstellen mit so albernem Zeug. Denn ich würde vermissen: Interessantes, das rumliegt, ohne gleich nach „Spielzeug“ auszusehn, ich würde vermissen: Abenteuer, Rückzugsmöglichkeiten, Bächlein, Büsche. Auch liegt nix rum, womit man sich ein Hüttchen bauen kann. Oder mal was „gefährliches“, hochspannend wäre das. Ich wäre als Kind heutiger Leute bodenlos gelangweilt und würde es meine „Alten“ spüren lassen, dass ich „action“ will. Leider verstehen meine heutigen „Oldies“ „action“ nicht richtig (weil sie nicht mehr wissen, wie es war, als sie klein waren) und stopfen mich mit Musikkonserven voll oder ähnlichem Dummzeug. Hauptsache, es macht nicht schmutzig. Dann werde ich noch mehr nölen und zappeln und ihnen ihre Rückbank mit Chiops vollsauen. Und zwar so lange, bis sie kapiert haben. Rabbääähhh!!!

  76. @devin08
    Sie sagen es! Wir...

    @devin08
    Sie sagen es! Wir haben diese seltsamen Plätze auch eher gemieden. „Kinderspielplatz“ Eigentlich schönstes Bürokratendeutsch. Damals fast surreale Orte für ein aktives Kind sind es heute in vielen Städten die letzten Reservate für diese auf viele Erwachsene wohl sehr bedrohlich wirkende Sorte Mensch.

  77. Vroni,
    Sie mißverstehen das...

    Vroni,
    Sie mißverstehen das Konzept eines Spielplatzes. Abenteuer, Hüttchenbauen und Rückzugsmöglichkeiten gehören in die heimischen Gartenanlagen und werden dort – bitte nicht in Nähe der englischen Rosen – ausgelebt.
    Spielplätze dienen ausschließlich der Auffindung geeigneter Spielkameraden, welche dann nach eingehender Prüfung durch die Mütter eingeladen werden. Da wird es dann auch nicht langweilig und man muß nicht nölig werden.

  78. Kästner nicht...
    Kästner nicht aktuell?
    @Wolfram500: Was das Kästnerzitat angeht, da möchte ich Sie ein wenig enttäuschen, es scheint aktueller denn je. Hab da kürzlich im Spiegel (bei meinem Hausarzt, kaufen tue ich mir den schon lange nicht mehr) einen Artikel gelesen, über die Auswirkungen der Finanzkrise in England. Geahnt hatte ich es ja schon, was sich da abspielt, aber zu lesen bekam ich das bis dato noch nicht. Da berichtet der Journalist ziemlich ungerührt, wie so manch superreich gewordener Investmentbanker sich bewaffnet, gegen die „Übergriffe“ gewisser Nachbarn, die ihm die Tür eintreten, so aus purer Wut. Ja von südafrikanischen Verhältnissen ist da die Rede, von von Wachdiensten abgeriegelten „Sonderwohngebieten“ (Formulierung stammt von mir) auch. Die Not, die Wut, um nicht zu sagen der Klassenhass, muss wohl größer sein, als wir uns das in unserem gesitteten Deutschland so vorstellen können. Und das ist nicht die Beschreibung von Randale, wie in Vorstädten von Paris, wo man Migranten zusammen gepfercht hat, das ist womöglich die gute alte britische „working class“ (und natürlich auch wild gewordene Kleinbürger), die sich da die Wut von der Seele prügeln. Und so schlägt der Journalist, spielend mit der Skurrilität seines Ansinnens, doch ernsthaft vor, ein paar Köpfe gewisser Banker auf den Tower zu spießen, nicht weil das „was nütze“, sondern weil es vielleicht des „Volkes Seele beruhige“. Auch wenn ich das jetzt persönlich nicht gerade als Ausdruck von großer Bewusstheit interpretieren möchte – wohl eher als das Gegenteil davon -, was sich da jenseits des Teiches so abspielt, so aber doch als einen deutlichen Hinweis darauf, dass der Klassenkampf hochkocht, und zwar genau so wie ihn Kästner beschreibt. Und es wäre reines (deutsches) Philistertum, sich eben wegen jenes Mangels an „gesitteter Bewusstheit“ darüber zu echauffieren. Nein, so sind die Dinge, ganz unten, wie ganz oben. – Und so entwickeln sich Revolutionen, ganz hässlich eben, weil die „da oben“ auch nichts anderes tun, als solange zu warten, bis es anders nicht mehr geht – Kästner lässt grüßen!
    Und mir wurde klar, dass dieses England, jenes geradezu klassische Land des Klassenkampfes, für so manch Überraschung diesbezüglich wohl noch gut sein wird. Und das ist auch der Grund, warum ich vermute, dass in solchen Ländern (Irland zum Beispiel!) sehr schnell eine revolutionäre Situation heranreifen kann. Und so etliche alte Rechnungen, ich denke da an die noch offenen, aus der Thatcher-Ära, werden da wohl gleich mit beglichen.
    So eine Revolution kann wirklich was ganz grundsätzliches, ja bereinigendes haben.

  79. Ich weigere mich, das zu...
    Ich weigere mich, das zu kommentieren.

  80. Sehr geehrter Herr...
    Sehr geehrter Herr Alphons,
    ja, Sie haben weitestgehend recht. Einzig Ihre etwas angestrengte Tegernsee-Verliebtheit nervt ein wenig. Solche Spielplätze gibt es auch in Keitum, in Harvestehude und Blankenese, in Bad Homburg und an dutzenden anderen Orten in der Republik. Sogar in Berlin!
    Nahm ich vor einigen Wochen noch an, Sie seien für die PR-Abteilung von Fiat tätig (übrigens, ich finde Ihre kleinen Seitenhiebe auf Autos, Modemarken und anderen Tand im Gegensatz zu Herrn Fahrer recht amüsant), so habe ich meine Meinung dahingehend geändert, als daß Sie sicherlich von der Tourismus-Werbung der Region Tegernsee gesponsort werden, anders ist so viel Heimatverbundenheit bei einem gebildeten Knaben wie Ihnen nicht zu erklären.
    Allerdings: Diese öffentlichen Spielplätze sind schon ein Mittelstandsphänomen, ich kenne so etwas vorwiegend auf eigenem Grund und Boden, hinter hohen Hecken.

  81. off topic
    "Jedem stehen alle...

    off topic
    „Jedem stehen alle Leistungen des Staates ungeachtet der Herkunft offen, es gibt Reisefreiheit, es gibt…“
    ich habe,da ich zur zeit „angestellter“ der agentur für arbeit bin,keine reisefreiheit,sondern residenzpflicht.
    in der ddr gab es berlinverbot-heute habe ich berlinpflicht
    aber ich kann ja noch froh sein,nicht friedrichshainpflicht zu haben.

  82. DHJLS, wie schon erwähnt: Sie...
    DHJLS, wie schon erwähnt: Sie werden nichts tun, was das, was sie sind, ihnen vollends genügt. Und sie werden nicht an den See kommen, weil sie darauf meinen herabschauen zu können,

  83. Tucholskyfürarme, bei...
    Tucholskyfürarme, bei Plaudereien gibt es mal dieses und mal jenes Niveau. So ist das halt. Noch etwas Tee?

  84. Vroni, ich glaube nicht, dass...
    Vroni, ich glaube nicht, dass Kinder Dreck als wünschenswert betrachten. Und nachdem die Hauptleidtragenden der Veranstaltung die Eltern sind, kann man doch froh sein, wenn sie nicht wegen der morschen Sprosse Angst haben müssen und schauen, was das dumme Blag jetzt wieder in den Mund stecken will. Sollte es wirklich um Dreck gehen: Auf den Almen sind genug Kuhfladen für alle.

  85. Don, der Ekel vor Schmutz und...
    Don, der Ekel vor Schmutz und die Einteilung in gut, nützlich und in bäh! ist kulturell, sprich anerzogen. Kleine Kinder haben den tatsächlich nicht. Sie essen Sand, sie essen Erde, freuen sich am Matsch. (Guter Tipp mit den Kuhfladen…) Ekel vor Dreck ist eine mittelständische Errungenschaft.

  86. @Hughie Erskine

    Ich...
    @Hughie Erskine
    Ich missversteh gar nix:-) Es gibt nicht DAS eine Spielplatzkonzept, das man zu verstehen habe, es gibt: durchaus verschiedene Spielplatzkonzepte. Dann haben Sie einfach noch keinen Abenteuerspielplatz gesehen.

  87. Was mir bei diesen Artikeln...
    Was mir bei diesen Artikeln mittlerweile wirklich auf den Zeiger geht, ist die ständige, unterschwellige Meinung, „die Armen“ wären an ihrer Armut selbst schuld, weil zu blöd oder wasauchimmer. Ich betrachte den Alphonsischen Grundton inzwischen als Spzialdarwinismus schlimmster Sorte. Langsam werde ich wütend…
    .
    PS: In der Monstermetropole gibt es sogar schöne, saubere und gepflegte Spielplätze in der Nähe von „Plattenbauten“. Wie kann das? Nicht unterschichtig genug, die dortigen Hartzvierer?

  88. Das ist ja das Komische: Ich...
    Das ist ja das Komische: Ich sage eingentlich gar nichts Konkretes, und die Reaktionen reichen von Rainersacht auf der einen bis zu „Hoffentlich schmeissen sie den Kommunisten bald raus ich kündige wegen Ihnen mein Abo“ auf der anderen Seite wegen ein und dem gleichen Beitrag. Natürlich ist die Verarmung/Enteignung weiter Schichten nicht allein auf die Armen zurückzuführen, natürlich ist Hartz IV ein Skandal, aber auf der anderen Seite verstehe ich nicht, warum die das nicht selbst zumn Thema machen, sondern Selbstausbeutung zum Kult erklären, siehe neue Arbeit jenseits fester Anstellung. Was soll man so einem Lobojünger denn bitte noch sagen, der glaubt, dass Festanstellung ein Niedergangsgegenstand sei, und der es für die Hälfte macht, während andere entlassen werden? Was sagt man zu einem, der gerade so der Privatinsolvenz entgeht und mit dem Restgeld gleich mal einen bei einem Rockkonzert drauf macht, um dann zwei Wochen später wieder am Abgrund zu stehen?
    .
    Mit könnte es ja egal sein, ich rede und schreibe seit 2 jahren über die Krise, aber ganz ehrlich: Wenn der Potesttag kommt und 99,9% derer, die es betreffen würde, dann doch wieder was Besseres zu tun haben, wie Gamen, Glotzen oder ausgehen, dann kann man von mir nicht erwarten, dass ich da noch viel Mitleid hätte.

  89. Vroni hat Recht. Dieser...
    Vroni hat Recht. Dieser Spielplatz ist für Erwachsene ohne Kinder und Jogger in Designerklamotten gemacht. Auf einem guten Spielplatz können sich Kinder ausleben – und das ist etwas anderes als diese keimfreie Athmosphäre im Postkartenstil. Die dort gezeigten Spielgeräte sind heute weitgehend Standard oder sollten es wenigstens sein. Dieser Aspekt ist tatsächlich relevant. Kinder brauchen aber nicht in erster Linie Spielgeräte, sondern andere Kinder mit denen sie ihre Phantasie entwickeln können. Aus einem alten Baumstamm wird dann ein Raumschiff … . Im übrigen müssen Kinder im Dreck wühlen. Nachweislich ist das gut für die Entwicklung des Immunsystems und sie lernen auf diese Weise erst ihre Umwelt kennen. Spielplätze sind übrigens alle Orte, wo sich Kinder aufhalten, weil Kinder immer und überall spielen. Sie aus unserer Welt in abgegrenzte Orte wie solche Spielplätze einpferchen zu wollen, ist gerade unser Problem. Ein Spielplatz kann auch ein Wald, die Strasse oder ein Schutthaufen sein. Sie dort verbannen zu wollen, ein Produkt unserer Gesellschaft, die Kinder fast nirgendwo mehr zulassen will. Auf solchen Spielplätzen ist es übrigens den Kindern völlig egal, welche Klamotten jemand trägt. Sie werden dreckig und gehen kaputt. Gebrauchte Klamotten tragen wirklich alle Kinder, die ich kenne. Das aber nur nebenbei.
    Aber das alles merkt man wirklich nur, wenn man selber Kinder hat. Nix für ungut, aber Dein Beitrag reflektiert unsere Defizite im Umgang mit Kindern. Wir machen aus sie Designerkinder in Designerklamotten auf Designerspielplätzen. Wenn Du glaubst, dass dort Kinder glücklich aufwachsen, dann liegst Du völlig daneben. Auch auf der Strasse können Kinder glücklich sein. Manches Unglück beginnt nämlich erst daheim – auch am Tegernsee. Welcher Satz komplett unverständlich ist und wohl eher Vorurteile ausdrückt:
    „Die Kinder sind mit aller Begeisterung bei der Sache, aber insgesamt weniger auftragend und quiekend.“
    Keine Ahnung, was das sein soll, begeisterte Kinder, die nicht quieken. Nur als Hinweis: Kinder sind immer laut, selbst wenn sie nicht quieken … . Sie waren es schon immer. Die meisten Erwachsenen haben es nur vergessen.

  90. Rainer und Don, Gibt es...
    Rainer und Don, Gibt es tatsächlich soviele Lobos und Lobojünger, die Selbstausbeutung zum Kult machen? Ich stehe immer da und weiß nicht so recht. Lass mich aber gern aufschlauen. Kann jetzt nur für meine Branche (Agenturen) sprechen: Im Grunde ist der erste Schritt weg von der Selbstausbeutung der weg als Angestellter aus diesen Unternehmen. Wenn man das recht mäßige Gehalt gegen die Überstunden und den Stress dort aufrechnet, steht man auf eigenen Füßen sogar mit Mickerkunden besser da. Was Lobo und seine Gesellen dann aber noch alles treiben, ist für mich der etwas schlichte Versuch, schnell noch, bevor man alt wird und nicht mehr als Berufsjugendlicher durchgeht, ein Milliönchen zu machen, egal wie. Ein sehr maskulinistisches Konzept, mit Gewalt und unbedingt zu den Siegern gehören zu wollen. Was regelmäßig schiefgeht, da schlampert aufgezogen. Eigentlich traurig. Mein Bauch sagt mir, dass das nur eine kleine Gruppe ist und ich nicht alle anderen Kreativen mit Orchideenfächern (Kunst, Kunstgeschichte, Germanistik, Numismatik :-) ) die ebenfalls rumfretten aber im Gegenteil dazu keinen Sch+++ß machen, nicht dafür in Sippenhaft nehmen darf.

  91. Off-topic mal was...
    Off-topic mal was Literaturkritisches: Ihre Beiträge haben immer einen gleichen Subtext, und der geht so: Wo ich (= Rollen-Ich der Kunstfigur) bin, ist oben, die bessere Seite, der Erfolg, die Unabhängigkeit etc. pp. Die anderen – und die Kategorie schillert sehr (Berliner, Aufsteiger/Neureiche, Mütter) – sind stets Verlierer, abhängig, unten etc. pp. Alle Texte haben diese Differenzstruktur. Das wird mitunter bzw. regelmäßig virtuos gehandhabt und trägt natürlich wesentlich das Provokationselement, von dem diese Beiträge leben. Und da die „anderen“ *alle* sein können, entsteht auch ein buntes Panorama (und bei so manchem Leser Irritation). Trotzdem mal die Frage: Läuft sich das als Modell nicht irgendwann tot? Oder anders gefragt: Können Sie auch anders? Etwa die Differenz ich = selbstironischer Verlierer vs. die anderen = fiese Gewinner. Das würde die literarischen Ausdrucksmöglichkeiten strukturell erweitern, aber ob es in einem thematisch so angelegten Blog funktioniert?

  92. Uh-oh, das würde ich mir...
    Uh-oh, das würde ich mir lieber nichts wünschen, das könnte schneller in Erfüllung gehen, als man das hier ahnt. Warten Sie nur, wenn ich zwei Kilometer hinter Brescia mit gebrochener Achse im Strassengraben stehe.
    .
    Ausserdem macht es den Anschein, als wäre Don Alphonso demnächst in reichlich schlechter Gesellschaft; ich kann da noch nichts verraten (obwohl es schon angedeutet ist), aber da stehen kreise auf dem Programm, für die ein Don Alphonso nichts als ein kleiner Störer ist.
    .
    Unabhängig davon: Mag sein, dass ich sehr viel darüber schreibe. ich mache es, weil es sonst keiner tut. Ich wüsste nicht, wo das sonst so brühwarm eingeschenkt werden würde. Kann sein, dass die Kunstfigur viel davon macht, aber es gibt so wenig über dieses Thema. Und das finde ich sehr schade. Weil es sehr viel über dieses Land erzählt, und weil es gegen den Wunsch gerichtet ist, solche Dinge zu verschweigen.

  93. Vroni, da gibt es bei einem...
    Vroni, da gibt es bei einem Münchner Verlag ein bloggiges Projekt mit 20 „vollen“ Stellen, die allesamt arbeitslose Journalisten oder PRler sind. Dieses Projekt ist unter aller Kanone, aber es läuft, und wenn man daran Kritik äussert, laufen sofort die Macher auf und verteidigen das Ding. Es wird in einer Art bezahlt, dass ich lieber Brötchen verkaufen würde, denn das ist ein Beruf mit Ehre. Aber die haben einen journalistischen Job und einen Titel und ein Projekt und finden das richtig gut. Doch. Ich kenne einen Haufen solcher Leute, die für ein wenig Wortlametta und Ideologiepopanz sehr üble Kröten zu schlucken bereit sind. Klassenkampf von oben trifft auf Sozialdarwinismus von unten. Wäre auch mal ein Thema.

  94. Lustig, dass du den wirklich...
    Lustig, dass du den wirklich schönen Spielplatz am See und Hartz IV zusammen bringst. Denn in Marienstein, gleich hinter dem Golfplatz Margarethenhof, kenne ich eine ehemalige Hartz IV-Empfängerin. Sie arbeitet jetzt wieder im Einzelhandel und auch wenn das in der Gegend besser bezahlt wird als anderswo, ist der Kontrast zu den Kunden natürlich gewaltig.
    Dort in Marienstein gibt es noch einige kaum sanierte Bergarbeiterwohnungen in miserablem Zustand. Andere Häuser sind vollständig umgebaut und spielen mit der historischen Bausubstanz, so dass sie jederzeit in deine englischen Architekturzeitschriften passen würden. Fahr mal rüber und schau dich um. Keine zwei Kilometer Luftlinie vom See. Zufahrt über die Tölzer Straße bis Häuserdörfl und dann nach Süden.

  95. Ich bin auf die Fortsetzung...
    Ich bin auf die Fortsetzung des Projekts gespannt. Variatio delectat!

  96. f.luebberding, natürlich habe...
    f.luebberding, natürlich habe ich, was Kinder angeht, Defizite. Und Vorurteile. Würde ich hier meine ehrliche Meinung niederschreiben, so wie ich sie mit einer wunderbaren Frau bespreche, kämen hier sicher über 1000 Kommentare zusammen.
    .
    Was die Quiekerei angeht: Ich kenne jemanden, der gegenüber von so einem Spielplatz lebt. Ich weiss auch, wie Kinder quieken können, wenn sie rodeln. Zweiteres ist völlig ok, aber es gibt bei Ersterem einfach auch Kinder, denen das Brüllen als solches Spass macht. Die das Stören der anderen als Quell ihrer Freude betrachten. Manche fallen in diesen Zustand zurück, wenn sie besoffen und über 18 sind. Nichts gegen Lebensfreude. Aber Kinder können mitunter wirklich, wirklich zur Belastung werden. Da ist es doch wirklich schön, wenn Kinder nicht dauernd und überall die Sau rauslassen.
    .
    Als Heuschnupfenopfer mit extrem reinlicher Frau Mama kannich zum Dreck sagen, dass es reicht, Kinder nicht immer sofort zu waschen. Auch das wäre schon genug für das Immunsystem gewesen, aber das wusste man in den frühen 70ern noch nicht. Aber das bedeutet noch lang nicht, dass auf einem Spielplatz Müll rumliegen muss. Sand ist genug da, und der Seeboden ist im Sommer voller Baaz. ich kann gerne mal einen Probekübel für die Heimanwendung schicken.

  97. Wivo, ich auch. Ich werde Sie...
    Wivo, ich auch. Ich werde Sie dann aus dem strömenden Regen anrufen und Ihnen exklusiv das Leid der Zylinderkopfdichtung klagen.
    .
    Allgemein: man darf gerne sagen, dass ich keine Kinder mag. Das stimmt. Dazu stehe ich. Menschen sind auf dieser Welt nicht gerade eine bedrohte Art, und ich bin, was die Genweitergabe angeht, reichlich leidenschaftslos. Pille und Kondom sind meine Freunde. Nur bitte: Keine Generaldebatte über meine Auffassung von Kindern. Hier geht es in erster Linie um Klassengrenzen.

  98. "...
    Es gibt in dieser Gegend...

    „…
    Es gibt in dieser Gegend wenig, was Kinder unter Druck setzen könnte.
    …“
    Ach nee, ehrlich: die Leistungsgesellschaft stellt ihre Kinder nicht unter Druck nein nein. Kein Schuldruck, kein Versagerdruck, kein „Papi-muss-halt-viel-arbeiten-Druck“, kein „Shht leise sonst gibts schon wieder eine Pille“.
    Ann-Sophie wächst absolut ohne Druck auf. You wish …

  99. Marc B., mache ich gerne....
    Marc B., mache ich gerne. Generell aber habe ich den Eindruck, als wollte die Region einiges schnell loswerden, und dazu gehört auch die Erinnerung an den Bergbau. An der Strasse zum Schliersee gibt es auch so eine Industrieansiedlung unten an der Mangfall, die ganz anders ist. Da wollte ich auch was drüber machen, aber es ist ja noch Zeit.

  100. Also jetzt mal halblang. ich...
    Also jetzt mal halblang. ich habe ein bayerisches Abitur an einer wirklich harten Schule gemacht, ich hatte keine 68er Erziehung und habe die angelegten Arme beim Essen so gelernt, dass ich die nicht mal ablegen könnte, wenn ich wollte. Wir haben als Kinder gelernt, wie man Frauen den Mantel abnimmt, den Stuhl hinschiebt, und wir fanden es toll, wenn man über uns „kleiner Kavalier“ sagte. Natürlich gab es Druck, blöde Lehrer und Mitschüler, einen Psychopathen in der Nachbarschaft
    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/1108068/
    da war überall Druck. Aber a Guada hoids aus und um an Schlechtn is ned schod, sagt man in Bayern. Auf vieles hätte ich verzichten können. Aber man überlebt, man kommt durch, und später lacht man darüber.

  101. Don

    "Aber Kinder können...
    Don
    „Aber Kinder können mitunter wirklich, wirklich zur Belastung werden.“
    Ja, was hast Du denn gedacht? Außerdem geht es nicht um den Müll im Sandkasten. Es wird übrigens niemand daran gehindert, den auch wieder wegzuräumen oder denjenigen, die den Müll dort hinterlassen, entsprechend auf die Finger zu klopfen. Aber nach meiner Erfahrung empfinden beide Tätigkeiten viele als Belastung … . Und was das Brüllen und das Sau raus lassen betrifft. Nun das ist wohl häufig eine Frage der Entwöhnung von Kindern, wenn man auch Kinder durchaus zur Ordnung rufen kann, wenn es nicht wieder so eine Belastung wäre … . Nur es gibt keine gesunden Kinder, die keinen Lärm machen. Die wollen sich nämlich austoben. Die anderen sind die Stillen und Introvertierten, die niemandem auffallen bis sie dann mit der Waffe in der Hand morgens um 9.30 Uhr in der Schule erscheinen … . Die gleichen Leute, die sich bisweilen über Kinderlärm beschweren, gehen aber auf Rennstrecken mit Formel 1 Lärm. Der Sound stört sie nicht. Nur wenn man keinen Lärm will, weiß ich eine gute Alternative. Wir setzen die Kids vor dem Rechner mit Counterstrike. Dann hat man seine Ruhe … .
    Gruss Frank

  102. "wenn man auch Kinder durchaus...
    „wenn man auch Kinder durchaus zur Ordnung rufen kann“ – Aha! Na also. Reaktionär. Na bitte.
    .
    Im Ernst: Erziehungsfragen tangieren mich nicht. Es darf ja jeder Kinder haben, wie er will, aber für mich sind sie wirklich nur Anlass, um über Klassen nachzudenken. Wenn ich da unten bade, bin ich weit weg vom Spielplatz. Wenn ich beim Aufstieg Familien sehe, überhole ich und grüsse freundlich. Wenn an der Kasse so eine Schreibombe hinter mir hochgeht, bekomme ich Fluchtreflece. Ich weiss schon, warum ich auf dem Wochenmarkt einkaufe: Da werden die Kinder von den Händlern einfach so gestopft, da muss keiner grölen.
    .
    Klar sind DVD und CS keine Alternativen. Ich hatte, was das angeht, vorbildliche Eltern. Aber das heisst doch nicht, dass man sich deshalb selbst den Stress antun muss.

  103. Was Kindergebrüll betrifft,...
    Was Kindergebrüll betrifft, kann ich Don aber total verstehen. Meine Nachfahrin hat nur die ersten 4 Wochen nach Geburt wunderbar putzig gemaunzt wie ein Kätzchen…, und ich Idiot hab damals geglaubt, das bleibt jetzt so… Es nervt schon arg.

  104. Das ist nicht der Druck, von...
    Das ist nicht der Druck, von dem ich rede, das wissen Sie ganz genau :)
    Die Gesellschaft hat sich massiv geändert, und heutzutage gibt es die (verschärfte) Tendenz, den Druck auf die Schwächeren weiterzugeben. Dies äussert sich je nach Umfeld anderst, aber beobachten Sie mal diese Kinder genauer beim nächsten Mal, vielleicht aus der Perspektive Viehleistungsschau…
    Die Photos sind klasse, nebenbei bemerkt .

  105. @f.luebberding 22:19

    "...Die...
    @f.luebberding 22:19
    „…Die anderen sind die Stillen und Introvertierten, die niemandem auffallen bis sie dann mit der Waffe in der Hand morgens um 9.30 Uhr in der Schule erscheinen … “
    Ich weiss,Ihre Formulierung ist überspitzt aber das ist m.E. ein bisschen zuviel des Clichées. Es gibt tatsächlich ruhige Kinder, welche sich sogar ganz normal ins Erwachsenenalter retten …

  106. @marc b.
    Marienstein wollte...

    @marc b.
    Marienstein wollte ich dem Don gegenüber auch schon mal erwähnen; mein Vater (jahrgang 34) ist dort aufgewachsen, in ärmsten Verhältnissen, mit vier Geschwistern auf 30 Quadratmetern, immer kurz vorm verhungern. HJ-untauglich, und das bei all den strammen Na.zis dort am See, weil der Gröfaz dort wohl ab und zu in seinem Wochenendhaus in St. Quirin weilte. Irgendwann muss ich da mal auf Spurensuche gehen, bei meiner nächsten Radltour zum See.

  107. Himmler wohnte in Gmund, das...
    Himmler wohnte in Gmund, das fördernde SS-Mitglied Courths-Mahler in Rottach, und den Röhm haben sie 34 in Bad Wiessee aud dem Bett geschmissen. Einmal rund um den See, braun in braun.

  108. zwei oder drei fragen: sind es...
    zwei oder drei fragen: sind es wirklich die durchtrainierten mütter, die für das behütete, mit unsichtbaren mauern von sozialer unbill und deren folgen abgeschirmte aufwachsen der tegernseer kinder sorgen – oder sind es die väter? und warum?
    und, rückblickend betrachtet, wenn man auf diese art aufgewachsen ist: hat das nur vorteile auch z.b. in der form, dass man sich als erwachsener unabhängig, allergiefrei und selbstbestimmt durch ein abwechslungsreiches leben bewegen kann – unter umständen sogar so, dass man nach dem verlust des eigenen jobs nicht gleich zweimal übergeben muss?
    (ich finde schön, was devin08 gesagt hat: auch ich kann mich nicht daran erinnern, in meiner kindheit jemals einen spielplatz beansprucht zu haben. das ganze dorf war ein spielplatz, und die steinbrüche, wälder, see- und flussufer auch. wir kinder konnten auch in jedes haus und in jeden garten gehen – und bekamen butterbrote, kuchen oder kirschen, äpfel- oder gezuckerte rhabarberstücke, die die oma zum einwecken auf der bank im garten schnippelte. eine solche oma gab es fast in jedem haushalt. auch sie musste nicht in ein extra für sie eingerichtetes terrain. es stimmt schon: seniorenheime sind eine ähnliche erfindung wie kinderspielplätze.)

  109. Kinder sollten dich aber...
    Kinder sollten dich aber interessieren. Immerhin werden sie auch dir den Hintern abwischen, wenn du erstmal tattrig genug bist.
    Meines Erachtens ist das einer der Kardinalfehler der individualisierten Gesellschaft, daß die Kinderlosen sich vom Nachwuchssektor komplett abgekoppelt haben. Früher wurde man auch von ‚Wildfremden‘ zur Ordnung gerufen, wenn allzu arge Grenzüberschreitungen im Anzug waren. Jetzt fühlt sich irgendwie keiner mehr richtig zuständig.
    Dabei habe ich die Erfahrung machen können, daß aus einer geschickt platzierten Einmischung auch ein fruchtbarer Dialog zwischen Alt und Jung erwachsen kann … und man hat nen Blödsinn zumindest aufgeschoben.

  110. (Was ganz was anderes passiert...
    (Was ganz was anderes passiert gerade: 31 Beiträge, 3100 Kommentare. Ich bin ja kein Zahlenfetischist, aber danke an alle für das Mitreden)

  111. danke für die Tipps, Don. ...
    danke für die Tipps, Don. Die Radltour des braunen Grauens rund um den Tegernsee. Mach ich glatt. Mir graut vor nix. (habe meine Kindheit schliesslich in einem Sozialwohnungsviertel verbracht).

  112. 1000 kommentare auf einen...
    1000 kommentare auf einen beitrag! congrats:) freut mich sehr!

  113. sorry, 100 kommentare - doof,...
    sorry, 100 kommentare – doof, dass man hier nix editen kann…

  114. <p>100. Aber alles, was mehr...
    100. Aber alles, was mehr als 50 ist, ist schon aussergewöhnlich viel. Plaudern wirkt.
    .

    Ich habe eine lange Wunschliste an die Technik. Das mit dem Editieren ist aber nicht dabei, das würde das gamerbremsende Freischalten unterlaufen.

  115. na, was vor allem wirkt, ist,...
    na, was vor allem wirkt, ist, dass du auf fast jeden kommentar auch antwortest. ich habe da die allergrößte bewunderung für. es mag am ende des monats eine überweisung dafür geben, aber es ist eben auch mega-viel arbeit, und das wird des öfteren sehr unterschätzt – vor allem von den lesern.

  116. Zum Thema "Kinder und Autos"...
    Zum Thema „Kinder und Autos“ muss ich mich abschliessend aeussern. Ich bin auf der Rueckbank eines DB Strich 8 aufgewachsen. Das ist ein Code fuer 1968. Und das erfolgreichst Modell aller Zeiten. Heute fahren alle Kinder mit ihrem Bobbycar durch den Kindergarten, und das ist gut so, denn sie fahren mit Muskelkraft. Don, wenn Sie Klavierspielen gehasst haben, dann haben Sie auch kein Ohr fuer Kinder. Niemand wird Sie zwingen, aber reden Sie auch nicht so viel von Dingen, die … Sie wissen schon. Ich weiss Ihren geschaetzten Kollegen Harald Martenstein auf meiner Seite – der fuhr sogar seinen 123er Coupe bis ultimo. Ansonsten sage ich mit Ausbilder Schmidt: „Zivilisten weggetreten!“

  117. Hab's doch gewusst - es ist...
    Hab’s doch gewusst – es ist Dir wichtig!

  118. "c. cramer, ich bin mir...
    „c. cramer, ich bin mir reichlich sicher, dass viele nicht davon angetan sind, wenn hier Kolumnen dieser Art geschrieben werden. Natürlich ist es so, natürlich hat man eine vage Ahnung, wie es sein muss, aber die deutsche Medienlandschaft gefällt sich darun, solche Klassenprobleme aussen vor zu lassen. Dabei sagt das alles sehr viel über die gesellschaft aus, in der wir leben. Ich sehe also gute Gründe, genau so weiterzumachen. Durchaus im Wissen, dass ich mir damit keine Freunde mache.“
    Das ist einzigartig.
    Die im Artikel beschriebenen Diskriminierungen schaffen nicht nur Hass bei anderen. Hass, ausser bei Rockern, ist nicht etwas, womit man leben kann. Man entwickelt Versagerängste, geniesst Persönlichkeitsstörungen, und so:)

  119. Wenn da kein Zaun zum Wasser...
    Wenn da kein Zaun zum Wasser ist, taugt der Spielplatz nicht besonders viel. So schnell kann anorektisches Elitemutti gar nicht stöckeln, wie so ein Racker womöglich untergeht. Dann doch lieber öder Durchschnitt mit Standard-Schaukeltieren. ;-)

  120. Das Wasser ist an dieser...
    Das Wasser ist an dieser Stelle sehr, sehr flach, erst nach 30 Meter kann ein Erwachsener dort schwimmen. Die haben an alles gedacht.

  121. Verehrter Don Alfonso,

    Nette...
    Verehrter Don Alfonso,
    Nette Gegend ! Na klar ! Kann man jedoch nicht nur im Bayrischen haben. Ein See mit Bergen oder ein schöner Wald gehört aber schon irgendwie dazu. Ich pflichte bei – es ist trotzdem nicht alles Gold, was glänzt. So mancher Dame ist es z.B. immer peinlich, wenn sie mit dem Großen Häuptling beim Bioladen vorfahren muß. Die meisten, zumindest wenn sie nicht medikamenten- und alkoholabhängig sind, sehnen sich sowieso nach ihrem Pandale zurück. Naturnah hats halt schon immer mehr gebracht! Während in der Vorstadtsiedlung die Bäume ab 7m Höhe wegen Grenzvorschriften gekappt werden, läßt man sich im Villenviertel urwaldmäßig einwachsen. Der Sichtschutz hat auch etwas mit Überschaubarkeit zu tun. Alle wichtigen Stützen der Gesellschaft brauchen, wegen ständiger Orientierungslosigkeit und daraus resultierender Überforderung, einen Fixpunkt – einen Schutzraum, der sicherstellt, daß nicht auch noch in der Freizeit der Konkurrent in ihren Suppentopf guckt. So mancher protzt mit Bauhaus, Glas, Edelstahl, klaren Linien und schwarzem Leder in der Stadt, ist aber froh, wenn er am Abend zu Holzhaus, Bauernschrank und Janker zurückkehren kann. Auch hier kämen wir schnell wieder in eine Wertediskussion. … Ich weiss nicht, ob die Kinder unbedingt zu beneiden sind. Eine ebenfalls behütete Kindheit in einer coolen Schrebergartenkolonie hat da u.U. mehr zu bieten. Das jämmerliche Kraxelgerüst auf dem Spielplatz lockt nicht mal den Jagdhund hinter dem Ofen hervor. Der benutzt den Platz eigendlich nur zum Sch…., wie die Hunde anderswo auch. – Ansonsten: Starnberg, Tegernsee etc. entwicklen sich zunehmend zur geriatrischen Freigangzone. Jeder, der bis drei zählen und über die Tischkante sehen kann bekommt da einen Schüttelfrost in Bezug auf die Zukunft. Wer soll denn dann all die Rabatten schneiden ? … Die Region lebt eigendlich nur noch im Hausfrauenfernsehen. Die Musik spielt inzwischen woanders z.B. wenn es um ein anständiges Hotelzimmer geht, ist man in Rajasthan sicherlich besser dran. Und die Golfplätze in der Gegend kann man eh vergessen, da sie von Hinz und Kunz aus dem Großraum München zertrampelt werden.

  122. @Don Alphonso

    natürlich...
    @Don Alphonso
    natürlich fehlen Kinder Seen und Wälder in ihrem Umgebung. Aber wie kommst du auf den absurden Gedanken, daß wäre in Berlin ein Problem. Eigentlich muß man sich in unseren Gefilden schon sehr anstrengen, um nicht an einem See oder einem Wald vorbeizukommen. Es ist auch nur ein Problem der Fitness an einem Tag, an 10,20,30 Seen vorbeizukommen. Alles schon erlebt.
    Es ist gut, daß die Touristen sie nicht kennen und lieber am Helmholtzplatz im Cafe sitzen. Es reicht, den süddeutschen Sprachformen in der Innenstadt ausgesetzt zu sein.
    Da wo man Ruhe und Frieden haben will, die Beschaulichkeit der Landschaft geniessen will, möchte man das nicht. Die oberbayrischen Seen? Sehen nett aus, wohlgeratene Dörfer und Städte und überhaupt. Aber ganz ehrlich, sie sind irgendwie langweilig, um nicht zu sagen, fad.
    Armer Mann, hast wenig Spaß gehabt in deiner Kindheit. Nie auf Bäume geklettert, mit dem Rad durch die Landschaft gezogen, aus Bächen und Quellen getrunken, durch Wäldern gezogen, alte Ruinen durchstöbert, von den Früchten der Bäume gelebt? All das nie erlebt? Kein Wunder, daß du keine Kinder hast. Du hattest keine Kindheit, wie sollst du da Freude an Kindern haben?

  123. Irgendwann bekommen Gamer...
    Irgendwann bekommen Gamer Kinder und dann…
    .
    Nein, Spass beiseite, natürlich hatten wir einen Nussbaum im Garten, auf dem man klettern konnte. Arm sind in meinen Augen nur Idioten, die sich die Sicht auf andere so hinbiegen müssen, dass es in ihr Hirncurry passt. Und in Berlin habe ich gelebt: Bitte belügen Sie andere, aber die wenigsten Berliner haben einen See, den man mit einem Spaziergang erreichen kann. Mir jedenfalls graust es bei der Vorstellung, dass erwachsene Menschen noch als Trolle durch das Netz kriechen und glauben, sie könnten Ihren Kindern noch etwas über das Leben beibringen. Du lieber Himmel, da wundert mich gar nichts mehr.

  124. Warum die Opfer des...
    Warum die Opfer des entfesselten Asozialsystems sich nicht ordentlich wehren? Also den letzten Hartz-IV-Brocken lieber beim Rockkonzert abschütteln oder sich die Birne mit Bier und Kiff zuhauen? Weil sie keine Aussichten auf ein besseres (meinetwegen: menschenwürdiges) Leben sehen, weil sie keine Hoffnung haben. Menschen mit proletarischem Lebenshintergrund jeneseits der Fuffzich erinnern sich noch an Zeiten, in dene es sozialistische Utopien gab und solidarisches Handeln – zum Beispiel für bessere Arbeitsbedinungen, gegen Entlassungen zum Wohle der Rendite, ja, auch für mehr gerechten Lohn. Das war damals (so in der Willy-Ära) im deutschen Fernsehen beinahe Mainstream; man denke an „Acht Stunden sind kein Tag“ oder „Rote Erde“. Und heute? Werden Historiengemälde versendet (Die Krupps), in denen übelsten Arbeiterverarscher als Leidensmenschen vorgeführt werden, denen das Unternehmertum eine Last war. Popels-Mittelständler porträtiert man als Moralleuchttürme und lügt uns einen verantwortungsvollen Kapitalismus mit starken Führern in die Tasche. Man fragt sich: Woher sollen die Arbeitslosen und Untermindestlohnbezahlten denn die Hoffnung nehmen, ihr Widerstand könne was ändern?
    .
    (Neu)reiche Mütter in SUVs am Rande sauberer Spielplätze sind, ja, ich verwende diesen Begriff mit voller Absicht und vollem historischem Ernst, Nebenwidersprüche. Da kann ich mich nicht dran abarbeiten, nicht mal ironisch. Lohnt sich nicht.

  125. Wer immer wissen wollte, warum...
    Wer immer wissen wollte, warum für Bonner Beamtenkinder eine neue millionenteure Kita in Berlin gebaut werden musste, findet die Antwort in diesem Artikel.
    Wer wissen wollte, warum diese Beamten weltfremde Entscheidungen treffen, auch.
    „Schuld“ sind die „Schnittstellen“ zwischen dem Lebensstil aus dem Artikel und der Realität. Schade – für die Realität.
    Nur mangelt es dem Autor an Vergleichsmöglichkeiten – „die beste der möglichen Welten“, da bietet sich doch das indische Kastenwesen als vollkommende Form an.

  126. Die Industrieansiedlung unten...
    Die Industrieansiedlung unten an der Mangfall? Du meinst Gieseke und Devrient? Die produzieren dort Spezialpapier für Banknoten und Ausweisdokumente in aller Welt. Natürlich unter gewaltigen Sicherheitsvorkehrungen. Du kommst da genau bis zum Zaun. Egal von welcher Richtung.

  127. Lesender Arbeiter, sind Sie...
    Lesender Arbeiter, sind Sie schon bis zum Candide von Voltaire durchgedrungen? Falls nicht: Da gibt es eine Figur namens Pangloss, die alles Not und Elend dieser Welt zur „besten aller möglichen Welten“ erklärt, als bitterböse Parodie auf Leibniz, der im preussischen Ständestaat die Idealform des Staatswesens erkannte. Das ist ein stehender Begriff, den man eigentlich nur verwendet, um sich im Sinne der Aufklärung ironisch zu distanzieren. Kaufen Sie den Candide, er wird Ihnen sicher zusagen, und danach werden Sie auch in der Lage sein zu begreifen, was ich da in Wirklichkeit ausdrücken möchte.

  128. Mrc B., nein, ich habe mich...
    Mrc B., nein, ich habe mich vertan: auf der Bundesstrasse nach Miesbach kommt irgendwo auf halber Strecke zwischen Dürnbach und Miesbach im Tal so ein grösserer, ziemlich runtergekommener Industriekomplex auf der linken Seite.

  129. Und wenn du schon den Candide...
    Und wenn du schon den Candide empfiehlst, weise bitte auf die wunderbare Ausgabe bei Beck von 1989 hin, illustriert von M.M. Prechtl, übersetzt von Stephan Hermlin. Gedruckt auf schönem Papier, großes Format. Natürlich vergriffen, aber antiquarisch erhältlich.
    Ich mag auch die Ausgabe mit Illustrationen von Christoph Meckel und einem Vorwort von Dieter Hildebrandt aus den 60er Jahren, aber Meckel macht Radierungen und die sind weniger farbig (in jeder Hinsicht) als die von Prechtl illustrierte Edition. Und die Übersetzung von Ilse Lehmann erscheint mir etwas zeitgebundener.
    Oder man liest Voltaire im Original. Ein gutes Digitalisat liegt online in der Gallica bei der Französischen Nationalbibliothek.

  130. Ein Beitrag ist nur so gut wie...
    Ein Beitrag ist nur so gut wie die zugehörigen Kommentare.
    Die Kommentatoren sind wieder einmal sehr gut.
    Don Alphonso mag keine Kinder?
    Ich kann mich zwar nicht so gewählt ausdrücken wie alle meine
    VorrednerInnen, aber ich kann lesen, erforderlichenfalls mehrmals.
    Ich kann fühlen und mitfühlen wie er sich in das in ihm steckende
    Kind verwandelt, seinen Rodel nimmt, und immer wieder und wieder
    das holperige Gefälle hinunter saust, dass es eine Lust ist.
    Meine Generation ließ sich oft genug leichtfertig auf Kinder ein.
    Und diese kleinen Unglücke waren im Rückblick auch gut so.
    Dons Generation entdeckte die Verantwortung und entschied sich oft
    genug gegen eigene Kinder.
    Die nachfolgende Generation begann Kinder als Lebenszweck, ja
    Lebensziel zu entdecken, verführt durch Geldesgaben der Gemeinschaft.
    Wenn ich hier um mich schaue, überall hochwertiges Spielzeug dreier
    Enkel. Gekauft, um rumzuliegen in Kisten und Kästen nach einmaliger
    Bespielung. Nicht so interessant wie Opas Taschenmesser, von denen
    jedes Kind eines bekommen, und stundenlang damit beschäftigt ist
    weiche Hölzer, Zweige und harte Äste in „unnütze“ Formen zu schnitzen.
    Unbeaufsichtigt auch im selbst gebauten „Baumhaus“.
    Verkrustete Schürfwunden sind ein Zeichen für ein kindgerechtes Wochenende.
    Die Spielplätze mit standardisierten Spielgeräten sind ein Tribut an die
    jeweiligen Landesbauordnungen (!).
    In ärmeren Gemeinden aus Holz, in reicheren Kommunen aus poliertem
    Edelstahl mit kugelgelagerten Drehgestellen.
    Wie ich es verstehe, verabscheut Don diesen Einheitsbrei städtischer
    Alibi-Kinder-Missvergnügungsorte, nebst der Einheits-Ischen, die ihre
    Einheits-Kleider-gedopten Kinderlein ein Erleben gehobenen Anspruchs
    gönnen möchten, solange ihre Enoch-Wilhelms dem Gelde nachjagen und
    Opa gut gepflegt im Heim verstaubt oder von einer 17jährigen gestützt dem
    verputteten Slazenger Challenge nachschlurft.
    Ich verstehe vielleicht nicht alles, bin jedoch in guter Gesellschaft derer,
    die Werner Fink schon damals nicht auf Anhieb verstanden haben.

  131. ... was für eine...
    … was für eine fürchterliche Kindheit muss man hinter sich gebracht haben um diesen öden Spielplatz toll zu finden!? Sieht ja aus wie eine Filmdekoration von Jacques Tati ….

  132. Vielleicht schreibe ich das...
    Vielleicht schreibe ich das unter den nächsten Beitrag gleich deutlich drunter: Es kann sinnvoll sein, den Beitrag genau zu lesen, eventuelle Bildungslücken durch Nachschlagen zu schliessen und sich erst nach reiflicher Überlegung dazu hinreissen lassen, Schlussfolgerungen in ein paar Worten zu ziehen. Sonst endet man als Nullchecker wie Herr Lübberding und schreibt in seinem eigenen Blog Unsinn, weil man es nicht versteht, mit den Inkongruenzen, Verschiebungen und Unschärfen in Wort und Bild umzugehen.
    .
    Nur so erklärt es sich dann auch, dass linke und rechte Nichtsversteher gleichermassen der Meinung sind, man würde ihre Positionen beleidigen. Meines Erachtens passen die Bilder ganz vorzüglich zu meiner ambivalenten Haltung, und ich habe mit Bedacht gerade nicht die Bilder des Sommers genommen. Vielleicht hilft dieser Kommentar ja beim Verständnis des Textes, der für sich in Anspruch nimmt, nicht für irgendwelche Überflieger hingeschmiert zu sein.

  133. Braun, mitten im Grünen, aber...
    Braun, mitten im Grünen, aber keine chinesische (israelische) Mauer
    Da wo ich wohne, gibt es wohl keinen Tegernsee (und rodeln können wir nur im tiefsten Winter – alle paar Jahre), aber hier ist es mindestens so braun (grün auch). In Königstein, im wunderschönen Taunus, gibt es sogar – mitten drin in dieser Grünheit – noch einen „keltischen Friedhof“ , zumindest macht der auf den ersten Blick so’n Eindruck, bis man näher geht und sieht, dass die Reliefs an den Stelen (diese, wenn auch ein wenig abstrakter, dem keltischen Stonehenge nachempfunden) säuberlichst entfernt worden sind. Ein christlicher Friedhof, keltisch entrückt, und peinlichst gereinigt von gewissen Elementen, die den Verdacht aufkommen lassen könnten, dass braun selbst die Leute heute noch sind, da sie nur die Beweise entfernen.
    (Hab das mal aufgenommen, weiß aber nicht, wie ich das versenden soll.)
    Na ja, und in Bad Homburg leben so gewisse Milliardäre, deren Nachkommen – manche auch reich geworden im letzten „1000-jährigen Reich“ -, manchmal so lustige Schlagzeilen machen, nicht, weil sie keine Steuern zahlen – das ist hier gar nicht so lustig -, sondern weil sie sich, blöder als man sein sollte, in dieser Klasse, die Kohle, wegen gewisser Dienste, die mit dem Finanzamt überhaupt nichts zu tun haben, aus der Tasche ziehen lassen. – Umverteilung ganz anderer Art, denkt man da gehässig.
    Auch hier begegnet sich reich und arm manchmal direkt auf der Straße, bzw. in der Schlagzeile. Aber abgesehen davon, dass die Reichenghettos allgemein bekannt sind, erkennt man diese Leute als solche eigentlich nur, wenn sie in ihren auffallenden Autos sitzen – an den Autos also; auf der Straße sehen sie aus, wie unsereins. Der Reiche ist hier sehr bürgerlich, fast kleinbürgerlich. Gut angepasst eben.
    Am Tegernsee scheint da irgendetwas den Leuten die Birne zu vernebeln, oder sie wähnen sich gut beschützt, da sie dort so offen ihren Reichtum zeigen. Um dieses Revier läuft doch keine chinesische (oder aktueller: israelische) Mauer.
    Das war es wohl auch, was uns Kästner durch die Blume hatte sagen wollen!

  134. Don, wenn so viele Deiner...
    Don, wenn so viele Deiner Meinung nach Deinen Text missverstehen – ist das dann deren Problem oder Dein Problem?

  135. <p>Ich schalte übrigens auch...
    Ich schalte übrigens auch nur leicht insultierende Kommentare nicht frei, wenn der Kommentator den Komparativ von aus dem Lateinischen abgeleiteten Wörtern bildet, die nicht gesteigert werden können. Strafe muss sein.

  136. Thomas, dieser Text ist nicht...
    Thomas, dieser Text ist nicht zu verstehen. Er ist hochgradig anbivalent, ja sogar unschlüssig. Das ist für viele, siehe die Kommentare, gar nicht so schwer zu verstehen. Wer nicht genau liest, kann ihn für ein kommunistisches Machwerk halten (Die tristen Bilder! Der macht sich über uns lustig!), oder für neoliberale Hetze (Der findet Umverteilung gut! Der will andere ausgrenzen!).
    .
    Das ändert nichts am Phänomen. Was ich spüre, ist der Wunsch von beiden seiten, ich möchte doch endlich den Mund halten. Weil sie unfähig sind, mit Ambivalenz umzugehen, weil es nicht in ihr Weltbild passt. ich finde es ok, wenn Leute das dann nicht verstehen. Sie sind einfach so. Sie wollen keine Vorteile eines offenen Diskurses, sie wollen, dass man nicht darüber redet, und da hilft es ihnen, Dinge nach Gusto zu interpretieren. Wenn dann in einem Kommentar ein verurteilter Betrüger davon träumt, mich mit Frau Schäffler und Herrn Ackermann eine halbe Stunde bis zum Tod durch den Schnee stapfen zu lassen, findet er auch dafür noch Claqueure. Was soll man da noch sagen?
    .
    Ich hoffe, solchen Leuten den Tag zu verderben. Und mache deshalb frohgemut weiter. Ntürlich so, dass diese Leute ausrasten. Unvermeidliche Opfer des Diskurses.

  137. Hier das Bild zu meinem Text...
    Hier das Bild zu meinem Text (Braun, mitten im Grünen, aber keine chinesische (israelische) Mauer

  138. Oldman, grob gesagt, finde ich...
    Oldman, grob gesagt, finde ich es gut, wenn Kinder in einer intakten Umgebung aufwachsen. Man kann ja mal andersrum fragen: Will man Hools auf einem Spielplatz? Will man Vandalismus? Will man mehr als eine Brandmauer sehen? Will man Eltern, die kein Vorbild der Verwahllosung geben? Was man nicht übersehen darf: Sobald die Kinder alt genug sind, gibt es hier Kuhfladen, Bäume, Berge, Äpfel und all das Zeug an allen Ecken und Enden. Das eine schliesst das andere nicht aus. Aber es geht nur um den sozialen Microkosmos des Kindergartens.
    .
    Marc B. ich habe das persönliche Exemplar von Fritz Mauthner aus der Gesamtausgabe von 1785 daheim. Oder besser gesagt, dieses Exemplar hat sich entschlossen, ein paar Jahrzehnte hier sein Heim aufzuschlagen.
    .
    Rainersacht, ich kann mich ja noch dumpf an Zeiten erinnern, da es eine „Literatur der Arbeit“ gab. So sehr natürlich der Unternehmer das Leitbild wurde, mit allen fragwürdigen Folgen, so sehr der Intellektuelle oder was immer das sein soll ausgespielt hat, weil nicht telegen, so bliebe doch die Frage, warum so einer zum pickligen Teenager wird, wenn man ihm eine Ballerkonsole hinstelt, statt sich zu äussern. der Betreffende hätte ja ein Blog mit Lesern. Aber es passiert einfach nicht. Nu.

  139. Wir nähern uns der weniger...
    Wir nähern uns der weniger ambivalenten Seite der Story: Warum werden Kinder so wie sie nicht werden sollen? Als Vater von Sohn (28) und Tochter (23), die unterschiedlicher nicht sein könnten in ihrer Lebensbewältigung, frage ich mich oft, warum ist er so schluffig und sie so strebsam. Gerade bei Kindern, die ab dem Alter, wo man sie gern einfach lassen würden, nochmal zu Problemkindern werden, wünscht sich mancher, er habe gar keine Nachkommen in die Welt gesetzt. Trotz allem sage ich aber: Boah, was bin ich froh, dass ich mich vermehrt habe!
    .
    Gleichwohl kann ich gewollte Kindsabstinenz gut nachvollziehen, denn wenn man das Aufziehen der Brut ernst nimmt, dann lastet bis zu circa dreißig Jahre lang ein Mühlstein von Verantwortung auf deinen Schultern – latentes Schuldgefühl inklusive.
    .
    Nun habe ich durch den weitverzweigten Freundeskreis meiner Kinder viel Gelegenheit zum Gespräch mit Leuten zwischen 20 und 30. Die vorherrschende Haltung der Welt und dem Leben gegenüber lässt sich auf folgenden Satz zusammenschmoren: Ey, das ist alles voll kompliziert oder langweilig oder aussichtslos. Pessimismus to go.

  140. Solcherlei Spielplätze hat...
    Solcherlei Spielplätze hat man allerorten. Da erliegst Du gerade einfach nur einer begrenzten Übersicht, an der wir ja im Übrigen alle leiden. Wer kennt schon alle schönen Spielplätze Deutschlands? Da dürfte es definitiv mehr geben, die bundesweiten die Geheimtipps guter Gastronomie oder Hotelerie kennen. Da ist der Tegernsee nur schönes Additiv, ein Rahmen, der dem Kinde in dem Moment des Spielens gänzlich egal zu sein scheint.
    Dass auch für Kinder ein schönerer Ort ein schöneres Leben bedeuten kann, vermag ich nicht in Abrede zu stellen. Unsere Republik hat nur leider nicht so viele davon, dass wir alle – egal ob Kind oder Erwachsener – da leben könnten. Natürlich hätte ich in meiner Kindheit noch lieber als bei meiner Oma im 200qm Garten ihres zweistöckigen 20er Jahre Reiheneigentums in grünen Berlin-Britz, doch in Berlin-Wannsee auf einem 4.000.000 DM, 3000qm Grundstück mit Seeblick gespielt.
    Aber die Realität ist, dass meine Eltern aus beruflichen Gründen eine Wohnung in Tempelhof hatten. Selbst da gab es kleinste Seen, aber meist waren die Spielplätze eben von Mauern, Häusern oder Bäumen umringt. Unser Spiel war deswegen aber nicht schlechter, dümmer oder ärmer. Unser Spiel war vielleicht sogar sozialer, weil nicht vom Stand bestimmt, obgleich wir einen „Stand“ hatten, den oberen Mittelstand. Aber 1968 geboren, spielte ich später schon mit den ersten Migrantenkindern aus Griechenland, der Türkei, Spanien und mehr, war ebenso mit Kindern der Arbeiter und Arbeitslosen berührt. Als Kinder berührte uns das nicht, für uns waren wir alle gleich. Ich kannte keinen Dünkel; wenn ich welchen erfahren musste, dann seltenerweise denen meiner Eltern, die angstvoll nachdachten, ob mein kindlicher Kontakt zu sozial Schwächeren Folgen für mich haben könnten.
    Das Oben und Unten, das Du hier skizzierst, Dein Recht zur Überzeichnung und notwendigen Ausblendung eines journalistisch schreibenden unberührnd, ist ein falsches Zerrbild. Du vergleichst in einer überwiegenden Zahl Deiner Texte ein Oben mit einem ganz Unten und blendest Du Mitte aus.
    Du blendest mit Deinen gerade jüngsten Zeilen, die zurecht beklagen, dass das Unten sich nicht begreift, nicht redet, sich nicht wehrt, auch aus, dass auch das Oben nichts ernsthaftes dazu beiträgt, dass unsere Gesellschaft zur starken Mitte zurückfindet.
    Der Journalismus hat nur an seinem Anfang dazu beitragen können, dass ein neu gewonnenes Sprachrohr, zu übergreifenderer Meinungsbildung und damit revolutionären Veränderung der Gesellschaft beitrug. Heute versagt der Journalismus. Er ist voyeristisch, auflagenorientiert und damit zwangsläufig populistisch.
    Wir alle reden nur, bewirken aber immer weniger. Das Wort ist ein inflationäres, stumpfes Schwert, das überwiegend nur noch der inneren Befriedigung dient.
    Das Spiel unserer Kinder sollte jungfräulich sein, unberührt, zwanglos. Hier legen wir den Grundstein für die gesellschaftlichen Fähigkeiten späterer Erwachsener. Hier verstehe ich keinen Spaß und oft auch nicht die selbst der journalistischen Freiheit geschuldete Zynik vieler Schreiber nicht. Hier ist mir das Oben und Unten egal, die schönen Seiten feiner Lebensweise, die Freude an einem trockenen roten Wein, Sergejewitsch Prokofjew und auch die Literatur will mich dann nicht mehr glücklich machen, wenn uns diese Sinnesfreuden nicht mehr zu einem tieferen Sinn geleiten, der Menschlichkeit und einer wahren Handlung dafür.

  141. Ach na ja. Ich habe ja Glück....
    Ach na ja. Ich habe ja Glück. Meine Kinder (und die meiner Frau) haben nicht gezögert, sich für eigene Kinder zu entscheiden. Wahrscheinlich, weil sie das Gefühl der Geborgenheit nicht missen möchten, das uns nur Eltern und Kinder geben können, Geborgenheit, die sich aus dem Gefühl ergibt, geliebt zu werden ohne Hintergedanken, ohne die Suche nach Vorteilen, so, wie Du Deine eigenen Eltern und Kinder geliebt hast.
    Und Enkel erst! Du wirst alt und unansehnlich, der Spiegel sagt Dir, dass Deine Zeit abgelaufen ist, aber Deine Enkel scheint das überhaupt nicht zu berühren.
    Für sie bist und bleibst Du der Held, und du weisst: irgendwann werden sie Dich betrauern. Kein anonymes „Verlassen dieses Daseins“ (Zitat D. A.), das Vergessen wird nicht augenblicklich nach Deinem Tode einsetzen. Hoffst Du, und hast Grund dazu.
    Es geht eben nicht nur darum, Erben für die materielle Ernte des eigenen Lebens zu haben. Es geht darum, die Liebe und Fürsorge weiterzugeben, die man selbst erfahren hat.
    Natürlich muss jedem selbst überlasssen bleiben, ob und wie er dieser Maxime folgt. Wie Spielplätze aussehen und welche gesellschaftlichen Gegebenheiten sich in ihnen spiegeln, halte ich für nicht entscheidend.
    Eltern haften für ihre Kinder.

  142. Don, ich fragte deswegen, weil...
    Don, ich fragte deswegen, weil ich in letzter Zeit immer öfter den Eindruck habe, dass aufgrund Deiner mehrschichtigen Formulierungen viele Leute nicht in einen offenen Diskurs einsteigen oder am ersten Eindruck abprallen. Das wirkt nicht so wirklich zielführend. Es mag sein, dass Dir diejenigen genügen, die dann dennoch einsteigen; ich wäre dann persönlich aber eher irritiert.

  143. @ rainersacht: "Warum werden...
    @ rainersacht: „Warum werden Kinder so …?“. Der große Irrtum, der auch noch andere Diskutanten hier betrifft, ist es, zu glauben, dass diese Kinder nur ‚gemacht‘ würden von irgendwelchen Erwachsenen (ob nun in Designerklamotten oder Bermudashorts), statt dass wir diesen Kindern einfach das schlichte Menschenrecht zugestehen, dass sie selbst ganz willentlich und selbstbestimmt sich zu den Arschlöchern gemacht haben, die sie als Erwachsene so oft sind …

  144. Thomas, ich hatte nichts gegen...
    Thomas, ich hatte nichts gegen abprallen, aber es sind einfach jeden Tag ein paar Dutzend Leute, die man einfach nicht freischaltet, weil man keine Lust auf Psychoanalyse durch Spinner hat, die selbst einen Hirnklempner bräuchten. Das sind keine Diskussionsbeiträge, sondern Stalker, Trolle und Mehrfachidentitäten, alles dabei von der Verbalinjurie bis zur Morddrohung. Das würde hier nur stören, also haue ich es raus. Nicht, dass ich damit ein Problem hätte, aber ich sehe nicht ein, warum ich mit sowas meine Zeit verschwenden soll. Es ist hier ohnehin zu voll, und 20 kluge Beiträge sind mir lieber als 100 mal das immer gleiche „Dubistgarnichtreich Dubistnurneidisch Dukannstnicht schreiben Dafürwirdhierbezahlt“ Gefasel. Abgesehen davon wird mir seit dem ersten Tag meiner Internetschreiberei von irgendwelchen Leuten gesagt, dass es so nicht geht und dass man es anders machen muss und in drei Jahren bin ich vergessen und arm: Ich kenne das. Ich tue das, was ich für richtig halte, und keiner ist gezwungen, es zu lesen. Komischerweise bin ich immer noch da.
    .
    wolfram500, das ist keine Beleidigung, sondern fast ein Lob, aber: Du klingst wie meine Oma. Nachdem aber schon meine Oma damit nicht durchkam…
    .
    Die Menschen sind einfach verschieden. Es ist ja nicht so, dass ich mich Kindern nicht ab und an ausgesetzt hätte: Es geht einfach nicht. Ich mag nicht, ich kann nicht, ich habe keine Lust, und was später einmal ist, ist mir reichlich egal, weil ich es nicht weiss. Aber ich habe mich um meine Oma bis zu ihrem Tod gekümmert. Das einzige, was ich weiss ist, dass ich im heim bekannt wie ein bunter Hund war, weil ich es getan habe. Alle anderen? Weihnachten Ostern Geburtstag Todestag. Es ist dem Enkeln wirklich sowas von egal.

  145. @Wolfram500: Kompliment und...
    @Wolfram500: Kompliment und Danke für Ihren Kommentar.

  146. @Klaus Jarchow: "[...]statt...
    @Klaus Jarchow: „[…]statt dass wir diesen Kindern einfach das schlichte Menschenrecht zugestehen, dass sie selbst ganz willentlich und selbstbestimmt sich zu den Arschlöchern gemacht haben, die sie als Erwachsene so oft sind […]“
    Da er scheinbar den Anschluss zu seiner Kindheit verloren. Kinder machen sich nicht selbstbestimmt zu Arschlöchern. Wir waren als Kinder unserer Umgebung ausgeliefert. Unser Repertoire an Wissen über Gut und Schlecht war noch gering, unsere Welt zeigte uns was wir von ihr zu halten hatten. Und nur wenige haben die Chance sich davon wegzubewegen.
    Da rettet auch nicht mehr das Internet, weil schon unser Sprachgebrauch das Verständnis der meisten überfordert. Das Verständnis jener, die da draußen Unten sind, weil wir zugelassen haben, dass ihnen Bildungspolitik und wirtschaftliche Zusammenhänge diese Rolle zuweisen

  147. @ Herr Liebreiz: Ich gestehe...
    @ Herr Liebreiz: Ich gestehe den Kindern sehr mehr Autonomie zu als Sie. Letztlich kann in dem Punkt jeder nur von sich reden, aber für meine Entscheidungen war die so genannte ‚peer group‘ sehr viel relevanter als meine Eltern, also die Gleichaltrigen, Freunde, Clique, Nachbarskinder. Viele meiner Werte wurden mir von denen vermittelt, die Eltern dagegen sprachen oft in den Wind, denn sie waren die Folie, von der ich mich abheben wollte. Insofern wurden wir daher eben auch so, wie wir uns als Generation selbst gemacht haben. Dass wiederum aus den ‚Poppern‘ damals nichts Gutes werden würde, gnadenfalls ein Ackermann, das wusste auch schon jeder Einsichtige. Heute haben wir den Salat …
    Kurzum: Es gibt beides.

  148. Ich fand den Artikel...
    Ich fand den Artikel erheiternd und nachdenklich stimmend. Wie eigentlich häufig hier. Wenn einge Zeitgenossen mit Ironie, die mit Sarkasmus spielt ohne plump zu werden ist ihnen leider auch nicht zu helfen.

  149. Herr Jarchow.

    Sie haben...
    Herr Jarchow.
    Sie haben völlig Recht mit Ihrer Sicht und ich gestehe diese Autonomie nicht nur zu, ich halte sie für unvermeidbar. Jeder Mensch, jedes Kind ist ein autonomer Handlungsapperat. Aber in den durchschnittlichen Jahren, die wir im Elternhaus verbringen, kommen wir nicht an all jenen Verhaltensmustern vorbei, die wir unvermeidlich aufnehmen, spiegeln und einnehmen. Die Art unserer Eltern zu verstehen, zu streiten, zu ignorieren, zu schmollen, zu lügen, zu schlucken, auszuteilen. Als Kinder haben wir nichts anderes getan als zu üben, was uns unsere erwachsene Umwelt vorgemacht hat.
    Gruss,
    Herr Liebreiz

  150. Herr Jarchow.

    um es...
    Herr Jarchow.
    um es nachzutragen. Sie setzen in meinen Augen mit Ihrer Sicht zu hoch an. Wir hatten schichtbedingt eine Wahl. Andere haben diese nicht.
    LG
    Herr Liebreiz

  151. "Der an und für sich...
    „Der an und für sich kreuzkonservative Herr P., der in jungen Jahren einen Moment unachtsam war und eine wahrhaft heftige Walkküre schwängerte, stand und steht die Tortur der Ehe bis heute durch. Erst wegen der Töchter, dann wegen der Enkel, dann, weil es eh zu spät ist. Ich glaube, solche Helden braucht das Land. Und weniger die zusammengeflickten Konstrukte voller Onkel und Tanten, die gar keine sind“
    Ist hier irgendwo ein „l“ zuviel oder war das ein Freud’scher Verleser?

  152. Unbedingt in einem muss man...
    Unbedingt in einem muss man dich D.A. nun wirklich unterstützen: was unter dem Deckmantel der Anonymität allzuoft übers Internet läuft ist unerträglich.
    Das Verlangen, jeden Ping bis zur veranlassenden Person zurückverfolgen zu können, wird von denen, die sich für technisch überqualifiziert halten, da sie pfeifen und klingeln können, für Zensur gehalten.
    Aufgewachsen in der bayrischen Provinz, vulgo Pampa wie am Tegernsee, von dort emigriert und bei weitem mit mehr geübt, als von Erwachsenen vorgemacht, sehe ich aus der Entfernung noch eine andere, noch nicht angesprochene Sache: es gibt da ein nach Herabschauen suchendes Verhalten der mit Religiosität im Blick, Bier im Bauch und unterstellter Saturiertheit von der Beichte Heimkehrenden, das einen fort treibt.
    Ich merks in der Eile an, einsichtig, daß dies mit Details zu versehen wäre; vielleicht bekomm ich mal Lust dazu.

  153. Prima Beitrag! Beschreibt er...
    Prima Beitrag! Beschreibt er doch Tatsachen, die sind wie sie sind – obwohl die allermeisten ebendiese Tatsachen als falsch betrachten.
    Dies an sich ist bereits bemerkenswert.
    Doch der eigentliche Grund für meine Antwort ist die Tatsache an sich, dass wir überhaupt als solche speziell ausgewiesene Spielplätze haben, dass wir solche überhaupt brauchen.
    Ja, auch ich bin an einem wunderbaren See aufgewachsen, wo seit Jahrhunderten gut betuchte ihren Urlaub verbringen.
    Doch erstreckte sich mein „Spielplatz“ auf einen Areal von schätzungsweise 2 km² mit einem Hügel, Schilfdickichten, einer 200m Kletterwand, jede Menge Wald, 2 Ruinen aus der Zeit Garibaldis, sillgelegten Kalköfen, einem kleinen Fluss, Felder, Obstgärten, ach und noch sooo vieles mehr.
    Und vor allem wohnten in meinem Spielplatz viele liebe Menschen, die oft ein Glas Kakao, Kekse, Obst, Comics, auch mal einen Teller Pasta für uns Kinder hatten.
    Ich hatte ein Fahrrad (später dann ein Mofa), ein angespültes Boot, 3 Katzen, 2 Hunde, jede Menge Werkzeug (Hamer, Axt, Säge) für Baumhäuser, Buden & Co.
    Alles in allem war es eine wunderbare Welt, die darauf wartete, entdeckt und erobert zu werden.
    ie Vorstellung aber, die Kinder heute auf einen Spielplatz zu bringen, also einem Platz, auf dem gespielt werden darf (muss?), einem Platz, der doch impliziert, dass NUR DORT gespielt werden darf, zeigt doch das eigentliche Elend, in dem unsere Kinder heute aufwachsen.
    Fazit: Bei allem guten Willen bleibt der „Spielplatz“ ein Unding.
    Der Spielplatz als ein letztes Reservat für eine bedrohte Spezies…

  154. @Herr Liebreiz: "Du blendest...
    @Herr Liebreiz: „Du blendest mit Deinen gerade jüngsten Zeilen, die zurecht beklagen, dass das Unten sich nicht begreift, nicht redet, sich nicht wehrt, auch aus, dass auch das Oben nichts ernsthaftes dazu beiträgt, dass unsere Gesellschaft zur starken Mitte zurückfindet.“
    Nun, dieses Blog ist doch aber schon mal ein guter Anfang: Immerhin wird hier über die Klassengrenzen hinweg geredet. Dass es dabei knallt, und unser Gastgeber viel Dreck wegzumachen hat, wundert mich nicht. Wir versuchen zu häufig, unsere sozialen Probleme durch Ab- und Ausgrenzung zu lösen. Aber vielleicht trägt das Modell der klassengrenzüberschreitenden Kommunikation ja.
    Um auf die behüteten Oberschichtkinder zurückzukommen: Bin ich eigentlich die einzige, die vermutet, dass sich die lieben Kleinen in zehn, fünfzehn Jahren im großen Stil dem Islam zuwenden könnten?

  155. @ jolly rogers: "Ist hier...
    @ jolly rogers: „Ist hier irgendwo ein „l“ zuviel oder war das ein Freud’scher Verleser?“
    Also, ich lese dort irgendwo ein „k“ zuviel — seltsam…

  156. Erstmals seit Wochen hier...
    Erstmals seit Wochen hier wieder reingetrudelt, eher so die Bilder angeguckt, und mich beim Querlesen gefragt, wie in aller Welt denn der Kommentator weiter oben den Zustand der mütterlichen *Schuhe* auf dem Foto so gut erkennen kann?!

  157. Als Kinder schauen wir sehr...
    Als Kinder schauen wir sehr genau hin, was aus Entscheidungen, die Vater oder Mutter gefällt haben, geworden ist; wie die Gemeinschaft darauf reagiert. Mir hat es zum Beispiel gezeigt, das der leichte Weg natürlich nicht immer der Kürzeste und Beste ist, das Fehler selbst zu verantworten sind und andere grundlegende Dinge. Eine Art natürlicher „kategorischer Imperativ“. Wenn die Prämissen in einer Gemeinschaft „kippen“ geht’s mit der Kultur abwärts.

  158. Ich hab's gewusst, der Don ist...
    Ich hab’s gewusst, der Don ist Frank Schirrmacher. Nein, natuerlich nicht, denn das „Methusalem Kompott“ (so wurde der Titel im TV verulkt, und Frank S. ging voll auf den Leim) ist ein zu schlechtes Buch. Langweilig und nichts Neues. Wer ohne Geschwister aufwaechst, hat auch selbst weniger Kinder. Wer seine Familie in der Vorabendserie findet, gruendet keine mehr. Das ist aber ueberall so, insbesondere bei den Reichen oder Reicheren (Der Don moege „reich“ in D mal definieren!). Die Reichen sterben also zuerst aus, so wie das kuerzlich erwaehnte Frollein L., nunmehr ohne Job im Konzern. Die Migranten dagegen, deren Kids keinen Polizisten mehr in ihren Kiez lassen, vermehren sich dagegen wie …
    Ich sehe auch diesen kleinen Webfehler in Don Alphonso’s Beitrag: Fuer die Kleinen gibts gar keine Distinktion und Armut, die spielen ueberall und mit jedem, in Sarajewo haben die Kinder sogar Scharfschuetze gespielt. Ethnien, Geschlecht und Altersunterschiede sind denen egal. Normale Kurze interagieren so offen noch im Kindergarten, erst gewisse Erwartungen, meist von Mutti, verziehen dann die Persoenlichkeit. Wahrscheinlich leiden die HartzIV-Kids mehr unter der Abwesenheit der Vaeter als unter ihrem Fertigmampf in der Betonplatte. Aber genau die Scheidungskids finden sich in allen Schichten. Ist das nicht troestlich? Es kommt in den besten Familien vor, und Breitreifen, Minivan und Luxus-Spielplatz helfen da auch nicht mehr. Schickt die Reichen alle mal (fuer eine Woche) ins Dschungelcamp nach Berlin-Marzahn!

  159. Bonbonrosa Müttern in ihren...
    Bonbonrosa Müttern in ihren gewaltigen Kisten voller quengelndem Nachwuchs:
    Ist die Schizophrenie dieser Zeit schon aufgefallen, in der Eltern von Staats wegen ihre Kinder in den Himmel gelobt und werweisswalles versprochen wird, Famile, Bildung, Sonnenschein, Gesundheit (kennt einer noch ein gesundes Kind? Allergien und Unverträglichkeiten greifen um sich)
    und der gleiche versprechende Staat das Projekt Schimpansierung rigoros weiter treibt, mit dem schon die Kleinkinder rigoros auf ihre spätere Vernutzbarkeit dressiert und zugerichtet werden sollen. Das wird auch die bonbonrosa Gofen der bonbonrosa Mütter besserer Kreise treffen.

  160. Was für eine langweilige...
    Was für eine langweilige Welt. Gut, daß ich weg bin.
    Gruß aus Baku
    Ernst Wilhelm

  161. Manno... Don Alphonso, Sie...
    Manno… Don Alphonso, Sie zeugen doch nicht etwa den ganzen lieben Sonntag lang oberbayerischen Nachwuchs?

  162. Ich kann einfach auch mal...
    Ich kann einfach auch mal einen Tag ohne Netz. Oder zwei. Oder drei. Ist gar nicht so schlecht.

  163. Noch so einer, da würde ich...
    Noch so einer, da würde ich nicht so schwarz malen. Natürlich muss der Staat drauf schauen, dass nicht jeder in Berlin schlechte Romane nicht veröffentlicht, natürlich sind Entwicklungen wie die G8 eher unerfreulich, aber am Ende ist der Staat halt auch nur Opfer des Drucks seiner Bürger.
    .
    Driver, ich definiere „reich“ in Sachen Vermögen als Angehöriger der oberen 20% der Bevölkerung, was den Besitz ausmacht. Da ist genug „drunter“, um diese Sichtweise allgemein verständlich zu machen. natürlich ist reich in der Regel derjenige, der reicher ist als man selber, aber sobald jemand keine materielle Not und Ängste mehr kennen muss, sehe ich den Begriff als legitim an.

  164. Snowman, soweit ich das...
    Snowman, soweit ich das mitbekomme, ist das nur solange üblich, wie Kinder Betreuung brauchen. Wenn man von hier aus die Strasse hochgeht, kommen 80 km² Berge, Wiesen und Wälder. Dass die dort nicht bis zum 18. geburtstag eingepfercht sind, ist klar, aber mit 4 Jahren würde ich kein Kind ohne Begleitung in einen Bergwald lassen.

  165. wir stimmen zu. und im...
    wir stimmen zu. und im südwesten ist auch nicht so schlecht. frankreich, belgien und luxemburg laden ein. (und das saarland *g*.)
    der lac de madine z.b. ist immer eine reise wert.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Lac_de_Madine
    und dicht dabei, von D am wege gelegen, mars-la-tour: http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Mars-la-Tour
    .

  166. <p> ... und wem die "BOOT" in...
    … und wem die „BOOT“ in Düsseldorf zu laut und zu ggfls auch überlaufen ist, der von uns hier unten im Südwesten fährt stattdessen halt die paar Kilometer hoch nach Ijmuiden (30 KM westlich vom Amsterdam), zur ****.
    Gibt nichts netteres und zuvorkommenderes, als die holländischen Winkeliers und ihre feinen Strände, Stände, Boote & Hotels. Was man findet? Was man sucht. Eben Manieren. Und Bescheidenheit.
    [Links und Zitat gelöscht. Don]
    ..
    Bislang hatte ich ja eher gedacht, der Tegernsee wäre irgendwie eigentlich doch auch nichst anderes, als tiefste deutsche Provinz, „irgendwie Tümpel oder so“..
    Aber man hat mich neugierig gemacht… .

  167. Dieses widerliche Werbesprech...
    Dieses widerliche Werbesprech über mir… „Was man findet? Was man sucht. Eben Manieren. Und Bescheidenheit.“ Unglaublich. Und dann schwallt dieser Ad-Spammer über Boote wie ein Staubsaugervertreter.
    .
    Das haben Sie doch sicherlich nur versehentlich freigeschaltet, Don Alphonso?

  168. Kann ja mal passieren, aber...
    Kann ja mal passieren, aber danke für den Hinweis. manieren sehen tatsächlich anders aus.
    .
    Wartet aber nur mal, wenn ich über englische Klassiker ins schwärmen gerate.

  169. Gerne. Ich führe nichts...
    Gerne. Ich führe nichts Böses im Schilde.

Kommentare sind deaktiviert.